Aus dem Irrationalen treten neue Bilder des Zusammenlebens hervor,-aus einem Urgrunde des Menschendaseins kommen die neuen Lebensformen, die fein Wille erzwingt. Es heißt vieles vergessen, was die rationale Weltbetrachtung sich erdacht und für wirklich genommen hatte. Und doch hängt all das, was durch Adolf Hitler in unserem Leben als Deutsche bewegt wird, tief zusammen mit unserer Geschichte, mit unserer Ueberlieferung. Nur ist es in kein Schema zu pressen, es lebt aus sich, es ist selbst Geschichte, Schicht des schaffenden Lebens.
Noch keinem Führer und Fürsten-ward eine solche Macht über das deutsche Volk gegeben wie ihm. Noch keiner führte eine so große Anzahl der Deutschen. Keiner früheren Gliederung unseres Volkes wäre es vorstellbar gewesen, daß Man ein so vergrößertes Volk so bis in seine letzten Einheiten beeinflussen und lenken könne. Dem einfachen Soldaten Adolf Hiller gelang es. Er war durch die Hölle des modernen Krieges gegangen, er hatte Not und Einsamkeit, Erblindung und am Ende Verratensein auf sich genommen, er hatte das Unmög- liche sich vorgesetzt, aus der Unbekanntheit des Miterlebens heraus die Ehre seines verlorenen Volkes zu erringen. Aus dieser Verlorenheit und diesem für herkömmliche Vorstellungen unmöglichen Wollen erwuchsen die Seelenkräfte, die dos Schicksal meisterten und selber Schicksal wurden. Mit der Sprach- gewalt des Gebetes und der Beschwörung ergriff der Führer damals wie heute die Herzen und
formte das deutsche Volk um. Dabei führte er etwas zur letzten Folgerichtigkeit hin, was in unserem Bewußtsein lange oorgebildet war: die Volksgemeinschaft, den Traum vom freien, einigen Volke. Er erfüllte eine Sehnsucht, die seit Jahrhunderten im deutschen Volke stärker und stärker ward, mit ganz neuen Mitteln. Hier liegt die mythische Kraft seiner Bewegung. Er kannte als ein echter Sohn des Volkes — unbehindert durch Standes- und Bildungsvorurteile — diese heimliche Sehnsucht, er wußte um die Geheimnisse seines Volkstums. Er kannte das Herz seines Volkes.
Als er sein Volk gewonnen hatte und ihm Ehre und Freiheit wiedergewinnen konnte, legte ihm die Vorsehung die Aufgabe auf, Europa einer freieren und besseren Zukunft zu gewinnen. Heute — nach Kriegstaten ohne Beispiel — erkennen die Völker des Erdteils in ihm den Befreie^, den Vollzieher eines Schicksals, das nicht leicht ist, aber notwendig. Mit der wachsenden Erkenntnis dieser Notwendigkeit wenden sich ihm die Herzen zu. Diese Wendung ist wohl das Höchste, was geschehen konnte: sie bewirkt Opfer und Einsatz, wo noch vor wenigen Jahren, vor Monaten fast, die Idee und das Werk Adolf Hitlers nur im Zerrbild seiner niedrigsten Schmäher erschienen war.
Eine weltoerwandelnde Macht ist in der Gestalt des Führers unter uns erschienen. Ihre Auswirkung ist heute noch nicht abzusehen. Curt Hotzel.
Der Führer ist unser Glaube und unsere Hoffnung.
Reichsminister Dr. Goebbels am Vorabend des Führer-Geburtstages.
Berlin, 19. April. (DNB.) Anläßlich des Geburtstages des Führers versammelten sich in der Berliner Philharmonie Vertreter der Partei, des Staates und der Wehrmacht, Eichenlaub- und Mt- terkreuzträger. Verwundete und Rüstungsarbeiter zu einer Feierstunde der Reichspropagandaleitung der NSDAP. Das Berliner Philharmonische Orchester unter Leitung von Prof. Hans Knapp erts- b u s ch leirete sie mit dem „östlichen Präludium" von Richard, Strauß ein, dessen Orgelpart Prof. Fritz Heitmann spielte. Den Ausklang der Kundgebung bildete Beethovens 9. Symphonie. In der straften Interpretation von* Hans Knappertsbusch verschmolzen das Philharmonische Orchester und der Philharmonische Chor (Bruno Kittelscher Chor) mit den Solisten Erna Berger, Gertrude Pitzinger, Helge Roßwaenge und Rudolf Watzke zu einer machtvoll klingenden Einheit. Im Rahmen dieser Feierstunde übermittelte Reichsminister, Dr. Goebbels dem Führer in 'einer Rede die Glückwünsche des ganzen deutschen Volkes. Dr. Goebbels führte dabei im einzelnen u. a. folgendes aus:
Das deutsche Volk begeht diesmal den Geburtstag des Führers in einer besonders ernsten Haltung und Stimmung. Der Krieg hat in seinem vierten Jahre sein bisher härtestes Stadium erreicht, und ein Ausweg aus feinen Belastungen und Leiden oder sein Ende ist vorerst noch nirgendwo zu entdecken. Man vergißt in den Sorgen und Belastungen unserer Tage allzu leicht, daß dieser Krieg im Gegensatz zu allen ihm vorangegangenen einen durchaus völkischen und rassischen Charakter trägt. Deshalb wird er auch auf beiden Seiten mit einer so zähen Erbitterung durchgekämpft. Die Völker wissen genau, daß es diesmal nicht um eine Grenzkorrektur^ sondern um ihr nationales Leben geht. Die gewissenlosen Kreise, die diesen Krieg mutwillig, zynisch und frivol vom Zaune gebrochen hatten, wollten und wollen ganze Sache machen. Sie sind nicht, wie wir, aus dem Volke hervorgegangen. Sie werden deshalb auch niemals für die eigentlichen Interessen selbst chrer eigenen Völker Verständnis aufbringen können. Aus ihrer volksfeindlichen Gesinnung entspringt ihr brutaler Zynismus, und darin beruht auch ihr infernalischer Haß gegen die nationalsozialistische Volksbewegung, gegen das national- sozialisllsche deutsche Volk und Reich und vor allem gegen den Führer selbst. Sie betrachten ihn als einen Eindringling in die Bezirke der staatlichen Führungsgeschäfte, die für sie immer gleichbedeutend sind mit Volksbettug und Geldherrschaft. Sie haben diesen Krieg planmäßig vorbereitet und provoziert, um den ersten Versuch der Bildung wahrer Dolks- staaten in Europa unter der Reaktion ihrer pluto- trattschen Freibeuterei zu ersticken. Das ist die Ursache, der Anlaß, der Grund und ihr Ziel dieses Krieges.
Es liegt in der Natur der Sache eines so gigantischen Krieges, daß der, der ihn führt und repräsentiert, ihm auch seinen Namen gibt. Und nicht nur das. So wie dieser sein Glück und feinen Er-1
folg doppelt und dreifach empfindet, so trägt er auch an seinem Unglück und an seinem schweren Schicksal doppelt und dreifach schwer. Gewiß gibt es keine große Persönlichkeit in der Geschichte, die nicht auch einmal von dem berauschenden Bewußtsein erfüllt gewesen wäre, Völkerschicksale wie Ton in des Schöpfers Hand zu halten. Ungleich viel zahlreicher aber sind immer die Stunden eines erbitterten und leibvollen Ringens mit der Verantwortung für geschichtliches Werden, eines stummen und zähen Kampfes mit manchmal übermenschlich scheinenden Kräften widriger Umstände und unverdienter harter Schicksalsschläge, die oft und oft ein kunstvoll errichtetes Gebäude der Planung unter seinen Trümmern begraben und damit den schon nahe winkenden Erfolg wieder zunichte machen. Während der Geführte nur an seinem eigenen Schicksal trägt, so schwer es Manchmal auch sein mag, trägt der Führer das Schicksal der ganzen Natton. Auf ihn richten sich in kritischen Zeiten Mllionen Augenpaare, um aus seinem Gesicht Trost und Hoffnung zu schöpfen, um aus der Festigkeit seines Ganges, aus der Sicherheit feiner Gesten und aus der Zupersichtti chkett seines Auftretens das zu schließen, wozu die Gespanntheit der Lage keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten freigibt. Könnte man das Gesicht unseres Volkes nachzeichnen, es würde im Verlauf dieses Krieges wahrscheinlich dieselben tiefen Wandlungen aufzuweisen haben, die wir Mit ernstem Stolz am Gesicht des Führers feststellen. Die Züge der Härte, der Entschlossenheit, aber Auch eines tiefen Leidens um das Volk und im weiteren Sinne um die Menschheit, die ganz gegen seinen Willen und seine Absichten so Bitteres und Schweres ertragen und erdulden müssen, sind hier unverkennbar geworden.
In den großen berauschenden Siegesphasen dieses Krieges haben wir den Führer bewundert und verehrt; heute, da er sich mit zäher Verbissenheit gegen auch manchmal harte und schmerzhafte Schläge des Schicksals behauptet und durchkämpft, haben wir ihn erst ganz aus der Tiefe unseres Herzens lieben gelernt. Welch eine tröstliche Gewißheit muß es einem Volk geben, an der Spitze der Nation einen Mann zu sehen, der die ganze Unerschütterlichkeit des festen Glaubens an den Sieg für alle sichtbar verkörpert.
Vertrauen ist die beste moralische Waffe im Kriege. Erst wenn sie zu fehlen begännt, dann wäre der Anfang vom Ende gekommen. Wir sehen weit und breit nicht den geringsten Grund zu solcher Besorgnis. Sie existiert nur in den propagandistischen Wunschträumen unserer Feinde. Je größere Hoffnungen sie auf die moralische Anfälligkeit des deutschen Volkes setzen, desto schwerere Enttäuschungen werden sie dabei erleben. Wenn etwas für uns Deutsche selbstverständlich geworden - ist, dann die Treue und bedingungslose Gefolgschaft aller an der Front und in der Heimat zu dem Manne, der für uns heute nicht nur die Sicherheit der deutschen Gegenwart, sondern auch die Antwartschaft auf die deutsche Zukunft verkörpert. Als Volk von neunzig Millionen legen wir höute erneut unser Bekenntnis
Cm Vorkämpfer für unsere Erziehungsidecile.
Vor 75 Jahren, am 20. April 1868, wurde Hermann Lietz, der Gründer der Landerziehungsheime, geboren. Mit der Einrichtung der Landerziehungsheime versuchte der ideenreiche und tatkräftige Pädagoge Hermann Lietz schon vor Jahrzehnten den Konflikt bloßer Lehraufgabe und erzieherischer Aufgabe der Schule zu lösen und eine Neugestaltung des Erziehungswesens herbeizufüh- führen, wie sie heute im pationalsozlalistischen Deutschland verwirklicht wurde. Er ging von der Idee aus, die bildenden Kräfte des Landes und des ländlichen Lebens für die Erziehung zu verwerten, die opferbereite Gemeinschaft zum Richtungspunkt aller Arbeit zu machen. Da sich feine 'Pläne int herrschenden System der Schuleinrichtungen nicht verwirklichen ließen, gründete er „aus sozialem und nationalem Pflichtgefühl" eigene Anstalten. Sie- ersten dieser Landerziehungsheime entstanden im Thüringer Land, in Ilsenburg am Harz, in Kaubinda und in Bieber st ein (Rhön).
Alles das, was die moderne Einrichtung des Landschuljahres der Schulentlassenen im national- soziäliftischen Erziehungsprogramm heute im Großen im.ganzen deutschen Volke zur Verwirklichung führt, das war im Klemen in den Lietzschen Heimen bereits im Werden begriffen. Hier gatt das Führerprinzip; Arbeitsdienst, Gemeinschaftserziehung, Ge- meinsamkett von Kopf- und Handarbeit, Ueberwin-
dung der Klassengegensätze, arisch einheitliche Schii- lerauslese waren Richtungspunkte der Erzichungs« arbeit; Selbstzucht, Disziplin, Bereitschaft zum im. merwährenden Dienst an der Gemeinschaft und in der Gemeinschaft waren die Voraussetzung der ße» bensgeftoltung in den Lietzschen Schulgemeinden Alle Arbeit in den Heimen, auch der Unterricht, richtete sich nach den über, allem stehenden Forderungen der Gemeinschaft. Die Schulung des Wil- lens, die Bildung des Gefühls durch geistige Tätigkeit und künstlerisches Schaffen, die Zucht des Tur- nens und des Sportes, das Zusammenleben in der Klasse, im Heim, auf der Wanderung, alles das diente nur dem einen Ziel, der Weckung und Förderung oller Kräfte, die dem Gemeinwohl nützen.
Die Lietzschen Gründungen — äußer den genannten fanden wir in Thüringen solche in Ettersburg Wickersdorf und Gebesec — blieben freilich isolierte pädagogische Provinzen im damaligen Erziehungswesen. Reich und Staat standen ihnen verständnislos gegenüber. Erst die elementare Volksbewegung der nationolsozialistifchen Revolution schuf grund legende Strukturveränderungen in den schulischen Einrichtungen und baute auch in Anerkennung und Würdigung des Lietzschen Gedankengutes und der Arbeit seines Bildungssysterns diese Anstalten in das Gefüge des neuen Erziehungswesens ein. Lietz erlag 1919 einem schweren Kriegsleiden. DKD.
zu ihm ab. Wir glauben an den großen deutschen Sieg, weil mir an ihn glauben. Aus der tiefsten Tiefe unserer Herzen steigen unsere heißen Wünsche für ihn auf. Gott gebe ihm Gesundheit, Kraft und die Gnade des Entschlusses! Treu und unbeirrt wie immer sonst wollen wir ihm folgen, wohin er uns führt. Er ist unser Glaube und unsere stolze Hoffnung. Festen Schrittes wollen wir den Weg in die Zukunft beschreiten, den seine Hand uns weist. Ein Volk, das einen solchen Führer sein Eigen nennt und ihm mit einer so bedingungslosen Treue folgt, ist zu Großem berufen. Es muß das Große nur unentwegt wollen.
Tagesbefehlan die Wehrmacht
Berlin, 19. April. (DNB.) Reichsmarschall Göring Hal zum Geburtstag des Führers an die Soldaten der Wehrmacht folgenden Tagesbefehl erlassen:
Soldaten der Wehrmacht!
Zum vierten Wale im gewaltigsten Völkerringen aller Zeiten tretet Ihr heute in stolzer Freude im Gedenken an den Geburtstag unseres heißgeliebten Führers und Feldherrn an. Was Ihr in unwandelbarer Treue und Liebe für Adolf Hitler fühlt, liegt in Eurem Soldateneid beschlossen. 3n dieser Stunde aber bekunden wir vor aller Welt die Bitte an die Vorsehung, daß sie den Führer segnen und schützen möge, wie bisher das Gelöbnis als tapfere Soldaten in jeder Stunde und zu jedem Kampf zu Lande, in der Luft und zur See mit unserem höchsten Einsatz den ruhmbedeckten Fahnen zu folgen, das Wissen um die Anüberwindlich- keit unserer Waffen und die ewige Größe Deutschlands.
.Kameraden! Wir grüßen den ersten Soldaten unseres Reiches, heil unserem Führer!
Göring,
Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches.
Oer Wehrmachtbericht.
DRB. Ausdem Führerhauptquartier, 19. Aprit. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
«Südlich Noworossijsk dauert die lebhafte Kampftätigkeit an. Die Luftwaffe führte schwere Angriffe gegen feindliche Stellungen und Nach- schubstützpunkte im Küstengebiet des Schwarzen Weeres. 3n einigen Abschnitten der übrigen Ostfront wurden örtliche Angriffe des Sowjets ab- gewiefen.
An der tunesischen Front verlief der Tag im allgemeinen ruhig. Das Hafengebiet von Algier wurde von Kampfflugzeugen der deutschen Luftwaffe erneut bombardiert.
Bei einem S e e^ e f e ch t in den Worgenslun- den des 18. April versenkten deutsche Siche
rungsstreitkräfte vor der niederländische« Küste ein britisches Artillerieschnellbook und beschädigten drei weitere schwer. Ein eigenes Fahrzeug ist gesunken.
Deutsch-italienische Eeestreitkräste vor der Kaukafusküste.
Berlin, 19.April. (DNB.) In der Nacht zum Sonntag lief ein gemischter Verband leichter deutsch- italienischer Seestreitkräfte aus seinen Stützpunkte« aus, um den Küstenvexkehr der Bolschewisten por, der Kaukafusküste zu stören. Im Verlauf der Unter» nehmung, die sich über die ganze Nacht hinzog, und bei der es zu zahlreichen Gefechten mit sowjetischen Seestteitkräften kam, wurden von der Artillerie unteres Verbandes mehrere Ein- und Ausschiftungs- stellen des Feindes beschossen und zum Test völlig zerstört. Gleichzeitig wurden dobei mehrere Landebrücken und als Brückenköpfe dienende Wracks so schwer beschädigt, daß ihre weitere Verwendung für den Feind in Frage gestellt ist. Der deutsch-italienische Verband ist ohne Ausfälle in feine Stützpunkte zurückgekehrt. z
Deutsch-türkische Wirtschastsvereinbarungen. Ankara, 19. April. (DNB.) In Ankara haben in den letzten Wochen Wirtschaftsverhandlungen zwischen Deutschland und der Türkei stattgefunden. Um dem Waren- und Zahlungsverkehr zwischen beiden Ländern eine dauerhafte Grundlage zu geben, sind Abkommen geschlossen worden, die ohne zeitliche Beschränkung weiterlaufen, wenn sie nicht zu den vereinbarten Terminen gekündigt werden. Bis zum 31. Mai 1944 ist ein Warenaustausch von 120 Millionen Reichsmark in jeder Richtung vorgesehen worden. Deutschland wird wie bisher an die Türkei solche Jndustrieerzeugnisse liefern, die für die Türkei von besonderem Interesse sind, wogegen die türkische Ausfuhr nach Deutschland diejenigen Rohstoffe umfassen wird, auf deren Bezug Deutschland besonderen Wert legt. Die Verhandlungen wurden in dem Geist der Freundschaft und des gegenfettigen Verständnisses geführt, der die Beziehungen zwischen den beiden Ländern stets gekennzeichnet hat. Die Abkommen bieten die Gewähr dafür, daß der Wa- renaustgusch sich zum Nutzen der beiden Völker auch weiterhin so entwickeln wird, wie es der engen wirtschaftlichen Verflechtung der beiden Volkswirtschaften entspricht.
ßin neues Attentat in Sofia.
Sofia, 19. April. (Europapreß.) Ein neues Attentat wurde am Sonntagoormittag in der Nahe des Sofioter Bahnhofs auf einen Flugzeugtechniker namens Dimkoft verübt. Drei Personen erschienen vor feiner Wohnung, eine zog einen Revolver und tötete ihn durch mehrere Schüsse auf der Stelle. Die Täter sind bisher nicht gefaßt worden, daher ist auch noch nichts näheres darüber bekannt, ob auch bei diesem Attentat politische Motive im Spiele
Oie gebannten Wasser.
■ Eine Geschichte zum 20. April vonEitelKaPer.
Der Bärenkopf ist der König in diesem Wald- lanü; als ein drohender Schatten wuchtet er über den Hochtälern, und wenn er sich gleich nicht mit den Dreitausendern und Viertausendern messen Fann, so ist er doch vielen Geschlechtern von Bergbauern zum Schicksal und zur Drohung geworden. Dlur bis zu den Knien reicht ihm der Wald, ein stiller, geduckter Bergwald mit abenteuerlich verdrehten Baumbeständen. Dann aber wird die Lehne frei und immer schroffer. Da oben liegt viele Monate ein Schneepelz, und wenn dann der Frühling kommt, donnern die eiskalten Wasser zu Tctt, reißen Brücken fort und stürzen sie wie das Unheil selbst auf die Aecker, die may-Hckhr für Jahr voller Hoffnung angelegt hat. Wer aus diesem Bergland kommt, - der vergißt das Hämmern und Tosen der Wildwasser nie, der hört sie in einsamen Nächten und der denkt in jedem Lenz an die Bärenkopfflut, gegen die es keine Hilfe gibt.
Großen Reichtum und Wohlstand hat es in den Dörfern nächst dem Berge nie gegeben. Man war es zufrieden, wenn man das Notdürftige holte aus den ewig bedrohten Aeckern, und besann sich lange, ehe man ein Dach neu eindeckte, einen Zaun besserte oder gar einen Schuppen baute. Nach dem Weltkrieg aber geht das Darben um, und der Exekutor kommt fast täglich ins Hochtal, hier einen Heuschober und dort ein Stück Vieh mit Beschlag zu belegen. Wenn die Bauern draußen schaffen, bann tragen sie alle den verschlissenen feldgrauen Rock; denn für ein neues Gewand reicht es bei weitem nicht. Im Bergwald wird viel geholzt, und von Jahr zu Jahr wird die Bedrohung schlimmer. Alte, die ein Leben an die Scholle gewendet haben, ziehen davon, die Jungen aber haben vor der Zeit harte Gesichter. Es geht vielen wie dem Einödbauern Bastian, der schon im Weltkrieg mit der Els versprochen war und der letzt doch' nicht daran denken kann, ein Weib heimzuholen. Allein rackert man sich noch durch, aber für eine Frau
und für Kinder, da langt es nicht hinten und vorne.
Der Einödbauer und seine heimliche Braut, die alle kennen, sie sehen sich oft bei der Werktagsarbeit. Gesprochen wird nicht viel; höchstens, daß man an einem schönen Sonntag zur Hochlehne geht und von dem ungebärdigen Berg in die Weite schaut. Stunden gehen sie schweigend nebeneinander und sinnen den Dingen nach. Man liest hier wenig, aber man weiß doch, wie erbärmlich schlecht es dem weiten Vaterland da draußen geht, wie der Hader wächst und wie einer dem anderen auf den Hacken herumtritt. Kleinwinzige Propheten kom- jnen zuweilen ins Dorf und verkünden große Weisheiten. Sie versprechen goldene Berge, aber sie verstummen, wenn sie einer danach fragt, wie man dem Bärenkopf zu Leibe rücken soll. Nachher sagt es einer dem attbern, da hinten wohnten starre und unbewegliche Menschen, und da^ sei wenig zu machen.
So geht es dahin: Jahr fügt sich an Jahr. Einmal wird das halbe Oberdorf zerstört durch die Wildwasser, und dann wieder liegt die Straße still, weil auch die Steinbrücke den tobenden Fluten nicht standgehalten hat. Und einmal kommt der Tag, da reift der Bauer Bastian mit einer ganzen Abordnung in die große Stadt und findet in den Amtsstuben nur immer wieder die gleichen mürrischen Gesichter, die gleichen hilflosen Gesten. Ehe der Abend hereinbricht, ist jeder sich selbst überlassen, und da geht der Bauer einem Schild nach und hört sich also in einer riesengroßen Versammlung die Männer an ohne viel Hoffnung.
Daß diese Leute so sprechen wie er, ist fein erstes Verwundern, und daß sie den großen Sorgen nicht ausweichen, erstaunt ihn nicht minder. Eine Flugschrift wird verteilt, und die nimmt sich der Bastian mit für den Heimweg. Er lieft sie daheim und er spürt: hier sprechen Kameraden aus der Front. Sie haben wohl keine goldenen Berge, aber sie haben einen Willen, sind sie machen es sich nicht bequem. Und als der Bastian wieder mit der Els feinen Sonntagsweg macht, da ist er ein anderer. Er spricht sich warm, und er ist auf einmal voller
Hoffnung, daß doch noch ein Weg offen fei, der Wirrnis und dem lastenden Schicksal zu entrannen. Die Alten im Dorf schütteln die Köpfe, als hernach der Einödbauer in der Gemeindesitzung von einem wildfremden Mann aus dem Bayerischen spricht und ganz kategorisch erklärt, ber .fönne helfen und sonst keiner. Wer so lange und so vergeblich gehofft hat, der wird wohl steinern mit der Zeit und läßt sich so leicht nicht bekehren. Und so gibf es nur ein Kopfschütteln, als auf die unbestimmte, die ferne Hoffnung hin der Bastian und die Els Hochzeit machen und wahrhaftig einen Buben bekommen.
Im Winter von 32 auf 33 geht es geheimnisvoll zu auf dem Land des Einödbauern. Da schleppt er Bretter und Kisten mit seinem Gespann heran, und als das Frühjahr ins Land geht, da wächst wahrhaftig eine Baracke in die Hohe. Junge Leute vom Dorf und von außerhalb ziehen Tag für Tag auf den Bärenhof und lassen es sich nicht verdrießen, als in der Schmelze noch einmal ihr Werk durcheinander gewirbelt mürb. Aus allen Fenstern des Dorfes sehen sie zu, als eine neue Flagge am Maste emporsteigt und als bann Kommissionen und Kolonnen kommen, als sogar eine Feldbahn entsteht und unter dem Bärenkopf zum erstenmal der Pfiff einer Lokomotive gehört wird. Es wird ein hartes Stück Arbeit, aber immer öfter geschieht es, daß auch die Alten stehen bleiben und dem Werk zuschauen. Beim Brömser wird eine Rinne ausgehoben bis zu dem Flußlauf da unten, und der Baftiqn gibt vom vermurten Aecker an der Lehne einen Platz für eine Schutzmauer her. Wannen haben sich von allen Seiten vorgegraben, aber noch ist man mitten in den Anfängen.
Die Leute, die so lange ohne Arbeit im Dorf saßen, haben jetzt längst wieder die Spaten in der Hand. Jeder Acker. ist bestellt, als der 20. April herankommt. Da steht, weithin sichtbar, der Klotz einer Mauer, und nun kommen sie von weit her das Einschießen der Wasser zu erleben. Irgendwo steht es in einer Chronik, daß auf dem Barem köpf em Geist herrsche, der erst gebannt fein müsse, ehe das Glück über das Tal kommen werde. Die
Leute treten schweigsam nebeneinander und sehen auf den Bastian, der nun langsam die Flagge emporzieht, als Zeichen für die da oben, den provisorischen Wall zu sprengen.
Wie ein Untier schüttelt sich der Bärenkopf. Ganz aus der Tiefe grollt und schüttert es. Die Wasser tanzen über die Lehne herab, gelenkt von den Wannen; ihr lieber mut überschlagen sie sich saft. Und da ist keiner, der nicht das eigene Herz im Halse schlagen fühlte. Wenn jetzt die Mauer nicht hält, wenn alles nur Blendwerk war, bann ist das Dorf verloren. Sie haben die Hüte und Kappen abgenommen. Hinter der Mauer rumort es wie
ungut, und bann ist schon der Boden bedeckt, und steigt, steigt. Ein paar Schützen treten m Tätigkeit und geben die beruhigte Flut an den Kanal weiter. Vergessen wird niemanb diese Stunde.
Heute stehen auch die Männer vom Dorf am Bärenkopf wieder draußen an der Front. Nur der Brömser und ein paar Alte können einsprin- gen, wenn die Els und die Kinder einen Rat gebrauchen. Sooft sie aber mit dem Gespann an der Mauer vorüberkommen, sehen sie auf das Schild: ,,20. April 1935." Und sie wissen dann, daß sie auch da draußen immer zurückdenken an den Tag, der die Wasser des Berges bannte.
Zeitschriften.
k — Das Aprilheft der Zeitschrift „Neues Volk" (Blatter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP-, Berlin SW 68) wird mit einer zeitgemäßen Bekroch* tung über die Familie im totalen Kriege eröffnet Mit einigen sympathischen Bildbeigaben ist der Beitrag „Meine Mutter" geschmückt. Professor Dr. Cafi Tier von der Berliner Universitäts-Frauenklinik schreibt über Kindersehnsucht und ihre Erfüllung- Ein Bildbericht „Pimpfe am Schwarzen Meer" gibt einen Eindruck von den Erlebnissen der Jungen, die auf Einladung der bulgarischen Staatsjugend aus luftgefährdeten rheinischen Städten in ein Kinder- landverschickungslager nach Warna kamen.' Interessante Entscheidungen und AuskünK findet wo'A in der Sparte „Völkische Lebensfragen".


