jeiliger Achtung, gerechter Aufteilung der Schätze dieser Welt und gemeinsamer Zusammenarbeit."
Dem gegenüber stehen die europäischen Kriegsziele unserer Feinde. Was die B o l s ch e w i st e n erstreben, hat Europa rn Estland, Lettland und Litauen, in Ostpolen und Bessarabien so anschaulich etlebt, daß sich jeder weitere Kommentar erübrigt. Auch die kommunistischen Methoden bedürfen heute nach den Enthüllungen des Waldes von Katyn keiner langatmigen Erläuterungen mehr. Die Briten dagegen haben ihre alte Europa-Politik während der letzten Atonale völlig über den Haufen geworfen. Alle gro- hen Staatsmänner Englands haben sich während der letzten Jahrhunderte für das europäische Gleichgewicht eingesetzt. Es feierte Triumphe in allen Friedensoerträgen im 17. und 18. Jahrhundert, auf dem Wiener Kongreß und selbst noch in Versailles. Aber schon damals ist mit der Völker- bundphraseologie eine neue diplomatische Mentalität in Erscheinung getreten. Die Anglo-Amerikaner, Wstson wie Lloyd George, verkündeten das Selbst- be stimmungsrecht der Völker, die Freiheit der Nationen und die Gleichberechtigung selbst der kleinsten Staaten. Versailles hat Deutschland mit einem Wall von Pufferstaaten umgeben und entgegen allen Versprechungen den kleinen Nationen Europas nicht die versprochene Freiheit und Unavhängikeit gegeben, sondern sie in Staatswesen verwandelt, die ihre Instruktionen von Downing Street oder vom Quai d'Orsay erhielten und deren verantwortliche Staatsmänner, von wenigen Idealisten abgesehen, bestochene Subjekte der Westmächte waren. Im Feuer dieses Krieges ist auch die Versailler Maske gefallen.
Erst vor wenigen Wochen gaben die „Times" die Erklärung ab, daß „die nationale Identität der kleinen Völker" verschwinden müsse, und der alte Garvin stimmte im „Observer" mit dieser Forderung überein: „Europa ist zu klein für einzelne Souveränitäten." Zwar faselt man noch in London zur Beruhigung der zahlreichen Flüchtlingsregierungen von einem föderativen System und einer „föderativen Autorität" im neuen Europa, doch hat Churchill unter dem .Alpdruck bolschewistischer Ansprüche dem Kreml längst freie Hand in Europa eingeräumt. Roosevelt und seine jüdischen Freunde zögerten nicht, die britisch-bolschewistischen Abmachungen zu sanktionieren. Infolgedessen herrscht heute in allen hellsichtigen Kreisen Europas völlige Klarheit über das Schicksal, das unserem Festlande droht, falls es den vereinigten Bolschewisten und Plutokraten gelingen sollte, den Wall der europäischen Kulturmächte zu zerbrechen, der sich sieghaft den bolschewistischen Horden aus Jnner- asien entgegenstellte.
Die Auffassung der europäischen Zusammenarbeit, die Moskau, London und Washington verfechten, wird nicht nur von den Achsenmächten, sondern von allen europäischen Völkern abgelehnt. Unser- Führer — darüber besteht Einmütigkeit — hat sich heute schon um Europa unvergängliche Verdienste erworben. Er hat die Voraussetzungen des europäischen Ruins während der letzten 25 Jahre, den Vertrag von Versailles und den Genfer Völkerbund, endgültig zerschlagem Unter seiner Führung ist der kommunistischen Ueberflutung unseres Kontinents ein Paroli geboten worden. Noch geht der Kampf im Osten weiter, aber wir wissen, daß unter Adolf Hitlers Führung die jü- disch-bokschewisttsche Welle ein für allemal zerschlagen und damit der Weg frei wird für ein neues Europa der Ordnung, der Sicherheit und des Friedens.
Mit Europa solidarisch.
Paris, 20. April. (Europapreß.) Zum Geburtstag des Führers schreibt das „Oeuvre": „Es handelt sich nicht /mehr darum, zu wissen, ob wir 1939/40 gegen Deutschland den sinnlosesten Krieg geführt haben, es handelt sich darum, zu wissen, ob wir im Jahre 1943 tatsächlich mit Europa solidarisch sind in seinem gigantischen Kampf gegen den Bolschewismus und die englisch-nord- amerikanische Plutokratie. Diese Solidarität ist jedoch eine Tatsache, die beherrschende Tatsache der gegenwärtigen Zeitperiode, was wir auch immer darüber denken mögen, und Adolf Hitler ist nicht nur der Führer Deutschlands, der Leiter einer Koalition, er ist auch der Mann, der für die Gegenwart und die Zukunft die Verantwortung für die kontinentalen Geschicke übernimmt."
„Eregen oder sterben."
Seorzas Direktiven für die faschistische Partei.
Rom, 20. April. (Europapreß.) Der neuernannte faschistische Parteisekretär Carlo S c o r z a hat in einem Aufruf neue Direktiven für die faschistische Partei festgelegt. In einem 12 Punkte umfassenden
Wie Richthofen seinen 75. Gegner abschoß.
Eine Erinnerung zum 25. Todestage.
Die Gestalt des erfolgreichsten Kampffliegers im Weltkrieg, sein Werdegang, bei dem aus dem schneidigen Reiteroffizier der Jagdflieger wurde, der in seinem roten Dreidecker der Schrecken der Feinde war, und der in der Zeit vom 17. September 1916 bis zum 21. April 1918 80 Gegner abschoß, bis er durch den Schuß eines kanadischen Fliegers r den Heldentod fand, als er durch einen Treffer in die Maschine zum Niedergehen hinter der feindlichen Front gezwungen war, — das alles ist uns an seinem 50. Geburtstag im vorigen Jahr wieder besonders nahe gerückt worden. Seine einfache und große Persönlichkeit tritt uns lebendig entgegen in der anschaulichen Schilderung eines guten Beobachters, der seine berühmte Jagdstaffel kurz vor seinem Ende besuchte.
„Bitt schön, nehmen Sie Platz", sagte der Rittmeister Freiherr von Richthofen zu mir, als ich mich im Kasino bei ihm meldete: „Ordonnanz, Mittagessen."
Da saß ich nun auf einmal mitten in dem berühmten Kreise der Jagdstaffel 11, mitten unter den großen Kanonen ... Das Kasino war eine runde Wellblechbaracke, in der man gerade aufrecht stehen konnte, zwei kleine. Fensterschlitze gaben das notwendige Licht. Es sind die Wohnbaracken der englischen Flieger, die den Platz Hals über Kopf verlassen haben, das Geschwader Richthofen ist ja auch erst seit kürzester Zeit hier eingezogen. Die Zelte sind rasch aufgeschlagen worden, die Wellblechbuden provisorisch eingerichtet, überall hängen die kleinen Tafelchen, daß man sich gleich zurechtfinden kann, und der Betrieb ist längst in vollem Gange.
Oben am Tisch sitzt der Rittmeister, gleich neben
Ein Pionier des deutschen Geschützbaues
Chefkonsttukteur Dr.-Jng. W a n i n g e r. (Scherl-Bilderdienst-M.)
Prof. Dr.-Jng. Erich Müller, nun auch der Leiter der gesamten artilleristischen Entwicklung bei Rheinmetall-Borsig, Direktor Dr.-Jng. e. h. CaÄ W a n i n g e r, über seine Erfahrungen als Waffen- konsttukteur. In bahnbrechender Weise hat er durch rund 150 artilleristische Erfindungen aller Art die Entwicklung der deutschen Wasfentechnik und vor allem der Marinegeschütze gefördert.
Als Chef der gesamten artilleristischen Entwicklung von Rheinmetall-Borsig lag ihm daran, neben dem werkmännischen Schaffen auch einmal die Arbeit der Konstruktionsbüros hervorzuheben, weil der Konstrukteur seinen Blick auf die gesamte Herstellung richten muß, um dem Material und zugleich den Beanspruchungen der Front als Taktiker Rechnung zu tragen, bevor die Forschung Normen findet. Alle diese Mihig-keiten vereinigte der Altmeister der deutschen Waffentechnik, HeinrichEhrhardt,M sich. Er, der Gründer einer der modernsten deutschen Waffenschmieden, traf damals mit dem Erfinder des langen Rohrrücklaufes, dem erst in diesem Jahr verstorbenen K o n - rad Haußner zusammen, und beide entwickelten aus dieser Idee das „BäMgüngsmittel", eine Konstruktion, mit der heute jedes Geschütz der Welt ausgerüstet ist. Heute operieren alle Abteilungen der
Zwei große Werte vor allem waren es, die die verpflichtende Tradition als ehemalige Waffenschmieden des deutschen Volkes aus dem Weltkriege wahrten und nach der Wiederherstellung der deutschen Wehrhoheit durch Adolf Hitler dem neuen deutschen Volksheer seine eherne Rüstung schufen: die Firmen Krupp und Rheinmetall-Borsig. In einer von der Technisch-Literarischen Gesellschaft auf Veranlassung des Reichsministers für Bewaffnung und Munitton, Speer, veranstalteten Vortragsreihe sprach nach dem führeichen Waffenkonsttukteur bei Krupp,
deutschen Wehrmacht mit Geschützen, die nach diesem Prinzip gebaut sind.
In der Lebensgeschichte dieses erfolgreichen Rüstungspioniers spiegeln sich Niedergang und Wiederaufstieg des deutschen Volkes nach dem Weltkriege deutlich wider. Rheinmetall in Düsseldorf war durch den Versailler Vertrag als einzige Fabrik für die Herstellung von Geschützen bis zu 17 cm Kaliber zugelassen worden. Die Ruhrbesetzung und die damit verbundene argwöhnische Bewachung ließen aber nur wenig Betätigungsmöglichkeiten offen. Deutschland durfte nur 14 leichte Feldgeschütze im Jahr Herstellen, alle drei Jahre eine 10L-em-Flak, alle zwei Jahre eine 8,8-cw-Flak und alle 50 Jahre eine 7,62-cm-Flak beschaffen. Die Geschützwerkstatt in Düsseldorf war unter den Augen der Konttollkommission entstanden. Eine auf Anordnung der Kommission gezogene Mauer sollte eine weitere Ausdehnung des Geschützbaues unmöglich machen. (£m Teil dieser Mauer steht heute noch als Erinnerung an Deutschlands tiefste Erniedrigung.
Das Jahr 1933'brachte dann auch für die deutsche Waffenfertigung die entscheidende Wendung, und jetzt ist Rheinmetall-Borsig an der Ausrüstung der deutschen Wehrmacht mit Geschützen bis zum schwersten Kaliber wesentlich beteiligt. Alle deutschen Schiffe der Nachkriegszeit tragen Kanonen, die Rheinmetall im Auftrag des Marine-Waffenamts und in Zusammenarbeit mit diesem entwickelt und gebaut hat. Die ersten wirklich durchgeführten großen artilleristischen Arbeiten waren für den Neubau der X-Kre^er „Königsberg, .Karlsruhe" und „Köln" bestimnm Sie wurden zum erstenmal mit Drillingstürmen ausgerüstet, den ersten Drillingstürmen, die in Deutschland gebaut woxden stich. Auf allen deutscheu Kriegsschiffen der Nachkriegszeit sind. Waningers Rheinmetall-Borsig-Kanonen bis 17 cm Kaliber verwendet. Sie haben sich besonders gut bewährt, da die aufgeschraubten schweren Bodenstücke nicht nur Herstellungserleichterung- und Jnstandsetzungsbeschleunigung, sondern auch eine gute Bedienung gewährleistende Feuerhöhe und ein leichtes Geschützgewicht ergaben. Auf Anregung von Wamnger, der selbst zahlreiche Patente besitzt und damit die gesamte Wasfentechnik beeinflußt Hot, wird unsere heuttge Bordflak der Kriegsmarine mit einer ausgezeichneten Horizontiermog- lichkett ausgestattet. Unter dem Einfluß Waningers wurden bei dem Bau von Geschützrohren neue Wege gegangen. Auch für dtt Zwecke des Landheeres, der Flat und der Lufkwaffe brachte Rheinmetall-Borsig die verschiedensten artilleristischen Waffen heraus, angefangen von der Kanone und Haubitze über die panzerbrechenden Spezialgeschutze bis zum überschweren Feftungsgeschütz, das an der Niederringung Sewastopols mitgewirkt hat und in seiner Durchschlagskraft den berühmten 42-cm-Mörser des ersten Weltkrieges noch weit übertrifft.
Programm verlangt Scorza von allen Faschisten höchste Opfer mit den Worten: „An den Sieg glauben genügt nicht, man muß mit allen Kräften daran arbeiten", ihn auch zu erringen. Für uns heißt es: ,Siegen oder sterben'." Weiter fordert Scorza die Entfernung aller unsicheren und furchtsamen „Berechner" aus der faschistischen Partei, denen er die von eigener Verantwortung getragene Persönlichkeit gegen üb erstellt. „Pessimisten", eröärt der Parteisekretär, ,,sind immer Defaitisten und deshalb Verbrecher. Gegen sie wird die Partei mit größter Strenge vorgehen." -
Jeder einzelne Faschist vertrete die Partei in ihrer 'Gesamtheit und habe deshalb die heilige Pflicht, die faschistische Revolution und den Staat bis zum äußersten zu verteidigen und ihnen ehrlich zu dienen. Jeder, Faschist müsse sich in jedem Amt und bei der Erfüllung jeder Aufgabe vor allem als Parteimann fühlen; erst Faschist, dann alles andere. Jeder Faschist müsse stolz auf seine persönliche Verantwortung sein, Die allzu oft angewandte Formel: „Auf den Befehl hin" bedeute nicht immer notwendige Unterordnung, sondern zeige oft, daß oer Betreffende die Verantwortung auf die höheren Parteistellen abschieben wolle. Man müsse seine Pflicht jederzeit erfüllen, auch wenn keine Hoffnung auf eine Belohnung vorhanden sei und auch wenn man dadurch eine persönliche Verantwortung auf sich nehme. „Zum Volk hingehen" fei im weitesten Sinne des Wortes aufzufassen. Denn unter Volk feien nicht nur die Arbeiter und Bauern, sondern auch die Angehörigen des Mittelstandes zu verstehen, die ihre Disziplin unb Entschlossenheit glänzend unter Beweis stellten. Das Geld, wenn es redlich verdient sei, sei heilig. Wer es unnütz ausgebe oder verschwende, habe es nicht durch harte Arbeit verdient, sondern gestohlen. Der Faschist könne nur ein Vorrecht haben: der erste sein im Glauben, Gehorchen und Kämpfen für das Va-
der Tür. Er hat seine gelbbraunen Lederhosen an, feine Lederweste und darüber eine Wollweste aufgeknöpft und das Halstuch abgebunden. Kommt soeben vom Feindflug mit den Herren feiner alten Staffel. Die Herren sitzen überhaupt gewissermaßen alle auf dem Sprunge, kaum daß sie Zeit haben zum Mittagessen. Es ist ein Mordsbetrieb in der Luft da vorn. Und wenn eine Staffel zurückkehrt, startet auch schon die nächste zur Ablösung.
Keiner der Herren trägt seinen hohen Orden. Ganz einfach im grauen Rock fitzen sie da, man wird rasch vertraut in' ihrem Kreise. Je bescheidener und liebenswürdiger einer ist, desto mehr hat er abgeschossen. Der Bescheidenste von allen ist der Rittmeister selbst. Er sieht noch sehr jung aus, gar nicht so ftreng, wie ich mir ihn nach der Photographie vorgestellt hatte, und wenn er einen anspricht, gleitet etwas überaus Liebenswürdiges über feine Züge.
Eine Weile sagt er gar nichts, dann meint er ganz einfach: „Ich hab vorhin eben meinen Fiinfund- fiebzigsten abgefchofsen." — Donnerwetter —, ich erlaube mir einen schüchternen Glückwunsch, und nun erzählt mir's der Rittmeister genauer.
,Komisch", sagt.er, „die letzten zehn, die ich abschoß, haben alle gebrannt. Auch der heuttge wieder. Ich sah's, zuerst war's eine ganz kleine Flamme, unter dem Führersitz hervor, als der Apparat sich dann überschlug, sah ich, daß der Boden unter dem Führersitz bereits vollständig weggebrannt war. Es brannte auch ganz sachte weiter, als er nun herunterkurvte, und beim Aufschlagen gob's unten eine ganz ungeheure Explosion, wie ich sie noch nie gesehen habe. Ein Bristol fighter war's, em Zweisitzer, und er hat sich zäh gewehrt."
„Wir hatten schon einen heillosen Schrecken bekommen", sagte daraufhin Leutnant Gußmann und sah dabei ein klein wenig'vorwurfsvoll zu seinem Kommandeur herüber. „Herr Rittmeister sind dabei ja ganz unglaublich nahe herangegangen."
„Ja', sagte Richchofen, „ich mußte ihm tüchtig auf den Pelz rücken. Der Beobachter war eine zähe.
terland. — Me italienische Presse begrüßt vor allem die Deutlichkeit dieses Programms. „Popolo di Roma" nennt dies die beste Voraussetzung für die weitere Arbeit der saschisttschen Partei.
Die Schlacht um Australien.
Die NSA.-Marme allein kann Japan nicht schlagen.
Lissabon, 21. April. (Europapreß.) Die bevorstehende Schlacht um Australien wird das Schicksal aller am Pazifik gelegenen Nationen für fünfzig Jahre entscheiden, erklärte der frühere Befehlshaber der asiatischen USA.-Flotte, Admiral Darnell in einer Wgrnung an die USA.-Marine in Princeton. Admiral Darnell betonte, die USA.-Marine allein könne Japan niemals schlagen, wenn Japan nicht auch zu Lande auf dem Wege über China angegriffen werden könne. Es müsse daher daraus ankommen, jetzt den Krieg in die Länge zu ziehen und sich dazu des U-Boot-Krieges zu bedienen. Der japanische Angriff im Pazifikgebiet war, so erklärte Admiral Darnell, eine der am besten durchgeführten Angrifffsaktionen in der Geschichte.
Veränderungen
im japanischen Kabinett.
Tokio, 20. April. (D9W.) Im japanischen Kabinett wurden einige Veränderungen vorgenommen. Das Außenministerium übernimmt Schigemitsu, das Innenministerium Generalleutnant Kis ab u r$ And o und das Landwirtschaftsministerium Datsu- nofirke P a m a z a k i. Das Kultusministerium verwaltet Ministerpräsident Zojo. Zum Präsidenten des Informationsbüros der Regierung wurde Ciyi Amau beftimmt. Minister ohne Portefeuille wurde Tadao 0 a fa.
ganz ausgekochte Fliegerkanone. Ein tapferer- Kerl. Auf fünf Meter mußte ich an ihn heran, bis er fiel, obwohl ich ihn doch schon andauernd im Feuer meiner Maschinengewehre und sicher angefchossen hatte. Und selbst da funkt er mir auf die paar Schritt noch entgegen. Es genügte tatsächlich der allergeringste Steuerausschlag, um zu verhindern, daß wir an ein anber rannten."
In diesem Augenblick tritt der Adjutant durch die Tür:^ „Ich gratuliere ganz gehorsamst, Herr Rittmeister —", er hielt ein Telegramm in der Hand. Wir alle sind atemlos gespannt: „Seine Majestät der Kaiser haben attergnäbigft geruht, Herrn Rittmeister den Roten Adlerorden dritter Klasse mit Krone und Schwertern zu verleihen. Anläßlich des siebzigsten Luftsieges, Herr Rittmeister."
Und jetzt ist eben schon der Fünfunüsiebzigste gefallen! Wir springen natürlich alle auf, der Rittmeister schüttelt uns die Hand. Er ist beinahe rot geworden, ganz einfach und bescheiden.
„Kinder", sagte er, „ich habe ja aber noch nicht den Roten Adler vierter Klasse."
Als er gleich darauf wegfährt, um einen neuen Flugplatz dicht hinter der Front zu besichtigen, es geht ja vorwärts vorne — dreht er sich nachmals um und guckt halb zur Tür herein. „Also, Kinder", sagt er, „wenn ich jetzt da vorn stehe und ihr fliegt", er macht die Hand rund vor dem Auge, „dann will ich gucken, ob ihr auch tapfer seid ..." C. K.
Öer Schöpfer des „Zupfgeigeichansl".
Dor 25 Jahren, im April 1918, starb Hans Breuer, Arzt kn Gräfenroda, im Ringen um Berdun den Heldentod. Sein Name ist untrennbar verbunden mit der Geschichte der deutschen Jugendbewegung des „Wandervogels". Der „Wandervogel" entstand um die Jahrhundertwende in der Reichshauptstadt. Er setzte sich das Ziel, die deutsche Jugend aus der Großstadt mit chrer Mechanisierung und Seelenlosigkett zu einer neuen Lebenshaltung m Geradheit, Schlichtheit und Ursprünglichkeit zu
Außenminister Schigemitsu gilt als einer der fähigsten Diplomaten Japans. Schigemitsu, der heute 56 Jahre alt ist, trat 1911 ins Außenamt ein und wurde 1918 Konsul in Warschcm-O1927 Botschaftsrat in Berlin, 1929 Generalkonsul in Schanghai und 1931 Gesandter in China. Dort verlor er durch einen Anschlag ein Bein. 1933 war er stellvertretender Außenminister, 1936 Botschafter in Moskau, 1938 Botschafter in London und zuletzt Sonderbotschafter in Nanking. Der neue Jnnenmimsttr war bisher stellvertetender Präsident der Bewegung zur Unterstützung des Kaiserthrones. Der neue Landwirtschaftsminister ist Mitglied des Unterhauses und bekleidete diesen Ministerposten bereits früher einmal. Der neue Präsident des Informationsbüros der Regierung war früher Botschafter in Italien, Gesandter in der Schweiz und Sprecher des Außenamts, Der neuernannte Minister ohne Portefeuille, Tadao O a s a, war Führer der inzwischen ausgelösten Minseito-Partei. 6
Wachsender Antisemitismus im Empire
Lissabon, 20. April. (Europapreß.) Das Ansteigen der antisemitischen Welle in England und den Dominions bildete, wie der „Daily Herald" mit- teilte, den Gegenstand einer Tagung der Gesellschaft für „Civil Liberty". Es wurde die Möglichkeit erörtert, wie man die antijüdische Bewegung am wirksamsten bekämpfen könnte. Hannon Swaffer schreibt: „Wie kann der Antisemitismus, diese Gefahr für alle demokratischen Institutionen, vernichtet oder gestoppt werden?" Aus den auf der Tagung gehaltenen Vorträgen geht hervor, daß in Südafrika die antisemitische Bewegung int Steigen begriffen ist, und man in gewissen Kreisen die Juden den Negern gleichstellt.
Eowjeigold für die USA gesunken.
Lissabon, 20. April. (Europapreß.) Eine Goldsendung der Sowjetregierung nach den USA. ist vor kurzem im Atlantik mit einem britischen Kreuzer gesunken, gab der nord- amerikanische Finanzminister, der Jude Morgenthaui bekannt. Das sicherheitshalber mit dem britischen Kriegsschiff transportierte Gold war zur Bezahlung von Kriegsmateriallieferungen bestimmt. Das USA.-Schatzamt habe der Sowjetregierung einen nennenswerten Goldbettag zur Begleichung ihrer Verpflichtungen in den USA. vorgeftreckt gegen ein Versprechen der Sowjetunion, schnellstens für eine neue Goldfendung zu sorgen.
Das Schicksal
der deportierten Beffarabier.
Bukarest, 20. April. (Europapreß.) Ein, Chauffeur, der aus der Sowjetgefangenschaft nach Kischinew zurückkehrte, berichtet, daß die seinerzeit von den Bolschewiken deportierten Bessarabier durchweg zu hohen Gefängnisstrafen ober 3uih. Tode verurteilt worden sind. In den Depor tierten-Lagern befänden sich auch zahlreiche Kriegsgefangene. Viele von den Häftlingen seien an der schlechten Behandlung und an Hunger zugrunde gegangen.
0er neue Staatssekretär des Auswärtigen Amtes.
Gustav Adolf Baron Steen gracht von Moyland, der neue Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, wurde 1902 in Moyland im Kreis Kleve geboren. Nach der Reifeprüfung am Gymnasium in Kleve übte er erst eine praktische lani*- wirtschaftliche Tätigkeit im Memelgebiet aus unk widmete sich dann dem Studium der Rechtswissenschaften, der Landwirtschaft und der Volkswirtschaft Sein Referendarexamen machte er 1926 in Köln» drei Jahre später erlangte er die Doktorwürde iir Bonn und 1933 bestand er das Assessorexamen in. Berlin. Damals trat er auch der SA."bei, in der er heute den Rang eines Oberführers hat. Nachdem er zunächst Rechtsreferent bei der Kreisbauernfchaft in Kleve war, wurde er 1935 Kreisbauernführer. Seine diplomatische Laufbahn begann er im Jahn 1936, als er in die Dienststelle Ribbentrop eintrat. Mit' Herrn von Ribbentrop ging er auch Ende Oktober desselben Jahres an die Botschaft in Low don. Im Jahre 1938 wurde er Legationssekretär im Auswärtigen Amt und 1941 MinifteriaDirigent Dem persönlichen Stabe des Reichsaußenministers gehörte er feit November 1939 an.
Kleine politische Nachrichten.
Große Kupfer- und Bleilager sind bei Foyehu und Liuschukou (im Bezirk Tschangping) nördlich Peking entdeckt worden. Eine nattonal-chinefische Gesellschaft hat mit dem Abbau der schr beträgt« lichen Funde begonnen.
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In der Universität Tokio wurde der zwette oft- astatische Aerztekdngreß eröffnet. An ihm nehmen
führen. Dem alten germanischen Wandertrieb fob genb, zog die Jugend, Schüler Und Studente>n, junge Arbeiter und Handwerker, hinaus in das deutsche Land. Bleibe gab ihnen der Bauer im Heu; Holzhauer,^ Fischer und Handwerksmän-ner waren ihre Frellnde. Aus der Gemeinsamkeit des Erlebens der deutschen Landschaft, ihrer Menschen, ihrer Wirtschaft und. ihrer Kultur erwuchs ihnen das grofee. Erlebnis der Gemeinschaft. Diese wurde bereichert durch die Verbundenheit mtt dem Volk. Sie fühlten wieder den Pulsschlag deutschen ivolks- lebens, am stärksten im Volkslied, das tief im deutschen Volkstum wurzelt. Die Erhaltung und Pflege des Volksliedes wurde zu einem Hauptziel des Wandervogels. Die bewußte Hinführung der fuw 9en Bewegung zum Volkslied ist das unvergäng' liche Verdienst Hans Breuers, dessen sich zahlreiche alte Wandervögel in diesen Tagen dankbar erinnern werden.
Dieser Student in Berlin-Steglitz war einer der Moniere des „Wandervogels". Auch in Heidelberg mobin ihn 1908 fein Studium führte, blieb er der Wandervogelfache treu und trat in Wort und Tat für sie ein. Vor allem war es ihm um eine geistig« und ethische Vertiefung der Bewegung zu tun. Ein Mittel zur Verwirklichung feiner Bestrebungen mar ibm das Volkslied. „Das Echo ist groß und herrlich, aber die Erben kennen nichts mehr und wissen nicht, was sie besitzen!" Diese bittere Erkenntnis führte ihn zur bahnbrechenden Tat: er schuf fernen "Zupfgeigenhansl", eine der prächtigsten SammlE gen deutscher Volkslieder. In mehr als einer Million Stück wurde dieses Liederbüch verkauft, es hat Tausende und aber Tausende zum Urquell deutschen Gemüts zurückgeführt. Das Andenken feines Schöpfers Hans Breaer wird in Thüringen durch die schöne Jugendherberge in Schwarzburg, das „Hans- Breuer-Haus", wachgehatten. Am Fuße des alten Schlosses, im Anblick des Trippsteins, ist sie ZN- gleich Erinnerungsmal für die deutsche Jugend' bewegung des „Wandervogels". D. K D.


