Aus der Stad« Sietzen. Grundlagen der Landdiensterzkehung
Oer Gauleiter besichtigte den Landd»enstlehrhof der Aitler-Lugend.
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(Nachdruck verboten.)
24. Fortsetzung.
„Sie zielen natürlich auf Fxäulein Schmidt ab?'
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Lebenskreis des schaffenden und kämpfenden Volkes ein tritt.
Die Vorabend Veranstaltung der Jugend in Gießen findet am 2 7. März, 18.30 Uhr, im Theater der Universitätsstadt Gießen statt und bringt- die Aufführung von Schillers Trauerspiel „Die Der- schwörung des Fiesko zu Genua". Die Eltern der zu verpflichtenden Jüngen und Mädel und diese selbst werden zu diesem Abend als Gäste eingeladen. Die Einladungen wird die Bannführung des Bannes 116 in den nächsten Tagen versenden.
Im Kreise Gießen werden die Vorabendveranstaltungen am 2 7. Mürz in Lollar, Lich, Hungen. Grün berg und L a u b a ch abends in Form von Filmstunden mit der Aufführung des Films „Heimkehr" stattfinden. Die Eltern und die zu verpflichtenden Jungen und Mädel dieser Standorte werden dazu von den Ortsgruppenleitern eingeladen werden.
NSG. Der Verpflichtung der 14jährigen auf den Führer geht in der Woche vor dem 28. März ein verstärkter Einsatz des Deranstaltungsringes der Hitler-Jugend voraus.
Festliche Konzerte. Dichterlesungen und Spielscharoeranstattungen werden neben Filmfeierstunden die zur Verpflichtung kommenden Jungen und Mädel gemeinsam mit ihren Eltern bei der Bewegung zu Gast sehen. Eine Anweisung der Neichstheaterkam- mer an die deutschen Bühnenleiter sichert weiter eine Reihe von Theateraufführungen am Vorabend der Verpflichtung der Jugend, deren Spielplan ebenfalls dem Charakter der Verpflichtungsfeiern entsprechen wird. Durch das gemeinsame Erleben besten deutschen Kulturgutes wird sowohl bei den Jugendlichen als auch bei Den Eltern die festliche Bereitschaft für jenen Ehrentag geschaffen, an dem die Jugend, auf den Führer verpflichtet, bewußt in den
„Fräulein Schmidt soll zum Diktat kommen!"
Terbrüggen legte den Hörer des Haustelephons behutsamer auf die Gabel zurück, als es sonst in seiner ungestümen Art lag. Er überdachte mit Genugtuung, was der heutige Tag gebracht hatte und noch bringen würde.
Auf Schacht III war ebenfalls alles nach Wunsch gegangen. Hellingrath war erledigt. Meinders würde sich lyundern, wenn er zurückkam, dachte er mit dem Anflug eines Lächelns. Aber der Gedanke an die Auseinandersetzung mit Renate, die ihm jetzt bevorstand, verursachte ihm noch einiges Unbehagen und ließ dieses Lächeln vergehen, ehe es recht ausgekommen war. Eine verhaltene Ungeduld erfüllte ihn.
Nicht, daß er nur glaubte, Renate und Hellingrath könnten auf dieser kurzen Fahrt einander nayege- kommen fein. So weit dachte Terbrüggen nicht einmal. Trotzdem würde es vermutlich nicht so einfach sein, ihr den Gang der Dinge plausibel zu machen. Hellingrach war immerhin derjenige gewesen, der sie aus der gewiß recht peinlichen Situation befreit und hernach nach Köln gebracht hatte. Zum wenigsten also mußte in dem Mädchen eine gewisse Dankbarkeit gegen ihren Retter aufgekommen fein, und aus einem solchen Gefühl heraus würde sie jetzt sicher nur schwer einsehen, daß sich bestimmte Gründe gefunden hatten, chn auf Hammerkott zu enllassen. (Fortsetzung folgt.)
Instrumente für Augenuntersuchungen und Augen-
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Leipzig, war er von 1922 bis 1934 Leiter der italienischen Abteilung des Kaiser-Friedrich-Museums in Berlin. 1935 wurde Professor Voß zum Leiter der Kunstsammlungen des Nassauischen Landes- museums in Wiesbaden berufen, die er im Laufe weniger Jahre durch wertvolle Neuerwerbungen be-' reicherte. Professor Voß gilt ass Autorität auf dem Gebiete der italienischen Kunst des 16. bis 18. Jahrhunderts. Von seinen größeren Arbeiten seien genannt „Der Ursprung des Donaustiles", „Albrecht Altdorfer und Wolf Huber", „Die Malerei der Vpätrenaissance in Rom und Florenz" und „Die Malerei des Barock in Rom". Auch um die Redaktion der Monographien „Meister der Graphik" hat Professor Voß sich sehr verdient gemacht.
Ernst Hertel gestorben.
Im Alter .von 73 Jahren starb in Leipzig der seit 1935 eurer. Ordinarius für Augenheilkunde an der Universität Leipzig, Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. Ernst Hertel. In Bad Kösen geboren, studierte er in Jena, Halle und München, promovierte 1895 in Jena und habilitierte sich dort 1898. Acht Jahre später folgte er einem, Ruf als Ordinarius nach Straßburg. Nach der Vertreibung aus Straßburg wurde Hertel 1919 als o. Honorarprofessor nach Berlin berufen, siedelte aber schon im nächsten Jahr auf den Leipziger Lehrstuhl für Augenheilkunde über. Von 1925 bis 1938 war er Herausgeber des „Archivs für Augenheilkunde", Vorstandsmitglied der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, Ehrenmitglied der Zahnärztlichen Gesellschaft in Leipzig und Mitglied der Leopoldina in Halle. 1922 wurde er durch Verleihung des von- Graefe-Preises ausgezeichnet. Zu seinen besonderen Verdiensten gehört die Konstruktion verschiedener
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Terbrüggen nickte. _ _
„Soviel ich vermute, haben Sie bte Dame nach Köln gebracht?" ,
„Ja und ich glaube, daß ich dazu keine be- ssondere Erlaubnis der Direktion brauche. Aber trotz- idem ... ich verstehe nicht ganz, was Sie zu dieser Frage berechtigt?"
Der andere ging darauf nicht ein.
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Wehrbezirkskommando oder an die Annahmestellen für Heeres-Unteroffizierschulen Berlin W 35, Dik- tortaftraße 32, zu richten.
Lohnstopp und Einstellungsgehälter < für Angestellte.
NSG. Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen gibt bekannt:
Die Anordnung über die Einstellungsgehälter für kaufmännische und technische Angestellte vom 17.4. 1941. verpflichtet jeden Betriebsführer, bei der Neu-- einstellung eines Angestellten eine Anzeige an den Letter des zuständigen Arbeitsamtes als Beauftragten des Reichstteuhänders der Arbeit zu erstatten, wenn das für das Gefolgschaftsmitglied in Aussicht genommene Gehalt höher ist als das zuletzt im Abgabebetrieb bezogene, es sei denn, daß sich die Höhe des neuen Gehaltssatzes zwingend aus einer Tarifordnung, Betriebsordnung oder einer verpflichtenden Anordnung (nicht nur Zulassungsanordnung) des Reichstreuhänders der Arbeit ergibt.
Aus dieser Regelung ist vielfach geschlossen worden, daß der Betrieb ohne Verstoß gegen den Lohnstopp auf jeden Fall das Gehalt zahlen dürfte, das das neu eingestellte Gefolgschaftsmitglied in dem bisherigen Betrieb erhalten hat. Diese Auffassung ist irrig. Abschnitt I der. Anordnung vom 17.4.1941 stellt ausdrücklich klar, daß eine Einstellung höchstens zu dem Gehalt erfolgen darf, das im neuen Betrieb um 16.10. 1939 — dem Tage des Inkrafttretens des allgemeinen Lohnstopps — für die von dem Angestellten auszuübende Tätigkeit üblich war. Es ist dabei in diesem Zusammenhang völlig unerheblich, ob das zuletzt im Abgabebetrieb bezogene Gehalt höher oder niedriger war als das nach dieser Be- stimmung zulässige. Ast allerdings das neue Gehalt höher als das bisherige, so ist der Betriebsführer außerdem zu einer Anzeige verpflichtet. Auf keinen Fall darf das betriebsübliche Gehalt überschritten werden. Jedoch gilt auch, hier eine an sich selbstverständliche Ausnahme, wenn nämlich sich die Höhe, des neuen Gehaltes aus einer Tarifordnung, Betriebsordnung oder Anordnung des Reichstreuhänders der Arbeit ergibt oder dieser auf Grund der ' Lohnstoppbestimmungen ein anderes Gehalt zuge- lafsen hat. ‘
Kulturveranstaltungen zur „Verpflichtung der Lugend"
Aber so fest und bestimmt diese Worte auch klangen, seine Gedanken waren -nicht dabei. Sein Denken kreiste unentwegt um die eine Frage: was war Wahres an diesen niederträchtigen Anwürfen Terbrüggens? Am liebsten wäre' er jetzt gleich zu Renate, gegangen. Sie selbst sollte ihm auf diese Frage die Antwort geben. Doch er bezwang sich, ©ein Nachfolger konnte kaum vor morgen nachmittag hier sein. Wenn sie bei der Verabredung blieb, wurde er morgen vormittag mit ihr einfahren. Und unter Tage gab es genug Winkel, wo zwei Menschen sich ohne Zeugen miteinander aussprechen konnten ...
Glück auf, Renate!
. Rmnan von Ernst Grau.
Spiel gaben Kunde von der lebendigen und frischen Art der .Führeranwärter.
Zum Abschluß wandte sich der Gauleiter an die die Lehrgangsteilnehmer und führte ihnen ihre großen Aufgaben in der künftigen bäuerlichen Ausrichtung des Volkes vor Augen. Er- hoffe, so sagte er, daß sie bei ihrem späteren Einsatz die hier vermittelten Kenntnisse und das Erlebnis der Gemeinschaft stets, als Grundlage für ihre Führungsaufgabe betrachten würden.
Der Gauleiter gab weiterhin seiner Genugtuung , darüber Ausdruck, daß die Hitler-Jugend in der Rückführung der städtischen Jugend durch den Landdienst zum Land auf dem richtigen Wege sei. Sein besonderer Dank galt der vorbildlichen Arbeit von Schulführer Greven und der Mädelsührerin Knappheide. Den Lehrgangsteilnehmern, die in den nächsten Tagen als Landdienstführer in den Dörfern zum Einsatz kommen, gab er feine besten Wünsche mit.
Hellingrath warf ihm einen kurzen Seitenblick zu. Da war es schon. Also hatte er sich in seinen Vermutungen doch nicht getäuscht.
„In diesem Punkte haben Sie als der Meliere sicher mehr Erfahrungen", gab er angriffsluftig zurück. „Ich kann da schlecht mitreden."
Doch Te.rbrüggen steckte den Hieb ruhig em. Er hatte noch mehr zu sagen.
„Nun .. ich meine, wie Sie am vergangenen Samstag dem armen Kerl von Meinders das Madel ausgespannt haben ... einfach großartigx Verehrtester. Ich chatte alle Mühe, ihn zuruckzuhatten.
Hellingrath sah ihn überrascht an, als hatte er sich
„Wissen Sie auch, mit wem sich Fräulein Schmidt in Köln getroffen hat?" fragte er weiter, und ein höhnisches Lächeln begleitete diese Worte.
„Mit Verwandten", sagte sie, „und ich habe keine Veranlassung, daran zu zweifeln. Doch ich antworte Ihnen jetzt nicht mehr, wenn Sie mir nun nicht endlich erklären, .was diese Fragen zu bedeuten haben."
„Gern. Wenn Sie es nämlich noch nicht wissen sollten: die Dame ist auf den ausdrücklichen und persönlichen Wunsch von Herrn Hammerkott hier eingestellt worden."
„Und was weiter?" fiel ihm Hellingrath erregt ins Wort.
„Nichts! Ich glaube, das genügt. Im übrigen wollte ich Sie nur warnen, Herrn Hammerkott dürften Ihre Annäherungsversuche vielleicht nicht angenehm sein."
Hellingrath war zornglühend aufgesprungen und stand nun dem andern dicht gegenüber, der sich unwillkürlich ebenfalls erhoben hatte.
„Was wollen Sie mit diesen schäbigen Andeutungen sagen, Herr Direktor Terbrüggen?" schrie er, unbekümmert, daß man ihn draußen hören konnte.
Terbrüggen fand es nicht gerade behaglich, die drohend blitzenden Augen des blortben Riesen so nahe vor sich zu haben.
„Andeutungen ..? Ich muß mir diesen Ton ernstlich verbitten, Herr Doktor!"
Doch Hellingrath konnte sich jetzt nicht mehr zurückhalten. Ein paar hämische Bemerkungen hätte er vielleicht hingenommen, hätte darüber gelacht aber diese verächtlichen Verdächtigungen entfachten sein Blut zu einem gewaltsamen Ausbruch. Er packte den andern und schrie:
„Sie sind ein Lump, wenn Sie jetzt nicht den Mut aufbringen, endlich einmal mit der Wahrheit herauszukommen."
Terbrüggen fühlte, daß er sich hier zu weit vorgewagt hatte. Er wollte schon versuchen, einzulenken, als ihm unversehens Hilfe tarn. Von dem lauten
NSG. Gauleiter und Reichsstatthatter Sprenger stattete am Mittwoch dem Landd lernst- lehrhof der Hitler-Jugend ; n Aul- Hausen aus Anlaß der Beendigung des ersten Lehrganges einen Besuch ab. Unter Führung des K.-Gebietsfübrers Dr. G a u h l erhielt der Gauleiter einen umfassenden. Einblick in die gesamten Er- ziehungsmaßnahmeti für die künftigen Landdienst- sührer, die neben eingehender fachlicher Ausbildung auf dem 450 Morgen großen Hof eine besondere politische und weltanschauliche Ausrichtung erhalten.
Der Gauleiter nahm Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, daß den Jungen und Mädeln in dem abgeschlossenen einjährigen Lehrgang nicht nur bestes Rüstzeug für ihre Führertätigkeit vermittelt worden war, sondern daß diese auch Darüber hinaus eine erhebliche betriebliche Leistungssteigerung erzielt haben. Ein Rundgang durch 'die Felder und Wirtschaftsgebäude zeigte sie Jungen und Mädel bei der praktischen Arbeit. Unterricht, Sport und
Oie Straße als Spielplatz.
. Unsere Kinder sind keine Stubenhocker. Sobald es die Jahreszeit einigermaßen zuläßt, Drängen sie ins Freie, um dort ihren Spieltrieb in mehr oder minder starker Beweglichkeit zu leben. Man kann das nur gutheihen. Unsere Heranwachsende Jugend hat ein Recht darauf, die Stunden der Schulpflicht und Der häuslichen Aufgaben durch eine gewisse Ungebundenheit auf Der anderen Seite wieder, auszugleichen. Nicht minder ist den meisten Ettern daran gelegen, die Sorge um ihre Kinder wenigstens für eine kleine Zeit Des Tages los zu sein.und sie mit Gleichaltrigen zusammen zu wißen. Im großen und ganzen kann man es auch nicht unterbinden, wenn sich diese Spiellust in nächster Nachbarschaft auf der Straße auswirkt. An und für sich Ist die Straße freilich kein Spielplatz. Aber es ist schon bei uns, bei unseren Eltern und unfern Großeltern so gewesen, daß auf der Straße am liebsten gespielt wurde. Nun ist nichts Dagegen einzuwenden, wenn ein Mädel seinen Puppenwagen auf Dem Bürgersteig auf- und abfährt. Und vor allen Dingen ist immer ein Unterschied zwischen Straße und Straße zu machen.
Mit besonderer Vorliebe wird das Kreiselspiel betrieben. Wir haben es in unserer Jugend auch gekannt, und es war für uns im Frühjahr schlechthin das Spiel. Es ist auch gesund, bringt es doch mannigfaltige Bewegung mit sich und erfordert Geschicklichkeit, Unsere Jugend soll auf das Kreiseln nicht verzichten. Aber auch da kommt es wieder Darauf an, den richtigen Platz Dafür auszumachen. In einer verkehrsreichen Straße muß es zwangsläufig zu einer Belästigung der Passanten führen und birgt Die große Gefahr' in sich, daß Die Ju-» gend im Eifer Des Spieles selber das Opfer eines Verkehrsunglücks wird. Eine Straße ist nun einmal voller Tücken. Das kann gar nicht oft genug gesagt werden.
Aehnliches gilt vom Rollschuhlaufen, das gegenwärtig auch wieder sehr im Schwung Ist. Geschieht es auf breitem, übersichtlichem Raum, so mag dagegen Nichts einzuwenden sein: wird es aber auf Verkehrsbrennpunkte verlegt. Dann kann es nicht statthaft fein. Denn zu leicht wird jemand überrannt oder das Kind gerät unter ein Fahrzeug, und Das Unglück ist geschehen.
, Spielen \ift recht und gut, niemand will es der Jugend verwehren. Es gibt aber auch Spiele, gegen Die entschieden Front gemacht werden muß. Vor allen Dingen ist es das Fußballspiel auf L*er Straße, und es wird zum großen Unfug, menrt es gar mit einem Stein oder einem andern harten Gegenstand betrieben wird. Den irgendein Bengel einfach vor sich herstößt. Gesetzt Den Fall, so ein Stein trifft einen Passanten und verletzt ihn, Danin ist Die Not groß, und 'Der Schuldige wird zur Rechenschaft gezogen werden/ Ungeachtet dessen muß darauf hingewlesen werden, daß in jedem Falle darunter Die Schuhe erheblich leiden, was wir uns heute, wo jedes Stückchen Leder kostbar und jede Arbeitskraft sowieso bis zum äußersten anaefpnnnt ist, nicht leisten können. Gegen Die Fußballspieler auf Der Straße wollen wir mit aller Entschieden- heit vorgehen.
Generalmajor a. O. Kleinhans 70 Lahre alt.
Am morgigen Freitag, 19. März, kann der Generalmajor a. D. Friedrich Kleinhans in Gießen in bester Frische seinen 70. Geburtstag begehen. Generalmajor Kleinhans entstammt einer alten Offiziersfamilie, die in Kurhessen beheimatet ist. Im Jahre 1892 wurde er zum Leutnant im 8. (Rhein.) Jägerbataillon in Schlettstadt (Elsaß) ernannt, in Dem er später Chef Der 3. Kompanie und sodann als Hauptmann Führer der Maschinengewehr-Abteilung wurde. Nach 21jähriger Dienstzeit bei den Jägern wurde er im Jahre 1913 als Referent zur Gewehr-Prüfungskommission nach Spandau versetzt. Beim Ausbruch Des ersten Weltkrieges rückte er als Führer einer Maschinengewehr-Abteilupg mit einer Garde-Kavallerie-Division ins Feld. In Den Kämpfen an der Westfront wurde sein hervorragen- Der Einsatz durch die Verleihung zahlreicher Kriegsauszeichnungen anerkannt. Nach dem Weltkriege gehörte er dem Stab der 6. Reichswehr-Division in Münster an. Im Verlaufe feines weiteren Dienstes im früheren 100 000-Mann-Heer wurde er 1923 nach Gießen versetzt, wo er als Major Kommandeur Des 1. (Hess.) Grenadier-Bataillons Jnf.-Regt. 15 war. Mit diesem Bataillon war er an Der Niederringung Der Kommunistenunruhen in Thüringen unD in Sachsen unD Der Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung in diesen Gebieten beteiligt. Nach mehrjähriger Führung des Bataillons, in dem er inzwischen zum Oberstleutnant befördert worden war, nahm er als Oberft feinen Abschied. Während feines
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„Sie ...?" fragte er Dann erftaunt „Sie Hoven Meinders zurückgehalten? Seit wann nehmen eie Denn soviel Anteil an meinem Wohlergehen.
„Es handelt sich dabei weniger um Ihr Wohl- ! ergehen als um Das Der Dame, Die Dabei it\ Frage kommt, Herr Doktor Hellingrath."
Die fonDerbare- Betonung, Die in diesen Worten lag, gefiel dem andern nicht. Jetzt schien es Ernst "werben zu sollen. Nun gut — wie er wollte.
Wortwechsel angelockt, stand Der Schachtmeister Giese plötzlich im Türrahmen Des kleinen Büros.
Hellingrath trat beim Anblick des Mannes einen Schritt zurück. Er schämte sich vor sich selbst, daß er sich so hatte hinreihen lassen. Giese war im rechten Augenblick gekommen, und sein Erscheinen hatte ihn vor Schlimmerem bewahrt. Doch Terbrüggen schien auf* dieses Dazwischentreten nur gewartet zu haben. Nun hatte er einen Zeugen, vor dem sich Hellingrath hüten würde, ihn noch einmal anzugreifen.
„Sie sind nach diesem unerhörten 'Auftritt natürlich sofort entlassen, Herr Doktor Hellingrath", sagte er erregt, während sich in seinen Augen Die Befriedigung über diesen Ausgang nur zu deutlich widerspiegelte. „Dberingenieur Plack wird telegraphisch von seinem Urlaub zurückbeordert, und Sie werden ihm morgen den Betrieb hier übergeben."
Mit einem Kopfnicken gegen Den Meister ging er rasch hinaus. Es mar wie eine Flucht vor weiteren Auseinandersetzungen.
Giese stand ganz verdutzt und wußte nicht, was er zu alledem sagen sollte.
■„3a ... was ist Denn, Herr Doktor ...? Sie ... Sie sollen hier weg?"
Werner Hellingrath hatte Die ganze Zeit wie geistesabwesend dagestanden. Es war ihm nicht anzusehen, was er dachte, ob er überhaupt etwas dachte. Er starrte immer nur unverwandt auf einen Punkt, als sei dieser das Zentrum alles Geschehens.
„9a ..." nickte er Dann endlich. Langsam hob er den Kopf, und ein Dünnes Lächeln spielte um seinen MunD. ,Lch gehe ... weil jener ein Lump ist ... so ist das nun einmal auf dieser Welt, lieber Giese."
„Aber Das geht Doch nicht. Wenn Sie nur wollen, die Kumpels werden alle kommen und ..."
Hellingrath fuhr wie aus tiefem Sinnen auf. Mit einer energischen Handbewegung strich er Die langen, blonden Haare straff nach hinten.
„Hören Sie, Giese, Sie halten auf jeden Fall Den Mund. Kein Mensch soll meinetwegen Unannehmlichkeiten haben. Ich gehe, und damit basta!"
Ruhestandes wirkte der im Frieden und im Kriege bewährte Offizier unermüdlich und in immer weiter- greifenbem Kreise für Den Gedanken Der Wehrhaftigkeit unD Der Wehrfreudigkeit unseres Volkes. Bei, Der Wiedererrichtung unserer Wehrmacht durch Den Führer steifte sich Oberst Kleinhans erneut zur Verfügung. Bei Ausbruch Des jetzigen Krieges trat er als Oberst in den Waffendienst zurück. Er war Dann längere Zeit Kommandant eines Truppenübungsplatzes. Ende 1942 trat er als Generalmajor wieder in den Ruhestand. In weiten Beoölkerungs- kreisen von Gießen und Umgegend, namentlich auch bei den alten rheinischen Jägern unb bei Den 15ern der früheren Reichswehr, wird Generalmajor Kleinhans größte Wertschätzung entgegengebracht.
©er Held^naedenktaq in (Sieben.
Die Feiern zur Ehrung unserer gefallenen Helden werden am kommenden Sonntag, 21. März, statt- sinden. In Gießen wirb Die Feier am 116er-Denk- mal auf dem Lündgraf-Philipp-Platz veranstaltet. Die Ansprache wird Der Wehrmacht-Standortälteste halten. Kränze werden von der Wehrmacht und der Partei am Denkmal niedergelegt werden. Da die Feier psinktlich um 9 Uhr beginnen wird, ist es erforderftch, die Plätze bis kurz vor 9 Uhr einzunehmen. Die für Den 14. März bereits zugesandten Einladungen gelten auch für die Feier am 21. März.
Allezeit tapfer und bewährt.
NSG. Jeder junge Deutsche, Der gesund, zuverlässig unD einsatzbereit ist, kann mit 17 Jahren als Unteroffizier-Bewerber in das großdeutsche Heer eintreten. Verpflichtung kann für eine Dienstzeit von 4V- oder 12 Jahren erfolgen. Meldungen nimmt zu jeder Zeit Das nächste Wehrbezirkskommando entgegen. Die Arbeitsdienstpflicht ist für Unteroffizier- Bewerber auf Drei Monate verkürzt. Truppeneinheit und Waffengattung können selbst gewählt wer- Den. Dis Beförderung zum Unteroffizier ist bei Frontbewährung, nach neunmonatiger Dienstzeit möglich. Bei entsprechender Leistung kann auch hie Uebernahme in die Offizierslaufbahn erfolgen. Ein zweiter Weg zum aktiven Unteroffizier geht über die Unteroffizierschulen. Bewerbungen sind an das
genabstandsmesser. ein Perimeter, ein Kugeladakto- meter und eine Operationslampe. Unter seinen zahlreichen Veröffentlichungen nennen wir: „Die Hydrotherapie der Augenkrankhetten". „Augenuntersuchung zur Erkennung innerer «nd Nervenkrankheiten", „Die nichtmedikamentöse Therapie der Augenkrank- heiten", ..Farbenproben zur Prüfung des' Farbensinnes" und .Lehrbuch unD Atlas Der Augenheilkunde".
Max Reger im Rundfunk.
Max Reger, der vor 70 Jahren geboren wurde, steht mit einigen seiner Hauptwerke auf dem Programm her „M usikzurDämmerstunde" am Freitag, 19. 3., von 17.15 bis 18.30 Uhr im Deutsch- landsender. Oswald K a b a st a dirigiert die vier Tondichtungen nach Böcklin und die Variationen und Fuge über ein Thema von Mozürt, Hans H o t-, ter singt den „Hymnus her Liebe" für Bariton mit Begleitung des Orchesters. Hin führende Worte spricht Hermann' U n g e r , stellvertretender Direktor der Kölner Musikhochschule und ehemaliger Schüler Max Regers. Als Worteinlage spricht Helmut R e n a r Briefe des Komponisten.
Kleine politische Nachrichten.
Major Hans Philipp errang in heftigen Luftkämpfen südlich des Ilmensees mit vier Abschüssen den 200. bis 203. Luftsieg und steht damit ander Spitze der erfolgreichen deutschen Jagdflieger.
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Die Untersee-Bekämpfungsmittel der italienischen Kriegsmarine vernichteten in den letzten sechs Monaten insgesamt 21 feindliche Unterseeboote und beschädigten mehr oder weniger schwer mindestens weitere 15 feindliche Unterseeboote.
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Das neue Kabinett Saracoglu stellte sich der türkischen Nationalversammlung vor. Der /Ministerpräsident erklärte, die bisherige Politik habe gute Ergebnisse erbracht. Sie werde auch jn Zukunft beibehalten werden. Das Kabinett erhielt das einstimmige Vertrauensvotum des Hauses.
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Zum Generalstatthalter des Königs und Kaisers in Albanien wurde an Stelle von, Botschafter Francesco Jacomoni General Alberto Pariani ernannt. Pariani kündigte an, daß her König die Absicht habe, das Amt Des Generalstatthalters, sowie dies möglich fein wird, einem Prinzen aus dem Hause Savoyen zu übertragen.
*
In her Berliner Universität wurde her italienische Landwirtschaftsminister a. D. Prof. Giuseppe Tassinari auf Gruyd seiner wissenschaftlichen Verdienste um die italienische Landwirtschaft und die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien durch den Dekan her landwirtschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Bülow, zum Ehrendoktor Der LanDwirtschast* promoviert.
De Gaulle gab bekannt, daß er die Einladung Girauds zu einer Zusammenkunft in Nordafrika angenommen habe, sofern sich „Die Lage in Nordafrika weiter günstig entwickele".


