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hohe Auszeichnung für Fanni Luukkonen.
Der Führer empfing am Mittwoch die Präsidentin der finnischen Frauenorganisation Lotta Svärd, Fanni Luukkonen, und überreichte ihr in Würdigung des hervorragenden Einsatzes der finnischen Frauenorganisation im gemeinsamen Freiheitskanrpf gegen den Bolschewismus den Stern des Deutschen Adlerordens. — Unser Bild zeigt Fanni Luukkonen mit der ihr vom Führer verliehenen Auszeichnung. (Scherl-Bilderdienst.)
Japans Offensive in Zentralchma.
Schanghai, 20. Mai. (Europapreß.) Auf der 80 Kilometer langen Front zwischen Tungting-See und Jangtsekicmg in Zentralchina drängen die Japaner immer weiter westwärts. Ihre neue Offensive rollt auf der Strecke von Tschikiang, einer Jangtse-Hafenstadt, 50 Kilometer von Jschang bis nach Litschi en am Li-Fluß an der Nordwestküste des Tungting-Sees ab, wobei die Japaner mit Tanks, schwerer Artillerie, Fallschirmspringern und starken Land- und Luftwaffenverbänden operieren. Ueber diese Frontlinie, die fruchtbares Reisland durchläuft, greift die japanische Luftwaffe in das Hinterland des Feindes hinein und bombardiert immer wieder militärische Anlagen. Sowohl in Tschi- kiang als auch in Litschien fanden eine Woche lang heftige Straßenkämpfe zwischen Japanern und Tschungking-Chinesen hatt. Der japanische Generalstab wendet in größerem Umfange als bisher Luftlandetruppen an.
Fliegeralarm wurde am Donnerstagmorgen um 6.30 Uhr in Tschungking gegeben. Japanische Flugzeuge hatten die Grenze der Provinz Szechuan überflogen. Tschungking selbst wurde diesmal nicht angegriffen, doch bombardierten die Japaner die 180 Kilometer nordöstlich gelegene Stadt Liang- s ch a n.
Weitere vernichtende Schläge gegen die n o r d- amerikanische Luftwaffe in Tschungking- China kündigte der Sprecher des japanischen Oberkommandos in Schanghai vor Pressevertretern an. In den von der japanischen Wehrmacht besetzten chinesischen Gebieten, fügte er hinzu, werde die japanische Luftwaffe weiterhin wachsam sein, um die nordamerikanischen Fliegerangriffe wirkungsvoll abzuwehren.
Die Kämpfe um Attu.
Tokio, 20. Mai. (DNB.) In einem vom japanischen Rundfunk verbreiteten Bericht über die Kämpfe auf Attu heißt es: Am 12.5. 2 Uhr begann die USA.-Luftwaffe die japanischen Stellungen auf der Insel Attu anzugreifem Unter dem Schutz von Nebel erschienen darauf Kriegsschiffe, die gleichfalls das Feuer eröffneten und an' einer Stelle trotz großer Verluste Truppen landeten. Andere feindliche Schiffe versuchten in der Massacae- Bucht eine Landungsoperation durchzuführen, wo sie etwa 28 Landungsboote ausgesetzt hatten. Im japanischen Abwehrfeuer gingen 10 dieser Lan- dungsleichter verloren, von deren Besatzungen in dem eiskalten Wasser kaum einer mit dem Leben davongekommen sein dürfte. Trotz großer Verluste gelang es den Gegnern nicht, hier einen Brückenkopf zu bilden. An einer dritten Stelle setzte der
Feind 240 bis 250 Mann an Land, die jedoch vom Maschinengewehrfeuer erfaßt und sämtlich vernichtet wurden. Am 13.5. versuchten die USA.-Truppen in das Innere der Insel zu stoßen, wurden aber blutig abgewiesen. Auf einem mehrere Kilometer vor der- Insel zu beobachtenden großen USA.- Kriegsschiff entstand während der Kämpfe eine gewaltige Detonation, der eine riesige Feuersäule folgte. Offenbar hat das Schiff, das die Landungsoperationen decken sollte, eine Mine berührt oder ist torpediert worden. Die Kämpfe dauerten am 14. und 15.5. an.
Bomben auf Tschittagong.
Tokio, 20. Mai. (DNB.) Ein starker Verband japanischer Bombenflugzeuge unternahm am Mittwoch einen Angriff auf die indische Hafenstadt Tschittagong. In den industriellen Anlagen der Stadt sowie im Hafengebiet wurden schwere Zerstörungen angerichtet. Zwei Frachtschiffe von zusammen 11000 BRT. gingen außerhalb des Hafenbeckens nach Bombenvolltreffern unter. In Luftkämpfen über der Stadt schossen japanische Jäger bei nur einem eigenen Verlust neun britische Flugzeuge ab.
Amerikanische Barbarei.
S ch g n g h a i, 20. Mai. (Europapreß.) Das japanische hospitalschiff ,Llrab«ia Maru", welches in den Gewässern zwischen Neuirland und Rabaul im Bismarckarchipel kreuzte, wurde Mitt- mochmorgen, also am hellichten Tag, von einem n o r d amerikanischen Bomber abgegriffen.
Es ist immer wieder die gleiche verbrecherische Gesinnung der Engländer und Amerikaner, vom Kindermord in Freiburg bis zu den mit Explosivstoffen geladenen Handtaschen, Puppen, Taschenlampen, Füllfederhaltern usw.
Admiral ssamamoto gefallen.
Tokio, 21. Mai. (DNB. Funkspruch.) Wie das Kaiserliche Hauptquartier am Freitagnachmittag um 15 Uhr bekanntgibt, fand der Oberbefehlshaber der vereinigten japanischen Flotte, Admiral I s o r o k u Yamamoto, bei der Leitung militärischer Operationen im April dieses Jahres an Bord eines Flugzeuges während eines Luftkampfes den Heide n t o o. Zu seinem Nachfolger wurde Admiral Mineichi K o g a ernannt, der bereits seinen Posten übernommen hat. Admiral Kogä war früher der Befehlshaber der japanischen Flotte in den chinesischen Gewässern.
päischen Volker trug das Judentum vor allem seine Anschauungen, seine Sitten und seine moralischen Wertungen in diese hinein und zersetzte so dieses Lebensgebiet von innen heraus. Es ist eine neue Wirtschaftsgesinnung, die in einem jahrhundertelangen Ringen Europa vom Judentum aufgezwun- gen wird. Ursprünglich wird das sehr deutlich empfunden, so etwa wenn sich die deutschen wie die französischen und die englischen Kaufleute über die Geschäftsmethoden der Juden beklagen, wenn das unehrenhafte Treiben der Juden zu immer neuen Aufständen gegen sie führt. Es sind aber nicht allein der Betrug, die Hehlerei und der Wucher, durch die das Judentum seine Mittel zusammenscharrt und in die Wirtschaft Europas einbringt; im schrankenlosen Streben nach Gewinn zersetzen sie langsam die Achtung vor Recht und Sitte, also vor Begriffen, die vom Fremdrassischen nur als Hemmung des geschäftlichen Erfolges angesehen werden. So werden langsam die Grundlagen unterhöhlt: der ehemals königliche Kaufmann wird zum schachernden Krämer, der Leistungswettbewerb zur feilschenden Konkurrenz; wo man früher auf den schuldenfreien Besitz stolz war, findet man nichts dabei, hohe Auslandskredite in Anspruch zu nehmen. Kapital zu höchsten Hundertsätzen zu verwerten, erscheint als höchste Wirtschaftsleistung. Im Zeichen dieser Wirtschaftsgesinnung wird zwangsläufig der Händler der eigentliche Wirtschafter, erscheint der Markt und der Tauschoerkehr nun selbst dem Nichtjuden als der Mittelpunkt der Wirtschaft.
Als die europäischen Völker soweit in die jüdische Gesinnungs- und Ansch'auungswelt hineingezogen sind, daß selbst arische Unternehmer bei rücksichtsloser Ausbeutung ihrer Mitarbeiter nur „ökonomische Gesetzmäßigkeiten" zu befolgen meinen und die Skrupellosigkeit zum normalen wirtschaftlichen Verhalten gerechnet wird, da hat es das Judentum leicht, sich offen der ganzen Wirtschaft zu bemächtigen. Das 19. Jahrhundert bietet in diesem Sinne das Bild eines unentwegt vorwärtsdrängenden jüdischen Einflusses. Das Musterbeispiel ist in dieser Hinsicht die deutsche Nachkriegsentwicklung: das vom Judentum geleitete Bankkapital bemächtigt sich in den verschißenen Jnflations- und Deflationskrisen des Vermögens des Mittelstandes und beherrscht Industrie und Landwirtschaft; die ebenso vom Judentum mißgeleitete Arbeiterschaft dient zur Erlangung der politischen Macht, die einerseits zu Durchstechereien aller Art ausgenutzt (Kuttsker, Barmat), andererseits zu „großzügigen Transaktionen" (Tributerfüllungen, Auslandsverschuldung) benutzt wird. Die Vielfalt der Mittel darf ebensowenig wie die verschiedenen politischen Parolen, deren sich das Judentum stets bedient, über den einen Sinn dieser „Entwicklung" täuschen: eine dem Judentum bis ins letzte hörige Wirtschaft zu schaffen, die die Herrschaft über das Arbeitsergebnis der europäischen Völker bedeutet.
Die englische Form der Beherrschung Europas war die Ausbeutung mittels des Freihandels und des Goldes dieser Kapitalverwertungswirtschaft, die bolschewistische Form soll die Knechtung mittels der Knute der Zwangsarbeit werden. Gibt England den Führungsanspruch auf, so heißt dies also, daß das Judentum däs Mittel seiner MachÜmrchsetzung ändert. An Stelle der indirekten Beherrschung soll die direkte Gewalt, an Stelle Londons Moskau treten. Das ist die jüdische Antwort auf das Erwachen der europäischen Völker. In dieser Antwort liegt aber schon die ganze Schwäche des letzten Versuchs beschlossen. Eine letzte Schwäche wahrhaftig nicht in bezug auf die Härte des Kampfes, den wir gegen die Horden des Bolschewismus auszufechten Haden, wohl aber auf die geistige Aussicht, den Bolschewismus Europa schmackhaft zu machen. Mochten sich die europäischen Völker einstmals von den vermeintlichen Segnungen des liberalen Kapitalismus arglos einfangen lassen, den Drohungen des blutrünstigen Bolschewismus setzen sie den Willen völkischer Selbstbehauptung entgegen.
Marschall Antonescu über sein Kriegsriel.
Bukarest, 20. Mai. (Europapreß.) Staatsführer Marschall Antonescu hielt anläßlich der Besichtigung eines Studentenheims ein Ansprache an die Studenten, in der er folgendes sagte: „Ich habe diesen Kampf zur Rettung der Nation, gestützt auf die Jugend, begonnen. Ich hoffe, daß ich am Ende der Erfüllung meiner Pflichten den Kampf beenden werde, indem ich das Land auf seine gesunde Jugend stützte. Durch Arbeit, Ehrlichkeit und Bescheidenheit, ohne Hochmut und durch Geduld, ohne Erniedrigung wird es uns gelingen, unsere Rechte wieder herzustellen. Wir haben die Pflicht, durch die Arbeit unh Einigkeit aller die Bedingungen zu schaffen, die schwer sind, aber sicher zur Wiedererringung unserer Rechte, zur Gin- heitund zur Freiheit aller führen werden.
Das ist das Ziel, das ich gemeinsam mit jenen, die mir halsen, erkämpfe. Eine einige und starke, eine gute und würdig geführte Natton hätte nicht gezwungen werden können, anzunehmen, was sie 1940 angenommen hat, so stiefmütterlich auch die Umstände und so groß die Anmaßung der anderen gewesen wäre. Ich bitte Sie, denen, die älter sind als Sie, zu gehorchen und durch Arbeit und Kampf mit Vertrauen dem Ende unseres Kampfes entgegenzugehen, der uns nirgend anders als dorthin führen kann, wohin wir alle streben."
Churchill enttäuscht.
Gedämpfte Rede vor dem USA>Kongretz.
Berlin, 20. Mai. (DNB.) Vor dem amerikanischen Kongreß hielt Churchill eine lang angekündigte Rede, von der die britische Propaganda vorausgesagt hatte, daß diese Rede wahrscheinlich die wichtigste sein würde, die Churchill je gehalten hat. Um so größer ist die allgemeine Enttäuschung über die Propagandarede Churchills, die äußerlich zwar sehr bombastisch klang, inhaltlich aber nichts Nen.es brachte und alle schwebenden Fragen unbeantwortet ließ.
Churchill gestand ein, daß Japan mit seinem erfolgreichen Vordringen bis nach Burma England und Amerika die schwersten Schläge zugefügt hat. Die englische und amerikanische Presse ist enttäuscht darüber, daß Churchill nichts darüber sagen konnte, wie er sich die Fortführung des Kqmp- fes gegen Japan und Europa praktisch vorstellt. Churchill mußte im Gegenteil zugeben, daß das Hauptproblem, dem sich die Vereinigten Staaten und auch Großbritannien gegenübersehen, in der Schwierigkeit liege herauszufinden, wie der Feind anzugreifen sei. Weiterhin gestand Churchill, daß in der Unmöglichkeit, etwas Entscheidendes gegen die Achsenmächte zu unternehmen, eine große Gefahr liege. Er sagte wörtlich dazu: „Eine große Gefahr wird uns bis zum Ende begleiten, die Gefahr der Verlängerung des
Krieges". Mit diesem Eingeständnis gibt Churchill zu, daß der General „Zeit" auf der Seite der Achsenmächte steht.
»Times" warnt vor Optimismus.
Lissabon, 20. Mai. (Europapreß.) In einem Leitartikel beschäftigt sich die Londoner „Time s" am Mittwoch mit den beträchtlichen Tonnageverlusten der Achsengegner. Das Blatt wendet sich gegen den offenbar in letzter Zeit in EnFand verbreiteten Optimismus. Es fei noch ein* weiter Weg, bevor man die Gefahr der U-Boote als beseitigt betrachten könne. Was die Bekämpfung der U-Boote betreffe, feien die Anzeichen für eine Besserung f o gering wie eine handbreit Himmel neben einer Wolke.
Neuer türkischer Innenminister.
Ankara, 2L Mai. (Europapreß.) Auf den Posten des türkischen Innenministers Recep P e t e r, der aus Gesundheitsrücksichten zurückgetreten ist, wurde der Abgeordnete von Sey- ham, Hilmi Ural, berufen.
„Freiheit" in Indien.
34898 Inder eingekerkert.
Stockholm, 20. Mai. (DNB.) Innenminister Amery erklärte am Donnerstag im Unterhaus, daß im Zusammenhang mit den Kongreßunruhen 3 4 898 Inder in Hast genommen worden seien, davon 11 673 mit Gefängnisstrafen über eine bestimmte Zeitdauer. Dies sei der Stand vom 15. März, wobei die nordwestlichen Provinzen nicht einbezogen seien.
Schwedische Spione verurteilt.
Stockholm, 20. Mai. (Europapreß^) In dem Verfahren gegen die Spione Nils H ult in und Kurt Seilitz, die der sog. Hultin-Spionen-Liga angehörten, wurde vom Stockholmer Rathaus-Ge- * richt das Urteil gefällt. Hultin erhielt 5 Jahre,
Seilitz 6 Jahre Zuchthaus. In dem Urteil heißt es u. a., daß Hultin und Seilitz wichtige Informationen der schwedischen Wehrmacht «erraten hätten. Das Urteil gegen den Mechaniker Hoeglung und Dr. Meurling soll am 9. Juni gefällt werden.
Kleine politische Nachrichten.
Als Geschenk der japanischen Heimatfront an den Führer überreichte Generalleutnant Muro, eines der führenden Mitglieder der japanisch-italienischen Freundschaftsoereinigung, dem deutschen Botschafter Stahmer in Tokio ein Amulett. Das Amulett besteht aus einer 35:100 Zentimeter großen Kampferholzplatte und trägt die Inschrift: „Dem großen Führer des deutschen Volkes." Es wurde von dem Ober- priester des berühmten Bezan-Schreins in der Fukushima-Präfektur nach Tokio gebracht.
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Die Soldaten einer schwäbisch-badischen Jägerdivision, die am Kuban-Brückenkopf in den letzten . Monaten zahlreiche Angriffe der Bolschewisten zerschlagen haben, sammelten zugunsten des Kriegs- Wiüterhilfswerkes einen Betrag von rund 300 000 Reichsmark.
Der Chef des bulgarischen Generalstabs, Lukasch, ist in Budapest eingetroffen. In seiner Begleitung befinden sich mehrere höhere bulgarische Offtziere.
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Die Aberkennung der rumänischen Staatsbürgerschaft für Angehörige des ehemaligen rumänischen Gesandtschaftspersonals in London hat der rumä- . Nische Ministerrat beschlossen.
Die brittsche Regierung hat Glles Frederik Squire zum außerordentlichen und bevollmächtigten Gesandten in Afghanistan ernannt. Squire ist damit Nachfolge» von Sir Francis Wylie. Er war bisher Kanzler der britischen Botschaft in Teheran.
Kunst und Wissenschast.
Die Goelhe-TNedaille für den Chemiker Dr. Erlweia.
Der Führer hat dem Chefchemiker Dr. phil. Dr.« Jng. e. h. Georg Erlwein in Berlin-Wilmersdorf aus Anlaß der Vollendung seines 80. Lebensjahres in Würdigung feiner Verdienste auf dem Gebiete der Stickstoffgewinnung aus der Luft die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.
Offenbacher Künstler stellen aus.
Offenbacher Zünftler und Kunsthandwerker haben ihre Schätze im Hanauer Stadtschloß ausgebreitet. Daß man hier nur erlesene Arbeiten findet, ist dem , nichts Neues, der weiß, daß sich in Offenbach die Meisterschule des deutschen Handwerks befindet, von deren Lehrern und Schülern die meisten Kunst- arbeiten stammen. Welche meisterliche Zucht in den Typen der Schriftgießerei Klingspor, welche feinfühligen Zierbuchstaben sieht man von Rudolf Koch
Geschehen in einer Sekunde.
Von Anton Schnack.
Fluß im Niederungsgebiet.
Eine großartig dahinwallende Erzählung, langsam und gemächlich strömend, ist das Band eines Flusses im Niederungsgebiet; zuweilen macht das Wasser den Eindruck, stillzustehen, nur an unruhigen, dann und wann aufkochenden Wirbeln ist zu erkennen, daß der Fluß eine stetige und ewige Bewegung hat. In jeder Sekunde legt die Strömung einen Meter zurück, einen herrlichen Meter, einen Neisemeter, einen Wandermeter, gegen schwimmendes Flußholz anklatschend, Brückenpfeiler benetzend und an schwarzgeteerten Schiffswänden leckend.
Der Kork des Anglers tanzt ziuf diesem Meter, das vom Windstoß losgerissene Blatt der Erle wird von ihm fortgetragen/ der 'fingerlange Weißfisch schnalzt daraus und fällt wieder in ihn zurück, der oom Knaben geworfene Stein zieht eine schmale, jähe Furche hindurch, das scheue Wasserhuhn schwimmt darauf, das Rüder des Paddelbootes taucht hinein, ein Sonnenfleck blüht glitzernd auf dem flüssigen Schild und lockt den surrenden und schnellen Pfeil der Libelle an.
Und in einem Meter Wasser schwimmen viele Bilder; es ist eine Erzählung, die kein Ende nimmt, die seit tausend Jahren redet und stießt und noch in vielen tausend Jahren reden und fließen wird. Nehmen wir an, es ist Mainwasser, das wir betrachten. Ein Meter Mainwasser hat die Silhouette einer alten Mauerwehr widergespiegelt, die Zinne eines Tores aus der Bauernkriegszeit zeichnete sich darin ab, der Schatten eines Brückenheiligen wurde mitgenommen, die schwarzen Bleikugeln eines Netzes klatschen hinein. Auch das sehnsüchtige Gesicht des Betrachters am Ufergeländer, der feine Gedanken und Träume mit auf die Reife schickt, hängt in diesem Meter Wasser und reift nun fort zum Meer, zum großen Meer,
Wachstum eines Pilzes.
Ist das eine Geschwindigkeit: 0,008 Zentimeter in der Sekunde zu wachsen? Das ist feinste und bedachtsamste Langsamkeit, unscheinbar und kaum dem Auge gewahr. Betrachter Mensch kniet sich auf die nadelbesäte, nach Harz, Holz und Moos "duftende Walderde, wo ein kleiner Riß klafft und wo der feuchte und hellbraune Hut eines Pilzes sich soeben Lust gemacht hat. Was ist bei diesem unmittelbaren Blick in die Schöpfung zu sehen? Nun, kaum etwas, der Pilz regt sich nicht, nur der Wipfelwald über dir rauscht seinen Gesang, der mit ferner Meerbrandung Aehnlichkeit hat. Doch auf dem Erdboden ist Stille, vollkommene Sttlle, es sei denn, der längliche und räuberische Laufkäfer, der lateinische Cara- bus, haftet vorüber; ober die kriegerische und starke Waldameise stochert mit großen Fühlern durch das gezackte Mooskraut. Da endlich ereignet fick) etwas Elementares, eine Winzigkeit ereignet sich, ein einziges Sandkorn hat sich gelöst und ist vom kleinen Hügel des Pilzes gekollert, weil er sich in seinem Drang zum Licht wieder etwas gereckt hat; es ist ein ganz dünner, rieselnder Laut, der gegen ein dünnes Zweiglein schlägt. Und das, dieses Rollen und Knistern des Sandkornes, war die Gefchwm- digkeit 0,008.
W a ch s t u m d e s S ch i 1 f r o h r s. z
„Seufzend flüstert im Winde das Rohr ..." Rohr aus der humanistischen Knabenzeit (arundo, cala- mus oder canna); brauchbarste Pflanze im Helden- und Tunichtgutleben eines sieben- bis vierzehnjährigen Knaben, rauschender und klirrender Schlupfwinkel, in den das Boot gesteuert wurde, um unbeobachtet vom lauernden Fischer die Barsche zu stechen, die an den Rohrschäften schillerten; und die Weißfische zu angeln, die wie blitzende Messerschneiden aussahen/ Der Wurzelkolben vom Rohrschaft wurde in langer Geduldsarbeit zur verbotenen Tabakspfeife aüsgehöhlt; die Wassernymphen und Nixen kämmten, wenn das Mondlicht über dem Fluß zitterte, schimmernde Fischschuppenhaare, der
Teichrohrsänger lärmte über seinem Nest, Wunderbau zwischen drei schwankenden Rohrstengeln. Wohin ist der blaue und selige Flußsommer, ja der abenteuerreiche blaue Knabensommer mit seinen Torheiten, Versponnenheiten, Streichen, mit seinen Einsamkeiten und nassen Kleidern? Flöten wurden aus dem Rohr geschnitten; o welch eine feine stoffliche Haut hatte das abgeschnittene Rohr, bas Lieblingsinstrument der griechischen Sagenhirten, denen der Weinschlauch um die Schultern hing; ich machte die falschgestimmte und bäuerliche Flöte des zottigen Naturgottes Pan nach; sieben Rohrstücke, eines länger als das andere, grob und unbeholfen neben- einanbergeflebt, mit gestohlenem Bienenwachs verbunden und gehalten. Hat die Rohrflöte gesungen? Kläglich tönte sie, schrill und eintönig, quäkend und zitternd, wie die Flöte des unglücklichen Marsyas, der ob seiner Prahlerei geschunden wurde, weil er besser blasen wollte als der goldgelockte Apollo auf seinem süß singenden Instrument. -
Und eingedenk des lateinischen Unterrichts, der den Plinius durchpaukte: „die Völker des Morgenlandes führten ihre Kriege mit Rohren, indem sie an diese durch ihre Widerhaken gefährliche Spitzen befestigten", und eingedenk der Jndianerschmöker, Labsal an regnerischen Nachmittagen, ja, eingedenk dieser daumenbeschmutzten Hefte, die knallige und aufregende Titelbilder trugen, schnitt sich der Knabe die besten Rohrschäfte ab, um sie bei der Jndianer- schlacht in der Waldschlucht als Pfeile zu benutzen. Ach, ihr Flug war schnell, himmelan zogen sie, die Pfeile; surrend pfiff die Luft durch den bunten Federschmuck am Ende. E>ne unmeßbare Geschwindigkeit schienen sie zu haben. Das jede Begebenheit übersteigernde Knabengehirn hatte sich beim Pfeilschießen keine Gedanken gemacht, wie lange das Schilfrohr wachsen mußte, um die Große des gefiederten Pfeiles zu erreichen. Knabe, der du dieses lieft, rechne nun du aus, was ich damals versäumt habe. Wie lange braucht bas Rohr, um 50 Zentimeter, die Länge des Pfeiles zu werden, wenn es in der Sekunde eine Wachstumsgefchwindigkeit von 0,0005 Zentimeter hat?
Straße, Gaffe, Twiete.
Das am häufigsten gebrauchte Grundwort in den Straßennamen unserer Städte ist das Wort „Straße". Es ist ein altes Lehnwort aus dem Lateinischen (strata); ursprünglich bezeichnete es die' künstlich angelegte, gepflasterte Landstraße, in bereit Bau die Römer Meister waren. Innerhalb eines Ortes war es die durch diesen verlaufende Landstraße. Die allgemeine Bezeichnung für die in den Städten und Dörfern zwischen den Häusern sich hinziehenden Wege, ob sie nun schmal ober breit waren, war, anfangs wohl das alte gemein-germanische Wort „Gasse", das in Norddeutschlanb allmählich von der „Straße" verdrängt worden ist, während es sich in Südbeutschlcmd erhalten hat.
Um in die ermüdende Einförmigkeit der mit dem Wort „Straße" gebildeten Straßennamen eine Abwechslung zu bringen, wurde es im Mittelalter üblich, einen Teil der niederdeutschen Straßennamen ohne Grundwort zu bilden. Man jagte zum Beispiel Achter dem Krane, Bi dem Spiker, An dem Werder, Up dem Dike usw. Derartige Benennungen sind in alten Urkunden sehr häufig. Von der eigentlichen Straße wurde unterschieden die schmalere „Twiete". Es ist dies ein niederdeutsches Wort, das uns in Straßennamen in Hamburg, Stade, Lüneburg und Braunschweig öfter begegnet, das auch in den Flurnamen östlich der Elbe auf tritt, jedoch in den Straßennamen der Hansestädte Lübeck, Wis- mör, Rostock und Stralsund ganz fehlt. Auch norddeutsche Schriftsteller und Dichter, wie zum Beispiel Storm, verwenden-es. Neben den mit Straße und Twiete gebildeten Straßennamen gibt es auch solche, worin das Wort „Steg, Stieg" enti)alten ist»
In jüngerer Zeit hat man bei der Benennung neuer Straßenzüge, vor allem, wenn sie am Stadtrand lagen, gern auf alte Flurnamen zurückge- griffen. In vielen Städten unserer Heimat ist man so verfahren. Das ist sehr zu begrüßen, weil dadurch altes Flurnamengut erhalten und auf dis Nachwelt überliefert wird.


