Ausgabe 
20.3.1943
 
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Es ist ja so vieles unwesentlich in unserem Alltag, in unserem allzufriedensmäßigen Alltag. Wir wer­den selber wesentlicher, wenn wir den Verzicht be­jahen und uns auf das große Ganze ausrichten. Wir spüren dann öie Formkräfte dieses' Ganzen, dieses Schicksals, dieser kämpfenden Gemeinschaft. Wir ahnen den geheimen Sinn der alten Mystiker­worte: Mensch, werde wesentlich!

Der BegriffDien st" wird uns wieder leben­dig, er verliert die dumpfe Bedeutung alltäglicher Gewohnheit, bürgerlicher Fron. Wir spüren oie Kraft, die der Dienst im höchsten Sinne in uns strömt, die er dem Dienenden gibt, der immer in sich das Ganze spürt. Die alten Baumeister der gotischen Dome nannten die gewaltigen und auch wieder feinen zarten, aber festen Streben, die Ge­wölbestützen ihrer BautenDienste". Es waren wesentliche, ja vielleicht die wesentlichsten Teile des Ganzen. Sie dienten dem Zusammenhalt des Gan­zen und waren zugleich notwendiger Teil der Schönheit des Baus. Ist es nicht so mit dem Men­schen, der sich dem Dienst am Ganzen, am Volke, am kämpfenden Volke einordnet? Er gewinnt auch im Kleinsten seine Würde, seine Kraft, seine innere Schönheit von diesem Dienste.

Diese Zeit, die unseren Dienst am Volke ver­langt, läutert uns. Wir werfen notgedrungen, ge­drängt durch die Not, all die Kleinigkeiten unter unseren vorgeblichen Bedürfnissen ab, wir richten uns auf das Ganze und feine Notwendigkeiten aus. Das entspricht in kleinstem Maße dem, was die Toten, die Vollendeten von uns fordern müssen. Und auch unsere Arbeit gewinnt doch erst wirklich Sinn und dauernden Wert, wenn sie dem Ganzen dienend eingeordnet ist. So erst steht sie wie unser ganzes Daseinsub sperre aeternitatis, unter dem Gesichtspunkte der Ewigkeit.

Und nur unter diesem Gesichtspunkte kann unser Leben jetzt geführt werden, nur so kommen wir denen wirklich nahe, die ihr Leben für uns dahin­gaben. Wir haben jetzt den Kampf zu führen gegen die Verneiner des Ewigen, gegen die Gottlosen, gegen die Materialisten des Bolschewismus und der Plutokratie. Der Bolschewismus als die konsequente terroristische Verwirklichung des theoretischen Mate­rialismus ist ja eben durch diese seine Konsequenz, mit der er die Negation alles Göttlichen durchführt, zu seiner gefährlichen Macht gekommen. Er ver­neinte all das, was uns höchster Wert ist, und stellt damit alle Werte auf den Kopf. Er rief damit das Niedrigste im Menschen aus und bildete es zum furchtbaren System der Vernichtung aus. Das schloß nicht aus, daß er sich der besten Methoden der Tech­nik bediente, das schloß dies sogar ein. Er machte ja die Maschine zum Götzen für die mißbrauchten Massen und schmiedete sie damit an eine Kette, von der sie nicht mehr loskamen, an der sie fronen muß­ten, der Entgottung der Welt unterworfen wurden.

Die Plutokratie ist heute zur Gefolgschaft des Bolschewismus geworden. Sie möchte ihn noch mehr bewaffnen. Sie machte ihn einst zum Vorspann ihrer teuflischen Absichten, jetzt ist sie an seine Kette gelegt. Die Plutokratie führt den Namen Gottes fortgesetzt im Munde, aber ihr Geschwätz ist nichts als fader Aufguß materialistischer Phrasen.

Wir haben die Aufgabe, gegen diese widergott- liche Flut zu stehen, sie zu überwinden. Wir haben uns in den Dienst gegen diese Ungeheuer zu stellen, das in zwei Lagern unter einer der jüdischen Leitung unser Leben, unsere Werte, unsere Seele in Frage stellt. Es ist klar, daß diese Stellung von uns eine innere Haltung verlangt, wie sie noch nicht da war. Wir sind ein großes Volk, wir stehen als wehrhaftes Volk für einen Kontinent mit un­seren Verbündeten. Wir haben die Bürgschaft für Europa übernommen und können aus ihr nicht ent­lassen werden. Wir stehen vor unseren Toten, die ein Menschenalter lang uns vorausgingen und for­dernd vor unserem inneren Auge warten. Sie stellen uns vor die große innere Entscheidung: uns ganz einzusetzen für den Sieg oder zu ver­löschen. Wir wissen jetzt, was wir ihnen schuldig sind. Curt Hotzel.

Deutsch-italienische Flottenbesprechunaen.

Berlin, 19. März. (DNB.) Gelegentlich eines Besuches des Oberbefehlshabers der deutschen Kriegsmarine, Großadmiral Dönitz, in Italien am 15., 16. und 17. März beim Unterstaatssekretär für die Marine und Chef des Admiralstabes Flot­tenadmiral Riccardi, haben zwischen den beiden Oberbefehlshabern kameradschaftliche Besprechungen stattgefunden. Während dieser Besprechungen ist, wie immer, das vollkommenste Einverständ- n i 5 in allen Fragen festgestellt worden, die sich auf bie weitere Zusammenarbeit der beiden MarinenHür den gemeinsamen Sieg über den gemeinsamen Feind beziehen.

Großadmiral Dönitz hat dem Fregattenkapitän Fecia di Cossato das ihm vom Führer ver-

Die totale Mobilmachung in der Mischast.

Grundsätzliche Ausführungen des Staatssekretärs Dr. Landfried.

Hamburg, 19. März. (DNB.) Hier sprach Staatssekretär Dr. Landfried über die Erfor­dernisse der totalen Mobilmachung aus wirtschaft­lichem Gebiet und über die Grundsätze, die die staatliche Wirtschaftsführung bei ihren Maßnahmen leiten. Die Versorgung der Heimatfront mit un­entbehrlichen Derbrauchsgütern sei durch das Kriegs- auflaaeprogramm im Rahmen des Möglichen sicher- gestelll. Es müsse aber eine noch stärkere Rationali­sierung unserer Industrie unter Einsatz aller tech­nischen Möglichkeiten betrieben werden. Dos be­deute nicht, daß die Produktion ausschließlich in der Hand von Großbetrieben und Konzernen zusammen­gefaßt werde. Vielmehr bieten gerade auch die mittleren und kleinen Betriebe nicht nur Kosten-, sondern auch qualitätsmäßige Vor­teile für die Gesamterzeugung. Dor Stillegung von Betrieben oder ihrer Zusammenlegung müsse der Umfang und die Art des Erzeugungspro­gramms neu abgestimmt und festgelegt werden. Bei der Dielgestaltigkeit der Wirtschaftsstruktur in den einzelnen Gauen sei es unmöglich, alle diese Auf­gaben von zentraler Stelle aus zu lösen, weshalb nur allgemeine Richtlinien gegeben und die örtliche Durchführung der Maßnahmen in die Hände der Reichsverteidigungskommissare gelegt wurde. Es wäre falsch, wenn man die Stillegung von Be-. trieben des Handels und Handwerks eine allge­meine Bereinigungs- und Planungsaktton sehen wollte. Die Stillegungsaktion soll vielmehr aus­schließlich den Zwecken des totalen Krieges dienen. Jeder von der Stillegung feines Betriebes Betroffene werde die Berechtigung zur Führung seines Unternehmens und damit die Mög­lichkeit behalten, fein Unternehmen bei Eintritt normaler wirtschaftlicher Verhältnisse wieder zu er­öffnen. Es sei jetzt nicht die Zeit, nach neuen For­men der Verteilung zu suchen und an die Stelle ge­schlossener Betriebe andere Derteilungsformen zu setzen.

Im Versicherungswesen werde die Frei­stellung möglichst vieler Arbeitskräfte und die Un­terbindung von unnötigem Arbeitsaufwand sowie Materialverbrauch bezweckt. Wir könnten es uns nicht leisten, eine von Konkurrenzrücksichten getra­gene Werbung oder gar das Abjagen von Versiche­rungen von einer Gesellschaft zur anderen cmzu- sehen. Im Bankgewerbe Müsse die Tatsache bestimmend sein, daß das Bankenwesen als Hilfs­gewerbe für die produktive Wirtschaft angesehen werden müsse. Die kriegsbedingten Auskämmungs- und Stillegungsmaßnahmen müssen daher mit einer seit langem fälligen Rationalisierung unseres Bank­wesens Hand in Hand gehen. Es lasse sich nicht mehr verantworten, wenn an kleinen Plätzen mehrere Großbanken nebeneinander weiterbestehen, in Groß­städten ein übergroßes Netz von Depositenkassen aus- rechterhalten bleibe und Genossenschaften urtb Spar­

kassen an kleinsten Plätzen in unfruchtbarem Wett­bewerb stehen. Totale Mobilmachung, so schloß Dr. Landfried, bedeute für jeden einzelnen im deutschen Volk Verzicht auf liebgewordene Lebensbedingun­gen und Lebensgewohnheiten. In Durchführung der bereits bekannten Maßnahmen werde es Aufgabe der Wirtschaft sein, bei der Erschließung der Wege für die Mobilisierung aller Kräfte mitzuwirken.

Die Frau arbeitet für den Sieg

Gauleiter Sauckel sprach in Dortmund.

Dortmund, 19. März. In Dortmund sprach der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz, Gauleiter Sauckel, vor den Schaffenden. Er pries die unvergleichliche Leistungskraft des deut­schen Arbeiters. Wegen dieser einzigartigen Eigen­schaften treffe uns der Haß des weltoergiftenden Judentums. In der Vergangenheit habe das deutsche Volk viel zu wenig von sich selbst gewußt, weil es immer nur die Sonderinteressen von Kleinstaaten, Berufsständen, Klassen und Konfessionen gesehen habe. Wenn aber nach dem Zusammenbruch von 1918 dennoch das gewaltige Großreich Adolf Hitlers entstehen konnte, so nur deshalb, weil der Führer die innersten Werte des Deutschtums wachgerufen und die Einheit und Schicksalsgemeinschaft des Vol­kes verwirklicht habe. Das ganze Volk arbeite für den Führer und mit dem Führer. Denn der Führer sei der Inbegriff des neuen deutschen Lebenswillens. Ohne Wolf Hitler würde es heute bereits kein Deutschland geben. Nach den gewaltigen Entschei­dungen der verflossenen Jahre stehe Deutschland heute unüberwindlich da, wenn es wie bisher dem Führer folge, der keine andere Liebe und keinen anderen Lebensinhalt kenne, als zu schaffen für sein Volk.

Der Redner kam dann auf den Frauenein­satz in der Rüstung zu sprechen, der durch den totalen Krieg zur unumgänglichen Notwendigkeit geworden sei. Lange habe der Führer gezögert, bis er die deutsche Frau an die Maschine rief. Die Frauen müßten immer daran denken, daß sie ihren Einsatz für ihre Kinder und den Führer leisteten, der selbst in einer Besprechung der letzten Zeit ge­sagt have: Ich denke ständig an diese Frauen unb das Ziel des Nationalsozialismus wird und muß fein, daß die Frau aus dem Betrieb heraus­kommt. Auch die Frau des deutschen Arbeiters darf einst nur noch Hausfrau sein.

Gauleiter Sauckel schloß mit der eindringlichen Herausstellung der Tatsache, daß dem deutschen Volk von der feindlichen Welt niemals Gerechtig­keit widerfahren werde.Wir müssen uns diese Ge­rechtigkeit selbst verschaffen. Die Soldaten tun das an der deutschen Front; Sie, deutsche Arbeiter und Arbeiterinnen, rufe ich auf, hier m der Heimat dasselbe zu tun."

liehe ne Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes persönlich überreicht. Der Fregattenkapitän hat als Komman­dant des italienischen UnterseebootesTazzoli" ins­gesamt 17 feindliche Handelsschiffe mit 96 472 BRT. versenkt, einen Zerstörer und einen Dampfer torpe­diert und außerdem ein feindliches Flugzeug zum Absturz gebracht. Bei der Rettung von Schiffbrüchi- gen eines deutschen Hilfskreuzers hat er mit feinem U-Boot 59 deutsche Seeleute gerettet.

Oer Großmusti

/ rüst zum Kamps.

Berlin, 19. März. (DNB.) Arn Geburtstag des Propheten Mohammed hielt der G r o ß m u f t i von Jerusalem, Amin al Husseini, In der Ber­liner Moschee eine Ansprache. Die Lehre des Pro­pheten fordere den Kampf gegen Unterdrückung und Tyrannei. Zu einer Zeit, da fast alle islami­schen Länder unter den Grausamkeiten feindlicher Unterdrücker litten, sei es die Pflicht aller Moslems, den Kampf gegen diese Feinde mit allen Mitteln -u fördern. Die Feinde des Islam dächten nur daran, mit Hilfe der Juden die völlige Beherr­schung des heiligen Landes Palästina zu er­reichen. Wie schon während des vergangenen Welt­krieges bedienten sie sich zur Erlangung dieses Zie­les alle der gleichen verlogenen Methoden und Mit­tel. Daran erkenne man deutlich ihre Absicht, die Araber irrezuleiten und sich eine Basis für die ausbeuterische Durchdringung aller benachbarten arabischen Länder zu schaffen. Der Irak sei ein iwerzeugendes Beispiel für das infame Spiel der Briten und Nordamerikaner. Dieses Land habe keinerlei Interessengegensätze mit den Achfenmäch- ten. Jetzt müsse es die britische Vergewaltigung über sich ergehen lassen. Seine besten Söhne feien

hingerichtet worden und feine jetzigen Gewalthaber hätten gegen den Willen Iber Bevölkerung auf eng­lischen Befehl an die Achsenmächte den Krieg er­klärt. Aber der Dag der Rechenschaft werde kom­men. Dann würden alle Araber und Mohamme­daner gememfam mit den Völkern der Achse im Kampf gegen die Räuber ihres Besitzes, die Ver­nichter ihrer Dörfer dafür sorgen, daß der endgül­tige Sieg auch zu ihrer endgültigen Befreiung führt

Entschlossen an -er Seite -er Sowjetunion."

Die Eden-Besprechungen in Washington.

Zürich, 20; März. (Europapreß.) Don dem Ver­lauf der Eden-Besprechungen in Washington hat der Washingtoner Korrespondent derNeuen Zür­cher Zeitung" den Eindruck gewonnen, daß England sich in allen europäischen Fragen ent­schlossen an die Seite der Sowjet­union gestellt habe. Der Schweizer Korrespondent verweist, auf den bekannten Artikel der Londoner ,,Dimes", in dem die Berechtigung der sowje­tischen territorialen Ansprüche nach Beendigung des Krieges anerkannt worden war, und fährt dann fort, daß in Washington dieser Aufsatz als eine von Lon­don offiziös inspirierte Abweichung von der Atlantik- Charta gewertet würde. Nach amerikanischen Auf­fassungen habe dieserTimes"-Aussatz die Aufgabe gehabt, die innere Politik der USA. für den Ab­schluß von internationalen Vereinbarungen mit den Sowjets vorzubereiten.Washington Times-Herald" undChicago-Tribüne" schreiben:Das Bild einer von England und Sowjetrußland beherrschten Nach- kriegseuropos wird, während Eden seine amtlichen Desprechungen fortfetzt, in Washington entfaltet."

Deutsches Kriegertum.

Von Professor Dr. Kleo Pleher.

(Gefallen int Osten.)

Krieg wird auf Erden sein, solange das Leben nicht austischt. Krieg wird sein, solange im Leben der Völker Jugend gegen Alter, Schöpferisches gegen Erstarrtes sich durchringeii muß. Krieg bricht aus, wenn ein Volk Raum braucht für fein Blut und nach den leeren Räumen blutarmer Völker verlangt. Krieg bricht aus, wenn ein stolzes Volk feine Werts wider die Welt behaupten will um den äußersten Preis. Krieg bricht aus, wenn ein entehrtes DE fühlt, daß ehrlose Völker sterben müssen und selbst noch nicht sterben will.

Der Krieg ist ein Staatenzerstörer und ein Staa< tenbauer, ein Staatenstörer und ein Staatenstärker. Im Kriege werden die Völker und Staaten, indem sie einander auf Tod und Leben gegenüberstehn, zu ihren Höchstleistungen getrieben. Die kriegführenden Völker find gemeiniglich auch die kullurschöpferischeri Völker; denn es ist dieselbe Kraft des Lebens, die ein Volk zum Kampf und Krieg, zu Kult und Kunst befähigt.

Der Krieg ist ein Urelement der Gemeinschaft. Ep nötigt zur Gruppenbildung und zur Gruppenbewäh- rung, er verwirft Scheinführerschaft und liest Füh- rertum aus. Indem der Krieg den Starken, den Harten, den Helden über den Schwächling, den Weichling, den Feigling stellt, indem der Krieg zur Kraftentfaltung und zum Opfer an spornt, indem e k, die Höchstformung des Einzelmenschen fordert und ihn unter die höhere Ordnung der Gemeinschaft zwingt, schafft er Werte und Wertordnungen, ohne die Volk, Staat, Kultur nicht sein können.

*

Pflicht und Liebe sind die beiden seelischen Großmächte, die im deutschen Soldatentum wirksam sind. Die Pflicht ist am tiefsten dem preußischen Soldaten eingepflanzt worden, ehe sie im ganzen großdeutschen Kriegertum hochgewachsen ist. Aber schon Friedrich der Große hat von seinen Soldaten verlangt, daß sie mehr als ihre Pflicht tun sollten. Und sie haben es getan, aus Liebe, aus Liebe zum König und Vaterland. Die Liebe, die Liebe zum Volk, ist mit der süddeutschen Inbrunst und Leidenschaftlichkeit des Führers über alle deut­schen Soldaten gekommen. Pflicht ist eine Macht des Gewissens, Liebe ist eine Macht des Gemüts. Pflicht ist eine Richtkraft, Liebe ist eine Bewegkraft. Pflicht ist das eherne Muß, Liebe ist aufwallender Wille. Pflicht ist ernst, Liebe ist heiter. Beide zusammen vollziehen im Volk wie im einzelnen Menschen die Mobilmachung aller Leibes- und SeelenEraft. Beide erheben den Menschen Über sich selbst hinaus, machen das Leben überlebensgroß. Der Soldat, der in der Sturmnusgangsstellung auf den Pfiff des Kompanieführers lauert, denkt weder über den Be­griff der Pflicht, noch über den der Liebe nach. Aber er weiß, was er seiner soldatischen Ehre schuldig ist, nämlich die Pflichterfüllung bis zum Tod, und er hat das Deutschland, für das er stürmen soll, übetf alles gern. Stehen in der feindlichen Stellung Sol« daten, die finsteren Gemütes nur das erfüllen, was sie für ihre Pflicht halten, so müssen sie verlieren, denn es fehlt ihnen die treibende Kraft der Liebe. Liegen Soldaten gegenüber, die nur aus Liebe zu einer Idee oder einem Idol kämpfen, so werden sie ebenfalls verlieren, sobald der Selbsterhaltungstrieb, die Liebe zu sich selbst, überhandnimmt und nicht unter das eherne Kreuz der.Pflicht gebeugt wird. Wo aber sind die Widersacher, in denen Pflicht und Liebe, Todesangst überwindende Standhaftigkeit und über den Tod hinwegstürmende Liebe einen unbe­siegbaren Zweibund bilden wie im preußisch-groß* deutschen Soldatentum? Wo also sind die Gegner, die uns innerlich gewachsen wären? Heber dem großdeutschen Krieg steht als Sinnbild des Sieges ein schwarzes Kreuz, umkränzt von roten Rosen.

Der deutsche Krieger ist ein religiöser Streiter. Die Inschrift auf seinem Koppelschloß: Gott mit uns" ist Bekenntnis und Segen zugleich. Es wird unter Kriegern selten oder nie von Reli­gion geredet, aber jeder trägt die Bindung an das Unbedingte in sich. Der Frontsoldat, der hundert Gefahren heil durchschritten hat, kennt das Walten der Vorsehung wie kein anderer. Ihm eignet die religiöse Erfahrung, deshalb kann er die religiöse Lehre entbehren. Tritt einer auf, der Religion pre­digt, so achten Soldaten weniger auf das Wort als auf den Mann. Ist es einer, der von göttlicher Kraft ergriffen ist, so wird er auch das Gemüt des Krie­gers ergreifen. Ist es einer, der von göttlichen- Dingen wie ein Geschäftsreisender redet, so kann- er sicher sein, daß die feldgrauen Hörer in verulken, m einem wie im andern Fall ist es gleichgültig, ob per Sprecher ein Katholik, ein Protestant oder Heide ist und die Zuhörer dieser oder jener oder keiner Konfession angehören. Der soldatische Sinn für das Wesenhafte erkennt Kraft und Kraftlosigkeit, miet immer sie sich äußern mögen. Die religiöse Krafts

26. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

und

büngt altes zusammen", sagte |ie sinnend, w* m ihren Augen war etwas, das ihn mit einem

Glück auf, Renate!

Roman von Ernst Grau.

Male ganz gesangen na^Mles im 'L en S es heute-?nenun \ irgendwie Mammen. Es ist schnn so. NurLieMsU 0en^S

.. ®°$ ty'.tomieg beharrlich und sah nur nachdenk- lich vor sich hm.

Bei Hellingrath stand es längst fest, daß Ter- b rüg gen s Andeutungen nur leere Redensarten waren ?? ?ie,LeVeinen Hweck verfolgten, als ihn zu rei- jen. Und das war ihm ja auch über die Maßen gut Senate unter solchen Umständen sicher gern hier weggehen würde, wenn es erst so weit war, daran zweifelte er nicht.

Herr Doktor", sagte Mutter Hühnlein nach einer "eben sich auf das altersschwache, schwarze Ledersofa.Es ist vielleicht em wenig kraus, was ein alter Mensch so denkt fai}ns "un einmal nicht glauben, wie Sie sich das heute vorstellen."

Er sah ihr ruhig in die fragenden Augen,

Nun, den möchte ich einmal in Lebensgröße vor mir sehen, der mir da in die Quere kommen wollte", meinte er belustigt und reckte kampflustig die Arme.

Doch sie war letzt nicht in der Stimmung, ruhig zuzusehen, wie er in seiner Art alles nur von der heiteren Seite nahm. Dazu war die Sache zu ernst. Er tat ihr auch leid in seiner sorglosen Unbeküm­mertheit, die bestimmt zu keinem guten Ende führen konnte. Sie wußte, was sie wußte.

Es ist etwas da, das stärker ist als Sie, Herr Doktor", sagte sie leise.

Er zuckte die Achseln.

Hören Sie schon auf, Mutter Hühnlein". Ihr ewiger Widerspruch begann ihn zu reizen.Sie sehen ja Gespenster. Wer sollte denn das sein?"

Die Zeche", kam es geheimnisvoll zurück.Und dagegen werden auch Sie machtlos sein?"

Er lachte nun nicht mehr. Es war da etwas in ihren Worten ... ein ungewohnter Ton, der ihn aufhorchen ließ. Er fühlte, daß etwas Unerwartetes, Widriges dahinterstehen würde.

Die Zeche ...? Ich gehe ja morgen hier weg", wehrte er unruhig ab.

Zre alte zerfurchte Hand legte sich warm und mütterlich auf feine breite, behaarte Pranke. Eine jeltjame Beruhigung ging von dieser Berührung

Sie haben mir neulich ein kleines Tuch gezeigt Herr Doktor", begann sie dann wieder und fuhr streichelnd Uber feine Hand, als wüßte sie um die wohltuende Wirkung.Ein kleines Tuch mit zwei Buchstaben darauf ..." 0

Nun mußte er unwillkürlich wieder lachen.

,Zch sagte es ja schon, Mutter Hühnlein, Sie bringen wirklich alles durcheinander. Erst ist es die Zeche.und nun ist es wieder das Taschentuch" beirren 6ur(^ ^ine Einwendungen nicht

schen wollen es nicht wissen und sehen es meist im­mer erst zu spät. Das Tuch und die Zeche dick gehören schon zusammen ..

Mutter Hühnlein", sagte er voll Nachsicht und wollte sich erheben.

Doch sie zog ihn mit festem Griff wieder an ihre Seite zuruck. *

Zwei Buchstaben standen darin ... ein R etn H - - fuhr sie besinnlich fort.

aber das ist doch längst aufgeklärt", unterbrach er sie unwirsch. ,Zch weiß ..." 1

3bre Augen lagen fest in den seinen.

in« ?ie"' fuhr sie ihm ungehallen

ins Wort.Gar nichts! Oder wissen Sie, daß Ham- merkott eine Tochter hat .. ? Und daß diese Toch* ter Renate heißt ...? Ja, wissen Sie das alles?" Hellmgrah fuhr hastig auf. Er starrte Frau, als sähe er sie heute zum ersten Male. Was sagte sie da?

V* a?er Mutter Hühnlein, wollen Sie " fa[fun9sl05'

Die Alte nickte stumm.

ü na$ ^ner Weile nahm sie wieder das Wort unb begann zu erzählen:

Ich habe die kleine Renate großqe.zogen bis sie muite- Denn ihre Mutter starb früh. Es Ian^ £er seh/ lange. Und heute mittag habe ich auch das Fraulem Schmidt gesehen 3 ®^r..in Erinnerungen versunken. nrUnö ? drängte er fiebernd.

\?re sinnenden Augen kamen langsam zurück

Es mar Renate Hammerkott ...ich glaube nicht, MeTnA^-ein1n^ten getäuscht haben. Ich habe noch ein Bild von chr... aus der Zeit, als sie hier roeggmg ..." *

Er sprang erregt auf!

mutter7^9!6" Sie h"!. Aber rasch! Mein Sott, .mutter Huhnlein, wenn das wäre ...!"

$hA.Ä?attc Öa-5 ?iIbÄn bereit. Sie hattck heute nti m der Hand gehabt

GMetzpttg feißtl -

Mnnte sie und streifte ihn mit einem zaghaften Blick.

Er drückte die alte Frau, die noch immer in semem Arm lehnte, plötzlich so fest an sich, daß ihr fast der Atem verging und lachte aus vollem Halse.

batte Mühe, sich von ihm M befreien.

Mein Mädel?" Es klang wie verhaltener Jubel. Deswegen sollte ich hier weggehen? Wo haben Sie heute nur Ihre Gedanken, Mutter Hühnlein? Sie bringen ja alles durcheinander. Im Gegenteil, so­bald ich etwas anderes habe, laste ich sie nach­kommen, und bann wird geheiratet!"

Die Alle schüttelte den grauen Kopf. Ja, so waren %Jungen immer immer mit einem harten durch die dickste Wand, ganz gleich, was vahlnter kam. Und dieser hier blind und taub wollte er in sein Unglück tappen. '

Heiraten dazu gehören immer zwei, die zu- fammenpaffen"

begriff, daß sie ihn ungern ziehen ließ. Er bst oerließ das kleine Haus ja nur schwer.

- İ"be gar, Sie sind eifersüchtig, Mutter Huhnlem , versuchte er sie zu besänftigen.Warum Zueinander passen, die Reni zueinand " mir passen ganz ausgezeichnet

Nein, nein, Mutter Hühnlein", sagte er warm. Es bleibt dabei. Ich muß mein Bündel schnüren. Wo haben Sie den großen Koffer hingetan?"

Sie betrachtete ihn bekümmert. Seine Frage schien sie überhört zu haben.

Ich hab's mir ja gleich gedacht, als Sie das erstemal davon anfingen, Herr Doktor. So etwas geht niemals gut aus. Bei unfereinem nicht."

Sein Gesicht wurde hart.

Ach was. Fangen Sie nur nicht an zu jammern, Mutter Hühnlein. Soviel ist der ganze Kerl nicht wert. Ich hab' ihn nie leiden mögen. Es ist schon ganz gut so, einmal mußte es ja doch so kommen."

Kerl?" fragte sie aus einem fassungslos tiefen Erstaunen heraus.Ig von wem sprechen Sie da eigentlich, Herr Doktor?"

Hellingrath lachte gutmütig auf.

Ich glaube, Mutter Hühnlein", meinte er ver­gnügt und schlang wie ein großer Junge seinen Arm um ihre Schulter.Ich glaube beinahe. Sie werden nun doch langsam alt. Es sieht ganz so aus."

Lächerlich!" trotzte sie.

Doch, doch", beharrte er heiter.Denn von wem anders sollte ich wohl sprechen, als von meinem lieben Freund Terbrüggen? Habe ich Ihnen nicht schon oft genug erzählt, wie lieb wir uns haben?"

Sie sah ihn groß an.

Terbrüggen?" wiederholte sie langsam.Und ich dachte. Sie meinten"

Na, da bin ich neugierig, wen ich da wohl meinen könnte, Mutter Hühnlein", ermunterte er sie, als sie plötzlich verlegen schwieg.

Ich dachte, es wäre 'wegen dem Fräuleins be-