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hinwegsetzen und offen um die Gunst der Kommu - nisten werben. Wohl im Einvernehmen mit der Landesparteileitung forderte kürzlich die sozialdemokratische Partei des Kantons Bafel-Stadt, die hier über die Regierungsmehrheit verfügt, die Aufhebung des Verbotes der kommunistischen Partei und der ihr nahestehenden Organisationen So sehr der sozialdemokratische Vorstoß in erster Linie als wahltaktisches Manöver gewertet werden muß, kennzeichnet es dach die Absicht der marxistischen Linken, den Boden für gemeinsame Aktionen vorzubereiten.
übermittelt. Graf van der Schulenburq legte dann einen Kranz des Führers am Sarge des verstorbenen Botschafters nieder. Der Chef des militärischen Kabinetts General FraUcos, Generalleutnant Munoz Grande, legte im Auftrag des Caudillo einen Kranz nieder und bat darum, als Träger der höchsten deutschen Kriegsauszeichnung und ehemaliger Kommandeur der Blauen Division, die Ehrenwache an der Bahre übernehmen zu dürfen.
Bezeichnendes Schweigen Das Schicksal der USA.-Stützpunktc in Südamerika.
Vor der Totenfeier hielten der deutsche Geschäfts- träger, die. Wehrmachtsattaches und der Landes- gruppenlsiter die Ehrenwache am Sarge. Formatio- nen des spanischen Heeres, die dem Botschafter das letzte Geleit gaben, nahmen Aufstellung vor dem Trauerhause. Unter denen, die sich in die Kondolenzlisten eintrugen, befanden sich alle früheren Freiwilligen der Blauen Division, Gauleiter der Fa- lange und Männer und Frauen aller Berufsstände. Tausende von Beileidstelegrammen legen Zeugnis ab für die vielen überzeugten Areunde, die das nationalsozialistische Deutschland unter der spanischen Bevölkerung hat.
Brasilien verlor ein Viertel seiner Handelsflotte.
Berlin, 25; März. (DNB.) Die brasilianische Handelsflotte, die bei Kriegsausbruch 488 000 BRT. umfaßte, hat nach einer Erklärung der brasilianischen Regierung seit dem Eintritt Brasiliens in den Krieg 107 000 BRT. Schiffsraum eingebüßt. Damit ist fast ein Viertel des gesamten brasilianischen Handelsschiffsraums dem Seekrieg im Atlantik und insbesondere den deutschen Untersee- b,outen Zum ■ Opfer gefallen. Dieser Verlust ist für Brasilien um so fühlbarer, als die Werftindustrie nur über ganz geringe Neubaukapazität verfügt, die Verluste durch Neubauten im Lande selbst also nicht ausgeglichen werden können.
Das Gesicht des Oflkrieges
Eine Irontschau im Berliner Zeughaus.
Mobilmachung der wirtschaftlichen Krafireserven
ReichSwirtschaflsminister Funk über die GtillegungSaktion.
Am Heldengedenktag besichtigte der Führer nach der Heldenehrung mit großem Interesse die neue Frontschau des Berliner Zeughauses, die ein Bild des Ostkrieges aus dem Kampfgebiet der mittleren Front gibt. Die großen Schlachtetmamen der Heeresgruppe Mitte beweisen eindringlich, welche Schläge die Sowjets hier erhalten haben. Soeben erst hat der Bericht des OKW. vom Abschluß der siegreichen Winterschlacht bei Drei Kunde ge^ geben. Daneben stehen aber in gleichem Glanz die Namen Rschew, .Wjasma und Brjansk. Es war die Heeresgruppe Mitte, die die großen Vernichtungsschlachten schlug und in der Zeit vom 22. Juni 1941 bis zum 31. Dezember 1942 2144 889 Gefangene einbrachte. Erbeutet wurden 19 610 Geschütze und 17 126 Panzer. Durch Infanteriewaffen wurden in der gleichen Zeit 1380 und durch die Luftwaffe 9351 Sowjetflugzeuge abgeschossen.
Dieser Kampf war nicht leicht. Wir sehen aus den hier aufgestellten Waffen, wie die Sowjets sich für ihren Angriff gerüstet hatten. Wir haben von den Kriegsberichtern schon gehört von den St-alin- Orgeln oder Salvengeschützen. Draußen im
Oer Arbeitseinsatz muß Höchstleistungen erzielen.
Bei der Gründung der Gauarbeitskammer Wartheland in Pösen ermahnte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley die Betriebsführer, den Schaffenden Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, die ihnen Höchstleistungen ermöglichen. „Gebt dem Arbeiter die Möglichkeit", so sagte er, „sich zu entwik- keln, ertüchtigt ihn im Beruf, ordnet den Arbeitsfluß und die Arbeitsvorbereitungen zum Besten, erhaltet den Arbeiter gesund, steht ihm immer wieder zur Seite, dann braucht er keine sozialen Geschenke zu erwarten, sondern er verdient sich das, was er zum Leben wünscht, aus eigenem Leistungsvermögen. Unser Arbeitsleben muß überall so gestaltet sein, daß es auch in der kommenden ZM den stärksten Beitrag zur Führung des großdeutschen Freiheitskampfes zu leisten vermag. Unsere soziale Ordnung teilt sich in drei Faktoren. Die erste stellt die staatliche Sozi al Verwaltung dar, zu der insbesondere auch die Arbeitsämter gehören, der Reichstreuhänder der Arbeit ist daneben der oberste Sozialrichter, schließlich ist die Deutsche Arbeitsfront als Teil der Partei der Mitller zwischen Unternehmer und Arbeiter, Vertreter der berechtigten Interessen des Arbsitslebens, Motor'der sozialen Entwicklung. Die Deutsche Arbeitsfront vertritt das schaffende deutsche Volk. Sie ist ein Glied der Partei uni) handelt in' deren Auftrag. Dazu tritt als weiterer besonders wichtiger Faktor die soziale Selbftverantwortung.
Tagen krepieren. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß es die Engländer waren, die den Sowjets magnetische Minen für den Bandenkrieg lieferten.
Wie sehr dieser Bandenkampf Derbrechermethoden annahm, ist erkenntlich aus der Art, wie funkle Elemente Stempel fälschten und aus Gummischuh- sohlen gefälschte Stempel von deutschen Feldeinheiten herstellten. Wir sehen auch Plakate, die die ortsansässige Bevölkerung bedrohten, falls sie den deutschen Truppen Hilfe leisten würde. Trotz dieser Bedrohung hat sich aus der Bevölkerung heraus ent Ordungsdienst gebildet, der bei der Säuberung des Kampfgebietes erfolgreich tätig war. Unerschöpflich ist das Arsenal, das die Sowjets für den Minen-- krieg angelegt hatten. Da gibt es Minen von der. einfachsten' bis zur kompliziertesten Konstruktion.. Wir sehen elektrische Minen, Stockminen, Jnfanterie-- niinen und die berüchtigten Molotow-Cocktails. Da lag plötzlich auf der Landstraße ein Federkasten. Kein Kind hatte ihn liegenlassen. Wenn ihn einer von unseren Soldaten — die allerdings rechtzeitig gewarnt worden waren — ausgenommen hätte, so wäre ihm eine Sprengladung ins Gesicht geflogen. Das klingt wie eine AUsaeburt krankhafter Phantasie, aber es ist leider härteste Wirklichkeit, jeder Zeughausbesucher kann sich durch eigenen Augenschein davon überzeugen.
Daß dieser Ostfeldzug alles andere als ein Kinderspiel gewesen. ist, das beweisen einige Zahlen, die das Gesehene verdeutlichen. E'ne leichte FeD- haubitzbatterie der Heeresgruppe Mitte hat bis zum 31.12.1942 18000 Granaten verfeuert. Das sind 7,5 Güterzüge von zusammen 225 Wagen. Ein Grenadier-Regiment hat an einem Kampftage verschossen: 49 000 Schuß Maschinengewehr- und Gewehr- rmmition, 29Q0 Schuß Maschinenpistolen-Munitwn, 300 Handgranaten und 700 Wurfgranaten.
Madrid, 25. März. (DNB.) Vor der lieber« führung der sterblichen Hülle des Botschafters von M o l t k e vom Trauerhaus zum Bahnhof hatte Botschafter Graf von der Schul en bürg, der im Auftrage des Führers nach Madrid gekommen war, dem spanischen Außenminister Graf Jor- \ dana einen Besuch abgestattet und Frau von
lieber die Mobilmachung unserer wirtschaftlichen Kampfreserven sprach Reichswirtschaftsmmister Funk vor den Leitern der Landeswirtschafts- ä m t e r. Der Krieg schaffe unbarmherzig eine Auslese der Besten, Härtesten und Stärksten, was nicht gut, hart und stark genug sei, müsse ausscheiden. Bei den Stillegungen komme es nicht allein auf die Freisetzung von Arbeitskräften, sondern auch auf die Freisetzung von wirtschaftlichen Leistungen, wie Rohstoffen, Materialien und Energien an, die der Rüstung zugeführt werden müßten, da diese sie unbedingt brauche. Alle überflüssige Verwendung von Kohle und Energie, alle Verschwendungen von Materialien, Transportmitteln und sonstigen wirtschaftlichen sowie persönlichen Leistungen, die für nicht kriegsnotwendige und nicht lebenswichtige Arbeiten in Anspruch genommen werden, müßten unterbleiben. Jede Arbeitskraft sei für den totalen Kriegseinsatz brauchbar, wenn auch nicht sogleich einsatzfähig, da der Arbeitseinsatz sich in einem mehrschichtigen Umsetzungs- und Umschulungsprozeß vollziehe. Am Ende dieses Prozeßes müße aber die Freisetzung von Kräften für die Front und von Arbeitskräften für die Rüstung stehen. Zunächst müßten die nicht kriegswichtigen Betriebe geschlossen werden, bei denen eine möglichst beachtliche Einsparung von Arbeitskräften und Arbeitsleistungen gesichert fei. Entscheidend sei, daß die von der Stillegungsaktion Betroffenen diese Notwendigkeit erkennen und daß gleichzeitig vernünftig und einheitlich vorgegangen und der Nutzen auch sichtbar werde. Es werde in diesem Kriege nicht die Masse siegen, sondern der Geist, nicht die größte Zahl, sondern die höchste Qualität.
Kastanienwäldchen stehen die erbeuteten schweren Tanks, weil die Fundamente des Zeughauses den Druck dieser Gewichte nicht auszuhalten vermöchten. Wir sehen hier im Bilde, wie sie an ihre 52-Tonner im Winterkrieg Schützenschlitten anhängten. Wir sehen aber auch, wie sie besonders für den Bandenkampf ausgerüstet waren. Für diese Zwecke hatten sie ein eigens konstruiertes Gewehr, das durch Gummipfropfen den Schall dämpft, so daß er schon aus drei Meter Entfernung merklich verringert ist. Der Nachteil dieser Vandenslinte besteht allerdings darin, daß sie nur auf dreihundert Meter schießt. Weiter sind ausgestellt, tie sowjetischen Propagandabomben, die Pferdegasmasken und die seltsamen Tarnanzi^ge in grün und braun. Da sind auch Schwimmanzüge für Pioniere und Kupferschirmanzüge zum Ueberwinden von Starkstrom- Hindernissen. Für die Zwecke des Bandenkampfes wurden auch die Schäfte und Läufe der Gewehre verkleinert. An die Zeiten des Mittelalters erinnern die Morgensterne mit gespickten Grammophonstiften und die Totschläger mit ^BletfüUung. Weiter sind bemerkenswert die berüchtigten Zeitzünder, die ferngezündet werden und zum Teil erst nach 35
und fühlbaren Entlastung wurden von Sowjetbotschafter Maiiky in London noch einmal vorgetragen. Der Botschafter erklärte, die Sowjetunion erwarte, daß England und die USA. schon in allernächster Zeit die größtmögliche Kraftanstrengung entfalten, um den Krieg sobald als möglich zu Ende zu bringen. Die Sowjetunion müsse ein Maximum an Anstrengungen aufbringen.
Oie Trauer
um Botschafter von Molike.
Amerika geben wollen. ;
Inzwischen ist er in Panama angekommen und , von den Vertretern der südamerikanischen Presse ; über Dinge befragt worden, die ihm anscheinend , sehr -peinlich waren. Er sagte, er könne nicht Ar- aentmien und die Länder der südamerikanischen Ostküste besuchen, denn er müsse am 26. April bereits in Washington zurück sein. Die neugierigen Zeitungsvertreter. fragten ihn dann geradezu, wie es denn nun' um die von England gepachteten Stützpunkte im Karibischen Meer stände, ob die USA. diese Stützpunkte nach Kriegsende wieder zurückgeben würden. Diese Frage ist von besonderem Belang. Als Roosevelt diese Stützpunkte pachtete und dafür Churchill 50 verrostete Zerstörer aus dem ersten Weltkrieg andrehte, versprach er natürlich, diese Stützpunkte England wieder zurückzugeben, aber inzwischen ist die Stütz- punktcheorie ins Praktische gewandelt worden. Der USA.-Marinemmister Knox hat sie dahin ausgedehnt, die USA. müßten diese Stützpunkte b e - halten, ja, noch neue dazu erwerben, so Upolu, die Hauptinsel von Samoa, die den Neuseeländern gehört und vordem deutsches Eigentum war. Aber wen ndie USA. die vordem englischen Besitzungen im Karibischen Meer nicht- bei Kriegsende zurück- geben, liegt es auf der Hand, daß sie auch neue Stutzpunkte in Südamerika nicht mehr loslassen würden, und damit wäre die Gefahr, von den Dankees überschluckt zu werden, für die Süd- amerifoner riesengroß. Was sagte nun Wallace auf die Frage? Gar nichts. Er hüllte sich in Schweigen; dieses Schweigen kompromittiert die Moseveltpolitik so bis auf die Knochen, daß man in Südamerika sich auch seinen Vers darauf zu machen beginnt.
Aegypten hoffi auf den Sieg der Achse.
Rom, 25. März. (Europapreß.) Der Vetter des Königs Faruk von Aegypten, Prinz Manjur Daud, der vor einigen Tagen mit seiner Familie in Rom angekommen ist, erklärte: „90 v. H. der ägyptischen Bevölkerung sympathisieren mit den Dreierpaktmächten und glauben fest an den ^ieg'dieser Staaten. Für Aegypten ist der Sieg der Achse noch nötiger als für die Achse selbst Nur auf diese Weise können wir uns vom englischen und jüdischen Joch befreien. Die Bolschewisten und Engländer werden besiegt aus diesem Kriege her- vorgehen, während die Amerikaner im Sinne der Monroe-Doktrin in ihr Land zurückkehren müssen. Die Invasion der Briten, und Nordamerikaner in Nordafrikck hat den Aegyptern klar gezeigt, auf welcher Seite ihre Freunde und wo ihre Feinde stehen."
Der Prinz erinnerte an die italienisch-deutsche Erklärung hinsichtlich der Souveränität Aegyptens, an die dieses Land allen Grund habe zu glauben, während England immer nur Versprechungen gemacht habe, von denen es keine einzige jemals gehalten habe, lieber seine ersten Eindrücke in Italien äußerte sich der Prinz sehr befriedigt und bewunderte die Disziplin und militärische Organisation Italiens. Er erklärte, daß auch in Aegypten künftig ein Regime größerer Disziplin, herrschen werde, das allein imstande sein werde, das Jahrhunderte alte Pryblem der Fellachen zu lösen. Ein solches Regime könne auch die von allen ersehnte soziale und wirtschaftliche Reform in Aegypten herb ei - führen.
Maiski fordert erneut Entlastung.
Stockholm, 25. März. (Europapreß.) Die Forderungen der Sowjetunion nach einer aktiven
Unsere Aufnahmen zeigen oben den „Minenhund", eines der heimtückischsten Kampfmittel der Sowjets. Diese Hunde wurden hauptsächlich dafür obgerichtet, unter deutsche Panzer zu kriechen, wobei die von ihnen getragene Mine durch eine Auslösungsvorrichtung zum Explodieren gebracht wird. Unten sieht man im Vordergrund einen fahrbaren schweren Flammenwerfer (Modell 1941) und dahinter eine Kanon en-Haubitze von 12,2 cm und ganz im Hintergrund die Kanzel eines sowjetischen Bombers. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Kleine politische Nachrichten.
Der Reichsminister der Finanzen hot dem Oberfinanzpräsidenten Voß in Kassel das Amt des Oberfinanzpräsidenten Nordmark in Kiel übertragen. Das Amt des Oberfinanzpräsidenten Kassel übernjmmt Oberfinanzpräsident Dr. Zschaler, bisher Oberfinanzpräsident in Königsberg.
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Eine an der Ostfront eingesetzte slowakische Jagdstaffel unter Führung von Hauptmann Dumbala erreichte dieser Tage die Zahl von 50 Luftsiegen. Reichsmarschall Göring sprach der. Staffel Dank
Der Vizepräsident der USA., Wallace, u VC|UU, uvyc|tU44V1 —
'm Auftrage Roosevelts Stalin die Zunge zu ^ltke die persönliche Teilnahme des Führers lösen versuchte und unter philosophierenden Re-....... ~ - -.....-
bensarten sagte, die anglo-amerikanischen Mächte würden unter- Umständen einen neuen Weltkrieg gegen die Sowjets führen müssen, hatte eigentlich damit den Auftakt zu feiner Reife nach Jbero-
Oer Ladogasee.
Europas größter Binnensee.
Wer nur einmal am sonnigen Sommertag den Ladogasee und seine Ufer gesehen hat, der wird niemals das sich ihm darbietende, einer mächtigen Theaterdekoration gleichende Bild vergessen. Die perlmutterartigen Gewässer spiegeln den hellblauen nordischen Himmel, die den mächtigen See umrahmenden Wälder, die von unzähligen Buchten zerrissenen Ufer und die vielen großen und kleinen Inseln, die gleich Smaragden in Silberfassung auf der Wasserfläche zerstreut liegen, wider.
Die eigenartige, majestätische nördliche Natur, voll Einsamkeit und ungestörter Stille und Ruhe, macht einen gewaltigen Eindruck auf jeden, der aus einem anderen Lande kommt. Die undurchdringlichen nordischen Urwälder mit ihrem meist morastigen, weichen Boden, den vielen Flüssen und Seen und Sümpfen geben dem Gebiet rings um den See ein eigenartiges Gepräge. An den Ufern des Sees sieht man malerische Kirchen und Klöster, von denen das in ganz Rußland bekannte und geachtete Walaamkloster, was die Architektur und die Lage betrifft, wohl das schönste ist.
Im Gegensatz zum nördlichen Teil des Ladogasees, der eine Tiefe bis zu 225 Metern aufweist und dessen Ufer steinig und steil aus dem kalten, klaren Wasser emporragen, sind die Ufer im Süden des Sees flach und sandig und nicht so stark mit Wäldern bewachsen.
Der See ist außerordentlich reich an Fischen; auch Robben beleben chn in großer Zahl. Daher ist der Fischsang und die Jagd auf Robben sowie die Schifffahrt die Hauptbeschäftigung der vielen am See zerstreuten Fischerdörfer. Sowohl die finnische Bevölkerung am Westufer des Sees als auch die russische an der östlichen Seite lebt fast nur vom See.
Der Ladogasee hat etwa 18 000 Quadratkilometer Wasserfläche, von denen 8000 Quadratkilometer zu Finnland vor dem finnisch-sowjetischen Kriege
1939/40 gehörten. Die Grenze wurde durch em Holzgitter gekennzeichnet, das durch den ganzen 210 Kilometer langen See gezogen war. Die Breite des Sees beträgt stellenweise 128 Kilometer; somit ist der Ladogasee der größte Binnensee. Europas. Nach dem Moskauer Friedensdiktat mußten die Finnen auf ihren Teil des Sees verzichten, so daß der ganze See in den Besitz der Sowjets kam. Durch die fortwährenden Schikanen und Ueberfälle der Bolschewisten auf die finnischen Ufersiedlungen mußten sie auch die Ufer räumen und sich weiter ins Innere des Landes, nach Karelien, zurückziehen.
Ueberaus wasserreich ist der Ladogasee, denn an 70 Flüsse geben ihre Gewässer an ihn ab, während als Abfluß nur die Newa von Schlüsselburg aus in den Finnischen Meerbusen sich ergießt. Per Schiffsverkehr zwischen den Ufern und den vielen bevölkerten Inseln war vor dem Kriege sehr rege und wurde von Passagier- und Frachtdampfern, Booten und Flößen unterhalten. Jetzt gesellte sich zu diesen auch noch die sowjetische Kriegsflotte kleinerer Tonnage, wie Monitore, Kanonen- und Schnellboote sowie bewaffnete Motorfahrzeuge.
Der Ladogasee ist schon urdb erhaben während des Sommers, wo alles blüht und gedeiht. Die Ufer und die kleinen Inseln, die Lichtungen und Waldränder sind dann mit Teppichen von roten Walderdbeeren, dunklen Blaubeeren und wilden Himbeeren bedeckt. Millionen aller möglichen Pilze werden allsommerlich gesammelt, getrocknet und zum Verkauf nach Leningrad gebracht. Allerdings dauert die Sommerpracht nicht allzu lange, denn ein Drittel des Jahres ist der See mit dickem Eis und hohem Schnee bedeckt, was dem Gelände das Ansehen einer Schneewüste gibt.
Sowohl jetzt als auch früher spielte der Ladogasee in der Geschichte Rußlands und Finnlands eine bedeutende Rolle. Der Raum um den See war von jeher von Finnen bewohnt, und nur die Aggression der Moskauer Zaren verdrängte die Finnen aus diesem Gebiet weiter nach Westen. Auch geaenwär- tig ist der Ladogasee Zeuge schwerer und blutiger Kämpfe, die sich südlich von ihm abspielen. J. P. S.
Neue Bücher.
— Paul Gurk: Skythenzug. Erzählung. 84 Seiten. 2,40 RM. Karl Rauch Verlag, Dessau. — Die Erzählung des vornehmlich als Dramatiker bekannt gewordenen Paul Gurk handelt im wesentlichen von dem fabelhaften Reisebericht, welchen der Goldschmied Nikander dem Makedonenkönig Philip- pos und seiner Gemahlin Olympias — indessen der junge Alexander am Jster ersten Kriegsruhm gewinnt — von seiner gefahrenreichen Seereise ins Land der Skythen und von seinen düsteren und abenteuerlichen Erlebnissen am Hofe und in der Gefangenschaft des Fürsten Jrtulk erstattet. Was dieser manchmal ein wenig umständlich gehaltenen Schilderung ihre für den Erzähler wie für den Leser kennzeichnende Bedeutung gibt, ist weniger das geschichtliche und kulturhistorrsche Detail als das Erlebnis der Begegnung von Griechentum und Barbarentum, -der Berührung von Kulturvolk und nomadischem Steppenoolk: das ist ein Zusammentreffen, das mir mit Vernichtung oder Flucht des an jenen unwirtlichen Strand verschlagenen Schiffbrüchigen enden kann; Nikander kommt zwar nach drei Jahren glücklich in die Heimat zurück, aber er braucht lange Zeit, um sich vom lastenden Druck der Erinnerungen zu befreien. Die uns zeitlich wie stofflich fernliegende Erzählung mag für manchen Leser eine gewisse überraschende Zeitbeftehuna qe- miinten, wenn er, am Schlüsse des Berichtes, erfährt, daß aud- der fkythifchen Zeltstadt Pantikapeion, der Residenz des feisten und grausamen Fürsten Jr- tust, die heutige Stadt Kertsch auf der Krim entstanden ist. Hans Thyriot.
— HerbertGünther: Magisch esSchick- f a L Erzählungen. Mit einem Vorwort von Bruno Brehmund Zeichnungen von Hanna Nagel. 123 Seiten. Im Zinnen-Verlag zu München, 1942. — Herbert Günther, der sich als Verfasser der so lehrreichen wie anregenden und amüsanten Bücher „Glückliche Reifel", „Franken und die Bayrische Ost°
mark" und „Künsllerische Doppelbegabungen" — sie wurden seinerzeit hier besprochen — einen angesehenen Namen gemacht hat, legt mit dem Bande „Magisches Schicksal" sein erftes dichterisches Buch vor: eine Sammlung von Erzählungen, die sich, trotz ihren Verschiedenheiten, durcy eine allen gemem|amc innere Haltung und durch ein im Titel angeb euleies Generalthema verbinden; durch den Umstand nämlich, daß in jeder dieser Geschichten der Einbruch transzendenter Gewalten in einen geordneten irdischen Lebenskreis oder Daseinsablauf dargestellt wird. Das verbindet die Gestalt des von rätselhafter Umnachtung heimgesuchten Tänzers mit der eines Bildhauers, dessen Werk das befreundete menschliche Urbild zerstört, die ausstrahlende Verwandlungskraft ünes Rinnen mit dem mystischen Znich-r eines alten Madonnenbildes. Die matabte Erscheinung des toten Dichters im „Erlebnis eines Biographen' trägt bie Züge E. T. A. Hoffmanns, an besten vielgestaltiges, phantastisches Welttheater auch bie feinfühlig auf Gunthers Erzählungen eingehenden Zeichnungen von Hanna Nagel mehrfach erinnern. Bruno Brehms kleines Vorwort kennzeichnet auf eine noble und überlegene Art bie persönlichen wie die grundsätzlichen Beziehungen, die sich zwischen Buchautor und Buchreferenten ergeben und die im vorliegenden Falle eine nicht alltägliche Umkehrung erfahren naben. Hans Thyriot.
~ .WUhelm H. Lauge: „Kleine ch r i f t fi b e l , Rütten und Loening Verlag, Potsdam. — Eine knapp gefaßte Einleitung über das Werden und bie Grundlagen der Schrift, eine Huberte Abhandlung über die Entwicklung der obenblänbischen Schriftarten, eine Darstellung der wesentlichen Druckschriften, eine kurze ästhetische Betrachtung typographischer Gestattungsproblemc, und als Abschluß eine Folge mustergültiger typo- graphyck-er Beispiele bilden den reichen, mit gründlicher Sachkenntnis und lebendig Dorgefrage® nen Stoff dieses kleinen Buches, das dem Mar viel Anregung bietet.


