Unter Umständen Sonderunterstühung.
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vom
>onder-
--hörige beträgt die Grenze in der Regel 65 v. H. tie erhöht sich auf 85 v.H. bei den oben genann-
iit früheren Arbeitsverdiensten. Ein höherer Unter-
men Angehörigen dürfen für jeden weiteren Ange- ürigen 5 v. H. dieser Summe zugeschlagen werden. Außer für den reinen Unterhaltsbedarf kommt
l Mik eritanifr ifit'wertt | über d« I
(fern nur das Gefolgschaftsmitglied im Zeitpunkt des Frtstablaufs in einem ArbeitsVerhältnis steht.
Die Vorschriften der Verordnungen finden auch auf em berufene Gefolgschaftsmitglieder stillgelegter Ketriebe sinngemäß Anwendung. Bei der Bemessung ner Abgangsentschadigung für Angestellte, die unter ,as Kündigungsschutzgesetz fallen, ist von dem Durch- chnittsverdienst der letzten drei Monate vor der Ein, »erufung auszugehen. Die Hälfte der Abgangsent- Äng ist auch hier im Zeitpunkt der Stillegung
t drei Monate nach der Stillegung fällig, »hne Rücksicht darauf, ob der Angestellte noch im Dehrdienst steht oder nicht.
Es kann auch vorkommen, daß ein Angestellter, ',er innerhalb von drei Monaten nach der Stillegung in neues Arbeitsoerhältnis antritt, noch innerhalb .jeser drei Monate zum Wehrdienst einberufen wird, zn diesem Falle ist die zweite Hälfte der Abgangs- ntschädigung ahne Rücksicht hierauf ebenfalls drei Monate nach der Stillegung zu zahlen. Sie mindert -ch entsprechend den allgemeinen Vorschriften um <n Betrag, der in dem neuen Betrieb bereits ver- ient worden.ist, andererseits können auch in diesem ;all bereits gezahlte Beträge nicht zurückgefordert werden.
!iltsbedarf als 600 RM. ist für die Bemessung der tionderunterstützuna grundsätzlich nicht anzuerken- irn. Bei Unterhaltsverpflichtungen für mehr als
IhltSbeDarf wie für sonstige Verbindlichkeiten in betracht. Sie tritt zur Sicherung des Unterhalts- !-darfs in allen Fällen ein, in denen das neue Ar- !-itseinkommen erhedlich geringer als das frühere L Als erhebliche Verringerung wird angesehen, renn das neue Arbeitseinkommen (brutto) weniger L5 70 v. H. des früheren (brutto) beträgt. Dieser catz erhöht sich auf 90 v. H., soweit das frühere !-rbeitseinkommen weniger als 208 RM. brutto bei Rännern und 169 RM. brutto bei Frauen betragen !it Bei Dienstverpflichteten ohne unterhaltene An-
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mterstützung hat den Zweck, Härten auszugleichen. Ite ein etwaiger Minderverdienst in dem neuen betrieb mit sich bringt. Ein voller Verdienstaus- seick in jedem Falle wird jedoch nicht gewährt. Die :onderunterstützung kommt sowohl für den Unter-
fUtj! I Für die ausscheidenden Gefolgschaftsmitglieder ist reuiesv ! richtig, daß für sie auch die Vorschriften über sjeiiu Unterstützung für Dienstvervslichtete gelten. Dienst- Ne «rpflichtete können vom Arbeitsamt eine Sonder- rer reu Aterstützung auf Grund der Anordnung vom üen $ L September 1939 und der hierzu ergangenen
>urchführungserlasse, insbesondere der Erlasse vom ücdvü Mai und 29. Oktober 1942 erhalten. Die Sonder- Ti" . •• i. -.latiMhiitin hnt thon finrfo« mtcMintniA»
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Lsgeyen, wenn sie im Verhältnis zum neuen Ein- tmmen außergewöhnlich hoch ist und die Aufgabe
ör Wohnung nicht zugemutet werden kann, was
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fZchstbetrag des Metzuschusses ist auf 150 RM. Dnatlich festgesetzt.
Bei allen diesen Unterstützungssätzen ist jedoch j berücksichtigen, daß Sonderunterstützung und nues Arbeitseinkommen (brutto) zusammen nicht hher sein dürfen als das Arbeitseinkommen (Iruttc) in dem alten Betrieb. Arbeitsvergütunaen, d? durch Ueberftunden in dem neuen Betrieb erz'elt n*rben, können hierbei außer Ansatz bleiben.
de Sonderunterstützung auch für sonstige Verpflich- i. ngen, insbesondere Wohnungsmiete, V^rsichs- t.ngsprämien und anderes in Betracht. Der Miet- Schutz kann über 50 o. H. der Wohnungsmiete hin-
i. j er iwoynung nicyi zugemuier weroen rann, was ,kn.M «u . H Verheirateten in der Regel der Fall ist. Der
und Lazare cheiferinnel, gesucht.
(Nachdruck verboten.)
< Fortsetzung.
Aück auf, Renate!
Roman von Ernst Grau.
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Die Heeresverwaltung stellt Frauen und Mädchen di Stabshelferinnen und Lazaretthelfer 1 en des h eres ein. Die Stabshelferinnen müssen im Alter Mi 21 bis 45 Jahren stehen. Sie werden als Buch- hlterinnen, Lohnrechnerinnen, Stenotypistinnen, Aoschineschreiberinnen, Karteiführerinnen und mit luftigen Büroarbeiten beschäftigt. Ihr Einsatzort sid die besetzten Gebiete. Sie erhalten Tarifbezüge fr Angestellte des öffentlichen Dienstes; daneben ,-hi Einsatz in den besetzten Gebieten die Einsatz- oifinbung: Verpflegung, Unterkunft und Barver- fftung von täglich 1,90 bis 2,50 RM.; ferner bei Tlnsatz in den Ostgebieten Dienstbekleidung. Die SelDung qus unserer Gegend hat bei der Wehrkreis- »iTwaltung Kassel oder bei den örtlichen Heeres- jtmdortverwaltungen zu erfolgen. Bei den Lazarett- sii ferinnen ist kein bestimmtes Lebensalter vorge- mrieben. Sie werden als Hilfskräfte (Bürodicnst) j'Jib als Schreibkräfte für den Arzt sowie mit Der l8mvaltung von Vorräten und Beständen beschaf- Ptt Auch eine Halbtagesbeschäftigung ist möglich. [Wimgen an die Reservelazarette.
5in zäher Kamps entspann sich schongleich rn ersten Runden. Walter Hammerkott liebte den k ufgangerischen Angriff, der sofort das Bü mitriß. Er saß wie an seine Maschine geschnne- -e- Die Hände um das Steuer gekrampft, den -ölia -verwandt geradeaus gerichtet, umbraust von dem fAinernden Gebrüll der Motoren. Hier war er in Jiiem eigentlichen Element, hier galt nur der wmn, der den Bruchteil einer Sekunde geschickt ■ hJ nutzen wußte, der mit jeder Faser seines Hirns N17 den einen Gedanken haben durfte, den vor ihm 'senden Wagen einzuholen und hinter sich 3U hfen. Der unablässig herabströmende Regen machte Wi nur wenig Sorgen. Im Gegenteil, er hatte V Meisten seiner Gegner voraus, daß er die Bahn In wiÄrerholt bei einem solchen Wetter befahren lple und ihre Eigenschaften kannte.
| Während Renate angestrengt auf die Sahn ym- sah, überfiel sie plötzlich eine drängende Unruhe, pn auch die vielen Menschen, die hier Kops an M in dichter Menge standen, schienen von einer Ibissen Bewegung gepackt zu sein. Schon lieT p eftimmte Gerücht von einem Sturz von Mund pSDhinb, die Telephone der Rennleitung lauteten P rasend. Wieder erschienen die führenden Ma- i hnen in der Kurve und flogen vorüber, aber Dies» L6 fehlte der Wagen mit der großen Nummer I : hammerkott war nicht mehr dabei ... 3urua" lallen ... ausgeschieden ... verunglückt ... ooer
Unglücksbotschaften haben geheime Flügel. v* reifen schneller als Freudenposten. Schon Mi- später bestätigte sich das Gerücht: Hammerkoir in der Südschleife der Bahn so schwer gestürzt,
Aus der Siadi Gießen.
Oie einzackige Krone.
Wenn Anton Leberecht sich in einen Gedanken verbissen hatte, dann führte er ihn durch, mochte er auch die ganze Familie gegen sich haben. Neulich passierte es ihm wieder einmal, daß er sozusagen Herr eines kleinen Aufstandes innerhalb seiner vier Wände werden mußte. Er bewahrte kaltes Blut, denn er hatte ein ruhiges Gewissen.
Ohne vorherige Ankündigung schraubte er näm- lia) aus dem großen Leuchter im Wohnzimmer alle Birnen bis auf eine heraus. So, da hätten sie mal ganz was Seltenes, eine einzackige Krone näm» l"h' bedeutete er den erstaunten Familienmitgliedern. Sie sollten sich wohl alle die Augen verderben, fragten sie. Bei diesem Licht könnten sie weder Strümpfe stopfen noch Zeitung lesen. Mit- mchten, sagte Leberecht, für Augengläser seien so schone Augen nicht geschaffen. Soweit käme es aber 'jPy *"<*>*, denn xum Stopfen und Lesen sei die Tischlampe da, uiio man dürfe halt nicht so bequem lern ur^ müsse sie nach dem Abendbrot heranholen. Natürlich falle da der Krone auch die letzte Zacke aus, solange die Tischlampe im Betrieb sei. Sie, die Mutter und die Töchter, müßten sich allerdings ein bißchen aneinanderklemmen, damit sie Platz hatten, aber geduldige Schafe gingen ja viele in einen Stall.
Es fei schon gut, ariff jetzt Mutter Leberecht ein. 2kter habe recht gehandelt, das sähe auch sie ein. Qöo strahlt während des gemeinsamen Abendbrotes fortan die einzackige Krone, im übrigen aber beleuchtet die Tischlampe tief geneigte Töchterhäupter, unö es geht auch trotz dieser sparsameren Beleuchtung.
Gloria-Prlast: ,Oer Ochsenkrieg-.
ZMe ansehnliche Reihe der Romane von G a n g» Hofer, die im Laufe der letzten Jahre verfilmt worden sind, ist um einen vermehrt worden, um die historische Geschichte vom Ochsenkrieg. Der Ochsenkrieg führt seinen wunderlichen Namen mit gutem Grund: im oberbayerischen Alpenland um Berchtes- gaben entbrannte im 15. Jahrhundert ein Bauernaufstand wegen einiger friedlicher Stücke Rindviehs, die entgegen den verstaubten Satzungen alter Weidegerechtsame auf dem Hangmoos würziges Berggras rupften. Man sieht, wie aus wahrhaft nichtigem Anlaß eine jener erbitterten Felgen zwischen Bauern und Fürsten ausbricht, die wenig später weiter nördlich große Teile Deutschlands erschütterten. Dieser bayerische Bauernaufstand mit Mord und Brand und Gewalttat bildet den Inhalt des Romans, den Josef D a l m a n und Peter Osterrnayr zur Vorlage für ihr Drehbuch nahmen. In dem bunten, landschaftlich reizvollen und volkreichen Bilde des alpenländischen Spätmittelalters heben sich, deutlicher belichtet, einige Einzelschicksale ab, vor allem die Liebesgeschichte zwischen einer Bauerntochter auf der umstrittenen Alm und dem Sohne eines im Fürstendienst stehenden Amtmannes. Wie bei den früheren Verfilmungen von Büchern Ganghofers, fo ist auch hier beim „Ochsenkrieg" nicht ganz einzusehen, was die Hersteller bewogen hat, nach diesem Stoff zu greifen, der keinerlei besondere Anziehungst punkte spezifisch filmischer Art für die Kamera bietet, aber der Spielleiter Hans Depps hat das Buch mit dem ganzen üppigen Aufwand, mit der kulturhistorischen Genauigkeit, welche die Ufa für Produktionen solcher Art bereitzuhalten pflegt, und auch mit einem versöhnlichen Schluß in Szene gesetzt. Die musikalische Begleitung von Winfried Zilli g könnte stellenweise eine gewisse Dämpfung der Lautstärke vertragen. In der Darstellung ragt mit einer vollsaftigen, urbayerischen Landsknechtsfigur die rnas- sige Ericheinung von Fritz Kämpers hervor; neben ihm sind an erster Stelle Elfriede Datzig und Paul Richter zu nennen, die das unglücklich- glückliche Liebespaar zwischen den feindlichen Fronten spielen. Von den vielen übrigen seien Willy Rösner (Runotter), Friedrich Ulmer (Pienzen- auer), Ernst Sattler (Someiner) und Emst Stahl-Nachbaur (Burghausen) erwähnt. — Dem Kameramann Ekkehard K y r a t h boten sich, vor allem landsihaftlich, eine Anzahl dankbarer Motive. — (Ufa.) *
Im Vorprogramm sieht man die neue Wochenschau und einen Kulturfilm, der vom Mcdellflug- zeuqbau und der Segelfliegerei in der Hitler-Jugend berichtet. Hans Thyriot.
Tabak-Doppelpunkte sind untrennbar.
Da vereinzelt in Verkaufsstellen die Doppelabschnitte der Raucherkontrollkarten zur vermeintlichen Erleichterung des Verkaufs halbiert worden sind, wird an unterrichteter Stelle darauf hingewiesen, daß eine solche Teilung der Doppelabschnitte nicht in Betracht kommen kann. Doppelabschnitte sind viel-
। daß er ausscheiden mußte. Ein anderer Wagen hatte sich auf dem glitschigen Boden quergestellt, und zwar so plötzlich und unerwartet, daß der im 200-Kilometer- Tempo heranjagende Hammerkott im letzten Augenblick wohl noch versuchte, auszuweichen, trotzdem aber mit dem linken Vorderrad die Spitze seines Kühlers streifte und dabei selbst aus der Bahn ge- schleudert wurde.
Ein Mann schied aus, aber das Rennen ging weiter In Sekundenschnelle hatte man das Hindernis beseitigt. Die Mehrzahl der Fahrer ahnte wohl kaum, was hier geschehen war. Und selbst für Diejenigen, die Darum wußten, gab es keinen Hall, keine Unterhaltung, kein Zurück. Ein Mann war gefallen, Das Schicksal, Das unsichtbar neben jedem einzelnen dahinbrauste, hatte einen von ihnen zur Strecke gebracht. Aber das war auch alles. Das Ringen um Den Erfola bannte Menschen und Maschinen in ihre Aufgabe. Denn hier ging es um mehr, als um eine Sensation, einen billigen Nervenkitzel, hier ging es für einen jeden von ihnen um die Ehre seines Landes, das die eigene Flagge am Siegesmast sehen wollte. . —
Man hatte Renate in das Zimmer Der Renn- leitung geholt, und sie hatte die Nachricht von dem Unglück äußerlich ruhig aufgenommen. Ihre großen sammetbraunen Augen waren tränenlos ins Weite gerichtet als ne dann im Waaen der Rennleitung saß um zur Unglücksstätte zu fahren. Sie war auch in diesen schweren Auaenblicken eine Hammerkott, wie der Vater, der die Dinge nahm, wie sie kamen, ohne Wehleidigkeit und ohne viel Worte zu machen. Nur eine innere An ast hielt sie gepackt, ein lahmen- Des Bangesein vor Dem Ungewissen, Das am Ende Diefer sich endlos dehnenden Minuten stand. Die dicht neben der Rennstrecke herlaufende Ehausiee war von Zuschauern und Fuhrwerken aller Art verstopft, und der Wagen konnte sich nur langsam feinen Weg bahnen. Zudem regnete es noch immer, unö als sie dann Die nahezu zehn Kilometer entfernte Unfnöfteöe endlich erreicht hatten, kamen sie bereits zu spät. Der Verunglückte war von den Sani*
inehr untrennbar. Immer wieder kommt es auch vor, daß beim Einkauf von Tabakwaren lose Abschnitte von Raucherkarten oder Kontrollausweisen vorgezeigt werden. Der Reichswirtschaftsminister hat angeordnet, daß vom Verbraucher ab getrennte Abschnitte, abgesehen von den Urlauber-Kontrollmarken, von den Verkaufsstellen nicht beliefert werden dürfen. Bei dieser Gelegenheit wird erneut unterstrichen, daß die zulässigen Vor^ und Rück- griffsiriften von acht bzw. sechs Tagen keinesfalls überschritten werden dürfen.
Hinger:chtet.
Die Justtzpresiestelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Der vom Volksgerichtshof wegen landesverräterischer Feindbegünstigung und Rundfunkverbrechens zum Tode und zum Ehrenrechtsverlust verurteilte Heinrich Will aus Gießen ist am 19. Februar 1943 hingerichtet worden.
Will hat seit Frühjahr 1941 regelmäßig ausländische Hetzsender gehört und zusammen mit anderen Personen eine Hörgemeinschaft gebildet. Durch diese in großem Umfange getriebene Zersetzungsarbeit ist er seinem Volke während des gegenwärtigen Schick- salskampfes in den Rücken gefallen und hat die Feindpropaganda bewußt unterstützt.
Landkreis Gießen.
cxd Langsd orf, 23. Februar. Frau Marie B a u s ch, geb. Pauly, Ehefrau des Reichsbahn- Obersekretärs i. R. Hermann Bausch I., vollendet heute ihr 7 0. L e b -e n s j a h r. Der Jubilarin herzlichen Glückwunsch.
* Watzenborn-Steinberg, 23. Febr. Am heutigen Dienstag wird Frau Wwe. Sophie M ö k - kel, geb. Büschel, m geistiger und körperlicher
Frische 80 Jahre alt. Der Jubilarin bringen auch wir unsere herzlichen Wünsche zum Geburtstag und für einen schönen Lebensabend im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel dar.
cv> Nieder-Bessingen, 23. Februar. Die Ehefrau unseres Rechners, Frau Elise Pein, geb. Wenzel, aus Langsdorf, wird heute 7 0 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch.
Zwei tödliche Verbrühungen.
Lpd. Wetzlar, 20. Febr. Dieser Taae ereigneten sich in Wetzlar zwei bedauerliche Unglücks« fälle. Ein dreijähriger Junge und ein 1 Jahr altes Mädchen wurden durch eine umfallende Kaffeekanne mit heißem Kaffee bzw. heißer Milch verbrüht. Den Verletzungen find beide erlegen. Die Kinder wohnten in einer Straße. Eine erneute Warnung für die Mütter.
Sandball-Abschluß in Heffen-Naffau.
Die Gaumeisterschaft im Handball von Hessen- Nassau ist jetzt beendigt. Die TG. Dietzenbach kam zu guter Letzt kampflos zu zwei Punkten, da der Meister Ordnungspolizei Frankfurt auf das Rückspiel verzichtete. Es ergibt sich demnach folgender
Endstand: ,
Spiele
Tore
Punkte
Ordnungspolizei Frankfurt
14.
178: 62
24: 4
TG. Dietzenbach
14
131: 74
22: 6
LSD. Wiesbaden
14
143:105
18:10
Tv. Griesheim
14
98: 97
18:10
GfL. Pfungstadt
14
65: 82
11:17
LSV. Gießen
14
84:113
8:20
Tgf. Offenbach
14
73:143
6:22
TG. Rüsselsheim SA. Frankfurt a. M. - Reichsbahn-TG.Hanau
14 68:164
zurückgezogen zurückgezogen.
5:23
Das Lahntal in der Karolingerzeit.
(Sin interessanter heimatgeschichtlicher Abend.
Am geftriaen Montagabend sprach im Oberhessischen Geschichtsverein im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts der Vorsitzende dieses Vereins, Studienrat Dr. Glöckner, in fesselnder Weise über das heimatgeschichtlich interessante Thema „Das Lahntal, insbesondere die Landschaft um Gießen, zur Karolingerzeit". Der Vortragende, dessen Darlegungen von der Hörergemeinde mit Spannung verfolgt wurden, konnte sich auf umfangreiches Urkundenmaterial aus den in jener Zeit für unser Heimatgebiet besonders maßgebenden Klöstern Lorsch, Fulda und Hersfeld, aber auch aus den Archiven der Trierer Kirche, Ueberlieferungen von Ortsnamen usw., stützen.
Der Lahngau, der etwa von Allendorf an der Main-Weser-Bahn und der Wasserscheide bis nach Dietz an der Lahn reichte, umfaßte drei alte Siedlungskerne, im Amöneburger, Gießener und Limburger Becken; er war keine Verwaltungseinheit, sondern ein nicht genau begrenzter geographischer Begriff und zerfiel in mehrere Grafschaften. Wichtige Straßen durchzogen ihn' die eine kam von Süden aus der Wetterau, die südlich Butzbach einen Arm ,church die kurzen Hessen" über Grünberg oder Laubach nach Hersfeld schickte, während ihre Hauptlinie östlich vom Schiffenberg vorbei nach Amöneburg und Niederhessen lief. Der Schiffenberg, der schon bei seinem ersten Auftreten (1129) nur Schöffenburg heißt, muß in sehr früher Zeit schon eine Burg getragen haben, die Der Sicherung Der Straße Diente. Im Hüttenberg vereinigte sich mit dieser Linie Die „Hessenstraße", Die von St. Goarshausen über Katzenelnbogen süDlich an Weilburg vorbeizog, wo sie einen nördlichen Zweig aufnahm, der von Vallendar über Montabaur—Hadamar lief und die Lahn bei Löhnberg überschritt.
Das bäuerliche Leben im Gau wird aus der anschaulichen Gegenüberstellung Der Urkunden klar, welche das Archiv des Klosters Lorsch fan Der Bergstraße) über die Dörfer Eschbach (bei Bad Homburg) und die Wüstung Wanendorf (gegenüber Wetzlar) uns überliefert. Sie zeigen hier ein starkes lieber« wiegen des Großbesitzes, während in Eschbach ebenso stark Der Kleinbesitz vorherrscht. Zahlreiche an» Dera Orte zeigen dasselbe Verhältnis, so daß also damals Die Zersplitterung Des Besitzes im Main- gebiet und der Wetterau größer war als bei uns. Dennoch herrschte damals, wie viele tatsächlich erwähnte Teilungen und Teilstücke bäuerlichen Gutes beweisen, auch bei uns hier schon die Erbteilung, und der Dorfname Hörnsheim, alt Heriltisheim, das Heim Der Herhilt, verrät, daß schon im 6. bis 7. Jahrhundert auch Frauen Großgrundbesitz erbten und ihm ihren Namen liehen. Wenn dennoch bei uns die Güter groß waren, so ergab sich das Daraus, daß Die Dörfer weniger dicht lagen als im Süden und die Rodung viel mehr Wald und Neuland zur Verfügung hatte.
Die Einwohnerzahl der Dörfer läßt sich in den
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beiden Orten etwa errechnen. Je 30 Urkunden von Den Jahren 775—820 mögen Die meisten Familien erfassen, eittzelne sicher auch mehrfach und in 2 Generationen. Jede Familie zu 5 Köpfen genommen, ergibt eine Einwohnerzahl von 5X30 = 150 Menschen, was wahrscheinlich etwas zu hoch ist. In Eschborn kamen 875 bei einem Wolkenbruch 88 Seelen, die gesamte Bevölkerung, um. Die Zahl der Unfreien war bei unseren Großbauern höher als die der Freien. Der Großbauer, der mehrere Höfe (Huben) besaß, war auf eine beträchtliche Zahl Un- freier angewiesen. Die auch in einzelnen Urkunden bis zu 20 und 30 aus treten. Er war, wie der islän» bische Großbauer Der Saga, auf Die eigene Handarbeit nicht unbedingt angewiesen. Darauf beruht die Wehrkraft Des fränkischen Reiches, die ia die Abwesenheit des Bauern, den Besitz von Waffen und eines Pferdes voraussetzt. Seine Lebenshaltung illustriert eine Fuldaer Urkunde, in 'Der ein Großbauer ein Schwert und einen Schinken aegen ein Stück Land erlauscht, das seine Leute auf der Rhön gerodet haben.
Die Stiftungen dieser Männer an Die Kirchen sind m den damals üblichen frommen Wendungen niedergeschrieben. Sieht man geauer zu, so entdeckt man, daß der Bauer sein Gut meist nicht fortge- schenkt, sondern oft seinen Dorteil zu wahren gewußt hat. Er sitzt auch nach der Schenkung noch auf seinem Gut, gibt allerdings eine Abaabe, meist einen Hammel, 2 Hühner und 15 Eier iährlich. Er emv° fangt, wenn er höhere Abgaben leistet, eine En schä- •Digung, auf die, als eine selbstverständliche Sache, bisweilen eine Urkunde anspielt. Er genießt schließlich den Rechtsschutz seiner Kirche, Der in einer rauhen Zeit viel beDeutete. Natürlich kam auch viel Grundbesitz in geistliche Hände, besonders wenn der Stifter kinderlos war.
Merkwürdig ist das Schicksal dieses kirchlichen Besitzes geworden. Die Kirche, da sie das Schwert nicht führt, bedarf eines Vogtes, Der sie schützt, ihre militärischen Pflichten gegen das Reich erfüllt und schließlich ihr Herr wird. So wird der Kirchenbesitz Eigentum des Vogtes. Eine große Anzahl unserer hohen Adelsgeschlechter haben als Kirchenvöote ihre Macht begründet; das Schloß in Braunfels war fuldisches Lehen, das zu Laubach Hersfelder, das zu Weilburg und Nassau Wormser, bas zu Katzenelnbogen Bleidenstädter, überhaupt fast Der ganze übrige Besitz Der Grafen von Katzenelnbogen war kirchliches Lehen. Da aber geistlicher und weltlicher Herr demselben Adel, oft derselben Familie anqe- hörten, so blieb auch im äußeren Wandel do^) Der Besitzer, genealogisch gesehen, derselbe, nämlich Der deutsche Adel. Die Säkularisierung und die Ver- kirchlichung sind Vorgänge, Die sich im Laufe unserer Geschichte immer wechselseitig ablösen.
Die Hörer dankten Dem Vortragenden mit lebhaftem Beifall für Die aufschlußreiche Schau in die, Geschichte unserer engeren Heimat. -
tätsmannschaften inzwischen schon in Das St.-Laza- rus-Krankenhaus in Zehlendorf übergeführt worben.
Wieder folgte eine Viertelstunde voller Ungewißheit und Sorge. Dann hielten sie vor dem Krankenhaus, vor dessen Portal noch Der Wagen stand, Der den verunglückten Rennfahrer hierhergebracht hatte.
„Lebt er?"
Renate fand nur dieses eine Wort, und man sah ihr an, daß sie während Der ganzen Fahrt nichts anderes gedacht hatte, als diese Frage.
Eine ältere Schwester, Die ihnen unten in Der Halle entgegentrat, nickte ihr zu.
„3a. Wie ich eben hörte, soll es auch nicht sehr schwer sein."
Renate hatte ein Gefühl, als wäre ihr selbst das Leben wiedergeschenkr worden.
„Darf ich zu ihm?"
„Wir müßen erst Den Befund abwarten .. .*
„Schwester, es ist mein Vater", bat sie drängend.
„Ich habe Angst um ihn."
Die andere lächelte still.
„Ich glaube Ihnen, Fräulein Hammerkott. Aber ein paar Minuten müssen Sie noch Geduld haben."
Die lebensflugen, erfahrenen Augen der Schwester ruhten in mütterlichem Verstehen auf Den erregt- gespannten Zügen Des jungen Mädchens, das schlank und hochgewachsen vor ihr stand. Das enganliegende graue Kostüm gab der gestrafften Figur etwas Sportliches. Sie hatte Die regendurchnähte Kappe abgenommen und eine Fülle brauner Locken umrahmte in weichen Wellen das hübsche, regelmäßige Gesicht mit Den großen, braunen Augen, Die in diesem Augenblick nur Die Sorge um Den Vater widerspiegelten.
Indessen vergingen noch fast zwanzig lange Minuten, bis endlich der Arzt erschien.
„Sie können wirklich ganz unbesorgt fein, gnädiges Fräulein. Und auch Sie, meine Herren", sagte er mit einem warmen, zuversichtlichen Ton in der Stimme. „Zwei Rippen gebrochen und ein paar
Schrammen im Gesicht und an Der linken Hand -y mehr konnten mir trotz sorgfältigster Untersuchung nicht finden", setzte er lächelnd hinzu.
„Gottlob."
„Ja, ich muß schon sagen, gnädiges Fräulein, Ihr Herr Vater hat aber auch ein ganz unvorstellbares Glück bei Der Sache gehabt. Freilich, so ein harter Westfalenschädel, der verträgt schon etwas."
„Aber jetzt Darf ich ihn sehen". Drängte Renate ungeduldig.
Der Arzt führte sie selbst den Korridor hinunter bis an Die Tür Des Krankenzimmers.
„Gehen Sie nur hinein. Er hat sogar schon noch Ihnen gefragt."
Aber Die Herren von Der Rennleitung und Die inzwischen ebenfalls eingetroffenen Presseleute gingen vor, um draußen berichten zu können, wie Die Dinge hier ftanDen. So Dauerte es Denn wieder eine ganze Weile, bis Renate endlich allein am Bett Des Vaters saß. Sie hatte ihn Die ganze Zeit über nicht aus Den Augen gelassen und mar glücklich zu sehen. Daß er Den Sturz überwunden und die ganze Sache scheinbar nicht sonderlich tragisch nahm.
Eine Weile betrachtete er sie mit verschmitztem Lächeln in Den Augenwinkeln und streichelte mit Der gefunDen Rechten ihre Hand.
„Ja, mein Mädel", sagte er Dann. „Das hätten mir uns vor zwei Stunden alle beide nicht gedacht, daß wir uns hier Wiedersehen würden. Und es hätte weiß Gott weit schlimmer kommen können."
„Du solltest jetzt besser nicht Darüber nachdenken» Papa."
Er wehrte lächelnd ab.
„Im Gegenteil, Reni", widersprach er sofort und wurde unversehens ernster. „Es ist ja nicht Das erstemal, daß ich so Daliege, aber diesmal hat mir Die Sache doch verteufelt zu denken gegeben. Auf Die Dauer nämlich kann man Der Wahrheit doch nicht aus dem Wege gehen."
(Fortsetzung folgt)


