Ausgabe 
27.1.1943
 
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Das widerrufene Testament

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" Suita/ die gerade dem Backfilchalter en.machKn «ar, wurde glühend rot. Sie drängte stchj dicht an »xel heran und sah zu ihm auf; denn sie reichte ilm kaum bis zur Schulter. .

Oh, ich kann Ihnen Nicht jagen, Herr w entzückend ich es sind-, -m-n solch^ b-mtanten Lchriststeller kennenzulewen! ries si- ub"sch S Uft ftfrk» Lttsjjrrach, erinnerte «n «segemas «<

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ROMAN VON OLAF BOUTERWECK

25. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Sigrid begann vorzustellen, konnte aber damit richt zu Ende kommen, denn Güstrow drängte sich tor und ergriff in einer herzlichen Aufwallung Lxels Hand:Ganz besondere Freude Berebrtesterl <iel von Ihnen gelesen? Mussen wissen day ich Kriminalromane für mein Leben gern tefe! Erst Astern habe ich mich über Ihr neuestes Buch her- p?macht: .Die Katze des Doktors Assebatz. Ist 1° en tolles Buch! Konnte es nicht aus der Hand Iigen . . Toll, toll! Einfach toll! Wirklich ne große rreiiüe. Sie persönlich kennenzulernen, Herr Holm.

Axel gab den Händedruck des kleinen Herrn kräftig zurück und lächelte höflich dazu:Ich bin gleichfalls Ichr erfreut, Herr?" .

Güstrow ist mein Name, Thomas Güstrow, Der- Lrtafter. Und hier", er wandt- sich Mit 'wer tarn ftramentoollen Bewegung um: »Meine -Lotter

Mrei fühlte einen glutvollen Blick aus schwarn^- rischen Iungmädchcnougen auf M nifjm die kleine, weihe und etwas )yni>, die sich ihm entgegenstreckte und sühne he El d.e Lippen.Ich bin ,-hr crireu. Fraule n llustrow, eine solch reizende Bekanntschaft zu

iomjetu^ erung & ilomötiidr i unb V )er glt>^

I Die im brasilianischen Staate Rio Grande do Lui seit über drei Monaten herrschende Trocken­leit zeitigt schlimme Folgen. Abgesehen von dem Zerlust der Ernte und großer Rinderherden sind :iek Städte buchstäblich ohne Wasser. Infolge Feh- !>ns von elektrischem Strom stehen viele Jndustrle- ?ntren vollkommen still. In den ausgedörrten Steppengebieten brechen riesige Brände aus. Diele Gebäude wurden ein Opfer der Flammen. Strich­weise sieht die Bevölkerung dem Hunger entgegen, h alle Industrien durch die Trockenheit lahmgelegt Ind. Die gegenwärtige Dürre ist die schlimmste, die Brasilien seit 50 Jahren erlebt hat.

auf dem Balkan und seit Beginn des Feldzugs gegen die Sowjets auch im Osten in hervorragender Tapferkeit und Einsatzfreudigkeit teilgenommen.

Ritterkreuzträger spricht in Gießen.

Der Ritterkreuzträger ^-Obersturmbannführer Deißenhofer wird am 11. Februar, um 16 Uhr, in einer Jugend-Kundgebung in Gießen sprechen.

Hilfe bei Kinderlosigkeit in der (Lhe.

NSG. Der Andrang zu den Beratungsstellen der Arbeitsgemeinschaft zur Heilung der Kinderlosigkeit und Kinderarmut in der Ehe ist unerwartet groß. Um die erforderlichen Untersuchungen und Beratun­gen mit der wünschenswerten Sorgfalt durchführen zu können,- ist es notwendig, sich zu diesen Be­ratungen vorher schriftlich und rechtzeitig anzu- melden. Don der Klinik werden nach Einlaufen der AnmeÜrungen die einzelnen Interessenten einberufen werden.

Sonderstempel zum 30. Januar 1943

Am 30. Januar führt eine Reihe von Postäm­tern Sonderstempel mit der InschriftFührer be­fiehl wir folgen Dir! 10 Jahre Machtüber- nähme" und der Abbildung eines Hakenkreuzes. Diese Postämter Berlin C 2, NW 7, W 9, Ber­lin-Charlottenburg 2, München 1 und 2, Nürn­berg 2, Wien 1, 40 und 56 und Graz 1 geben am' 30. und 31. Januar (819 bzw. 813 Uhr) an besonders bezeichneten Schaltern die Sondermarke zum Tag der nationalen Erhebung sowie andere Zuschlagmarken ab und führen Gefälligkeitsstempe­lungen aus. Schriftliche Abstempelungsanträge er- ledigen die Sonderstempelstelle des Postamts Ber­lin-Charlottenburg 9, ferner die Postämter Mün­chen 2, Wien 1, Nürnberg 2 und Graz 1 je für den am Orte geführten Sonderstempel. Die Umschläge der Anträge sind mit dem VermerkSonderstem­pel" zu versehen. Markenbestellungen dürfen nicht bei gefügt werden, für die Rücksendung der abge­stempelten Sendungen sind, wenn sie unter Um­schlag gewünscht wird, vorbereitete Umschläge bei« zulegen.

Auch die Deutsche Post Osten verwendet aus gleichem Anlaß einen Sonderstempel mit der vor­beschriebenen Inschrift in Krakau, mit dem alle z. Z. im Generalgouvernement gültigen Marken ab­gestempelt werden können. Anträge auf Gefällig­keitsstempelungen, die bis zum 28. Februar aus­geführt werden, nimmt die Dersandstelle für Samm­lermarken in Krakau, Poststraße 15, entgegen.

Verdunkelungszeit:

27. Januar von 17.57 bis 7.42 Uhr.

verantworten, der in mehreren Fällen anderen vor- cefpieaelt hatte, er könne verknappte und sogar iatiomertc Ware, z. B. Kaffee, besorgen. Hierfür atte er sich Barauszahlungen geben lassen und das 3eÜ) dann für sich verbraucht. Das Gericht brachte um Ausdruck, daß sich derartige Taten in ihren luswirkungen gegen die Interessen der Volksgemein, chaft richteten. Wenn im Kriege verknappte und czugsdeschränkte Waren auf Schleichwegen ange- oten würden, dann sei das geeignet, Zweifel an er gerechten Verteilung der vorhandenen Ge- rauchsgüter aufkommen zu lassen. Das Gericht hat eshalb den Angeklagten als Dolksfchädling bestraft.

Die Hitzewelle in Argentinien.

Das freut mich wirklich!" sagte Sigrid.Sie müssen wissen, Herr Holm", wandte sie sich erklärend an Axel, ,Haß Frank Duderftüdt gerade dabei ist, seine Doktorarbeit zu schreiben. Da soll ihm die Ruhe auf Mönckeberg helfen."

Axel nickte nachdenklich, aber noch bevor er etwas dazu sagen konnte, dröhnte schon wieder Güstrows gutmütig polternde Stimme:

Da fällt mir übrigens gerade ein, weshalb ich mit Ihnen sprechen wollte: Wissen Sie eigentlich, Fräulein von Mönckeberg, daß es auf dem Schlosse spukt?!"

Sigrid lächelte ungläubig.

Das meinen Sie doch nicht im Ernst, Herr Gü­strow?"

Doch, doch! Deshalb bin ich ja heute zu Ihnen gekommen, well ich Sie fragen wollte, ob Sie früher auch schon etwas von diesem Spuk bemerkt haben! Toll, einfach toll, sage ich Ihnen! Ich habe bisher immer geglaubt, Gespenster und so was gäb's in Wirklichkeit nicht. Drüben in Amerika gibt's auch tatsächlich keine, abgesehen natürlich von den alten, abgeklapperten Milliardären. Aber jetzt und hier... Na ja, da kenn' ich mich wirklich nicht mehr aus!"

Sigrid lachte laut und herzlich.

Na, da kann ich Sie beruhigen, Herr Güstrow! Gespenster und Spukgeister gibt es auch in Deutsch­land nicht, und auf Schloß Mönckeberg schon gar nicht! Wer hat Ihnen denn diesen Unsinn erzählt?'

Unsinn?!" Güstrow schnappte förmlich noch Luft, und sein ohnehin rotes Gesicht nahm eine bläuliche Färbung an.Jutta! Hat's gestern abend bei uns gespukt oder nicht?"

Jutta nickte, daß ihre Locken flogen:Ja, gespukt hat's schon. Ich selbst habe das Gespenst ja mit meinen eigenen Augen gesehen. Aber wenn Fräulein von Mönckeberg meint, daß es auf dem Schloß keine Gespenster gibt uüd sie muß es ja besser misten als wir bann wird sich wohl jemand einen schlechten Witz mit uns erlaubt haben, Pa!"

Fortsetzung folgt)

keinen rechten Anteil nahm; ihr Lächeln hatte etwas Gezwungenes, und zwischen ihren kühn geschwunge- nen Brauen stand eine schmale Unmutsfalte. Seit die kleine Jutta da hereingeschneit war und Axel so völlig mit Beschlag belegt hatte, war ihr platz', u die ganze Stimmung verdorben. Sie war fast ein wenig eifersüchtig auf Jutta, die sie kokett und auf­dringlich fand ...

Sigrid benutzte die erste Gesprächspause dazu, um sich an Güstrow zu wenden:

Wie geht es eigentlich Ihrem Neffen Frank Duderstädt, Herr Güstrow? Hat er seine Arbeit be­gonnen?"

Güstrow hüpfte wie ein Gummiball hoch:

Oh Verzeihung, Fräulein von Mönckeberg! Das hätte ich ja fast oergeffen. Ich soll Sie von Frank recht herzlich grüßen und Ihnen in feinem Namen recht kräftig und kameradschafllich die Hand drücken!" Er nahm Sigrids Hände zwischen die seinen und drückte sie, als ob er sie zerquetschen wolle.Was hiermit geschehen ist ...! Außerdem soll ich Ihnen noch herAiche Gruße von dem Diener Justus und dem Gärtner Alex bestellen!"

Dielen Dank, Herr Güstrow!" sagte Sigrid lachend.Arbeitet denn, Frank nun tüchtig ja?"

Und ob er arbeitet! Toll sage ich Ihnen!"

Davon habe ich eigentlich noch nichts gemerkt, Pa!" warf Jutta ein.In den beiden Tagen, feit er daheim ist, sitzt er, wenn er nicht mit feinem Freund Lertzeck das ist ein Studiengenosse, den er sich ein geladen hat gerade schwätzt, die übrige Zeit im Park in seinem Liegestuhl, wo er vor sich hinträumt und Locher in die Luft starrt. Und wenn man ihn anspricht, wird er böse und gibt grobe Ant- Worten. Wenn du das Arbeit nennst, Pa?"

Güstrow strich seinen Schnurrbart kampfeslusti? in die Höhe unb funkelte seine Tochter mißbilligend an-Schweig, Jutta! Was verstehst du schon von geistiger Arbeit? Ueberhaupt wie war es gestern? Hat er nicht die ganze Nacht hindurch bis früh um sieben in der Bibliothek gesessen unb gebüffelt und ifletorieben, heS"

Aus der Stadl Gieße».

Freundliche Kritik.

Es wird uns Deutschen nachgesagt, daß wir zu kritisch wären, daß wir selbst bei den vorzüglichsten Leistungen immer noch etwas zu tadeln hätten. In vielen Fällen mag das stimmen; denn es ist nicht leicht, eine fremde Arbeit ohne jede Einschränkung anzuerkennen, besonders bann, wenn man selber diese Arbeit nicht zu Stande brachte. Kritik üben ist gar nicht so schwer, Irgend etwas kann man im­mer finden. Warum soll man aber nicht das Gute lobend hervorheben? Warum müssen immer Kleinig­keiten dazu dienen, scharfe Worte zu gebrauchen?

Der Zweck der Kritik ist doch, irgendeinen Men­schen zu besserem Benehmen, zu besseren Leistungen anzuspomen. Und erst der Erfolg dieser Kritik zeigt, ob man den richtigen Weg gegangen war. Hat man etwas auszusetzen an unfern Mitmenschen, bann kann das in freundlicher, gütiger Form geschehen, ohne Spott und ohne verletzende Ueberheblichkeit. Sobald man seine Kritik in einer boshaften Form vorbringt, kann von Erfolg schon gar keine Rede fein.

Ohne Zweifel gibt es viele Dinge, die einen Tadel herausfordern und getadelt werden müssen. Bei leichtsinnigen und nachlässigen Menschen muß manchmal mit scharfen Worten eingegriffen wer­ben. Dazu muß man den Mut haben, sonst macht man sich an den Folgen mitschuldig. Sehr oft aber kommt es vor, daß ein Tadel mehr Schaden an­stiftet, als die ganze Sache wert ift Verstimmung und Aerger werden ausgelöst, unb Freundschaften werben zerstört. Kommt bann noch der Spott hin­zu, so kann man von einer Kritik überhaupt nicht mehr sprechen; denn im Hintergrund lauert hier schon die Bosheit, die irgendeinen Menschen lächer­lich machen will.

Eine gute Kritik muß irgendeinen Sinn haben. Man will doch etwas bessern, man will nützlich fein. Sobald man aber fühlt, daß durch einen Tadel mehr Schaden als Nutzen angerichtet wird, dann sott man auch einmal über eine unangenehme Sache hinwegsehen können. Es gibt freilich Volks­genossen, die müssen sich immer als Richter auf­spielen. Sie hallen sich für die Wächter der öffent­lichen Sicherheit und des menschlichen Anstandes. Solchen Kritikern gebe man die rechte Antwort. Wir können sie entbehren.

Bei unserer Arbeit, bei unserm Handeln aber wollen wir jederzeit einer freundlichen Kritik unser Ohr leihen. Niemand ist ohne Fehler, und noch nie ist ein Meister vom Himmel gefallen. Deshalb be­grüßen wir jede ernste, fachmännische Kritik, die das Bestreben hat, uns vorwärts zu bringen, uns Fehler zu zeigen, die von uns nicht bemerkt wur­den. Aber solche Kritik muß ohne jede boshafte Nebenabsicht fein.

In welch harmlose, schlichte Form man seine Kritik kleiden kann, oas zeigt eine kleine Anekdote, die von einem bayerischen Förster erzählt wird. Es war vor Jahren in der Zeit, in der regierende Für­sten Treibjagden veranstalteten. In der Frühe eines solchen Jagdtages hatte der alte Fürst, weil der Aufbruch sehr 'schnell erfolgt war, vergessen, seine Hosen ganz in Ordnung zu bringen. Niemand von der Jagdgesellschaft getraute sich, etwas zu sagen. Als sich alles zum Abmarsch anschickte, sagte der Förster in aller Ruhe:Meine Herren, zuerst wol­len wir einmal alle unsere Hosen zumachen." Mit dieser einladenden freundllchen Kritik war jedes Hindernis beseitigt. Die Jagdgesellschaft lachte, am meisten aber der Fürst.h.

Das Deutsche Kreuz in Gold.

Dem im August v. I. bei den Kämpfen um Krym- skaja im nordwestlichen Kaukasus gefallenen Vor­standsmitglied der Rinn & Cloos AG., Oberleutnant Dr. Ern st Ludwig Rinn aus Gießen, Kom­paniechef in einem Infanterieregiment, wurde nach­träglich für besondere Tapferkeit das Deutsche Kreuz in Gold verliehen.

»

Der Gefreite Wolfgang Schoenhals aus Hun­gen wurde für Tanferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Ritterkreuzträger Oberleutnant Sattler gefallen.

Der Oberleutnant und Staffelkapitän in einem Sturzkampfgeschwader Hans-Karl Adolf Otto Satt­ler aus Butzbach, Träger des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz, Inhaber der Goldenen Front­flugspange und anderer Auszeichnungen, ist nach über 400 Einsätzen von einem Feindflug im Osten nicht zurückgekehrt. Er starb im Alter von fast 26 Jahren den Fliegertod. Oberleutnant Sattler hatte an dem Feldzug im Westen, an den Kämpfen

Der Kaufmann Vorsichtig hatte als ordnungs­liebender Mann bereits lange Zeit vor feinem Tode fein Testament gemacht. Das Testament'war notwendig, weil er auch andere ihm nahestehende Personen als Frau und Kinder mit Teilen seines Vermögens bedenken wollte. Nach einiger Zeit ge­fiel ihm die Abfassung des Testaments nicht mehr, und er entschloß sich, ein neues zu machen. Aber auch mit dem zweiten war er nicht zufrieden, und darum setzte er noch ein drittes auf. Als er starb, fanden die Hinterbliebenen drei Testamente vor. Jedes war eigenhändig geschrieben und unterschrie- ben. Für sich betrachtet war jedes einzelne Testa­ment gültig. Aber was sollte nun aus den drei Testamenten werden?

Der Gesetzgeber hat vorgesehen, daß der Erb­lasser ein Testament und auch eine einzelne im Testament enthaltene Verfügung jederzeit wider­rufen kann. Somit besteht die Möglichkeit, daß Testament 2 das erste Testament widerrufen sollte. Diese Möglichkeit ift aber nur so lange gegeben, wie Testament 3 noch nicht vorhanden mar. Aber auch daran hat der Gesetzgeber gedacht. Denn der Erblasser kann auch den Widerruf eines Testaments widerrufen. Also: Testament 1 wird widerrufen durch Testament 2; der Widerruf (Testament 2) wird nochmals widerrufen durch Testament 3. Vor­aussetzung ist hierbei jedoch, daß aus dem letzten Testament nun der wahre oder mutmaßliche Wille des Erblassers erforscht werden kann. Testament 3 muß also eindeutig sein, es muß klar das Testament 2 aufheben und Darf nicht von den Anordnungen des Testaments 1 allzu sehr und vor allem nicht widerspruchsvoll abweichen.

Besteht zwischen den drei Testamenten kein inne­rer Zusammenhang, ift also nicht ersichtlich, daß Nr. 2 ein Widerruf von Nr. 1 und Nr. 3 ein Wider­ruf von Nr. 2 ist, dann handelt es sich nicht um widerrufene Testamente (1 und 2). Ist der Wider­ruf nicht klar erkennbar, dann gilt das Testament mit dem neuesten Ausstellungsdatum. Beim Vor­handensein von mehreren Testamenten bleibt das

Don der Universität Gießen.

Als Nachfolger des nach Graz berufenen Prä« feffors Dr. jur. Bley wurde der Dozent Dr. Fritz Baur von der Universität Tübingen unter rück^ wirkender Ernennung ab 1. Oktober 194z zum außer­ordentlichen Professor in der IuristisAn Fakultät der Universität Gießen berufen und itfn der Lehr­stuhl für bürgerliches Recht und Derfahrensrechi übertragen.

Profeftor Dr. Baur wurde am 6. Juli 1912 in Dillingen geboren. An den Universitäten München und Tübingen studierte er Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft, im Herbst 1933 bestand er die erste Staatsprüfung, im Juni 1937 die zweite Prü­fung. Von 1934 ab bis Ende März 1938 war er neben feinem Dienst in der Justizverwaltung noch Assistent in der Juristischen Fakultät der Universttät Tübingen. Am 1. April 1939 wurde er in Tübingen zum Landgerichtsrat ernannt. Im März 1940 er^ hielt er den Grad eines Dr. jur. habil., 1941 wurde er zum Dozenten ernannt.

Mietbeihilfe für Handelsbetriebe.

Der Reichswirtschaftsminister hat im Einverneh­men mit den übrigen zuständigen Ministerien dis Gewährung von Mitbeihilfen füt ^Handelsbetriebe in einem neuen Erlaß geändert und ergänzt. Aus dem im Ministerialblatt des Reichswirtschaftsminifte- riums vom 18. Januar 1943 veröffentlichen Wort­laut ist folgendes hervorzuheben: Die wesentlichste Aenderung 'betrifft die geschlossenen Betriebe. Der neue Erlaß unterscheidet ausdrücklich zwischen zwei verschiedenen Fällen, nämlich dem Umsatzrückqang aus Anlaß des Krieges und der Betriebsschliehung infolge Dienstverpflichtung des Inhabers, Notdienst­oerpflichtung ohne Anspruch auf Familienunterhalt, Mangels an Arbeitskräften, Warenmangels ober ähnlichen Erscheinungen aus Anlaß des Krieges. Die Beihilfe wird im erstgenannten Falle, des Um­satzrückgangs, wie bisher. als Zuschuß zu der bet dem verringerten Umsatz noch tragbaren Miete oder Pacht soweit gewährt, daß 80 v. H. der vertrag­lichen Miete oder Pacht gedeckt sind. Im zweiten Falle, der Betriebsschließung, wird die Beihilfe vom Zeitpunkt der Antragstellung an soweit gewährt, daß 80 o. H. der vertraglichen Miete ober Pacht gedeckt sind. Ein Umsatzoergleich mit 1938 zur Fest­stellung der noch tragbaren Miete findet also nicht mehr statt. 80 v. H. der vertraglichen Miete ober Vacht sind vielmehr oom Zeitpunkt der Antrag­stellung an gesichert, nicht, wie nach dem bisherigen Verfahren, erst nach einem Jahre. Den verbliebenen Rest muß der geschlossene Betrieb auch weiterhin

ausschlaggebende und allein gültige das mit dem letzten Datum. Durch das neueste Testament werden die vorhergehenden außer Kraft gesetzt, soweit das spätere Testament mit den früheren in Widerspruch steht. Am einfachsten wäre es natürlich gewesen, wenn Kaufmann Vorsichtig bei der Abfassung des dritten Testaments die beiden ersten vernichtet hätte. Denn trotz der Regelung, daß das letzte Testament die früheren in dem angegebenen Umfang aufhebt, kann ein heilloses Durcheinander entstehen. Das letzte kann mit dem vorhergehenden in solch star­kem Widerspruch stehen, daß niemand mehr daraus klug wird, was der Erblasser eigentlich wollte. In diesen Fällen der gegenseitigen Aufhebung der Verfügungen tritt statt der testamentarischen die gesetzliche Erbfolge ein. Es wird also so getan, als ob überhaupt kein Testament vorhanden war.

Mehrere Testamente mit dem gleichen Datum sind als gleichzeitig errichtet anzusehen. Das Vor­handensein mehrerer Testamente ist an sich noch nicht schädlich. Von Bedeutung ist es erst bann, wenn der Inhalt der einzelnen Testamente wider­sprechend ist. Ist der Inhalt derartig widerspruchs­voll und unklar, daß der wahre Wille des Erb­lassers nicht ermittelt werden kann, bann heben sich die Testamente gegenseitig auf. Der Erblasser er­reicht gerade bann das Gegenteil von dem, was er erzielen wollte. Denn bei der gegenseitigen Auf­hebung der Testamente tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Hinterläßt ein Erblasser ein Testament, bann will er doch damit die gesetzliche Erbfolge aus« schließen ober zumindest abändern. Es kommt also alles auf die Klarheit der Bestimmungen im Testa­ment an. Will jemand unbedingt mehrere einander widersprechende Testamente hinterlassen, dann be­zeichne er die nachfolgenden als Widerspruchs- teftamente, so daß klar ersichtlich ist, die vorher­gehenden sollen durch die folgenden ungültig sein.

Am einfachsten und zweckmäßigsten ist es natür­lich, die vorhergehenden Testamente zu vernichten, so daß die Erben mir e i n Testament norfinben.

Dr. Tw.

snnen haiel, fr iterabmr e unb

mit über 3o00 Millionen einen Rekordbetrag er- reichen, so baß das schweizerische Währungsgeld aber eine verhältnismäßig hohe Golddeckung ver- mgt. Manche Schweizer geben ihrem Mißtrauen gegenüber dem Franken dadurch Ausdruck daß sie sich rege an der Sachwertspekulation beteiligen, Goldmünzen kaufen. Gegen diese mlandische Goldhortung richtet sich die kürzlich an» Ebnete Kontrolle des schweizerischen Goldmarktes Bewilligungspflicht für den Handel mit Gold höchstvre.fe für das Inlandgeschäft, Kontrolle der Tmfuhr und Ausfuhr von Gold) ebenso sehr wie legen die ausländische Spekulation, die vor allem n der Nahe der französischen Grenze ihr Unwesen trieb. Anderseits bestehen auch gewisse Zusammen- hänge zwischen der starken Vermehrung des Noten- Umlaufs (z. Z. beträgt er 2500 Millionen Franken, mithin 12 v. H. mehr als im November 1941) unb frer Preisentwicklung. Ein erheblicher Teil der Bank- ioten wird freilich gehamstert, insbesondere von ntemationalen Schiebern und Spekulanten. In «eichen Kreisen diese Leute zu suchen sind, zeigt die Tatsache, daß vor kurzem an der schweizerisch-fran- höfischen Grenze 500 000 Franken in Schweizer Zonknaten gefunden wurden, die jüdische Emigran- :en auf der Flucht zurückließen.

Zu Tausenden kamen die Juden über die west- iche Grenze und bettelten mitleiderweckend um das schweizerische Gastrecht. Millionenbeträge aus float iidjen Krediten für die Flüchtlingslager, aus öffent- ichen und privaten Sammlungen werden für diese landfremden Elemente verwendet. Aber wenn sie unbehelligt ihren dunklen Geschäften nachgehen fön» nen, betätigen sie sich als gewissenlose Spekulanten legen das Land, das chnen jetzt Zuflucht gewährt. Zeder Eidgenosse sieht heute die Folgen des von ?en Juden vorbereiteten Krieges, jene Folgen, die hie Urheber mit der wohlverdienten Härte treffen, jber auch die Schweiz selbst, trotz ihrer Neutralität, in Mitleidenschaft ziehen. Die kürzlichen Bomben­abwürfe britischer Flieger in den Kantonen Aargau jnb Wallis vervollständigen das Bild jener britisch- cmerikanischen Kriegführung, die sich heute mehr enn je den jüdischen Vernichtungsplänen unter- oirft. Im ßanbesinnern halten die Kommunisten ie Zeit für gekommen, durch Hungerstreiks ver­hafteter, inzwischen aber wieder freigelassenerFüh­ler" und Protestkundgebungen gegen Polizeimaß- ahmen sich bemerkbar zu machen. Die Serie von Lommunistenprozessen ist noch nicht abgeschlossen, mmer wieder begegnet man den Spuren unter« rbifcher Wühlarbeit. An der Jahreswende 1942/43 ritt das plutokratisch-bolschewistische Zusammenspiel tud) in der Schweiz wieder deutlicher zutage ...

Aus aller Wett.

Verknappte Ware vorgespiegell.

In Essen hatte sich ein Mann vor dem Richter zu

Die anhaltende Hitzewelle in Argentinien nimmt rnftc Formen an. Neben zahlreichen Todesopfern iurch Hitzschläge befinden sich Landwirtschaft und llehzucht in großer Gefahr. Millionen von Rindern iehen auf ausgedörrten Weiden, die durch die sen- icnöe Sonne teilweise in Mondlandschaften ver­handelt sind. Wasserlöcher und Flüsse trocknen aus; »an befürchtet in Argentinien wie in Uruguay für ie Viehzucht eine Katastrophe. Die Bevölkerung er­innert sich mit Besorgnis des Monats Februar 1900, Lio die Hitze in Buenos Aires ebenso viele Opfer irberte wie die Choleraepidemie des Jahres 1867 Sind die Gelbfieberepidemie des Jahres 1871 zufam- lengenommen.

Brasilianische Städte ohne Wasser.

der ihres Vaters ein wenig an den breiten und etwas gequetschten Tonfall des Amerikaners.Wenn Sie mir eine Freude machen wollen, Herr Holm, bann bitte ich Sie, mir etwas in Ihr letztes Buch zu schreiben! Wollen Sie, ja?" .

Aber Jutta!" rief Güstrow kopfschüttelnd, mbem er zugleich ein polterndes Lachen hören lieh.Nein, diese jungen Mädchen heutzutage!"

Sehr gern, Fräulein Güstrow", antwortete Axel lächelnd; aber er trat unwillkürlich einen halben Schritt zurück, denn nach einem Blick in ihre Glut­augen fürchtete er, daß Jutta ihm in der nächsten Sekunde um den Hals fallen würde.

Wenn Jutta auch äußerlich nicht viel Aehnlichkett mit ihrem Vater besaß, so hatte sie zweifellos dessen schwungvolle Wesensart geerbt und die der Mut­ter dazu! Im übrigen ließ das sehr knapp und kurz gearbeitete Kostüm erkennen, daß sie eine wunder­volle Gestalt besaß, die trotz ihrer siebzehn oder acht­zehn Jahre bereits voll entwickelt war. Ihr tupfer- rotes Haar hing an den Schläfen in zwei langen Stocklocken herab; ihr regelmäßig aeschnittenes Ge- sicht mit den dunklen Glutaugen hatte etwas un­gemein Anziehendes. Der volle Mund war tiefrot und wenn sie lachte, zeigte sie zwei Reihen blendend weißer Zähne. Unter den Augen und an der Nasen­wurzel hatte sie einige Sommersprossen, bte ihrem Gesicht etwas Keckes und Lustiges gaben.

Alles in allem eine kleine, rote, verteufelt hübsche Hexe!" faßte Axel sein Urteil zusammen

Sigrid hatte inzwischen zwei Gedecke aufgelegt und machte sich nun an der Teemaschine zu schassen.

Jutta legte wie selbstverständlich eine Hand aus Axels Arm. Sie ließ sich von ihm zum Tisch führen, nahm dicht neben ihm Platz und überhäufte chn sofort mit einem Schwoll mehr ober weniger naioer Fragen über feine Romane.

Arel gab geduldig Auskunft; aber ferne Ant- warten waren humoristtsch gefärbt und leicht ironi­sierend, so daß Jutta und vor allem ihr Vater aus w. dem Lachen nicht herauskamen.

Sigrid war hie «nzrgtz die a» dieser Heiterkeit