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(Nachdruck verboten.)
29. Fortsetzung.
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An der Ostfront tobt die Abwehrschlacht in unverminderter Heftigkeit. Sowjetische Schlachtflieger werden von unseren Grenadieren beschossen, [reifen an! Da schlägt ihnen das stak und unserer Artillerie vernich-
Wilhelm Bopp und Ludwig Bullmann in Butzbach zu Verwaltern bei den Justizvollzugsanstallen; die Oberwachtmeister Georg Grieb und Paul Sckürer
~ bach zu Hauptwachtmeistern; Hilfsaufseher _____ lugust Hennhöfer in Butzbach zum Ober« Wachtmeister a. P. und Justizhilfswachtmeister Hein« rich Zulauf in Alsfeld zum Justizwachtmeister. — Versetzt wurden: Ämtsgerichtsrat Karl Herz in Luditz an das Amtsgericht Vilbel, Iustizinfpektor Oskar Klein in Büdingen an die Gefangenenlager
Feuer unserer .
Lend entgegen. Maschinenaewehrgarben prasseln in die Reihen der angreifenden Infanterie. Der An-
„Dann müssen wir eben diese Beweise suchen und herbeischaffen!" rief Sigrid kampfesmutig.
„Jawohl! Das werden wir auch! Ehe ich mich nicht von diesem ungeheuerlichen Verdacht gereinigt und befreit habe, werde ich keine ruhige Minute
griff bricht zusammen.
Neben diesen Bildern des erbitterten Abwehrkampfes zeigt die neue Wochenschau unsere Soldaten auch in den Stunden der Ruhe und der Erholung. In einer Reservestellung ist Großreinemachen. In der Wintersonne wird das Essen im
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NSG. Um die Versorgung sowohl des gesamten erwerbsmäßigen Anbaues, als auch des sog. Setbst- versorgergartenbaues mit Gemüsesamen und Pflanzen sicherzustellen, hat die Hauptvereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft Anordnungen erlassen, die den Verkauf von Sämereien regeln. Hiernach sind für den erwerbsmäßigen Anbau Verbraucherhöchstmengen für die Flächeneinheit fest- gelegt. Außerdem haben die Bezieher einen Der- pflichtungsschein zu unterschreiben, in dem sie versichern, daß sie nur die Samenmengen bestellen, die sich auf Grund der vorerwähnten Derbraucherhöchstmengen ergeben und daß sie keine Doppel- bestelluim vornehmen.
Der Selbstversorgergartenbau, zu dem vor allem die Kleingärtner und alle Gartenbesitzer zu zählen sind, erhält das erforderliche Saatgut in Form von Derbraucherkleinpackungen. Ab 1. Februar 1943 kann diese Verbrauchergruppe in allen Samenhandlungen und Geschäften, die sich bisher mit dem Verkauf von Samen befaßten, Kleinpackungen beziehen. Um auch hier doppelte Bezüge auszuschließen, hat der Landesleistungsausschuß für Gemüsebau einen Kontrollausweis eingeführt, den jeder Gartenbesitzer oder Kleingärtner von seiner Organisation erhält. Auch die nicht organisierten Gartenbesitzer erhalten den Kontrollausweis durch den
Fräulein von Mönckeberg, daß ich Sie gelegentlich in Ihrer Wohnung einmal aufsuche?"
„Aber gern! Ich bitte Sie darum!"
danke Ihnen! — Ich werde mir gestatten. Sie heute nachmittag ober morgen früh anzurufen, um eine passende Zeit mit Ihnen zu vereinbaren."
„Das können wir doch aber jetzt gleich tun, Herr Holm. Das äst doch viel einfacher!"
Axel warf wieder einen bezeichnenden Blick zu den beiden Kriminalbeamten hinüber:
„Ich fürchte, das wird nicht gehen!" erklärte er achselzuckend. „Denn wie die Verhältnisse äugen* blicklich liegen, kann ich nicht einmal frei über meine Zeit verfügen! Der Kommissar hat vorhin sogar von meiner Verhaftung gesprochen! Wenn ich auch genau weiß, daß es hierzu nicht kommen wirb, so muß ich doch erst die Rückkehr Raucheisens abwarten, ehe ich etwas Bestimmtes unternehmen und vereinbaren kann."
Axel roarf einen Blick auf feine Armbanduhr:
„Hm, es ist ja gleich zwölf ...! D?r Kommissar sprach davon, daß er gegen zwölf wieder ..."
„Schon zwölf Uhr?" rief Sigrid erschreckt. Sie erhob sich hastig und strich über ihr Kleid.
„So leid es mir tut, Herr Holm, ich muß mich jetzt von Ihnen verabschieden! Um zwölf Uhr erwarte ich nämlich eine Schülerin, die ich nicht warten lassen darf!"
„Oh, jetzt habe ich Sie au^gehalten! — Kommen Sie, Fräulein von Mönckeberg, ich begleite Sie hinaus!"
Steputat und Schnitter erhoben sich gleichfalls und folgten dem Paare mit zehn Schritten Abstcmd.
Da draußen vor dem Gitter immer noch einige Neugierige herumstanden, fiel der Abschied zwischen Siarrd und Arel sehr kurz und unauffällig cm?.
Also, ich erwarte Ihren Anruf, Herr Holm!" flüsterte sie mit vertraulichem Lächeln. „Und lassen Sie den Mut nicht sinken, es wird schon alles wieder gut werden!"
(Fortsetzung folgt)
Aus Der Siadi Gießen.
Nicht gleich aus der Haut...
Wir alle kennen jene Menschen, die immer gerne leicht „aus der Haut fahren". Wenn irgend etwas nicht so geht, wie sie es persönlich möchten, dann scchren sie eben aus der Haut. Dabei sind es gar nicht die Schlechtesten, im Gegenteil, gerade sie sind meist so randvoll mit Energie geladen, daß sie alles wie im Sturme nehmen. Aber sie können es nicht vertragen, wenn es einmal irgendwo nicht klappt. Sie haben keine rechte Geduld, und darum poltern sie los. Wenn sie zum Beispiel einmal auf etwas warten müssen (und wer muß das heute nicht?), dann setzt es bestimmt Krach. Oder wenn es unvorhergesehene Schwierigkeiten gibt, werden sie wild ...
Treffen nun gar solche Hitzköpfe auf Gleichgeartete, dann gibt es unfehlbar Kurzschluß, dann blitzt und donnert es. Wenn auch ein Gewitter die Luft reinigt, so fragt man sich als Unbeteiligter hinterher doch: War die ganze Aufregung nötig? Es gibt da wirklich ein besseres Rezept: ein freundliches, begütigendes Wort, ein kleiner Scherz — und siehe da, die Wellen glätten sich, alles ist in schönster Ordnung!
Wir sollten daher auch im Alltag öfter ein solches Wort zur rechten Zeit finden. Seien wir ehrlich: Wir alle sind heute oft ein wenig mitgenommen, leichter als sonst reizbar, der eine, weil er sich um jemanden, den er lieb hat, sorgt, der andere wegen Arbeitsüberlastung, der dritte weil er vielleicht mit seinen Marken nicht auskommt und der vierte aus wer weiß was für Gründen. Doch darum dürfen wir niemals den Humor verlieren! Es heißt nicht umsonst: Lachen befreit! Lachen kommt aus dem Herzen. Und ein frohes Herz sollte noch immer über den nüchternen Verstand siegen ...
Ehrung für Professor Or. Eger.
Don der Pressestelle der Ludwigs-Universität wird uns mitgeteilt:
Herrn Professor Dr. Otto E g e r ift vom Reichsstudentenführer die Plakette des Reichsstudenten- werkes verliehen worden „in dankbarer Anerkennung hervorragender Verdienste um den studentischen Nachwuchs an Deutschlands Hoch- und Fachschulen". Diese Ehrung erfolgte auf Grund der großen Verdienste, die sich Professor Eger, der „Studentenvater", wie ihn die alten und jungen Studenten unserer Universität nennen, in langjährigem Wirten um die Betreuung unserer Studentenschaft erworben hat. Professor Eger ist im eigentlichsten Sinne als der Schöpfer unseres schönen großen Studentenheimes mit seinen mustergültigen Einrichtungen anzusehen.
Was die neue Wochenschau bringt.
Die neue Wochenschau zeigt wieder hervorragende Aufnahmen vom Kampf eines Hilfskreuzers im Südatlantik. Ein feindlicher Frachter ist aufgebracht.. Die Zahl der von den versenkten Schiffen übernommenen Besatzungen und Passagiere ist inzwischen zu groß geworden. Der Kapitän des deutschen Hilfskreuzers entschließt sich daher, einen Teil von ihnen mit einem aufgebrachten Frachter unter Prisenkommando nach einem deutschen Einsatzhafen zu entlassen. Der Hilfskreuzer selbst stößt weiter nach Süden vor und läuft eine Insel in der Antarktis an. Alls der Insel begegnen uns Tiere, die unseren Matrosen nur aus den Zoologischen Gärten bekannt sind: See-Elefanten und Pinguinen. Mit großer Fahrt geht es bald wieder nach Norden. Eine Rauchfahne wird gesichtet und das Schift als bewaffneter Brite ausgemacht. Nach kurzem Kampf finkt auch dieser feindliche Frachter auf den Grund des Meeres.
In der Weibe der nordafrikanischen Wüste hat ein Spähtrupp die Aufgabe, festzustellen, ob eine Oase vom Feind besetzt ist. Vorsichtig pirscht sich der Spähtrupp an die Oase heran, die vom Feinde frei ift. Die Bevölkerung begrüßt freundlich die deutschen Soldaten. Im Hauptquartier der deutsch-ita- lienischen Panzerarmee sehen wir Marschall Rommel mit dem italienischen Marschall Cavalle r o. Ein Angvift von britischen Bombern wird
Rodgau, Oberwachtmeister LLilhelm Philipp in Gießen an die Gefangenenlager Rodgau, Gerichtsvollzieher Heinrich Vater in Grünberg an das Amtsgericht Gießen und Justizassistent Walter Geilsuß in Gießen an das Amtsgericht in Litzmannstadt. — In den Ruhestand versetzt wurden: Iustizobersekre- tär Karl Rahn beim Landgericht Gießen urtb Oberverwalter Josef Guyot beim Landgerichtsgefängnis Gießen. — Als Anwärter 'für das Amt des Richters und des Staatsanwalts wurde Gerichtsassessor Otto Michel in Gießen übernommen und dem Ober- landesgerichtsbezirk Darmstadt zugeteilt. — Justizinspektor Ewald Diehl beim Amtsgericht Butzbach wurde aus dem Justizdienst entlassen.
** Sie neuen Reisefleischmarken. Die ab 11. Januar in Kraft getretenen neuen Reisefleischmarten behalten Gültigkeit bis zum 30. November 1943.
** Warnung! Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß das Betreten de? Absturzstellen von Feindflugzeugen grundsätzlich verboten ist. Das abgestürzte Flugzeug mit seinem gesamten Inhalt ist Eigentum der Luftwaffe. Jede Wegnahme von Gegenständen ist unter schwere Strafe gestellt. Außerdem gefährdet sich jeder, der eine Absturzstelle
den Ein« der Fiih«
Kleingärtner- oder Gartenbauverein, in dessen Be* zirk der Garten gelegen ift. Nicht organisierte Gm> tenbesitzer müssen dem Verein, der die Ausweise ausgibt, den Nachweis führen, daß sie eine Landfläche selbst bewirtschaften. In der Regel ist der Pachtvertrag vorzulegen. Sowohl Fachsamenhändler wie Wiederverkäufer werden nur gegen Vorzeigung dieses Kontrollausweises Samen abgeben. Der Ausweis ist so gefaßt, daß bei jedem Samenhändler eingekauft werden faim. In Gemeinden ohne Gartenoauverein wird eine örtliche Stelle beauftragt, welche die Kontrvllausweise ausgibt. In Zweifelsfällen wende man sich an die Drtsbauern« sichrer oder die Gartenbauberotungsstellen.
Die Organisationen werden ihren Pflanzenbedarf durch Sammelbestellungen bei Gärtnereien sicherstellen. Allen übrigen Gartenbesitzern muß empfohlen werden, sich rechtzeitig um die Beschaffung der Pflanzen zu bemühen. In allen Gemeinden, in denen nicht Gärtner die Pflanzenzucht übernehmen, sollen einzelne bäuerliche oder landwirtschaftliche Betriebe mit der Anzucht beauftragt werden.
Die Samenbestände aller Gemüsearten, die zum Verkauf in Kleinpackungen freigegeben sind, reichen vollkommen zur Deckung des Bedarfs aus. Es besteht mithin kein Anlaß zu irgendwelchen Besorgnissen hinsichtlich der Befriedigung des Bedarfes.
Vom Nordkap bis zum Kaukasus müssen alle Truppenteile der deutschen Wehrmacht den strengen ösllichen Winter und die Erfordernisse des Kampfes in Eis- und Schneewüsten meistern. Der Wehrmacht ist daher jeder Mann willkommen, der für den Winterkrieg vorbereitet ist, gleichgültig, ob er Gebirgsjäger ober Grenadier wird. Die frühere Sonderstellung der Gebirgsjäger auf diesem Gebiet ift überholt. In endlosen Weiten der östlichen Steppe bricht der Winter mit der gleichen Gewalt über die kämpfende Truppe herein wie im Hochgebirge Mitteleuropas.
Dem tragen die SA.-Einheiten heute bei der außermilitärischen Wehrerziehung Rechnung, indem die Winterausbildung nicht nur bei den Gebirös- einheiten, sondern auch im Flachland durchgeführt wird. Sie umfaßt in Theorie und Praxis alles, was der Winterkrieg vom Soldaten fordert. Dazu gehören Grund kenntniffe über Bekleidung und Ausrüstung, behelfsmäßigen Kälteschutz, erste Hilfe bei Erfrierungen, Wetterkunde, Orientieren und Tarnen im Winter, Schilauf, um hier nur die wichtigsten Gebiete zu nennen. Der Soldat muß in der Lage sein, auf sich selbst gestellt und mit bescheidensten Hilfsmitteln ausgestattet, sich in jeder Lage
helfen zu können. Dazu vermittelt ihm die außermilitärische Wehrerziehung in der SA. die ent* sprechenden Kenntnisse und Fertigkeiten.
Nach den modernsten Erfahrungen wird der Biwak- und Zeltbau geübt, angefangen von den herkömmlichen Formen bis zu den namentlich im Norden üblichen Zweighütten und dem Bau von Iglus nach der Art der Eskimo-Schneehütten. Für den Transport von Material und Verwundeten dienen Akjas, Pulks und Handschlitten, die oft mit behelfsmäßigen Mitteln gebaut werden müssen. Auch dies wird in der SA. geübt.
Daneben erfolgt unermüdlich und gründlich dis Gefechtsausbildung auf Schi. Immer wieder wird bei Uebungsmärschen und -läufen das Hinleaen mit angeschnallten Schi, das Abschnallen im Liegen, das Vorarbeiten mit Schi und das Schießen auf Schi in den verschiedenen Anschlagsarten und mit den dabei möglichen Unterstützungsarbeiten durchgeführt.
Die Männer des Lehrgangs wissen die Bedeutung einer solchen außermilitärischen Winterausbildung zu schätzen. Deshalb geben sie sich mit be* sonderem Ernst und besonderem Eifer ihrer Auf* gäbe hin. Schmidt.
*♦ Justizpersonalien. Ernannt wurden: Amtsgerichtsrat Dr. Ernst Guyot in Vilbel zum Oberamtsrichter beim Amtsgericht Alzey; Gerichtsassessor Heinz Ritzert zum Amtsaerichtsrat beim Amtsgericht Laubach; die Justizinspektoren Georg Geidel in Gießen, Karl Deckenbach in Büdingen, Wilhelm Staubach in Butzbach und Karl Heutzen- röder in Gründerg zu Justizoberinspektoren; der technische Inspektor Wilhelm Glaub in Butzbach zum Verwaltungsoberinspektor: Justizinspektor a. P. Alfred Hahn in Gießen zum Justizinspektor: Justizsekretär Friedrich Jorns in Friedberg zum Gerichtsvollzieher in Grünberg: die Justizassistenten Jakob Köhler in Alsfeld, Georg Fröhlich in Butzbach, Louis Koller in Ortenberg und Edmund Steul in Nidda zu Justizsekretären: die Hauptwachtmeister
„Natürlich!" rief Sigrid. „Anders kann es gar nicht gewesen fein! — Das müssen Sie sofort dem Kommissar sagen, Herr Holm! Er wird dann seinen Irrtum einsehen!"
Axel mußte unwillkürlich lächeln.
„Das bezweifle ich leider, Fräulein von Mönckeberg! Raucheifen ist viel zu klug, um diese Möglichkeit nicht bereits in Erwägung gezogen zu haben! Wenn ich ihm mit dieser Theorie komme — und vorläufig ist es ja leider nur eine Theorie — wird
©emüfefämereien und Gemüsepflanzen in 1943
Oie Versorgung der Kleingärtner und Gartenbesitzer.
Durch Blutsverwandtschaft und Neigung _____
Werk seines Urgroßvaters Franz Liszt verbunden, dirigierte Graf Gilbert Gravina an der Spitze des Großen Berliner Rundfunkorchesters von den symphonischen Dichtungen die „Hüngaria", den „Orpheus" und „Mazeppa". Seine gestrafften und dabei
Sigrid starrte ihn fassungslos an.
„Aber — das ist doch wohl nicht möglich ...?! Das kann er doch nicht im Ernst gesagt haben, Herr S)ohn!" ,ri r .
„Doch, Fräulein von Mönckeberg! Es ift fein voller und bitterer Ernst! — Dort — der Beweis!"
Axel deutete mit den Augen zu den beiden Beamten hinüber.
„Sie sehen ja die beiden Männer dort drüben! Raucheisen hat sie beauftragt, mich zu überwachen! Wahrscheinlich glaubt der Kommissar, ich wurde einen Fluchtversuch machen oder sonst irgend etwas verrücktes anstellen!" „ . .
„Wie schrecklich muß das für Sie sein! rief Sigrid gequält. Aber als die beiden Beamten «ufmerksam herübersahen, dämpfte sie ihre Stimme iofort zum Flüsterton:
„Erst verlieren Sie unter erschütternden Umstaw ien Ihren Onkel, und dann werden Sie auch noch verdächtigt, an seinem Tode schuld zu sein."
„Mehr als das: ich soll ihn erschossen haben! Ja — Raucheisen hat sogar die Möglichkeit m Erwägung gezogen, daß ich meinen guten, alten Onkel ms selbstsüchtigen und habgierigen Gründen kalt- iltitig ermordet haben könnte!"
Sigrid war bleich geworden. Ihre Hän^e zitterten vin wenig, und ihre Augen füllten sich mit Tränen.
„Ich weiß, daß Sie es nicht getan haben, Herr Holm!" flüsterte sie mit zuckenden Lippen. „Ich brauche nur in Ihre Augen zu sehen, dann weiß ch, daß Sie nicht einmal in Gedanken zu einer olchen Tat fähig sind!" „
Axel beugte sich in einer heißen Aufwallung ju.
Sigrid hinüber. Er ergriff ihre Hand und zog sie an'die Lippen.
„Fräulein von Mönckeberg, ich danke Ihnen! Sie kennen mich kaum, und doch sind Sie der einzige Mensch, der vorbehaltlos an mich glaubt! Ich kann Ihnen nicht sagen, wie glücklich und froh mich Ihre Worte gerade in diesem Augenblick machen, da ich mich von allen verlassen glaubte."
Sigrid wandte den Kopf zur Seite und wischte mit dem Taschentuch verstohlen über ihre Augen.
„Ich kann diese Ungeheuerlichkeit immer noch nicht fassen!" sagte sie. „Kommissar Raucheisen ist doch solch ein kluger und einsichtiger Mensch: wie ist es nur möglich, daß er sich in einen solchen Irrtum --?"
„Nun sein Irrtum ist immerhin entschuldbar!" unterbrach Axel sie. „Eine Verkettung von Unglück- seligen Umständen brachte ihn auf den Gedanken, daß ich der Täter fein müsse!"
„Trotzdem", sagte Sigrid kopfschüttelnd, „ich verstehe auch gar nicht, weshalb Raucheisen nicht der anderen Spur nachgehen will, die ich ihm gezeigt habe!"
„Welcher Spur?" fragte Axel schnell.
Sigrid machte eine kurze Andeutung, um bann auf Axels Wunsch ausführlich über den rätselhaften Einbruch .zu berichten, der in der Nacht zuvor bei ihr verübt worden war.
„Ja, aber dann ist doch alles klar!" rief Axel, nc ebb em Sigrid mit ihrem Bericht zu Ende war.
.^Irgend jemand suchte aus irgendwelchem Grunde ein ganz bestimmtes Buch Dieser Jemand weiß, daß sich das gesuchte Buch nur bei Ihnen oder bei meinem Onkel befinden kann. Nachdem der Einbruch bei Ihnen nicht tu dem gewünschten Erfolg geführt hat, bricht er schon in der darauffolgenden Nacht bei meinem Onkel ein. Mein Onkel überrascht nun den Einbrecher in der Bibliothek und fordert den Mann auf, sich zu ergeben. Der Einbrecher aber bedroht ihn. In der Notwehr schießt mein Onkel und — fehlt leider. Der Einbrecher schießt sofort zurück und tötet meinen Onkel!"
halten hatte. Daß heute die Gonorrhoe in 90 v. H. aller Erkrankungsfälle geheilt werden kann, daß die Sterblichkeit an Lungenentzündung von etwa 35 vH. bis zu 5 v. H. gesenkt werden konnte, und daß die epidemische Genickstarre statt einer Sterblichkeit von 90 v. H. heute eine Heilungsquote von y aufweist, gehört zu den Fortschritten der Heilkunde, die ohne die Entdeckung des Prontosil nicht denkbar sind. Der Krieg hat die Bedeutung des Prontosil und der ihm chemisch nahestehenden Sulfonamidpräparate noch erheblich gesteigert, gelingt es doch, durch Sulfonamide Infektionskrankheiten in bisher ungekanntem Maße zu heilen. Auch in der Behandlung der Wundinfektionen, die in früheren Kriegen zahlreichen Soldaten das Leben kosteten, brachten die Sulfonamide, deren thera- oeutische Möglichkeiten bei weitem noch nicht erschöpft find, beachtliche Fortschritte.
Kunst und Wissenschaft.
Dr. Goebbels beglückwünscht Wilhelm Schäfer.
Reichsminister Dr. Goebbels sprach dem Dichter Wilhelm Schäfer in einem herzlichen Schreiben zur Vollendung seines 75. Lebensjahres seine Glückwünsche aus. Er verband damit seinen Dank für dessen bisheriges Lebenswerk, das aus dem Schrifttum unserer Tage nicht wegzudenken sei und Wilhelm Schäfer einen Platz unter den Persönlichkeiten sichere, die für die Erneuerung des deuftchen Volkes Entscheidendes geleistet haben.
Eine Peler-Geibel-Vibliographie.
Neben die Gesamtausgabe der Ge dichte des wetterauischen Mundartdichters Peter Geibel, die Emerich Reeck herciusgibt, soll eine Bibliographie aller seiner Arbeiten und aller Veröffentlichungen (Aufsätze, Gedichte) von Belang über ihn und fein Werk treten. Diese Bibliographie sieht vor dem Abschluß. Erwünscht sind dem Verfasser noch die Besitzanzeige der 5., 6. und 7. Auf- läge der „Humoristischen Gedichte" und Hinweise auf Aufsätze und Gedichte über Peter Geibel in Zeitschriften und Zeitungen. Die Zuschriften werden erbeten an: Schriftleiter Emerich Reeck, Frankfurt am Main, Unter den Birken 22.
Graf Gilbert Gravina in der „Musik zur Dämmerstunde".
AUF MÖNCKEBER6 ist diel "Teufel lc5.
ROMAN VON OLAF BOUTERWECK
Kriegserfahrung als Lehrmeister
Oie Winterausbildung der SA.
Er faßte plötzlich erneut nach ihrer Hand.
„Fräulein von Mönckeberg, wollen Sie mir helfen, meine Schuldlosigkeit zu beweisen?"
»herzlich gern!" versicherte sie mit Wärme. „Alles, was in meiner Macht steht, will ich tun, um Ihnen zu helfen! Sie können auf mich rechnen!"
„Ich danke Ihnen, liebes Fräulein von Mönckeberg!" sagte Axel gerührt. In seiner Stimme war ein sonderbar rauher Klang.
Sie sah ihn fragend an.
„Ja, was aber kann ich denn in dieser Sache für Sie tun, Herr Holm? Was soll ich unternehmen?"
„Das weiß ich jetzt auch noch nicht! Es genügt mir vorläufig, daß ich einen Bundesgenossen gefunden habe, auf den ich mich unbedingt verlasien kann! Vor allen Dingen aber müssen wir uns über diesen rätselhaften Einbruch bei Ihnen noch einmal gründlich aussprechen, denn ich habe so eine dunkle Ahnung, daß uns diese einzige vorhandene Spur zu dem Täter führen könnte. Aber hier ist freilich weder der richtige Ort noch die richtige Zeit für eine «solche Aussprache... Würden Sie mir gestatten,
doch geistvollen Pointen überzeugten von der Lebensfähigkeit dieser Musik. Walter Rummel spielte mit feiner Anschlagskultur und überlegener Technik die „Lobpreisungen" für Klaviersolo und mit Orchester den „dies irae“ über einen alten cantus firmus.
Neues vom Film.
In dem neuen Berlin-Film, „Die beiden Schwestern", spielt den großen Maler Adolf Menzel Staatsschauspieler Erich Ponto, die weibliche Hauptrolle Gisela Uhlen. Regie führt Erich Waschneck. — „Böhmisches Glas" ist der Titel eines neuen Prag- Kulturfilms, mit dessen Gestaltung Dr. Günter Kule- meyer begonnen hat. Im Gebiet von Steinschönau und Haida, wo seit Jahrhunderten die bedeutendsten Glasgraveure zu Hause sind, finden die Aufnahmen statt. Der Film befaßt sich nicht nur mit Glaserzeugung und Schönheit der Gläser, sondern auch sozialpolitisch mit den in diesem Gebiet lebenden Menschen.
Aus aller Wett.
Grotzfeuer in einem zehnstückigen Neuyorker Hotel.
Das bekannte Hotel „Empire Building" in Neuyork wurde durch ein Großfeuer fast vollständig zerstört. Es handelt sich um ein zehnstöckiges Geiräude, das 1200 Personen beherbergen konnte. Das Feuer brach gegen Mitternacht in den unterirdischen Räumen, wo sich die Küchen befanden, aus und nahm rasch an Umfang zu. Nur ein kleiner Teil der Gäste hielt sich noch im Erdgeschoß auf. Er konnte sich in Sicherheit bringen. Die Feuerwehr versuchte vor allem das Uebergreifen des Feuers auf die umliegenden Baulichkeiten zu verhindern. Bisher sind 7 Tote und 40 Verletzte geborgen worden.
Eine Stradivari für 500 Rubel.
Einen außergewöhnlichen Kauf hat ein Berlag l i e r i aus dem nahe bei Mailand gelegenen Städtchen Melzo gemacht. Er erstand auf dem Markt von Stalino bei einem Antiquar für 500 Rubel eine anscheinend echte Stradivari. Jeden- falls trägt die Geige die Initialen „A. 8.", wie sich auch auf einem kleinen Papierftreifen im Innern llbie Worte „Antonius Stradivarius, cremonensis faciebat anno 1713" befanden.__
Freien eingenommen. Bei Eisenbahnpionieren und Baubataillonen gibt es Arbeit in Hülle und Fülle. Irn Raum von Leningrad begegnen wir einer Abteilung der Spanischen Blauen Division auf dem Marsch zur Front. Bei den Abwehrkämpfen besonders bewahrte spanische Sowaten erhallen aus der Hand ihres Generals das Eiserne Kreuz. Im hohen Norden der Ostfront baut die OT. die Eismeerstraße, als den wichtigsten Nachschubweg, weiter aus.
Bilder aus Stettin, vom Eiskunstlauf unseres Meisterpaares Baier im Berliner Sportpalast und Aufnahmen aus Lehrwerkstätten, in denen Pimpfe das ABC der Schiffsbaukunst erlernen, leiten die neue Wochenschau ein. U.
Derdunkelungszeil:
21. Januar von 17.46 bis 7.50 Uhr.
■ Führet - ugen) in , inn die int) Aus« ; ler Front I der inne I Hses unö ’ in hal- • n worden


