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DHB. Aus dem Führerhauplquartler, 19. Januar. Der Führer empfing heute in seinem Hauptquartier in Anwesenheit Reichsaußenministers von Ribbentrop und des Leiters der Partei- kanzlei Bormann den spanischen parteirninisker A r r e s e. Der Führer hatte mit Parteiminister Arrese eine längere Aussprache im Geiste der aufrichtigen Freundschaft zwischen Deutschland und Spanien. Anläßlich seiner Anwesenheit im Führer- Hauptquartier stattete parfeiminiffer Arrese dem Reichsaußenminister von Ribbentrop einen Ve- such ab.
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(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Sofia, Januar 1943.
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Das vergangene Jahr hat an äußeren Ereignissen nr das Königreich Bulgarien nicht viel Neues gemacht. Alle Kräfte sind im wesentlichen darauf ge- chtet, den Gewinn an Land und Menschen, den is Jahr 1941 brachte, zu konsolidieren. Maze- o n i e n war ja seit Jahrzehnten die nationale rage für Bulgarien. Nachdem es durch den glück- chen Feldzug des Jahres 1941 die mazedonischen nb thrazischen Gebiete erhalten hat, handelt es sich irum, den Anschluß auch innerlich zu vollziehen.
IM des Landes bei 26 000 Tonnen liegt, sollte qe gesamte Ernte abgeliefert werden. Es sind aber b!> Ende November nur 1600 Tonnen zusammen
eigenen Vorstöße zur Säuberung der abgesplitterten feindlichen Resten forte» Verbesserungen des Stellungsverlaufes so daß die eigene Hauptkamplinie in Gelände vorgeschoben werden konnte.
' Die Meldung vom Empfang des Parteirninisters Arrese durch den Führer im Führerhouptquartier und von dem Besuch bei Reichsäußenminister von Ribbentrop wird von der gesamten Madrider Abendpresse am Dienstag unter breiten Schlagzeilen auf den Titelfeiten veröffentlicht. Die Blätter bringen Bilder des Führers und Arrests und nehmen die Gelegenheit wahr zu erneuter Unter-
Südamerika unter den Folgen des Roofeveltkrieges
Berlin, 19. Jan. (DNB.) Im Süden der 0 ft f r o n t brachte der 18. Januar an mehreren Kampfabschnitten schwere Gefechte, bei denen deutsche Truppen und italienische Alpini in enger Waffenbrüderschaft den starten feindlichen Angriffen erbitterten Widerstand entgegensetzten. Die b e i anhaltend starkem Frost und heftigen Schneestürmen geführten Kämpfe waren wieder gekennzeichnet durch das Bestreben des Feindes, seine Panzerspitzen ohne Rücksicht auf Verluste vorzutteiben, während unsere Verbände durch die Beweglichkeit ihrer Verteidigung den feindlichen Vorstößen die Kraft nahmen. Durch raschen Stellungswechsel trugen unsere Truppen aus günstigen Positionen flankierende Angriffe vor, die meist zur Vernichtung der vorgedrungenen bolschewistischen Abteilungen und zur Rückgewinnung vorübergehend verlorenen Geländes führten. Die dabei in den letzten beiden Tagen außer Gefecht gesetzten 62 Sowjetpanzer eingerechnet, haben zwei in Nordkoukasien und im Dongebiet eingesetzte deutsche Panzerkorps bisher über 1100 feindliche Panzer zur Strecke gebracht. Auf das eine Korps, das seit 6. Dezember an der Südfront kämpft, entfallen davon 625, während das andere seit 12. Dezember insgesamt 500 feindliche Panzerkampfwagen vernichtete.
Die ungünstige Wetterlage schränkte den entla* stenderr Einsatz der Luftwaffe ein, so daß sie ihre
schwierigster Kam^fbedingungen und gefahrvoller Gefechtskrisen und trotz aller Entbehrungen, die sie in den wochenlangen Kämpfen schon zu tragen hatten, dem Ansturm stand. „Jeder Mann eine Festung", das ist das Wort, das einer von ihnen in den Bunkern Stalingrads fand und das nun die Losung für alle geworden ist, wenn die Feuer« stöße der Salvengeschütze niederkrachen, wenn Hunderte Bolschewisten über die Schneeflächen vorstürzen und der Kampf Mann gegen Panzer beginnt. So tobt der Sturm Tag für Tag an allen Fronten von Stalingrad. Der deutsche Soldat setzt der Flut von Waffen und Menschen seinen eisernen Willen entgegen.
Im mittleren Abschnitt der Ostfront unterstützte die Luftwaffe die örtlichen Kämpfe unserer Heeresverbände durch Angriftsflüge gegen feindliche Truppen, die sich im Raum von W e I i • kije Luki zu erneuten Vorstößen aufzustellen: versuchten. Kampf- und Sturzkampfflugzeuge zerschlugen Panzeransammlungen, Batteriestellungen und Kolonnen und brachten den feindlichen Anmarsch in Verwirrung. Südöstlich des Ilmensees waren die Angriffe des Feindes, gemessen an dem Einsatz in den letzten Wochen, verhältnismäßig schwach. Unsere Truppen konnten
bringt die neue Verordnung in Zusammenhang mit den gesteigerten Ansprüchen, die der neue Kriegsschauplatz in Nordafrika an die USA.. Dransportflo-tte stellt. In diesem Zusammenhang wird von der ibero-amerikanischen Wirtschaft der Ausfall der 13 Tanker in der vergangenen Woche als besonders katastrophal angesehen.
Oie Arbeiterunruhen in Bolivien.
Buenos Aires, 19. Jan. (Europapreß.) Der bolivianische Innenminister erklärte zu den im Dezember in den Erzminen von Catavi aus» gebrochenen Unruhen, sie feien von der revolutionären Linkspartei, Partido de Izquierda Revolucio- nario (Pir), verursacht worden. Am 18. Dezember seien Arbeitermassen mit Frauen und Kindern nach Catavi marschiert, um die Zahlung rückständiger Löhne zu erzwingen. Daraufhin wäre, um ein Blutvergießen zu vermeiden, die Zahlung angeordnet worden. Am 21. Dezember hätten Arbeiterkolonnen mit roten Fähnchen die Posten der Garnison überrumpelt und die Kasernen angegriffen. Hierauf eröffneten die Soldaten das Feuer, was 4 Tote zur Folge hatte. Dann griffen annähernd 5000 Mann die Kaserne mit Dynamitpatronen an. Als die Soldaten jetzt wieder schossen, habe es weitere 9 Tote gegeben. Wenig später zerschnitten die Aufständischen
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Die Abschwächung der feindlichen Angriffe ist die Folge der schweren Verluste, die der Feind am Ilmensee seit dem 28.11., dem Beginn der letzten Abwehrschlacht, erlitt. Wie schwer diese Kämpfe waren, ergibt sich daraus, daß an einem der Schwerpunkte ein deutsches Infanterieregiment 18 Tage und Nächte hindurch ununterbrochen im Kampf gegen insgesamt 9000 Bolschewisten stand, ohne daß die Sowjets zu Erfolgen kommen konnten. Tag für Tag trieb der Feind, seine Maßen poft
staaten getreten ist. Trotzdem ist die bulgarische Wehrmacht, nach den neuesten Erfahrungen ausgebildet und gerüstet, ein organischer Bestandteil Der kontinentalen Politik, die in ihr eine unangetastete Reserve besitzt. Sie erfüllt auch ohne unmittelbaren Einsatz ihre Funktion an der Peripherie unseres Erdteiles und an einer Stelle, die nur über die neutrale Türkei angreifbar wäre. Angesichts des Willens der türkischen Staatsmänner, auch weiterhin außerhalb des Krieges zu bleiben, spielt demnach die bulgarische Wehrmacht die Rolle eines ausgleichenden Gewichts auf der Kräftewaage, die sich in Ankara dreht und deren andere Schale jenseits der Türkei über den von den Engländern kontrollierten Nahostländern schwankt. Mit Spannung verfolgt der Bulgare nun die Phasen in dem Ringen der jungen Völker um mehr Lebensraum, um mehr Gerechtigkeit und mehr Rohstoffe. Kein Preis wird dem Bulgaren zu hoch sein, um das nun fast völlig erreichte Ideal der groß- bulgarischen Einigung zu erhalten und zu verteidigen. In den Kundgebungen bulgarischer Staatsmänner ist das immer gleiche Leitmotiv die Opfer* bereitschaft und Treue zu seinen Verbündeten. Bulgarien ist ein Stein in dem Bau des gegen Blockade und Invasion gepanzerten Kontinents geworden. Die Aera des kleinen und gedrückten Staates ist vorüber. Ein größeres Bulgarien ist angetreten.
die Starkstromleitung, griffen einen Eisenbahnzug an und sprengten ein Krankenauto. Schließlich die Arbeit wieder aufgenommen worden.
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nis dem Lande nach Deutschland, was zum aus» iknmlichen Lebensunterhalt der bulgarischen Be- kr'kerung notwendig ist! Dafür aber zeigt sich — MWanb als willkommener Abnehmer von lieber* jchönau- schissen, die sonst nicht unterzubringen wären. So : brrben z. V. von der überreichen bulgarischen S’oubenernte 1942 mehr als 30 Millionen Kilo»
Angrifte gegen feindliche Truppenansammlungen hauptsächlich auf den Raum zwischen Kaukasus und Don konzentrierte. Trotz der Schneestürme drangen unsere Fernaufklärer auch an den anderen Abschnitten tief ins feindliche Gebiet ein und brachten der Führung enftcheidende Aufschlüsse über die Absichten des Gegners. Ein Aufklärer beobachtete, daß die Bolschewisten starke, von Panzern begleitete Kräfte zum Angriff auf einen wichtigen Flußab- schnitt bereitfteUten. Mehrfach stieß das Flugzeug trotz heftiger feindlicher Abwehr tief auf die Truppenansammlungen herab, um deren Stärke und Verteilung genau erkennen zu können. Die Aufklärungsergebnisse gaben der Truppenführung die Möglichkeit, die Heeresverbände so wirksam einzusetzen, daß der großangelegte Durchbruchsversuch unter hohen Verlusten für den Feind nach harten Kämpfen zusammenbrach.
Noch erbitterter ist nach wie vor das Ringen gegen die feindliche Uebermacht im Raum von Stalingrad. Pausenlos setzten die Bolschewisten mit allem, was sie dort an Kampfmitteln und Menschen zusammengezogen haben, ihre Angriffe fort. Mit tausenden Granaten hämmerte der Feind auf die deutschen Linien und wühlte jeden Fußbreit Boden auf. Ganze Panzer-Brigaden und Schützen-Regimenter warf er gegen die deutschen. Linien. Aber in übermenschlicher Ansftengung hMen unsere Soldaten trotz
Vigo, 20. Jan. (DNB. Funkspruch.) Aus den südamerikanischen Ländern wird gemeldet, daß die Verödung der Häfen in den letzten Wochen einen Grad erreicht hat, der in der Wirtschaftsgeschichte Südamerikas einen Tiefstand darstellt. Der Mangel an Schiffsraum wirkt sich derart verheerend aus, daß der Güteraustausch mit den Wirtschaftsmärkten Mittelamerikas und vor allem Nordamerikas nahezu zum Stillstand gekommen ist. Die Vereinigten Staaten sind nicht in der Lage, den Schiffsraum zum Abtransport der zugesagten Güter zur Verfügung zu stellen. Der Schiffsraum der eigenen Handelsschiffahrt der südamerikanischen Republiken reicht frei weitem nicht aus, auch nur im bescheidenen Rahmen den überseeischen Import und Export zu befriedigen. Die Ausnahmestellung Brasiliens durch den Kriegseinsatz an der Seite der Vereinigten Staaten kommt der Wirtschaft des Landes in keiner Weise zugute, da es sich bei den ein- und auslaufenden Frachten um Kriegslieferungen zugunsten der Union handelt.
Große Unruhe hat nun in argentinischen Wirtschaftskreisen die lakonische Mitteilung des USA.- Staatodepcirtements hervorgerufen, daß bis zum März 1943 keinerlei neue Ausfuhrbewilligungen nach Argentinien, Chlle, Kolumbien, Bolivien, Ekuador, Peru und Venezuela aus- gegeben werden können, da der notwendige Schiffsraum nicht zur Verfügung stehe. Man
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tbulgarien fester zusammenzuschließen. Die bul- -rische Verwaltung kam nach Mazedonien und hrazien. Sie hat mit unendlichen Schwierigkeiten i kämpfen, da früher Türken und Serben gar chts zur Entwicklung dieser Gebiete getan hatten. i allem muß die bulgarische Regierung von vorn s fifangen.
Schwierig ist auch die wirtschaftliche Lage ulgariens, obwohl man erwarten sollte, daß ein grarlanb keine Versorgungsschwierigkeiten kennen irfte. Sie sind aber trotzdem vorhanden und wer- n zunehmend fühlbarer werden. Zwei Gründe sind : für maßgebend: einmal hat Bulgarien in diesem Skbre eine schlechte Ernte gehabt. Monatelang fiel jdjt ein Tropfen Regen, so daß die Frucht am hüm und im Boden verdorrte. Die Getreideernte
Fußbreit des größeren Vaterlandes kampflos aufgeben! Mit Rumänien knüpfen die Freundschaftsbande über die neue Dobrudscha-Grenze. Gegen serbische Banden halten bulgarische Divisionen Wacht. Die mazedonische Grenze gegen Albanien und Griechenland ist an einzelnen Stellen Gegenstand von Verhandlungen mit Italien. Das Verhältnis zur Türkei ist umrissen durch den Wunsch beider Länder, die freundschaftlichen Beziehungen auszubauen und dadurch dem Frieden zu dienen.
Bulgarien ist heute im Besitz der geopolitisch enftcheidenden Transitstraßen zwischen Europa und Kleinasien. Es beherrscht diesen Raum von seinem Kern, der Hochebene von Sofia, aus bis nach Ochrid, der Aegäis und dem Schwarzen Meer. Wer in feindlicher Absicht diese Grenzen überschreiten will, stößt auf Abwehr. Bisher hat zwar noch kein einziger bulgarischer Soldat mit anglo-amerikam- schen oder sowjetischen Heeren in Gefechtsberührung gestanden, obwohl das Land schon im Dezember 1941 feine nichtkriegführende Haltung aufgegeben und als Waftenkamerad an die Seite der Achsen-
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„'kommen. Fachkreise sind der Auffassung, daß ötrhftens 3000 Tonnen von der bulgarischen Baum- Dllernte behördlich ersaßt werden können.
Der Grund dafür? Die festgesetzten Preise liegen ^schnitt: Ä* frei fast allen landwirtschaftlichen Produkten ;.L_ W tt unter dem Selbstkostenpreis. Es ist bisher 6)haben1 ft n Ausweg aus diesem Dilemma zu sehen. Bei chdt 1^ d i gegenwärtigen niedrigen Preisen ist die Lcmd- •Abschn. bdölterung nicht geneigt, ihre Produktionskraft h h und auszunutzen. Sie produziert, was sie selbst erhalten taucht, und was der „schwarze Markt" aufnehmen RM. 0,75 | bnn; denn dort ist viel zu verdienen. So kommt m preise « daß besonders in den Städten die Bevölkerung rehörigen ärt Vielfaches der festgesetzten Preise zahlen muß. Eintritts* mb zwar für Produkte, die zum täglichen Bedarf iten und | Azoren. Nur die Bedürfnislosigkeit des kleinen _ Mannes erklärt, wie es möglich ist, daß auch der ■ Arbeiter und Tagelöhner in Bulgarien leben kann. ; fre feindliche Propaganda versucht, aus vieler v rtschaftlichen Situation Kapital zu schlagen: Die rtöfen Deutschen" seien angeblich daran schuld. In 1 Wahrheit kann davon keine Rede fein. Nichts geht
General-Anzeiger für Gberhessen
streichung der aufrichtigen Freundschaft zwischen Deutschland und Spanien.
Die Neutralität der Türkei.
Ankara, 20. Jan. (Europaprdß.) Der türkische Ministerpräsident S a r a c o g l u gab gesprächs» weise den Vertretern der Londoner „Times" und des „Daily Telegraph" Erklärungen, in denen er in außergewöhnlicher Schärfe die Absicht herausstellte, die türkische Neuttalität zu verteidigen. Diese Erklärungen sind in Ankara stark beachtet worden. Man betrachtet sie als türkische Antwort auf die während der letzten Wochen von prominenter englischer Seite geäußerte Auffassung, die Türkei müsse zum Frühjahr ihre bisherige neutrale Einstellung aufgeben. In diesem Sinne wurden noch vor einigen Tagen vom Londoner Rundfunk Presseartikel zitiert, und im gleichen Sinne äußerten sich angelsächsische Journalistenkreise. Diesen Aeußerungen gegenüber, so glaubt man in Ankara, wollte der türkische Regierungschef noch einmal mit oller Klar« heit den türkischen Standpunkt gegenüberstellen.
Das größere Bulgarien
Von unserem C. A. D.-Berichterstatter.
Zankapfel Marokko.
Die Ereignisse, die sich gegenwärttg in Nordafrika abspielen, wecken die Erinnerung an die Rolle, die Marokko schon vor dem Weltkrieg in der internationalen Politik gespielt hat. Marokko mar schon vor dem Weltkrieg der „Zankapfel" zwischen den Großmächten, die besonders von den damals erst zum Teil vermuteten Bodenschätzen gereizt wurden. Vor dem Weltkrieg war es besonders das französische Finanzkapital, das den. Versuch machte, sich der Bodenschätze Marokkos zu bemächtigen. Die Industrialisierung der Landes versprach riesige Gewinne. Auf bewahrte kapitalistische Weise versuchten die Pariser Finanziers, dieses Ziel zu erreichen, indem man dem marokkanischen Staat Anleihen über Anleihen gab, die schließlich das Land so verschuldeten, daß das fran« zösische Kapital der alleinige Nutznießer war.
Wie immer hatten auch hier die Juden ihre Hand im Spiel. Die Banque de Paris et des Pays Bas, die von Horace F i n a l y , einem Juden, geleitet wurde, gab dem verschwendungssüchtigen Sultan von Marokko schon in den Jahren 1902 und 1903 Anleihen, die die Souveränität des marokkanischen Staates durch die Bedingungen, unter denen sie gewährt wurden, ernschaft in Frage stellten. An dem Pariser Bankhaus waren natürlich Rothschild und die französische Bank Stern beteiligt Rothschild hat übrigens dem 1902 ins Leben gerufenen Comitö du Maroc die ersten 20 000 Franken 3ur Verfügung gestellt. Hinter dieser Organisation standen die führenden politischen Kolonialkreise Frankreichs, an ihrer Spitze der damalige General- gouverneur von Algerien, Jonnart. Mit der Camp. Generale du Maroc schufen sich die Pariser Finanziers das Instrument zur Beherrschung der marokkanischen Wirtschaft.
Aber auch die französische Schwerindustris war an der Ausbeutung der marokkanischen Reichtümer intefcffiert. Schneider-Creuzot gründete vor der Jahrhundertwende die Comp. Maro- caine. Die Absichten Schneider-Creuzots gingen im wesentlichen dahin, aus den öffentlichen Aufträgen Nutzen zu ziehen. Im Jahre 1907 kam es zur Bildung eines Konsortiums, in welchem neben französischen auch andere Interessen vertreten waren. Dieses Konsortium .gründete im Jahre 1907 die Union des Mines, deren Kapital sich auf 2 Mill. Frs. belief und die ausdrücklich zur Ausbeutung der Bodenfchätze Marokkos ins Leben gerufen wurde. Der französische Einfluß in dieser Gesellschaft war aber immer überragend. Frankreich verfügte über mehr als 50 v. H. der Anteile. Es war auch in der Verwaltung der Gesellschaft am stärksten vertreten.
Interessant ist, daß diese Gründung anfänglich über keine Minengerechtsame verfügte, also reine Finanzinteressen verfolgte. Dagegen sind als deutsche Pioniere im marokkanischen Bergbau die Gebrüder Mannesmann zu erwähnen, die in den Jahren 1910 bis 1914 verschiedene Expeditionen nach Marokko entsandten und denen die Aufschlußarbeiten im marokkanischen Kupfererzbergbau zu verdanken sind. Diese Pionierarbeit ist in der Vergangenheit nicht in der wünschenswerten Weise gewürdigt worden. Sie stach recht vorteilhaft pon den Methoden ab, mit welchen sich das jüdische Finanzkapital feinen Einfluß in der marokkanischen Wirtschaft zu sichern suchte.
In politischer Beziehung ist an die Auseinandersetzungen Deuftchlands und Frankreichs um Marokko vor dem Weltkrieg zu erinnern, die damit endeten, daß Deutschland feine Interessen in Marokko an Frankreich abtrat und dafür durch die Ueberlaffung eines Stückes von Französisch-Kongo entschädigt wurde, das allerdings nach dem Raub von Versailles wieder in französischen Besitz kam. Gegenwärtig streiten sich die Amerikaner und die Briten um die wirtschaftliche Ausbeutung Marokkos. Dieser Streit geht um das Fell des noch nicht erlegten Löwen. Marokko hat keine Industrie, die dis Verarbeitung der Rohstoffe gestatten würde. Man muß sie also abtransportieren. Hierzu fehlt es einmal an Tonnage, und zum anderen sind die deutschen U-Boote wachsam.
Stimm Weintrauben zu überaus guten Preisen rcfr Deutschland ausgeführt. Eine Ausfuhr also, ri> dem Bauern wie auch dem Außenhandel Bul- zcmens sehr zustatten kam.
Roch überall in der Welt hat eine angespannte di^tschaftliche Lage zwangsläufig Unruhe in der Halen Struktur des Volkskörpers hervorgerufen, k'ch in Bulgarien sucht die Unzufriedenheit einen 8’^roeg in ertrempoHtifchen Ideen. Asoziale (Efe* Nutte. Wucherer und Schwarzhändler treiben ihr 'bwesen. Wenn sich aber diese Elemente zu frech <U3 ihren Schluvfwinkeln wirklich heroorwanen, »in greift die Staatsgewalt schnell und rückOchts- p Zu. Die Militär- und Polizeiaktion gegen Korn* ^'misten, Juden und andere dunkle Existenzen, die n Sofia am 5. Dezember mit bewundernswerter Wiäzision durchaeführt wurde, hat gezeigt, daß die Sanierung die Zügel fest in die Hand zu nehmen । t?rmaa und auch zuschlagen kann. Die Beseitigung M'itischer und sozialgefährlicher Elemente hat in der ' tcjöfferung große Genugtuung und Beruhigung lletrorgerufen.
; Die Außenpolitik Bulgariens ist durch den Iilr'chluß an den Dreierpakt festgelegt. Das Stre- der Regierung ist es, Bulgarien aus diesem HMtfriea, soweit es geht, herauszuhalten. Man »f art, die innerpolitischen Probleme — vor allem ■ijie mazedonische und thrazische Frage — bean- uprjfhten alle Kräfte des Landes, zumal zahlreiche frii blutige Kriege feit der Gründung des Staates W vom besten bulgarischen Blut gekostet hatten. Icibe-i ist der Wille die Grenzen zu schützen, fnm- Ircmifjlos; fein Bulgare würde heute -einen
5 ®e« lwfangreiche Aufbaumaßnahmen zu verzeichnen.
4 ßiter or allem sind Eisenbahn-, Straßen- und Woh* - itmgsbauten geplant und zum Teil schon in der usführung begriffen, um die neuen Gebiete mit
eckt sehr dlckt nicht den Bedarf, so dqß dem Brot Mais und ge rohe | Irrtoffeln beigemischt werden müssen. Aber auch an* I kre Agrarerzeugnisse fehlen auf dem Markt, wie «MW । jicfer. Del, Mehl und Futtermittel. Zweifellos sind • . «n allen diesen Erzeugnisse» mehr Vorräte vor- IBg haben, als auf dem Markt in Erscheinung treten. Jes führt uns zum zweiten Grund der Verknap- ping: die Bauern kommen der Aufforderung zur Ablieferung der Ernte nicht im vollen Umfang nach. Urrt nur ein Beispiel zu nennen: in ganz Bulgarien stützte man den Ertrag der bisherigen Baumwoll- ! ente auf 11000 bis 12 000 Tonnen. Da der Be-
ie Schwierigkeiten dabei sind groß, denn noch ist rieg, dessen Gesetzen auch Bulgarien unterworfen - In jeder Beziehung waren die neugewonnenen ebiete unter ihren Vorbesitzern vernachlässigt wor- ?n. Nun erwarten die Heimgekehrten, daß alles üb und von Grund auf besser werde. Da tun sich ne Unzahl Probleme auf. Der Krieg hat manchen Ian vereitelt; manchen Vorsatz nicht Wirklichkeit erben lassen. So sind auch bisher viele Hoff- ingen frei Mazedonier unerfüllt geblieben und erben das vorläufig auch bleiben müssen, weil der rieg feinen Tribut an Arbeitskraft und Geld auch wn Bulgarien fordert. Trotzdem sind Ansätze für


