mb Anerkennung für diese hervorragende Bewäh- img aus.
Aus der Stadt Gießen.
Die an der Ostfront eingesetzten spanischen Jagdflieger konnten dieser Tage ihren 60. Luftsieg melden. Eine der spanischen Jagdstaffeln .rrang dieser Tage ihren 33. Abschllß.
*
Der Leiter der französischen Dolkspartei, Jacques Doriot, ist an die Ostfront abger-eift, um dort um Kampf gegen den Bolschewismus wieder aktiv eilzunehmen.
Die römische Presse gibt die Verleihung des Ilnunziatenordens an den Kammerpräsidenten Dino Ar and i betaimt Er war von 1929 bis 1932 Außenminister und von 1932 bis 1939 Botschafter :n London. 1939 wurde er Iustizminister und. Kammerpräsident, welch letzteren Posten er noch nnehat. Graf Grandi ist 47 Iahte alt.
Anläßlich der Wiederkehr des Tages der Be- sreiung der spanischen Hauptstadt von der bolsche- oistischen Herrschaft hat die Stadtverwaltung dem Staatschef General Franco die erste goldene Medaille der Stadt verliehen.
Generalleutnant Pownall wurde Oberkomman« Gierender der britischen Truppen in Iran und im traf als Nachfolger General Wilsons, der zum Oberkommondierenden der Streitkräfte im Mittle- ren Osten bestimmt wurde. Pownall war zuletzt Befehlshaber der britischen Streitkräfte auf Ceylon.
Kunst und Wissenschast.
Zum 65. Geburtstag Felix Genzmers.
Wenn wir uns heute als Laien ein einigermaßen nchtiaes Bild der Götterlieder und Spruchdichtung der Edda machen können, so verdanken mir das in erster Linie Felix G e n z m e r, der diese nythendunklen Dichtungen in jeder Weise vorbild- !ich verdeutscht hat. Genzmer war bereits Ministerialrat im Preußischen Innenministerium, als er 1920 sich in Rostock als ordentlicher Professor für öffentliches Recht niederließ. Nebenher beschäftigte ir sich mit germanistischen Studien. Besonders die alle Skaldendichtung zog ihn an, seine zweibändige Ma-Ausgabe machte bald seinen Namen in aller Welt berühmt. Manche Stucke der Edda, z. B. die Götterlieder, sind schlecht überliefert und stellen so ten Herausgeber vor schmierige philologische Fragen. Genzmers sorgfältige Textbehandlung verdient, biß sein FachkolleHe Professor Dr. Neckel einmal schrieb, „die Berücksichtigung auch des Forschers, und ler Laie darf ihr trauen". Felix Genzmer ist nun icht pur ein guter Kenner des nordisch-germanischen Kulturkreises, sondern auch ein Dichter im Sinne eines Simrock oder Uhland, dem die je- veils treffendsten Worte zuströmen. Im Ersten Band t ringt Genzmer die Held end ichtung, im zrneiten die Götter- und Spruchdichtung. Wer sich einmal in liefe alten oolksgemäßen Schätze unserer Ber- cangenheit vertieft hat, muß spüren, welche Werte i Genzmers Arbeit uns zum erstenwal in dieser klassischen Form erschloß. Er leistete die Uebertratzung ,fo vollkommen wie kein Berdeutscher vor ihm" i iReckel). Genzmer ist geborener W^stpreuße, be- I luchte das Ioachimsthaler Gymnasium itz Berlin und fie Universitäten Berlin und Marburg, mar dann Regierungs-Assessor in der preußischen Verwaltung, nachte den Weltkrieg beim schlesischen Landwehr- !orps mit, mürbe 1919 Referent im preußischen Innenministerium, 1920 Ordinarius für öffentliches Recht in Rostock, kam 1922 nach Marburg, rno er 1928 das Rektoramt bekleidete. Seit 1934 lehrt
• Genzmer an der Universität Tübingen.
Die „Goldene Sfabf* in Schweden.
Die Ufa feierte mit ihrem Film „Die Goldene Stadt", der in Stockholm aufgeführt rnurde, tinen Triumph, wie ihn das deutsche Filmschaffen 'eit Jahren in Schweden nicht erlebt hat. Der Bei- 1 all galt nicht nur der Darstellerin Kristina S ö - hrbaum und dem Regisseur Veit Harlan, die i leide zugegen warey, sondern auch der Farbe, wie fie durch das neue Agsa-Color-Verfahren zum ersten- : nal vor schwedisches Publikum trat. So schreibt • .Daaens Nyheter", daß hier zum erstenmal ein Spielfilm sei, wo die Farbe dein Film besondere innere Werte gibt. „Svenska Dagbladet" erklärt, laß dieser deutsche Farbfilm wohl über alles hinaus- !iei)e, was man an amerikanischen Farbfilmen ge- lehen habe. Das deutsche Agfa-Color-Derfahren gebe nicht nur schöne milde Farben, es verleihe auch dem Farbwert eine Klarheit und Durchsichtigkeit, wie ! man sie früher nicht gesehen habe. „Nya Dagligt ■ Mehanda" sagt, daß die Deutschen nicht denselben j retten Este kchascher eien anheimfallen wie die 2Ime= ' Ttfoner, sondern sich an ruhige und harmonierende
Farbskalen halten. _______
Oas Nätsel des Vogelzuges.
Die großen Rätsel, die der Vogelzug uns aufgibt, haben Die Menschen schon seit dem Altertum beschäftigt, aber erst in unserer Zeit ist durch die systematische Forschungsarbeit namentlich deutscher Vogelwarten einiges Licht in dieses Geheimnis gekommen, wenn auch immer noch vieles ungeklärt bleibt. Im allgemeinen geht der Vogelzug so versteckt vor sich, daß sogar der Bauer, der den ganzen Tag über bei seiner^Arbeit auf dem Felde ist, die Vögel nicht kommen sieht. Auf einmal sind sie wieder da. Warum ziehen sie? Wie ziehen sie? Wie finden sie ihren Weg in die Winterquartiere und wieder zurück? Das sind die Fragen, die sich dem Menschen von jeher angesichts des Vogelzuges auf- gedrängt haben. Die erste bleibt schöpferisches Geheimnis wie alle Lebensvorgänge, nur auf die Erforschung des näheren Anlasses zum Zug und der Art seiner Durchführung kann die Wissenschaft sich beschränken.
Dabei hat sich herausgestellt, daß das Problem der Wanderwege unserer Zugvögel viel verwickelter ist, als man ursprünglich angenommen hat. Durch die umfassenden Beringungsoersuche ließ sich feststellen, daß tatsächlich viele Zugvögel jahraus, jahrein zu ihren alten Brutplätzen und Heimstätten zurückkehren, wie auch, daß sie alljährlich dieselben Wege ziehen. Es sind Voqelarten, bei denen die Jungen in Gesellschaft her Alten ziehen, von ihnen geleitet den Wanderzua kennenlernen, 1 der sich auf diese Weise in lebendiger Ueberlieferung durch die Jahrtausende erhalten hat. Wildgänse, Kraniche, Störche, Schwalben gehören zu diesen Arten. Bei den Wildgänsen, die in Zoologischen Gärten gezogen werden, ziehen die Jungen im Herbst nicht fort, wenn die Alten flugunfähig sind. Die jungen Tiere werden zur Zugzeit zwar unruhig, unternehmen auch weitere Flüge, von denen sie aber doch wieder zu den Eltern zurückkehren, ein Beweis dafür, daß sie beim Zug auf die Führung der Eltern angewiesen sind.
Anderseits ist einwandfrei beobachtet morden, daß Iungstörche auch allein, ohne die Alten oder vöT ihnen ziehen, und bei einer ganzen Reihe von Vogelarten ist dies die Regel. Wie finden diese nun ihren Weg, und mas treibt sie zum Aufbruch? Erst die Zusammenarbeit zmischen den Vogelmarten und dem wissenschaftlichen Wetterdienst hat hier einiges Licht in die Frage bringen können. Daß derselbe Stamm und das einzelne Individuum in verschiedenen Jahren zu ganz verschiedenen Zeiten und auf verschiedenen Wegen ziehen kann, wird jedes Jahr um diese Zeit aufs schmerzlichste von vielen Jägern erfahren, die auf dem Schnepfenstrich vergeblich auf das Eintreffen des „Vogels mit dem langen Gesicht" waren. Wenn eine Gegend in einem Jahr einen reichen Schnepfensegen gehabt hat, bleibt dafür der Vogel im nächsten Jahr vielleicht ganz aus, weil er einen anderen Weg genommen hat. Ein Vergleich der täglichen Wetterkarten mit den Zugkurven der Vögel hat den nahen Zusammenhang zwischen beiden ergeben. Die Luftdruckoerteilung und ihre nächste Folge, die Winde, haben wesentlichen Einfluß auf die Zugrichtung vieler kleiner Vogelarten, und nicht nur auf die Richtung während des Fluges, sondern auch auf den Zeitpunkt ihres Aufbruches. Die Vorstöße der barometrischen Hochdruckgebiete von Norden und Nordosten nach Mittel- und Südeuropa werden von vielen Forschern für den Beginn des Herbstzuges verantwortlich gemacht, wie umgekehrt die Vorstöße des südwestlich von Europa gelegenen Hochdruckgebietes für den Anfang der Frühjahrswanderung. Eine wesentliche Luftdruckverteilung, die unregelmäßiges Wetter mit sich bringt, verursacht auch Unregelmäßigkeiten im Vogelflug. Wie man an dem unruhigen Verhalten, zuweilen sogar an der Erkrankung gefangener Vögel zur Zeit des Zugbeginns feststellen konnte, hängt das Erwachen des Zugtriebes aber auch mit inneren Ursachen, mit der Brunst und Mauser zusammen. Manche Forscher gehen indessen soweit, den Luftdruckverhältnissen einen .Einfluß auf das frühere und spätere Eintreten dieser physiologischen Veränderungen einzuräumen.
Das Problem des Vogelfluges wird noch dadurch erschwert, daß die Richtung keineswegs immer so gradlinig verläuft, wie wir meistens annehmen. Ein so guter Kenner wie Professor I. Thienemann, der langjährige Leiter der Vogelwarte Rossitten, hat in seinem Buch „Rossitten" geradezu von dem „geheimen Vogelzua" neben dem offenen gesprochen. ,Zm Frühjahr finden sehr oft Massenrückzüge der Vögel nach Süden statt. Früher freute ich mich bann, denn ich glaubte, die Vogelfcharen müßten nochmals vorüberkommen. Weit gefehlt! Die Zugzeit geht vorüber, es vft ungünstiges Wetter,. und kein einziger Voael kommt durch. Wo sind nun diese Scharen aeblieben?" Ebenso ist es, wenn
3m Zeichen des Frühlings.
Zehn naturgeschützte pflanzen zur 7. Zieichsstraßensammlung (ri./28.M<irz).
Auch der vergangene Kriegswinter hat dem deutschen Volke wieder schwerste Lasten auferlegt. Aber die Kraft der Gemeinschaft hat sich bewährt, an der Front wie in der Heimat. ,Wir spüren sie im gewaltigen Rhythmus kreisender Maschinen, an denen unendliche Reihen tapferer deutscher Frauen werken, wir fühlen sie aber auch in dem oieltauseird- ftimmigen frohen Lachen der Kinder, die wohlbebü- tet in den blitzsauberen Kindergärten und Horten der NSV. dem Abend entgegenwarten, da ihre Mütter sie wieder abholen. Wir sehen diese Kraft der Gemeinschaft auch in den zahlteichen Lagern der Kin- derlandVerschickung, in den Müttererholungsheimen und in dem hilfsbereiten Zupacken deutscher Schwestern, die dem Schutze und der Gesundheit unserer Mittler und Kinder dienen. Ein Volk, das solch hohen Geist zeigt, wird sich durch alle Engpässe hindurchkämpfen bis zum Sieg. Alle diese Kräfte sind wie ein immerwährender befruchtender Frühlings- Hauch, der durch das ganze Volk geht und die Herzen stärkt.
Die 7. Reichsstraßensammlung im Kriegswinterhilfswerk 1942/43, die am 27. und 28. März von den Angehörigen der Deutschen Arbeitsfront durchgeführt wird, wird erneut Zeugnis ablegen von der Entschlossenheit des ganzen deutschen Volkes, alle Kräfte in der Heimat einzufetzen zum Schutze der Gemeinschaft und zum Wohle aller, die einen helfenden Arm brauchen. Diese Sammlung ftebt im Zeichen des Frühlings. Millionen bunter Blüten werden uns überschütten. Wir finden sie alle, die Blumen, die mir lieben: Enzian und Edelweiß, Trollblume und Narzisse, Leberblümchen und Seidelbast, Wonisröschen und Märzenbecher, Türkenbund und Seerose. Es sind durchweg Pflanzen, die durch Naturschutzgesetz ganz oder teilweise geschützt sind.
Um die Herstellung der Abzeichen bat sich die deutsche Kunstblumenindustrie in Sachsen und im Gau Sudetenland verdient gemacht. Es sind ihr damit liebliche Wunderwerke gelungen, die in bezug auf Natur treue kaum zu übertreffen sind. Man staunt, wie schnell solch ein Pflänzchen ans Tageslicht kommt. Die Grundform der Blüte wird aus buntem Papier gestanzt. Winke Hände befestigen dann die Staubfäden, andere wieder die Blätter, und gewissermaßen im Handumdrehen ist die Blume fertig. Sie erhält dann noch — um sie dauerhafter zu machen — einen Ueberzug aus Paraffin, und mm kann sie, in Kartons verpackt, ihre Reise in die
deutschen Gaue antreten und kann Freude und Frühling in die Herzen bringen.
So wird das kommende Wochenende bunt und farbenfroh werden, und es wird darüber hinaus wieder ein Bekenntnis zur unzerstörbaren Änheit unseres Volkes sein, das feinen ganzen Stolz daran« fetzt, feinen Kämpfern an der Front ebenbürtig zu fein.
Die DBF. sammelt
Die 7. Reichsstraßensammlung des ttriegs-lllhW. 1942/43 wird am 27./2S.INärz von der DAA durchgeführt. Cs wird besonders daraus hingewiesen, daß nur am Samstag und Sonntag gesammelt werden darf.
„Kraft durch Freude" bringt eine Meitze von Veranstaltungen.
Die Reichsstraßensammlung am 27. und 28. März wird durch eine Serie von KdF.-Äeranstaltungen zugunsten des Kriegswinterhilfswerkes unterstützt. Diese Veranstaltungen geben Gelegenheit, neben der Freude und geistig-seelischen Erholung der Verbundenheit der Heimat mit der Front Ausdruck zu verleihen. U. a. werden folgende Veranstaltungen stattfinden: Am 26. März in L ich ein froher Bunter Abend mit Musik, Gesang und Humor. Am 27. März in Holzheim Theaterabend der Spielgemeinschaft Lang-Göns, in E b e r st a d t Konzert der Volksmusikgruppe Gambach. Am 28. März in Örüningen Theaterabend der Spielgemeinschaft Lang-Göns, in Allendorf (Lda.) Unterhaltungskonzert der Musikgi/uppe Rüddingshaujen, in Watzenborn-Steinberg froher Unterhaltungsabend mit Musik, Gesang und Humor, irr Gießen großer Bunter Abend mit Künstlern des Frankfurter Opernhauses.
In Gießen und Friedberg werden Voraussicht lich Filmveranstaltungen für unsere Kleinen mit den Filmen „Rotkäppchen" und „Reinecke Fuchs" laufen, über die Näheres im Anzeigenteil zu ersehen ist. In Gießen werden auf dem freien Platz gegenüber dem Stadttheater ein Kasperletheater, ein Karussell, ein Schießstand und ein Lukas aufgestellt. Auch das beliebte Eselreiten findet wieder statt.
Mögen alle diese Veranstaltungen dazu beitragen, die letzte Straßensammlung dieses Winters zu einem schönen Erfölg werden zu lassen.
dauernd ungünstiges Wetter im Frühjahr herrscht. Der Vogelbeobachter wartet und wartet, aber kein Vogel kommt. Die ganze Zugzeit geht vorüber, und man hat nichts gesehen. Die Vögel müssen dann unter anderen Bedingungen gezogen fein, als uns bekannt ist. Der Anreiz zum Zuge scheint sich im Vogel verschieden auszuwirken. Das eine Mal drängt sich alles auf bevorzugten Stellen zusammen, so daß der Zug sichtbar vor aller Augen vor sich geht, das andere Mal ziehen die Vögel vielleicht mehr zerstreut oder nur bei Nacht ohne einzufallen, oder höher als sonst, wir wissen es nicht, jedenfalls in einer Weise, daß sich die ganze Erscheinung mehr oder weniger der menschlichen Beobachtung entzieht. Das Bestimmende dabei scheint die Witterung zu sein. C. K.
Kür Tapferkeit vor 6em ßeinüe.
Der -Sturmmann Kurt Schnecko aus Gießen, Bismarckstraße 37, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.
Nachtragschaushalt für 1942.
Der Stellvertreter des Oberbürgermeisters, Bür- germeifter Dr. Hill, hatte die Ratsherren unserer Stadt am gestrigen Donnerstagnachmittag zu einer Sitzung geladen, in der eine Nachtragshaushaltssatzung und Nachtragshaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1942 zur Beratung stand. Bürgermeister Dr. Hill erläuterte bie Neufestsetzung des Nachtragshaushalts, der in den Ausgaben im ordentlichen Haushaltsplan auf 11433 919,70 RM. (gegenüber 11 113 919.70 RM.), im außerordentlichen Haushalt auf 864 400,— RM. (gegenüber 852 700,— RM.) festgesetzt wurde. Nach den Erläuterungen hat sich 8rie Entwicklung unserer städtischen Finanzen im Rahmen der Erwartungen, die zu Beginn des Rechnungsjahres gehegt wurden/ vollzogen. Voraussichtlich ist mit einem befriedigenden Abschluß der Haushaltsrechnung 1942 zu rechnen.
Verdunkelungszelt:
26. März von 19.44 bis 5.41 Uhr.
Krankenhauspflege für Mutter und Säugling.
Der Reichsarbeitsminister hat in einem Beschett» klargestellt, daß die Krankenkasse die Krankenhauspflege für Mutter und Säugling zu leisten hat. Die Krankenkasse, so heißt es in dem Bescheid, die für eine erkrankte versicherte Wöchnerin Ärankenhaus- pflege im ,Rahmen der Wochenhilfe oder als Krankenhilfe angeordnet hat, muß auch die Kosten der Verpflegung des Neugeborenen tragen. Die Verpflegungskosten des Neugeborenen fallen der Krankenkasse fernet zur Last, wenn die Wöchnerin nicht selbst bei einer Krankenkasse versichert ist, sondern Krankenhauspflege als Familienwochenhilfe oder Familienkrankenhilfe gewährt wird. Sieht in diesem Falle die Kassensatzung nur einen Zuschuß vor, so erhöht er sich für das Neugeborene. Entsprechendes gilt, wenn nicht die Wöchnerin selbst, sondern das Neugeborene erkrankt ist, die Wöchnerin aber zu seiner Stillung und Wartung mit, in das Krankenhaus aufgenommen werden mußte.
*
♦* Verhindert das Beschmieren von Hauswänd en und Straßen! Eine' Unart der Kinder ist es) mit Kreide, Steinen oder Buntstiften Hauswände und Straßen zu beschmieren. Diese Unart hat leider in der letzten Zeit wieder um sich gegriffen. Die Erziehungsberechtigten haben hier die Pflicht, einzuschreiten. Denn vielfach bleibt es nicht bei einer Verunzierung, vielmehr muß man von Beschädigungen sprechen, die gerade jetzt im Kriege am wenigsten hingenommen werden können.
** Altersjubi larinnen. Frau Wwe. Elise Bayer, Liebigstraße 47, wird am morgigen Samstag, 27. März, 80 Jahre alt. — Frau Wilhelmine Lerch, geb. Hübner, Alicenstraße 42, konnte am qestriaen Donnerstag, 25. März, in körperlicher und geistiger Frische ihren 75. Geburtstag begehen. Frau Lerch ist Trägerin des goldenen Ebrenkreuzes der deutschen Mutter. Beiden Alters- jubilarinnen unsere herzlichen Glückwünsche.
Glück auf, Renate!
Boman von Ernst Srau.
' 1. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Terbruggen fuhr auf. „ ......
.Mngef ahren? Hier auf Schacht III? Unmöglich!
Ser sagt Ihnen das?"
Meinders zuckte die Achseln.
„Draußen der Schachtmeister Giese. Ja. oie sind mten auf Sohle sieben. Ich bin der Meinung, daß vir uns das einmal an Ort und stelle ansehen
bitten."
„Natürlich! Wir fahren sofort em!
Er drängte den andern zur Tur hinaus, und !eide eilten hinüber zur Hängebank. Meinders bnnte es auch in diesem Augenblick nicht unterlassen, Terbrüggen mit feinen Sticheleien zu ärgern.
„Sie scheinen sich ja allerhand davon zu verbrechen, daß Sie es so eilig haben", bemerkte er, »ährend sie auf die eiserne Plattform zugingen. .Wir hätten uns wenigstens umziehen sollen.
Terbrüggen blieb plötzlich stehen und maß den andern mit einem schnellen Blick.
„Ich habe etwas vergessen", sagte er dann hastig. .Warten Sie hier ..<o..
Damit lief er nochmals in Hellmgraths Büro Zurück. Ein paar' Minuten später ftanb er wieder reden Meinders auf der Hängebank. Ein harter Tusdruck lag in seinen Zügen.
„Sohle sieben!" rief er dem Schachtmelster zu, »ährend sie in den Förderkorb kletterten.
„Glück auf!"
Sohle sieben ... .
„Ist Dr. Hellingrath hier durchgekommen? fragte tr einen der Männer, die hier am Füllort arbeiteten und bei seiner erregten Frage auf sahen.
Der Mann wechselte einen Blick mit seinem Ar- teitsfoUegen.
iter. Auch das wird Fräulein Hammerkott ver»
Werner fuhr wie elektrisiert in die Höhe. Hatte
,Sie irren, Herr Terbrü«
stlich bezeugen können."
Renate erblaßte jäh, als sie ihren Namen so unvermittelt und gleichzeitig so selbstverständlich nennen horte. Der eigene Name traf sie hier und
Ohne jede Ueberlegung verließ sie ihren Platz und stürzte vorwärts, so schnell es ihr im Dunkeln auf dem ihr unbekannten Wege nur möglich war. Einmal fiel sie der Länge nach hin und schlug sich blutig die Hände auf. Mer die Sorge um den geliebten Mann trieb sie wieder auf und hieß sie ohne Wehleidigkeit weitereilen.
Und dann stand sie vor einer Szene, die sie in ihrem Leben nie wieder vergaß. In der nacht- schwarzen Finsternis glänzte nur das spärliche Licht der einen Lampe und ihr Schein fiel auf die wie leblos daliegenden Züge Meinders und m die verzerrten Mienen der beiden anderen, die sich über den Gefallenen beugten. Meinders lag mit geschlossenen Augen, und aus einer Wunde an der Schulter sickerte Blut.
„Was ist geschehen?" stieß sie atemlos hervor. Und mit fliegenden Blicken zu Terbrüggen gewendet: „Warum haben Sie geschossen?"
Der richtete sich angsam auf und schüttelle unwillig den Kops. . '
„Wer sagt Ihnen, daß ich geschossen habe?" sagte er dann grob und abweisend. „Ich weiß überhaupt nicht, was hier unten vorgeht. Diel- ! leicht kann uns Herr Doktor Hellingrach die nötige
in diesem Augenblick wie ein Schlag.
„Sie wissen, wer ich bin, Herr Doktor?" fragte sie überstürzt und starrte Hellingrath mit verhaltenem Atem an. Sie hatte dabei das Gefühl, als ob alles um sie her zufornrnenbrach
„Ja —", begann er, von alledem, was hier auf ihn einstürmte, benommen. „Ich weiß —"
Terbrüggen packte ihn an der Schuller und riß ihn herum.
„Aber so hallen Sie doch hier keine langen Reden", fiel er ihm aufgebracht ins Wort. „Der Mann, der da liegt, braucht sofort Hilfe — sorgen Sie dafür, daß er schnellstens nach oben geschafft wird."
Hellingrath wollte noch etwas sagen, aber Renate wich scheu vor ihm zurück. Mit einem trüben Lächeln in den Mundwinkeln ging er davon.
„Also deshalb —", sagte sie leise vor sich hin und sah ihm wie abwesend nach. „Er wußte, daß ich Hammerkotts Tochter bin. Deshalb also —"
Der Schuß hatte auch einige Leute herbeigerufen, die in einem Querschlag in der Nähe mit Reparaturarbeiten beschäftigt waren und fiefc lingrath auf halbem Wege entgegenkamen. Gemeinsam hoben sie den Verletzten auf und trugen ihn zurück zum Schacht.
Renate und Terbrüggen standen sich allein gegenüber. Bedrückt sah sie vor sich hin. So hatte sie sich den Ausgang dieser Fahrt nicht vorgestellt. Nie hatte sie geglaubt, daß der Mann, der ihr eben so nahe gewesen, sie so mrsäglich häßlich hätte enttäuschen können. Der Vater hatte schon recht gehabt. Es gehörte wirklich nicht viel dazu, einer armen Kollegin den Kopf zu verdrehen, wenn man wußte, daß sich die Tochter des Grubenherm da« hinter verbarg.
(Fortsetzung folgt.)
„Möglich, daß er hier die Strecke hinaufgegangen ist", meinte er achselzuckend.
„War er allein oder in Begleitung?" warf Memders ein.
Erneutes Achselzucken.
„Keine Ahnung ..."
„So ...? Dann geben Sie mir Ihre Lampe ... danke."
„Glück auf!"
„öie irren, jjerr Terbrüggen. Ich weiß eben« '_____:n 2’.., das alles zu bedeuten hat —
aber hier — Fräulein Hammerkott wird Ihnen
Renate stand völlig im Dunkeln an einen der | fpäl mannshohen Stempel gelehnt, schwere hölzerne miti Pfeiler, die das Gebirge über ihr stützten. Sie sah, wie die beiden Lichter einander immer näher kamen. Aber dann peitschte, plötzlich der scharfe Knall eines Schusses die Lust, ein kurzer Aufschrei folgte, und eine der beiden Lampen erlosch.
„ ... auf!"
Meinders nahm das Grubenlicht, und schweigend gingen sie nebeneinander tne Strecke hinunter.
Einige hundert Meter vor ihnen standen unter dem schützenden Mantel der Dunkelheit zwei Menschen, die alles um sich her vergessen hatten. Dorn Streckenvortrieb her war noch einige Male der Donner der Explosionen über sie dahingegangen, aber es überraschte sie nicht mehr. Nach dem ersten Erschrecken fühlle sich Renate jetzt sicher und geborgen unter der Obhut des Mannes, der sie immer noch in seinem Arm hielt.
Und dieses unendlich glückliche Gefühl des umsorgten Geborgenseins erfüllte sie so ganz, daß sie, hinqegeben an den Augenblick in überströmender Zärtlichkeit seinen Kuß erwiderte, als er sich jetzt über sie beugte.
„Renate ..sagte er leise.
Jetzt wollte er davon sprechen, was Mutter Hühnlein ihm gestern erzählt hatte, aber in diesem Augenblick erscholl weit - hinter ihnen eine laut rufende Stimme:
„HellmaratbU!"
Sie löste sich leicht aus seinem Arm. Wie aus , ,
einem schönen Traum erwachend standen sie und Auskunft geben. . .... .
lauschten in die Dunkelheit hinein. Weit hinten Werner suhr wie elektrisiert in die Hohe. Hotte sahen 'sie den zitternden Funken eines Gruben- er wirklich recht gehört?
lichtes näherkommen „Sie irren, Herr Terbrüggen. Ich weiß eben-
Bellingroth!" wiederholte sich der Ruf, in dem sowenig wie Sie, was das alles zu bedeuten hat — . rnnnrt [nuf nachhallend. aber hier — Fraulein Hammerkott wird Ihnen
^Bleib hier stehen, Lieb. Man braucht dich nicht bezeugen, daß ich sie eben „erft verlassen habe, u/'fehen Aber nachschauen muß ich schon, was da i Weiter kann ich nichts fugen.
los ist i^btti Mch wieder zmück" 1 „Möglich. Aber der Schuß fiel erst sehr viel


