Ausgabe 
21.5.1943
 
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11. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

-Nun freilich", meinte Hans Kirch; denn eri 17 Stenge, holsteinisch für Stanae.

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Aus der Siadi Gießen

Verheißungsvolle Iluren.

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Novelle von TheoLor Storm

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Lleberprüfung des hauswirtfchastlichen Arbeitseinsatzes

Erstattung einer Anzeige an das Arbeitsamt.

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Schafsaugen zum Glück noch standgehalten hätten, ich alter Mann hätte ja den Tod sonst davon haben können!" Der Pastor fdg ein paarmal an seiner Pfeife und drückte sich das Sammetkäppchen fester auf den weißen Kopf.

Günther Lüders übernahm eine tragende Rolle in dem Tobis-Film t n schöner T a g", den Phi­lipp Lothar Mayring inszeniert.

Uraufführung desKopernikus'-Films.

Am 23. Mai findet in Danzig, Königsberg und anderen bedeutenden Städten des deutschen Ostens die Uraufführung desKo p erni kus"°Kultur­films der Prag-Filrn-AG. statt." Der Film gibt neben einer volkstümlichen Erläuterung der Großtat des Kopernikus und einem Rückblick auf die Vorstellun­gen des Weltbildes bis zu den Babyloniern ein Bill) von der psychologisch-weltanschaulichen Umwälzung der kopernikanischen Erkenntnisse und wird darüber hinaus die deutsche Volkszugehörigkeit des Koperni­kus vor Augen führen. Kurt Rupli, dem Leiter der Kulturfilmabteilung der Pratz-Filrn-AG., oblag die Gestaltung des Films, wissenschaftlicher Mit­arbeiter war Bruno H. Bürgel, die Musik kom­ponierte Winfried Zillig. An der Kamera stand Hans B l a s ch k e.

Das Landesarbeitsamt Hessen teilt mit:

Auf Grund der Siebenten Durchführungsverord­nung vom 23. Februar 1943 werden in diesen Tagen die Haushaltungsoorstände bestimmter Gruppen von Haushaltungen durch öffentliche Bekanntmachungen der Arbeitsämter in der Presse aufgefordert, eine Anzeige über die Beschäfttgung hauswirtschaftlicher Kräfte an das Arbeitsamt zu erstatten. Zunächst haben diejenigen Haushalte eine, schriftliche Anzeige oorzulegen, in denen die Hausfrauen auf Grund derVerordnung über die Meldung von Männern und Frauen für Aufgaben der Reichsverteidigung" vom 27. Januar 1943 meldepflichtig gewesen sind, ferner die frauenlosen Haushalte. Anschließend wer­den die Haushalte aufgerufen, die- (ohne daß die Hausfrau meldepflichtig gewesen wäre) mehr als eine hauswirtschaftliche Kraft beschäftigen oder in denen zwar nur eine hauswirtschaftliche Kraft tätig, aber kerne mchtschulpflichtigen oder eine all­gemeinbildende Schule besuchenden Kinder vorhan­den sind. Das Arbeitsamt bestimmt in seinem Auf­ruf den Stichtag, nach dem die Angaben auf dem Formblatt zu machen find. Alle Haushaltungen, die r-j n auf9eru.fen?n Gruppen gehören, sind ver­pflichtet, vom örtlich zuständigen Arbeitsamt un­verzüglich das Formblatt anzufordern und genau ausgefüllt bis zu dem vorgeschriebenen Termin ein­zusenden. Sie erhalten sodann eine Bestätigungs­karte, die für spätere Kontrollen sorgfältig aufbe­wahrt werden muß. Weitere Gruppen von Haus­haltungen werden voraussichtlich später zur Erstat- ung der Anzeige über die beschäftigten hauswirt- chastlrchen Kräfte aufgerufen.

Als hauswirtschaftliche Kräfte, die auf dem Forrn- uatt namentlich aufzuführen sind, gelten alle Per- onen, die in irgendeiner Form eine hauswirtschaft- liche oder pflegerische Tätigkeit ausüben und min­destens 12 Stunden wöchentlich beschäftigt sind. Hierzu gehören u. a. auch Tagesmädchen, Halbtags- madchen, Stundenfrauen, Putzfrauen, Pflichtjahr- madchen, hauswirtschaftliche Lehrlinge, ländliche Hausarbeitslehrlinge, Haustöchter, Köchinnen, Haus­hälterinnen, Hauswirtschaftsleiterinnen, Hausdamen, m der Pflege, Erziehung und Betreuung von Kin­dern und anderen Personen tätige Kräfte, Diener,

m den Betrieben erfaßten, kam die Httler-Jugend rn die einzelnen Haushaltungen. Dem Appell der eiftigen Sammler konnte sich niemand verschließen, und so wanderte mancher alte Zeitungs- und Akten- dand, der bislang von seinen Besitzerngehortet" wurde, auf die Schubkarren, um anschließend neben vielem anderen Material der Wiederoerwertung in 'Ar Kriegswirtschaft zugeführt zu werden. Wie die Banne des Gebietes Hessen-Nassau berichteten wurde überall ein beachtliches Ergebnis erzielt. Das gesammelte Altpapier wird den Sammelstellen des Mthandels zur Weiterleitung übergeben.

Stromeinsparung auch beim Friseur.

Im Rahmen der Maßnahmen zur Energieem- sparung hat die Reichsstelle für die Elektrizitäts- Wirtschaft eine Anordnung über die Einschränkun­gen des Stromverbrauchs in den Friseurbetrieben erlassen. Danach ist der Elektrizitätsverbrauch in dresen Betrieben mindestens um 20 o. H. gegenüber dem Verbrauch in der entsprechenden Ableseperiode rn der Zeit vom 1. Oktober 1941 bis 30. September 1942 herabzusetzen. Die Durchführung dieser An­ordnung, die alsbald in Kraft tritt, wird überwacht Bei Verstößen kann Bestrafung erfolgen.

Kriegseinsatz und Ertüchtigung.

NSG. Daß die Ertüchtigung und der Kriegseinsatz der Hitler-Jugend weiterhin im Vordergrund der Arbett stehen werden, stellte der K.-Gebietsführer des Gebietes Hessen-Nassau, Dr. Gauhl, in einer Dienstbesprechung der Bannführer erneut fest. Das Schwergewicht der Erziehungsarbeit gilt neben einer verstärkten weltanschaulichen Ausrichtung der Kör­perschulung mit dem Ziel des Leistungsabzeichens. Die Bannsportfeste, denen der Reichssportwettkampf vorausgeht, werden zu Kundgebungen der Körper- ertuchtigung gestaltet. Die Fahrtenbewegung der Einheimischen wird möglichst ausgeweitet. Zu Pfing­sten wird jede Einheit auf Fahrt sein.

Durch die bevorstehende Eröffnung von zwei wei­teren Wehrertüchtigungslagern sind die Erziehungs­statten geschaffen, die im Jahreslauf den ganzen ältesten Jahrgantz zur vormilitärischen Ausbildung aufnehmen können.

Der Kriegseinfatz der Hitler-Jugend in allen

Es ist ein üppiges Grünen draußen vor der Stadt, vchon in den Bezirken der Kleingärten zeigt sich das Wachstum in prächtiger Fülle, aber erst dort, wo die Häuserreihen sich aufzulockern beginnen und wo das Gebiet der freien Landschaft anhebt, dehnt sich die Weite der verheißungsvollen Fluren. Es ist ein schöner Anblick, den die Felder bieten, und es kann kaum etwas Schöneres geben in dieser Zeit als einen Spaziergana zur stillen Abendstunde über emen einsamen Ackerpfad oder einen Wiesenrain, an dem Löwenzahn und Wegerich in dichtem Bei­einander sprießen. Wohin das Auge schweift, sieht es das saftige und-schwellende Grün, überall wird das kräftige Wachstum spürbar, und es ist, als ströme die lebenspendende Kraft unmittelbar aus dem Schoß der Mutter Erde.

In mannigfachen Tönungen ttiumphiert die grüne Farbe. Die Gerstenfelder nehmen sich anders aus als die Weizenfelder, und wo $er Roggen wächst, hebt er sich mit seinem lichteren Grün wirkungsvoll gegen die satte Farbe des Hafers ab. Allen gemein- fam aber ist das drängende Emporstreben ihrer Halme. In gradlinigen Reihen stehen sie wie un­geheure Heere, die sich zu gewaltigen Marschkolon­nen formiert haben. So bildet Feld für Feld eine Halmgemeinschaft, emporgewachsen aus bescheidensten Anfängen Und gefestig»durch das zähe Sichbehaup- ten. Ein einzelner Halm wäre ein Nichts, zum Untergang oder kümmerlichen Siechtum verurteilt, durch die Gemeinschaft aber erhält er Bedeutung und klaren Lebensinhalt Die Gesetze der Natur haben eben ihre allgemeine Gültigkeit, sei es im Dasein der Pflanzen oder im Leben der Menschen. Weder ein Ignorieren noch ein wortreiches Be- treiten kann diese allgemeine Gültigkeit erschüttern.

Schon sproßt es auch auf den Rübenfeldern, und wo sich dis langen Furchen der Kartoffeläcker in schonen Parallelen hinziehen, zeigt sich das dunkle Grün der Kartoffelpflanzen. Mit leuchtendem Gelb prunken dagegen die Rapsfelder, tagsüber, wenn die Sonne auf sie fällt, nehmen sie sich aus wie goldene Feuerbrände. Aber auch in bas Grün der Felder und Wiesen haben sich bunte Farben gemischt: blauer Ehrenpreis gedeiht dort und zartfarbenes Wiesen­schaumkraut, gelbe Dotterblumen und weiße Gänse­blümchen. Nicht lange wird es dauern und zu dem roten Klatschmohn wird sich die blaue Kornblume gesellen, neben der stolzen Margaretenblume wächst dann die zierliche Glockenblume. Dann wird aller­dings auch die Zeit nahen, in der sich die jetzt noch grünenden Getreidefelder ährenschwer zur Reife drängen, um unter der Sonne hes Sommers ihre Erfüllung zu finden. H. W. Sch.

Plötzlich, Gott weiß woher, taucht ein Gerücht auf und wanderte emsig von Tür zu Tür: der Heimgekehrte sei gar nicht Heinz Kirch, es fei der Hasselfritz, 'ein Knabe aus dem Armenhause, der gleichzeitig mit Heinz zur See gegangen war und gleich diesem seitdem nichts von sich hatte hören lassen. Und jetzt, nachdem es eine kurze Weile darum herumgeschlichen, war es auch in das Kirchsche Haus gedrungen. Frau Lina griff sich mit beiden Hän­den an die Schläfen; sie hatte durch die Mutter wohl von jenem anderen gehört; wie Heinz hatte er braune Augen und braunes Haar gehabt und war wie dieser ein kluger, wilder Bursch gewesen; sogar eine Ähnlichkeit hatte man derzeit zwischen ihnen finden wollen. Wenn alle Freude nun um nichts fein sollte, wenn es nun nicht der Bruder märe! Eine helle Röte schlug ihr ins Gesicht; sie hatte ja an dieses Menschen Hals gehangen, sie hatte ihn geküßt Frau Lina vermied es plötzlich, ihn zu berühren; verstohlen aber und desto öfter hafteten ihre Augen auf den rauhen Zügen ihres Gastes, während zugleich ihr innerer Blick sich mühte, unter den Schatten der Vergangenheit das Knabenantlitz ihres Bruders zu erkennen. Als dann auch der junge Ehemann zur Vorsicht mahnte, wußte Frau Lina sich auf einmal zu entsinnen, wie gleichgültig ihr der Bruder neulich an ihrer Mut­ter Grab erschienen sei; als ob er sich langweile, habe er mit beiden Armen sich über die Eisen­stangen der Umfassung gelehnt und^dabei seitwärts nach den anderen Gräbern hingestarrt: fast als ob, wie bei dem Vaterunser nach der Predigt, nur das Ende abgewartet roefben müsse.

Beiden Eheleuten erschien jetzt auch das ganze Gebaren des Bruders noch um vieles ungeschlachter

fühlte wohl, daß er ein Lieblingsthema wachge- rufen habe, und suchte noch einmal wieder anzu- knüpfen;solche Signale wie Ihr Dithmarscher hat mein Heinz nicht aufzuweisen."

Aber der alte Herr ging wieder seinen eigenen Weg.Bewahre!" sagte er verächtlich und machte mit der Hand eine Bewegung, als ob er die Schafs­augen weit von sich in die Büsche werfe.Ein Mann, ein ganzer Mann!" Dann hob er den Zeige- finger und beschrieb schelmisch lächelnd eine Linie über Stirn und Auge:Auch eine Dekorierung hat er sich erworben; im Gefecht, Herr Nachbar, ich sage im Gefecht; gleich einem alten Studiosus! Zu mei­ner Zeit Seeleute und Studenten, das waren die freien Männer, wir standen allzeit beiein­ander!"

Hans Kirch schüttelte den Kopf.Sie irren, Ehr- wurden; mein Heinz war nur auf Kauftahrtei- schrfsen; im Sturm, ein Holzsplitter, eine stürzende Stenge'7 tun wohl dasselbe schon."

Crede experto! Traue dem Sachkundigen!" rief der alte Herr und hob geheimnisvoll das linke Ohr­läppchen, hinter welchem die schwachen Spuren einer Narbe sichtbar wurden.Im Gefecht, Herr Nachbar; o, wir haben auch pro patria geschlagen!"

Ein Lächeln flog über das Gesicht des alten See­manns, das für einen Augenblick das starke Gebiß bloßlegte.Ja, ja, Herr Pastor; freilich, er war kein Hasenfuß, mein Heinz!"

Aber der frohe Stolz, womit diese Worte her- vorbrachen, verschwand schon wieder; das Bild fei­nes kühnen Knaben verblich vor dem des Mannes, der jetzt unter feinem Dache hauste.

Han^ Kirch nahm kurzen Abschied; er gab es aus, es noch weiter mit der Geschwätzigkeit des Greisen- alters aufzunehmen.

---Am Abend war Ball in der Harmonie. Heinz wollte zu Hause bleiben; er paffe nicht dahin; und die jungen Eheleute, die ihm auch nur wie bei­läufig davon gesprochen hatten, waren damit ein­verstanden; denn Heinz, sie mochten darin nicht

Vergiß nicht Deine pflicht...

NSG. Es gibt Dinge, die man, auch wenn sie nicht ausdrücklich unter Verbot und Strafe gestellt find, einfach nicht tun darf. Es bestehen da gewisse Schranken, die uns das Gewissen und das Pflicht­gefühl auferlegen. Zu diesen aus Pflicht und An­stand verbotenen Dingen gehört auch das Reisen, d. h. bo* nutzlose Herumgondeln mit der.Eisenbahn Zu reinem Vergnügen, so wie wir es in friedlicheren Tagen gewohnt waren und es uns, dank der Ler- stungsfähigkeit der Reichsbahn, auch leisten konn­ten. Das ist nun anders geworden! Im totalen Krieg ist die Reichsbahn ein wichtiges Glied in der gewaltigen Kette, die fest ge^irnebet und Glied um Glied ineinandergefügt Front und Heimat ver­bindet. PZenn die Reichsbahn früher an einem ein­zigen Sonntag Millionen Menschen überall im Großdeutschen Reich zu froher Wanderung, zu Be­suchen bei Verwandten und Bekannten befördern konnte, so muß sie jetzt verlangen, daß jeder, der nicht eine unbedingt notwendige und kriegswichtige Reise anzutreten hat, sich bescheidet und zu Hause bleibt.

Deshalb brauchen wir uns nych lange nicht in unseren vier Wänden einzuspinnen, denn Licht, Lust und Sonne gibt es überall, selbst in unmittelbarer Nachbarschaft. Gewiß, die Erholungsmöglichkeiten sind bescheidener geworden, aber wer fragt danach, wenn es sich um den Bestand des Vaterlandes han­delt, und wer möchte diesen winzigen Verzicht auch .nur einen einzigen Augenblick mit jenen großen und gewaltigen Opfern in Vergleich setzen, die unsere Soldaten an den Fronten Tag für Tag bringen?

Wenn wir uns das vor Augen hacken, bann wissen wir, was wir zu tun haben. Drum: Vergiß nicht deine Pflicht, wenn alle kämpfen, reift man nicht! Oie Hitler-Jugend sammelte Altpapier

NSG. In diesen Tagen wurde die Altpapier­sammlung von der Hitler-Jugend als Stoßaktton durchgeführt beendet. Während die Partei und die Deutsche Arbeitsfront die Altmaterialbestände als vordem; dies Sichutnherwerfen auf den Stüh­len, diese Nichtachtung von Frau Linas sauberen Dielen. Heinz Kirch, das sagten alle, und den Ein­druck bewahrte auch Frau Linas eigenes Gedächt­nis, war ja ein feiner junger Mensch gewesen. Als beide dann dem Vater ihre Bedenken mitteilten, war es auch dem nichts Neues mehr; aber er hatte geschwiegen und schwieg auch jetzt; nur die Lip­pen drückte er fester aufeinander. Freilich, als er bald darauf seinen alten Pastor mit der Pfeife am Zaune feines Vorgartens stehen sah, konnte er doch nicht lassen, wie zufällig heranzutreten und so von weitem an ihm herumzuforschen.

Ja, ja", meinte der alte Herr,es war recht schicklich von dem Heinz, daß er feinen Besuch mir gleich am Zwecken Tage gönnte."

Schuldigkeit, Herr Pastor", versetzte Kirch;mag Ihnen aber auch wohl ergangen sein wir mir; es kostet Künste, in diesem Burschen mit dem roten Bart den alten Heinz herauszufinden."

Der Pastor nickte; sein Gesicht zeigte plötzlich den Ausdruck oratorischer Begeisterung.Ja, mit dem Barke!" wiederholte er nachdrücklich und fuhr mit der Hand, wie auf der Kanzel, vor sich hin.Sie sagen es, Herr Nachbar; und wahrlich, feit dieser unzierliche Zierat Mode worden, kann man die Knaben in den Jünglingen nicht wiedererkennen, bevor man sie nicht selber sich bet Namen rufen hörte; das habe ich an meinen Pensionären selbst erfahren! Da mar der blonde Dithmarscher, dem Ihr Heinz er wollte jetzo zwar darauf vergessen haben einmal den blutigen Denkzettel unter die Nase schrieb; der glich wahrlich einem weißen Ham­mel, da er von hier fortging; und als er nach Jahren in meine friMiche Kammer fo unerwartet eintrat ein Löwe! Ich versichere Sie, Herr Nachbar, ein richtiger Löwe! Wenn nicht die alten

ÄS hnh $ef,.r<?ns! Kostbare, ht Leder gebundene tad unh^.T Form gesunden. Buch-

Erntt Enn«? ^lubar^e steht man von Professor §Uel (dem Schöpfer der Engelpresse der und Otto Fratzscher, dem Leiter

? affe für Buchbinderei. Der Leiter der Facb- kcktsse für Metallarbeiten, Eduard Fischer, hat Gold- schmi^earbetten ausgestellt. Viel Freude machen die mik^Der ^«lasse für Töpferei und Kera- mtk. Der Graphiker Ludwtg Enders bietet vom Er- äum beschrifteten Steinkrug vielerlei Nach- Kunstwillens; das gleiche gilt für für Lithographie wie für die Klaffe

für Elfenbetnfchnttzeret. Ludwig Beil.

Der heffenmaler Emil Beilhan.

Eine Ausstellung von Werken des bekannten heute 65iahrigen Hesfenmalers Emil B e i t b a n veranstaltet KdF. in den Kunstausstellungsräumen ^°merin Frankfurt. Die Helle sonnen- frohe Farbenpracht mit der Beithan seine hessischen Bauernkopfe und Landschaften malt, ist echte klare neV kennt die Schwälmer brachten wie er, und seine gesunden Bauerngesichter, fern aller Problematik, sind rotbäckig und verarbeitet im Alter vergrämt. Besieht man eines feiner älte- hn« $1 qi 3U2! das einerDame in Grün", ftöhHf* so §eigt auch diese durchaus

stadttsch-altfranttsch gekleidete Gestalt ein apfelqe- funbes,, gutes Gesicht und weist auf einen Meister 'fe der feinem Wesen immer treu blieb. Das oe- statigt auch fein übriges, hier gezeigtes Werk, z. B. . Ui lebenSonnenblumen am Fenster" oder 4mmer wird er derHesien- Beckyan bleiben, und das ist gut fo. Ludwig Beil.

..Tristan und Isolde" im Rundfunk.

c.^?n^nbcr. bringt am Samstag von tv-10 bis 22 Uhr eine Liszt-Wagner-Deranstaltung, die nach dem Vortrag von LisztsLes Prdludes" Ks7'65t Klirl Böhm) und denWasserspielen der Villa d Este (Else Herold) den ersten Akt aus Wag­nersTristan und Isolde" bietet, ausgeführt vom Ehor der Staatsoper Berlin und dem'Preußischen Staatsorchester unter Leitung von Robert Heger Mit den Solisten Paula Buchner (Isolde) Mar­garete Klose (Brangäne), Max Lorenz (Tristan), Prohaska (Kurwenal) , Ludwig Hofmann (König Marke) und Benno Arnold.

Die Stuttgarter Hölderlin-Ausgabe.

Trotz zeitbedingten Schwierigkeiten wird es mög- > Nch, zum 1OO. Todestage des Dichters am 7. Juni (umfassend die Gedichte bis 1800 nebst Lesarten und (Erläuterungen, Bildern und Faksimiles) der großen Stuttgarter Hölderlin- Ausgabe (im Verlag Cotta, Stuttgart) als Doppel­band herauszitbringen. Das bedeutsame, sorgsam vorbereitete und würdig ausgestattete Gesamtwert wird im Auftrag des württembergischen Kultus­ministeriums in Stuttgart und der Deutschen Aka­demie in München, gefördert von hohen Reichs­stellen, herausgegeben von Dr. habil. Friedrich Beißner.

Neues vom Film.

Gustav Fröhlich, Alber5 Hehn und Erich Fiedler spielen in dem Ufa-FilmFamilie Buchholz" die drei wichtigsten Heiratskandidaten, um die sich Frau Buchholtz (Henny Porten) für ihre beiden hüb­schen Töchter Betty und (Emmi (Käthe Dyckhoff und Marianne Simfon) bemüht.

Hertha Mayen ist die Partnerin von Johannes Heesters in dem neuen Wien-FilmGlück bei aue n", mit dessen Aufnahmen der Spielleiter Dr. Peter Paul Brauer in den Wien-Ateliers be­gonnen hat. Der Film führt in die bunte Welt des Theaters.

Chauffeure, Portiers, Portiersfrauen und Privat­gärtner. Auch hauswirtschaftliche Kräfte in bäuer­lichen und Gutshaushaltungen müssen aufgeführt werden, dagegen keine Kräfte, die aus sch ließ- l i ch mit landwirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt sind.

Es liegt im Interesse des Haushaltungsvorstandes, das Formblatt richtig und genau auszufüllen. Un­richtige und unvollständige Angaben sind durch § 4 der Siebenten Durchführungsverordnung vom 23. Februar 1943 mit Strafen bedroht. i>as Ar­beitsamt kann im Anschluß an die Erstattung der Anzeige weitere Unterlagen oder Auskünfte ver­langen und auch das persönliche Erscheinen des Haushaltungsoorstandes, der Hausfrau und der hauswirtschaftlichen Kraft im Arbeitsamt anorbnen.

Weber die weitere Beschäftigung des hauswirt­schaftlichen Personals entscheidet das Arbeitsamt unter Berücksichtigung aller sachlichen und persön­lichen Verhältnisse des Haushaltes und der haus­wirtschaftlichen Kräfte. Die Weckerbeschäftiguna ist nur soweit gerechtfertigt, als die Hausfrau ihre Für- sorgepflichten gegenüber der Familie bei einer zeit­gemäßen , Haushaltsführung allein nicht erfüllen kann. Entbehrliche Kräfte werden anderen Haus­halten, die einen dringenden anerkannten Kräfte­bedarf haben, zugeführt. Es kommt darauf an, durch die lleberprüfung des hauswirtfchastlichen Einsatzes einen gerechten Ausgleich in der Belastung der ein­zelnen Hausfrauen und Haushalte herbeizuführen, damit die meldepflichtigen Frauen, die bereits zum ' Arbeitseinsatz herangezogen worden sind, nicht be­nachteiligt werden. Die beteiligten Kreise werden ge­beten, an der Erreichung dieses Zieles mitzuhelfen.

In allen Zweifelsfällen erteilt das örtlich zustän­dige Arbeitsamt Auskunft, insbesondere darüber, ob eine Anzeigepflicht gegeben ist. Im übrigen muß darauf hingewiesen werden, daß nach der Siebenten Durchführungsverordnung vom 23. Februar 1943 jede Einstellung einer hauswirtschaftlichen Kraft (ohne Rücksicht darauf, wie groß die Kinderzahl iff) der vorherigen Zustimmung des Arbeitsamtes be- darf. Es ist also nicht zulässig, hauswirtschaftliche Kräfte ohne Einschaltung des Arbeitsamtes an an­dere Haushaltungen abzugeben.

1 Funktionen wird ausgebaut. Dem Einsatz im Beruf wird durch eine erweiterte Jugendarbeit in den Be­trieben Rechnung getragen werden. Für die laufen­den Arbeiten^ die in der Leistungswoche, der Woche der^ schaffenden Jugend und dem Tag der Wehr­ertüchtigung ihren Jühreshöhepunkt erreichen wird, erteilte der Gebietsführer c'ngehende Weisungen.

Krastfahrzeuge bei Fliegeralarm.

Neben den Kraftfahrzeugen der Wehrmacht, der Polizei, der Feuerwehr usw. dürfen auch andere Krackfahrzeuge bei Fliegeralarm verkehren, bei­spielsweise die der Aerzte und Hebammen, der Reichsbahn und der Reichspost, des Werkluftschutzes, des Zeitungsdienstes usw. Alle diese Fahrzeuge sind nach ihrem Zweck verschieden gekennzeichnet. Nach einem Erlaß des Reichsführers jj und Chefs der Deutschen Polizei soll nach und nach einheitliches Erkennungszeichen für diese Fahrzeuge eingeführt werden. Es besteht aus einem mattblauen, dunkel umrandeten Schild mit dem Sinnbild einer Flieger­bombe in Schwarz. Das Schild wird so angebracht, daß es bei Dunkelheit von dem Tarnscheinwerfer beleuchtet wird und seine Erkennbarkeit gewähr­leistet ist.

Zunächst wird das neue ErkennungLHeichen wegen Material- und Arbeitsersparnis nur für Kraftfcchr- Zeuge der Gliederungen des Luftschutzes, der Bau- uNd Störtrupps der öffentlichen Versorgunasbe- triebe und Straßenbahnen, des motorisierten Kata­strophendienstes des NSKK., der Werkflak, der Gaueinsatzstäbe der Reichsverteidigungskommissare und der im Luftschutz eingesetzten ^RAD.-Hilfskvm- mandos eingeführt.

Preisregelung für Uhr-neparaturen.

Der Reichskommissar für die Preisbildung hat die Preise für Ueberholungs- und Jnstandsetzungsarbei- ten an Uhren geregelt. Die Regelung erfaßt die häu­figsten Ueberholungsarbeiten an Taschen-, Armband- und Weckeruhren. Tisch- und Wanduhren sind von der Regelung ausgenommen, da ihre Instandsetzung für Kriegsdauer vom Reichsinnungsmeister verboten ist. Der Erlaß schließt ferner Luxusuhren mit einem Verkaufspreis von über 80 RM., Reise-, Stilwecker und Präzisionsuhren der bekannten Glashütter und unrecht haben, war in dieser Gesellschaft für jetzt nicht wohl zu präsentieren. Frau Lina wollte eben­falls zu Haufe bleiben; doch sie mußte dem Drän­gen ihres Mannes nachgeben, der einen neuen Putz für sie erhandelt hatte. Auch Hans Kirch ging zu feiner Partie Sechsundsechzig; eine innere Unruye trieb ihn aus dem Hause.

So blieb denn Heinz allein zurück. Als alle fort waren, stand er, die Hände in den Taschen, am Fenster feiner dunklen Schlafkammer, das nach Nordosten auf die See hinausging. Es war un­ruhiges Wetter, die Wolken jagten vor dem Mond; doch konnte er jenseits des Warbers, in dem tie­feren Wasser, die weißen Köpfe der Wellen schäu­men sehen. Er starrte lange darauf hin; allmählich als seine Augen sich gewöhnt hatten, bemerkte er auch drüben auf der Insel einen hellen Dunst; von dem Leuchtkürm konnte das nicht kommen; aber bas große Dorf lag dort, wo, wie er hatte reden hören, heute Jahrmarkt war. Er öffnete das Fen­ster und lehnte sich hinaus; fast meinte er durch das Rauschen des Wassers die ferne Tanzmusik zu hören; und als packe es ihn plötzlich, schlug er das Fenster eilig zu und sprang, seine Mütze vom Tur- haken reißend, in die Flur hinab. Als er ebenso rasch der Haustür zuging, frug die Magd ihn, ob sie mit dem Abschließen auf ihn warten solle; aber er schütelte nur den Kopf, während er das Haus verließ.

Kurze Zeit danach, beim Rüsten der Schlafge­mächer für die Nacht, betrat die Magd auch die von ihrem Gaste vorhin verlaffene Kammer. Sie hatte ihr Lämpchen auf dem Vorplatz gelassen und nur die Wasserflasche rasch hineinfetzen wollen: als aber draußen eben jetzt der Mond fein volles Licht durch den weiten Himmelsraum ergoß, trat sie gleichfalls an das Fenster und blickte auf die wie mit Silber- fchaum gekrönten Wellen; bald aber waren es nicht mehr diese; ihre jungen weitreichenden Augen hatten ein Boot erkannt, das von einem einzelnen Manne durch den sprühenden Gischt der Insel zu- getrieben wurde.

(Fortsetzung folgt)