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Glück auf, Renate!
Roman von Ernst Grau
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MeldepflichtsörAufgabenderRelchsverteidigung
Generalbevollmächtigter NärtEinzelheiten.-Altei'ö-Stichtag:r9.Ianuar1y43
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[eiter ift Gefährlich ist feuchte Reibung vor allem bei Ruhe; solange die Kinder sich kräftig bewegen, schadet sie schwerlich, wenn es nicht allzu lange dauert.
Mittlere oder starke und kurze Reize aber sind nötig, damit die Anpassungsfähigkeit immer erhalten bleibt.'Ausgezeichnet sind dazu im Winter ungeheizte Korridore und Treppenhäuser. Man erkältet sich nicht in der kurzen Zeit, die man braucht, von einem Zimmer ins andere zu gehen, aber die Gefäße werden durch den kurzen Reiz geübt. Schnell ohne Mantel zum nahen Briefkasten laufen und zurück in das warme Haus und dergleichen. Im Sommer luftbaden lassen, wechselnd in Sonne und Schütten. Sowie die Kinder frieren, aufhören. In einer Familie, deren zwei füngste Buben herrlich abgebartet waren, durften die beiden morgens, ehe sie sich anzogen, die Nachtkleider abwerfen und eine Viertel- bis halbe Stunde bei weit offenen Fenstern nackt über Betten, Tische und Bänke toben. Die beiden jungen Herren hatten diese Abhärtunas- methode selbst erfunden — nicht gerade um der Abhärtung willen — und hatten vernünftige Eltern, die sie gemähten ließen! Erkältungen waren ihnen unbekannt. Es waren tägliche Luftbäder in kühler, frischer Luft mit starker Körperbeweguno; der allmähliche Wechsel der Jahreszeiten brachte die gerade angebrachten Temperaturabstu^ungen von selbst mit sich Auch im Winter wurde kein Tag ausgelassen.
Wer solch morgendliches Toben — oder auch systematisches Turnen statt dessen — in frischer Luft ein führen will, fängt am besten im Sommer damit an. Nicht abgehärtete Kinder sind am empfindlichsten im Avril und Mai, nach dem Winter, der ihnen wenig Luft und Sonne und wenig Vitamie in der Nahrung hat zukommen lassen. Bei jedem An; und Ausziehen kann man eine kleine „Luftdusche" am offenen Fenster einlegen. Es braucht kein Zeitverlust damit verbunden zu sein, es ist nur eine Sache der Reihenfolge, wie man die einzelnen Verrichtungen ordnet.
Richtiges Abhärten der Kinder geschieht also ohne kaltes Wasser, einfach durch reichliches, je nach Witterung und Gelegenheit kürzeres oder längeres Luftbaden, das gante Jahr hindurch, möglichst mit Bewegung. Es erspart der Mutter viel Arbeit, viel kleine Sorgen und Aerger. Manchmal mehr als das: häufige Erkältungen können böse Folgen haben. Denn jede einzelne Erkrankung muß eine Zeit Eder Schonung haben, die wieder^ zwangsläufig Verweichlichung und dadurch verstärkte Anfälligkeit bewirkt.
Ein Lahr Goldatenhelm Hessen-Nassau in Lhristianfand.
NSG. Aus Anlaß des nunmehr einjährigen Bestehens des Soldatenheimes Hessen-Nassau in Chri- stiansand bringt der Reichssender Frankfurt am
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„Mit dem Fräulein -Schmidt Hal es also doch etwas Besonderes auf sich? Wenn Sie mir als Ab^ stand eine so glänzende Ersten? bieten?"
Terbrüggen unterbrach ihn mit einer ungeduDigen Bewegung.
„Also, ich muß Sie jetzt ernstlich bitten, mich mit Ihrem Geschwätz zu verschonen. Ich habe mehr zu tun, als mich mit Ihnen stundenlang über derlei Dinge zu unterhalten. Meinetwegen fragen Sie sie doch selbst — ich habe in der Tat nichts dagegen."
Meinders ging, einer plötzlichen Eingebung folgend, sofort zur Tür.
„Das werde ich auch tun!"
Der andere starrte ihm nach. Diesen Erfolg hatte er eigentlich nicht erwartet. Dann bestanden also doch Beziehungen zwischen ihm und dem Mädchen- Ader schon eine Minute später kam Meinders wieder zurück. Er schloß sorgfältig die Tür hinter sich und trat dicht vor den andern hin.
„Wollen Sie mir jetzt nicht wirklich sagen, was Sie hier hinter meinem Rücken angezettelt haben?. Fräulein Schmidt ist heute noch nicht im Büro gewesen!" Sein ganzes Wesen war jetzt eine unoer- hüllte Drohung.
Terbrüagen stand überrascht auf, und an seinem ratlosen Blick erkannte Meinders sofort, daß der andere wirklich nichts davon wußte.
„Merkwürdig! Ich habe keine Ahnung. Hoffentlich ist sie nicht krank?"
Meinders hatte schon das Haustelephon in der Hand und rief das Beamtenhaus an:
„Wissen Sie, wo Fräulein Schmidt steckt?^ fragte er kurz angebunden. „So — danke!"
Er legte den fiorer zurück und ließ sich in feinen Stuhl sinken. Mit einem spöttischen Lächeln sah er Terbrüggen ins Gesicht.
„Nun — was glauben Sie wohl, wo sich IHv Schützling augenblicklich aufhäft?"
T^rhrüernen aucft» die Achseln.
„Vielleicht sind Sie so gut —* Meinders nickte -madig.
(Fortsetzung folgt.)
brachten Terbrüggen nicht gewohnt. Das war neu. Er hatte ein heftiges Aufbräusen erwartet und fand sich nun zu seiner eigenen Uederraschung einer kühlen Gelassenheit gegenüber. Da stimmte etwas nicht, und diesem Etwas mußte man auf den Grund kommen.
„Haben Sie sich etwa während meiner Abwesenheit mit diesem Fräulein Schmidt verlobt?", ging er geradewegs auf sein Ziel los -unb ließ den andern nicht aus den Augen. „Nach Ihrem ritterlichen Einschreiten am Samstag würde mich das nicht wundern."
Aber auch darauf hatte Terbrüggen nur ein überlegenes Lächeln.
„Sie sehen, daß Sie sich und Ihren Witz umsonst bemühen, lieber Meinders. Ich habe mir Ihre Redensarten lange genug gefallen lassen, viel zu lange schon. Aber heute verfängt das alles nicht mehr."
„So —?"
Meinders musterte aufmerksam sein Gegenüber, aus dessen unerschütterlicher Ruhe das unangenehme Gefühl auf ihn übersprang, daß sich hier im Dunkeln etwas gegen ihn vorbereitete, das vielleicht keine leere Drohung war. Seine Gedanken arbeiteten fieberhaft.
„So —?" wiederholte er langsam. „Sie brauchen mich also nicht mehr?"
„Nein?"
Scharf und spitz wie ein Pfeil schwirrte das Wort, durchs Zimmer. Sekundenlang hörte man nichts weiter, als das leise Ticken der Uhr.
syiein —?" kam es nermnnbert zurück. „Alla gut, dann wollen Sie wahrscheinlich, daß ich demnächst — bei passender Gelegenheit — vielleicht morgen — eine kleine Geschichte zum besten gebe —fragte er mit einem Anflug von Spott, der ihm aber nicht recht gelang. „Nun — ganz wie Sie wollen, Herr Direktor." . „ v ,
Terbrüggen hörte ihm mit arotzer Geduld zu, ohne eine Miene zu verziehen. Er hob nur leise die Schultern und beschäftigte sich angelegentlich mit den Papieren, die Meinders ihm übergeben hatte.
„Auch diese Drohungen haben mit der Zeit ihre
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iteses Gesetz müßte de Gaulle genügen, um sich Rechenschaft darüber zu geben, wer im Falle einer Einigung der Chef sein würde.
Oie Komintern ermordete bulgarischen Bauernführer.
Sofia, 22. März. (Suropaprefj.) Dor wenigen Tagen in dem serbischen Königsschloß Oplenatz auf gefundene Dokumente beleuchten — so schreibt hos Moütagblatt „Ratsch" — einen bisher noch mysteriösen politischen Mord an dem ehemaligen Führer der bulgarischen Bauernpartei, Dr. Petko Petkoff. Als nach dem Staatsstreich von 1923 ein Teil der Anhänger des ermordeten bulgarischen Hmernführers Stambulijski nach Serbien Achtete, trat Kosta Todoroff, der heutige bub Arische Sprecher im Londoner Rundfunk, 1924 in 'Loskau mit der Komintern in Verbindung und schloß einen Vertrag, der Bulgarien in eine Sowjetrepublik verwandeln sollte. Wie aber aus den Dokumenten hervorgeht, stieß er auf den Widerspruch dis Führers der Agrarpartei in Bulgarien, Pet- ko ff, der Tadoroff vorwarf, in Moskau mit einer Mfchten Vollmacht aufgetreten zu fein. Als Todo- reff illegal nach Bulgarien einreiste und Petkoff eine Photokopie des Vertrages vorlegte, antwortete ihm der Bauernführer: „Die Bauernpartei hat n i e- manden ermächtigt, einen solchen Vertrag Äzuschließen." Todoroff sei e i n D e r r ä t e r. Kurz darauf wurde Petkoff ermordet. Die Photo- kavie ist in Oplenatz sichergestellt worden. Aus einem mderen in Oplenatz gefundenen Dokument vom !April 1925 geht hervor, daß der Mord aus dem »genfatz zwischen Petkoff und Todoroff entftanben . Das Blatt schließt seine Enthüllungen mit dem 2tz: „Auch heute noch übt Todoroff gegen fein verland seine verräterische Tätigkeit weiter aus."
Heber 900 Kilometer zu Fuß, weil die Schiffe fehlen.
Buenos Aires, 19. März. (Europapreß.) Der Echiffsmangel zum Transport der im Ama- zmas-Gebiet einzusetzenden Gummisucher hat die brasilianische Regierung im Einvernehmen mit den za ständigen Stellen der Vereinigten Staaten zu dem Wschluß veranlaßt, 78000 Gummisucher die ttoa 900 km lange Wegstrecke nach dem Amazonas p Fuß marschieren zu lassen.
Meine politische Nachrichten.
Am Heldengedenktage legte der Kommandeur der panischen Freiwilligendivision an der Ostfront, Generalmajor Esteban Infantes, auf einem beut» fta und einem spanischen Heldenfriedhof kurz Hintze der Hauptkampflinie Kränze nieder.
! Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Terbrüggen stieß nervös den Rauch seiner Zigarre m dichten Wolken von sich. Aber er hatte sich fest torgenommen, sich heute nicht mit dem andern her- Mzuärgern. Der gestrige Tag hatte ihm zur Genüge ■ gezeigt, daß er jetzt reinen Tisch schaffen mußte, und im Plan stand fest. Morgen kam Hammerkott, und fein wurde er es schon durchsetzen, daß dieser per- Bnlich Meinders nach Bremen schickte.
„Ihre Spürnase habe ich immer schon bewundert, Binders. Und merkwürdigerweise haben Sie sogar ref)t, es hat auch hier gewittert: ich habe Hellingrath lassen. Plak kommt' heute zurück und übernimmt leinen Posten. Hoffentlich sind Sie mir dankbar, daß Ü) Ihnen diesen Nebenbuhler vom Halse geschasst Hobe."
Lin Helles.Lachen war die Antwort. Meinders $ug sich vergnügt aufs Knie^
' .In der Tat, Terbrüggen, Sie gefallen nur von teg zu Tag immer besser. Bisher hatte ich wirklich hi(E)t gewußt, daß Sie auch witzig sein können. Steinen Nebenbuhler — großartig — ein glanzender Dtz. Und so ganz beiläufig gefragt: Wie nennen 6i» die Rolle, die Sie selbst in dieser Komodie fielen? Der Wettlauf um dieses seltsame Fraulem ßcimidt fängt an, Spaß zu machen."
Terbrüggen hob gelangweilt die Schultern und Ibf an seiner Zigarre. _ _ ,
.Lieber Meinders, Sie sehen, Ihre Heiterkeit hat tint den geringsten Erfolg. Mit solchen Mätzchen br ten Sie' mir lieber nicht kommen Are Privat- jenen haben für mich nicht das mindeste Interesse, kißerdem —", er sah auf die Uhr, „ich habe zu
I irrweiten —"
Meinders horchte auf.
s Diesen Ton war er bei dem sonst leicht aufge-
Zugkraft verloren", sagte er aufblickend. „Sie haben ein wenig zu oft damit gespielt."
„Und wenn aus diesem Spiel Ernst würde?"
Terbrüggen hatte sich wieder in die Papiere vertieft. Erst nach einer Weile hob er den Blick und warf wie nebenbei hin:
„Das werden Sie vermutlich unterlassen. Herr Hammerkott wird Ihnen morgen persönlich Ihre Persetzung nach Bremen mitteilen."
„Ausgezeichnet, mein Lieber. Sie sind heute scheinbar besonders gut aufgelegt Und was geschieht, wenn ich nicht nach Bremen gehe —?" fragte er unbeirrt weiter.
„Sie werden gehen." ,
Der andere schien diese Antwort, die fäft wie ein Befehl klang, nicht gehört zu haben. .
„Und wenn ich nicht nach Bremen gehe?" wiederholte er eindringlich und betonte Wort für Wort. „Wenn ich mich nicht wie eine überflüssige Schachfigur beifeiteleoen lasse?" In seinen Augen sprang ein drohender Glanz auf.
„Aber so stören S'e mich doch nicht fortwährend. Ich sagte Ihnen ja schon: Sie werben gehen!" Ter- hrüanen hielt sich fest an dem Vorsatz, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, obgleich er sich Gewalt antun mußte, nicht aufzuspringen. Gab er jetzt nach, hatte der andere sofort wieder hie Oberhand. „Sie werden gehen, well Sie fein Narr sind. Und ein Narr waren Sie, wenn Sie eine so glänzende> Existenz nicht mit beiden Händen fefthielten."
Meinders lange, hagere Gestalt stand hochauf- aereeft an seinem Tisch, dem anderen gegenüber. Seine Züge waren hart wie aus Stein, und seine Auaen lagen fest und unbewegt auf Terbrüggen.
„Aber ich bin ein solcher Narr!' Morgen werde ich Ihnen das beweisen!"
Terbrüggen fühlte, daß er unsicher zu werden begann. Sollte er diese Partie im letzten Augenblick wieder verlieren? Auf keinen Fall —!
Wortlos sahen sich die beiden Männer sekundenlang in die Augen. Dann versuchte Meinders den Angriff von einer anderen Sette.
Das Wort „abgehärtet" wird vielfach falsch verstanden. Es bedeutet nicht die Eigenschaft, starke und dauernde Kälte ertragen zu können, dies scheint fast eine Sache der Veranlagung zu jein. Vielmehr versteht man darunter gute Anpassungsfähigkeit der Hautgefätze. Diese müssen sich bei Kälte schnell zusammenziehen und bei Wärme schnell erweitern können. Dadurch wird die Innentemperatur des Körpers gegen die Außentemperatur aehalten oder in' Harmonie gebracht. Die Gefäße sind-bei kleinen, selbst neugeborenen Kindern prachtvoll anpassungsfähig, leider aber geht dem Menschen diese gute Eigenschaft im Laufe der Jahre mehr und mehr verloren. Im gleichen Maße wird er anfälliger für Erkältungen. Gewiß ist richtig, daß wir durch ab- geftuften Anzug und Heizen der Räume dazu beitragen, daß der Körper seine Eigenwärme von nahezu 37 Grad gegen jede Außentemperatur verteidigen kann, aber wir übertreiben unser Entgegenkommen, gleichen möglichst alles durch Kleidung und Heizung aus, so daß für die Gefäße nichts mehr zu tun übrig bleibt — sie werden träge und unfähig.
Was müssen wir tun, um unfern Kindern anpassungsfähige Gefäße zu erhalten oder, kurz aus- gedrückt, sie abzuhärten? Wir müssen uns. ben Leitsatz für alle körperliche Erziehung vor Augen halten: zu geringe Reize lassen verkümmern, mittlere (ober starke und kurze) fordern; sehr starke, (oder starke und langdauernde) schwächen. Ferner: unser Abhärtungselement ist die Luft.
Um die schwächenden, allzu starken unb allzu langdauernden Reize auszuschalten, zieht man die Kinder möglichst immer passend an. Sie sollen weder frieren noch schwitzen, sondern sich in ihrem Anzug richtig wohlfühlen. Unser deutsches Klima ist ideal wechselvoll, „passend", liegt zwischen einem dünnen Spielhöschen und Flauschmäntelchen über langen Wollhosen mit reichlicher Unterkleidung. Aber es gibt im Sommer sehr kühle und im Winter ganz mitbc Tage, so muß man aufpassen.
Ein paar Einzelheiten werden mit Vorliebe falsch gemacht. Bei Kälte wir der Hals gern zu warm eingepackt. Das verweichlicht gerade diesen bei Erkältungen so stark beteiligten Körperteil. Nur bei großer Kälte oder schneidenden Winden sollen Kinder dicke Halstücher tragen; der Hals kann etwa so abgehärtet fein wie das Gesicht, das wir auch nur bei großer Kälte schützen, obgleich dort unsere kostbarsten Sinnesorgane liegen. Andererseits sind nackte Knie bei großer Kälte jedem Arzt ein Dorn im Auge. Eine Zone des Körpers mit beträchtlicher Oberfläche zwischen zwei sorgfältig warmgehaltene Körperteile zur Wärmeabgabe einlegen ist ungefähr ebenso begabt wie eine Badewanne mit Wasser füllen, in die man in Handhöhe ein paar kräftige Löcher gebohrt hat. Da soll ein Kind sich nicht erkälten! Mit Abhärten hat das nichts zu tun. Gegen nackte Knie bei mildem Wetter ist nichts einzuwenden. Dagegen kommen die Füße bei wärmerem Wetter in anderer Weise' zu kurz. Man müßte jede Gelegenheit zum Barfutzlaufen benutzen lassen, im tauigen Gras, wenn es möglich ist. Oder wenigstens Sandalen tragen lassen, damit die Luft an die Füße kommt. Lange Trainingshosen zu nackten Füßen in Sandalen ist selbst bei kühlerem Wetter angenehm und wird nicht als „falt" empfunden. Die Füße abhärten ist wichtig, denn sie stehen in einem eigenartigen und noch nicht geklärten Zusammenhang mit den Luftwegen. Gerade nasse Füße bringen nicht abgehärteten Menschen die berühmte „Erkältung" ein.
Nasse oder feuchte Kleider lassen die Körperwarme nach außen abströmen, da Wasser ein guter Wärme-
Aus der ©labt Gießen.
Richtiges Abhärten der Kinder.
„Abhärtung? Aber selbstverständlich! Meine Kinder kommen jeden Abend unter die eiskalte Dusche!" Ob nun abends oder morgens, falsch ist es in jedem Falle. Unsere modernen Aerzte stehen der eiskalten Dusche ebenso eiskalt gegenüber. Sie lehnen sie ganz besonders bei schlankwüchsigen Kindern als Abhärtungsmittel ab. Wasser ist gut zum Waschen ober um mit Vergnügen darin zu plantschen, aber das naturgewollte Abhärtungsmittel für den Menschen ist sein eigenes Element: die Luft.
Ein mageres Kerlchen jeben Tag unter dis kalte Brause zu stellen, ist falsch und härtet nicht ab. Die Prozedur schadet solchem Kinde ernstlich, schadet seinem Nervensystem, was nicht leicht genommen werden darf, und bewirkt, daß es n o ch anfälliger gegen Erkältungen wird. Der scharfe Reiz kalten Wassers ist für die Gefäße eines schlanken Menschen zu kraß. Wer hübsch mit Speck gepanzert ist, fann's eher vertragen. Der Reiz kalter Luft ist ebenso stark, aber sanfter, gerade richtig für ein Luftgeschöpf. Man ziehe keine falschen Schlüsse aus dem Erfolg von Kaltwasserkuren bet bestimmten Leiden, dabei handelt es sich um sehr fein abgewogene Reize, meist nur auf bestimmte Körperteile.
An Stelle von Adttüral T o v e y , der ein anderes Kommando übernommen hat, wurde Admiral Sir Bruce A. Fraser Befehlshaber der britischen s hemratflotte. Fraser war früher stellvertretender De- ieitlshaber _>er Heimatflotte und Befehlshaber des i 2. Schlachtgeschwaders. ______________
Zur Meldepflicht von Männern und Frauen für die Aufgaben der Reichsverteidigung hat der Gene- ralbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz eine Reihe von ergänzenden Anordnungen zur Klarstellung von Einzelfragen erlassen. Nach der Verordnung vom 27 Januar 1943 haben sich alle Männer vom vollendeten 16. bis zum vollendeten 65..Lebensjahr und alle Frauen vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 45. Lebensjahr, die im Reichsgebiet wohnen und nicht nach dem Wortlaut der Verordnung von der Meldung befreit sind, beim Arbeitsamt nach Maßgabe eines besonderen örtlichen oder bezirklichen Aufrufs zu melden. Als Stichtag für die vorgesehenen Altersgrenzen ist der 2 9. I a n u a r anzusehen, da an diesem Tage die Meldepflicht in Kraft getreten ift.
Männer (Frauen) die am 29. Januar 1943 das 16. (17.) Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind daher der Meldepflicht nicht unterworfen^ desgleichen sind Männer (Frauen) von der Meldung ausgenommen, die an diesem Stichtag das 65. Lebensjahr (45. Lebensjahr) vollendet haben. Meldepflichtige, die sich f r e i ro i 11 i g für den Kriegseinsatz zur Verfügung stellen und noch kein Arbeitsbuch besitzen, erhalten, der Verordnung gemäß, bei ihrem Einsatz an Stelle des Arbeitsbuches eine Ersatzkarte. Dagegen ist Meldepflichtigen, die sich nicht freiwillig zur Verfügung stellen und die noch kein Arbetts- buch besitzen, bei ihrem Einsatz ein Arbeitsbuch auszustellen. Hiernach ist, wie der Generalbevollmächtigte erläuternd bemerkt, Voraussetzung für die Ausstellung einer Ersatz karte, daß der Meldepflichtige entsprechend dem Ergebnis der Arbeitsberatung zum Einsatz bereit ist.
heutigen Dienstag, 23.3., um 17.10 Uhr, eine Er- innerungssundung.
Heldenehrung auf dem Tleuen Friedhof.
Unserem gestrigen Bericht über die Heldengedenk- feier in Gießen am Sonntag tragen wir nach, daß im Anschluß an die von der Wehrmacht veranstaltete Gedenkstunde am 116er-Denkmal, bei der die Kränze der Wehrmacht und der Partei niedergelegt wurden, eine weitere Kranzniederlegung auf dem Heldenfriedhof des Neuen Friedhofs stattfand. Dort legten für die NS.-Kriegsopferversorgung der Kreisamtsleiter der NSKOB., G r a v e l i u s , für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Land-- gerichtsrat T r ü m p e r t und für den Kreiskrieger- verband Gießen -im Auftrage des Kreiskriegerführers Kamerad Müller Kranze als Zeichen des treuen Gedenkens an die gefallenen Kameraden nieder. Mit den Kranzniederlegungen waren kurze Ge- ddnkanfprachen verbunden, in dentzn die dankbare und unlösliche Verbundenheit tnit den auf dem Felde der Ehre gebliebenen Kameraden zum Aus» druck gebracht wurde.
Lichtspielhaus: ;ßin Walzer mit Dir".
Wie viele Walzer hat es schon im deusschen Film gegeben, wie viele Operetten haben hier schon vor den Augen und Ohren des Besuchers ihre stürmische Uraufführung erlebt: es ift nicht zu zählen, aber es war jedenfalls noch immer nicht genug. Die vor kurzem gegründete Berlin Film hat sich noch einmal darüber hergemacht und, um die Sache zu verein-- fachen, den Komponisten und die Sängerin nicht erft zum Schluß, sondern gleich von Anfang an mib einander verheiratet. Aber allzu einfach durfte es ia nun auch wieder nicht zugehen, deshalb entdeckte der Drehbuchverfasser die bemitleidenswerte Figur des Mannes, der im Schatten seiner berühmten Fran steht. Er kann etwas, aber er wünscht seine an sich berechtigten Erfolge nicht seiner Gatttn zu verdanken; seine neue Operette soll nicht bloß ihr zuliebe annenommen und aufae^ührt wetzen: was liegt also näher, als daß er einen guten Schulfreund, einen leider völlig unmusikalischen Maler dazu überredet, sich als Verfasser der Neuerscheinung auszugeben. Mit dieser Wendung segelt der Operettenfilm alsbald im windstillen und vertrauten Fahrwasser des Schwanks, der auf der Leinwand wie auf der Bühne stets feines Dublikurns und feiner Wirkung sicher ist. Natürlich wird es auch auf solchen Schleichwegen ein rauschender Erfolg, und das musikalische Ehepaar ist zum Schluß vollkommen glücklich. M a r i s ch k a erfs Spielleiter arbeitet mit beträchtlichem Aufwande und großer Aysstattung und bringt seine komischen Pointen treffsicher an d"n M"nn. Fr^n; Grothe schrieb eine gefällige Musik dazu. Lizzi Waldmüller, großäugig und kokett, zärtlich und zierlich, ist die Diva, Alvert M a 11 e r ft o cf der große unbeholfene Junge an ihrer Seite: um die beiden herum das Aufgebot der Komiker: Rudolf Platte
Für den Arbettseinsatz in der Kriegswirtschaft sind danach nicht nur die Meldepflichtigen bereit, die Erklärungen unter Nr. 1 ober 2 des Meldevor- drucks abgegeben haben und gemäß der Arbeitsberatung mit ihrem Einsatz einverstanden sind (unbedingte und bedingte Zurverfügungstellung), sondern auch die Meldepflichtigen, die unter Nr. 3 des Vordrucks Gründe angegeben haben, die ihrem Arbeitseinsatz in der Kriegswirtschaft entgegenstehen, als „freiwillig zum Einsatz bereit" zu betrachten, wenn sie sich gemäß der Arbeitsberatung zum Ein- satz bereit erklären. Als freiwillig ist auch die Bereitwilligkeit eines Melde pflichtigen anzusehen, der aus besonderen Gründen, z. B. wegen Sicherung von Rechten, eine formale Dienstverpflichtung wünscht.
Frauen mit ausreichenden Kenntnissen für sozial- pädagogische Berufe sind ausschließlich bei derartigen Einrichtungen, Kindergärtnerinnen insbesondere bei Kindertagesstätten unb Kinderheimen einzusetzen. Frauen, die für eine Tätigkeit als Lagerführerin in Arbeiterinnen-Wohnlagern geeignet erscheinen, sind der zuständigen ©aufrauenmalterin der DAF. namhaft zu machen.
Die Meldepflicht erstreckt sich im übrigen auch auf Schutzangehörige, d. h. in diesem Falle auf die folgenden Personen: die ehemaligen polnischen und Danziger Staatsangehörigen und außerdem die ehemaligen jugostawischen Staatsangehörigen, die am 14. April 1941 in den befreiten Gebieten der Untersteiermark, Kärntens und Krams ihren Wohnsitz hatten, soweit diese beiden Gruppen die deutsche Staatsangehörigkeit nicht erworben haben ober sie später durch Widerruf verlieren.
Auf Grund einer Vereinbarung zwischen der Lei- tmg der Auslands-Organisation der NSDAP., der Anchsjugendführung und dem Volksbund „Deutsche jtriegsgräberfürforge" übernahm die auslands- btutsche Jugend auch an diesem Heldengedenktag dir Betreuung und Schmückung der deusschen Sol° betengräber rm Auslanh.
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Am 22. März hielt die gemische technische Kom- mssion des Dreimächtepaktes in Tofio eine
। Aifammentunft ab, wobei Außenminister Toni den . h Drsitz hatte. Es waren anweseich der deutsche Bot- s-after Stahmer und der italienische Botschafter Sibetti, Offiziere der japanischen Armee und Flotte md die deutschen und italienischen Militär-, Ma- t!i€= und Luftattachss. Es wurden Fragen, die die 3^ammenarbeit der drei Länder gegen ihren gell fflnn f amen Feind betreffen, besprochen, wobei ®Uige Uebereinftimmung der Ansichten erzielt litrbe.
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j In Wien haben zwischen der deutschen, itafiente flen, bulgarischen, kroatischen, rumänischen, slowa- tichen und ungarischen Regierung Besprechungen iter Donau-Schiffahrtsftagem stattgefunben. Der bettende Ausschuß für Donauangelegenheiten ober- lb Braila hnt unter deutschem Vorfiß sich nament-
i mit der Schiffahrt im Eisernen Tor unb dem ! Hasserstandsnachrich-tendienst befaßt. Ferner hat ! di Komitee von Ingenieuren Deutschlands, Jta- Üns unb Rumäniens den weiteren Ausbau der übnaunrünbung behandelt. Andere Besprechungen heben zwischen der deutschen, ungarischen und kroatischen Delegation über den Stromausbau und die I, ^rbefferung der Schiffahrtsverhältnisse stattgefun- Nn.


