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ftanfenmei-f; tag Streichquartett des Städtischen -------—-----—____________________________
Starker, freudig«: Be^tt daL b°neLrbf"^J ÄSÄSSSS
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63 solchen Gaden hatte zukommen müssen rauche ULtveqttLUdruckerei «.Lange
- ■ Dr. Hermann Hering.
(Nachdruck verboten.)
13. Fortsetzung.
Kundgebungaufdem Gleiberg
DerReichSstudentenführerDr.Echeel spricht.
Anläßlich des 20. Todestages des Studenten und! Freiheitskämpfers Albert Leo Schlag eteq findet am kommenden Mittwoch, 26. Mai, nadh mittags eine feierliche Kundgebung der studentischem Kameradschaften des Gaues Hessen-Nassau auf beit Studentenburg Gleiberg bet Meßen statt. Bog der Kundgebung wird der Reichsstudentenführer. Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Scheet sprechen.
Der Schuh des Lustschuhraums.
HmSMöWiyMch
riovtlle von Theodor Ätorm
Oer neue Leiter des Gießener Theater- Intendant Anton Ludwig au- Hanau.
Aus d«r CM Gießen.
Wohlmeinende Anfrage.
Verraten Sie mir, bitte, Ihr System oder Ihren Trick. Verzichten Sie auf die kalte Abreibung? Essen Sie Ihr Frühstück auf dem Weg ins Geschäft? Wo rasieren Sie sich? Lassen Sie sich von einem Gutgesinnten faaen, daß eins wie das andere zwar in Ausnahmefällen fortaelassen werden kann, aber auf monatliche und jährliche Dauer doch nicht dazu angetan ist, Ihren Körper frisch zu erhalten, so wie es besonders heute unbedingt nötig ist, um leistungsfähig zu bleiben.
Warum so geizen mit den Viertelstunden früheren Aufstehenr? Das alte Sprichwort ist zwar reichlich abgedroschen, aber für die Nerven wie die Haus« liche Gemütlichkeit und damit für die gute Laune im Umgang mit den Mitmenschen hat die Morgen- stunde wirklich Gold im Munde, wenn man sie nicht als Auftakt zur täglichen Hetzjagd stempelt. Sie aber, Herr Nachbar, haben mich gestern morgen saft umgeworfen und noch nicht einmal „Hoppla"
1 leidt gum Haus heraus zum Dienst gehend Moder 'e-JT- «ann aufstehen? Auchich schlafe wie bei offenem Fenster, und da hört man in der ^be vernehmlich die Wecker rasseln. Junten brauchen Sie zum Waschen Anziehen und Frühstücken? Oder machen Sie auch' noch ein paar gymnastische Uebungen in der kurzen 3cit9 N-hmen Sie nur die Kritik nicht Übel - aber non Nittteleuropäer nun einmal noltncnbin w fn’X3 eJ er körperlichen Betreuung, muß etwas
Theater -er Llniversität-sta-t Gießen
Morgenfeier: Kammermusik.
msgetst des neuen Intendanten nicht lähmen ~- Gegenteil: Schwierigkeiten sind dazu da, um überwunden zu werden, und die Vielfalt der ihn hier erwartenden Aufgaben muß für den neuen SXrrn der lebhafteste Anreiz zur (Entfaltung oller A"er persönlichen Gaden und schöpferischen Fähig, reiten sein. sftb.
Es war dankenswert, daß zum Schluß doch Mozarts Klarinettenqutntett kn seiner Orrginalform erklang, nicht, wie erst vorgesehen, m der Gestalt als Klavierquartett: denn es liegt em eigener Reiz in der Gegenüberstellung des Kla- nnettentones zum Streichquartett, zumal dieses ™ ffJrclnß eueren Antriebskräfte mehr aus dem Melodischen als aus der Thematik schöpft. Es war em frisches, vom Musikantischen gespeistes Klang. werden mit Versunkenheit und Wärme im Larg. hetto dem Urtümlichen im Menuett (besonders im zweiten Trio!) und den charakteristtschen Variationen !3\VlHa e' ^mundend in die gelöste Beschwingtheit des Schlusses. Heinrich R o t t m a n n blies mit schönem BIPIfhl’m Tnn ntwh ^5.>X..« _ : '«■ r « *
m^EEAuß des Derzierunaswerkes im Andante. Im Wwerschem der dezent und mit feinster Anpassung unter Otto S ö l l n e r begleitenden Orchestergruppe lieh das Rondo in unmittelbarer Frische seine wechselnden Gedanken mit beschwingendem Humor voruberAiehen.
Die Einleitung der musikalischen Feierstunde gab Beethoven' non Frohsinn erfüllte Sonate tn:xx iur ^^bhlingssonate"), von Konzert, merster Franz K e r z i s n i k (Violine) und Otto Zöllner (Flügel) in ihrer Spielfreudiakest erweckt, mit schwingendem Geigenton und durchgebil. detem thematischem Anteil, prachtvoll in dem Heber- Zang zur Reprise im ersten Satz mit seinem ge- heimnfsvollen Raunen: mit klangedler Feingliedrig- schalkhaft betonter, verschobener Rhythmus im Scherzo und anmutiges Spiel der Themen im Rondo.
Es gehört zur erweiterten Aufgabe der Morgenveranstaltungen, sich jenem zum Teil Vergessenen, zum Teil weniger Berücksichtigten zuzuwenden, das sich in di« laufende Programmgestaltung aus irgend- einem Grunde nur schwer oder gar nicht einsüaen laßt. Um so mehr kommen dann solche Werke in diesem Rahmen 3u? Gestung, und so bot auch die gestrige Veranstaltung in Auswahl und Darbietung Wertvolles. Wohl nur wenigen dürste Johann Christoph Vogel (1756—1788) bekannt ftfn, jener in Nürnberg gebürtige Lauten- und Geigenmachersohn, der sich in seinem letzten Lebensjahrzehnt nach Paris wendet und sich dort an seinen engeren Landsmann Gluck anschließt. In Armut und im Kampf um die Existenz vollendet sich dort das Schicksal des 32jährigen, noch ehe er zur vollen Entfaltung seines Talents gelangt ist. Wenn auch Gluck semen zwei Opern Vorbild war, so zeigt doch seine Instrumentalmusik Züge, die auf Mozart verweisen und auch wohl zeitgenössische italienische Musik widerspiegeln: weitere Entwicklungsjahre hätten vielleicht manchen persönlichen Ansatz bei ihm zu- kunststtachtta ausreifen lassen können. Das be- zeugte sein KonzertsürOboeund Fagott mit Orchester, das wahrscheinlich im Winter 1786 in Pans zur ersten Aufführung gelangte. Ein liebenswürdiges Werk, dem man gern wieder begegnen wird, wenn es so sorgsam betreut wird wie hier. Oboe (Willi Heer) und Fagott (Franz D i t t e r t) ernten sich mit innigster Schmiegsamkeit des Klanges im gegenseitigen Wetteifern an Tönschönhöit und Ausdruckswillen im Durchgestalten der melodischen Linie in der Solopartie; sich ablösend, sich beant- wartend und sich findend im schönsten Zwiegesang; sauber und perlend in den Passagen und stets getragen von jener feinen Empfindsamkeit, die diesem Werk stilgemäß zukommt; die Kadenz als Höhepunkt des Kopfsatzes (Allegro) sei ebenso hervorge- hoben wie die duellierende Gesanglichkeit und der
Das D-eater der Universitätsstadt Gießen wird vom 1. Juni ab m der Person des Intendanten d" gegenwärtig die Theater in Hanau, Offenbach und Aschaffenburg leitet, seinen neuen Leiter «chatten.
^?">ndant Anton Ludwig entstammt einem su- detendeutschen Geschlecht; im Jahre 1888 wurde er
Wien als Sohn eines Ministerialbeamten geboren Frühzeitig kam er m Wien mit dem bekannten Hof- opernsanger Anton Schittenbelm in Berührung, und dadurch wurde sein Interesse für das Theater geweckt. Er studierte dann an der Staatlichen Aka- demie in Wien alle Fächer, die für seine Theater- iaufbahn von Bedeutung waren. Zunächst wirkte er als Schauspieler, später wandte er sich als Sänger auch der Oper zu, ebenso betätigte er sich in der Regie und der Dramaturgie. U. a. war er am Me- ttopolitan-Theater in Neuyork tätig, weiter als erster Tenor am „Theater an der Wien" in Wien, an- Meßend mehrere Jahre als erster Spieltenor an ber Münchener Staatsoper. Mit dem Schauspiel hat er sich immer in lebendiger Verbundenheit ge- suhlt und in diesem Zweig der Theatertätigkeit an Katzen Buhnen auch Regie geführt. Lange Jahre war er in Aachen als Oberspielleiter und Dramaturg tätig, dort versah er auch kommissarisch die Jnten- dantenstelle, ferner setzte er sich tatkräftig für die Aufwärtsentwicklung der Oper ein mit dem Erfolg, oafj er für seine Verdienste um die Hebung des Aachener Theaterwesens, insbesondere der Oper, zum Operndirektor ernannt wurde.
Frau Jule hatte sich in Positur gesetzt. „Warum, Hans? — Als er am Mittwochnachmittage mit der Lina bei mir saß — wir waren schon bei oer dritten Tasse Kaffee, und noch nicht einmal hatte er ,Tante' zu mir gesagt! — ,Warum , frug ich, ,nennst du mich denn gar nicht Tante?' — ,9a, Tante', sagte er, Hu hast ja noch allein gesprochen!' Und, siehst du, Hans, das war beim erstenmal denn schop gelogen; denn das soll mir keiner nachsagen: ich lasse jedermann zu Worte kommen! Und als ich ihn dann nahe zu mir zog und mit der Hand und mit meinen elenden Augen auf seinem Gesicht - herumfühlte — nun, Hans, die Nase kann doch nicht von Ost nach West gewachsen sein!"
Der Bruder saß mit gesenktem Kopf ihr gegenüber; er hatte nie daraus geachtet, wie seinem Heinz die Nase im Gesicht gestanden hatte. „Aber", sagte er — denn das Gespräch von vorhin flog ihm durch den Kops; doch schienen ihm die Wort« schwer zu werden — „sein Brief von damals; wir redeten darüber; er hat ihn in San Jago selbst zurückerhalten!"
Die dicke Frau lachte, daß der Stock ihr aus den Händen fiel. „Die Briefgeschichte, Hans! Ja, die ist seit den vierzehn Tagen reichlich wieder aufgewärmt; davon konnte er für einen Dreiling bei jedem Bettelkinde einen Suppenlöffel voll bekommen! Und er mußte dir doch auch erzählen, weshalb der echte Heinz denn all die Jahre draußen blieb. Laß dich nicht nasführen, Hans! Warum denn hat er nicht mit dir wollen, als du ihn von Hamburg holtest?
nicht anzunehmen; es müßten denn die Mattern ihm den Arm zerrissen haben."
Eine Pause entstand, während Frau Jul« ihre gestrickten Handschuhe anzog. „Nun, Hans", sagte 17 "tä) "uh nach Haus; aber du hast nun oie Wahl: den Anker oder die Blatternarben! Was hat dein neuer Heinz denn auszuweisen? Die Lina hat nichts von beiden sehen können; nun sieh du selber zu, wenn deine Augen noch aesund sind!"
— — Bald danach ging Hans Kirch die Straße hinauf nach seinem Speicher; er hatte die Hände Uber dem Rucken gefaltet, der Kopf hing ihm noch tteser als gewöhnlich auf die Brust. Auch Frau Lina hotte das Haus verlassen und war dem Vater nach- gegangen; als sie in den unteren, dämmerhellen Kaum des Speichers trat, sah sie ihn in der Mitte besfclben stehen, als müsse er sich erst besinnen, weshalb er denn hierher gegangen sei. Bei dem Ge- rausche des Kornumschaufelns, das von den oberen Boden herabscholl, mochte er den Eintritt der Toch. ter überhört haben, denn er stieß sie fast zurück, als er sie jetzt so plötzlich vor sich sah: „2hl, Lina! Was hast du hier zu suchen?"
Die junge Frau zitterte und wischte sich das Ge- sicht mit ihrem Tuche. „Nichts, Date?', sagte sie; „aber Christian ist unten am Hafen, und da litt es mich nicht so allein zu Hause mit ihm, — mit dem fremden Menschen! Ich fürchte mich; o, es ist schrecklich, Vater!"
Hans Kirch hatte während dieser Worte wieder aAnen ?opf gesenkt; jetzt hob er wie aus einem Abgrunde seine Augen zu denen seiner Tochter und blickte sie lange und unbeweglich an. „Ja, ja, Lina", sagte er dann hastig: „Gott Dank, daß es ein Fremder ist!"
Hieraus wandte er sich rasch, und die Tochter horte, rote er die Treppen zu dem obersten Bodenraum hinaufflleg.
(Fortsetzung folgt)
SU kurz kommen dabei. e(bfie6liA inb Gie 7^n £L?^™rfcn Un” no
Hexenmeister von Beruf, sondern ein kauimönnis^ Ä Sie wie em Amokläufer ganz außer Angestellter. kaufmännischer Atem angesaust kamen und mit einem lebensge-
t sahttichen Satz um die Ecke schossen. G. K-H.
gensart einen schönen Anker auf den Unterarm gcagt und sich dabei weidlich zuaerichtet."
Hans Kirch fuhr mit seinem Kopf herum; denn die ihm derzeit unbeachtet vorübergegangene Unter- Haltung bei der ersten Abendmahlzeit kam ihm plötzlich, und jetzt laut und deutlich, wieder.
Aber der alte Doktor wiegte das Haupt: ,Lch be- sinne mich nicht; ich hatte in meinem geben so viele Jungen unter Händen."
„Rum so, mein Herr Iustizrat", sagt« Tante Jule; „aber Sie kennen doch dergleichen Iungensstreiche hier bet uns; es fragt sich nur, und das möchten wir von Ihnen wissen, ob denn in zwanzig Jahren solch em Anker ohne Spur verschwinden könne?"
,^n zwanzig Jahren?" erwiderte jetzt der Justiz- ohne Zögern; „ei, -as kann gar leicht ge- Ichehen!
Aber Hans Kirch mischte sich ins Gespräch: „Sie denken, wie fit'g jetzt machen, Doktor, so mit blauer dusche; nein, der Junge war damals nach der alten gründlichen Manier ans Werk gegangen; tüchtige Nadelstiche und dann mit Pulver eingebrannt"
Der alte Xrtf rieb sich die Stirn. ,£a, ja; ich entfmne mich auch jetzt. Hmm! — Nein, das dürfte wohl unmöglich fein; das geht bis auf die Kulis'"- der alte Heinrich Jakobs läuft noch heut mit feinem Anker.
Tante Jule nickte beifällig; Frau Lina stand, die Hand an der Stuhllehne, blaß und zitternd neben ihr.
,Llber", sagte Hans Kirch, und auch bei ihm schlich V°) die Stimme nur wie mit Zagen aus der ^ehle. „Sollte es nicht Krankheiten geben? Da drüben, in den heißen Ländern?"
Der Arzt bedachte sich eine Welle und schüttelte dann sehr bestimmt den Kopf. „Nein, nein; das ist
10 Die tiefere Haut an Gegensatz Epidermis.
Lpd. Mainz, 2>3.Mai. Zum Geburtstag des Führers hatte di« Kompanie einer rhein-maiirischen -nvision im Geiste der Verbundenheit der Front zur Heimat und in Anerkennung des tapferen Durch- -altens und der stolzen Haltung der Eimvohner- chaft von Mainz bei den britischen Terrorangrif- en den ihr am 21. April 1943 zustehenden Wehr- alb als freiwillige Spende zugunsten der bet den Fliegerangriffen verwundeten Volks- genossen gezeichnet und der Stadt Mainz den Sam- rnelbetrag von 2035 RM. überwiesen, uberbürger* meister Ritter hat der Einheit den Dank der Marnzer Bevölkerung für diese hochherzige Spende
Das Theater muß heute noch mehr und mit dringenderem nationalen Anspruch als in Friedens- feiten eine Quelle der Kraft fern für den Menschen oor dem Vorhang. Mehr als je zuvor soll heute der Deutsche im Theater die innere Erhebung und fee« mdje Betreuung, die tiefe Bereicherung und Be- gluckung, die stille Freude und auch die befreiende Entspannung finden, die wir heute so nötig brauchen und immer wieder an den Stätten der Kunst zu finden gewiß sein dürfen.
Aus solchen Erwägungen lassen fid) unschwer die Richtlinien ableiten, die für die Führung eines Theaters im vierten Jahve des Krieges maßgebend sein müssen. Wir zweifeln nicht daran, daß der neue Intendant mit uns über solche grundsätzliche Forderungen einig ist und sie zur Richtschnur seiner künftigen künstlerischen, volksbildenden und volks- erzleberischen Arbeit in Gießen machen wird. Da« mit sind die Maßstäbe gegeben, nach denen sowohl die Auswahl der am Ifjeater wirkenden Kräfte als auch die Zusammenstellung der Spielpläne zu er« folgen haben wird.
Dem neuen Intendanten geht ein guter Ruf vor- aus. Da er bisher unter Verhältnissen tätig war, öie ben für uns geltenden nicht unähnlich sind, darf erwartet werden, daß er neben allen sonst für
Posten eines Intendanten zu fordernden Eigenschaften vornehmlich jenes unerläßliche Maß an Ein- suhlungsfahigkeit mitbringt, das für eine auf lange oert hlvaus segensreiche Leitung unserer theatra- lischen Geschichte wesentlich erscheint: wir meinen öas sichere Gefühl für di« richtige Behandlung und Betreuung einer vielschichtig zusammengesetzten Be- sucherschäft mit ihren mancherlei, oft recht unter« schiedlichen Ansprüchen, Erwartungen und Hoff- nungen —, wie für d-ie Führung eines nicht min- der differenziert zusammengesetzten Stabes fünft« erT?Cr technischer Mitarbeiter und eines En- embles, das Schauspiel, Oper und Operette neben- emanber (unb mit häufigen Gastspielabstechern) Zu bestreiten hat.
Welche Bedeutung der Aufftellüng eines für uns brauchbaren, so vielseitigen wie gediegenen Spiel- nanes zukommt, braucht kaum ausdrücklich unter- ">^den; welche Fülle von zeitbedingten technischen und personellen Schwierigkeiten und Widerstanden dabei heute immer wieder zu über- winden ist, mag immerhin bei dieser Gelegenheit roieöer einmal hervorgehoben werden. Das kann und darf die Derantwortungsfteudigkeit, die planende Phantasie und den künstlerischen Unterneh- mungsgeift des neuen Intendant»?, wirbt _
Dah vorschriftsmäßig ausgebaute Luftschutzräum^ weitgehenden Schutzes gegen Luftstoß, Luftsog, Trümmer, Splitter und einstürzendes Haus gewähr ren haben die Erfahrungen dieses Krieges tausende fach bewiesen. Höchstmaß an Schutz bieten Raume unter Erdgleiche. Aber solche günstigen Verhältnisse sind nicht überall vorhanden. Häufig mußten Keller verwendet werden, die an den Außenwänden bed Gebäude liegen und deren Umfassungswände üben die Erdgleiche herausragen.
Solche Anlagen schützen zwar, wie die „Sirene^ stbrewt, bis zu einem gewissen Grade gegen bid Wirkungen der früher üblichen Abwurfmunitio-u durch schwere Bomben jedoch sind sie unter Um« ganben gefährdet. Hier gilt es nun, die baulicheit Schutzmaßnahmen so gut und so schnell es geht zi, andern und ihre Leistungen der gesteigerten Wof^ fenmtrfutrg anzupassen.
Wie dies geschehen kann, ist in einem Erlaß besj Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshaber^ der Luftwaffe festgelegt. Er zeigt wirkungsvoll ei Losungen durch Erdanschüttungen, Mauerwerk, Be« tonmänbe und Holzverstärkungen. Die Anspan« ""ag aus dem Werkstoff« und Arbeitsmarkt sowiej die Belastimg des Transportwesens erlauben «3 naturgemäß nicht, diese Maßnahmen sofort durch« zuführen. Der Erlaß bestimmt daher,, daß sie je! nach den örtlichen Verhältnissen und der Bauwirt« schaftslage anzuwenden sind. Luftgefährdung und Luftempfindlichkeit der Anlagen bestimmen die Reihenfola« der Maßnahmen. Es braucht aber nichtz in allen Fällen auf Fachkräfte und Werkstoffe gewartet zu werden; die Erdanschüttungen z. B. kon« nen dort, wo Platz dafür vorhanden ist, also z. D. bei Lufffchutzräumen, die nach Gärten, geräumigen, püfen usw. zu liegen, von jeder Hausgemeinschrft selbst erstellt werden. Die „Sirene" veröffentlicht! dafür einige bebildert« Vorschläge und Beispiele.
u,n Kunst des Theaters unzweifelhaft erreicht und behauptet werden können.
Der Sorge um ein volles Haus, die in früheren Jahren wie man sich erinnern wird, fast.überall das wichtig st 6 und schwierigste Anliegen des Theater, direktvrs war, wird sich unser neuer Intendant aller- meift enthoben sehen; er wird sich aber auch, dessen |inD wir gewiß, darüber im klaren fein, daß dieser S v ßit?e die Kriegsverhättnisse bedingte Zustand nicht etwa einen billigen Freibrief aus» stellt und eine bequeme Entlastung für die Theater- leitung bedeutet: sehr im Gegenteil, gerade der im Kriege überraschend erweiterte künstlerische Aktions« radius legt dem Theaterleiter mit doppeltem Nachdruck die B^pflichtung auf, fein künstlerisches Gewissen zu scharfen und die vielfältige Derantwor- tung die sich mit seinem Amte verbindet, hellhörig und den Forderungen der Zeit aufgeschlossen, immer ?^?c1ieue?U216crprufen- Bei uns in Deutschland schweigen im Kriege die Musen mit Nichten, das ist ?ufs neue in diesen Jahren der großen Auseinandersetzung, Bewährung und Ent« scheidung nachdrücklich betont worden. Die Kunst U k öas Theater find hellte eine kriegfüh- renöe Macht — nicht im Sinne tagespolitischer Pro- paganba, sondern im Sinne einer ständigen Aktivierung, Stärkung und Erneuerung der seelischen und geistigen Kräfte, deren das Volk in feinem Schickialskampfe von Tag zu Tag auf^neUe bedarf.
** „Dis Rätset der Bilder des röm. Bortals zuGroßen-Linden." Seit hundertz Jahren haben die Skulpturen am Portal der Großen «Lindener Kirche die Aufmerksamkeit des Volkes! und der Gelehrten, ber Einheimischen und Auswäi - tigen, immer wieder erweckt. Der Vortrag von Prost Dr Koeniger (Bonn), zu dem der Oberhessischa Geschichtsverein für heute abend ins Kunsttvisfen- schaftliche Institut einläbt, wird sich noch einmal mit dem interessanten Stoff beschäftigen und ent« scheibende Schritte zur Deutung ber Bildwerke tun«
Aufstieg-runde vor dem Abschluß.
Mit nur zwei Treffen wurden am gestrigen Sonntag bi« hessen-nassauischen Aufstiegspiele ge« orbert; die Begegnung der Gruppe III zwlstAn CS®. Urberach und Hanau 1860 wurde durch den Gaufachwart adgesetzt.
Die Gruppe 1 wird ihren Sieger wohl erst nach der Begegnung Wiesbaden — Mainz (je 4:2 Punkte) nennen können. Die Mainzer kamen mit 4:2 (2:0) kn Bürstadt zu einem glatten Sieg. Erst beim Stand von 4:0 kam ber VfR. zu feinen (9egen* treffern, bit beide aus Elfmeterbällen resultierten. 3n der Gruppe II gab es zum Abschluß ein Un« entschieden zwischen dem LSV. Gießen und dem Gruppensieger Df D. O f f end a ch mit 1:1, das je- dock) an dem Gesamterfolg ber Offenbacher nichts mehr ändert.
Opfersinn einer Feldeinheit.
War's denn so schlimm, wieder einmal an bi« volle Krippe und ins warme Nest zp kommen? — Ich will's dir sagen; das istts: er hat sich so geschwind nicht zu dem Schelmenwagstück resolvieren können!"
Hans Adam hatte seinen grauen Kopf erhoben, aber er sprach nicht dazwischen; fast begierig horchte er auf alles, was bi« Schwester vorbrachte.
„Unb dann", fuhr diese fort; „die Lina hat davon erzählt";--aber plötzlich stand sie auf und
suhlte sich mit ihrer Krücke, die Lina ihr dienstfertig aufaehoben hatte, nach dem Fenster Hin; von draußen hörte man zwei Männerstimmen in leb« Hafter Unterhaltung. „O Lina", sagte Tante Jule; „ich hör's, der eine ist der Iustizrat; lauf doch und bitte ihn, ein paar Augenblicke hier herauszukom« men!"
Der Iustizrat war ber alte Physikus; bei dem früheren Mangel passender Alterstitel hierzulande waren alle älteren Physiei Iustizräte.
Hans Kirch wußte nicht, was feine Schwester mit diesem vorhatte; aber er wartete geduldig, und bald auch trat der alte Herr mit der jungen Frau ins Simmer. „Ei, ei", rief er, „Tante Jule und Herr Kirch beisammen? Wo ist denn nun der Patient?"
,^)er da", sagte Tante Jule und wies auf ihren Bruder; „er hat den Star auf fteiden Augen!"
Der Iustizrat lachte. „Sie scherzen, liebe Madameick wollte, ich hätte selbst nur noch die scharfen Augen unseres Freundes."
„Mach fort, Jule", sagte Hans Kirch; „was gehst du lange um den Brei herum!"
Die dicke Frau ließ sich indes nicht stören. „Es Ht nür so sinnbildlich, mein Herr Iustizrat", erklärte sie mit Nachdruck. „Aber besinnen Sie sich einmal darauf, wie Sie vor so ein zwanzig Jahren hier auch ins Haus geholt wurden; die Lina, die groß« Frau jetzt, schrie damals ein Zetermord io durchs Haus; denn chr Bruder Heinz hatte sich nach Jun-
Mit Beginn der Spielzeit 1940 wurde ihm die Leitung des Hanauer Stadttheaters übertragen, die er jetzt noch innchat und die durch die Leitung der Theater in Aschaffenburg unb Offenbach erweitert wuicke. Neben seiner Tätigkeit als Intendant unseres Gießener Theaters wird er die Leitung der Theater in Hanau, Offenbach und Aschaffenburg kommissarisch zunächst noch beibehalten. .
Intendant Ludwig ist vom Dräsidenten der Reichstheaterkammer als Bühnenlehrer für Gesang und dramatische Darstellung für Over, Operette und Schauspiel anerkannt und zugelassen. Als Beisitzer gehört er dem Bezirks-Bühnenschiedsgericht in Frankfurt a. M. an.
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Die Zeit des Interregnums neigt sich ihrem Ende zu. Ein neuer Intendant wird in Kürz« die Leitung unserer Bühne übernehmen. Im Interesse des Theaters und der theaterfreudigen Bevölkerung der Stadt mit ihrer näheren Umgebung ist zu hoffen und darf man darauf vertrauen, daß die für die Berufung veranwortlichen Stellen bei ihrer Wahl eine glückliche Hand bewiesen und den rechten Mann gefunden haben: eine menschlich gereifte, künstlerisch qualifizierte, daneben auch organisatorisch und verwaltungsmäßig befähigte Persönlichkeit, deren das Theater der Universitätsstadt Gießen zu seiner stetigen und gedeihlichen Entwicklung dringend bedarf.
Es ist ein schwieriges, mit mancherlei Verantwortung beladenes Amt, aber auch eine schöne und dankbare Ausgabe, die der neue Intendant bei uns vor sich sieht. Zu feinen vornehmsten und nächstliegenden Pflichten wird es, wie wir glauben, gehören, das allgemeine öffentliche Interesse am Theater allmählich der ungesund überhitzten, Gerede und Gerüchte nährenden Sphäre des Sensationellen zu entrücken und wieder zu jener ruhigen, stetigen Anteilnahme zurückzubilden, itie eine Sache des Herzens ist, einem v tiefen Kulturbedürfnis entspricht und stets mehr auf die sachlichen (also künstlerischen) als auf die persönlichen Erscheinungen des Theaters : gerichtet bleibt. Das aeht nicht von heute auf mor« ' gen und läßt sich nicht erzwingen, wird aber durch ernsthafte und im besten Sinne volksnahe Be-


