vommrtag. 2t. Januar 19^3
Gießener Anzeiger
(93. Jahrgang Nr. (Z
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Sicherung eines planvollen Mtschafisausbaus
Dieser Vertrag tritt mit seiner Unterzeichnung in Kraft und bleibt ebenso lange in Geltung wie der Dreimächtepakt zwischen Deutschland, Italien und Japan vom 27. September 1940, entsprechend
lebens bereits große Ergebnisse gezeitigt.
Die Einheit in der Aktion der Dreierpaktmöchte hebt sich auf das eindrucksvollste von dem häuslichen Streit der satten Monopolisten in London und Washington ab. Denn im Gegensatz zur angloamerikanischen Mächtegruppierung entwickeln die Dreierpaktmächte nicht theoretische Programme, sondern gehen planmäßig durch die Tat an den Aufbau einer neuen Wirtschaft. Und während sich im gegnerischen Lager die beiden Hauptpartner über die Auslegung ihrer gemeinsamen Atlantik- Charta immer noch nicht einigen konnten, sich vielmehr in den wichtigsten Fragen, nicht nur aus politi*
unendliche, nur durch die Leuchtzeig'er der Instrumente unterbrochene Dunkelheit ringsum. Immer vorwärts durch das jetzt auch in diesen Breiten eiskalte Wasser, vorwärts mit dem Höchstmaß der von Menschen ertragbaren Geschwindigkeit; nur eine dürftige Schutzhaube vor einem. Nicht zu hoch und nicht zu tief steuern, nur mit dem Kompaß als Richtungsweiser die vielen sorgfältig bewachten Sperren überwinden, an Hafenschutzeinheiten, an Posten, an Geschütz- und MG.-Mundungen vorbei, die schmalen Einfahrten finden — und dann, wenn die beiden Männer die ihnen zugewiesenen Ziele erreicht haben, gilt es noch, mit äußerster Konzentration den Kopf des Torpedos mit der Sprengladung loszumachen und mit den Händen mittels einer besonderen Vorrichtung an der verwundbarsten Stelle des Schiffes, meist unter dem Kiel, zu befestigen. Erst dann ist die Aufgabe gelöst. Wenn die Männer noch die Kraft und viel Glück haben, können sie auf demselben Fahrzeug und demselben Weg wieder zu' ihtern Ausgangspunkt zurückkehren.
Die gefährlichsten Reifen der Well.
Lissabon, 19. Jan. (Europapreß.) Die Seeversicherungsraten von Lloyd (der größten britischen Schiffahrtsoersicherung) ändern sich im gleichen Umfang, wie die deutschen Unterseeboote und die deutsche Luftwaffe ihre Kampfzonen wechseln, erklärt „Daily Expreß" in einer Uebersicht über die zur Zeit geltenden Seeversicherungsraten. Die arktische Route nach sowjetischen Häfen wird sich in Kürze den Beinamen „gefährlich st e Reise der Welt" verdient haben, wie soeben erst wieder durch den Hinweis Morrisons auf die außerordentlich hohen Verluste von Frachtern und Begleitschiffen auf diesen Fahrten bekannt geworden ist. Dorthin und auch nach Malta werden wegen der erheb- lichen Dersenkungsgefahr zur Zeit überhaupt keine Versicherungen entgegengenommen. Die höchste unter den zur Zeit geltenden Raten gilt für Fahrten zwischenAlerandrien und Malta. Für Reisen nach nordafrikanischen Häfen werden von Fall zu Fall Sonderraten gegeben, ein Beweis, daß auch diese Route mit größtem Erfolg durch deutsche U-Boote bedroht wird.
Die Siurmeinheüen der italienischen Marine
Von Kriegsberichter Dr. Karl Judmaier.
Die Großwirtschastsräume Europas und Ostatz'ens in vollem Einsatz für den totalen Krieg.
Verträge über eine enge wirtschastliche Zusammenarbeit der Oreierpaktmächte.
Die Verträge über den Einsatz der Großwirt- chaftsräume der Dreierpaktmächte einmal für die emeinsame totale Kriegführung und dann für die cemeinfame und überlegte Gestaltung des Friedens nd ein Aufbegehren gegen die bis zum Geiz hab- Ichtige Geldherrschaft der anglo-amerikanischen Monopolisten. Deutschland ist im ersten Weltkrieg — entgegen feierlichsten Zusagen — seines so be- cheidenen Kolonialbesitzes beraubt und aus die Zrosamen von dem üppigen Tisch der Engländer nd Amerikaner angewiesen worden: Brosamen, die rum ihm mit lästiger Geste vorwarf oder ... ganz -orenthielt. Italien, das im ersten Weltkrieg auf der Seite der Sieger genau so wie Japan stand, ist chmählich geprellt worden. Die ganze Zeit von 1918 bis zu diesem zweiten Weltkrieg war ein einiger Anschauungsunterricht, daß weder die Einsicht m die drängendsten Notwendigkeiten eines wirklichen Friedens noch auch nur bie mindeste Rücksicht auf die früheren Bundesgenossen den besitzenden dieser Welt einen kleinen, sehr kleinen Verzicht auf die eigene Ueberfülle nahelegte. Das Vßort des Duce, das er schon vor sieben Jahren I sprach, tönt uns noch in den Ohren, daß die fruhe- Nsn Verbündeten für das volkreiche Italien nur ■ Lüsten und Einöden, S t e i n e st a t t B r o t übrig Itotten. Und wie geg£n uns von den Jßereimgten
Staaten aus schon 1933 unter dem Deckmantel be* 1 Hudenboykotts der „moralische" Boykott proklamiert iiurbe, so kündigten die Vereinigten Staaten am 57. Juli 1939 den seit fast 30 Jahren in Krast be- südlichen Handelsvertrag mit Japan und prokla- riierten nach dem Eintreten des vertraglosen Zu- fandes ebenfalls gegen Japan das moralische (mbargo", was man gar nicht übersetzen kann ohne ■a lackän. Gegen Italien aber wurde das ©traf- nittel der Sanktionen verhängt: wiederum Der Boykott, diesmal unter der gefälligen Maske des .Völkerbundes". Der Krieg, den England am
September 1939 an Deutschland erklärte, der 5 rieq, den Roosevelt seit Jahren aus dem Hinter- <runb vorbereitet und geschürt hatte, war nur eine ( nbphase dieses Kampfes gegen deni allzu hescheibe- ieii Lebensspielraum der Habenichtse. Wen will t5 wundernehmen, daß die Habenichtse zur Gegenwehr schritten? . . ... -
Die Welt ist Zeuge, welche sieghafte wirstchaft- - Ich-technische Stärke Deutschland entfaltet hat, wie ■Stolien allen Drohversuchen zum Trotz sich erhob, l&ie Japan aus einem armen Land eines ber reidj* Ificn Länder geworden ist. Alle drei Großmächte des I 2 reierpaftes sind durch politische und militärische l Abkommen untereinander eng verbunden. Durch oen L Dreimächtepakt vom 27. September 1940, durch den I- usanvertrag vom 11. Dezember 1941 und durch Id e Militärkonvention vom 18. Januar !■ 42. Der Dreimächtepakt bestimmt, daß Japan, Deutschland Bunb Italien bei der Schaffung einer neuen Orb- L rjnq in Europa und im großostasiatischen Raum ßs'ch mit allen politischen, wirtschaftlichen und mili- Iirischen Mitteln unterstützen. Auf .der gleichen Igrundsätzlichen Ucbereinftimmung hinsichtlich em.r I t taten und vorbehaltlosen Unterstützung beruh ■.and) der neue Vertrag über die wirtschaftliche Zusammen ar b e ' t Zwischen
Deutschland und Italien einerseits und Japan andrerseits. Eine solche Abmachung auch zwischen
schem und militärischem, sondern auch auf wirtschaftlichem Gebiet in dauernden schweren Meinungsverschiedenheiten befinden, herrscht zwischen den Dreierpaktmächten völlige Harmonie und totale Solida- rirät. Wenn auch die naturgegebene wirtschaftliche Ergänzung Des europäischen und ostasiatischen Wirtschaftsraumes erst nach der siegreichen Beendigung des Krieges zur vollen Entfaltung gelangen Äinn, fo bilden doch jetzt bereits der unbeugsame Wille der beteiligten Völker und die durch den neuen Vertrag wiederum bekräftigte zielbewußte Zusammenarbeit ihrer Regierungen die sichere Garantie für die Erreichung dieses Zieles.
Drei Durchführungsabkommen.
Tokio, 21. Jqn. (DNB.) Gleichzeitig mit der im Führerhauptquartier erfolgten Unterzeichnung des Vertrages zwischen Deutschland und Japan üher die wirtschaftliche Zusammenarbeit sind in Tokio zwischen dem deutschen Botschafter 011 und dem Leiter der deutschen Wirtschaftsdelegation Staatsrat Wohltat einerseits und dem kaiserlich japanischen Minister für Auswärtige Angelegenheiten Toni anderseits drei Durchführung sabkommen abgeschlossen worden, die konkrete Einzelheiten über den Warenverkehr, bie technische Zusammenarbeit und den Zahlungsverkehr enthalten. Verhandlungen über die Einzelheiten zur Durchführung des Vertrages zwischen Italien und Japan sind noch im Gange.
Das Echo in Rom.
Rom, 21. Jan. (Europapreß.) Zum Abschluß des italienisch-japanischen Wirtschaftsabkommens, das am Mittwoch in Rom unterzeichnet wurde, geben römische Kreise der Zuversicht Ausdruck, daß dieses Abkommen sich als ein für die Kriegführung nützliches Werkzeug der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern erweisen werde. Man weist besonders darauf hin, daß die räumliche Trennung zwischen. Italien und Japan die praktische Verwirklichung der in dem Abkommen vorgesehenen Einzelheiten durchaus nicht verhindere. So habe die L u f t» Verbindung zwischen Italien und Japan durch den Flug eines italienischen Flugzeuges nach Japan und zurück schon ihre Probe bestanden und sei einer weiteren Entwicklung fähig. Ferner sei der direkte Funkverkehr zwischen Rom und Tokio seit längerer Zeit im Gange und arbeite zur Zufriedenheit beider Teile, wobei auch chiffrierte Telegramme z. B. über wichtige technische Dinge auf diesem Wege nach beiden Richtungen übermittelt werden könnten. Schließlich habe die Ankunft j a - panischer U-Boote im Atlantik und die Fahrt von Achsen-U-Booten bis in den Indischen Ozean Möglichkeiten der direkten Verbindung für den Warenaustausch und die Beförderung sonstiger wichtiger Güter eröffnet.
Deutschland und Italien zu treffen war nicht nötig, weil zwischen beiden eine solche wirtschaftliche Zusammenarbeit schon feit langem besteht. Der neue Vertrag sieht die vollständige Zusammenfassung aller wirtschaftlichen Kräfte der verbündeten Staaten Deutschland, Italien und Japan zur gegenseitigen Unterstützung beim Aufbau der neuen Ordnung in Europa und Großostasien einmal für die Zeit des Krieges und Darüber hinaus ouch für die Zeit des geplanten umfassenden Aufbaues nach der siegreichen Beendigung des Krieges vor, um durch die gemeinsame Arbeit und sinnvolle Entwicklung und Ergänzung der beiderseitigen wirtschaftlichen Möglichkeiten den Wohlstand und das Gedeihen aller beteiligten Völker sicherzustellen.
Es handelt sich also um einen Vertrag, Der in feiner Zielsetzung unD BeDeutung weit über ein gewöhnliches HanDelsabkomnien hinausgeht. Die Möglichkeiten, Die sich aus diesem Wirtschaftsbündnis der Drei LänDer unD ihrer Wirtschaftsräume ergeben, finD so groß, Daß man ihr Ausmaß heute noch kaum völlig Überblicken kann. Die Wirtschaftsräume ergänzen sich in Der Denkbar glücklichsten unD vollkommensten Weise: Europa unter Deutsch-italienischer Führung mit feinen hochentwickelten technischen Leistungen unD Fähigkeiten, seiner ungeheuer vielfältigen Jndustrieerzeugung unD feinen erprobten Ent- Wicklungserfahrungen einerseits unD Ostasien mit feinen gewaltigen Schätzen an unentbehrlichen wichtigen Rohstoffen anDerfeits. Es ist für Den neuen Wirtschaftsgeist Der jungen Völker kennzeichnenD, daß sie Die berüchtigten, auf kolonialer Ausbeutung beruhenden R o h ft o f f m o n o p o l e Der anglo- amerikanischen Mächtegruppe nicht zerschlagen haben, um an ihre Stelle neue nach plutokratisch- kapitalistischen Gesichtspunkten arbeitenbe Monopole zu setzen, sonDern bewußt auch in Dem neuen Vertrag Die Wohlfahrt unD Das GeDeihen Der beteiligten Völker unD Wirtschaftsräume erstreben. Sie stellen nicht Die Gesichtspunkte privatwirtschaftlicher Rentabilität in Den VorDergrunD, sonDern Die JDee eines planvollen für Den Gesamtraum unD für Die Hebung des LebensstanDards feiner Bevölkerung gedeih- lichen wirtschaftlichen Aufbaus. Die Grundlagen unD Voraussetzungen für Diese neue WirtschaftsorDnung in Den Dreierpakträumen zeigen sich schon jetzt in Europa, wo trotz Des Krieges Die ÄoorDinierung Der wirtschaftlichen Kräfte Zwischen Den verschieDenen ßänDern immer weiter fortschreitet unD Die Erschließungsarbeiten in Den neu gewonnenen Ostgebieten bereits Die ersten Erfolge aufweisen. Gleichzeitig hat im ostasiatischen Raum unter Der zielbewußten japanischen Führung eine planvolle pro- DuftionsorDnenDe Neuorientierung Des Wirtschafts-
Der zwischen DeutschlanD und Japan über die sirtschastliche Zusammenarbeit abgeschlossene Der- rag hat folgenden Wortlaut: . — ----- - • ■ - - r.....--- — --- -
} Die Regierung des Deutschen Reiches und bie Dem 27. läge Des 9. Monats Des 15. Jahres der Kaiserlich-japanische Regierung haben beschlossen, | Aera Sywa.
(PK.) Bei Der italienischen Marine, im Januar 1943. (DNB.) Der jüngste Evsola der Sturmkampsboote ist Die Krönung einer Reihe kühner Einbrüche in stark befestigte, mit den modernsten Abwehrmitteln geschützte feindliche Stützpunkte, Unternehmungen, Die von einer Handvott zu allem entschlosiener Männer Durchgeführt werden, im vollen Bewußtsein Der geringen Aussicht, zurückzukommen. Die in Italien erDachte, entwickelte und vervollkommnete Waffe wurde in diesem Krieg zum ersten Male in Der Nacht vom 26. März 1941 in Der Bucht von Suda (Kreta) eingesetzt. Dieses Unternehmen war der äußerst ungünstigen Verhältnisse wegen besonders schwierig. Mußten die Angreifer doch, durch eine dreifache Sperrkette hindurch, einen 12 Kilometer langen Weg zurücklegen, um Die in Der innersten Bucht liegenden Schiffe zu erreichen. Ein schwerer Kreuzer und Drei beladene große Dampfer fielen .ihrem Einsatz zum Opfer.
Von Dem Einbruch in Den für unverletzbar gehaltenen Ha'en von La Valetta (Malta) in Der Nacht zum 27. Juli 1941 kam keiner Der tapferen Sturmmänner zurück. Man weiß nur, Daß einer Der Männer, sicy selbst aufopfernd, Die Sperren mit Dem eigenen Sturmkampfboot durchbrach, daß seine Kameraden durch die Lücke in Den Hafen einDran- gen und Daß kurz Darauf acht Detonationen zu hören waren.
Der Einbruch in Den Hafen von Gibraltar vom 20. September 1941 rourDe nicht mehr mit raschen, iprengftoffbelaDenen Motorbooten, von Denen Die Besatzungen im letzten Augenblick absprangen, sondern mit winzigen Unterseebooten — oder wenn man will, bemannten Torpedos — ausgeführt. Er kostete Dem Feind einen großen Hilfskreuzer unD zwei vollbeladene Tanker. Bei Dem Angriff im Hafen von AlexanDrien m Der Nacht vom 18. Dezember 1941 rourDe „Queen Elizabeth" und „Daliant", bie beiden einzigen Schlachtschiffe, die die Engländer damals im Mittelmeer jatten, schwer beschädigt, ein Erfolg, ber mit einem Schlage Die Seekriegslage im Mittelmeer grundlegend änderte.
Auch Der jüngste Erfolg war eine militärische unD seemännische Glanzleistung. Viele lange StunDen unter Wasser, nur mit einfachem Taucheranzug unD Atemgerät ausgerüstet, rittlings auf einer Art Tafchenunterfeeboot oder großem Torpedo sitzend.
ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit noch enger zu gestalten, um in diesem Kriege für Den Aufbau Der neuen Ordnung in Europa und Großostasien mit ihren gesamten wirtschaftlichen Kräften einander zu unterstützen und nach siegreicher Beendigung des Krieges, jede in ihrem Wirlschaftsraum, durch umfassende Aubauplcmung eine Neuordnung durch- zui'ühren, Die Wohlstand und Gedeihen aller beteiligten Volker sicherstellt. Sie haben daher folgendes vereinbart:
Artikel 1.
Deutschland und Japan werden Den Austaus ch wirtschaftlicher Lei st ungen zwischen ihren Wirtschaftsräumen in jeder Hinsicht und mit allen Kräften fördern und ausbauen. Sie werden sich bei Der Beschaffung von Waren und Der Errichtung von Anlagen gegenseitig unterstützen und eine enge technische Zusammenarbeit Durchführen.
Artikel 2.
Deutschland und Japan werden eine enge finanzielle Zusammenarbeit Durchführen, um die sich aus der Durchführung des Artikels 1 ergebenden Zahlungen zu erleichtern.
Artikel 3.
Deutschland und Japan werden enge Verbindung miteinander halten, um ihre Zusammenarbeit für Die Durchführung ihrer Wirtschaftspolitik immer wirksamer zu gestalten. Die beiden Regierungen werden zu Diesem Zweck die Entwicklung Der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern durch Svnderbeauftragte ständig beobachten lassen.
Artikel 4.
Die zuständigen Stellen ber beiben Regierungen werden bie zur Durchführung dieses Vertrages not- roertbigen Einzelheiten vereinbaren.
Artikel 5.
Entzaubertes Amerika.
Von Staatsrat Dr. Walther Schieber,
Chef bes Rüstungslieferungsamtes im Reichsministerium für Bewaffnung unb Munition, 1.
Das Wort Amerika übt auf einfältige Gemüter oft noch einen Zauber aus, ber sofort roieber Der* schroinbet, wenn einmal bie amerikanischen Behaup* tungen mit sachkunbigem Blick aus ihren Wahrheitskern geprüft werben. Die psychologischen Gründe für bie oft anzutreffenbe Ueberschätzung Amerikas liegen in ber Vergangenheit. Als im 19. Jahrhun- bert bie europäischen Staatsführungen bie mit bem ungeheuren Bevölkerungszuwachs Zusammenhängen- ben Probleme, vor allem sozialer Art nicht zu losen wußten unb Die Dynastien nicht bereit waren, ihren Untertanen politische Bewegungsfreiheit zu geben, strömten aus Den europäischen Staaten, leiDer auch im großen Maße aus DeutschlanD, zwei Menschenkategorien nach Den Vereinigten Staaten: Besitz- l o s'e unD politische Kämpfer. BeiDen war Die alte Heimat zu eng geroorDen, Dem einen in ihren materiellen Möglichkeiten, Dem anDeren Durch ihre kleinstaatliche Fürstenpolitik.
Drüben erwartete Die AuswanDerer Das Land Der unbegrenzten Möglichkeiten, und tatsächlich bot Amerika im Vergleich zu Den europäischen Staaten Dem einzelnen eine Fülle von per- önlichen Freiheiten, Die allerDings nur in Einzel* ätlen Den steilen sozialen Aufstieg ermöglichten, ehr oft jeDoch zum ElenD führten; Denn Freiheit im amerikanischen Sinne beDeutete ja von jeher Das Recht Des Stärkeren, Den Schwächeren brutal auszubeuten. Wenn Amerika trotzDeni ttine große soziale Revolution erlebte, Dann vor allem Deshalb, weil in Diesem LanDe ber krassesten Gegensätze auch Der Aermste immer noch a u f Das Iß u n D e r hofft. Das auch ihn einmal plötzlich in Die Schicht Der Plutokratie emporschleuDern soll.
Bis zum ersten Weltkrieg hatten wir mit Den USA. keinerlei Reibungspunkte, unb . auch heute noch sind bie Lebensinteressen Der Bevölkerung Amerikas von Denen Europas nicht nur räumlich, sonDern materiell so getrennt, baß für Die Völker ein wahrer Kriegsgrund nicht besteht. Es waren schon 1917 nicht bie Interessen Des Vol* Fes, Die Wilson zur Kriegserklärung an Deutsch* land veranlaßten, sondern diejenigen Der iß eit* freimaurerei und Des SB eltjuDen tums. Amerika trat Damals in ben Krieg ein, als Die europäischen Staaten sich bereits stark ausgeblutet hatten. Es hatte zugesehen bis zu Dem Augenblick, Da Der Krieg in ein Erschöpfungsstabium getreten war, und konnte nun in ben letzten eineinhalb Jahren bie Kraft bes einzigen unverbrauchten Kriegsbeteiligten in bie Waagschale werfen und nach bem Kriege bie Rolle bes Stärksten spielen. Denn amerikanlsches Gebiet war vom Krieg über* Haupt nicht berührt worben, und bie amerikanischen Kriegsanstrengungen waren vergleichsweise mit be-> nen ber europäischen Völker außerorbentlich gering.
Besonders aufschlußreich sind dafür bie Zahlen ber blutigen Verluste, und zwar nicht etwa gegenüber Deutschland, sondern gerade gegenüber den Verbündeten ber Vereinigten Staaten. Während bie Franzosen 1363 000, bie Engländer 1069 825 und bie Russen 1700000 an Gefallenen opferten, betrugen die amerikanischen Verluste nur 50 000 Mann. Außerdem war bei Kriegsende ein großer Teil Frankreichs vernichtet, bie englische Schiffahrt ruiniert, und auch in ben sogenannten europäischen
DltB. Aus bem Führerhauplquartier, ?L 3an. Der Reichsminister bes Auswärtigen von Ribbentrop unb ber kaiserlich-japanische Bot- chafter Hiroshi Ofhima haben am 20. Januar >. 3. im Führerhauptquartier einen „vertrag wischen Dentfchlanb unb Japan über i>ie wirtschaftliche Zusammenarbeit" mlerzeichnet. Am selben Tage wurde in Rom ein zleichlautenber vertrag zwischen Italien inb Japan durch den königlich-italienischen Minister er Auswärtigen Angelegenheiten, Graf Galeazzo L i a n o, und dem kaiserlich-japanischen Geschäfts- Iräger, Shunichl käse, gezeichnet.
Diese Verträge, die die gleiche Geltungsdauer wie ber Dreimächtepakt haben und diesen in wirtschaftlicher Hinsicht ergänzen, stellen eine kraftvolle reellere Ausgestaltung des Paktes der drei verbündeten Nationen dar. In konsequenter Fortsetzung der »olitischen Grundidee dieses Bündnisses der drei Großmächte auf längste Sicht wird nunmehr in iimfaffenben Verträgen eine großzügige ID 1 r t- chaftsplanung vorgenommen. Damit werben bie Großwirtschastsräume Europas und Offafiens mit allen ihren Kräften für den totalen irieg gegen unsere Feinde zum vollen Einsatz zebracht. Gleichzeitig wird mit diesen Verträgen j iür die Nachkriegszeit die Grunblage für I fte dauernde wirtschaftliche Zusammenarbeit zwi- ! chen ben Dirtschaflsgroßräumen gelegt. Zn den i Verträgen wird der Austausch der wirtschaftlichen ELeistungen jeder Art und ihre weitestgehende För- erung bestimmt und die Zusammenarbeit In allen wirtschaftlichen und finanziellen Fragen feftgekgt.
Oer Vertrag.


