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193. Jahrgang Nr. N4 Erickemi täglich auber vonntags unh feiertags

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Gießener Anzeiger

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"f> ich ioerfitätsiruderti8.Eange General-Anzeiger für Oberhessen ZMM

Schwache britische Fliegerkräfte drangen in

der

Der Wehrmachtbericht.

DRB. Aus dem Führerhauptquartier, 17. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Aus dem Raum von welikije Luki wird erfolgreiche eigene Kampftätigkeit gemeldet. In ver- chiedenen anderen Abschnitten der O st f r o n t brachen deutsche Stoßtrupps überraschend in feind­liche Stellungen ein, zerstörten zahlreiche Kampf­stände und brachten Gefangene und Beute ein. Ein­zelne Angriffe der Sowjets wurden teilweise im Zusammenwirken mit der Luftwaffe abgewiesen.

Bei der planmäßigen Bekämpfung des feindlichen Rachschubs im südlichen und mittleren Ab­schnitt der O st f r o n t wurden auch gestern wich­tige Bahnhöfe und eine große Zahl von Trans­portzügen aller Art durch deutsche Kampfflugzeuge mit vernichtender Wirkung bekämpft.

vergangenen Rächt in das Reichsgebiet ein und warfen an einigen Orten eine geringe Zahl von Sprengbomben. Es wurden zwei Talsperren be­schädigt und durch den eintretenden Wassersturz schwere Verluste unter der Zivilbevölkerung hervor­gerufen. Acht der qngreifenden Flugzeuge wurden abgeschossen, neun weitere feindliche Flugzeuge über den befehlen Destgebieten vernichtet, darunter eines durch Truppen des Heeres.

Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen in der Rächt zum 17. Mai mehrere Stunden hindurch militärisch wichtige Einzelziele im Raum von Lon­don mit Bomben schweren Kalibers an. Zwei eigene Flugzeuge kehrten von diesen Einsätzen nicht zurück.

Oberfeldwebel K o c i o k schoß in einer Rächt vier sowjetische Bombenflugzeuge ab.

Rom, 18. Mai. (DRV. Funkspruch.) Die feind­lichen Flugzeuge, die in der Nacht zum Montag Rom überflogen, warfen Sprengkörper ab, die als Bleistifte, Sippen ft ifte, Puder­dosen, Damenhandtaschen und andere Ge­brauchsgegenstände getarnt waren. Solche Spreng­körper wurden in öffentlichen Anlagen, auf Dach­terrassen, in Höfen und Privatgärten von Spezial­abteilungen der Luftschutzorganisationen eingesam­melt, wobei die Bevölkerung durch Benachrichtigung der zuständigen Stellen bereitwillig mitwirkte.

Nach einem Bericht desGiornale d'Itcllia" aus der mittelitalienischen Stadt Civitavecchia wurden unter den dort von den feindlichen Terror­fliegern abgeworfenen getarnten Spreng­körpern in der Form von Bleistiften, Füllhaltern und Taschenlampen auch Tarnungen als kleine Ta­schenmesser, Puppen, Lippenstifte, Zigarren, Be-

Rom, 17. Mai. (DNB.) Der italienische Wehr- Machtbericht vom Montag meldet u. a.: In der ver­gangenen Nacht wurde Rom von feindlichen Flugzeugen überflogen, die Bomben im Gebiet von Ostia abwarfen. Es entstand einiger Schaden, und es gab mehrere Verletzte.

Eine Kathedrale zerstört.

Rom, 17. Mai. (Europapreß.) Die Kathe­drale von Civitavecchia ist durch feindliche Bombenangriffe schwerer beschädigt, als man zu­nächst angenommen hatte. Es steht nur noch ein Teil der Fassa^, während die beiden Seitenmauern und das gesamte Innere völlig zusammen- g e st ü r z t sind und nur noch einen wüsten Haufen von zerbrochenem Mauerwerk bilden.

Der Angriff auf die Kathedrale ist ein weiteres Zeugnis dafür, was Briten und Nordameritanei? unter militärischen Zielen verstehen.

Die Barbarei der feindlichen Luftpiraten

So offenbart sich dasamerikanische Jahrhundert".

Lebendige Mauer Atlantikwall

Ein Besuch bei der OT. am Kanal.

Von unserer E. M.-Berichterstatterin.

hälter mit Haarpomade und Schächtelchen mit Hu­stenbonbons usw. gefunden.

Der diplomatische Mitarbeiter derStefani" schreibt dazu,, diese von den anglo-amerikanischen Fliegern auf die ewige Stadt abgeworfenen, in den verschiedensten Formen getarnten Sprengkörper zeigten den Geist abgrundtiefer Barbarei der Luftpiraten. Bei der römischen Bevölke­rung habe diese verbrecherische Einstellung tiefe Em­pörung und Ab scheu hervorgerufen. Die Anglo- Amerikaner, die sich nicht damit begnügten, die Hungerblockade zu erfinden, als erste Nacht­bombardierungen und wahllosen Bomben­wurf vorzunehmen oder Personenzüge zu be­schießen, seien zu neuen Schandtaten übergegangen, zu hinterlistigen Mordanschlägen auf Frauen und Kinder. Diese neuen verab­scheuungswürdigen Greuel seien das Zeichen, mit

dem sie der Welt den Beginn jenes neuenamerika­nischen Jahrhunderts" ankündigen, an dessen Ver­wirklichung sie glaubten. Die Völker Europas, denen eins derartige Verworfenheit als etwas Un­glaubliches erscheint, seien daran, alle ihre Begriffe über Nordamerika gründlich zu ändern. Allmählich begreife man, wie die Ermordung des kleinen Lind- bergh, die Lynchjustiz, das Gangstertum, kurz alle jene Erscheinungen möglich seien, die für die USA. etwas Selbstverständliches bildeten, während sie itt Europa weder denkbar noch durchführbar wären.

Englands Beiielfahrien

Die nach sechsmonatigen schweren Kämpfen ge­lungene Einnahme von Tunis und Bizerta läßt in England und in den USA. die Wogen des Opti­mismus wieder einmal hoch gehen. In diesen Wein wird indessen nicht nur von neutraler (Seite man­cher Tropfen Wasser gegossen, sondern es fintiere sich auch bei unseren Feinden selbst zahlreiche Sttm- men, die die Bedenken erkennen lassen, mit wel­chen man den weiteren Kampfhandlungen gegen Europa nach diesen Kampfproben eines unerhört harten und unerwarteten Widerstandes entgegen» sieht.

Ist so der Jubel über die neuenSiege" schon etwas gedämpft, so kommen für England noch an­dere peinliche Erwägungen hinzu. Die Hoffnung auf eine schnelle Beendigung des Krieges ist gerade auf Grund der Erfahrungen in Tunesien außer­ordentlich flügellahm geworden. Die Lasten bes, Krieges müssen also voraussichtlich noch für lange Zeit getragen werden. Und das ist schlimm für Eng­land in verschiedenster Hinsicht; einmal im Hinblick auf die Versorgungslage, sodann aber auch in finanzieller Hinsicht. Denn der Krieg ist teuer und wird mit jedem Tage teurer. England aber ist finanziell bereits feit langem am Ende feiner Kraft. Die Goldvorräte find' aufgebraucht. Die eng­lischen Guthaben im Aus lande sind, soweit sie schnell realisierbar waren, ebenfalls schon zum größten Teile verwertet. Der englische Außenhandel ist, was die Ausfuhr anbetrifft, auf klägliche Rudi­mente zusammengeschrumpft, so daß von dieser Seite her ebenfalls nichts zu erwarten ist. Der Ein­suhrbedarf' ist unendlich viel größer als die oben» orein von den USA. mit Argusaugen beobachtete englische Ausfuhr. Der letzte britische (tzoldesel Ma- laya ist bereits seit über Jahresfrist in den Hän­den Japans. So ist England fast ausschließlich auf die Pacht- und Leihhilfe der amerikanischen Juden angewiesen. Es hat die jüdische Krawatte bereits um den hals, und wer den sadistischen Charakter des Juden kennt, der weiß, daß er sich das Ver­gnügen nicht entgehen läßt, diese Krawatte von Zeit zu Zeit etwas kräftiger anzuziehen, um sich an den Grimassen des Gepeinigten zu ergötzen. Wenn also England noch einen Rest politischer Willensfreiheit gegenüber den USA. bewahren will, so hängt das in sehr hohem Grade davon ab, wie­viel Gold oder Dollardevisen der einstige Bankier der Well heute noch aufzubringen vermag. Und das roirti immer weniger.

Das läßt sich sehr deutlich an den Bettelfahrten der Engländer erkennen, an den immer geringer werdenden Summen, um die sie betteln, und an den Adressen, bei denen sie betteln müssen. Zunächst war man noch sehr großzügig, man borgte bei den eigenen Dominions und ließ sich beispielsweise von Kanada einen Kriegsbeitrag von rund einer Mil­liarde Reichsmark zur Verfügung stellen, d. h. prak­tisch schenken, denn mit der Rückgabe nach dem Kriege sieht es sehr windig aus. Daneben ver­schmähte man allerdings auch kleinere Beträge etwa von Neufundland nicht, obwohl diese Kolonie selbst vor dem wirtschaftlichen Ruin steht. Man nahm ferner die kleinsten Beträge von den Negern der englischen Kolonien, wobei man freilich im Anfang sicherlich mehr Wert auf die Propaganda als auf die tatsächliche Geldsumme legte. Dann be­gegnete man der ersten Ablehnung. Eine Aufforde» rung an die Südafrikanische Union, nach dem Muster von Kanada ebenfalls einen Kriegsbeitrag unent­geltlich demMutterlande" zur Verfügung zu stel­len, begegnete zunächst einer schroffen Ablehnung. Erst als die Südafrikaner durch eine Erhöhung der Besteuerung des Goldbergbaues und durch eine Erhöhung der Besteuerung ausländischer Dividen» deneinkommen ihre Einnahmen gesteigert hatten, und zwar ausgerechnet auf Kosten des englischen, im Goldbergbau investierten Kavitals, scheint man in Südafrika geneigt zu sein, sich etwas näher mit der englischen Forderung zu befassen. Die englischere Kapitalisten müssen also sozusagen das bezahlen, was Südafrika vielleicht zu geben bereit ist. So roirti das stolze Albion nofgebrunaen immer beschei­dener. Man scheut sich nicht, selbst bei.Gibraltar betteln zu gehen und dort ein Darlehen von sage und schreibe 600 Pfund anzunehmen. Man handelt also offensichtlich schon nach dem SprucheKlein­vieh macht auch Mist."

Doch hilft das asles der beängstigenden Leere im britischen Staatssäckel nicht ab; deswegen roirti John Bull vom Bettler zum Erpresser und Stra-

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, im Mai 1943.

Unser Ziel ist die Kanalküste. Wir fahren unter einem verhangenen Frühjahrshimmel dahin, über dem spürbar, aber noch nicht sichtbar die Sonne steht. Ueber dem welligen Land zu beiden weiten des Weges liegt erwartungsvolle Osterstim- rming, das Licht kommt und geht auf dem viel- farbenen Grün der Bäume und Weiden in die braunscheckige Kühe gemächlich gelblich-kahle Flecken fressen. Aus tiefen Gärten hinter grauen Mauern tauchen für kurze Augenblicke die schlichte Fassade eines Herrenhauses oder der runde zugespitzte Turm eines Schlosses auf. Selbst die trostlosen grauen Straßendörfer erscheinen an "diesem Frühjahrs- morgen weniger häßlich, denn zwischen den ber- wahrlosten Hausern leuchtet weißer und dunkler Flieder, und über manche zerfallene Mauer hängen in dicken Trauben lila Glyzinien. Als wir durch Nantes fahren, bricht die Sonne durch die Wol- ken und schickt ihre goldenen Pfeile geradewegs Lurch die hohen Spitzbogen der Kathedralentürme. Und nun leuchten die gelben Vierecke der Raps- feltier wie nie zuvor, die Blüten der vielen tausend Apfelbäume schimmern mattrosa wie das Innere einer Muschel, und die weißen Kerzen der Kastanien recken sich steiler zum Licht empor. Mit wachen Augen nehmest wir all diese Schönheit in uns auf, aber wir dürfen uns nicht an sie verlieren, denn wir sind gekommen, um andere Dinge zu sehen, ernste, harte und ganz unromantische Dinge. Wir sind gekommen, einen Blick zu tun in den Wall von Eisen und Stein, BetonundStahl, der vom Mittelmeer zum Atlantik und vom Atlantik zur Nordsee die Küsten Frankreichs schützt und da­mit jedem Angreifer bas Einfallstor in den Kon­tinent mit eisernem Riegel verschließt.

In Dieppe sieht's heute anders aus...

Da stehen wir auch^schon am Strande von Dieppe, an jener Stelle, an der England feinen vergeblichen Handstreich gegen Europa mit Blut teuer bezahlen mußte.Nicht ein einziger der Eng­länder, denen es gelang, hier den Boden des Fest­landes zu betreten, hat feine Heimat wietiergesehen und von den gemachten Erfahrungen berichten können. Sie fielen alle im Kampf oder wurden zu Gefangenen gemacht", so erklärt der Oberbauleiter der YT., der uns zu dieser Fahrt ein geladen hat und nun die Führung in seinem Bauabschnitt über­nimmt. Aber diese Engländer hätten ruhig zu Hause berichten können, was sie sahen, denn inzwischen hat sich an diesem Strande vieles, wenn nicht alles geändert: An die Stelle der ehemaligen Feldbe­festigungen und befestigten Stützpunkte sind schwerste Bunker, Flakstellungen und Batterien stärkster Kaliber getreten. Dabei sind alle diese Ver­teidigungsanlagen so glänzend getarnt, daß sie dem unerfahrenen und oft auch dem erfahrenen Auge erst in letzter Minute kenntlich sind. Man tritt auf eine kleine Erhöhung und merkt nun erst, dast man auf einem Bunker steht. Harmlos aussehende Häu­ser enthüllen erst bei gründlicher Nachforschung ihre eisernen Geheimnisse. Panzermauern und -sperren trennen den Strand von der Stadt, unti man muß die schmalen Lücken schon genau kennen, will man nicht hoffnungslos in den Sackgassen stecken blei­ben. Ist schon der erste Versuch der SBriten, hier Fuß zu fassen, kläglich gescheitert, ein zweites Lan- mmgsmanöoer dürfte völlig unmöglich fein.

Immer noch stärker.

Aber nicht nur hier, sondern die ganze Küste ent­lang steht dieser Wall der Tod und Verderben aus- fpeit gegen den, der ihn zu durchbrechen sich er­kühnen sollte. Es wird noch an ihm gebaut, überall, aber das heißt nicht, daß er noch nicht fertig, noch nicht so stark wäre, in jedem Augenblick seine Auf­gabe als Verteidigungsschild zu erfüllen. Das heißt nur, daß er immer noch stärker wird, immer noch vollständiger, daß er auch beim Zusammen­treffen der ungünstigsten Umstände immer noch eine unerschütterliche Mauer bildet. Es gibt einfach keinen Punkt der ganzen Küste, der nicht vom Feuer der Batterien gedeckt wäre. ' Einzelne beherrschende Höhenstellungen nehmen in dieser ganzen Kette von Befestigungen eine Sonderstellung ein. Wir haben auf einer solchen Paustelle gestanden. Unter uns schlugen die Wellest des Kanals an die Steilküste, der Wind ppm Meer riß den OT.-Bauingenieuren die Bauskiz'ze aus der Hand, trieb uns Sand und Zementstaub in die Augen. Wir rissen sie weit auf. sahen die umgebrochene Erde, Bagger, Mischmaschi­nen, Kräne, Loren, Geleise, viele Arbeiter, die der Gruppe neugierig umherschauender Zivilisten nur kurze Aufmerksamkeit schenkten, um sich bann wieder ganz ihrer Arbeit zu widmen, wir sahen Eisenträger und Schwellen und sonst eigentlich nichts. Wenig­stens vorerst. Denn alles, was hier schon stand, war entweder so tief in der Erde verborgen oder so meisterhaft durch Farbe ober Netze getarnt, baß wir schon nahe herangeführt werben mußten, um uns von seinem Vorhanbensein zu überzeugen. Und dabei waren bie vorhanhenen Mannschafts- unb Munitionsbunker, bie Flakbatterien unb bie Panzer- tuppeln keineswegs klein, fonbern von gewaltigen Ausmaßen. . ,

In einem Guß betoniert

Eine Betondecke unti -mauer von mehreren Me­tern Dicke schützt Mannschaft unti Geschütz vor der Wirkung selbst der größten Fliegerbomben unb der schwersten Schiffsgeschütze. Solche Bunker wer­den in einem Guß betoniert, denn würde man bie Arbeit unterbrechen, bekäme der Beton Fugen unb Aisse unb würbe im Falle ber Inanspruchnahme splittern Da wird benn einen ganzen Tag unb noch den größten Teil der Nacht hindurch betoniert, bis ber Inhalt bes letzten Kipproagens im Trichter verschwunben ist unb ber Bunker steht. Für eine e nzige Panzerkuppel, bie einige . zig Tonnen foiegt, muß eine besondere Betonstraße angelegt

werden, da der vorhandene Feldweg bie Wucht dieses Schwerstlastenzuges nicht aushalten würde. Hinterher muß sie aber wieder gesprengt und an ihrer Stelle Rasen angesät werden, damit auch die kleinste Spur verwischt wird unti die Landschaft so­weit als möglich wieder ihr ursprüngliches Gesicht erhält. Ein solcher Hauptstützpunkt, der alle Ver- teidigungsmöglichkeiten auf verhältnismäßig kleinem Raum vereinigt, ist in ber Lage, sich selbständig, wenn nötig, viele Wochen lang, auch abgeschnitten uon seinem Nachschub, aus eigenen Kräften zu be­haupten. Natürlich besitzt er neben ber Verteibigung na$ ber Seef eite auch eine nach ber L a"n b - seit e hin, ergänzt sich mit ben gegenüberliegenden Hohenzügen, während bas dazwischenliegende Tal durch künstliche Stauung unter Wasser gesetzt wer­den kann und so den Feind gesetzt den Fall, baß es ihm trotz allem gelungen sei, an einer Stelle Fuß zu fassen am Einsatz seiner Panzer und damit am schnellen Vorrücken hindert.

Im Kreuzfeuer schwerster Batterien.

Zu all diesen infanteristischen Verteidigungsan­lagen aber gehören noch bie der Luftwaffe unb vor allem natürlich der Marine. Marineartillerie schwerster Kaliber schützt die Küste unb besonders bie großen Häfen, von denen einen in Besitz zu nehmen bas Ziel jebes Angreifers fern muß. Aber sie werben sich bei biefern Versuch wohl bie Zähne ausbeißen, denn bie Anlagen, bie bie OT. auch der Marine hingestellt hat, dürften schwerlich eine Er­munterung darstellen. Im Kreuzfeuer schwerster Batterien liegt der ganze Hafen, während ein hoch­gelegener Beobachtungsbunker Schiffsbewegungen schon in weiter Ferne erkennt unb danach das Feuer her Batterien leitet. Während wir am

Strande neben den Langrohrgeschützen stehen, die hier unter ihrer Tarnung stumm baliegen, tönt aus einer weit entfernten Bucht ihr stählernes Grollen zu uns herüber und läßt leise die Scheiben er­klirren..

Zum Schluß dürfen wir noch, einen kleinen Ein­blick tun in das Reich der Lu f t ro a f f e, bie als dritte im Bunde hier auf weit vorgeschobenem Posten die Wacht an der Küste Europas hält. Da liegt auf einer hochgelegenen Landzunge die Zen- trale, in der alle Luftbeobachtung eines ganzen Ab­schnittes zusammenläuft unb aus gewertet wirb. Von hier aus werden dann die Batterien alarmiert unb bie Vorbereitungen zum Einsatz ber Jäger geschaf- fen. Hier gibt es alle die Schalttafeln, die in Oua- brate aufgeteilten Canbfarten, bie Kabel und Lichtsignale, beren Funktionieren wir alle schon ein­mal im Film ausschnittweise gesehen haben. Aber es ist vieles hier, was niemanb kennt, außer jenen, tiie hier ihre Aufgabe zu erfüllen haben. Und ber Kreis dieser Eingeweihten wird absichttich klein ge­halten, so baß viele bieser Solbaten schon seit zwei Jahren unti länger hieb braußen liegen unb noch länger liegen müssen.Das ist nicht leicht für meine Männer", sagt der junge Oberleutnant, ber hier ben Befehl fichrt,aber es ist auch nutzt leicht, eine solche Truppe in dieser Abgeschiedenheit ohne Kampf auf der Höhe zu halten, ohne daß ihre Wachsamkeit und ihre Haltung nachlassen. Da muß man sie schon regelrecht zu Idealisten erziehen." Diese Worte bes jungen Offiziers, ber das EK. I an ber Uniform trägt, schienen mir Aufschluß zu geben über vieles, was wir auf dieser Reise ge­sehen haben.

Heute steht der A11 a n t i f ro a 11 "unerschüt­terlich in seiner Stärke, nicht als ein toter Koloß aus Stahl unti Beton, sondern als leben­dige M a u e r. Welches Maß von Idealismus und Einsatzbereitschaft aber nötig war und immer noch nötig ist, um ihn zu einem lebenden Schutzschilti zu machen, das kann nur der ermessen, der ein wenig hinter die Kulissen" geguckt hat. Doch davon soll ein anderes Mal tiie Retie fein.

Unangreifbare Atlantikküste.

Unser Bild zeigt einen gewaltigen Küstenbunker im Hafengebiet einer Stadt an ber Kanalküste. (PK.-Kriegsberichter Chevalier. sSch.j)

Planmäßige Bekämpfung des fowjeiischen Nachschubs an der Ostfront.

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