Ausgabe 
26.2.1943
 
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tffÄ'Än'SKÄ* Aus der Stadl Gießen.

Starke Herjen

die Löcher und Rinnen der vereisten Flache, die man hier großspurig als Straße bezeichnete. Wieder ein­mal waren wir fluchend über die Rückklappe ge­klettert. um der rauchenden Karre wieder aus die

sten

N

Leit Stunden schon schaukelte unser MW. über * *" Rinnen der vereisten Flache, die man

Aufgabe festete. ,

Jetzt wußte ich, daß zwei solche Menschen sich ohne alle Worte verstehen und auf lächerliche Sentimen­talitäten verzichten können. Jeder verließ sich auf die Selbständigkeit des anderen, gerade, weil sie sich beide als untrennbare Einheit wußten. So sah ich sie feßt dem Ausgang des Bahnsteigs zu- schreiten, und der Mut und die Kraft, die von ihnen ausgingen, hatte sich mir selbst mitgeteilt. Nur dreißig Monate... H F-

Mr Tapferkeit vor öem ßemöe.

Der Unteroffizier Ludwig Vetter aus Gießen. Kaiserallee 19, der bei den Panzerpionieren im Felde steht, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Freiwillige vor!

Zur Verstärkung unserer Rüstung sind nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer aufgerufen. Neben den meldepflichtigen Personen werden auch diejeniger Männer und Frauen, die nicht melde­pflichtig sind, zur Mitarbeit erwartet. Bei diesen Volksgenossen handelt es sich um den s^eiwilligen Einsatz ihrer Arbeitskraft. Auf persönliche Wunsche und auf Eignung für bestimmte Tätigkeiten wird dabei weitgehend Rücksicht genommen. Um die frei­willigen Nüstungsarbeiter und -arbeltermnen tn bester Weise an die Arbeit, die eine nationale Pflicht ist heranzubringen, hält das Rüstungskommando Gießen am heutigen Freitagnachmittag und am morgigen Samstagvormittag Beratungsstunden in der Zeughauskaferne ab. Zu dieser Beratung werden die freiwilligen Helfer in großer Zahl erwartet zu ihrer Aufklärung sind alle Vorbereitungen getroffen. Nun heißt es für die nicht meldepflichtigen Manner und Frauen: Freiwillige vor, das Vaterland braucht alle Helfer!

Neue Verbrauchsregelung.

Das Landcswirtschastsamt Rhcin-Mam neröffent- licht heule eine mutige Anordnung über den Der- tauf von Haushattswaren, Papier- und Schreib, waren, Drogen und Chemikalien, Spiellachen, Tep- pichen und Pelzwaren. Die Anordnung, deren Wort-

Si« sah ein, daß sie mit ihrer Bemerkung wohl doch ein wenig zu weit gegangen war und ver suchte nun einzulenken, ohne sich jedoch etwas zu vergeben.

Ich wollte Ihnen und Ihrem Wagen natürlich nicht zu nahe treten. Also entschuldigen Sie meine etwas vorlaute Zudringlichkeit und lassen Sie sich in Ihrer Weiterreise nicht stören."

Aus den Mund gefallen ist sie gerade nicht, mußte er sich gestehen, und sein Aerger verflog wieder. Ihre Art, sich zu gehen, gefiel ihm.

Und Sie? Was wird hernach aus Ihnen?" fragte er vergnügt.

Erstaunt sah sie ihn an.

Ja ... das hat Sie ja vorhin auch nicht inter­essiert!" stellte sie verwundert jest.Aber Sie dür­fen jedenfalls ganz unbesorgt sein, es wird schon noch jemand, kommen, der sich meiner annimmt.'

Sie gefiel ihm immer besser. Wie sie in dem enganliegenden Lederanzug so kampflustig vor ihm stand ... einfach herrlich!

Also gut ... nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil", lachte er.Und nun sagen Sie mir, was ich für Sie tun kann?"

Er hatte dabei, ohne erst weiter ihre Antwort abzuwarten, das Rad hochgenommen und betrachtete es prüfend von allen Seiten.

Wo fehlt es denn? Ich hoffe, das werden wir gleich haben."

Bezwestle ich sehr."

Meinen Sie? Also zeigen Sie schon ..."

Sie zögerte noch. Aber e» fing bereits an zu dunkeln, und da war es vielleicht doch geratener, hier gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

Hier ... der Benzintank ist leck ... alles aus­gelaufen."

Hm ... schlimme Sache. Das läßt sich hier aber nicht schnell in Ordnung bringen."

Sie lacht« leise auf.

(Fortsetzung folgt)

errungenen Erfolg eine unbändige Freude zu emp- finden. Und er war zugleich neugierig, ob sie ihm weiter treu bleiben, ob sie ihm auch weiter empor- helfen würden.

Hier auf Hammerkott war er sich dessen nämlich nicht so ganz sicher. Die ewigen Reibereien mit Ter- brüflgen konnten auch einmal schlecht abgehen, es war ein Spiel mit dem Feuer, bei dem er sich eines Tages gehörig die Finger verbrennen konnte. Doch es war ihm einfach unmöglich, diesem Berbruggen ein gutes Wort zu geben. Mochte der Himmel wis- len wie es anging, daß er ihn nie anders als [einen Gegner betrachtet hatte. Wenn er nur ergründen könnte in welchem Verhältnis Berbruggen zu feinem Privatsekretär Meinders stand. Dieser Ge­danke kam ihm immer wieder. Ein Direktor, der sich von einem seiner Angestellten in dieser Weise abfertigen ließ ...so etwas gab es doch gar mch - Dielleicht lag sogar im Interesse der Zeche, daß Wal- ter Hammerkott von diesem seltsamen Verhältnis erfuhr. Möglich. Aber es war nun einmal nicht feme Art den Angeber zu spielen. Außerdem war er bei jener Szene nur rein zufällig zum Zuhörer geworden und selbst, wenn hier tatsächlich etwas Unredliches im Spiele war ... greifbare Beweise dafür hatte er schon gar nicht. Was er dachte oder fühlte, war feine Privatsache, damit macht« 'er sich möglicherweise nur lächerlich.

Aber so lchnell kam er darüber nicht hinweg, wenn er loschen Gedanken einmal nackaing. Die helfe Wut stieg in ihm hoch, wenn er sich vorhielt, daß hier unter der Oberfläche vielleicht etwas ge­schah, was der Zeche zum Schien gereichen konnte, dem er aber, ohne eingreifen zu können, mit ge­bundenen Händen entgegensetzen mußte. Oder sollte er etwa Meinders oder Berbruggen darüber zur Rede stellen? Glatt ausgelacht und an die Luft gesetzt hätten sie ihn.

Verärgert ließ er den Wagen unwillkürlich schnel­ler laufen, so daß ein junges Mädchen, das ihn gerade anhalten wallte, hn letzten Augenblick noch , erschrocken beiseite springen konnte. \

\enft, daß die vielgerühmte Stolyp'msche Aglar- orm in zehn Friedensjahren nur an 24 v. H. der uern Land verteilte, so tritt die gewaltige Große hier mitten im Kriege und in der knappen Frist es Jahres geleisteten Aufbau- und Reformarbeit i so bedeutsamer hervor. f .

Der Erfolg ist auch nicht ausgebüeben. Die lanp- tschaftliche Bevölkerung arbeitet [reiwillig mit. Vst in partisanengefährdeten Gebieten erfüllten Bauern ihre Ablieferungen trotz allen Terrors. i Bestimmung, daß bei erhöhter Produktions- hing auch der Eigenanteil steigt, den der Bauer alten darf, wirkt weiter als Leistungsanreiz, so j die Reue Agrarordnung in kurzer Zeit auch zu gender Produktion führen dürfte. Trotz der kur- Spanne eines Jahres darf man wohl sagen, I si« sich bewährt hat und weiter bewahren wird.

NSG. Die Waffen-stellt laufend Freiwil­lige auf Kriegsdauer ohne Dienstieitoerpflich- tung ein. Für den Gau Hessen-Naslau nehmen die Ergänzungsstellen Rhein (XII), Wies­baden, Bahnhofstraße 46, und Fulda-Werra (IX), Kassel, Lowenburgstraßc 10, sowie die Dienststellen der Allgemeinen ff, der Polizei und Gendarmerie Meldungen entgegen. Eine Annahmeunteriuchung findet am 4. März, 14 Uhr, in Oiefi en, ImBurghof", 'Burg­graben 9, statt.

Hsen einzuschalten.

tief« Ueberganasftufe ist die Gemein wirt- Ao ft. In der Gemeinwirtschaft wurde das Hof- «X das der einzelne individuell nutzen kann, ver- Wert, außerdem wurden die Beschränkungen für Viehhaltung, die der Bolschewismus eingeführt L-e, aufgehoben. Damit war bereits der Spiel- Em der individuellen Betätigung und Landnutzung neitert, und die Bestimmung, daß je nach Leistung L Hofland erweitert werden konnte und daß sich «h nach der Bearbeitung des Landes der Ge- Mvfchaft der spätere Eigenanteil richten sollte, er- d einen starken Anreiz zu verstärkter freiwilliger

planmäßigen Ablauf der deutschen Beugungen zu stören. Unsere Luftwaffe entlastet durch Tag- und Nachteinsätze die schwer kämpfenden Erdtruppen. Unsere Jager stürzen sich in Tiefangriffen auf. feindliche Fahrzeuge und Panzer. Diese Bilder wur­den mit Kameras gemacht, die in Jagdflugzeuge eingebaut waren. Zum Schluß erlebt man einen Luftkamps mit einem Sowjetjäger, bis die feind­liche Maschine buchstäblich zerfetzt ist. U.

Die prei«aufo«ben der Universität.

Don der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Für das Jahr 1943/44 werden folgende Preisaufgaben der Ludwigs-Universität Gießen ge­stellt: Von der Theologischen Fakultät: Die päpst­liche Verdammung Meister Eckhardts ist auf Grund der Neuoeröffentlichungen textkritisch und sachkritisch darzu-stellen und zu beurteilen. Von der Jurist, schen Fakultät: Die We'hroerfassung der deutschen Städte des Mittelalters und ihre rechtlichen Grund- lagen. Von der Medizinischen Fakultät: Der Einfluß der Bauchspeicheldrüse auf die Gallenstein- entstehung. Don der Veterinärmedizinischen Fa­kultät: Die Größenbestimmung ultramikroskopischer Krankheitserreger durch Ultrafiltration. Von der Philosophischen Fakultät: Aus dem Gebiet der Al ten Geschichte: Cäsar als Propagandist. Aus dem 1 Gebiet der Romanischen Philologie: Die Entwick­lung der französischen Rechts- und Verwaltungs­sprache im Zusammenhang mit der Ausbildung des gelehrten Richtertums in Frankreich. Aus dem Ge biet der Englischen Philologie: Carlyles Stellung zu Frankreich. Wer sich um einen Preis bewirbt, muß mindestens in einem der beiden auf die Stellung der Aufgabe folgenden Semester an der Universität Gießen immatrikuliert gewesen sein. Jede Bewer bungsschrift darf nur einen Verfasser haben. Die Bewerbungsschrift ist in der Sprache abzufassen, in der die Ausgabe gestellt ist. Auf dem Titel ist ein Kennwort anzubringen. Die Bewerbungsschrift ist bis zum 15. Februar 1944 einzusenden unter Bei fügung eines verschlossenen, mit dem Kennwort der Arbeit versehenen Briefumschlags, der die Ausgabe des Verfassers und seine Adresse enthält. Die Sen­dung ist an die F a k u 11 ä t zu richten.

sonderbar, da mir dieser junge Mensch in seiner herben Verschlossenheit und schönen Klarheit seines Gesichtes wohlgesiel Als wäre dieses Verhalten völlig richtig, trat das junge Mädchen jetzt in den Gang, denn der Zug zog bereits die Bremsen an.

Mein stiller Vorwurf sollte mir in der nächsten Sekunde bitter leid sein, der junge Soldat nämlich bückte sich plötzlich und zog unter seinem Sitze ein Paar Krücken hervor. Run erst gewahrte ich, daß eines seiner Beine amputiert war; es hatte im Schatten des Fenftersitzes nichts darauf hingewiesen. Mit Gewandtheit kam der Soldat ins Schreiten, grüßte und war bald darauf hinter feiner Begleite-

Kaltblütigkeit.

Waffen-^ im Kamps mit Sowjetpanzern

Beine "zu helfen, da fiel unser Blick auf einen der riesigen, ausgebrannten Kadaver eines Sowjetpan­zers, wie sic, verlassen und ihrer drohenden Gefahr beraubt, am Straßenrand immer wieder zu finden sind. Auch bei diesem starrte das Rohr zerfetzt in den grauen Himmel, zersprengt lagen die Glieder der mächtigen Ketten im Schnee. Es war ein ganz be­sonders schwerer Brocken.

Mensch, mit dem möchte ich. wenn er gesund ist, auch nichts zu tun haben", brummte einer vor sich hin, als wir unseren endlich wieder flügge geworde­nenTransporter" bestiegen.

Stück auf, Renate!

Roman von Ernst Srau.

.Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

So fuhr er denn auch heute ohne Eile in den itfam abklingenden Tag ^em. Die Landstraße ir um diese Stunde nicht sehr belebt, denn die !)tigen Ausflügler kamen erst spat heim Wie i lauschte er dem gemächlichen Gleichtakt des Mo r«, der wie ein Herzschlag eines lebenden Wesens

Der .Laubfrosch" war zwar nut ein lächerlicher oerg gegen die großen blanken Limousinen, d e hinter an ihm vorbeisausten, bezahlt warmer le - auch noch nicht ganz, aber immerhin, ferner llmgrath freute sich, es wenigstens schon soweit »rächt zu Huben. Wenn er dagegen an die langen hre zurückdachte, wo er als wenig beachteter mw den Kumpels zuerst nicht immer ate gleichwertig erachteter Werkstudent hier sein Brot) verdient tte ... einen solchen Bag der Freiheit batte er ) damals nur alle Jubeljahre einmal und dann imer nur unter den größten Albehrungen ab L)(en können. Wie schnell der Mensch doch alles Irnd, allen Jammer vergaß, wenn es,lhrn wieoer nas besser ging. Aber trotzdem -7 ".mochte vese ihre voll harter, ungewohnter Arbeit und bitte r Entsagungen doch niemals aus seinem Leven ff en. Sie hatten ihm oft -stunden A^nicbt, hatte die Zähne zusammenbeißen müssen, abe - hatten ihm dafür auch etwas gegeben, das 'hm nmer den Rücken gesteift hatte, wenn f^einhar iin -erwindlichc Widerstände vor ihm aufgetauch ren und sich feinem Hochkommen hemmend em

.Henstellen wollten. _

Berner Hellingrath spann gern an solchen 1 e- Mtn. Er war noch jung genug, über leben ehr ch

MafMch wichtigsten Gebieten des ,üblichen Ruh. £ vor allem in der Ukraine, die Kolchoswirt- [Lft in einem so großen Umfange durchgefuhrt ge- rtKtn war, daß bei einer Aufteilung in einzelne

rin im Gange verschwunden.

Jetzt erst gewann das Gespräch der beiden, von dem ich nur einige Bruchstücke ausgenommen hatte, für mich Form, und die Worte sonderten sich mir zu einem Beispiel der Liebe und des Lebensmutes, zu dem die scheinbare Kühle und Sachlichkeit dieses Hinausschreitens gut zu passen schien. Die beiden hatten nämlich vom Studium des jungen Mannes gesprochen , dem er entgegenreifte. Es war dayon die Rede gewesen, daß es zweieinhalb Jahre währen würde, für jpnge Menschen eine Unendlich lange Zeit, wollten die beiden heiraten. Als nun der junge Soldat diese Zeit, die eine Zeit der BrcnnUng sein würde, wie ich herausgehört hatte, nannte, sah er dem jungen Mädchen voll ins Gesicht, und auch meine Blicke ruhten im nämlichen Augenblicke auf diesen schönen, ein wenig herben, aber auch stolzen Zügen. Wohl huschten Wehmut und Verzicht rasch wie ein Schatten darüber hin, aber er war schnell verschwunden, und eine tiefe ßcbensgläublgfeit machte ihm Platz als der Mund sprach:Nur dreißig Monate die vergehen ja so schnell!" Man er­kannte deutlich, wie hier ein Herz sich bezwang, um ein anderes nicht schwerer zu machen wie aber alles Denken auf die eine Stunde gerichtet war, in der sich nach Ueberwinbung aller Lasten, auch wohl der eigenen schweren Alltagspflichten, das Leben vollenden würde. Ich sah auch, wie ein helleres Licht in den Augen des Mannes glänzte, dem in dieser Antwort Zweifel und Fragen untertauchten, und dem sich das Vertrauen an sich selbst und die eigene

Ach, Quatsch, ist alles halb so wlld mit den schweren Biestern, die sind gar nicht so gefährlich!" Der Kleinste unter uns sagte das, ausgerechnet der Kleinste!

Angeber!" sagte einer für sich, aber dock) so laut, bah es alle Horen konnten. Ich aber sah mir den kleinen Mann an, erblickte auf feinem Aermel zwei silberne Streifen, von denen sich metallisch glän- zend bas Bild eines Panzerwagens ab hob. Da fuhr er auch schon fort.Auch die dicken Pötte haben ihre Achillesferse. Man muß nur einmal die «chreckenskunde überwinden, dann Ist alles halb so wild. Das war damals, als die Bolschewisten m Nebel über die Newa gekommen waren und plötzlich mitten In den Stellungen der Division auf- tauchten. Wir bauten geballte Labungen zusammen, und bann rein in den Straßengraben. Da stand nämlich ein dicker Panzer mitten auf der Straße und schoß in unsere Infanterie hinein, daß einem die Wut hochkommen mußte. Die Pak hatte an anderer

laut im Anzeigenteil au lesen ist, würbe mit sofor­tiger Wirkung in Kraft gesetzt.

Sie Wochenschau

im Zeichen des totalen Krieges.

Di« neue Wochenschau zeigt Ausschnitte aus der Massenkundgebung im Berliner Sp 0 rtpalast mit Dr. G 0 ebbels. Die Kamera zeigt die entschlossenen Züge der Frontsoldaten, der Verwundeten, der Ritterkreuzträger, der Arbeiter und Arbeiterinnen, Wissenschaftler, Künstler, Lehrer und Beamten. Die Höhepunkte bilden die zehn Fragen, die Dr. Goebbels an das deutsche Volk rich. tetc.

Es folgen Bilder von der praktischen Verwirk­lichung dieses Bekenntnisses. Aus den Kartenstellen, wo die Ausgabe der Formblätter für die Meldungen von Arbeitskräften für d i e deutsche Kriegswirtschaft erfolgt, herrscht Andrang. Gewaltig ist die Zahl der Meldungen, die mit jeder Post auf den Arbeitsämtern einlaufen und gesichtet werden. Schon jetzt stehen zahllose deutsche Frauen an ihrem Platz in der Rüstungsindustrie.

Die Kamera schwenkt hinüber zur tunesischen Front. Lastkraftwagen und Panzer rollen über die Straße nach Gabes, der Stadt zwischen dem Meer und den Salzseen unweit, der tripolitan'schcn Grenze. Ein starkes System von Jnfanteriestellun- gen, MG.-Nestern und Panzergräben wird gegen einen Angriff von Süden angelegt.

Zum Schluß sehen wir Bilder vom Süden der Ostfront. Unsere Bruppen setzen sich in beweg­licher Kampfführung vom Feind ab. Große Beile der Bevölkerung haben sich unseren abrücfcnben Soldaten angeschlossen. Sie wollen nicht ein zwei­tes Mal unter die sowjetische Knute kommen. Hinter den Auffangstellungen am Donez wird ein Fessel­ballon der Artillerie aufgelassen. Der Beobachter lenkt das Feuer unserer Batterien auf feindliche Ab­teilungen. Unsere zahlenmäßig weit unterlegenen Nachhuten kämpfen mit beispielhafter Zähigkeit. Jedes Haus, jede Straße wird verteidigt. Immer wieder hindern Gegenstöße den Feind daran, den

Was sie ihm dabei nachrief, konnte er zwar nicht verstehen, doch es klang sehr empört und war be­stimmt keine Schmeichelei. Aber es veranlaßte ihn doch, seinen Wagen zum Stehen zu bringen.

Sagten Sie etwas?" meinte er unwillig und wen- bete sich zurück.Dann ..." ,

Betroffen schwieg er und hatte habet das höchst unangenehme Gestihl, sich grenzenlos blamiert zu haben. Donnerwetter noch einmal! Wo hatte er da eben nur seine Augen gehabt! Ein so hübsches Mädel schreit man doch nicht an wie ein betrunkener Fuhrknecht. Er wurde rot bis unter das straff zu- rückgekämmte Blondhaar. Da hatte er etwas ange­richtet, das er unbedingt wieder gutmachen mußte.

Rasch sprang er aus dem Wagen und stand mit zwei Schritten vor ihr. Dabei sah er erst, daß neben dem Mädchen am Straßenrand ein Motorrad lag, dem anscheinend der Atem ausgegangen war.

Ich bitte um Verzeihung, Fräulein ... kann ich Ihnen irgendwie helfen?"

Danke!" wehrte sie kühl ab und streifte ihn mit einem hochmütigen Blick.Sie haben es sehr eilig, und da möchte ich Sie um Gotteswillen auf keinen Fall aufhalten."

Sie ist wirklich ganz ungemein hübsch, dachte er. Besonders, wenn sie einen so wütend anschaut. Und sie hat sogar recht, wenn sie das tut/

Aber nein, gnädiges Fräulein! Bestimmt nicht", beteuerte er ein wenig verlegen.Ich war mit meinen Gedanken nur ein wenig woanders."

, Dann gehören Sie in einen Schaukelstuhl, aber nicht an das Steuer eines ...so feudalen Wagens", setzte sie spöttisch yinzu.

Das hätte sie nun nicht sagen dürfen Diese ironische Anspielung auf das Zwertzhafte seines kleinen Wagens ärgerte ihn. So ein hochnäsiges Ding! Und bei der hab ich mich noch in Unkosten gestürzt und anähigee Fräulein gesagt! Beleidigt meinen . Laubfrosch!" Na warte!

..Sie hab'm vermutlich noch nie in einem selbst- verdient-n Wagen gesessen?"

Der Pfeil traf.

Stelle alle Hände voll zu tun."Der Sowjetpanzer da vorne muß weg!" schrie mein Korporal und winkte mir zu. Also bin ich im Straßengraben vvrgechlichen ... ein schweres Stück Arbeit, das kann ich euch sagen, in dem Dreck und Schlamm. Der Bolschewist hat mich gar nicht gesehen.

Als ich dann auf etwa zwanzig Schritt heran mar, ist mir doch ein bißchen schummrig geworden. Ja, wenn man so mutterseelenallein ist, kann einem schon bange werden ... Aber was ein rechter Schis« fer ist, der fürchtet sich nicht so leicht. Also hab ich dem er ft meine Nebelhandgranate vor den Bug gesetzt, und dann bin ich die paar Meter hlngefpriht und hab ihm die Ladung in den Wanst geknallt. Ich war noch nicht wieder richtig im Graben, da Sing der Zauber |d)on los, und zwar so gründlich.

mir die Fetzen um die Ohren flogen.

Als sich der Qualm verzogen hatte, reifee ich die Augen auf und glaube eine Fata Morgana zu ehen: hintermeinem" rollt ein anderer, noch grö­ßerer Bruder heran. Verdammt, jetzt wlrds mulmig, denke ich mir, jetzt fort von dcr üblen Gesellschaft! Aber als ich die weite, freie Fläche vor mir sehe, über die ich herüber mufe, da kommt mir das Unter­nehmen noch spanischer vor. Ick) peile mir erst mal den zweitenGenossen" über den Grabenrand an, bann greife Ich an den Gürtel, in dem noch ein paar Handgranaten stecken.

In aller Hast binde ich irtit einem Stück Draht die Handgranaten zusammen da hat mich der Bursche schon gesehen. Auf einmal kracht es neben mir, und als ich hochblicke, sehe ich, dafe drüben die Klappe gehoben wird, und eine Hand herausfährt, um eine Eierhandgranate zu mir herüberzuwerfen. Wie das We.itere dann kam, weife ich nicht mehr Ich bin aufgesprungen und habe ihm meine Ladung in die Klappe geschoben, ehe er noch seine Hand zurückziehen konnte. Wumm ... und aus war der Braum. Das was alles."

Nun war es ganz fti|l geworden auf unserem keuchenden LKW.Weife der Deubel! Mensch, an so einen dicken Gustav ranzusprlngen, da gehört schon eine ordentliche Portion Mut und Tapferkeit dazu ..."Nun, macht bloß keine großen Sprüche", lachte da her Kleine,'s ist nichts weiter als ein bißchen Kaltblütigkeit nötig."

Em bißchen Kaltblütigkeit? Wo fängt bann bas Heldentum an? fragte ich mich in diesem Augen­blick ... ^-Kriegsberichter Günther Honölka.

. ............... ... v...Ov...e Als sich das junge Mädchen, das tm Zuge mir

»tuernroirtschaften nicht die notwendigen Maschinen gegenüber gesessen hatte, erhob, um die zwei Koffer ... Geräte, Ackerwagen und Zugtiere vorhanden aus dem Gepäcknetz zu nehmen, wunbcrie ich mich, .-,e[en wären. Außerdem war die dortige Bevöl- baß ihr Begleiter, ein Soldat mit Auszeichnungen ftjring ja rund zwei Jahrzehnte lang fystematrfch an der Brust, sich nicht erhob, ihm behilflich zu sein. fli|i den Stand von landwirtschaftlichen Zwangsar- Nun, dachte ich, wenn er glaubt, sich so verhalten zu hrtern herabgebrückt worden, wobei die Bolsche- können, ift es unnötig, daß ich emgreife recht

auch noch ein Spezialistentum gezüchtet hat- x-c - v 4*,x """"

En so daß beispielsweise der eine wohl etwas von mjihrvirtschaft verstand, aber nichts von Ackerbau, allem fehlte der Landbevölkerung jede Ersah-

L»g, wie sie zur Führung eines selbständigen fkicrrobetriebes notwendig ist. Aus allen diesen ^jnben war es also erforderlich, Uebergangs-

arbeit.

iSMt nächst« Stufe sind bann Vie Landbau- .gossen schäften. Bei dieser Landbaugenos- Wchaft ist praktisch der einzelne bereits in vollem Witz seines Lanbanteils. Nur die Bewirtschaftung tfügt noch gemeinsam, weil nur so der Maschinen- Watz zur richtigen Wirkung kommen kann. Auf tzk gleichen Stufe wie die Landbaugenossenschaft Mtdie Bildung von Einzelbetrieben, von Wen meist je zehn zu einer auf genossenschaftlicher Iflrinblage arbeitenden Höfegruppe gehören, ober & Einzelwirtschaft mit arrondiertem Landanteil. Alche Möglichkeit gewählt wird, hängt von den Wichen Verhältnissen ab. In den nördlichen und istieren Gebieten sind die Flächen fast aller Ge- Ainwirtschaften bereits in individuelle Nutzung Wommen. Hier ist auch die Bildung der Land- Mgenossenschasten und der Eimelhöfe am weitesten ^geschritten. Das erklärt sich daraus, daß in die- N Gegenden auch in der bolschewistischen Zeit die Mektivwirtschasten nicht so riesige Flächen um- «ten. Auch waren die Dörfer hier durchschnittlich Wentlich kleiner als in der Ukraine. Die Landaus- .iOung erfolgt im allgemeinen in gelb ft reifen, di sich auf die Felder her Fruchtfolge verteilen. Der IXielne erhält also einen Feldstreifen vom Rog- Uschlag, vom Weizenschlag, vom Kartoffelschlag U». Diese Art der Aufteilung ist einmal am ein- JKften und schnellsten burchzuführen, was info- Ln wichtig ist, als die zur Dersügung stehende Ml von Landmessern naturgemäß beschränkt ist, ! ujb zweitens wird dadurch die Möglichkeit erhalten, M mei t knappe landwirtschaftliche Inventar und U Machinen in genossenschaftlichem Einsatz zu Mionettster Wirkung zu bringen.

- M der Ukraine lagen die Verhältnisse anders, jjrr dominiert der Großbetrieb und dementspre- Mnd der Einsatz von Großmaschinen, wie Mah- Mchern usw. Im Interesse des Nutzens für bie Wgemeinheit, aber auch im Interesse der Dorfbc» Ebner selbst, mußte man hier also zunächst noch Mtgehend die Form der Gemeinwirtschas- itn beibehalten. Doch ist man darauf bedacht, bas fcrlanb ständig zu vergrößern und nach Möglich- II auch bie Ueberführung in Landbaugenossenschaf- K vorzunehmen. Im Jahre 1942 konnten so be- W s 10 4 v. H. aller Gemeinwirtschaften tm Reichs- «mniss'ariat Ukraine in Landbaugenossenschaften »gewandelt werden.

s insgesamt haben nach einem Jahre von etwa I Millionen Bauernfarnilien, bie in den besetzten D gebieten leben, bereits 2 Millionen das frühere Jhhoslanb in individueller Nutzung. Wenn man lAtöfneri'ihmfi» ^iolnvinsck>e Aarar«