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wirft Ilse Fehling.Anonyme Rosen", das

AUF MÖNCKEBER6

ROMAN VON OLAF BOUTERWECK

Tjüche« sr» immer iMei nach neuen Schein»

an, Do-

Gießener Konzertring.

Klavierabend Professor Johannes Hobohm

cn Axel: ,

Bitte, Herr Holm, in welchem Verhältnis ^stan- ien 'Sie eigentlich zu dieser Frau Stallings?"

Axel schreckte aus dumpfem Brüten und Grübeln cuf und blickte Raucheisen abweisend an:

Herr Kommissar, ich bitte Sie! Frmr Stallmgs var eine verheiratete Krau uni) damü für mlK,.«

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gehalten haben." -

Axel sprang in großer Erregung auf, fuhr sich über die Stirn und trat dicht vor Raucheisen hin.

,j)err Kommissar, bringen Sie mich nicht zur Verzweiflung!" rief er wild.Ich habe letzt in allen Dingen die volle Wahrheit gesagt! Warum

23 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Der Arzt hiell offenbar gleich einen längeren Vortrag, und Raucheisen unterbrach ihn schließlich mit der Frage, in welcher Zett das Gift wohl töd­lich wirke.

Nun, das kommt auf die jeweilige Menge Herr Kommissar", antwortete der Arzt.Die

fts, die Frau Stallings zu sich nahm, wirkt nor° nalerweise bereits nach zwanzig bis dreißig Minu­ten tödlich. Unsere Gegenmaßnahmen zögerten das Ende wohl etwas hinaus, aber aushalten ließ es sich nicht mehr; dazu kam unser Rettungsversuch leider viel zu spät." .

Ja, ja", unterbrach Raucheisen ihn ungeduld'.g, .was ich wissen möchte, ist eigentlich folgendes: Dann hat Frau Stallings Ihrer Meinung nach xsds Gift zu sich genommen? Können Sie die Zeit - ckwas genauer festlegen, Herr Doktor?"

Ja, das muß erst kurz ehe Frau Stallings durch ihre Zofe aufgefunden wurde, geschehen sein. Also sagen wir: etwa gegen neun Uhr."

Hm könnte es nicht etwas früher geschehen sein?" .

Nein, das ist ausgeschlossen! Meines Erachtens i't es sogar wahrscheinlicher, baß es etwas spater ceschah, also etwa gegen neun Uhr fünfzehn."

Danke. Das genügt mir", sagte Rauch^fen und legte den Hörer auf. Dann wandte er sich wieder

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Nun, wenn es weiter nichts ist ..." Axel lächelte beruhigt, indem er die ihm entgegengrstteckte Hand Raucheisens ergriff und drückte.Ich habe ohnehin nicht die Absicht, in absehbarer Zeit zu verreisen!"

Ferner muffen Sie sich jeden Vormittag um neun Uhr persönlich auf Ihrem zuständigen Polizei- revier melden!" l

Etwas peinlich--noch dazu in Klaoow, wo

mich jedes Kind kennt! Das heißt, ich kann ja vor­läufig auch im Hause meines Onkels wohnen und mich dann auf dem Polizeirevier in Dahlem mel* den! Das wäre ein Ausweg!"

(Fortsetzung folgt.) ,

Streichholz-Verbot für Schulkinder.

Meldungen über Brände, die von Kindern durch Spiele mit Streichhölzern verursacht wurden, zeigen, daß hieran überwiegend die Altersklassen vom 4. bis zum 10. Lebensjahr beteiligt sind. Bei der Be­deutung, die der Erhaltung des Volksvermögens zu­kommt, hat der Reichserziehungsminister fetzt die Unterrichtsoerwaltungen ersucht, Schulkindern bis zum 14. Lebensjahre das Mitfichtragen von Streich­hölzern zu verbieten. Bei den Kindern der unteren vier Klassen der Volksschule hat der Lehrer von Zeit zu Zeit zu kontrollieren, daß der Anordnung Folge geleistet wird.

Oie Milchabgabe durch Milchhändler an Verbraucher. Es kommt nicht selten vor, daß zwischen Ver­braucher und Milchhändler Differenzen wegen der Belieferung mit Vollmilch entstehen, vor allem, weil oft der Verbraucher Vollmilch für zurückliegende Tage nachzubeziehen wünscht. Dazu ist festzustellen, daß Vollmilchkarten möglichst täglich beliefert wer­den sollen, da die Mllchkarten zur täglichen Beliefe­rung ausgestellt sind, und Bollmilch, die der Milch­verteiler nicht absetzt, an die Molkerei zürückgeht. Die Dollmilchkarten verlieren aber erst nach zwei Tagen ihre Gültigkeit. Reisekarten müssen beliefert werden, jedoch kann die Lieferung nicht immer am gleichen Tage erfolgen, da der Milchverteiler die Milch erst bei seiner Molkerei bestellen muß, ins­besondere, wenn es sich um etwas größere Mengen handelt. Bei der entrahmten Frischmilch wird eine Rücklieferung der nichtabgesetzten Milch an die Molkerei nicht vorgenommen, vielmehr kann der Milchverteiler diese, soweit sie von den Normalver­brauchern nicht abgenommen wird, an andere Ver­braucher abgeben.

3um Kauf von Schweinen für Hausschlachtungen.

NSG. Nach § 25 der AO. 1/43 der Hauptver­einigung der 'Deutschen Diehwirtschaft vorn 18.12. 1942 ist der Einkauf von Schweinen über 50 kg Lebendgewicht außerhalb der Schlachtoiehmärkte und Derteilungsstellen nur gestattet, wenn der Käu­fer im Besitz eines Schlußscyeinbuches oder einer schriftlichen Einkaufsgenehmigung der für ihn zu­ständigen Kreisbauernschaft ift Der Verkäufer ist

schwellt. Das Scherzo erklang wuchtend und mar* kant, im Finale hoben sich die mannigfachen Gegen* sätze mit großer Weitung in der Coda heraus.

Als Eingang brachte das Programm vierPrä * ludien und Fugen aus dem Wohltem« perierten Klavier von Ioh. Seb. B a ch. Mit feinem Sinn für die Vielfältigkeit der Ausdrucks» Möglichkeiten bei enger Bezogenheit der Sinngebung zwischen Präludium und Fuge waren diese baxu an­getan, beim Hörer Sammlung und Bereitschaft zum inneren Mitaehen zu wecken.

Es zeugt für den musikalischen Willen Hobohins, daß er sich gern mit Variationswerken auseinander* setzt. Vor Jahren spielte er hier Regers Bach-Varia- tionen, diesmal bot er die Telemann-Varia­tionen desselben Meisters und Mozarts A'durSonate, deren besonderer Reri auf ihrer Dariationenreihe beruht. Als Mozarffpielsr hat Professor Hobohm sich hier in Gießen mit be­sonderer Note erwiesen. So ließ er auch diese'Sonate mit ihrem graziös anmutigen Thema im Lichte der einzelnen Abwandlungen in feinsinniger, sauberer Durcharbeitung erstehen, jeder einzelnen Verände-- rung in Tempo und Vortragsart nachgehend, gipfelnd in der schwungvollen Wiedergabe desTürkischen Marsches".

Regers Telemann-Variationen (im August 1914 in 8 Tagen geschrieben) folgen einer Menuettweise aus TelemannsTafelmusik". Unbe­lastet durch Seelenkämpfe, ist dieses Werk aus reiner Musizierfreude geboren. Es folgt vornehmlich der Manier der klassischen und vorklassischen Zeit. Prof. Hobohm ließ jede einzelne Abwandlung mit dem ihr eigenen Gesicht erkennen bei äußerster Klarheit des reichen figurativen Rankenwerkes, bestimmt durch die ständig wechselnde Ausdruckswelt. Seine Krö­nung fand das Ganze in der Fuge, deren Thema er grdzil gelüftet einführte und im Lichte weiterer the, matischer Bereicherung in den Durchführungen stän­dig steigerte und in machtvollen Akzenten der Coda ausklingen ließ.

Reicher, herzlicher Beifall war der Dank der Hörer, den der Konzertgeber mit zwei Zugaben er­widerte. Dr. Hermann Hering.

gründen, die gegen mich sprechen, anstatt meinen ehrlichen Angaben Glauben zu schenken?"

Raucheisen erhob sich ebenfalls.

Es- kommt hier weniger darauf an, daß ich Ihnen glaube, Herr Holm, als daß der Staatsan­walt Ihren Angaben Glauben schenkt! Und das be­zweifle ich eben, denn Sie können das, worauf es hier gerade ankommt, in keinem Falle beweisen!"

Schön!" sagt Axel grimmig.Dann bin ich nun­mehr mit meinem Latein zu Ende. Ich habe meine völlige Schuldlosigkeit zu beweisen versucht, wo­bei ich mich in allen Dingen streng an die Wahrheit hielt! Da Sie meine Angaben jedoch bezweifeln und mich nach wie vor für den Täter und Mörder meines Onkels halten, *so werden Sie mir nun­mehr meine angebliche Schuld beweisen müssen ... Ich tarnt wohl jetzt gehen?"

,5)xn eigentlich wäre es meine Pflicht, Sie hierzubehalten, bis ich Ihre Angaben nachgeprüft habe, sowett das überhaupt noch möglich ist! Aber ich sagte Ihnen bereits heute morgen, daß uh Ihnen einen wohlüberlegten und kaltblütigen Mord nicht zutraue, und deshalb glaube ich es verant­worten zu können. Sie unter gewissen Voraus­setzungen vorläufig ich sage: vorläufig! auf freiem Fuß zu belassen! Zunächst müßten Sie mir aber Ihr Ehrenwort geben, daß Sie bis auf weiteres Groß-Berlin nicht verlassen werden!"

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Nun ja, feit zwei Jahren! Sie sagten aber vor­hin, daß Sie Frau Stallings bereits seit vier Jahren kennen! in welchem Derhättnis standen Sie also früher zu ihr?"

Axel räusperte sich.

Nun, ich gebe zu, daß ich ftüher die Absicht hatte, sie zu heiraten. Ich habe Frau Stallings auch einmal einen Antrag gemacht; aber sie war damals bereits in Frvbenius verliebt, und deshalb wies sie mich leider ab ... Ein Vierteljahr später ging sie dann die Ehe mit dem Rennfahrer ein."

Wußte Frobenius denn, daß Sie sich vor ihm um Frau Stallings Hand beworben hatten?"

Natürlich! Ich war doch mit Frobenius befreun­det ... Ich verkehre auch heute noch gelegentlich mit ihm, wenn auch von einer Freundschaft in dem früheren Sinne keine Rede mehr sein kann!"

Warum hüllten Sie sich denn heute früh in Schweigen, als ich Sie über Ihren nächtlichen Aufenthalsort befragte?"

Ja, begreifen Sie denn nicht, Herr Kommissar?" rief Axel erregt.Sie konnten doch nicht verlangen, daß ich eine Frau wie Brigitte Stallings bloß- ftellte!" , _ ,

Ich begreife nur bas eine", sagte Rauchersen ruhig, ,baß in dieser Nacht Ihr Onkel ermordet wurde, und daß Sie im Verdacht stehen, der Täter zu sein! Sie hätten alles tun müssen, um diesen Verdacht von vornherein zu entkräften ... Inwie­fern wäre Frau Stallings übrigens bloßgeftellt worden? Nach Ihrer Darstellung steht diese Dame doch völlig makellos da!"

Gewiß, Herr Kommissar! Es fragt sich nur, ob Frobenius diese Darstellung auch geglaubt hätte! Und gerade in der augenblicklichen Krise dieser Ehe wollte ich alles vermeiden, was zu einer weiteren Entfernung der Gatten beitragen konnte! Vielleicht hätte Frobenius die willkommene Gelegenheit auch ausgenutzt, um von dem an sich harmlosen Ge­schehen dieser Nacht den von ihm schon lange ge- juchten Scheidungsgrund herzulstterr/

neue Lustspiel Fritz Schwieferts, wird vom Schau- pielhaus Königsberg uraufgeführt. Das Badische Staatstheater Karlsruhe bringt das Schauspiel Paterland" des Dichters Emil Strauß in einer neuen Einstudierung heraus. Das Werk erlebte 1923 i in Karlsruhe seine Uraufführung, mußte aber da­mals auf das Betreiben liberaler und marxistischer Streife vom Spielplan abgesetzt werden.Eine Rächt mit Marie I s a b e l l", Horst Commers neues Lustspiel, gelangt in Graz unter der Regie »on Viktor Warsitz zur Uraufführung. General­intendant Hans Meißner hat das VolksstückD i e Hochzeitsreise" von Arthur Simon zur Ur­aufführung für das Schauspielhaus Frankfurt erworben. Das Werk, das in Alt-Frankfurt in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts spielt, wird von Franz Schneider in Szene gesetzt.

verpflichtet, sich vor dem Verkauf den Schlußschein ober die Einkaufsgenehmigung vor!egen zu lassen und hat diese beim Verkauf zu unterfchreiben. Als Futter- und Nutzschweine dürfen also nur Schweine mit einem Lebendgewicht bis höchstens 50 kg ver­kauft und gekauft werden. Die AO. Nr. 18 des Viehwirtschaftsverbandes von 18.10.1940, betref­fend Einkauf van Hausschlachtungsschweinen, die als Höchstgewicht 60 kg bei dem Einkauf von Schweinen für Hausschlachtungen zugelassen hatte, ist also durch § 25 geändert. Demnach dürfen nur solche Schweine zu Hausschlachtungszwecken im Be­zirk des Diehwirtschaftsverbandes eingekauft und verkauft werden, die im Zeitpunkt des Kaufab­schlusses ein Höchstgewicht von 50 kg haben. Dies bedeutet jedoch nicht, daß die Hausschlachtung in allen Fällen noch genehmigt wird, wenn das Schwein gerade 4950 kg wiegt. Verstöße gegen § 25 der obengenannten Anordnung sind nach § 20» derselben Anordnung strafbar.

Wenn VoltSgasniaske und Lustfchuhhelme fehlen.

NSG. Volksgasmasken (DM.) und Luftschutz- Helme haben sich bei Luftangriffen im Kampf ge­gen Brandbomben und Brände, gegen Hitze, Qualm, Funken und Gesteinsstaub tausendfach bewährt. Wer noch keine Gasmaske besitzt, kann sich gegen Rauch und Staub durch ein angefeuchtetes Tuch, vor Mund und Nase gebunden, behelfsmäßig schüt­zen. Wer keine Luftschutzhelme hat, nimmt im Ernstfälle einen alten Hut, feuchtet ihn gründlich an und zieht ihn tief ins Gesicht.

Gießen-Wieseck.

Die Kriegermutter Frau Elisabethe Becker m Gießen-Wieseck, Rabenauer Straße 28, begeht heute ihren 80. Geburtstag. Der Reichskriegsopserführer SA.-Obergruppenführer Ober! rnb ober übep1 sandte seine Glückwünsche und eine Ehrengabe. Der Gauobmann der NS.-Kriegsopfer»Dersorgung SA> Gruppenführer Dippel und die Kameradschaft Gießen der NSKOD. brachten ebenfalls ihre Glück­wünsche bar. Auch wir gratulieren der Jubilarin herzlich. *

** Jungen des G eburtsjahrganges 1925, die aktive Offiziere im großdeutschen Heer werden wollen, melden sich bis spätestens 31. Januar 1943 bei der zuständigen Annahmestelle für Offi-

Prof. Johannes H s b o h m, den wir hier in Gießen schon des öfteren zu hören Gelegenheit hatten, ist im Laufe der Jahre immer mehr zu einer ausgeprägten pianistischen Individualität geworden. Nicht etwa in dem Sinne, daß sein persönlicher Ak­zent bei der Wiedergabe der Werke sich heroordrän- gen würde, sondern er verfolgt das Ziel einer mög­lichst objektiven Darbietung aus den Grundlagen heraus, die durch Zeitstil und persönliches Bekennt­nis im Werke gebunden sind. Das wurde uns hier im Laufe der Jahre immer wieder zu neuer Be­stätigung Mit starkem Vermögen des Eindringens in die Werke, mit intensiviertem inneren Erfühlen wird so ihre Wesensgestalt in ursprünglicher Treue wach, ihre Klangform ersteht aus ihrer eigenen Be­dingtheit; mit Beherrschtheit strebt Prof. Hobohm im Nachschaffen so der Idealgestalt unbedingter Schönheit zu. Das technische Rüstzeug, das ihm zur Verfügung steht, ist ausgeglichen, geschliffen unb fähig, jedem Werke das Seine zu geben. Und den­noch hat sein Spiel in den letzten Jahren noch ge­wonnen, es ist vollgriffiger, im Forte fülliger und ausladender geworden, so daß er jetzt mit Berech­tigung an ein Werk herantreten kann wie Robert Schümanns fis-moll«Sonate.

Wenn auch das anfängliche Schaffen Robert Schumanns auf das Klavier ausgerichtet war, aller­dings mehr in freien Formen, so zeigt die fis-nx>ll= Sonate (die 1833 entworfen, 1835 vollendet wurde) seine Auseinandersetzung mit der Form der Sonate. Er durchbricht ihre strenge Gestalt und lockert sie innerlich auf mit der flutenden Fülle einzelner Ge­danken, betont von starken Gefühlsaufwallungen im Lichte wirksamer Kontraste. Dazu kam, daß die Schaffenszeit dieses Werkes ihn innerlich durch­wühlte, und im Vollendungsjahr bezeichnet er die Sonate alseinen einzigen Herzensschrei nach Clara". Diese unverbrauchte Frische in der Un­mittelbarkeit des Erlebens wurde dem Hörer durch Prof. Hobohm nahegebracht, der mit dem Drän­gen und Stürmen des Impulses dem jeweiligen Wechsel der musikalischen Situation einfühlend nach­ging Die Thematik war plastisch ausgeprägt und bie Kontilene in der Arie empfindungsstark ge-

Hing.

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Sie jagten vorhin, Herr Holm, daß' Sie das Haus, in dem Frau Stallings wohnt, heute früh zwischen sieben Uhr und sieben Uhr fünfzehn ver­lassen hätten. Haben Sie Zeugen dafür? Ich meine, sind Sie beim Verlassen des Hauses von irgend jemandem gesehen worden vielleicht von einem der anderen Mieter oder auch vorn Haus- meister?"

Axel dachte sehr lange nach, um bann doch noch langsam den Kopf zu schütteln:

Nein, auf dem kurzen Wege vom ersten Stock­werk bis auf die Straße, wo mein Auto stand, ist mir niemand begegnet. Aber es werden sich be­stimmt irgendwelche Personen finden lassen, die be­stätigen können, daß mein Auto seit gestern abend zehn Uhr bis heute früh um sieben ununterbrochen vor dem Haus in der Kaiserallee gestanden hat!"

,Hm, selbst wenn wir solche Zeugen finden, Herr Holm, so wäre damit nichts ober nicht viel bewie­sen", erklärte Raucheisen achselzuckend.Denn die Tatsache, daß Ihr Auto vor dem Haufe gestanden hat, beweist noch lange nicht, daß Sie sich selbst während dieser Zeit in der Wohnung der Frau Stallings aufgehatten haben! Sie können es ja dort bloß ab gestellt haben!"

Ader mein Diener Otto hat mich heute früh um sieben Uhr dort angerufen!" rief Axel verzweifelt. Dieser Telephonanruf muh doch nachttächlich noch festzustellen sein!" /

Gewiß, Herr Holm! Damit wäre jedoch im gün­stigsten Falle nur bewiesen, daß Sie tatsächlich heute früh um sieben in der Wohnung der Frau Stallings gewesen sind, nicht aber, daß Sie sich auch in der kritischen Zeit, in der Ihr Onkel erschossen wurde also kurz nach Mitternacht dort auf-

icht.

Kranken« undheit- Rote« mit dem cauftragt nder ab« t einheit« amenA Die noch

Au« der Stadt Gießen.

Um eine Kuchensorm.

Wirtschaftsgegenstände aus Metall sind durch die kriegsbedingten Verhältnisse zeitweise knapp am Markt. Kein Wunder, daß jeder sich glücklich schätzt, wenn er das Gewünschte auf Anhieb bekommt. So war es auch bei der Kuchenform, die eine Hausfrau erstand und mit zufriedener Miene betrachtete. Da wurde neben ihr eine bescheidene Stimme laut: Ach, kann ich sie mir einmal ansehen ?" Mit leichter Mißbilligung wandte die Käuferin den Kopf:Die habe ich bereits fest genommen, es ist die letzte am Lager." Enttäuschung malte sich auf dem Gesicht der jungen Fragestellerin, und stockend meinte sie: ,Hch bin nämlich erst seit einer Woche verheiratet und habe noch keine einzige Backform in meiner Wirt­schaft..."

Die Verkäuferin stand wartend daneben; rechtlich tarn die Ware der ersten Käuferin zu, aber gefühls­mäßig macht- sie die Kuchensorm der Jungverheira­teten gönnen, die sie wohl am nötigsten brauchte. Und ähnliche Gefühle schienen auch der älteren Haus­frau zu kommen. Mit mütterlichem Lächeln blickte sie das junge Frauchen an, rang noch ein bißchen mit sich selbst, gab sich dann sichtlich einen Ruck und meinte endlich:Na, wenn es sich so verhält, bann werde ich sie Ihnen überlassen ..." Freudestrahlend kam der Dank der jungen Frau, und man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß am nächsten Sonntag ein junger Ehemann mit einem liebevoll gebackenen Kuchen erfreut worden ist oder ein Feld­postpäckchen hinauswanderte ... G. K.-H.

Für unsere Verwundeten.

Die NS.-GemeinschaftÄra ft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auf­trage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem SonderreferatIruppen- Betreuung" i m Reichsministerium für Volksauf­klärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten fol­gende Veranftattungen durch: In zwei Lazaretten bot eine Kapelle aus Gießen eine fröhliche musi­kalische Unterhaltung. Die Künstler Kabath (Kla­vier), Frielingsdorff (Gesang und Schlagzeug) und Allekotte (Bandonium, Saxophon und Klarinette) spielten bekannte Melodien, Lieder und Tänze bei reichem Beifall der Verwundeten. Der Vortrags­ring hatte zu seiner Dichterlesung von Herrn. Eris Busse in der Aula eine größere Zahl Verwundete eingeladen. Zu den Vorstellungen im Laufe der Woche hatte die Intendanz des Theaters der Uni­versitätsstadt Gießen wieder Verwundete zu Gast. Das NSKK. hatte am Mittwoch seine verwunde­ten und kranken Kameraden zum FilmDer große Schatten" im Gloria-Palast eingeladen. Durch den Kreis-Innungsmeister hatten Mitglieder der Uhrmacher-Innung des Kreises eine Anzahl Uhren der Kreisleitung Wetterau zur 23erfügung gestellt, die im Laufe der Woche an Verwundete in den La­zaretten in Gießen,- Laubach und Bad-Nauheirn zttr Verteilung tarnen, um einen Ersatz für im Fronteinsatz verloren gegangene Uhren zu bieten.

Vorgärten sind fein Freiland.

In einer Veröffentlichung des Berliner Polizeipräsidenten wird gegen einen Miß­stand Stellung genommen, der auch in . Gie­ßen vielfach zu bemerken ist. Die nachstehende Ermahnung des Berliner Polizeipräsidenten sei daher auch hier dringend zur Beachtung empfohlen.

Diele Hausbesitzer haben die eisernen Zäune ihrer Vorgärten in dankenswerter Weise zum Ver­schrotten zur Verfügung gestellt. Seitdem hören die Klagen nicht auf, daß nachlässige Passanten und Hausbesucher die ungeschützten Vorgärten als Frei- lapd betrachten. Auch ist beobachtet worden, daß Kinder unter Duldung oder Förderung durch die Eltern die gemauerten Sockel zum Balancieren benutzen, oder durch Unachtsamkeit beim Spielen mit Bällen und dergleichen Schaden in den Gärten anrichten» Einem großen Teil der Bevölkerung wird es nicht bekannt sein, daß die Hauseigentümer verpflichtet sind, ihre Vorgärten angemessen zu be­pflanzen und zu unterhalten.

Es ist in erster Linie ein selbstverständliches Gebot der Rücksichtnahme und Achtung vor frembem Eigen­tum, Vorgärten auch bann nicht unbefugt zu betre­ten, wenn fein Zaun daran hindert, und Beschädi­gungen durch Kinder nicht zu dulden oder gedanken­los zu fördern, sondern durch entsprechende Beleh­rung zu unterbinden. Ergänzend wird noch darauf hingewiesen, daß, wer unbefugt über Vorgärten geht, auch nach § 368 Ziffer 9 des Strafgesetzbuches bestraft werden kann. Bei Zerstörungen im Garten kann unter Umstünden auch ein Strafverfahren we­gen Sachbeschädigung ht Betracht ^kommen.

Verbunkelungszeit:

26. Januar von 17.55 bis 7.43 Uhr.

auf diesem Gebiet tätigen Stellen melden ihre Gin- nchtungen dem Deutschen Roten Kreuz und über. Mren auf Verlangen die Einrichtung für den Krankentransport dem DRK. gegen eine Entschädi- KÄS» transport durchgeführt hat, unter Währung seiner Origen Rechte auf Verlangen zur Eingliederung m das Deutsche Rote Kreuz zur Verfügung zu stel- len. Das Deutsche Rote Kreuz wird jeweils örtlich bekanntgeben, wann es den Gesamttransport über­nimmt. Bis dahin ist der Krankentransport von den zur Zett damit beschäftigten Stellen, denen das DRK. Weisungen geben kann, weiterzuführen.

Kleine politische Nachrichten.

In Linz übergab der Stabschef der SA. die Füh­rung des SA.-Gruppe Alpenland an den vom Fronteinsatz zurückgekehrten SA. - Gruppenführer Wilhelm Ditller.

Der deutsche Gesandte in Bangkok, der Hauptstadt Thailands, Dr. Ernst Wendler, gab die Grün­dung derReichsdeutschen Gemeinschaft Bangkok" bekannt. Bisher bestand in Bangkok nur ein beut- scher Klub. Dieser ist nach fast 52jährigem Bestehen aufgelöst und das Eigentum von der neugegründeten Gemeinschaft übernommen worben. Der Vorsitzende des Klubs, Wilhelm F u h r h o p, würbe zum Leiter der Gemeinschaft ernannt.

*

Am indischen Unabhängigkeitstag, dem 26. Ja- nuar, wird in Schonan (Singapur) eine Feier ab- gehalten, bie mit der Hissung der indischen Natio- jiMlflaage emgeleitet wird. Nach einem stillen Gebet wird Der Präsident der ostasiatischen indischen Un­abhängigkeitsliga, Rash Behari Bose, eine Rund- lunkafffprache an das indische Volk und die be­freundeten Mächte halten.

Aus Bagdad erfährt man, daß Nordamerikaner kürzlich in Koweitam Persischen Golf, in Aden und in dem indischen Hasen Karachi gelandet sind. .

Kunst und Wiffenschast.

Der Trunk von Verona".

Als dritte Uraufführung in dieser Spielzeit ging im Danziger Staatstheater Flügels Tragödie ^Der Trunk von Verona" in Szene. Flügel behan- b^t ben Untergang des Langobardenkönigs Al> bo in an seiner Mißehe mit der Gepidentochter Rosamunde. Bei ihm ist Rosamunde nicht die Verworfene, sondern die große Liebende, die mit ihrer Hingabe an den Eroberer Alboin die Wunden des Krieges zwischen Langobarden und Gepiden heilen will. Erst durch Alboins Freveltat, der fie bei einem Gelage in Verona zwang, aus dem Schädel ihres Vaters zu trinken, wird die Liebende zur maßlos Hassenden. Mit ihrer Hingabe an Al­boins Waffengefährten Helmichis erkauft sie sich ben Mord Alboins. Die Träger der Handlung gel- . ten Flügel als von Gott Verstoßene und darum Untergehende. Um seine Dichtung der Form der großen Tragödie anzunähern, führt er auch den Thor eln, der die Handluug mit Anklagen und Weis­sagungen begleitet Der Autor, der als Lektor für die Deutsche Akademie in Gent tätig ist, ist un­zweifelhaft von hoher dichterischer Begabung unb starker sprachgestaltender Kraft. Er verlangt ein ge- schultes, Sprache als Offenbarung zu erleben fähiges Publikum und ein große Aufgaben würdig lösen­des Theater. Die Danziger Inszenierung durch Cle-. mens Schubert zeigte das beste Bemühen um diese Ausgaben. E. K. Wiechmann.

Vom Theater.

Friedrich Bechges neues SchauspielK o p e r n i - k u s" wirb, zugleich mit ben Städtischen Bühnen Frankfurt a. M. und mit dem Staatstheater Danzig, im Schauspielhaus Königsberg uraufgeführt werden. Otto Falkenberg bereitet als nächste Klassiker- Inszenierung der Münchner Kammerspiele Lessings Emilia G a l o 11 i" vor. Die Bühnenbilder ent-