Ausgabe 
24.5.1943
 
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Unterbau seit langem fertig sein, aber die tech­nischen Schwierigkeiten waren so groß, daß diese strategisch wichtige Schwarzmeerbahn unvollendet geblieben ist. Den Sowjets bleibt allein die über Baku verlaufende Bahn als einzige Schienenoer­bindung des Nordens mit dem landwirtschaftlich und rohstoffwirtschaftlich reichen Transkaukasien. Lnnehrnen muß man allerdings, daß sie inzwischen alles darängesetzt haben, um diese Verbindung be­nutzbar zu machen.

Das gesegnete Klima der Schwarzmeerküste ließ an ihr zahlreiche Kurorte entstehen, die durch das Kaukasus-Massiv vor den Nordwinden geschützt sind. Da die meisten von diesen Kurorten vom Lande her schwer zu erreichen sind, befindet sich bei jedem von ihnen ein Hafen. Freilich sind das meist Häfen ohne Hinterland, die zu Fri^)enszeiten nur von Küstendampfern benutzt wurden und daher größeren Dampfern, zumal bei den im Winter herrschenden Stürmen, kaum Schutz zu bieten vermögen. Nur Noworossijsk, am Ende einer ziemlich tief in die Küste einschneidenden Bucht neben Sewastopol der beste Naturhafen des Schwarzen Meeres im im Norden, Tuapse etwas in der Mitte und Poti sowie Batum im Süden haben sich im Laufe der letzten Jahrzehnte zu ansehnlichen Häfen entwickelt. Noworossijsk war der große Exporthafen für das Getreide aus dem Kuban-Gebiet und dem nördlichen Kaukasus. Tuapse ist seit einiger Zeit der Endpunkt der von Maikop führenden Oel- leitung und einer Eisenbahn. Poti hat die gesegnete Landschaft Georgiens, das sagenhafte Land Kolchis, zum Hinterlande, während Datum der Endpunkt der von Baku führenden großen Erdölleitung sowie der Transkaukasischen Eisenbahn ist.

Der sowjetische Abschnitt der kaukasischen Schwarz- meer-Küste bietet somit einer Aufmarschbewegung größeren Ausmaßes keine Möglichkeit. Daher sind Die Sowjets bei der Versorgung ihrer vorgeschobe­nen Stellungen südlich von Noworossijsk auf den Nachschub auf dem Seewege angewiesen-, eine direkte Versorgung der Sowjets an diesen Stellungen aus dem Hinterlande, etwa aus dem Kuban-Gebiet, ist infolge des unwegsamen Charakters dieser Mittel­gebirgslandschaft und der Unterbindung der einzigen zuführenden Eisenbahn und der Landstraße durch die deutschen Truppen unmittelbar bei Noworossijsk unmöglich.

Von der früher beträchtlichen Schwarzmeerflotte aus der Zarenzeit ist zur sowjetischen Zeit kaum etwas übrig geblieben. Die meisten Schiffe sind nämlich während des Bürgerkrieges 1918 bis 1920 entweder versenkt (meistens von den Mannschaften selbst) oder nach dem tunesischen Kriegshasen Bizerta entführt worden, wo ihre Reste verkosteten. Die «Bolschewisten hatten daher eines ihrer drei Linien­schiffe aus der Ostsee in das Schwarze Meer über« kgeführt, sie haben mehrere alte Kreuzer ebenso wie dieses alte Linienschiff modernisiert und andere Schiffe, darunter namentlich sehr schnelle leichte Kreuzer, Zerstörer, Torpedobodte, Schnellboote und U-Boote auf den Werften von Nikolajew neu er­baut. Die Sowjets legten auf den Ausbau einer starken Schwarzmeerflotte nie großen Wert, obwohl ste in letzter Zeit an einem 35 W0-Tonnen-Schlacht­schiff auf den Werften von Nikolajew zu bauen be­gonnen hatten. Trotzdem war die Sowjetunion die bei weitem stärkste Seemacht von allen Anlieger­staaten des Schwarzen Meeres. Nur die Türkei hat eine Flotte, die diesen Namen überhaupt verdient. Aber bei den Türken ist das alte deutsche Schiff (Soeben" (heute Parviz) die stärkste Einheit. Rumä­nien und Bulgarien besitzen dagegen nur Einheiten vom Torpedoboot abwärts.

Um so mehr zu bewundern sind die Unter- nchmun-gen der deutschen und italienischen Seestreitkräfte im Bereich des Schwarzen Meeres, insbesondere an der kaukasischen Küste, der letzten Zufluchtsstätte der sowjetischen Schwarz­meerflotte. Die Sowjets hatten im Verlaufe des jetzigen Krieges von dem Bestand an Kriegsschiffen im Schwarzen Meer einem Linienschiff von 23 500 t, vier Kreuzern von 6000 bis 8000 t, zahl­reichen Torpedobooten, Schnellbooten und Untersee­booten bis jetzt nur verhältnismäßig wenig verloren. Gegen diese Streitmacht vermochten aber die Deutscherr und Italiener nur leichte Einheiten einzusetzen. Der Vertrag von Montreux (1936) hat das Schwarze Meer nämlich für die Kriegsschiffe der Nichtanliegerstaaten praktisch gesperrt, so daß die Achsenmächte an Seestrei tkräften in das Schwarze Meer nur das bringen konnten, was sich über die Donau oder mit der Eisenbahn befördern läßt. Aus der Erfahrung des Weltkrieges weiß man, daß man mit der Eisenbahn zerlegbare Unter­seeboote und auch Schnellboote zu befördern ver­mag.

Wenn die deutschen und italienischen Seestrei- kräste die sowjetische Versorgungsschiffahrt an der Kaukasusküste trotz des Vorhandenseins einer kampfkräftigen sowjetischen Schwarzmeer flotte an­greifen, so zeugt das von einem wahren Wikinger­geist, den deutsche und italienische Seeleute auch hier an den Tag legen. Im Kampfe gegen einen weit überlegenen Gegner wird feine Handelston­nage vernichtet und seine Versorgung empfindlich gestört. <

Oer Wehrmachiberrcht vom Sonntag.

DMB. Aus dem Führerhaupfquartier, 23.2Uai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

An der O st f r o n t keine wesentlichen Kampf. Handlungen. Die Luftwaffe vernichtete mehrere sowjetische Nachschubfchiffe vor der Kaukafusküste und führte schwere Bombenangriffe gegen Eisen- bahntransporte und wichtige Ausladebahnhöfe der Sowjets. Leichte deutsche Kampfflugzeuge versenk­ten in den Gewässern des hohen Nordens ein feind- liches Handelsschiff von 3000 BRT.

3m Mittelmeerraum wurden durch deutsche 3äger und Flakartillerie dar Luftwaffe am 22. Mai 20 feindliche Flugzeuge abgeschossen.

Oer Wehrmachtbericht vom Gamstag.

DNB. Aus dem Führerhauptquartier. 22. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Oertliche Angriffe der Sowjets im Raum nörd­lich Lisfitfchanfk und südwestlich Sucht - nitschy scheiterten teilweise im Nahkampf unter hohen blutigen Verlusten des Feindes. Die Luft­waffe unterstützte die Abwehrkämpfe des Heeres durch laufende Angriffe von Sturzkampf- und Schlachtflugzeugen.

3m rückwärtigen Gebiet des mittleren Ab­schnittes der Ostfront wurden 15 Banden-

lager zerstört, die Banden vernichtet und zahlreiche Beute an Waffen und Vorräten eingebracht.

An der übrigen Ostfront nur beiderseitige Späh- und Stotztrupptätigkeit.

3n den Gewässern der Fischer-Halbinsel wurde ein feindliches Frachtschiff von 4000 BRT. durch Bombenwurf versenkt.

3m Mittelmeerraum vernichtete die Luft­waffe gestern 18 feindliche Flugzeuge. An­ter 3agdschuh angreifende schnelle deutsche Kampf­flugzeuge bekämpften bei Tage mit guter Wirkung Flugstützpunkte auf der 3 mfel Malt a.

Bei einem Tagesluftangriff des Feindes in die D e ust f ch e Bucht Halle die Bevölkerung Verluste. 3n den Stadtgebieten von Wilhelmshaven und Emden entstanden größere Schäden. Durch 3äger fowie durch Flakartillerie der Kriegsmarine und der Luftwaffe wurden 17 der angreifen­den viermotorigen Bomber abgefchof- f e n. Zwei deutsche 3agdflugzeuge gingen hierbei in Lufttämpfen verloren. Bei Einflügen in die be­setzten Westgebiete wurden vier feindliche Flugzeuge vernichtet.

3n der Nacht zum 22. Mai bekämpften schnelle Bombenflugzeuge erneut militärische Einzelziele im Gebiet von London und an der S ü d k ü st e Englands. Ein Flugzeug ging verloren.

Einzelne feindliche Slö'rflugzeiwe überflogen nachts das westliche und nördliche Reichsgebiet.

Schwere britische Flugzeug­verluste über Sizilien.

In Reggio 33 Säuglinge durch britischen Luftterror umgekommen.

Rom, 23. Mai. (DNB.) Der italienische Wehr­machtbericht gibt bekannt, daß an der algerisch-tune­sischen Küste ein 8000-DRT.-Dampfer von Torpe­dos der Luftwaffe getroffen wurde und sank; ein Tanker von gleichfalls 8000 BRT. explodierte und versank. Ferner wurden ein 7000-DRT.-Darnpfer und ein Torpedojäger im zentralen Mittelmeer ge­troffen. Feindliche Einflüge auf Zentren in Sizi­lien verursachten Opfer und Schäden von ge­ringem Umfange, lieber der Insel wurden sechs- undzwanzig feindliche Flugzeuge a b - geschossen.

Am Vortage hatten feindliche Flugzeugoerbande an der Straße von Messina, auf Sizilien, Sardinien und auf Pantelleria angegriffen. In Messina und Reggio Calabria entstand beträchtlicher Schaden in Wohnvierteln. In Reggio Calabria erhielt das Findelhaus einen Bombentreffer. 33 Säug­linge, 14 Ammen und eine Nonne wurden ge­tötet. Die Ammen hatten versucht, die Wiegen an einen geschützteren Platz zu bringen. Dabei fanden alle durch einen Volltreffer den Tod. Das Findel­haus trug deutlich erkennbar die Schutzzeichen der Internationalen Konvention. Der Feind verlor 27 Flugzeuge..

Auf Anregung Roosevelts.

Roosevelts Brief an Stalin.

Lissabon, 22. Mai. (Europapreß.) Erste An­deutungen über Roosevelts Brief an Sta - l i n werden hier aus Kreisen der Achsengegner ae= Macht, nachdem der Akt der Ueberreichung dieses Briefes an Stalin durch Roosevelts Sonderbotschaf­ter Davies zwei Tage zurückliegt. Hiesige Nord­amerikaner, die mit Senatoren in Washington Füh­lung haben, machen kein Hehl daraus, daß Roose­velt konkrete Forderungen an Stalin ge­richtet hat.

1. Roosevelt richtet das eindringliche Er­suchen an Stalin, in der politischen Taktik mit größerer Vorsicht als bisher vorzugehen, da durch die frühzeitige Veröffentlichung der polittschen und militärischen Zielsetzung Moskaus die beabsich­tigte Herauslösung Finnlands aus der Front der Gegner der Sowjetunion gescheitert sei.

2. Roosevelt empfiehlt Stalin ebenso nachdrücklich besondere Vorsicht in der Bekanntgabe von sowjetischen Kriegszielen gegenüber den anderen westlichen Nachbarn der Sowjetunion, ins­besondere gegenüber Polen, den Balkan- Mächten und der Türkei, da auch hier die Ge­fahr bestehe, daß diese Staaten durch eine vorzeitige Enthüllung sowjetischer Annektionspläne in ihrem Abwehrwillen gestärkt und immer größeren Wider­stand leisten würden.

3. Roosevelt ersucht Stalin um einen wirksamen Beitrag zur Entlastung der mnerpolitischen Span­nung in England, und den USA. Zu diesem Zweck schlägt er eine sofortige zumindest formale Auflösung der internationalen Or­ganisation des Kommunismus und die Liquidierung der kommunistischen Internattonale vor.

4. Als Gegenleistung für die Erfüllung dieser Forderungen ist Roosevelt bereit, sich zu ver­pflichten, bei Friedensschluß Stalin völlig freie Hand in allen jenen Gebieten in Europa zu las­sen, an denen die Sowjetunion interessiert ist.

Roosevelts Sonderbotschafter Joseph Davies las das Handschreiben des USA.-Präfidenten an Stalin im Arbeitskabinett Roosevelts im Weißen Hause, ehe es dort sorgfälttg versiegelt und ihm mit auf die Reise gegeben wurde. Die Behauptung, Davies kenne den Inhalt des Schreibens nicht, geht auf die Befürchtung Roosevelts zurück, ein vor­heriges Durchsickern wesentlicher Punkte feines Brie­fes könne den Erfolg der Mission Davies' gefähr- oen. In dem Roosevelt-Brief wurde auch die Frage derglobalen Kriegs st rategie" ange­schnitten, wenn auch in ganz summarischer Form. Die grundsätzliche Bereitschaft zur Errichtung einer zweiten Front in Europa wird als Verbeugung von Stalin wiederholt. Zugleich aber werden hemmende Momente, wie der U-Boot-Krieg und die Schwierigkeit, ein größeres Offensivheer zu konzenttieren, aufgezählt. Vor allem wird auf das Drängen Tfchiangkaifcheks, der austtalischen Regierung und der nord amerikanischen Opposition hingewiesen, noch in diesem Sommer größere Offensivhandlungen gegen Japan zu unternehmen. Roosevelt schlägt unter Hinweis dar­auf vor, daß die Sowjetunion den USA. Stütz­punkte in Sibirien, insbesondere auf der Halbinsel Kamtschatka, einräume für den Luft­krieg gegen Japan und zur Sicherung eines neuen Nachschubweges. Der Brief schließt mit der erneuten Anregung einer Konferenz zwischen Stalin, Roosevelt, Churchill und Tschiangkaischek, auf der die Fragen derglobalen Strategie" und der poli­tischen Taktik geklart werden sollen.

Es wird sich nicht« ändern.

Oie Tarnung erkannt. - Eine Erklärung Lavals.

V ichy, 23. Mai. (Europapreß.) Zu der Auf­lösung der Dritten Internationale erklärte Minister- Präsident Laval am Sonntagoormittag vor seiner Abreise nach Paris gegenüber deutschen Pressever­tretern in Vichy, Stalins Maßnahme überrasche keineswegs, da es im Wesen des Bolschewismus liege, sich an eingegangenen Der-pflichtUngen nicht zu halten. Als Beispiel nannte Laval den 1932 zwi­schen Frankreich und der Sowjetunion geschlossenen Nichtangriffspakt. Dieser enthielt die Klausel, daß Sowjetrußland jede Einmischung in innerftanzö- sche Angelegenheiten vermeiden wolle. Die weitere Entwicklung in Frankreich habe aber gezeigt, daß Moskau sich nicht im entferntesten an diese' Ab­machung gehalten habe. Es fei sogar vorgekommen, daß man eine Abstimmung in der französischen Kammer um einige Stunden habe verschieben müs­sen, weil die kommunistischen Abgeordneten noch Weisungen aus Moskau hätten einholen wol­len. Ein klareres Beispiel für die EinmschungMoskaus könne es wohl kaum geben. Man könne mit Sicher­heit annehmen, daß die Auflösung der Komintern keineswegs die kommunistische Propaganda in den einzelnen Ländern zum Erlöschen bringen werde.

Oie Londoner Kommunisten zufrieden.

Sern, 23. Mai. (DNB.) Der Londoner Korre­spondent derSuisse" berichtet zu demMoskauer Szenenwechsel": Die Maßnahme komme zur rechten Zeit. Aus dem Gebiete der englischen Innenpolitik ist große Genugtuung bei den Kommu- nisten festzustellen, sie sind der Ueberzeugung, daß diese Maßnahme es der Labour Party sehr schwie- rig machen wird, ihre Einwände gegen die Aus­nahme der KomTnunistischen Partei aufrechtzuerhal­ten. Die Kommunisten erklären, daß jetzt die Eisen­bahner, die für die Aufnahme waren, von der wich­tigsten Gewerkschaft, den Metallarbeitern, Zi;zug er­halten werden.

Moskauer Taschenspielerei.

Das Echo in Spanien.

Madrid, 23. Mai. (Europapreß.) Die spanische ZeitungA r r i b a" stellt fest, daß sich der Welt- kommunismps stets den Umständen und dem Zweck der Komintern angepaßt habe. Das Blatt bezeichnet die Moskauer Beschlüsse als Taschenspielereien. Es sei sicher, daß der Kreml feine Entscheidung nicht getroffen hätte, wenn er nicht davon überzeugt ge­wesen wäre, daß die kommunistischen Zellen in allen Ländern weiter tätig sein würden. Prak­tisch werde die Existenz der Dritten Internationale durch das Dekret nicht berührt.

-Die ganze klägliche und traurige Geschichte der Sowjets und der Dritten Internationale", schreibt ABC.",ist ein Gewebe von Falschheit und-Be­trug gewesen. Der Kreml benutzte feine Internatio­nale als Instrument, um die Welt anzugreifen und zu beherrschen. Nun löst sich ia Dritte Inter.

nationale auf Befehl der gleichen Falschspieler und Derwandlungskünstler auf. Das soll den Eindruck erwecken, als verzichte der Kreml auf die Welt­revolution. Aber wie kann man im Ernst an diesen Frontwechsel glauben? Die Geschichte der komnru- nistiscken Partei war in ihrem Verlauf nichts wei­ter als eine Anhäufung von Verrat. Man kann da­her nicht an ihren guten Willen glauben. Die Auf­lösung der Dritten Internationale ist eine belang­lose und lügnerische Angelegenheit wie hundert an­dere vorher."

BedeutungsloseGesteStalins

Schwedische Pressestimmen.

Stockholm, 23. Mai. (Europapreß.) Die Stellungnahme der Stockholmer Presse beweist, daß es auch in Schweden kaum jemand gibt, der daran glaubt, daß die Auflösung" der Komintern gleichbe­deutend sei mit dem Verzicht auf Einmischung in die innenpolitischen Verhältnisse anderer Länder.Die 'Geste, die wir jetzt erleben, kann für Stalin nicht sehr kostspielig gewesen sein", schreibt,/Svenska Dag- bladet".Dagens Nyheter" schreibt:Die Kommu­nisten sind darin geübt, alle Dinge, denen sie hul­digen oder die sie planen, glatt zu leugnen." Die ZeitungAllehanda" schreibt:Daß diese Maß­nahme irgendwelchen realen Inhalt hat, können wir schwerlich glauben. Es gibt gewiß keine Veran­lassung, daß die Sowjets plötzlich bereit sein soll­ten, den Einfluß aufzugeben, den sie sich durch ihre sklavisch ergebenen, mehr oder minder legalen Par­teien in verschiedenen Ländern verschafft haben.

Die kommunistische Agitation erleichtert

Genf, 23. Mai. (Europapreß.)Wer an die wirkliche Auflösung der Internationale glaubt, der kennt nichts von den in kommunistischen Kreisen üblichen Tarnungsmethoden", kommenttert die Zei­tungLa Suisse" die Auflösung der kommunisti­schen Internationale. Vielleicht glaubt Stalin, daß die Lage nach fast vier Kriegsjahren schon schwer genug ist, um jeder kommunistischen Agitation eine günstige Entwicklung auch ohne Unterstützung aus Moskau zu ermöglichen. Indem er der kommunistt- scheu Partei jedes Landes den Schein der Unab­hängigkeit gibt, e r 1 e i d)teA:t er ihre Agi­tation, den« er befreit sie von der schweren Belastung, die in ihrer Moskauer Herkunft lag.

Empfindliche Folgen der Schiffsverluste Brasiliens.

BuenosHlüres,23. Mai. (Europapreß.) Ein Viertel des Bestandes der brasilianischen Han- desflotte vor Eintritt Brasiliens in den Krieg ist bis­her verloren gegangen, die Verluste konnten nur zum Teil ersetzt werden, gab der brasilianische Wirt­schaftskommissar Barros in Rio de Janeiro bekannt. Die Folgen des Mangels an Schiffsraum feien Ei n- schränk ungsmaßnahmeninderErnäh- rungswirtschaft. Neben der Butter- und ZuLercknapphvtt müsse ibie brasilianische Bevölkerung

damit rechnen, daß in Kürze auch Schweineschmalz knapp werde. Die Käseherstellung müsse völlig oert boten werden, um alle verfügbare Milch für dis Butterprodukttvn zu verwenden.

Oer Kampf auf Atiu.

Tokio, 22. Mai. (Europapreß.) Auf der Ale* uten-Jnsel Attu hat die kleine dort stationiert^ Einheit der Japaner an der Ostküste der Insel feste Positionen bezogen und greift den zahlenmäßig weit überlegenen Gegner immer wieder an. Der int Keim erstickte Landungsversuch der USA.-Truppeni an der Ostküste wurde bisher noch nicht wiederholt. Hingegen werden die im Süden von Attu gelang beten Einheiten täglich verstärkt. Ihnen ist anschei­nend die Hauptrolle bei dem Kampf zugedacht. Seit dem 16.Mai haben sie Tanks und schwere Artillerie landen können, dank der starken Un­terstützung durch See- und Luftstreitkräfte. In der Nackt zum 16.5. haben die Japaner ihre vorge­schobenen Küstenpositionen im Süden aufgegebem und sich nach Osten in die Berge zurückge, zogen. Die im Norden von Attu gelandeten amerifai nischen Truppen werden ebenfalls ständig vermehrt. Sie planen anscheinend, die Verbindung mit dem im Süden stehenden Einheiten aufzunehmen. Nach japanischen Schätzungen beläuft sich die Stärke der Nordamerikaner im Augenblick auf eine mit schwe­ren Waffen ausgerüstete Division. Ihr wurden be; trächtliche Verluste an Menschen und Material durch heftige japanische Gegenangriffe zugefügt.

An die Erde gefesselt."

Kein Treibstoff für die USA.-Flieger in Tschungking-China.

Nanking, 24. Mai. (Europapreß.) Die im Tschungking-China stationierten Bomberkommandos der USA.-Luftwaffe werden immer mehr an bia Erde gefesselt, heißt es in einem Bericht von gut unterrichteter Seite. Benzinmangel zwingt sie sogar zur Einschränkung ihrer Mwehrtättakeit. Die japa­nischen Flieger machen Tagesangriffe auf wichtigs Stützpunkte, ohne wesentliche Behinderung durch bid gegnerische Luftwaffe. Benzin-Nachschub kommt feit der Sperrung der Burmastraße nur noch auf dem Luftwege. Die Flugstrecke von Indien über die 5000 Meter hohen Berggipfel ist aber die ge­fährlichste der Welt. Die USA.-Piloten, die die schwe­ren Transportflugzeuge von Indien nach Tsck>ung- king-China steuern, nennen sie dieMilchstraße . Die ungünstigen Wetter Verhältnisse sind auf dieser Strecke ein fast ebenso gefährlicher Feind, wie die japanischen Jagdmaschinen vom Zero-Typ, die von. ihren Horsten am Sattveen-Fluß in Burma aus operieren. Luftangriffe von den Tschungking-Basen aus gegen Japan, die mit Hin- und Herflug die Be­wältigung einer 5000 Kilometer langen Strecke er­fordern würden, hält man unter diesen Umständen in japanischen Militärkreisen für kaum durchführbar.

Tschungking fordert Offensive im Pazifik.

Schanghai, 23. Mai. (Europapreß.) Eine Stärkung der japanischen Position befürchtet Tschun- king, wenn die Alliierten Japan weiterhin uie Festi­gung seiner Erfolge und die Ausbeutung der be­setzten Gebiete gestatten, erklärte Schao Pulin, der Leiter der Informationsabteilung des Außen­ministeriums in Tfchunking. Die Zeit, so sagte er, arbeite unter den gegenwärtigen Umständen für Japan. Die Alliierten sollten keine Zeit verlieren und ihre abwartende Strategie durch eine Offen­sive im Pazifik und auf den ostasiatischen Kriegs­schauplätzen ablösen. Unter Hinweis auf die japa­nische Lustoffensive betonte er den Bedarf Tschun- kings an weiteren Flugzeugen und die Notwendig­keit, die Lieferungen zu beschleunigen.

Das Lustfahrtmonopol der LlSA. in Afrika.

Stockholm, 23. Mai. (Europapreß.) Im Zu­sammenhang mit der Forderung nach einer Inten­sivierung der zivilen Luftfahrt Englands und der bitteren Kritik, die in diesen Tagen von allen Seiten an der Regierung geübt wird, berichtet Ward P r i c e, der soeben von Nordafrika nach England zurückgekehrt ist, in der LondonerDaitq Mail", daß er m den letzten Monaten weit über 10 000 Meilen über Afrika in der Lust zurückgeleegt habe, dabei aber nicht ein einziges Transp ort- oder Bombenflugzeug englischer Herkunft gesehen hätte. Die Nordamerikaner hätten England längst den Rang abgelaufen, und man könne sagen, England habe schon jetzt seine Nachkriegsposttion in der zivilen Luftfahrt verloren.

Volksdeutsche aus Rumänien bei der Waffen-tt

Bukarest, 22. Mai. (DNB.) Mit großer ®e* geifterung stellen sich in den deutschen Sied­lungsgebieten Rumäniens, in Sieben­bürgen, dem Banat und dem Bergland die Män­ner der Volksgruppe zur Musterung für die ©of­fen« ff. Der erste Transport von ff-Rekruten wurde auf einem Bahnhof bei Kronstadt von Volks­gruppenführer Andreas Schmidt bereits verab­schiedet, in einer Ansprache wies er darauf hin, daß die Deutschen Rumäniens bisher im Rahmen der rumänischen Armee an der Ostfront ihre Pflicht in höchstem Maße erfüllt haben und die meisten von ihnen auf dem feldgrauen Rock die rumäni­schen Tapferkeitsauszeichnungen tragen. Die Volks­deutschen in den rumänischen Fronteinheiten, ein Teil der Offiziere und Unteroffiziere und die für Spezialaufgaben ausgebildeten Volksdeutschen ver­bleiben auch weiterhin in den Reihen des rumäni­schen Heeres.

Oeichbruch am Mississippi.

Lissabon, 23. Mai. (Europapreß.) Ein un­erwarteter Deichbruch des Mississippi hat die Ge­gend von St. Charles am Missouri überschwemmt, lieber tausend Menschen sind dadurch von der Um­welt abgeschnitten worden. Ihre Rettung erscheint, zweifelhaft. St. Charles liegt etwa 30 Kilometer oberhalb der Mündung des Missouri in den Missisi sippi. An dieser Stelle nähert sich der Mississippi in großem Bogen feinem Nebenfluß bis auf wenige Kilometer. Hier hat der Mississippi die Dämme durchbrochen. Seine Fluten haben Eisen­bahnen und Straßen unterbrochen, so daß Berg­werken und wichtigen Rüstunasbetrieben die Wei­terarbeit unmöglich wurde. Petroleum-Kommissar Ickes schätzte den Verlust durch Brüche der Del* leituna von Taxas nach Illinois, als Folge der Überschwemmungskatastrophe, auf 200000 Fis täglich,