Südamerika unter LlSA -Oruck.
Oie gesamten Schiffe für das Landungsunternehmen in Nordafrika gebraucht.
mot. Schützen-Brigade und einer Panzer-Abteilung dos Dorf <m. In dem heißen Ringen behauptete Major Willig mit seinen schwachen, aber durch sein Beispiel zum höchsten Einsatz mitgerissenen Kräften das Dorf gegen den Ansturm der sowjetischen Massen und meisterte zahlreiche, durch die feindliche Uebermacht verursachte örtliche Krisen. Die Bolschewisten erlitten bei ihrem vergeblichen Anrennen schwerste Verluste und büßten von ihren 24 an* greifenden Panzern 18 ein. Der in Kassel-Niederzwehren beheimatete Major Willig trat nach dem Abschluß der Lehre als Mühlenbauer als Freiwilliger in das Jäger-Bataillon des I.R. 15 ein. Im April 1939 wurde er als Oberfeldwebel unter Beförderung zum Leutnant und gleichzeitig zum Oberleutnant in die aktive Offizierslaufbahn übernommen.
Hauptmann Goebel, 1917 als Sohn eines Kaufmanns in Hagen geboren, war, da er nach einer schweren Verwundung noch nicht krieasver- wendungsfähia war, mit der Führung der Armeeumschulungslehrgänge für Offizieranwärter beauftragt. Bei der feindlichen Offensive' im großen Don-Bogen wurde die Schule zur Verteidigung eines wichtigen Flußabschnittes eingesetzt, sie bildete den Rahmen für eine aus Angehörigen verschiedener Einheiten gebildete Kampfgruppe, deren Führung Hauptmann Goebel übernahm. Mit diesen Soldaten, die er, selbst mit der Waffe in der Hand in vorderster Linie kämpfend, durch sein persönliches Beispiel mitriß, warf er den Feind von einer beherrschenden Höhe und hielt die neu gewonnene Stellung gegen zahlreiche wütende Gegenangriffe starker sowjetischer Kräfte. Mit Beutewaffen wurden sieben feindliche Panzer abgeschosfen und durch schwungvolle Gegenangriffe die in die Hauptkampflinie eingedrungenen Sowjets zurückgeworfen. Am 6. Dezember abends verunglückte Hauptmann Goebel in seinem Kraftwagen und zog sich eine Gehirnerschütterung und zahlreiche Quetschungen zu. Obwohl fast bewegungsunfähig, behielt er die Führung der Kampfgruppe in der Hand. Hauptmann Goebel trat 1936 als Fahnenjunker in ein Grena- dier-Regiment ein und wurde 1938 Leutnant, am 1.4.1942 Hauptmann.
Zur Räumung von Tripolis.
Eine Rundfunkansprache Pavolinis.
Rom, 24.Jan. (DNB.) Die Räumung von Tripolis ist in der italienischen Oeffentlichkeit mit dem entschlossenen Willen zur Weiterführung des Kampfes bis zum Endsieg aufgenommen worden. Dolks- bildungsminister P a v o l i n i erläuterte in einer Rundfunkansprache die Räumung von Tripolis. Die Trupen der Achsenmächte, so sagte er, haben sich in Nordafrika glänzend geschlagen. Dem Gegner wurden schwere Verluste beigebracht. 2V- Jahre hindurch band die „Schlacht der 32 Monate" den größten Teil der britischen Streitkräfte an der nordafrikanischen Front. Gleichzeitig sperrte Italien das Mittelmeer und zwang den Gegner zum Umweg um das Kap der Guten Hoffnung. Das wirkte sich entscheidend auf die Bilanz des U-Boot-Krie- ges aus. Das große Spiel nimmt nunmehr. i n Tunesien seinen Fortgang und bindet weiter die Strettkräfte Englands, der Vereinigten Staaten und chver Verbündeten.
Ein Aktivum für uns ist die Konzentration unserer Streitkräfte in einem geschlossenen Raum sowie die Möglichkeit der Benutzung der kurzen Seeverbindung zwischen Sizilien und Bizerta. Wegen dieser Vorteile und um Menschenleben und Material zu sparen, haben wir jetzt Tripolitanien geräumt. Das andere große Ziel der Schlacht im-Mittelmeer, die Sperrung des Mittelmeeres, ist durch die Bese tzung von Bizerta heute mehr denn je erreicht. Äe Sicherheit Italiens ist durch die Besetzung Korsikas, Toulons und der französischen Küste verstärkt worden. Italien weiß genau, daß seine Unabhängigkeit heute von der Sowjetunion und von der Mittelmeerfront her bedroht ist. Entschlossen wird Italien an der Seite seiner Verbündeten, an der Kampffront wie an der inneren Front, durchhalten, bis sich die Initiative des Feindes an unserem unerschütterlichen Widerstand gebrochen haben wird. Unser Glaube ist es, der uns eines Tages nach Libyen zurückkehren lassen wird, das durch Blut, Arbeit und Geschichte Italien und Rom geweiht ist.
Oer italienische Wehrmachtbericht.
Rom, 24. Ian. (DNB.) Der italienische Wehrwachtbericht vom Sonntag gibt u. a. bekannt:
Die Bewegungen der italienisch-deutschen Panzerarmee zu den neuen Aufmarschstellungen gehen in
Paris, 24. Jan. (Europapreß.) Der soeben aus Buenos Aires zurückgekehrte spanische Botschafter Aunas, der dort im Auftrage der spanischen Regierung einen neuen Handelsvertrag mit Argentinien abschloß, schilderte in einem Interview den wachsenden Groll in südamerikanischen Ländern gegen die USA. In vielen südamerikanischen Republiken, so heißt es in dem von der Wochenschrift „Je Suis Partout" veröffentlichten Interview, Hobe der leiseste Wunsch der USA.-Botschaft als ein Befehl für die betreffenden Regierungen zu gelten. Selbst die Erwägung eines Handelsvertrages mit einem europäischen Lande sei unmöglich, weil das Leih- und Pachtabkommen, dem diese südamerikanischen Staaten beitteten müßten, die freie Verfügung über ihre Produkte verhindere. Wie der spanische Diplomat weiter aus» ührte, werde die Entrechtung von den betreffen« den südamerikanifchen Staaten „nur sehr ungern" ertragen..
Die Mißstimmung gegen die USA. werde dadurch gesteigert, oaß die Vereinigten Staaten infolge Tonnagemangels die in Südamerika gekauften Waren nicht ab transportieren können. „Man hat keine Ahnung davon in Europa", so erklärte Annas, „daß die Vereinigten Staaten, um die für die Expedition nach Nord- a f r i k a erforderliche Armada zusammenzubringen, schon drei Monate vorher ihren Seeverkehr mit Jbero-Amerika völlig unterbinden mußten. Die Passagiere spanischer Dampfer feien in anglo-amerikanifchen Häfen einer schika-
Ordnung und Regelmäßigkeit weiter. Es kam gestern nur zu Teilunternehmen von Panzern, die von unseren Nachhuten zum Kampf gestellt wurden. Im Abschnitt Tunesien wurden bei Besetzung einer weiteren feindlichen Stellung 275 Gefangene gemacht und Kriegsmaterial erbeutet. Während eines fruchtlosen Angriffs von Torpedoflugzeugen auf einen unserer Geleitzüge wurden zwei Flugzeuge von gutliegendem Feuer der Begleitschiffe getroffen und stürzten ab. Feindliche Flugzeuge nahmen bei Caftellamare del Golfo (Sizilien) einen Reifezug unter Feuer. Es wurden sieben Tote und 30 Verletzte gemeldet. Weitere Angriffe in der Provinz Catania, bei Ragufa und Licata sowie auf Lampedusa verursachten geringen Gebäudeschaden und forderten zwei Todesopfer unter der Bevölkerung. Ein von der Abwehr auf Lampedusa getroffenes Flugzeug stürzte ins Meer.— Eines unserer U-Boote unter dem Befehl von Kapitänleutnant Alpinolo Cinti torpedierte einen Zerstörer, der als Schutz eines Geleitzuges im Mittelmeer fuhr.
Die Hintergründe des Krieges für die LIGA. Ein Interview mit Botschafter Kurusu. Rom, 24. Ian. (Europapreß.) „Messagero" bringt' ein Interview mit dem letzten Sonderbotschafter Japans bei den USA., Kurusu, das sich mit der Frage beschäftigt, wie die USA. zu ihrem Eintritt in diesen Krieg gekommen sind. Die Schwierigkeit des USA.-Kapitalismus hält Kurusu nicht für die einzige Triebfeder, soziale und politische Kräfte hätten dabei mitgewirkt. Einen der wichtigsten Gründe sieht er in den Schwierigkeiten, in denen sich der New Deal befand. Er spricht von der kindischen Leichtgläubigkeit der Amerikaner, die fanatisch davon überzeugt seien, daß alles, was sie tun, richtig sei.
Auf die Frage, warum keine nordamerikanischen Truppen an der sowjetischen Front seien, nennt Kurusu drei Gründe: erstens wollten die Sowjets sie nicht, zwettens könnten die USA.-Sol° baten nicht unter den gleichen Bedingungen kämpfen wie die Sowjets, und drittens sei allem Anschein zum Trotz der Krieg der USA. nicht der Krieg Sow- jettußlands.
Hinsichtlich der Zukunft sagte Kurusu, der Frieden der Welt werde auf neuen Grundlagen errichtet werden, und zwar auf Zusammenschlüssen in geographischen Räumen unter den Rationen, wobei den kleinen Staaten in gerechtem Maße ihre Stellung entsprechend ihren Fähigkeiten und ihrem Willen zur Mitarbeit an der Festigkeit des Friedens zugewiefen werden würde.
nöfeh Kontrolle unterworfen. In Cura?ao feien nordamerikanische Soldaten an Bord des spanischen Schisses mit Maschinenpistolen gekommen und hätten jeden Fahrgast bedroht, der an der Reeling stehen bleiben wollte.
Tschiangkaischek
Witt selbst nach Washington fahren.
S ch a n g h a i, 23. Jan. (Europapreß.) Nach einer Meldung aus Tscbungking wird Tschiangtai - s ch e k sich demnächst zu einer Konferenz nach Washington begeben. Kriegsminister General Hoy° ingtf d)in, der augenblicklich Indien besucht, wird umgehend nach Tschungking zurückkehren, um während der Abwesenheit Tschiangkaischeks die militärischen Angelegenheiten zu leiten. — Die USA.- Wochenschrift „Time" stellt fest, daß Tfchüngking- China vom Weißen Haus „in befrembenbfter Weise" brüs kiert worden sei. Eine im April v.I. in Washington eingetroffene Militärmif- f i o n fei Anfang Januar von Tschiangkaischek wieder abberufen worden. Die Mission sei völlig ignoriert worden. Die Tschungking-Osfiziere seien nie zu irgendwelchen Beratungen über die strategische Lage im Pazifik hinzugezogen worden. Schließlich hätten die Chinesen die Geduld verloren und seien abgereift. Ob sich Tschiangkaischek einer ähnlichen Behandlung aussetzen will oder ob er hofft, durch sein persönliches Erscheinen in Washington hinter das Hilfsbegehren Tschungkings den notigen Nachdruck zu fetzen?
Kampf um Syrien.
Ankara, 24. Jan. (Europapreß.) General Ea- troux, der Generaldelegierte de Gaulles in Syrien, erhielt, wie ein Kommunique des „Französischen Nationalausschusses" mitteilt, Sondervollmachten für die „Wiederherstellung des verfassungsmäßigen Regimes" in Syrien. Dieser Schritt erfolge nach 2>efpred)ungen mit den Regierungen von Großbritannien, Syrien und Libanon und „im Hinblick auf die Entwicklung der militärischen Lage". Nach einer Meldung aus Erzerun wird der syrische Ministerpräsident auf Weisung des britischen Oberkommissars, General Spears, die Funktionen des vor einigen Togen Plötzlich verstorbenen syrischen Staatspräsidenten übernehmen. Es handelt sich hier um einen glatten Bruch der syrischen Staatsoerfassung, die für einen solchen Fall die Volksbefragung vorsieht. Der Machtkampf um die Neubesetzung des Staatspräsidentenpostens ist also zwischen den britischen, nordamerikanischen und gaullistischen Stellen noch nicht entschieden. In der Debatte um den Kandidaten für den Straatspräsi- dentenposten scheinen zwei Namen im Vordergrund zu stehen, der von Ha k i al Arm, einem früheren syrischen Ministerpräsidenten, und der des Prinzen Achmed N omi.
Oie Neutralitätspolitik der Türkei.
Istanbul, 24. Ian. (Europapreß.) Im „23a- kit" wendet sich der türkische Abgeordnete Uz nachdrücklich engen die von verschiedener Seite geäußerte Auffassung, daß die Türkei zur Erleichterung von Getreidelieferungen durch die Nord- amerifaner von ihrer Neutralitätspolitik abweichen könne. Uz schreibt: „Diejenigen, die glauben, daß die Türkei für einige hunderttausend Tonnen Weizen in den Krieg hineingetrieben werden kann, machen sich unnötige Sorgen. Noch niemals hat sich ein Volk wegen eines Stückes Brot in einen Krieg gestürzt." Weiter heißt es in dem Artikel, die Versorgungslage der Türkei fei keineswegs so geartet, daß darüber in ihrem Tun und Denken die Logik verlorengehen könnte. Die bis zur Einbringung der neuen Ernte erforderlichen Getreidemengen feien sichergestellt. Für den Bedarf der Armee bestehe überdies ein Getreidevorrat von 25000t) Tonnen.
Südamenkanische Expedition in die Antarktis.
Buenos Aires, 24.Jan. (Europapreß.) Ar° g e n ti n ie n und Chile setzen ihre Bemühungen fort, sich ihren Anteil an der Antarktis zu sichern. An Bord des Heerestransportsch'ffes „Primero de Mayo" (l.Mai) führt eine Expedition nach dem
Sudmeer zur Erforschung des von Argentinien mA Chile reklamierten Teils der Antarktis. Außer ar* gentinischen Teilnehmern nimmt auf Einladung dec argentinischen Regierung auch eine Abordnung Der chilenischen Flotte an dieser Fahrt teil.
„Aus harten Kämpfen geboren."
Alfred Rosenberg spricht über das Reich der Deutschen.
Unter dem Motto „Das Reich b'er Deutschen* führte die Dienststelle des Beauftragten des Führers für die Ueberwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP, im Deutschen Opernhaus in Charlotten- bürg eine weltanschauliche Feierstunde durch. Nach dem Präludium in Es-dur von Bach lasen Ernst Borchert und Paul Klose aus Dokumenten der Zett der ersten Kaiser. Dem „Feierlichen Marsch" Handels folgten Lesungen aus Reden Bismarcks und Adolf Hitlers.
Das gemeinsam gesungene Lied „Nun laßt Die Fahnen fliegen" leitete über zu der Ansprache von Reichsleiter Rosenberg. Wie die großen Schop- fungen eines einzelnen selten die Kinder eines sorgenlosen Daseins seien, so seien auch die großen Taten einer Nation nicht in "Der Sattheit einer bürgerlichen Selbstgenügsamkeit entstanden, sondern aus den Stunden großer Prüfungen eines schweren Schicksals. So werden die Leistungen auch unserer Gegenwart aus harten Kämpfen geboren. Wir bejahen das ganze deutsche Schicksal als einen Weg zur deutschen Volkwerdung, haben aber auch die Pflicht, Entschlüsse zu fassen, die unser Jahrhundert von uns fordert. Nur dadurch werden wir der großen deutschen Vergangenheit würdig. Unsere heutige Aufgabe ist die Verteidigung und Ordnung unserer germanischen Urheimat und unseres ehrwürdigen Kontinents. Wir wissen, daß noch nie bewußter und mit härterer Hand die Fahnen des Reiches vorwärtsgettagen wurden und daß der Sieg des Reiches in dem inneren Beschluß der Herzen von 80 Millionen Deutschen begründet liegt: Daß keine Macht der Welt diese Wiederge« burt Deutschlands und des Reiches zum Heile Europas mehr zu verhindern vermag.
Tagung -er Heichsstupentenführung.
In Salzburg fand unter der Leitung von Reichsstudenten führer Dr. Scheel eine Tagung der Reichsstudentenführung statt. Dr. Scheel stellte fest, daß das deutsche Studententum heute ausschließlich a n der Front stehe. Nur ein verschwindend kleiner Teil studiere noch in der Heimat. Ein Teil sei jedoch aus dringenden Berufs- und Ausbildungsgründen zum Studium kommandiert oder beurlaubt. Er wies feine Mitarbeiter an, ganz befon- ders diese Fronistudenten mit allen Kräften und Mitteln zu unterstützen. Die Sonderförderung für Soldaten und verheiratete Studenten sei ein großer Erfolg. Jedoch habe die Reichsstudentenführung einen weiteren Ausbau vor allem für die verheirateten Studenten beantragt. 5m besonderen steht auch der Gesundheitsdienst des Reichsstudentenwerks zur Verfügung. Außerdem wird in diesem Winter- Semester eine Zahnsanierungsaktion durchgeführt. Jeder Student müsse wissen, daß das Studium in der Kriegszeit eine besondere Auszeichnung sei. Im Hinblick auf die großen Aufgaben, die dem Akademiker in der Zukunft erwachsen werden, müsse der Student neben der selbstverständlichen soldatischen Pflichterfüllung auch ein vorbildlicher Nationalsozialist fein. Nur wer mit ganzem Herzen im deutschen Volk stehe und dadurch das Derttauen des Volkes habe, könne Führungsaufgaben übernehmen. Dr. Scheel erkannte auch die Einfatzfreu- digkeit der Studentin in der Heimat an, vor allem im Rüstungseinsatz, aber auch im Studium selbst. Er untersttich die Notwendigkeit des Frauen- studiums und die Pflicht der deutschen Studentin, sich mit voller Hingabe dem Studium zu widmen, aber auch am polttischen Leben der Nation tätigen Anteil zu nehmen.
Krankentransport vereinheitlicht.
"Durch Erlaß des Führers wurde der Krankentransport für den Bereich des zivilen Gesundheits, wesens einheitlich dem Deutschen Roten Kreuz übertragen. Bisher waren mit dem Krankentransport zahlreiche Stellen beauftragt deren Tätigkeit nicht hinreichend aufeinander ab« gestimmt war. Hierdurch war vielfach eine einheitliche Lenkung des Krankentransportes, namentlich in besonderen Fällen, in Frage gestellt Die noch
»Schwein Haden
II zurcchtgezlmmcrten faßen froh um dich
Mit dir im Gefolge zogen mir ruhelos durch die weiten Ebenen und Wälder Rußlands. In Panje- hütten und rasch erstellten Bunkern, in'Futterscheunen und Viehställen warst du schnell ausgestellt, und bald summte auf dir der Topf mit dem wärmenden Tee. Mit welcher Sehnsucht dachten wir an dich, wenn du uns mit dem Schlitten vorausgezogen warst und wir auf Nachhut lagen in unseren mit etwas Stroh notdürftig ausgelegten Schneelöchern, fünf, sieben, ja manchmal zehn Stunden lang, und mit schneeverklebten Augen feindwärts blickten. Die grausame Kälte kroch den Körper hinauf und lähmte die Glieder, und einmal ließ sie gar die Waffen versagen, als drüben ein feindlicher Spähtrupp auftauchte und der Feuerbefehl gegeben wurde.
Wie vermißten mir dich damals, als wir drei Tage lang die offenen Schneestellungen bei K. einnehmen mußten, 50 Meter vom Gegner entfernt. Sn den wach freien Stunden hockten wir in einem offenen Kriechunterstand. Durch die Ritzen des Bretterverschlages stob der Schnee, während wir vor Kälte keinen Schlaf fanden und zähneklappernd Die Stunden dahindämmerten.
Da war es fast wie eine Erlösung, wenn der Feind fernen allnächtlichen Angriff unternahm und wir auf den Alarmruf des Postens hinausstürzten, um die dunklen Gestalten abzuputzen, die oft ohne Deckung und total betrunken auf unsere Stellung zustürmten.
Oft lagen wir in Den neugenommenen, noch brennenden Dörfern und fanden nachts für einige dürft tige Stunden Schlaf an Der Glut Der schwelenden Häuser. Dann begrüßten wir Dich mit lauter FreuDe, wenn Du auf Dem Schlitten nachgefahren kamst. Dann warst du bald im schnell zurechtgezimmerten Bunker eingebaut, und mir saßen froh um dich herum.
.Seit der -«Seit stehst du wieder im Bunker, und froh sitzen mir um dich herum. Wie haben sich Die Zeiten geändert feit jenem Winter!
Dieser massive, bombensichere Unterstand, sauber und wohnlich eingerichtet, muß er nicht auch dich in Erinnerung an Die Bretterverschläge oergange» ner Tage erfreuen? Sahst du auf Deiner Herfahrt die neuen Brücken, die sauber angelegten Straßen und Wege, die diesmal Den Nachschub sicherstellen, sahst Du die tiefgestaffelte Verteidigungslinie, Die wie ein eiserner Riegel Das Land vom Norden bis- zum Schwarzen Meer durchzieht? Die Felder sind von deutschen Truppen abgeerntet, und Die Ernährung für Mensch und Tier ist in ausreichenden Mengen eingelagert für Den kommenden Winter, in Den mir diesmal mit fester Zuversicht gehen.
Wir stehen rnieder und halten Wacht.
Und du bist wieder dabei, alter Geselle!
Gefreiter Egon Gross.
Immer kleiner wurde Der Kreis um dich, manch lieben Kameraden brachten wir schweroerwundet in Deine wärmende Nähe, und manchen sonst gesunden mußten wir mit Erfrierungen ins Lazarett schaffen. Uns anderen blieb nur Die Hoffnung, daß einmal doch der Fühling und damit die große Wende kommen müßte.
So warst du unser unzertrennlicher Freund und Helfer. Und wahrlich, ist das Gewehr die Braut des Soldaten, so verdientest du, seine Mutter genannt zu werden.
Wochen und Monate gingen dahin, Die sich in ihrer Trostlosigkeit und Schwere für immer in unser Gedächtnis eingegraben haben, und du wurdest mit der Zeit genau so rissig, verbeult und rauh wir wir. Aber dann kamen die Tage, Da die Sonne Den ewig grauen Winterhimmel durchbrach und Die ersten Tropfen von den Eiszapfen Der Dächer fielen. Da sackte die hohe Schneedecke zusammen, und allenthalben murmelten und rauschten Die Schmelzbäche. Bis es nicht mehr zu verheimlichen war, Der Frühling hatte feinen Einzug gehalten.
Dann standest du unbenutzt und vergessen in Deiner Ecke, rostig, häßlich und ein wenig vorwurfsvoll, bis wir dich eines Tages an den Troß ab- geben mußten.
Bis Der Befehl kam: „Die Gruppen empfangen Die Bunkerofen." *
SeDer weiß, was es bedeutet, wenn man ,/Schwein hat". Aber wie die Redewendung diesen Sinn erhalten hat, ist nur wenig bekannt. Es gibt verschiedene Erklärungen, am wahrscheinlichsten ist eine Deutung, nach der sie von den altdeutschen Schützenfesten stammt. Bei diesen gab es natürlich Preise für den besten Schützen, aber bei dem Humor, Der unsere Altvordern auszeichnete, vergaßen sie auch Den schlechtesten Schützen nicht und gönnten ihm gleichfalls einen Preis. Die Schützenpreise waren recht ansehnlich; anfänglich waren es oft Tiere, Die ja früher überhaupt Ausdruck des Reichtums waren, später goldene und silberne Kleinode, Becher, Ringe und dergleichen, und schließlich Geld. „Das Beste", also Der erste Preis, war um 1400 'n München ein stattlicher Widder, bann wird ein Ochse, ein Pferd erwähnt, und die Geldpreise er* hoben sich von 40 Gulden, die in Augsburg 1440 ausgesetzt wurden, auf 300 Gulden, Die sich um 1500 der glückliche Schütze erwarb.
War aber das stattliche Pferd oder der Ochse Das Beste, fo war der letzte Preis für Den schlechtesten schützen imfangs ein Schwein, freilich in der Regel ein recht junges, und dieses wurde unter nieten Spvttreden vom Pritschenmeister überreicht. Der auch eine Preisfahne mit einem Spottbilbe hinzu- fügte. Der Gewinner des' Schweines mußte Dann feinen Preis unter dem Spott Der Mitbürger und Dem Halloh der Jugend Durch die Stadt führen. War es ein Ferkel, fo konnte er es auch im Mantel ober in Den Damals sehr weiten Aermeln des Obkr- kleiDes nach Haufe tragen. Darauf bezieht sich Die stelle in Brants „Narrenschiff". „Wer schienen will und falt Des rain (fehlt Der Schießhahn), / Der Drelt Die fu im ermel beim." Auch beim Pferderennen zu ulm im Jahre 1468 wurde dem Reiter Des langsamsten Pferdes eine Sau gestiftet, die mit einer Leine an das Pferd angebunden und so zur Stadt geführt werden mußte. Als später Geldsummen dl« Tierpreise ersetzten, bekam der schlechteste Schütze auch nicht mehr fein Schwein, aber der „Trostpreis", Der ihm zufiel, behielt doch wenigstens Den Namen bei. Und daher mag sich diese Redensart bis auf Den heutigen Tag erhalten haben, deren Sinn ist, daß man etwas gewinnt oder eines Glückes tefö hastig wird, ohne es eigentlich verdisoä zu
Wie manches Mal langten Die Talglichter nicht mehr. Dann machten wir Deine Ofentür auf ur.D starrten in Die Glut, schrieben nach Daheim und sprachen von vergangenen unD zukünftigen Tagen, Wie wurden Dann oft Die Gespräche so schwer. Würde es unserem Truppenteil gelingen, Den Ein- kreisungsring zu durchbrechen? Sollten wir die Lieben Daheim Wiedersehen Dürfen? Es war, als hätte die Natur selbst sich gegen uns verschworen und erstarrte in ihrer rasenden Kälte jede Hoffnung und TatenfreuDigkett. °
„Ohne dich gehi's nicht."
Ansprache an den Bnnkerofen.
Eines Tages warst du wieder da, du braver,Ge- Hie.
Die Gruppe erwartete dich geschlossen am WaL- weg, als Der Panjewagen dich brachte, und es war, als grinsten uns Deine runzligen Züge schon von weitem vergnügt entgegen: „Da habt ihr mich wieder, Kameraden, ohne mich gchfs doch nicht." DHt wehmütigen Erinnerungen umstanden wir dich, du guter, alter Ofen, und als Otto, Der Obergefreite, dich behutsam vom Fahrzeug lud, schien es, als glitten seine Hände liebkosend über deinen rissigen Bauch.
Er war es auch, der dich damals in den Januar- tagen anaeschleppt brachte. „Hier", sagte er und setzte dich schmächtigen. Burschen von kaum 60 Zentimeter Größe auf Den Lehmboden unseres niedrigen Bunkers, „hier ist der neue Ofen, und Den alten Ruß topf werfen wir jetzt enD gültig raus."
Dein so bezeichneter Vorgänger, ein alter, von geschickten Landserhänden umgearbeiteter Benzinkanister, mußte das Feld räumen.
Du solltest nun also unser ständiger Weggenosse sein während der Kampfe des unerbittlich- harten russischen Winters, solltest bei Den Märschen uns stets auf dem Schlitten folgen, um uns sofort im neuen Quartier, in Scheunen, Bunkern und zerschossenen Panje-Häusern Wärme zu spenden.
Abschätzend und ein wenig mißtrauisch betrachteten wir dich damals. Wie schnell hat sich das Urteil über dich gefestigt. Ein Meister hatte dich geschaffen, Der mit Den Sorgen unD Nöten Des Landsers vertraut fein mußte.
Mit sparsamster Nahrung aus Birkenholzscheiten nimmst du vorlieb. Und was für Wärme spendest du dafür, wenn wir von draußen, aus unseren Schützenlöchern im Schnee, zurückkommen und die Knobelbecher und Fausthandschuhe ausziehen, um an Deiner Glut die steif gefrorenen Glieder aufzuwärmen. Welch wohliges Gefühl, bei dir zu sitzen, während draußen heulend Der Schneesturm über Die unendlichen Ebenen fegt! Welch schwerer Abschied, wenn wir nach einer allzu kurzen Stunde Schlaf wieder hinaus müssen in die eisige


