Ausgabe 
25.3.1943
 
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Das

ort des Vaters.

Zum Tag -er Verpflichtung der Jugend.

Berlin. 24. März. (DRV.) Die 23 er- pfi chlung der Jugend findet in den ört­lichen Feiern am kommenden Sonntag, dem 26. März, statt.

Mein lieber Dunge und Kamerad! Ihr begeht nun am 28. März den Tag der Verpflichtung, und wenn der Weg vom Osten zu Euch auch unüberbrückbar weit scheint, so sollst Du doch das Bewußtsein haben, daß Dein Vater bei Dir ist. Stehen wir nicht beide miteinander in Rech und Glied, und bist Du denn nicht auch mein Kamerad? Laß Dir zu diesem Tag, der Dich und ungezählte Hitlerjungen und BDM.- Mädel in die Front der Männer und Frauen stellt, vor allen Dingen die Gewißheit geben, daß das alte unglückliche Spiel von dem Kampf der jungen Gene­ration gegen die alte vor unserer Gemeinsamkeit endgültig sinn- und gegenstandslos geworden ist. Ich sehe in Dir genau das, wozu Du in Deinen Dung- volkjahren herangewachsen bist: meinen nächsten und liebsten Kameraden in der einen einigen Front, die Deutschland heißt.

Du hast nicht miterlebt, wie das Volk vor 20 und 25 Jahren von Marxisten, Juden und sogenannten Schulreformern in den Generationskonflikt gejagt wurde. Damals hieß er:Kampf gegen Elternhaus und Schule!" Wenn die Drahtzieher: Elternhaus sagten, dann meinten sie Ordnung. -Sagten sie: Schule, dann zielten sie auf die Kultur, auf alles, was einem jungen Menschen die erste heiße Freude in seinem Dasein gibt, und was als Kullurhunger immer in ihm lebendig bleibt. Weißt Du noch, wie wir beide mit der Mutter zum erstenmal im Theater waren?Ich glaube, ich hab' neue Augen bekom­men", sagtest Du, als Du abends vor Theaterfieber nicht emsthlafen konntest.'

Wenn Ihr nun am 28. März antretet und Euch die Eltern und die übrigen Kameraden rn die Mitte nehmen, wenn Ihr dann dastcht als fester Block, der eingefügt wird in das Werkstück Volk, dann denk an die Aufführung derMinna von Barnhelm" da­mals, denn ich bin überzeugt, auch diesmal wirst Dut^eue Augen" bekommen. Mein lieber Junge und Kamerad, Du weißt, daß ich Dir einmal sagte: Die Autorität ist keine lumpige Vogelscheuche. 5hm hältst Du selbst schon in Deinem Fähnlein ein Stück Verantwortung in Händen; so wie der Soldat bei der Vereidigung die Fahne in Hän­

den zu spüren meint, auf die er dem Führer ein für allemal schwört. Du weißt also zu Deinem Teil chon zweierlei: Wie es ist, wenn man in Reih und Glied steht, Tuchfühlung mit den Kameraden hat zweitens, wie es in einem aussieht, wenn man selbst vor der Front steht und seiner Mannschaft in die .Augen blickt.

Wir beide waren immer gut Freund, Du und ich, denn ich habe von Anfang an darauf gehalten, daß Du Dich ernst genommen fühltest. In der Schule und im Fähnlein bist Du damit gut gefah­ren. Du hast gelernt, daß man sich selbst be­fehlen können muß, ehe man andere^ einen Befehl geben darf und daß der Befehl nicht Zwang bedeutet, sondern Einordnung, Tuchfühlung, Aktivie­rung einer Gemeinschaft und heute Totaleinsatz. Glaub mir: wenn wir hier draußen selbst nur zu zweit auf Spähtrupp gehen wir sind niemals allein. Immer fühlen wir: die anderen sind bei uns. Wir sind keine Einzelgänger, sondern Front. Ich bin sicher, Du wirst dieses Bewußtsein am Tag der Verpflichtung auch spüren. Es ist ein Be-^ fehl des Führers an Dich.

Ich werde mit allen meinen Gedanken bei Dir und Deiner Verpflichtung sein, mein lieber Kame­rad und Junge. Ich höre zwar die Fanfaren nicht, die Musik, die Euch fester zusammenrücken macht. Ich sitze auch nicht neben Deiner Mutter, wenn über den Reichsjugendführer die Worte des Führers als Appell und Befehl auch an Dich ergeben und wenn Du die Urkunde empfängst. Aber ich werde Dich und die Mutter m diesem Augenblick ganz deutlich sehen, ich sehe Euch in die Augen, wenn Dein Name also auch meiner aufgerufen wird. Der Schmuck freilich wird dieses Jahr zurück- stehen müssen, das Feiern wohl auch. Aber die Feier ist wichtiger als das Feiern. Was der Tag der Verpflichtung bedeutet, das weißt Du. Ihr habt ja seit Wochen, wie Du schreibst, neben Eurem HI.- Dienst und Eurem Dienst im Kriegseinsatz Eure weltanschaulichen Schulungsstunden/

Schulung, mein Junge, ist kein Wissensk^am und Ballast, sondern Rüstzeug, genau wie Hammer und Feile, die Du dann am 1. April in der Lehr- lingswerkstätte in die Hand bekommst. Schulung, das ist der Schlüssel zu der Musik, die Du'so gern treibst, zu den Büchern, die Du immer wieder vor­

wurde schwer getroffen und der gesamte herge- s-ellte Brückenbau von den Unterlagen herousge- schleudert. Damit wurde dieser wichtige Donüber- gang abermals für den feindlichen Nachschub aus- geschaltet.

Der Wehrmachtbencht.

MS. Aus dem Führerhauptquartier, 24. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt befand:

Die Abwehrschlacht südlich des Ladogasees dauert mit unveränderter Härte an. Der von zahl­reichen Schlachtfliegern und starkem Artilleriefeuer unterstützte Ansturm der Sowjets wurde in er­bitterten Nahkämpfen blutig zurückgeschlagen.

von der gesamten übrigen Ostfront wird nur örtliche Kampftätigkeil gemeldet, verschiedene zur Fronlverbesserung und zur Säuberung des neu ge­wonnenen Geländes geführte örtliche Angriffsunter­nehmen verliefen erfolgreich.

Wirkungsvolle Luftangriffe richteten sich gegen Nachschubkolonnen und den Eisenbahnverkehr des

Feindes.

In Süd - undMitteltunesien hielten auch gestern die harten Kämpfe an. Am Widerstande deutscher und italienischer Divisionen scheiterten mehrere Durchbruchsverfuche. Energisch geführte Gegenangriffe hatten Erfolg. 44 Panzer wurden ab­geschossen, Gefangene und Beule eingebracht.

Deutsche Kampfflugzeuge versenkten in der Nacht zum 23. März im Seegehiet von A l g i e r ein Handelsschiff von 8C00 BRT. und beschädigten im Hafen von Oran ein zweites großes Schiff durch Lufttorpedo.

Bei Tages- und Nachteinflügen einzelner feind- Ncher Flugzeuge in das Reichsgebiet sowie über dem westfrgnzösischen Küstenraum wurden sieben feind­liche Bomber abgeschossen.

Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen am gest­rigen Tage kriegswichtige Ziele an der briti- schen Südküste an.

llnlerseebootjäger vernichteten vor der nor­wegischen Küste ein feindliches Unterseeboot.

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, fügten deutsche Unterseeboote dem feindlichen Nachschub für die A f r i k a f r o n t neue Perluste zu. Sie versenkten aus einem von Amerika nach Gibraltar bestimmten Geleitzug und aus Mittelmeer­geleiten in den letzten Tagen 15 Sch i f f e mit 73 000 BRT. Zwei weitere Schiffe wurden torpediert.

Der italienische Wehrmachtbericht.

Rom, 24. März. (DNB.) Der italienische Wehr- machtbericht vom Mittwoch,gibt bekannt:

In Tunesien gehen starke Kämpfe im mitt­leren und südlichen Abschnitt weiter. Im Verlauf eines von den Achsenstreitkräften begonnenen Ge- Fenangriffs wurden 40 feindliche Panzer zerstört und 170 Gefangene gemacht. Unsere Jäger schossen zwei Spitfires ab. Acht wettere feindliche Flugzeuge wurden von deutschen Jägern abgeschossen. Die Ha­fen von Sone und Philippeville wurden von unseren Flugzeugen bombardiert. Ein feindlicher Jäger wurde.zerstört. Ein Verband von 30 aimeri- kanischen Bombern warf zahlreiche Spreng- und Brandbomben 'auf Messina ab. Bisher wurden zehn Tote und 32 Verletzte unter der Zivilbevölke­rung festgestellt. Schwere Schäden -an öffentlichen Gebäuden und Privathäusern.- Bei Maschinenge­wehrangriffen auf Elsenbahnzüge und Orte Siziliens wurde zwei Tote und drei Verletzte unter der Zioik- bevölkerung verursacht. Ein feindliches Flugzeug stürzte in Manca bei Gela-Caltanissetja ab.

Meuterei farbiger Soldaten in Südafrika.

Lissabon, 24. März. (Europapreß.) Eine Meu­tereimchteuroväischer" Truppen in Lainsburg (Kap-Provinz) führte zu erregten Anfragen im Ab­geordnetenhaus der Südafrikanischen Union. Als ein Militärzug in den Bahnhof von Lainsburg, 250 Kilometer westlich von Kapstadt, einfuhr, begannen die darin befindlichenmchteuropäischen" Soldaten ,pi randalieren. Sie stürzten aus dem Zuge, bewar­fen die Wachen mit Steinen und marschierten de­monstrierend in die Stadt. Abteilungen der frei­willigen Natioiralreserve versuchten vergeblich sich ihnen entgegenzustellen. Man sah sich gezwungen, weiße Truppen zu alarmieren. Schreckschüsse über

die Köpfe der Meuterer blieben wirkungslos. Mit einer fchdrfen Salve, die drei Opfer forderte, gelang es schließlich, die Demonstranten wieder in ben Zug zu treiben, der mit einigen Stunden Verspätung Lainsburg verließ. Premierminister Smuts hat eine öffentliche Untersuchung zugesagt.

Oie Wahlen in Dänemark.

Kopenhagen, 24. März. (DRB.) 'Die Be- teiligung an den Folketingwahlen lag zwischen 85 und 95 v. H. gegenüber einem Durchschnitt von 79,2 v. H. bei den Wahlen von 1939.- Insgesamt wurden 2 009 594 Stimmen abgegeben gegen 1699 889 im Aprll 1939. Die fünf in der Regie­rung vertreteten Parteien, nämlich Sozialdemo­kraten, Bauernlinke, Konservative, Demokraten und Bodenreformer, erhielten 1898 369 Stimmen. Im Jahre 1939 entfielen auf sie 1536216 Stimmen Von den 148 Mandaten Erhalten die fünf Parteien 140; sie hatten im vorigen Reichstag 136 Sitze. Die Mandate verteilen sich wie folgt: Sozialdemokraten 66' (4- 2), Bauernlinkc 28 (1), Konservative 31 (+5), Demokraten 13 (1), Bodenreformer 2 (1). Von den außerhalb des Regierungsblocks stehenden Parteien erhalten: Bauernpartei (Oppo­sition zur Bauernl'mken) 2 (2), Nationalsozia­listen 3 (unverändert), Dänische Sammlung 3 (+ 3). Dazu kommt wie bisher ein Foroer-Mandat.

Die dänischen Reichstagswahlen haben der däni­schen Regierung und ihrer auf eine enge Zusam­menarbeit mit Deutschland gerichteten Politik ein eindeutiges Verttauen ausgesprochen. Die Regie­rungsparteien haben einen erheblichen Zuwachs an Stimmen zu verzeichnen gehabt. Das dänische Volk hat damit unterstrichen, daß es nicht gewillt ist, ge­fährlichen Experimenten nachzulaufen, sondern daß es erkannt hat, daß es sein Heil nur in der engen Anlehnung an Deutschland und an den Gedanken der europäischen Neuordnung finden kann. Jnsbe- 1 sondere hat es die englischen Manöver, die zu einer

Nichtbeteiligung an den Wahlen cmffvrderten, des­avouiert. Die Wahlbeteiligung war größer denn je. Das bedeutet, daß die Sirenenklänge aus Lon­don keinen Widerhall im dänischen Volke gefunden haben. Die nüchterne Auffassung, die sich in Däne­mark herausgebildet hat, ist, wie das Ergebnis der Wahlen beweist, nicht mehr zu erschüttern. Däne­mark ist sich dessen bewußt geworden, daß es nur im Zusammengehen Mt Deutschland für die neue europäische Ordnung existieren kann.

persönlicher Vertreter Roosevelts für den Mittleren Osten.

Rom, 24.März. (Europapreß.) Als Beweis für das ständige Vordringen der USA. im Mittleren ; Osten auf Kosten der dort lebenden arabischen Be­völkerung, aber auch der Engländer, betrachtet der römische Rundfunk die Bestellung eines persönlichen Vertreters des USA.Präsidenten Roosevelt f ü r Aegypten, die Le o a n t e l ä n d e r, Iran und Irak. Es handelt sich um den bisherigen ' nord amerikan ischen Gesandten in Neuseeland, Ge° j neral Hulley. Er wird in Kairo einen ähnlichen Posten einnehmen wie der Australier Casey, der Churchill unmittelbar verantwortlich ist.

Die Bomber-Werte in Willow Vun »ein gewaltiger Fehlschlag".

Lissabon, 24. März. (Europapreß.) Die Auto- mobilarbeiter-Gewerkschaft von Detroit, in der fast alle Arbeiter der Ford-Bomberwerke in Willow Run organisiert sind, ließ soeben mitteilen, daß der Produktionsplan der Regierung für Willow Run unter den obwaltenden Bedingungen einep ha n t a st i s ch e Unmöglichkeit" sei. Die Gewerkschaft stellt in einem Bericht an den untersuchenden Senatsausschuß Willow Run als ge- walttgen .Fehlschlag hin, der von unverant­wortlicher Planlosigkeit zeuge.

Geschichte einer Hand. -

Von Harro Thyriot.

Das Kind war eben geboren, erst wenige Stun­den alt, und seine Eltern, in ihrem Glück, konnten sich nicht satt an ihm sehen; immer wieder mußten sie, voller Rührung und Bewunderung, die winzige Hand des Säuglings mit den noch winzigeren Nägelchen betrachten: ein vollkommenes Gebilde, rosig und rund, gepolstert und mit Grübchen, ein kleines Wunder ' c Schöpfung.

Nach wenigen Tagen entdeckte der Vater, wenn er dem Kleinen seinen großen Zeigefinger hinhielt, wie fest die winzige Hand schon zu Greifen una zu hallen vermochte; dies schien dem Vater ein ftär- ferer Beweis von früher Kraft und Lebenswillen zu sein als Schreien und Trinken und Schlafen, womit das Kind seine ersten dämmernden Wochen hinbrachte.

Eines Tages packen die winzigen Hände das Milchfläschchen und lassen es nicht eher fahren, als bis der letzte Tropfen herausgesogen ist.

Und wieder eines Tages, etwas später, sitzt die Mutter mit dem Kinde auf dem Schoß am Fenster und spielt mit ihm feine ersten Spiele; sie nimmt die Hand des Kleinen, die immer noch winziq ist, und tippt mit ihrem Finger in die rosigen Grüb­chen; da haben die Piephühner hineingepickt, sagt sie. Und dann sagt sie die alten Reime aus, die in allen Kinderstuben gelehrt werden: backe, backe Kuchen ... da haft du 'nen Taler ... das ist das Däumchen, der scküttelt die Pfläumchen. Die Mutter sieht mit Lächeln, daß das Däumchen ganz schrumpelig ist wie die Hände einer Waschfrau. Das kommt daher, daß ihr Kind nur einschläft, wenn es den Daumen in den Mund stecken und daran saugen kann.

*

Ein paar Jahre sind schnell vergangen. Die Hand hat nicht nur greifen und halten, sondern auch un­terscheiden und sinnvoll sich bewegen gelernt. Das Schönste, was man greifen und halten kann, glatt und rund, kühl und bunt, sind der Ball und der Apfel.

Eine Kreidespur an den kleinen Fingern verkün­det einen gewaltigen Fortschritt: das Kind hat feine

ersten Buchstaben auf die Tafel gemalt; es hat die Weltkunst oes Schreibens begriffen. Nun dauert es nicht mehr sehr lange, bis es Tintenspuren statt! der Kreidespuren an den Fingern hat.

Die Grübchen find ein wenig flacher geworden, aber noch gut zu sehen. Und ein paar Mal ist die kleine Hand auch schon dem feindlichen Leben be- gegneh dem Ofen, der Schere, der Tür, die ein Fingerchen schmerzhaft klemmt.

*

Eines Tages, wieviel Zeit präg inzwischen ge­gangen sein, ist das erste Blut geflossen. Das war das Messer. Cs ist schon so lange her, der Manu kann sich nicht mehr besinnen, ob er seinen ersten Apfel ganz allein schälen wollte oder seinen Stock einkerben, um eine Peitsche daraus zu machen.

Die Kinderhand wird unversehens zur Buben­hand, schon ein wenig bralln, ein wenig ver­schrammt und niemals ganz sauber; sie greift in die Hosentasche, die unerschöpflich scheint, und fördert wunderbare Dinge ans Licht des Tages: ein Stück Kordel, ein Messer, zwei aneinanderklebende Brief-- märten, ein Endchen Bleistift, eine Muschel, zwei Murmeln oder Klicker, wie man b^i uns sagt, und eine ganz verschrumpelte Kastanie vom vorigen Herbst. Nun ist der Hosensack leer. Ein Taschentuch war leider nicht darin.

Es kommt auch die Zeit, wo die Finger, noch ziemlich ungeschickt, die erste Zigarette halten; sie schmeckt aber gar nicht so gut, wie der Junge-sich das gedacht hatte. Es kommt die Zeit, wo die Hand schwierige Rechnungen niederschreibt, zu denen man eine Logarithmentafel benötigt, schön gegliederte Aufsätze überHermann und Dorothea" und später über denWallenstein" ... aber auch minder schön gegliederte, wiewohl ziemlich hitzige, kleine und eilige Briefe, die bann heimlich in einen Briefkasten geschoben werden. Au* * einem Zettel steht vielleicht: heute um halb seck-s. Und ein Name. Sonst nichts. Aber die Finger, die das geschrieben haben, weisen keine SckMUtzspuren mehr auf, nicht einmal Tinten­flecken, sogar statt dessen mit vieler Sorgfalt ge­reinigte Nägel.

An einem'solchen Abend darf die Hand zum ersten M"le, leise zitternd, die zärtliche Rundung einer Mädchenschulter streicheln ... Als sie heimgehen,

Hand in Hand, steigt die goldene Kugel des Mon­des hinter dem Fliedergebüsch empor.

* *

Der Mensch wird älter. Die Hand hat ihre end­gültige Form gefunden: so wird sie bleiben. Eines Tages ist es soweit. Die Hand tut von nun an manches, was ihr ganz neu und ungewohnt ist und nie oder kaum je zuvor getan. Drei Finger der Rechten heben sich zum Schwur, indes die Stimme

im Chor der Kameraden Die Worte des Fahnen­eides spricht. Die Finger verbrennen sich bald danach am Feldbecher mit dem glühend heißen Kaffee. Sie fahren in einen Kommißstiefel und reiben ihn blank. Sie mühen sich sehr, eine Nadel einzufädeln und einen Knopf an die Hose zu nähen. Sie schlie­ßen sichsaugend", wie es die Vorschrift verlangt, um den Kolbenhals und ziehen das Gewehrton die Schulter.

Sie werden noch ein wenig breiter und erdbraun, bekommen Schwielen und Schrammen: sie stoßen den kurzen Spaten in den Kalkboden der Cham­pagne, sie packen ein Stollenbrett, sie ziehen eine Handgranate ab und drücken ein Verbandpäckchen auf eine klaffende Wunde ... Die steifqefrorenen Finger führen den Bleistiftstummel mühsam übers rauhe Kriegspapier; ein Feldpostbrief beim küm­merlichen Schein des Hindenburglichtes im Unter­stand.

Später hat die Hand ihre alte Form wieder ge­funden. Die Schwielen und Schrammen sind ver­schwunden. Dafür blitzt' nun am vierten Finger ein schmaler, glatter, goldener Ring. Die Hand liegt ruhig au; dem Schreibtisch; sie setzt einen Namenszug aufs Papier: festes, glattes, weißes Papier keine Feldpostbriefe mehr und auch keine geheimen, verliebten Zettelchen. Die Hand unter- schreibt Akten, Gutachten, Urteile; sie unterschreibt manchmal eine Steüererklärung und > auch das Zeugnis eines kleinen Buben in der untersten Klasse. Die Handschrift, ausgeschrieben, ohne Schnör­kel und Zierrat, ist die Schrift eines Mannes, dem nicht viel Zeit bleibt, über Dinge nachzudenken, welche nicht zu seinem Beruf und Amt gehören.

Aber bin und wieder einmal, wenn er so in den Akten blättert, in den Berichten von menschlichen Verfehlungen, Verirrungen und Schicksalen, dann

holst, zu allem, was Deutschland bedeutet, wofür wir hier uyd Ihr dort unseren Mann stehen.

Jetzt, mein Junge und Kamerad, geht ein Tor vor Dir auf. Jetzt spürst Du den Nebenmann. Ver­giß aber nicht, daß Du ihm auch Nebenmann sein sollst. In der HI. wie am Arbeitsplatz. Und wenn Du einmal auf Dich allein gestellt bist ober wenn Du mit etwas Schwerem fertig werden muht, bann pack getrost Deinen Hammer fester. Der ist auch Dein Kamerad. Genau wie mein Kamerad das Ge­wehr ist. ,

Du bist ein Mensch mit Rückgrat und gesunden Fäusten. Halt' Dich weiter gerade und an­ständig. Du verstehst, daß ich nicht nur das Brust heraus!" damit meine. Die Stunde der Ver­pflichtung fordert nicht bloß die vorschriftsmäßige Haltung, nicht bloß offene Augen, sondern Welt-- anschauung. Sei kein Streber, sondern tu aus in­nerer Freiwilligkeit mehr als der Buchstabe je von Dir fordern kann, denn der Nationalsozialismus be­gnügt sich nie und nirgends mit unserem Pflichtteil an Leistung.

Du schreibst mir im letzten Brief, daß Ihr den Prinzen von Homburg" gesehen habt und daß Euch darin die Gehorsamsfrage nicht lüsläßt. Halte Dich am Tage der Verpflichtung und danach erst recht an den Satz des Großen Kurfürsten, der vom Befehl spricht, jo wie mir alle ihn verstehen: Die Order, Kottwitz? Hast Du sie denn von Her­zen nicht empfangen?" Zu diesem Befehlsempfang , ruft Dich und Deine Kameraden und Kameradinnen die Verpflichtung. Diese Verpflichtung, diese Order ist aber ein totaler Anspruch an Dich, an Euch wie an alle.

Vom 28. März an bist du mein Nebenmann, Junge! Denk daran, kein Mensch auf der Welt hat je einer Jugend so viel Glauben gegeben wie Euch der Führer. Einmal den Glauben an Euch selbst, zweitens seinen Glauben an Euch, drittens aber den Glauben im eigenen Ich. Der führt Euch über die Schwelle der Verpflichtung in ein Leben, das Deutschland heißt. Guten Weg, Kamerad, mein Junge. Dein Vater H.J.

Aus dem Reich.

52 32 Prozent mehr bei der 6. Veichsstraßensammlung.

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schaut der Mann am Schreibtisch s-M Hand an und wundert sich ein bißchen: das ist meine Hand, denkt er, so oreit und kräftig, aar nickt wie die eines Menschen, der nur die Feder süyrt, der es mit Schriftsätzen und Gesetzbüchern und Urteilsvoll­streckungen zu tun hat. Diese Hand, die eben, über ein Menschenleben entscheidend, die Unterschrift aufs Papier setzt, hcrt etwas Zupackendes^ Handwerker- liches: das kommt von den Vorfahren her. Bauern und Gäriger, Jäger und Bierbrauer; auch ein Sol­dat war dabei, unter friderizianischen Fahnen in Schlesien gefallen ... Ein wenig von alledem merkt man der Hand noch an.

Die Jahre vergehen. Eines Tages schiebt sich eine kleine, weiche, rosige Kinderhand vertrauensvoll in . die große Männerhand. Die große Hand, dessen un­gewohnt, müht sich sehr, auf ein Blatt Papier zu zaubern, was das Enkelkind begehrt. Es begehrt Hühner und Hund, ein Pferd und eine Eisenbahn. Die große Hand hat es nicht leickt, aber sie ist ge­duldig; man merkt chr, indem sie sich müht, die Liebe und Güte an. Sie führt die kleine, die fast darin verschwindet, zu den ersten krakligen Buch­staben und Zahlen über das weiße Blatt. Sie führt die kleine behutsam, wenn die beiden, großer Mann und winziges Enkelchen, einträchtig und langsam durch den Garten und über die Straße gehen. Die große Hand ist ein Schutz und eine Zuflucht, immer offen, immer bereit. Sie bewahrt das Kind vor der Pfütze, vor spitzen Steinen und schreckenerregenden, bellenden Hunden. Sie weist dem Kinde den ersten Zitronenfalter, das blühende Mandelbäumchen, ein Vogelnest im Holundergebüsch und die Schnecke mit ihrem Haus und ihren Hörnchen.

*

Die Spur des Messerschnittes von damals ist kaum noch zu erkennen. Zu dem sckMalen, golde­nen Ring am vierten Finger ist seit ein paar Jah­ren ein zweiter gekommen, als die drei Hände voll Erde auf den Sarg der Frau geworfen waren. Die Hand ist welk geworden, die Adern treten dick und bläulich hervor. Das war beim Großvater auch so, denkt der Mann und muß lächeln. Alles ist ver­gangen, ohne Spur, die ersten Milchtröpfchen, Kreidestaub und Tintenflecken, das Blut. und die Erde, nur die kleine Narbe ift geblieben. Es ist schon lange her.

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Berlin. 24.März. Die am 6. und 7.März von SA., ff, NSKK. und NSFK. durchgeführle Reichs- strahensammlung hatte nach den vorläufigen §est- fiellungen ein Ergebnis von 43 205 494,99 RIN. Die gleiche Sammlung des Vorjahres erbrachte 28 364 767,25 RM. Es ist somit eine Zunahme von 14 840 727,74 RM., das sind 52.32 v. h.. zu ver­zeichnen.

(Sitte artilleristische Großtat aus dem Weltkrieg.

Der Zeitspiegel des Rundfunks brachte kürzlich einen Beitrag von Professor Dr. E. Müller, dem Chefkonstrukteur der Kruppwerke, über das Parisgeschütz, das vor 25 Jahren bei Be­ginn der Großen Schlacht in Frankreich die Fe­stung Paris aus einer Entfernung von 120 km beschoß. Der Schöpfer dieses neuen Ferngeschützes war der damalige Direktor der Kruppwerke Prof. Dr. R a us enberge r. Heute, nach 25 Jahren, gilt jene Pariskanone noch immer als das Geschütz mit der bisher größten Schußweite.Nachdem aber der ebenso sagenhafte 42-cm-Mörser, der 1914 durch seinen Einsatz bei Lüttich die Welt aufhorchen l>, die Rolle des größten Kalibers an das Ries en­ge schütz von Sewastopol hat abtreten müssen, wäre es wohl denkbar, daß zu gegebener Zeit auch das Parisgeschütz von 1918 durch ein noch größeres Wunder übertroffen würde", so schloß Professor Müller seine Ausführungen.

Auch neue Erzeugnisse unterpreisstopp

Der Reichskommissar für die PreisbWung weist auf folgendes hin: Das Preiserhöhungsverbot der Preisstoppoerordnung gift nicht nur für den Preis­stand am Stichtage selbst, sondern laufend für jeden auch später berechneten Preis.. Für die sogenannten neuen Erzeugnisse bedeutet das z. B., daß der für das neue Erzeugnis erstmals berechnete Preis jedenfalls nicht überschritten werden darf. Auch bei Kostensteigerungen für die weiteren Lieferungen dieses Erzeugnisses darf eine Ueberschrettung des erstmals dafür ermittelten Prei­ses nicht erfolgen. Die Erhöhung eines jeden feit 1936 berechneten Preises ist demnach verboten und