Sie Ll-Voole Deutschlands gefährlichste Waffe"
//
an ditz Hängebank.
Langsam hebt sich die Schale zu Tage. Di- Glocke schmettert im sumpfigen Schacht läutet, die Schiebetüren werden weggezogen, die drei Aber am härtesten ift bie Arbeit vor der Kohle, Böden des Förderkorbes leeren und füllen sich mit vor Ort, wie sie es nennen. Hier ist die vorderste Männern. Auf der einen Seite steigen die Männer Linie des Kampfes, den der Bergmann gegen die aus, die ihre Schicht, ihre Nachtschicht, verfahren vier Elemente zu führen hat; hier vollzieht sich haben, auf der anderen Seite nehmen die Begin, l Stunde um Stunde ein verbissenes Rmgen gegen
Grubenfeld mit seinen Gängen und Kanälen uich mit jenem schwarzen Hort, ohne den sie unb dis Welt nicht loben können.
*
Im Mittelmeer versenkte ein italienisches U-Boot einen feindlichen Transporter von 18 000 BRT, der von Zerstörern begleitet war, durch zwei Torpedotreffer.
Zu Ehren des scheidenden deutschen Botschafters Eugen O t t gaben der Tenno und die Kaiserin eine« Empfang, an dem auch Außenminister Tani teil- nahm. Der Tenno und die Kaiserin sprachen Botschafter Ott herzliche Worte der Anerkennung für die hervorragenden Verdienste aus, die er sich um die Beziehungen beider Länder erworben hat.
*
Der französische Ministerrat hat beschlossen, dis französische Staatsangehörigkeit abzuerkennen deut General Nogues, Generalqouoerneur Chatel, General Quin, Botschafter Peyrouton, Konteradmiral Delaye, Major Arzur, Bankdirektor Pose und dem Industriellen Lemaigre-Dubreuil.
Qn Bagdad ist ein Vertreter der Sowjetunion eingetroffen, um mit der irakischen Regierung Verhandlungen über die Aufnahme der diplomatische« Beziehungen zwischen der Sowjetunion und dem Irak zu führen. Es heißt, daß er in der gleiche« Mission nach Aegypten Weiterreisen wird.
kein Laut und kein Sonnenstrahl von oben dringt. Hart, erbarmungslos, von Gefahren umwittert ist ihre Arbeit. Der eine rutscht auf den Knien und bohrt und keilt die Kohle herein, der andere schippt sie auf das laufende Förderband oder die schüttelnde Rutsche, der dritte baut mit Stempeln und Unterzügen aus, oder jener steht auf einer Handbreit Boden an der Hängebank, zieht die Wagen ab, stößt die entleerten auf, und tief unter ihm gähnt die drohende Teufe. Ein Fehltritt, und er liegt zer-
Qm Haus der Flieger in Berlin fand auf Einladung der „Zentrale freies Indien" eine Kund» gebuna anläßlich des indischen Unabhängigkeitstages unter dem Vorsitz des indischen Freiheitsführers und ehemaligen Präsidenten des Allindischen National- kongresses, Subhas Chandra Bose, statt. Man sah Vertreter Italiens, Japans, Manüschukuos, Thailands und der Slowakei sowie Persönlichkeiten aus Partei, Staat und Wehrmacht.
worden. Bei dieser Wanderung waren über 2000 km zurückzulegen, was viele Monate in Anspruch nahm. Daher sind Tausende Stück Vieh infolge Wasfer- und Nahrungsmangels zugrunde gegangen. Aus Queensland werden weitere Zehntausende von Rindern und Schafen Entfernt. Man will damit verhindern, daß die Japaner im Falle einer Landung auf dem australischen Kontinent in der Nähe der Küste Lebensmittel oorfinden.
General Alexander an die Stelle Eisrnhowers?
Rom, 26. Ian. (Europapreß.) Ein scharfer gaullistisch-englischer Feldzug gegen den Nordamerika- nischen Obertommandierenden in Nordafrita, General Eisenhower, ist in vollem Gange, berichtet der italienische Rundfunk. So soll der gaullistische Sender Brazzaville (in Französisch-Kongo) offen davon gesprochen haben, welche Mißstimmung die politischen Treibereien Eisenhowers in Nordafrika hervorgerufen haben. Hierbei habe der Sender vorgeschlagen, daß Eisenhower durch einen weniger politischen und mehr mllitärischen General ersetzt werde. Nach einer Meldung von „United Preß" soll der englische Kandidat für den Posten Eisen- Howers der Oberkommandierende im Nahen Osten, General Alexander, sein.
Kommunisten als Brandstifler in den Kautschukplantagen Brasiliens.
Rom, 26.Ian. (Europapreß.) In den Kautschukplantagen des brasilianischen Staates Amazonas stehen seit einigen Tagen zahlreiche Kautschukplantagen in Brand. Der Schaden trifft neben den brasilianischen Pflanzern besonders auch d i e USA;-Regierung, die sich die Kautschukerzeugung Brasiliens gesichert hat. Die Urheber der Brände sind Kommunisten. Diese geben sich in Rio de Janeiro, Sao Paulo und den übrigen größeren Städten als Ueber-Nationalisten aus, während sie in den inneren Staaten zum Terror übergegangen sind. Die Regierungen der einzelnen brasilianischen Bundesstaaten können wegen ves Bündnisses mit der Sowjetunion energische Maßnahmen nicht ergreifen. ■ ___________________________________________
gefordert werden. Dieses Hartsem ist der Inbegriff aller soldatischen Tugend — in ihm muß sich in einem solchen großen Ringen, wie wir Deutsche es jetzt zu bestehen haben, auch der feste Wille des ganzen Volkes verkörpern.
Keine andere Nation hat im Laufe ihrer Geschichte so viel Schweres zu bestehen gehabt wie die unsere. In all diesen Prüfungen und durch die ge- schichUichen Lehren, die wir dabei erfahren haben, haben wir einen festen Bestand an innerer Härte in diesem Krieg mit auf den Weg bekommen. Auch das Schicksalsgeschenk des so raschen und entscheidenden Siegeslaufes unserer Wehrmacht in West und Ost hat uns im Herzen nicht schwach werden lassen; wir ahnten in jeder dieser Stunden, daß eine so große geschichtliche Entscheidung, eine solche Umwälzung, wie sie sich in unserem Zeitalter vollzieht, uns nicht zu schnell geschenkt werden würde, sondern daß wir sie uns schließlich doch schwe r und ernst erringen müßten. Dieses Wissen hat uns hart erhalten. Wir wollen dafür dankbar fein; denn nur wer hart ist, ist stark, und nur wer stark ist, kann in diesem größten Ringen aller Weltgewalten siegreich bleiben.
Das Hartsein ist aber auch der Schutzwall für die seelischen Kräfte des Volkes, und diesen festen Panzer weiter zu d er ft arten, das soll der feste Entschluß fein, den wir gerade in den gegenwärtigen Tagen und Wochen fassen wollen. Ein Entschluß, der jeden einzelnen und für sich angeht, weil er eine Sache des Charakters ist. Ein Entschluß freilich, der sich auch nach außen tunbtut; denn
Kampf im Schoß der Erde.
Von Alfred Petto.
Mit dem ersten der Frühzüge, die -von beiden Talseiten anrollen und auf dem Bahnhof halten, kommt für Minutenlänge Getrappel und Gelaufe in die Dorfstrahen. Scharen von Männern ziehen vom Bahnhof, strömen in die Dorfmitte und biegen in die Hauptstraße ein. Auch von den Feldwegen hüben und drüben kommen sie angewandert, manche fahren auf Rädern und schlängeln sich durch den Strom der Gehenden. Und jetzt öffnen sich an den kleinen Häusern die Türen, Männer treten heraus, gesellen sich zueinander, bald ist es ein unübersehbarer Strom von Gehenden und Fahrenden; das .Knallen der genagelten Schuhe, das Klirren der Stecken erfüllt die engen Straßen. Sie alle bemegen sich zur Grube hin, die sich weit draußen zwischen Dorf und Wald hoch über dem Tal auf einer Berg- nafe erhebt. '
und hier l einem ewig gleichen ziehen sie die Kleider aus , .,
an; sie lassen die an langer Kette bis zur hohen Saaldecke hinaufgezogenen Rollen herab, hängen Hemd, Hose, Rock und Schuhe in die vier Haken und ziehen sie wieder zur Decke hinauf. In der Lennpenbude nebenan empfangen sie ihr Geleucht, mit brennenden Lichtern geht es danach in den Verlesesaal. Hier ruft der Steiger die Namen seiner Abteilung auf, dann lüpft er den Hut, seine Leute folgen seinem Beispiel, stumm und wie betend verharren sie kurze Weile. Und jetzt begeben sie sich über das vieloerzweigte Gestänge zur Schachthalle,
Bereinigten Staaten vor allem ein Gleichgewicht zwischen dem Atlantischen und dem Pazifischen Kriegsschauplatz wünschen, während China alle Offensivkräfte nach dem Pazifik und die Sowjetunion nach dem Atlantik geleitet haben mochte. Aus diesem Grund liehe sich in einem solchen Kriegsrat kaum eine geeignete 11 eher - einftimmung herstellen. United Preß hebt dann hervor, daß die „unterrichtete Stelle (in London) „in einer höchst engen Verknüpfung der briti- scheu und amerikanischen Kriegspläne das Hauptproblem sieht", wobei diese Strategie, soweit als möglich, auch auf die Sowjetfront abgestimmt werden müsse.
Auch Meldungen aus Washington bestätigen, daß es über den Plan eines Dierer-Kriegsrates zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten gekommen ist, die so weit gingen, daß die Veröffentlichung eines Abschluß-KommuniquSs hin aus gezögert werden mußte, da der Sowjet-Botschafter namens feiner Regierung die britisch-amerikanischen Vorschläge von der Annahme bestimmter politischer Forderungen abhängig machte. Er forderte auch die Einräumung des Postens eines militärischen Beraters für einen Sowjetoffizier im Falle der Schaffung eines ge- meinfomen britifch-norbamerikanischen Oberkommandos. Die Hauptschwierigkeiten ergaben sich jedoch, als der Sowjetvertreter den Anspruch Moskaus auf die politische Führung in Europa für die Nachkriegszeit anmeldete. Diese politischen Divergenzen, so erklärt man in Wafhing- ton, würden zur Folge halben, daß ein Vorsitz Roosevelts in Dem geplanten „Rat der Vereinigten Nationen" nur eine formale Bedeutung hätte. Ein weiterer Hauptpunkt der Beratungen war die sich ständig verschlechternde Transportlage. Alte trategischen Pläne für 1943 hingen in der Luft, olange es nicht gelinge, der U-Bootgefahr Herr zu werden.
Verschwendung von Arbeitskräften in den USA.
Genf, 26. Jan. (DNB.) In „The American Magazine" bezeichnet Senator Byrd die Verschwendung von Geld und Arbeitskräften in den Vereinigten Staaten als skandalös. Dieser Skandal habe sich zu einer ausgesprochenen Krise ausgewachsen. In vielen Fällen verrotte die Ernte auf den Feldern; doch feien viele Regierungsangestellte den halben Tag damit beschäftigt, Zeitschriften und Bücher zu lesen. Die Munitionsfabriken riefen vergeblich nach weiblichen Arbeitskräften, während von der Regierung beschäftigte Stenotypistinnen an ihren Schreibmaschinen säßen und Kreuzworträtsel lösten. Bei der kommenden Budgetberatung werde er den Abbau nicht notwendiger behördlicher Stellen mit aller Kraft betreiben.
Riesige Viehwanderung in Australien.
Mailand, 26. Ian. (Europapreß.) Eine riesige Viehwanderung ist jetzt in Australien durchgeführt
n end en die verlassenen Plätze ein, jedesmal ihrer zehn. Rasch leeren und füllen sich die drei Stockwerke. Die Männer lehnen sich gegen die Drahtwand des Korbs (oder der Schale, wie er hierzulande heißt), in der einen Hand halten sie die Lampe, in der anderen den Meterstock. Die Türen schließen sich, der Riegel fällt vor die Stütze, der Signalgeber läutet viermal mit der Glocke. ..Glückauf!" murmelt er. Drüben im Maschinenhaus löst der Fördermaschinist den Hebel, so daß die Schale fällt. Langsam, bann rascher gleitet sie den tiefen Schacht hinab, das Licht des Tages erstirbt, oie Lampen beginnen au leuchten. Schweigend stehen die Männer im sausenden Korb.
Sie versinken aus der Welt des Tages und der Sonne in den nächtigen Schoß der Erde. Am Füllort hält die Schale, die Männer verlassen die drei Stockwerke, wandern durch die vielverästelten Schläge und Strecken an ihre Arbeit, der eine hierhin, der andere dorthin: an die Abbaustellen der Kohle, an die Förderung, die Maschinen, Waaen, Lokomotiven, in die Werkstätten und Schächte. Und bald hebt auch ihre Arbeit an, nimmt den Umtrieb von der Nacht auf und steigert ihn. Ohne Rast und Ruhe drängt sie vorwärts, ein Rad greift ins andere, ein jeder ist ein Teil des Ganzen. Wie abge«. sondert, abgeschieden von der Welt leben die hundert und aber hundert Menschen in den Eingeweiden der Erde, in einem unentrinnbaren Verlies, wohin
harter werden heißt, eine Stufe hoher steigen Über die kleinen Dinge des Lebens, heißt Verzicht und Opfer, heißt vieles von sich selbst vergessen und in Einsatz und Schaffen über das Maß dessen hinauswachsen, was bisher als Grenze erschien!
Das zu lernen: durch Schweres stets harter zu werden, das scheint mir die höchste und stolzeste Bewährung jedes deutschen Mannes, jeder deutschen Frau zu fein, und ich glaube, daß auch dieses Können schließlich in der Waagschale der Entscheidung einen bedeutungsvollen Ausschlag für den Sieg Des deutschen Volkes im größten Lebenskämpfe feiner Geschichte geben wird.
Gin Frankfurter Ritterkreuzträger.
Berlin, 26.Ian. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Haupt- mann Hans Uhl, Dataillonsführer in einem ©re* nadier-Regiment. Am 25. August 1916 als Sohn eines Lokomotivführers in Frankfurt a. UJi. geboren, warf er einen mit starken Infanterie-Kraften und zahlreichen Panzern im Raum von Rfchew örtlich eingebrochenen Gegner wieder zurück und vernichtete dabei selbst zwei schwere Panzer im Nah kämpf. Hauptmann Uhl trat nach Erlangung des Reifezeugnisses an der Nationalpo- Mischen Erziehungsanstalt Oranienstein 1936 als Fahnenjunker in das I. R. 87 ein. 1938 wurde er Leutnant im I. R. 106 und 1942 Hauptmann.
nicht auf bestimmte w ,
anosen festlegen. Obwohl die Bundesräte, an deren Spitze im Jahre 1943 der kürzlich von der Bundesversammlung gewählte Vorsteher des Post- und Eisenbahndepartements, der Tesiiner Enrico Ce-
finden.
Doch die BundesreAerung schweigt; sie will sich nicht auf bestimmte Neuordnungspläne und Pro-
Mann hinter Mann betreten fle das Zechenhaus, läuft ihr Tagewerk an, ihre Schicht, in ig gleichen Wechsel: in der Waschkaue und die Schafskleider
Alarm in der Tierwelt.
Die Tiere, die in der Gemeinschaft leben, haben eine Methode ausgebildet, ihre Gefährten bei Gefahn zu warnen. Wenn sich jemand einer Fuchshöhl« nähert, vor der die Jungen spielen, stößt der aü< Fuchs, der sie bewacht, sobald er die Gefahr bemerkt, regelmäßige Töne aus, die etwa wie die eine? Trompete klingen. Die Füchsin schlägt zweimal mü einer Vorderpfote auf den harten Boden, und soson verschwinden die Kleinen in der Höhle.
Ein ähnlicher Signaldienst ist bei den Bibern i® Gebrauch. Kaum ist irgend etwas Verdächtiges z» bemerken, so schlägt eins der älteren Tiere mü seinem flachen Schwanz auf das Wasser, und diese? Ton ist das Zeichen für alle anderen, unverzüalick unterzutauchen und in ihrem starken Bau Zufluch! zu suchen.
Auch bei dem Präriehund, der noch in den Staaten von Mittelamerika lebt, kann man gleiches beobachten. Dieses Tier, das zu der Familie der Murmel! tiere gehört, gräbt sich feine Wohnung tief in du Erde und lebt von Pflanzen. Rings um die Höhlen werden kleine Hunde verteilt, die die Aufgabe haben, Wachtposten zu fein, während die ganze Schar ruhis weidet. Bemerken die Wächter etwas Ungewöh«- liches, so stößt derjenige, der es zuerst wahrnimnü, ein scharfes, aber leises Gebell aus, das unverzüglich von den anberen Posten aufgenommen und wiederholt wird. Mit einem Schlage entvölkert sich du ganze Prärie, alle Tiere find in ihren Höhlen verschwunden.
Der Mufflon von Korsika und andere Wlldtiecr der Berggegenden sind gewöhnlich sehr scheu uill wachsam. Auch wenn die Herde auf den unzugaE lichsten Höhen weidet, ist eins der alten Tiere auf dem höchsten Gipfel als Wache ausgestellt. Sie ge» ringfte Gefahrdrohung wird von diesem signalisieri, indem es den Boden mit den Füßen stampft, uw sofort verläßt die Herde die Weide und zerfrreuLW
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Zürich, Januar 1943.
Wenn man die schweizerische Politik im vierten Kriegswinter nach ihren äußeren Erscheinungen und sichtbaren Ergebnissen beurteilt, so bewegt sie sich nach wie vor im Rahmen der traditionellen Grundsätze: Neutralität nach außen, Aufrechterhaltung der liberal-demokratischen Einrichtungen, soweit es die triegslbebingten Erfordernifse zulassen, Zurückhaltung gegenüber allen ausländischen Reformbestrebungen. Die Anpassung an das Klima des Krieges geschieht nur zögernd und schrittweise, vielfach nur unter dem Druck unabänderlicher Tatsachen. Immerhin kann gesagt werden, baß beispielsweise die Entwicklung auf dem Gebiete der planwirtschaftlichen Lenkung der Produktion, des Handels und des Verbrauchs heute viel weiter fortgeschritten ist als vor einem Jahr. Irn allgemeinen läßt man aber die Dinge an sich herankorn- men und verzichtet auf jeden Versuch, schon jetzt ein großzügiges Programm auf weite Sicht vorzubereiten, das mit der kommenden Neuordnung Europas üb er einstimmen würde.
So sehr sich die Schweiz bemüht, bas insulare Dasein eines vom Kriege nicht direkt berührten Landes möglichst lange weiterzuführen, zweifelt niemand daran, daß in Zukunft „sehr vieles anders werden wird". Um so größer ist der Wirrwarr der Meinungen über die Einzelheiten der kommenden Neugestaltung des staatlichen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens. Ein Fülle von Vorschlägen wirbt um die Gunst des Schweizervoltes. Man sucht übereifrig nach „schweizerischen Lösungen" der umstrittenen Probleme. Als ob ein kleines Land mit etwas mehr als 4,2 Millionen Einwohnern feinen eigenen Weg gehen könnte, wenn sich die übrigen Völker des Kontinents zum gemeinsamen Werk des europäischen Neuaufbaues zusammen-
Schweizer Sorgen im vierten Kriegswnner
Von unserem Dr. S.-Berichterstatter.
die unnachgiebige Brust der lagernden Kohle, hier liegt eine fast unerträgliche Hitze unter der niederen Firste, hier g'cht es meist kein Aufrechtstehen, hier schwebt der hangende Fels über dem Leben der Männer.
Die Arbeit vor der Kohle ist Sinn und Ziel des ganzen riesenhaften Getriebes, ist seine Erfüllung. Vor Ort klingen die Eisen und Pickel, rattert der bohrende Hammer, knirscht die fressende Schrämmaschine, vor Ort bricht die Kohle herein, wird für die Welt der kostbare schwarze Stein gewonnen, dem trächtige Urweltkräfte innewohnen. Hier arbeiten die Hauer, keiner ist von dem anderen zu unter, scheiden, ein jeder nackte, schweißige Brust, Hose und Schuhe und kohlegeschwärztes Gesicht, aus dem das Weiß der Augäpfel gespenstisch leuchtet, ein jeder Faust und Arm, Kraft und Geschicklichkeit.
Das andere sind die Schlepper. Sie schippen die Kohle auf die laufenden Bänder, laden sie in die Förderwagen aus. Auch ihr Tun ist ein ewiger Kreislauf. Und jetzt kommen die anderen, sie fahren die Kohlenzüge zum Füllort am Schacht. Hier stehen die Anschläger, bereit, die gefüllten Wagen auf den Förderkorb aufzustoßen und die leeren, die von oben kommen, abzuziehen.
Vor der Kohle aber verläuft die vorderste Front. Das andere alles ist Vorrichtung, Anmarsch, Nachschub, Abtransport und Versorgung, ist nur das sichernde und nachrückende Hinterland, die Etappe.
Nach draußen aber bringt kein Laut von alledem. Die Welt vernimmt nicht die aber tausend Hammerschläge, das Dröhnen der Schüsse, das Donnern der niedersausenden Schalen, das Gepolter der beladenen Köhlenzüge in den Strecken, das Keuchen der Maschinen, den Pulsschlag der Arbeit im dunklen Schoß der (Erbe. Die Menschen über Tage sehen nur die Seilscheiben am Fördergerüst, die sich lautlos gegeneinander drehen, und die laufenben För- derwagsn, die ihre also hereingewonnene schwarze Beute in die wartenden Eisenbahnzüge entleeren. Die Menschen über Tage gehen über die^ weichen Waldpfade und schreiten hinter dem Pflua, sie wohnen in ihren Häusern und mähen das Korn, aber fchon unter ihren Fußsohlen beginnt das weite
Kleine politische Nachrichten.
Dr. Alfred Teves, Wehrwirtschaftsführer und Kal. Bulgarischer Generalkonsul, Betriebsführer deö Maschinen- und Armaturenfabrik Alfred Toves, Komm.-Ges. in Frankfurt a.M., begeht seinen 75. Geburtstag.
Stockholm, 26.Ian. (DNB.) Der Londoner Korrespondent von „Daaens Nyheter" stellt fest, daß nach Auffassung englischer Sachverständigen die U-Boote die gefährlichste Waffe Deutschlands im augenblicklichen Kriegsabschnitt seien. Die Bekämpfung der Unterseeboote fei daher bas Hauptproblem der Achsengegner. Der „Manchester Guardian" erhebt die Forderung nach einem Ausschuß für die Bekämpfung der Unterseeboote^ mit Churchill als Vorsitzendem. Die „Daily Mail" er- innert daran, daß bei Beginn des Krieges in England vielfach die Meinung vertreten worden fei, daß Unterseeboote bei den vorhandenen Abwehr- -mitteln nicht mehr die Schiffahrt bedrohen könnten. Jetzt seien die Engländer eines Bessere n b e - lehrt worden. „Der gegenwärtige U-Boot-Krieg nimmt einen für die Demokratien völlig neuen Verlauf", stellt „Daily Mail" fest. Früher seien die Schiffsoersenkungs-ziffern von Monat zu Mo- hat zurückgegangen, während sie jetzt immer weiter anstiegen. Dieser Rhythmus drohe in eine Katastrophe für die Verbündeten auszuarten. Mit den größten Befürchtungen müsse man dem U-Boot- Krieg in den Frühjahrs- und Sommermonaten ent- gegensehen, wenn schon in den Wintermonaten so Diele Schiffe den U-Booten zum Opfer sielen. Das beunruhigendste fei die Erkenntnis, daß Deutschland offenbar in der taktischen und technischen Entwicklung der U-Boot-Waffe der von den Verbündeten angewandten Methode der U-Boot-Abwehr weit vorouseile.
Auch Churchills Reife im Schatten der Ü-Noot-Gefahr.
Von unserer Berliner Schriftleitung.
„New York Sun" sagt zu der Begegnung Chur- chill—Roosevelt: „Die zu erwartende Erklärung werde alle Streitfragen untergeordneter Art, wie die Rationierungsmahnahmen in den Vereinigten Staaten, ben Streit um Roosevelts neue Wirtschaftspolitik, also überhaupt die innenpolitischen Auseinandersetzungen in ben Hinterarund treten lassen." In Washington wird darauf hingearbeitet, die Popularität des Bräsidenten zu steigern und — sehr schön für die Apostel der Demokratie — den oppositionellen Kongreß im öffentlichen Ansehen l>erunterzudrücken.
In einem Bericht der amerikanischen Nachrichten- agentur United Preß aus London werden zuerst Kombinationen über das künftige englisch-amerikanische Oberkommando in Nordafrika aus- gesponnen. Dann aber heißt es: „Als Argument gegen einen Vierer-Kriegsrat führen unter- richtete Stellen (in London) an, daß er die Strategie im Atlantik und im Pazifik zu bestimmen hätte. Die Sowjetunion und Tfchungking- China könnten nicht als Vollmitglieder in diesem Rat sitzen, da Tschungking-China nicht im Atlantik und die Sowjetunion nicht im Pazifik interessiert sind." Weiter heißt es, d^aß England und die
(io, steht, gerade in der letzten Zeit häufig das Wort ergreifen, vermeiden sie eine präzise Stell lungnahme. In ihren Reden beschäftigen sich die Regierungsmitglieber vorwiegend mit den aktuellen Ausgaben der Innenpolitik. Und hier sind es ft. nanz- und preispolitische Fragen, die die Eidgenossen in erster Linie interessieren. Das Bundesbubget (orbentlicher und außerorbentlicher Haushalt) für das Jahr 1943 sieht einen Rekord, fehlbetrag von rund 1200 Millionen Franken vor (Einnahmen: 783 Millionen und Ausgaben 1986 Millionen); von ben Ausgaben entfallen allein 1480 Millionen auf triegsbebingte Aufwendungen (Verstärkung der Landesverteidigung, Aktivdienft, kriegswirtschaftliche Organisation). Ende 1942 de- trägt bie kriegsbedingte Bunbesschuld allein rund 4,5 Milliarden Franken, nachdem bereits 1,2 Mill liarden durch Steuern getilgt werden konnten. Um diese Schuld völlig abzutragen, muß der schweize. rische Steuerzahler mindestens 20 Iahre_ lang die bereits beschlossenen bzw. neuerdings erhöhten Ab. gaben (u.a. Wehrsteuer, Warenumsatzsteuer) ent. richten. Der von Churchill und Roosevelt angezell telte Krieg belastet das schweizerische Volk mit Steuern, deren Ausmaß beispielsweise weit höher ist als im ersten Weltkriege und in den olgenden Jahren. Damals blieb eine kriegsbedmgk Bunbesschuld von „nur" 1,2 Milliarden zurück, die in 17 Jahren getilgt wurde.
Der steuerliche Druck, der vom Winter 1942/43 an seinen Höhepunkt erreicht, wirkt sich um so empfindlicher aus, als die Preise für die lebens» wichtigen Verbrauchsgüter weiter ansteigen und da. mit ein ständig wachsender Anteil der Einkommen der Teuerung zum Opfer fällt. Symptomatisch ist die kürzliche Erhöhung des Fleischpreises um 30 Rappen je Kilogramm. Handelt es sich um überseeische Erzeugnisse, so erschweren die außerorbent» lich hohen Beförberungskosten alle Bemühungen, das Preisgebäude in Okbnung zu bringen. Frachh Umschlagswesen und Versicherungsbeiträge für ein- zelne Importgüter betragen insgesamt bis zu 320 v. H. des Kaufpreises! Die fortschreitende Teuerung vermindert zwangsläufig bie Kaufkraft des Fran- kens, obwohl bie Goldreserven der Nationalbant


