Japans Politik in China.
Tokio, 25. Febr. (Europapreß.) Ostasienmimster Aoki und der Chef des Wehrmachtsamtes im Kriegsmmifterium, Generalmajor Sato, erklärten im japanischen Reichstag, daß Japan gegenüber China keine Ausbeutung Politik, sondern eine Politik aufrichtiger Zusammenarbeit beabsichtige. Große japanische Finanzgesellschaften würden ihre Tätigkeit auf die Entwicklung der eigenen Produktion der chinesischen Industrie konzentrieren, und die Regie- runa werde nicht davor zurückschrecken, in das Geschäftsgebaren privater japanischer Unternehmungen in China einzugreifen, sofern es der chinesisch-japanischen Zusammenarbeit widerspreche.
Chinas Bedeutung sei durch den Ostasienkvieg keineswegs gemindert. Der ostasiatische Krieg sei aus einer chinesischen Affäre entsprungen und werde
schließlich auch in einer chinesischen Affäre enden. Der Krebsschaden der dem ostasiatischen Kriege vor- angegangenen Verhandlungen sei die ungerechtfertigte Auffassung der UDA.-Regierung gewesen, daß Japans Endziel die politische Knechtung und monopolartige Ausbeutung Chinas wäre. Diese Konzeption sei völlig erschüttert worden durch die Rückgabe der japanischen Konzessionen und der mit japanischem Blute gewonnenen feindlichen Guthaben an China. Natürlich habe Japan es heute nicht nötig, das Verständnis der Nordamerikaner zu suchen, aber es sei selbstverständlich, daß die japaniscke Politik gegenüber China den Kriegstreibern in Tschung- king und Washington jeglichen Vorwand nahmen müsse, den Krieg gegen Japan fortzusühren.
„Lauter Utopisten."
Don unserer Berliner Schristleitung.
„Die Regierung Seiner Majestät muß aus lauter Utopisten bestehen, sie haben sich durch den Außenminister im vergangenen Dezember zu diesem Ziel verpflichtet", sagte der britische Innenminister M o r r i s o n am Mittwoch in der Londoner Guildhall. Die Regierung Churchill hat in diesem Kriege die Welt oft in Verblüffung gestürzt, sie hat durch ihre Auslieferung Europas an den Bolschewismus und burcb die Glorifizierung der Armee Stalins wie ein Verzweifelter gehandelt, der zwischen die Malströme des amerikanischen und des sowjetischen Imperialismus geraten ist und fühlt, wie er hinuntergezogen wird. Aber daß uns jetzt die Churchill und Eden, die Benin und Morrison als Utopisten vorgeftellt werden und die Welt diese Maskierung gescheiterter Rechner glauben soll, ist zuviel.
Utopia ist ein griechisches Wort für Nirgendland, das der von Heinrich VIII. geköpfte Lordkanzler des britischen King, Thomas Morus, dem Phantasieland seines Werkes gab, in dem er eine scharfe Krittk an den britischen Zuständen übte. Der Historiker der Victorianischen Aera, Macaulay, spottete In seinen Essays: „Ein Acker in Middlefex ist besser als ein Fürstentum in Utopien, das kleinste wirkliche Gut ist besser als die prachtvollsten Versprechungen von Unmöglichkeiten", aber selbst das Üeinste wirkliche Gut, den Beveridge-Plan, der dem britischen Volt das Mindestmaß sozialer Gerechtigkeit bringen sollte, das wir in Deutschland fett mehr als 50 Jahren haben und das längst von uns verbessert und von fast allen europäischen Völkern mit uns verbessert worden ist — diese kleine Abschlagszahlung ist von der Regierung der „Utopisten" als zu gefährlich und die Plutokratie und ihre Selbstsucht gefährdend abgelehnt worden. Darauf gab es so etwas wie eine Revolution im Wasserglas, eine Verärgerung in den Kreisen der Labourleüte, die nicht so arriviert sind wie der ehemalige Labourmann Morrison. Vielleicht hatte er von Churchill den Auftrag, durch verschwommene Phrasen dieser Erregung die Spitze abzubiegen.
Denn was sind das für Utopiften, die dem bri
tischen Arbeiter auch die kleinste soziale Abschlagszahlung verweigern, die aber eine Utopie errichten wollen zusammen mit der sozialen Musterrepublik Roosevelts und dem Terrorstaat Stalins! Und was für eine Utopie! „Das Schwert der Weltgerechtigkeit und der Weltherrschaft wird in den Händen dieser Nattonen rrchen", sagt Morrison, „der alte Gedanke einer nationalen Herrschaft und Staatsautorität muß im Interesse einer gemeinsamen Tat geopfert werden." Also, muß man eigentlich folgern: nichts mehr von Briten »der britischem Empire, nichts mehr von Amerikanertum oder einem „amerikanischen Jahrhundert", nichts mehr von Bolschewismus, denn nach Morrison müssen alle diese „Vorurteile" aufgegeben werden. Mer in Wirklichkeit will er ja gerade die Weltherrschaft dieser sehr unterschiedlichen und sehr gegensätzlichen Rasjep und Staatssysteme auf Kosten aller anderen Nationen sichern, er will eine internationale Polizeimacht und alle Bewaffnung lediglich den Staaten vorbehalten, die „militärisch sofort zur Tat schreiten können, wenn sich irgendeine andere Nation widersetzt", denn die anderen, die Paria-Nattonen, also Europa, Afrika, Ostasien, Südamerika, die von vornherein entwaff- net werden sollen, könnten ja auf den Gedanken kommen, daß diese internationale Polizeimacht irgendwelche Ungerechtigkeiten begehen oder sich selbst in den Haaren liegen könnte, und sie könnten sich dagegen wehren wollen! Das wäre aber „eine Verletzung des Weltfriedens", d.h. eine Beeinträchtigung der Macht derer, die sie schrankenlos ausüben!
Wir wollen nicht auf Morrisons fernere Phantas- magorien eingehen, denn die Ausmerzung der Achsenmächte, die Zwangsarbeit ihrer Massen, die Bestallung von Juden und Bolschewisten als Lehrer der deutschen Jugend, das malt Morrison sich mit haßerfüllter Phantasie als selbstverständlich aus. Aber daß er solche bluttünsttge Welttyranneiträume als Utopien verheißt und dafür die ganze Regierung Churchill mobilmachen will, zeigt, wie diese Regierung mit der Stange im Chaos herumrudert, das sie selbst anrichtete und nicht zu ordnen weih.
der dem Lande die riesigen Ausgaben für die Aufrüstung ersparte und dadurch die Finanzreserven weitgehend schonte. Trotzdem erklärte Castillo, daß er am 20. Februar 1944 — dem Tag der Amtseinführung des neuen Präsidenten — in der „Casa Rosada" seinem Nachfolger die Präsidentschaftsschärpe überreichen werde — ein außerordentlich geschickter Schachzug, der allen Erörterungen das Wort angeschnitten hat. Dagegen hat Castillo keinen Zweifel darüber gelassen, datz er seinem Nachfolger seinen ganzen Einfluß zur Verfügung stellen werde) um die neutrale Haltung Argenttmens zu festigen und auszubauem
Die Segnungen dieser Haltung müssen allerdings jedem Argentinier von Tag zu Tag stärker auffallen. Das Land hat die Oelproduktion stark gefördert, seine Schiffahrt versorgt das Land mit den am dringendsten benötigten Einfuhrgütern, die Industrie befindet sich stark im Ausbau, und die Belastung der Staatsfinanzen ist zwar durch den Aufkauf der Weizenernte sehr hoch, aber nicht unerträglich. So kann Argentinien als einziges Land einigermaßen ruhig dank einer klugen Staatslenkung der Zukunft entgegensehen, was man von keinem anderen süd- amerikanischen Lande heute zu sagen vermag, denn der Dollar hat sich nirgends als Segnung, sondern überall als Verhängnis erwiesen.
politische Gründe der Krankheit Churchills.
Lissabon, 25. Febr. (Europapreß.) Die englische Presse der letzten drei Tage vermittett ihrem Leser den Eindruck, daß es sich bei der Erkrankung Churchills an einer Lungenentzündung mehr um politische als um physische Krankheitsgründe handele. Man gewinnt den Eindruck, daß Churchill vor allen Dingen den Feiern zum 2 5. Jahrestag de r Roten Armee aus dem Wege gehen wollte. Damit bringt man auch die letzten Mittel- i hingen in Zusammenhang, daß Churchills Gesundheitszustand sich seit zwei Tagen gebessert habe und Churchill schon in Kürze wieder im Unterhaus er» scheinen werde. Gleichzeitig teilt die „Times" mit, daß auch der Besuch der Gattin des Ministerpräsidenten beim großen Galaempfang auf der sowjet- russischen Botschaft nur auf eine halbe Stunde bemessen gewesen sei. Es sei in London aufgefallen, daß Churchill als eines der wenigen Regierungs- Mitglieder, die Moskau besuchten und Stalin persönlich kennen, nicht auf der Liste der Festredner gestanden habe, die am Tage der Roten Armee sprachen.
Gandhis Befinden gebessert.
Bangkok, 25. Febr. (Europapreß.) Das körperliche Befinden von Mahatma Gandhi scheint sich langsam zu bessern. Es fehlen noch sieben Tage an dem dreiwöchigen Hungerstreik. Im Zujammen- hang mit Gandhis Hungerstreik wurden die Börse sowie der Baumwollmarkt in Bombay geschlossen. In einigen großen Textilfabriken von Bombay wurde die Arbeit niedergelegt. In Ahmedabad, Gandhis Heimatsort, sind alle Fabriken und Geschäfte seit Tagen geschlossen. Ueberall werden die Berichte über Gandhis Gesundheitszustand mit wachsender Ungeduld erwartet. Auch in mohammedanischen Kreisen verfolgt man Gandhis Hunger, streik mit großem Anteil und hofft, däß der Ma- hatma feine Fastenzeit überleben werde.
Clipper-Absturz auf dem Tejo.
Lissabon, 25. Febr. (Europapreß.) Am Montag ist der UDA.-Clipper bei der Landung auf dem Tejo abgesttirzt. Das Unglück stellt sich offenbar als eine Katastrophe von besonderer Bedeutung heraus wegen der Personen, die das Flugzeug benutzten. Vor- läufig freilich halten die Behörden noch den Schleier des Geheimnisses darüber gebreitet. Nach Berichten von Augenzeugen suchten am Montagnachmittag schwere Regenböen die portugiesische Haupt» sta-dt heim. Wahrend der Dämmerung erschien der riesige Amkee-Clipper N. C. 18—603 über dem Wasserflüghafen Cabo Luive an der Tejo-Mündung. „Alles in Ordnung, wir wassern", wurde von Bord des Flugzeuges gefunkt. Man hörte das dunkle Gebrumm der vier Motoren, während das Flugzeug in die vorgefchniebene Linkskurve ging. Plötzlich erloschen die Lichter in der Kabine und die linke Tragfläche berührte das Wasser. Mit gewaltigem Getöse schlug der 42 Tonnen schwere Clipper sofort aufs Wasser. Innerhalb weniger Sekunden verschwand das Flugzeug, nur eine riesige Wassersäule hinterlassend in den gelben Fluten des vom Sturm aufgewühlten Flusses. Das Motorboot der Flughafen
verwaltung raste sofort zur Unglücksstelle. Fünfzehn von den 39 Insassen wurden gerettet. Einer starb jedoch nach wenigen Stunden. Alle übrigen wurden aus dem aufgerissenen Flugzeugrumpf heransgespült und als Leichen meerwärts getrieben. Dreizehn schwerverletzte Fluggäste, darunter vier Frauen, wurden in ein Krankenhaus gebracht. Beil den verletzten Frauen soll es sich um Darietöstars aus den Vereinigten Staaten handeln. Im übrigen wird über die Insassen des Flugzeuges jede Auskunft verweigert.
Oie ungarische Armee im Kampf gegen den Bolschewismus.
Budapest, 25. Febr. (DNB.) Auf einer Der- fammlung des Verbandes christlicher Fabrikindustrieller sagte Ministerpräsident K a l l a y, daß die ungarisckeArmee inden vergangenen Wochen chwere Prüfungen in den blutigen Kämpfen betäuben habe. Sie habe Verluste erlitten, doch die chwersten Stunden habe sie bereits ungebrochen überstanden und bereite sich vor, alle Kräfte zusammenzufassen, um für die Rettung der Welt und xbe» ungarischen Bollwerkes der Kultur und der
Zivilisation vor dem Bolschewismus weiterzukämpfen. Das Problem der ganzen Welt und des unga- rischen Vaterlandes sei jetzt dasselbe: die Beseitigung der bolschewistischen Gefahr.
Oer Neichsarbeitsdienst spendet für das Kriegs-Winterhilfswerk.
Reichsarbeitsführer Hier! übergab dem Kriegs- Winterhilfswerk 2 854 564,07 RM., die Arbeits- männer, Arbeitsmaiden und Kriegshilfsdienstmäü- chen, Arbeiter und Angestellte, Führer und Führerinnen dem Reichsarbeitsführer aus Anlaß seines Geburtstages im Zeichen deutscher Schicksalsgemeinschaft uberrreicht hatten.
Oie Neuregelung der Nentenversicherunq im Bergbau.
Die Verordnung vom 4.10.1942 hat die Rentenversicherung im Bergbau neu geordnet. Sie berücksichtigt vor allem die Hauerarbeit unter Tage durch Gewährung von Leistungszuschlägen zur Rente und des Bergmannstreuegeldes. An Stelle der bisherigen Altersrente ist der Knappschaftssold getre-
Oie begnadete Stimme.
Zu Carusos 70, Geburtstage.
Seit 22 Jahren lebt Carusos Stimme nur noch auf der Schallplatte. Viele aus der heutigen Generation kennen ihren sammetweichen schmelzenden Klang nur durch die Uebertragunq, in anderen roedt die Platte die Erinnerung an Theater- oder Konzertabende, an denen die Tausende der herbei- sttömenden Menschen von der gleichen festlichen Erwartung geschwellt waren, die beim ersten Auftreten des Sängers, bei den ersten Tönen aus seiner Kehle einer stillen Begeisterung wich
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Was machte den einzigartigen Glanz und die Bannkraft von Carusos Stimme aus? Man kann antworten, es fei eine ungewöhnlich glückliche Anlage der Stimmbänder und des Kehlkopfes gewesen. Aber es ging auch von dieser Stimme etwas ganz Persönliches aus, etwas menschlich Erregendes, das sich auf die Zuhörer üb erlüg. Caruso selbst hat einmal behauptet, es sei die Angst, die seine Stimme ,}u dem mache, was sie sei. Jedesmal auf der Bühne überfalle ihn eine starke Nervosität, eine Erregung, die er zugleich fürchte und liebe, und die sich auf geheimnisvolle Weise auf das Publikum übertrüge, das davon ergriffen fei. „Aber die Menschen sollen wißen", so waren Carusos Worte, „dah nicht der Caruso auf der Bühne,es ist, der den anderen den großen Genuß bereitet, sondern einzig jener gewaltige Gott, den man die Angst nennt. Und wahrscheinlich wird meine Angst täglich größer: denn am nächsten Tage pflegt man mir regelmäßlg zu sagen: „So schön wie gestern haben Sie noch nie gesungen ..."
Dieses halb im Scherz gesprochene Bekenntnis war doch bezeichnend für Caruso, für feine Be- scheidenheit, aber auch für fein Menschlichstes, feine Erregbarkeit, seine Abhängigkeit von seinen Nerven, der er wie fast alle Künstler ausgeliefert war. Man könnte vielleicht denken, daß ein Sänger, der Jahrzehnte hindurch gewöhnt ist, ständig auf den größten Bühnen der Welt zu stehen, verwöhnt vorn Beifall aller Nattonen, allmählich das Campen fieber
überwunden hätte. Aber das ist meistens nicht der Fall, und bei Caruso war es gerade umgekehrt. Je. höher fein Ruhm stieg, um so größer wurde für ihn das Gefühl der Verpflichtung, sich auf dem steilen Gipfel der einmal erreichten Leistung zu halten, um so größer auch die Furcht, durch die Indisposition eines einzigen Abends davon abzusinken, und die Tausende, die mit der Erwartung eines ganz außergewöhnlichen Genusses, zu ihm gekommen waren, zu enttäuschen. Er sei glücklicher gewesen in seiner Jugend, in der er für jedes Auftreten zwanzig Lire bekam, als später, da er sich an einem Abend 10—20 000 Mark ersang, hat Caruso oft erklärt.
Der große Künstler hat feinen Gesang nicht als fertiges Göttergeschenk ins Leben mitbekommen. Erst in harter, zychtvoller Arbeit hat fein Orgdn den Umfang gewonnen, den strahlenden metallischen Glanz, und er war schon fast auf der Höhe feiner Laufbahn, als sich ihm sein sehnsüchtig erstrebtes Ziel, das hohe C, wirklich erschloß.
Carusos Wiege stand in Neapel, wo er in feiner Jugend als Mechaniker arbeitete und nach Feierabend in den Badeanstalten und Gastwirtschaften von Santa Lucia, an Festtagen im Kirchenchor sang. Ein mittelmäßiger Maestro seiner Vaterstadt wurde sein erster Lehrer im Kunstgesang, und Neapel wurde auch die Stätte seiner ersten bescheidenen Theatererfolge. „Du wirft dir wohl - noch deine 200 Mark im Monat verdienen", weissagte ihm der Lehrer. Aber schon von Mailand aus, seiner nächsten Etappe, flog sein Ruhm in alle Welt, und es regnete Angebote aus Paris, London, Amerika. Bei den Proben zu Puccinis „Bohöme" in der Mailänder Skala blieben die wenigen Zuhörer kühl und skepttsch, der Abend selbst aber wurde ein rauschender Erfolg, der alle Erwartungen, auch die Carusos, übertraf.
Ruhm und Reichtum, mit denen ihn das Schicksal dann so verschwenderisch überschüttete, haben Carusos Wesen nie zu ändern vermocht. Sein Leben lang blieb er der warmherzige, lebensprühende, kindlich gütige Mensch, ein echter Sohn seines Volkes. Und sein Leben lang war ihm die Kunst Sache heiligen Ernstes und tiefer Verpflichtung. Ost, wenn
das reiche Publikum Tausende für eine letzte Karte zu einem seiner Konzerte ober Dhaterabende gezahlt hatte, versammelte sich noch ein Haufen Unbekannter abends spät vor seinem Hotel und erbettelte von ihm „eine Alle durchs Fenster für das arme Volk". Und Caruso willfahrte. „Denn", so sagte er, „das ist schöner als alle Triumphe, das ist der Beweis der heiligen Mission der Kunst ..."
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Das riesige Vermögen, das Caruso sich in seinem Leben zusammengesungen hat, legte er zum größten Teil in feinem Schloß an, einem herrlichen toskanischen Herrensitz aus dem 16. Jahrhundert, wo er regelmäßig seine spielfreien Sommer mit seiner Familie und einigen nahen Freunden verbrachte. Keineswegs aber widmete er sich hier einem heiteren Müßiggang, vielmehr der Verwaltung feiner Güter, der „Poderie", die meilenweit im Umkreis das Schloß umgaben. Carusos Begeisterung für die Landwirtschaft war so groß, daß diese Beschäftigung für ihn die schönste Erholung bedeutete, und mit Eifer war er bestrebt, auf seinem Grund und Boden Musterwirtschaften zu schaffen. Doch diese Liebhaberei hat ihn niemals geizig gemacht. Keinen Hilfesuchenden wies er ab, und die Summen, die er jährlich für Wohltätigkeit ausgab, waren beträchtlich.
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Es war eine merkwürdige Fügung, daß Neapel, die Stadt feiner Kindheit, auch Carusos Grab bergen sollte. Jahrelang hatte zwischen ihm Und der Heimat eine gewisse Spannung bestanden, der Prophet war wieder einmal im Vaterlands zuletzt anerkannt worden, und Caruso, verletzt von der Kühle der Neapolitaner, hatte es jahrelang vermieden, hier zu fingen. Endlich aber war diese Spannung behoben, die Kritik war der offenen Begeisterung und dem Stolz auf den großen Landsmann gewichen, und im Sommer 1921 weilte Gant fo als Gast in Neapel. Hier, im Hotel Desuvio, nicht fern von den Stätten seines Anfangs, erlag er am 2. August 1921 einer verschleppten Brustfellentzündung, noch nicht 50 Jahre alt. Das Schicksal hat ihm das Los so vieler großer. Sänger erspart, den Niedergang feiner Stimme zu erleben.
C.K.
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ganz Wenigen, was bei stärkste sicher Prosaliteratur übrigbleüw . 9
Zweifellos fordern die zwei Bände auch von uni- heute ein besonderes Maß von Konzentratton, afce' der aufmerksame Leser wird belohnt durch das Em bringen in ein Kunstwerk, das in der Schlichrh^ ber Sprache, in der liebevoll ausgespostneve.' Schilderung der Landschaft und in der erfinbungs- reichen Handlung von einem echten Dichter Zeug' nis ab legt. Wo wir jetzt diese schöne neue Ausgab: bes großen Romans besitzen, darf er über ör vielen häufiger gelesenen und zugänglicheren Nt> vellen Stifters künftig nicht vergessen werden. L
— Bruno H. Bürgel: Saat u n b Ern tu, Betrachtungen über Leben und Tod. Mit 28 Ab bÜbungen im Text und 8 Tafeln. Deutscher Vertat Berlin. Preis gebunden 4,80 RM. Bürgel, unsere Lesern burch zahlreiche volkstümlich gehaltene riatui' wissenschaftliche Beiträge namentlich aus dem Geb«r der Sternenkunde bekannt, schneidet hier ein Thenm an, an dem niemand ohne brennendes Untere*!’ vorüberzugehen vermag, so sehr auch viele Mensche sich scheuen, daran zu denken ober gar davon sprechen. Bür< ------ ‘
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einer anderen Bergbauart gearbeitet haben; bei nur । 180 Monaten wesentlich bergmännischer Arbeite1 wird' das Bergmannstreugetd nach Vollendung de;
54. Lebensjahres für weitere Hauerarbeiten unter Tage in einer anderen Bergbauart gewährt. W den Anspruch auf das Bergmannstreugeld werden auch die vor dem 1. Januar 1943 zurückgelegte n Zeiten wesentlich bergmännischer Arbeiten und tef Arbeit als Hauer unter Tage berücksichtigt. Der Knappschaftssold wird auf monatlich 60 RM. er höht. Zu dem Minbestbetrag ber Knavpschaftsrenk von monatlich 30 RM. und der KnappschaftsvoN« rente von 50 RM. wird für jedes Kind der Kinde«' Zuschuß gewährt.
(Sin Jahr frei vom Kolchos.
Rund ein Jahr ist es jetzt her, daß der Reichs. j Minister für die besetzten Ostgebiete, Alfred Rosen. ] berg, die neue Agrarordnung verkündete. Dann!» begann für den in die bolschewistischen Kolchose M. > preßten Bauern der besetzten Ostgebiete ein völlig 1 neuer Abschnitt. Man muß sich, um ganz zu öer ] stehen, was dies bedeutet, noch einmal nergegen.4 wärtigen, welches Spiel ber Bolschewismus mit beni Bauerntum getrieben hatte. Im ehemaligen xarnfti. j scheu Rußland gab es eine moderne Industries mit geringen örtlichen Ausnahmen, so gut wie jjatl nicht. Es fehlten, abgesehen von einigen Großstöd.« ten, infolgedessen auch die Arbeitermassen.i die eigentlich die Voraussetzung für bas Gelinge« einer 'marxistischen Revolution zu fein fehlen en. I« i ber Tat hat ber Bolschewismus fein Spiel benn auch nur bürd) einen ungeheuren Betrug an de: | Bauernbevölkerung des ehemaligen Rch land gewinnen können. Die ewige Sehnsucht bes noch vor Jahrzehnten, m tieffter Leibeigenschaft schmachtenden Dauern im Zarenreich mar von sehe? die Forderung nach eigenem und ausreichenden, Landbesitz gewesen Wer dem Bauern Land vn. sprach, hatte ihn für sich. Das erkannte Lenin sehr wohl, und er handelte entsprechend, indem et de« | Dauern nach der Revolution den vollen Besitz bn I dem Mel und dem Großgrundbesitzertum entttg. neten Bodens versprach. Mit dieser Parvl>' wuch,I ber^ Bauer, ohne den die bolschewistische Revo'utm l niemals hätte gelingen können, gewonnen.
Sobald die bolschewisttschen Machthaber aber frt| im Sattel zu sitzen glaubten, gingen sie daran, btr Bauern um seinen Lohn zu betrügen. Das Mitte! war die K o l^l e k t i v w i r t s ch a f t, die Kolchose | Mit allen Methoden des Terrors und ber Erpres.! fung wurden die selbständigen Bauern gezwungen^ angeblich fteiwillig, Mitglieder ber Kollektiv«ist. | schäften zu werden. Wer sich weigerte, galt als fiu lak und wurde früher 'über später liquidiert ober] nach Sibirien verschickt, was praktisch auf basfetoi ] herauskam. Die Mitglieder der Kolchose aber muß.! ten bald erkennen, dciß ihr Los kaum besser toar, Sie wurden mehr und mehr auf den Stand ptr« | landwirtschaftlichen Zwangsarbeitern her ab gedrückt | die noch dazu keinen festen Lohnanspruch hatten, j sondern je nach dem Ertrag ber KollektivwirtschM einen Jahresanteil ausgezahlt bekamen, der praf« J tisch kaum die Grunblage zur Existenz bot. D« Ziel der Bolschewisten, aus ber bäuerlichen Land- wirtschaft mehr und mehr eine l a n d w i r t f ch a f i> I liche Industrie zu machen, trat immer beut] licher zutage. Entsprechend groß war ber Haß gegw die Kolchose, der überall als typisches Kennzeichen unseren Soldaten in den besetzfen Ostgebieten ei* l
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sprechen. Bürgel behandelt es mit dem Feingefühl mit dem das Geheimnis unseres Werdens und B«' gebens nur berührt werden darf, aber auch mit de« fachlichen. Ernst, den der hohe Stand unserer natur» wissenschaftlichen Forschung fordern kann. Religio»' Philosophie und Geschichte, Dichtung und blldemr' Kunst werden herangezogen, um die Stellllna be1 Menschen zmn Tode auch über die naturwissenschaft' liehen Erkenntnisse hinaus zu fixieren. Die AchttM vor dem Wunder in der Natur und der bewUM Verzicht darauf, Welttötsel lösen zu wollen, tße uns für immer verborgen bleiben werden, machen das Buch besonders sympathisch. Dr. Fr. W. Lany*
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■ Eid) bi e 1 rorjunel IÄ1M v.
ten. Eine Durchführungsverordnung des Reichs- tarnet arbeitsminrsters paßt das Bergmannstreugeld bei Arbeitsverhältnissen in den einzelnen Bergbauae- bieten an. Hat ein Versicherter mindestens 240 Monate Hauerarbeit im Steinkohlen-, Cn- oder Erd- ölbergbau geleistet, so erwirbt er den Anspruch aus bas Bergmannstreugeld bereits für jedes volle Jahr, in dem er nach Vollendung des 48. Lebensjahres ab Hauer unter Tage in diesen Bergbauarten arbeitet. Bei mindestens 180 Monaten wesentlich bergmamri- scher Arbeiten erhält er Bergmannstreugeld M jedes volle Jahr, in dem er nach Vollendung des, 50. Lebensjahres als Hauer unter Tage im Steinkohlen-, Erz- ober Erdölbergbau arbeitet. Dau 50. Lebensjahr gilt auch für alle die Versicherten, bi? mindestens 240 Monate als Hauer unter Tage w
gegentrat.
Es war also klar, daß die Auflösung bet Kolchosen die Voraussetzung dafür war, mm man die freiwillige Mitarbeit her land-wirtschast- lichen Bevölkerung in den besetzten Ostgebreten ... reichen wollte. Ebenso klar wurde aber sehr bald, ■ ®ma' ; daß eine Auflösung der Kolchoswirtschaften oh„! “J D0,nJ; jeden Uebergang und ihre direkte Ueberführung h «
— In den „Zauberspiegel", die vorbildlich aus« sicher P gewählte und herausgebrachte Sammlung alteren W Spanne deutschen Romanguts, die der Verlag Rüttik. । und Loening in Potsdam veranstaltet, ist Adal' bert Stifter, der große Erzähler der Ostmack, mit seinem reifsten Roman „Der Nachfommett eingezogen, den man ganz österreichisch, einen Neman des Herbstlichts und ber mechancholischen Gedämpftheit genannt hat. Hebbel höhnte zwar, er biete demjenigen die Krone Polens, der imftanfr fei, diesen Roman zu Ende zu lesen. Aber Nietzsct»
»imdel Iptlaml Millionen Mieten stand t M in z- miLan hier mit Mrei !v beben
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