20 Meter dem Feind gegenüber, die aufreibenden Gegenstöße, dieses zähe Aushalten im Granathagel der Materialscklacht, die den einzelnen Menschen zu verschlingen droht. Es ist d i e Kameradschaft, die nur noch schwere Stunden kennt, der Leutnant, der — selbst todmüde — wacht, damit seine Unteroffiziere schlafen können, der Grenadier, der seinen Nebenmann aufrichter und mitreiht, wenn diesem die Nerven zu zerreißen drohen, und sie alle, die Handvoll Grenadiere, die nicht nur ihren Platz ausfüllen, sondern gleichzeitig den Dienst von zwei, drei anderen versehen, die der Krieg von ihrer Seite gerissen hat —, das alles die Kameradschaft in ihrer höchsten Bewährung, erschütternd und erhebend zugleich.
Unwillkürlich muß man, wenn man dies alles miterlebt, an einen Spruch denken, den man irgendwann, früher einmal, gelesen und als güt befunden hat, und dessen wahren und letzten Sinn man doch jetzt erst richtig erfaßt:
Wenn einer von uns müde wird, der andere für ihn wacht, wenn einer von uns zweifeln will, der andere gläubig lacht, wenn einer von uns fallen sollt, der andere steht für zwei, denn jedem Kampfer gab ein Gotl den Kameraden bei.
Was in diesen acht Zeilen steht, ist hier lebendige, bitterernste Wahrheit, ist in die Tat umgesetzt worden, hier in der Hölle von Stalingrad. Von einer Handvoll deutscher Grenadiere ...
Das Heldenlied von Welikije Luki.
Berlin, 25.Jan. (DNB.) In der im Laufe der Kämpfe völlig zerschossenen Stadt Welikije Luki haben schwache deutsche Kräfte, Grenadiere und Kanoniere, Pioniere, Nachrichtensoldaten, Sicherheits- und Bautruppen sowie Angehörige der Versorgungstruppen 5 2 Tage fang völlig ein geschlossen dem mit ungeheurer lieber» macht vorn allen Seiten anstürmenden Feind in Kämpfen von beispielloser Härte äußersten Wich erst and geleistet. Die Bolschewisten griffen mit Auei Schützen-Divisionen, Teilen einer weiteren Mioision und Panzerbrigaden an. Außer der zu die- ,fen Verbänden gehörenden Artillerie hatten sie rings um die Stadt noch mehr als 35 weitere Batterien aufgefahren. Trotz zunehmendem Mangel an Munition und Verpflegung haben die Männer in ^härtestem Ringen mehr als sieben Wochen lang Tag für Tag den Angriffen des an dieser Stelle zahlenmäßig viel- ,-fa'ch überlegenen Gegners bis zur letzten Patrone getrotzt. Sie haben den Feind bezwungen und sich m verlustreichem Ringen von Stutzpunkt zu Stützpunkt, von Haus zu Haus -urchgekämpft. Diele von ihnen haben dem Fahneneid getreu ihren Auftrag bis zum Tode erfüllt. Die blutigen Verluste, die sie den Sowjets zufügten, betragen das mehrfache ihrer eigenen Stärke. Ein erheblicher Teil der Besatzung konnte sich am 16. Januar, nachdem die letzte Granate und nahezu die letzten Patronen verschollen waren, nach Westen durchschlagen und sich mit einer zu ihrer Entsetzung vorstohenden deutschen Kräfte- tzruppen vereinen. Andere Teile haben sich selbständig durch die feindlichen Stellungen durchgeschlagen Ämd sind nach äbenteuerlichen Schicksalen ebenfalls ©ei den deutschen Linien angelangt.
Churchill trifft sich mit Roosevelt..
Lissabon, 25.Jan. (DNB.) Nach zuverlässk- gen Nachrichten ist Churchill vor einigen Tagen zu einem Zusammentreffen mit Roosevelt von London abgereist, um mit diesem die gemeinsame Kriegführung und die Regelung einiger Nachkriegsproblome zu besprechen. An erster Stelle der Tagesordnung steht die Klärung des englisch- tamerikanischen Verhältnisses in N o rda fri ka und inr Mittelmeer. Die lebhafte Publizität, die der Ärordafrikafrage in der letzten Zeit von der englischen öffentlichen Meinung gegeben wurde, zeigt, wie sehr man in England die Notwendigkeit empfindet, hier einen Ausgleich auch für die Zukunft tzu finden.
Einen weiteren Gegenstand der Unterredung bildet das Verhältnis der beiden Länder zur S o w - jetunion. Das große Dunkel, das diese über ihre Pläne hinsichtlich der Gestaltung der Zukunft insbesondere Europas walten läßr, möchte Churchill benutzen, um sich von der Haltung der Vereinigten Staaten- gegenüber den möglichen Aspirationen der Sowjetunion in Europa ein Bild zu machen und dem britischen Einfluß rechtzeitig Geltung verschaffen zu können. Den unmittelbaren Kriegsbedürfnis- ftzn soll die Erörterung des alten Projektes der Schaffung eines Viererrates dienen, das bisher nicht verwirklicht werden konnte. Diesem Vierer- rpt sollen neben Roosevelt und Churchill auch tztalin und Tschiangkaischek angchören.
Ein USA-Konsulat in Malmö./
Stockholm, 25. Jan. (Europapreß.) Die Errichtung eines nordamerikamschen Konsulats in der f übschwedischen Stadt Malmö unter Leitung des nord amerikanischen Konsuls Benjamin Riggs hat in hiesigen diplomatischen Kreisen beträchlliches Auf- sehen erregt. Man betont, dieses neue nordameri- kanische Konsulat könne zumindest im jetzigen Zeitpunkt keine legitimen Aufgaben haben, Da die Bereinigten Staaten in Malmö keinerlei legale Interessen hätten. Aus diesen Erwägungen heraus sieht man die Eröffnung dieses Konsulats lediglich im Rahmen der nordameri- kanischen Agitation und erinnert dabei auch daran, daß die Nordamerikaner ihre Durchdringung Nordafrikas ebenfalls durch Eröffnung mehrerer an sich gänzlich überflüssiger Konsulate vorbereitet haben.
Kleine politische Nachrichten.
Reichsmarschall Hermann Göring sind zu seibern 50. Geburtstag aus ollen deutschen Gauen und aus allen Volkskreisen Glückwünsche und Aeuße- rungen der Verbundenheit in solcher Fülle zuge- aangen, daß es ihm zu seinem Bedauern unmöglich rst, sie persönlich zu beantworten. Er bittet alle, die ihn mit ihrem Gedenken in so herzlicher Weise erfreut haben, seinen aufrichtigen Dank entgegenzu- pehmen.
Reichsminister Dr. Goebbels gab Kriegsberichtern der Propaganda-Kompanien, die aus allen Teilen der Front zu einem Lehrgang in Potsdam zusammengezogen sind, einen Ueberblick über die Lage und zog daraus Folgerungen für die praktische Arbeit der Kriegsberichter, iüe Mittler zwischen Front sind Heimat, ebenso aber auch äwllchen Heimat und Front sei» solleg»
Tripolis-ein entscheidender Entschluß Italiens
Aus -em Reich
geben.
Lin Sammelwerk
Der Kampf um den Nachschub im Mttelmeer
Strategische Vorteile des Seekrieges der Achse.
eine Steigerung der Leistungen und der Produktion, die vielen hunderttausend Arbeitskräfte, ■ die heute noch in nicht unbedingt kriegswichtiger Beschäftigung sind. In einem mehrfachen Ablösungsprozeß können diese Kräfte schließlich doch kriegsdienstfähige Männer aus Verkehr, Wirtschaft, Verwaltung und aus dem Kulturleben ersetzen. Schließlich die d e u t ■ s ch e Frauenarbeit, die bisher im Gegensatz zum Beispiel zu England bei uns noch weitgehend geschont werden konnte. Wir beschäftigen zur Zeit weniger deutsche weibliche Arbeitskräfte als zu Beginn des Krieges, während im letzten Weltkrieg sich die Zahl weiblicher Arbeitskräfte fast»verdoppelt hatte. Alle diese bedeutenden Leistungsreserven der deutschen und europäischen Kriegswirtschaft müssen mobilisiert und für die Erhöhung unseres Rüstungs- Potentials verstärkt eingesetzt werden, damit die Front noch mehr und noch bessere Waffen erhält. Wir merken beji Endsieg erringen, weil wir nach den ewigen Lebensgesetzen, soweit sie Menschengeist zu erkennen vermag, die historische Mission zum Siege haben. Jetzt sind wir dran!"
Konzentration der Arbeitskräste.
Ministerialrat Dr. Stothfang schildert in der „NS- Sozialpolitik" die Arbeitseinsatzaufgaben 1943. Die Forderung heißt: Konzentration der vorhandenen Arbeitskräfte auf kriegsentfcheidende Maßnahmen und Mobilisierung alter im In- und ArrMnd irgend-
Flugplatz und Stadt Tunis im Handstreich zu nehmen, mißlang unter schweren Verlusten.
Es ist selbstverständlich, daß mit den zunächst rasch nach Tunis geworfenen — mit zum Teil durch die Luftwaffe abgesetzten, aber demgemäß schwachen Kräften die Achse dieses Gebiet auf die Dauer nicht behaupten konnte. Es mußte daher eine neue Armee gebildet, durch die Enge von Sizilien nach Tunesien übergeführt und auf dem gleichen Wege dauernd versorgt werden. Die Durchführung dieser Maßnahmen und die Sicherung der Operationen erforderten den ganzen Einsatzderitalie- nischen Kriegs- und Handelsflotte, nunmehr allerdings auf einem Wege, der weitaus sicherer gestaltet werden konnte, als die bisherige, um das Drei- und Vierfache längere Route in die Häfen von Tripolitanien und der Cyrenaika. Die einstweilige Ausgabe von Tripolis und die Zurücknahme der noch in Libyen bzw. in der Cyrenaika stehenden deutsch-italienischen Panzerarmee auf die tunesische Grenze waren damit notwendig, weil auf dem Landwege von Tunis aus in Anbetracht der weiten Entfernung ihre Versorgung auf die Dauer kaum möglich,gewesen wäre.
So sichern die nunmehrigen Positionen der Achse in Tunesien am besten die Erfüllung der militäri- schen Aufgaben unserer Südfront. Sie trennen durch die Enge Tunis—Sizilien das Mittelmeer in zwei Teile. Sie verhindern die unmittelbare Seeverbindung zur britischen 8. Armee und sichern damit Süditalien und die gesamte europäische Südflanke. Für die Streitkräfte der Achse in Nordafrika aber ist jetzt eine Ausgangstage geschaffen, die jederzeit die Wiederaufnahme einer Offensive nach der cin.cn oder anberen Richtung ermöglicht. Die zukünftige militärische Entwicklung im Mittelmeerraum wird zeigen, wie sehr Italiens von weitblickenden strategischen Gesichtspunkten diktierter Entschluß seinen eigenen Interessen und der gemeinsamen Kriegführung gedient hat.
Berlin, 25. Jan. (DNB.) Zur Räumung von Tripolis erfährt das DNB. von berufener militärischer Stelle:
Tripolis ist von den Streitkräften .der Achse planmäßig geräumt worden. So sehr das ;anze deutsche Volk die Empfindungen seines aschistischen Verbündeten über die einstweilige Preisgabe dieses mit soviel Hingabe, Fleiß und Opfern erschlossenen Gebietes teilt, so weiß es aber auch die Bedeutung dieser militärischen Maßnahme im größeren Zusammenhang zu würdi- gen:
Tripolis ist für das faschistische Italien der Inbegriff seiner jahrzehntelangen mustergültigen Kolonisationsarbeit in Nordafrika. Um so höher aber ist sein Entschluß, Tripolis zu räumen, zu werten a l s ein Zeichen militärisch nüchternen und entschlossenen Denkens der italieni- chen Führung, die damit ein Opfer gebracht hat, das politisch und psychologisch sicher nicht leicht, aber für die Zukunft nur vorteilhaft sein kann.
Der Plan, die Stadt Tripolis aufzugeben und die italienisch-deutschen Streitkräfte in Richtung auf die tunesische Grenze zurückzuführen, war seit langem gefaßt. Er war bedingt durch den bri- tisch-amerikaniscken UeberfaU auf Französisch-Nordafrika, der Italien und das verbündete Deutschland in die Zwangslage versetzte, unverzüglich eine Verteidigungsposition mit allen verfügbaren und konzentrischen Kräften in Tun e si en aufzubauen. Tunis und Bizerta in den Händen der Anglo-Amerikaner hätten die italienisch-deutsche Panzerarmee in Nordafrika einer tödlichen Bedrohung ausgesetzt. Die Durchfahrt durch die Enge von Sizilien wäre damit für die britische Flotte geöffnet und die Versorgung der Achsenstreitkräfte über See unmöglich gemacht worden. Die blitzartige und für die Anglo-Amerikaner Überraschende Inbesitznahme des Brückenkopfes Tunis hat diese Pläne des Feindes zum Scheitern gebracht. Sein Versuch, von Algier aus mit Panzeroorhuten
Noch bedeutende Leistungsreserven.
Reichswirtschaftsminister Funk über die Grundlagen der Kriegswirtschaft.
Berlin, 25.Januar. Reichswirtschaftsnünister Funk hielt in der Deutschen Akademie einen Dor- trag über die deutsche Kriegswirtschaftspolitik. Er sagte: „Richtung und Verpflichtung gaben der deutschen Kriegswirtschaft die Worte des Führers: ,Wenn der Soldat an der Front kämpft, soll niemand am Kriege gewinnen. Wenn der Soldat an der Front fällt, soll sich niemand in der Heimat seiner Pflicht entziehen/ Dieses Wort wurde der Kriegswirtschaftsoerordnung vom 4. September 1939 vorangestellt. Sie war von ^vornherein auf den totalen Krieg abgestellt und hat ihren ersten und nächsten Zweck voll erfüllt, nämlich die Umstellung der Wirtschaft auf den Krieg möglichst schnell und reibungslos zu bewerkstelligen. Dies ist in einer so vollkommenen Weise gelungen wie noch niemals in der Kriegsgeschichte.
Auch heute noch stehen uns bedeutende Kraft- reserven zur Verfügung, die bisher nicht ausgenutzt worden sind. Die noch unerschöpften Arbeitseinsatzreserven der besetzten Länder und die in &4en Ländern noch vorhandenen Möglichkeiten für
wie noch verfügbaren Reserven an Arbeitskräften nach Zahl und Leistung. Wichtig bteibt die Vertei. lung der verfügbaren Kräfte auf Wehrmacht und Kriegswirtschaft, um für beide den höchsten Eftekt an Schlagkraft und Leistung zu erzielen. Aus bte Mitverantwortung des Betriebsfuhrers und aller am Arbeitseinsatz im Betriebe sonst beteiligten Stellen kommt es sehr an. Die betriebliche Praxis muß jederzeit einer kritischen Überprüfung hinsichtlich der kriegswirtschaftlichen Notwendigkeit standhalten können. Die verstärkte Aktivierung der in den be- setzten Gebieten noch schlummernden Reserven an Arbeitskräften und Leistungen wird für das europäische Kräftepotential von wesentlicher Bedeutung -sein Die Anlernung der Millionenarmee auslan- rischer Arbeitskräfte bedarf laufender Verbesserung. Die Landwirtschaft kann damit rechnen, daß alles geschieht, um ihren Kräftebedarf zu decken. In der Rüstungswirtschaft wird nicht nur der durch Einziehungen zur Wehrmacht und sonstigen Abgang bedingte Ersatzbedarf zu befriedigen fein, sondern auch der V e r st ä r k u n g s b e d a r f für die Ru° stungsfertigung. Das Kriegsauflagen P r ogramm für die zivile Fertigun g ist gleich- falls auf eine tatkräftige Hilfe im Arbeitseinsatz angewiesen. Die Mobilisierung von Leistungsreserven, durch lohnordnende Maßnahmen ist in der Metallindustrie erfolgreich in Gang gekommen. Auch hier wird die Entwicklung weiter vorankommen. Das hat nichts mit der berüchtigten Akkordschere alter Art zu tun, sondern bildet die Grundlage für eine auf wirklicher Leistung beruhende Akkordgerechtigkeit und eme bessere Einstufung des hochwertigen Facharbeiters im Zeitlohn. . .
Der Gesundheitsbogen der Jugend.
Der Leiter des Amtes für Gesundheit der Hitler« Jugend gibt Erläuterungen zur Jugendgesundheits« pflege. Die regelmäßigen Reihenuntersuchungen, dltz während des Krieges nur für einige Jahrgänge er» folgen, bringen die Untersuchung aller Angehörigen des Jahrgangs. Bei den Gesundheitsappellen in den Zwischenjahren werden untersucht nur die, ine den* Arzt aüftasten, die von den Eltern, Lehrern, HI.« Führern gemeldet werden, die vom Turnen und Sport befreit sind und die im letzten Jahre einmal länger als 14 Tage gefehlt haben. Die Mädel von 14 bis 18 Jahren werden grundsätzlich von Acrzttn« nen untersucht. Der Jugendgesundheitsbogen enti hält auch die wichtigsten erbbiologischen und gesund» heitlichen Angelegenheiten der Familie und Feststes hingen in leistungsmäßiger und charakterlicher Be» ziehung. So wird er auch eine Grundlage bei Beurteilung der Tauglichkeit für Reichsarbeitsdienst, Wehrmacht und Berufseinsatz. Der Tauglichkeits« grab wirb noch in einen besonderen Tauglichkeits« ausweis, früher Gesundheitspaß der HI., übertragen. Dadurch ist jeder Jugendliche vor Ueber« anftrengungen geschützt, den sein Einsatz darf nur nach dem Ausweis erfolgen. Eine Jugend-Untersuchungstabelle sichert die Beachtung der Befunde überall im Reich. Durch nachgehepde Fürsorge der Gesundheitspflegerin wird dafür gesorgt, daß Scha« den beseitigt werden. Der Jugendliche soll sowohl die ärztlichen, wie auch sozialen Maßnahmen, z. B. Verschickung, erhalten. Die Dienstleistungen in der Hitler-Jugend bauen aber auch auf der Erkenntnis . auf, bah übertriebene Schonung des Jugendlichen für die Entwicklung seiner Anlagen ebenso schädlich ist wie übermäßige Belastung.
Der Kampf gegen das Rheuma.
Der Präsident des Reichsausschusses für die Rheu- rna-Bekämpfung, Professor Dr. G 6 ronne erklärte, man müsse damit rechnen, daß in großen Betrieben ungefähr 12 v. H. aller Krankmeldungen auf rheumatische Krankheiten entfallen. Die soziale Bedeu« , hing zeige sich vor allem in der großen Zahl det dadurch ausgelösten Herzkrankheiten. Das wichtigste.. Problem fei die Frühbehandlung. Die Krankenkassen müßten verpflichtet werden, ein besonderes Register für Rheuma-Erkrankungen einzurichten. Ferner sei die Schaffung großer klinischer Rheuma-Abtei- fangen notwendig. Zunächst dürsten m jedem Gau । vier genügen, um die beste Frühbehandlnug sicherzu» stellen und die Fortbildung der Aerzteschaft zu übernehmen. Schon im Kriege seien solche Abteilungen nötig. Darüber hinaus seien später an geeigneten Krankenanstalten Beobachtungsstellen füll- • Rheumatiker einzurichten, für alle fürsorgerischen
Ausgaben, die im Kamps gegen bas Rheuma ebenso , notwendig seien wie gegen die Tuberkulose. Schließ- : lich müsse die Vorbeugung ausgebaut werden durch
Aufklärung. Abhärtung und Körperliche Ertüchfa gunq, sorgsame Pflege des 'Gebisses, Berufs- und
1 Wohnungshygiene.
Kunst und Wissenschaft.
Rom, 25.Jan. (Europapreß.) Der Seekrieg im Mittelmeer spitzt sich immer mehr zu einer Bekämpfung des gegnerischen Nachschubs zu. Der wesentliche Vorteil für den Nachschub der Achse besteht, wie in fachkundigen Kreisen Roms betont wird, in dem kurzen Anmars chw eg, bei welchem die positiv durch den Feind gefährdete Strecke außerordentlich kurz gehalten werden kann. Die Nähe der eigenen Flugzeugstützpunkte gestattet darüber hinaus den Einsatz von Flugzeugen zur Deckung der eigenen Transporte in sehr weitgehendem Maße, und zwar auch von solchen Flugzeugen, die nur einen geringen Aktionsradius haben. Demgegenüber ist man von britifch-nord- amerikanischer Seite genötigt, für den Angriff gegen die Geleitzüge der Achse Flugzeuge größerer und größter Reichweite einzusetzen, bei denen Einzelausfälle beträchtlich schwerer wiegen. Die Lage der N a ch s ch >u b h a f e n, die die Westmächte zur Verfügung haben, zwingt diese zu einer stärkeren Zersplitterung der für den Geleitzugschutz zur Verfügung stehenden Kräfte. Der Kampf gegen die Geleitzüge der Plutokratien wird aber, wie aus den Wehrmacktberichten der Achse hervorgeht, auch in starkem umfang durch die Luftwaffe geführt. Die günstige Lage der Stützpunkte ermöglicht dabei Fernunternehmungen, so daß praktisch der gesamte für den Nachschub nach Französisch- Nordafrika vorhandene Raum von U-Booten sowie Flugzeugen der Achse mir autem Erfolg bestrichen wird. Dazu kommt die B^rohung auf dem Anmarschweg über den Atlantik, die für den Nachschub der Achse nach Nordäftika überhaupt keine Rolle spielt.
Feindlicher Geleitzug ständig verfolgt.
Rom, 25. Jan. (Europapreß.) Die italienischen Luftangriffe seit 20.Januar galten einem starken Geleitzug der Westmächte mit Truppen und Nachschubmaterial für die Expeditionskorps, in Franzosisch-Nordafrika. Dom Geleitzug zweigte nach seinem Eintreffen im Mittelmeer ein Teil nach Oran, ein weiterer nach Algier ab, jährend die anderen Schifte die Häfen von B o u g ie, P Hili p p e v i l l e und B o n e zu erreichen suchten. Noch am Abend des 20. Januar überraschten italienische Bomber die Schiffe, die den Hafen von Oran erreicht hatten im hellerleuchteten Hafen, als sie gerade mit dem Löschen der Ladung begonnen hatten. Erst nach den ersten Bomben, die die Schiffe an den Piers und die Hafenanlagen trafen, setzte die Verdunkelung ein. Ein Dampfer brannte wie ein Scheiterhaufen, ein zweiter mar schwer beschädigt. Am gleichen Abend erfolgten Angriffe von Torpedoflugzeugen auf her Höhe o'on Algier im Gebiet von Cap Caxine gegen einen anderen Teil des Geleitzuges. Dabei wurde ein Dampfer von 10 000 BRT. versenkt. Oestlich von Algier wurden
Line Alopsiock-Ausgabe der Deutschen Akademie
Die Deuftche Akademie bereitet eine historisch- kritische Ausgabe von Klopstocks Werken und Brie« fen in 15 Bänden vor. Als Sachwalterin des deut« schon Sprach- und Kulturerbes hat sie damit eine Forderung von Professor Dr. Heinz Kindermann, Klopstock endlich eine kritische Ausgabe seiner Werke, und Briefe zuteil werben zu lassen, und Anregun« gen von Paul Kluckhohn aufgegriffen. Der im Der« lag Reclam erscheinenden Ausgabe werden Ein« sührungen vorangestellt werden, die die literar« historische, sprachgeschichtliche, geistes- unb volksgeschichtliche Bedeutung der Texte beleuchten. Die Driefbände enthalten auch zum näheren Verständnis erforderliche Teile von Briesen an Klopstock. Jedem Band werden Illustrationen und Regesten der noch erhaltenen oder bekannten Briefe an Klop« stock — Titelblätter von Erstausgaben, Faksimiles, Stadt- und Landschaftsbilder, Porträts — beige*
zwei Schiffe von zusammen 21000 BRT. sowie ein drittes getroffen. Der Rest des Geleitzuaes wurde mit Kurs auf Bougie, Philippeville und Bcme fest- gestellt. Der Angriff der Bombenflugzeuge^wurde gegen die Reede und den Hafen von Bone angesetzt. Obgleich der Mond aufgegangen war, lag dichter Nebel über der ^Reede, der noch künstlich verstärkt war, so daß die Torpedoflugzeuge den Hafen drei- bis viermal überfliegen mußten, bevor sie die Ziele ausmachen konnten. Die Schiffe verrieten sich schließlich durch einzelne Schüsse der Luftabwehr, so daß zwei Flugzeuge zum Torpedoschuß kamen. In beiden Fällen wurden dje Detonationen des Torpedos am Ziel festgestellt. Während des Angriffs der zweiten Welle, bei dem ebenfalls zw^ Flugzeuge zum Torpedofchuß kamen, wurde feftgeUettf, daß einzelne Schifte die Reede zu verlaßen suchten, um sich in Sicherheit zu bringen.
Tunis.
Ein Kultusministerium und Organisation „Roter Halbmond" gegründet
Rom, 25.Jan. (Europapreß.) Die Errichtung eines tunesischen Kultusministeriums, das seit langem bereits von der arabischen Bevölkerung zum Schutze ihres religiösen Kults gefordert worden war, wurde bei einer Parade der Leibwache des Deys bon Tunis durch den tunesischen Ministerpräsidenten bekanntgegeben. Zum Leiter des neuen Ministeriums wurde der frühere Scheich El Kedine ernannt Gleichzeitig wurde bekannt, daß aus persönlicher Initiative des Beys in Tunesien der ,3 o t c Halbmond" gegründet wurde, eine Organisation, die dem ,Lioten Kreuz" im europäischen Kulturbereich entspricht Die erste Aüfgabe des „Roten Halbmondes" in Tunesien wird die Betreuung für Opfer britisch-norbarnerikanischer Luftangriffe unter der arabischen Zivilbevölkerung sein. Die Gründung des neuen Kultusministeriums loste bei der tunesischen Bevölkerung lebhafte Freuden- kundgebungen aus, bei denen den Achsenmächten der Dank der arabischen Bevölkerung für die Anerkennung der religiös-nationalen Forderungen des Landes ausgesprochen piurde.
Attentat auf tunesischen Scheich.
Rom, 25. Jan. (Europapreß.) Auf den ehemals in Westtunesien einflußreichen Scheich Mohammed Kaddur, der nach dem Einmarsch der Westmächte in Französisch-Nordafrika auf nordamerikanische Seite überging, ist ein Attentat arabischer Nationalisten verübt worden. Scheich Mohammed Kaddur war von General Eisenhower zum Pascha Westtunesiens ernannt worden. Die Bevölkerung sah ihn indessen als Verräter an. Anhänger der arabischen nationalistischen Destur-Partei unternahmen auf ihn ein Attentat, an dessen Folgen Scheich Mohammed Kaddur jetzt gestorben ist.
über das Schaffen kiarl Ernst von Baers.
Die Hochschule Dorpat beabsichtigt, aus Anlaß des 150. Geburtstages Karl Ernst von Baers ein Sammelwerk über das Schaffen des großen Gelehrten herauszugeben. Karl Ernst von Baer ist einer der bedeutendsten Zoologen unb hat sich in gleicher Weife verdient gemacht als Anthropolog, Ethno- §raph unb Geograph. Das von ihm aufgestellte tesetz besagt, daß die auf der Nord halb kugel in Südnordrichtung fließenden Flüsse durch die Wirkung der Erdrotation nach rechts abgebrängt werben unb auf dieser Seite ein Steilufer schaffen. Baer ist 1792 auf Gut Piep in Estland, geboren und 1876 in Dorpat gestorben. — Das Werk gehört in den Bereich der Forschungsarbeit der Hoch schule Dorpat, die zusammen mit dem Lehrbetrieb ebenfalls wieder ausgenommen wurde.
Lustspiel aus der Wett der Presse.
„Dementi", das neue Lustspiel von Wilhelm ll t e r m a y n, hat in der Stuttgarter Uraufführung herzlichen Widerhall gefunden. Schon der Titel beutet Konflikt und Umwelt an: die rasche, verwickelte, von Hör- unb Druckfehlern und sonstigen Irrtümern immer wieder naturnotwendig heimge- suchte Welt der Presse. Der Autor hat es mu Geschick t>et(ta«fcen, mit der altbewährten SöMfrW


