Ausgabe 
24.2.1943
 
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die japanische Infanterie mit aufgepflanzem Seiten­gewehr auf breiter Front zum Angriff an. Trotz wütenden Artillerie- und MG.-Feuers drangen die japanischen Sturmkolonnen unaufhaltsam vorwärts. An einer Stelle stieß der Angriff unter Führung eines besonders tapferen Offiziers in einem Zuge bis in die dritte Stellung der Amerikaner durch, welche im Nahkampf sich nirgends dem hinreißenden Schwung des japanischen Ansturms gewachsen zeigten. So wurde dieses erste Angriffsziel Mitte September genommen.

Aber unentwegt gingen die Kämpfe der an Zahl und schwerer Bewaffnung den Amerikanern weit unterlegenen japanischen Landungstruppen weiter. Immer schwieriger wurde der Nachschub, immer stärker machten sich die Unbilden des Klimas fühlbar. Malaria und andere Tropenkrankheiten griffen um sich. Der Feind zeigte sich nur selten außerhalb seiner schweren Befestigungsstellungen, oder seine Artillerie und seine über mehrere wohl­ausgebaute Flugplätze verfügenden Flieger waren

Tag und Nacht bestrebt, den japanischen Truppen das Dasein zur Hölle zu machen. Aber unbeküm­mert führten die Japaner den Kampf unter diesen ungünstigen Bedingungen fort, fügten dem Feind schwere Verluste zu, zwangen die USA.-Flotte im­mer wieder, sich zur Deckung des Nachschubs für die auf Guadalcanar gelandeten nordamerikani­schen Truppen in die gefährlichen Gewässer zu be­geben, in denen Japans Flotte und Marineluftwaffe ihr schwere Verluste an unersetzlichen Kriegsschiffen aller Gattungen beibrachte bis der Befehl zum Verlassen der Insel kam, nachdem die japanische Hauptlinie ausgebaut und damit die Aufgabe die­ser vorgeschobenen Kommandos erfüllt war. Und dann wurde die Ablösung vom Feind und der Ab­transport so geschickt durchgeführt, daß die ame­rikanische oberste Leitung die ersten Nachrichten über den Abtransport der letzten Japaner zuerst durch die Sondermeldung des japanischen Haupt­quartiers erhielt.

Roosevelts strategische Absichten in China

Tokio, 23. Febr. (Europapreß.) Für die nord­amerikanische Strategie scheint sich die lieber« zeugung durchzusetzen, daß ein Angriff gegen das japanische Kernland nach den Besetzungen aller wichtigen Basen im Osten, Süden und Westen durch die Japaner nurvom Fe st land her möglich sei. WieVomiuri" aus Peking berichtet, ist das neue Zentrum dieser Strategie der USA. die Pro- vinz S i n k i a n g im Nordwesten Chinas. Nachdem anfangs Tschungking in Kiangsu die grüßte Tätigkeit entfaltete, Mährend Sinkiang mehr die Bedeutung eines Durchgangslandes für den Nach­schub aus der Sowjetunion besaß, ist Sinkiang nun­mehr Mittelpunkt der antijapanischen Strategie ge­worden. Zahlreiche Flugplätze für große Langstreckenbomber werden gebaut und erhalten alle Hilfsmittel, um auch Nachtflüge durchführen zu können. Sinkiang ist sowohl Endpunkt der von den USA. in östlicher Richtung ausgehenden Flug­strecke von Natal (Brasilien) über DakarChar- tumTeheranNeu-Delhi nach Kaschgar, der indischen Hafenstadt am Persischen Golf, als auch das westliche Ende der von. Alaska ausgehenden Nordroute. Die AfrikaÄsien-Linie ist noch im Stadium der Entwicklung begriffen, da die geogra­phischen Schwierigkeiten bei der Ueberfliegung des Himalaja einstweilen noch ungelöst sind. Die von Alaska ausgehende Linie ist jedoch bereits in Be­trieb. Die Autostraße nach Alaska, das neue Ab­kommen zwischen den USA, Tschungking und der Sowjetunion sowie die dauernde Verstärkung der nordamerikanischen Luftwaffe in China sind alle auf den Ausbau dieser neuen Fluglinie gerichtet.

Der neue nordamerikanisch-sowjetisch-chinesische Vertrag ist, wiePomiuri" weiter berichtet, eine diplomatische Tatsache, die auf Nordamerikas Ab­sichten beruht, Japan anzugreifen und hierbei, den Materialhunger der Sowjets ausnutzend, sich die Benutzung der ostsibirischen und nordwestchinesischen Flughäfen sichert. Imperialistische Kolonialmethoden, die durch den großostasiatischen Krieg ausgemerzt wurden, finden in Nordwestchina ihre Wiederge­burt.

Schwere Hungersnot in Teilen Tschpngking-Chinas

Schanghai, 23. Febr. (DNB.) Zehn Millionen Chinesen in dem der Tschungking-Regierung unter­stehenden Teil der Provinz H o n a n leiden unter einer Hungersnot, da das Land völlig verödet ist, die Felder unbestellt sind und das von der Regie­rung zur Verfügung gestellte Saatgetreide von der hungernden Bevölkerung verbraucht wurde. Ein Re­gierungsbeamter Tschungkings, der das Gebiet kürz­lich bereiste, berichtet: Die letztjährige Ernte hat kaum die Aussaat eingebracht. Reservebestände sind restlos aufgebraucht. v. H. des Viehbestandes find abgeschlachtet. PlünderungLN der hungernden Be­völkerung sind an der Tagesordnung. Auf den Straßen und in der Lunghai-Eisenbahn bewegte sich ein Flüchtlingsstrom von Hunderttausenden in der Richtung auf die Provinz Schensi. Ausgemergelte Bauern, in Lumpen gehüllt, schieben mit letzter Kraft die Karren, auf denen ihre Habe und ihre Kinder unterg^bracht sind. Hunderte von Kinderleichen liegen an den Straßenrändern: das Aussetzen von Kindern steigt in erschreckendem Maße. Größere Kinder wer­den für 10 chinesische Dollar (50 Rpf.) zum Verkauf angeboten.

vas Ziel der japanischen Operationen in China.

Tokio, 23. Febr. (Europapreß.) Das Ziel der gegenwärtigen japanischen Operationen in China ist

nach Ansicht der ZeitungAsahi" in erster Linie die Vernichtung der Basen für die Materiallieferungen nach Tschungking und die Säuberung des Gebietes der Nanking-Regierung von tschungking-chinesischen Truppen. Das Vorgehen in den Provinzen Hunan und Kiangsi ist weiterhin insofern bedeutsam, als damit der Tschungking-Regierung weitere für die Nahrungsmittelproduktion wichtige Gebiete entrissen werden.

Japanischer Lustangriff ouf die Neuen Hebriden.

T o k i o, 23. Febr. (DNP.) Die japanische Marine- luftroaffe hat nach einem langen beschwerlichen Flug militärische Anlagen in Espirito Santo auf den Neuen Hebriden angegriffen. Dabei wurde ein feindlicher Zerstörer versenkt und ein zweiter in Brand geworfen. Außerdem wurden militärische An­lagen zerstört. Alle japanischen Flugzeuge sind unver­sehrt an ihre Stützpunkte zurückgekehrt. Die Insel­gruppe der Neuen Hebriden liegt südöstlich der Sa­lomonen-Gruppe. Die angegriffene Insel Merena (Espirito Santo) wird vom 15. Breitengrad durch­schnitten.

Ein unwürdiger Nachfolger Washingtons.

Am Geburtstag des großen George Washington, des Kämpfers für Amerikas Unabhängigkeit, hielt Roosevelt eine Rundfunkrede, die eine Entwürdi­gung des Namens und des Werkes George Wa­shingtons darstellt. Bei der Großmannssucht Roose­velts kann es allerdings nicht überraschen, daß er sich in eine Linie mit Washington stellte. Roosevelt hat einmal, als er gefragt wurde, was er unter Westliche Hemisphäre" verstehe, geantwortet, das hänge ganz davon ab, mit welchem Geographie­professor er zuletzt gesprochen habe. Das sollte geist­reich fein, verrät in Wirklichkeit Ober nicht nur einen geradezu verbrecherischen Zynismus, sondern auch eine Verhöhnung wissenschaftlicher Forschungsarbeit. Er brüstet sich bei jeder Gelegenheit mit seiner Un­wissenheit über Dinge, die gerade aktuell sind. Da­mit glaubt er, seine imperialistischen Ziele am besten tarnen zu können. Wenn er am Geburtstag George Washingtons von dem Freiheitskampf dieses ersten Präsidenten Amerikas sprach und ihn in Vergleich stellte mit dem jetzigen Krieg, bann suchte er offenbar selbst nach Zubilligung mildernder Umstände für seine Kriegspolitik. Denn das, was Roosevelt mit feiner Expansionspolitik für Amerika erreicht hat, ist nicht Sicherheit der amerikanischen Freiheit und Unabhängigkeit, sondern Verrat der amerikanischen Zukunft. George Washington setzte sich mit feiner ganzen Person für' Amerikas Unabhängigkeit ein, Roosevelt hat Amerika der jüdischen und bolsche­wistischen Diktatur ausgeliefert. Das WortFrei­heit" in Roosevelts Mund ist ein Verbrechen gegen Anständigkeit und Wahrheit.

Spanifch-portuaiestscher Handelsvertrag.

M a b r i b, 23. Febr. (Europapreß.) Im spanischen Außenministerium unterzeichneten Außenminister Jordana und ber portugiesische Botschafter Pereira einen Hanbels- unb Zahlungsvertrag. Er geht von bem Gebauten aus, bie wirtschaftlichen Möglichkeiten beiber Länber auszunutzen unb sich gemeinsam von gewissen Abhängigkeiten zu befreien. Charakteristisch ist von biefem Gesichtspunkt aus betrachtet bie Ver­lagerung ber portugiesischen Kohleneinkäufe, bie bis­her in Englanb getätigt würben. Das gleiche gilt

Zart und zqh.

Porträt einer Frau als Gleichnis.

Das Bildnis, bas ein guter Mäler von ihr ge­macht hat, zeigt eine kleine, schmale Frau, achtzig Jahre alt, mit Aua en. in die alles Feuer eines heftig brennenden Lebens hineingeflossen ist, mit etwas zu fest gepreßten Lippen unb mit Wangen, in die ber Griffel ber Sorge seine unverwischbaren Runen eingetragen hat. Sie sitzt sehr gerade. Die Hände ruhen im Schoß. Aber inan sieht, daß sie das nicht gelernt haben unb nicht verstehen. Eher könnten sie gefaltet sein. Aber so steht in ihr Tagebuch geschrieben man soll nicht öffentlich bete>n, unb wer nicht Zeit hat, bie Haube zu falten, kann es durch Arbeit feinem Herrgott vortragen.

Sie ftdmmte aus einer Beamtenfamilie im Breslauer Winkel. Ihr Mann war ein ausgezeich­neter Musiker, 1,95 m groß und entsprechend breit. Ein ganzer Kerl, von großen Gaben, aber wild unb zuweilen auch zügellos, wenn bie übergroßen Kräfte mit ihm durchgingen, wenn die unfanabare Unruhe ihn zwang, in Mondnächten zweispcmuig um bie kleine Stadt zu jagen ober Mit feinen Kum­panen .nächtelang nach 'verlorenen Melodien zu suchen.

Manchmal wußte sie acht Tage nichts von seinem Verbleib. Dann setzte sie sich schließlich ihren kleinen, federgeschmückten Kapotthut auf, nahm bie Spihen- mautille um die Schultern undholte ihn ab". Sie fand ihn immer sofort. Sie nahm ihn am Arm, unb der Riese ging schweigend mit ihr, bie ihn ohne Vorwurf unb Frage nach Hause brachte.

Wortlos lenkte sie auch sein materielles Leben. In guten Zeiten brachte sie Geld beiseite undzau­berte" es in schlechten Zeiten wieder her. Sie brachte ihn dazu, regelmäßig zu arbeiten unb Konterte zu geben, obwohl er bas Publikum haßte.Neben­bei" erzog sie dreizehn Kinder, von benAr vier jung starben, neun aber kraftvoll imb stetig in das Leben

hinwuchsen. Als sie sechzig war, starb der Mann unb wurde lange von ihr betrauert. Aber einsam wurde sie deshalb nicht. Immer wurde sie gebraucht, bei den Kindern, bei den Enkeln. Die Sorgsn und Kämpfe von neuen Ehen, von achtunddreißig Enkeln wurden ihr aurgepatft. Und wie sie das Leben ihres Mannes gelenkt hatte, so lenkte sie auch unmerklich die Leben ihrer Nachkommen in gute Bahnen hin­ein. Als sie achtzig war, schloß sie die Augen für immer. Auf ihren Grabstein ließ sie die Worte meißeln: Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein.

Woher so fragt man kam die Wirkung eines solchen Lebens? Sicherlich aus ber Zähigkeit unb Wurzelhaftigkeit ihres Wesens. Aber damit allein hätte sie keine Wirkung auf den Mann gehabt. Es mußte die selbstverständliche Zartheit, wie wortlose Einfühlungsgabe, die klare Intuition ber echten Frau hinzukommen.

Es wirb oft gesagt, daß die Lebensleistungen heu­tiger Frauen kleiner geworden sind, unselbstver­ständlicher und verworrener. Aber wenn man ge­nauer nachschaut und nicht nur bas einzelne Schick­sal betrachtet, sondern den ganzen Schicksalsbogen, >in den unser aller Leben ein gespannt ist, io entdeckt man, daß ungeheuer viele Frauen große Leistungen vollbracht haben unb wieder vor gewaltigen Auf­gaben stehen. Da gibt es Mütter, bie im vorigen Kriege jung verheiratet um ihre Männer bangten unb nun als ältere Frauen um ihre Söhne bangen müssen, Frauen, die bisher von ihren Männern um­sorgt, plötzlich allein stehen, allein ihre Kinder zur Welt bringen, ihre Kinder erziehen müssen ober allein ein Geschäft leiten, einen Beruf ausüben. Sie tun das klagelos, ohne viel Aufhebens, obwohl sie es nicht gewohnt sind unb obwohl Frauen oft mehr am Gewohnten hängen als Männer, obwohl ihnen bie Wandlungen der Welt ihrer beharrenden Natur gemäfc zuerst immer fremd, ja manchmal tumiber sind. Frauen in dieser Zeit haben es also schwer. Von 1914 bis jetzt kaum ein Jahr, das dem an«

von dem portugiesischen Holzexport. Das portugie­sische Holz, das bisher nach England ausgeführt wurde, wird künftig zum Ausgleich ber spanischen Kohleneinfuhr nach Spanien ' geleitet. Der neue Handelsvertrag sieht einen beiderseitigen Waren­austausch in Höhe von 240 Millionen Escudos, b. h. bie hoppelte Ziffer bes Vorjahres unb bie fünffache seit der Zeit vor bem Bürgerkrieg vor.

Allgemeines Arbeilseinsahgeseh in Norwegen.

Oslo, 23. Febr. (DNB.) Auf einfcr deutsch-nor­wegischen Kundgebung wies Ministerpräsident Quisling auf die unterirdische Wühlarbeit bes Bolschewismus hin und zeigte an den Beispielen der baltischen Staaten und Bessarabiens, wie brutal und hemmungslos der Bolschewismus zu verfahren pflegt, wenn er sich ein neues Land einoerleibt. Quisling ging auf die vielfältigen Bestrebungen bes Bolschewismus zur Errichtung einesSowjet-Nor­wegen" ein unb unterstrich die Rolle des Juden- tumK, das alle Schlüsselstellungen im Sowjetstaate innehabe. Als nationalbewußter Norweger müsse man sich heute mit den germanischen unb euro­päischen Lebensinteressen identifizieren, um das Erbe der Vorväter und die moralische Lebensauffassung zu retten. Das mindeste, was das norwegische Volk tun müsse, sei eine Steigerung seines Ar­beitseinsatzes und eine Stärkung feiner Wi­derstandskraft und seiner Versorgung. Quisling gab ein Gesetz über den allgemeinen Arbeitseinsatz be­kannt, wobei er die Hoffnung aussprach, ber na­tionale Arbeitseinsatz möge dem norwegischen Volk die moralische Kraft und die nationale Disziplin geben, die allein ein Volk durch eine so große Krise durchbringen könnten.

Reichskommissar Terboven zeichnete ein Bild von der Europa drohenden Gefahr. Die Ereignisse der letzten Zeit hätten auch in Norwegen aufrüt­telnd gewirkt. Auch hier sei das Signal des totalen Krieges gehört und verstanden worden. Zwar werde der Einsatz mit der Waffe in der Hand ebenso wie bisher das Vorrecht ber Freiwilligen als ber Jdea- listen-Clite der norwegischen Jugend bleiben. Die National-Regierung unter Führung von Quisling, wolle aber durch schärfste Konzentration eine höchst­mögliche Steigerung von Produktion und Arbeit auf allen lebens- und kriegswichtigen Gebieten er­reichen, um damit einen Beitrag Norwegens zur Niederringung des Bolschewismus zu leisten.

Wiederherstellung des Privateigentums in den Generalbezirken.

Der Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, Reichsminister Alfred Rosenberg, hat eine Verordnung über die Wiederherstellung des Privat­eigentums in den Generalbezirken Estland, Lettland und Litauen erlassen. Das von den Sowjets nach ihrem Einfall im Jahre 1940 zwangsweise enteignete und kollektivierte Privat­eigentum wird wiederhergestellt und an die frühe­ren Besitzer wieder übertragen. Die Wiederherstel­lung des Privateigentums erfolgt in konsequenter Fortführung der Liquidierung des bolschewistischen Systems und der Wiederherstellung europäischer Rechtsverhältnisse in der Erwartung, daß die Eigen­tümer die aus dem Eigentum erwachsenen Pflichten insbesondere gegenüber der deutschen Kriegs- wirtschaft erfüllen werden. Die Grundstücks­behörden nehmen ihre Tätigkeit unter Wieder­eröffnung der Grund- und Hypothekenbücher wie­der auf. Antragsteller, bie sich politisch. und wirt­schaftlich bewährt haben, sollen im Verfahren be­vorzugt werden. Die Verordnung enthält noch wei­tere Bestimmungen über die volle Berücksichtigung der Erben, das Wiederaufleben der dinglichen Rechte an den Grundstücken unb andere Vorschrif­ten, die eine folgerichtige' Wiedereinführung euro­päischer Wirtschafts- und Rechtsgrundlagen in einem bedeutenden Teil Osteuropas darstellen.

Lieber 50 Millionen Reicksmark.

Berlin. 23.Febr. (DNB.) Die am 6. unb 7.2. 1943 von Beamten unb Handwerkern burchgeführte' 5. Reichs st raßensammlung hatte einen stol­zen Erfolg. Obwohl Abzeichen nicht verkauft rourifen,1 erbrachte sie nach vorläufigen Feststellungen 50 081 839,42 RR7. Gegenüber ber gleichen Samm­lung des Vorjahres, bie ein Ergebnis von 25111 874 Reichsmark hatte, ist eine Zunahme von 24 969 965,42 Reichsmark, bas finb 99,43 v. h. zu verzeichnen.

Generalmajor pezzis letzter Aug.

Rom, 23. Febr. (DNB.) Der vom Flug gegen den Feind nicht zurückgekehrte Befehlshaber ber ita« lienischen Luftstreitkräfte an ber Ostfront, General­major Pezzi, war mit wenigen Begleitern, bar- unter einem italienischen Arzt an Bord, aufgestiegen,

um einem vom Feind eingeschlossenen Widerstanlh. nest Hilfe zu bringen. Wie in einigen frühe Fällen, in benen es sich barum hanbelte, eince, schlossenen Kameraden ber Erbtruppen Lebensmiück unb Material zu bringen unb bie Verwundeten zurückzuholen, behielt sich Generalmajor Pezzi aH diesen Flug selbst vor, von dem er nicht mehr zuriL! kehren sollte. Alle Nachforschungen blieben vergeblich.

Kleine politische Nachrichten.

Am Todestag von Horst Wessel legte im Ehren- mal Unter den Linden SA.-Obergruppensührj Jüttner einen Kranz des Stabchefs nieder. Ein Dov beirnarsch der Ehrenkompanie schloß sich an. Zuich hatte Obergruppenführer Jüttner auch am Grch Horst Wessels auf bem Nikolai-Friedhof einen Kray des Stabschefs niedergelegt.

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Der, Führer hat bem Präsidenten, Geh. Regit rungsrat Dr. med., Dr. med. vet. h. c. August W e ber in Berlin aus Anlaß der Vollendung feine«. 70. Lebensjahres in Anerkennung seiner wissen­schaftlichen Tätigkeit auf medizinischem Gebiet cit Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft oer liehen.

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T. V. Soong, Tschungking-Chinas Außenmich, fter und Bruder von Frau Tschiangkaischek, ist ir, Washington eingetroffen. Nach einer Meldung aus London will Frau Tschiangkaifchek au^ Einladung der britischen Regierung demnächst, nach London reisen.

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Nach Fertigstellung der internationalen Brü- über den Uruguay-Fluß wird Buenos Aires durch eine 850 Kilometer lange Landstraße mit Rio K Janeiro verbunden fein.

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Die katastrophale Knappheit an Arbeitskräften in her nordamerikanischen Landwirtschaft geht daraus hervor, daß sich die Regierung entschlossen Hot, 10 000 evakuierte japanische Landarbeiter bei ber Einbringung der Ernte einzusetzen.

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Die italienischen Besatzungsbehörden in Griechen­land haben eine Amnestie für alle Vergehen er­lassen, die von italienischen Militärgerichten nft Geldstrafen oder Gefängnis bis zu drei Jahren g!« ahndet wurden. Längere Gefängnisstrafen werden um zwei Jahre verkürzt.

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Der britische Oberkommissar für Palästina Hot eine beträchtliche Erhöhung zahlreicher Steuern ver­fügt, da Palästina einen verstärkten Beitrag zur bri­tischen Kriegführung leisten soll.

Kunst und Missenschast.

Neuartiger Universitätseinsah für das Kriegs-VHU

Die Heidelberger Universität führte eine drei­tägige Werbung für das Kriegs-WHW. durch. 2er Plan bes Rektors Staatsminister Dr. Schmitthenner, bie enge Verbundenheit ber Universität mit den Pro­blemen unb Kräften ber Volksgemeinschaft zu be­weisen, sowie Lehrkörper, Institute unb Sammlun­gen zu einer Art Leistungsschau ber modernen Wis­senschaft einzusetzen, wurde lebhaft beachtet. Schoii die Themen ber 50 geiftes« unb naturwissenschaft­lichen sowie juristischen Vorträge fanben starkes Interesse, zumal zeitnahe Fragen behandelt wurden. Es wurde ein hervorragender Sammelerfolg für das WHW. erzielt. Der Eintritt zu den 23eranftaltungeit war frei. Die volkstümliche Behandlung wissensckfkfl- licher Forschungsarbeit unb bie Oeffnung ber Uni- versitäts-Jnstitute unb -Sammlungen würbe auch als Beitrag zur kulturellen Kriegsarbeit gewertet.

Hochschulnachrichten.

Der durch seine hervorragenden spektroskopischen unb pysikalisch-chemischen Untersuchungen bekannt geworbene Physiker Professor Dr. Reinharb Mecke würbe zum Direktor bes Physikalisch-Chemischen In­stituts ber Universität Freiburg ernannt. Mecke wurde 1895 in Stettin geboren, studierte in Frei' bürg, Bern unb Marburg und promovierte 1919 tu Marburg. 1923 habilitierte er sich in Bonn unb lei­tete ab 1930 bas Physikalisch-Chemische Institut h Heidelberg. 1937 wurde er Orbinarius für theore­tische Physik in Freiburg: feit einem Jahre ver­waltete er daneben kommissarisch bie im Zuge einer Neuregelung frei gewordene Stelle eines Direktors des Physikalisch-Chemischen Instituts, die ihm jetzt endgültig übertragen wurde. Der Leiter des In» stituts für Reliaionswissenlchaft an ber Hoben Schule, Außenstelle Halle, Dozent Dr. phil. habil Wilhelm Brachmann, würbe zum o. Professor für Religionswissenschaft an ber Universität Hall ernannt Brachmann würbe 1900 ltz .Brieg geboren Er ftubierte in Königsberg unb Breslau unb promfl' vierte 1940 in Halle zum Dr. phil. 1937 wurde et

deren gleicht, fortwährend Aenderungen der mate­riellen und ideellen Welt. Umschichtungen, die bis tief ins Herzgefüge und Gedankengefüge hinein- reichen. Frauen, die das alles unverletzt überftan« den, bie im Wandel ihr Leben mit verwandelt haben, haben alle bie baumhafte Zähigkeit von Beu­gen und Wieberaufrichten bewiesen. Sie haben allein schon im Beharren ihre Pflicht getan.

Aber bas scheint uns entscheidend die Pflichterfüllung allein genügt nicht, damit aus einem Leben ein wirklich fruchtbares Frauenleben wird. Diele sind bei großen Leistungen bitter geworden, frühzeitig alt, verbraucht und unlebendig. Es kommt vor. daß sie in ihrer Tüchtigkeit ihre Männer aus bem Hause jagen, ihre Kinder sich entfremden und schließlich auf dem kahlen Berge einer bewun­dernswerten Löbensleistung sitzen bleiben unb ver­dorren. Deshalb ist es nötig, daß sie bie frauliche Herzkraft unb Seelenkraft auhnifen, baß sie sich ber Zartheit erinnern, die zutiefst in jeder Frau ruht, hie so oft verschüttet ist unb bie ans Licht gehoben werden muß. Daß sie mit ihrer Fähigkeit des Mit­leids, der Phantasie, der Vorstellungsgabe ausglei- chend in die Kämpfe der Männer eingreifen, daß sie in die inneren Räume des Lebens einbringen, die Schicksale der Mitmenschen vom Herzen her erhellen und beleuchten, erwärmen und gestalten. Von außen her aestaltet die notwendige Tat. Don innen her bas einfache Da-Sein, bas zu führen eine frauliche, unbeirrbare, zähe und zarte Kraft erfor­dert.

Manche Zeiten glaubten, baß Leistung unb Da­sein, Schönheit unb Arbeit Gegensätze sind, bie sich in keinem L"ben ganz ^reinen lassen. Wir glau­ben, daß die schwere und fruchtbare Zeit die Gegen- säße so durcheinander gewirbelt hat, baß man sie wieder in einem einzigen Leben 3ufammenüigen kann, daß bie Frauen also zart unb ?nh, schon und tüchtig, zupackend und abwartend abseitig fein können und fein werden, weil es ihre Aufgabe in dieser Zeit fit. Walter von Hollander.

Büchertisch.

Hans Friedrich Blunck: Märchen 429 Seiten. Mit 100 Bildern nach Aquarellen vor Ruth Koser-Michaels. Th. Knaur Nachf. Verlag, Berlin. Im weitschichtigen dichterischeN Schaffen von Hans Friedrich Blunck spiegeln die Märchen unb Schelmengeschichten, von denen wir im Laufe ber Jahre zahlreiche Proben in unferer Unterhaltungsbeilage gebracht haben, die liebens« würdigste, heiterste unb auch wohl volkstümlichste Seite feines Wesens. Aus bem reichen Urgninbt deutscher, im desondern niederdeutscher Volksvoesir und alten Sagen- unb Märchengutes schöpfend, hat Blunck hier reichen Stoff unb vielfältige Anregung für seine schweifende Phantasie unb seine tpnige Fcrbuliersreude gefunden. Er gehört zu den nidji sehr zahlreichen Dichtem, bie in dieser fachlichen und allermeist nicht übermäßig poesievollen Zeit noch Märchen erzählen können: er hat den Ton. ber dazu gehört (darum eignen sich feine Geschichten auch so gut zum Vorlesen) unb er errichtet vor gro­ßen unb kleinen Lesern in seinem Märchenbuche eine überaus farbige unb figurenreiche Welt, bie bevölkert ist mit Tieren und Menschen, Natur- geiftern unb Fabelwesen ber wunderlichsten und heitersten Art. Unsere Leser werden in bem ftatü Uchen vorzüglich ausgestatteten Bande all-rlei alten Bekannten begegnen, wie beispielsweise Frau Holle und bem Kulenkröger, Olemann Puk, Wietje unb Sottje, unb werden dazu allerlei Erscheinungen aus ber ober- wie ber unterirdischen Welt, aus bem Reiche ber -Tiere und der Menschen kennenlernen, denen sie bisher noch.nicht begegnet waren. Dis bunten, lustigen Bilder von Rüth Koser-Michaels, sichtlich von Bluncks Märchenphantcfiie angeregt und beschwingt, find den Geschichten stilgerecht angepaßt. So wird das Buch für Eltern und Kinder, beson­ders in der Winterszeit, ehre nicht so bald zu et® schövsende Quelle herzhafter, fröhlicher und poesie- voller Unterhaltung sein. Hans Thyriot