Ausgabe 
18.1.1943
 
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des

Studien der Kompo-

Grimm-Feier der Universität

AUF MÖNCKEBERG

ROMAN VON OLAF BO UTE RWE CK

(Nachdruck verboten.)

17. Fortsetzung.

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Kultur, Politik, Wirtschaft, Musik und Kunst endenden Landes.

lsau.

ikultur«

Kunst und Wissenschaft.

Geheimrat Sandberger gestorben.

Fräulein von Mönckeberg?

So lange nicht gesehen und doch wiederertanm! Sigrid Lächelte immer noch

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gefüllten Eimer in die Wohnung, um sie erst Fliegeralarm herauszustellen.

Beschickung der Viehweiden in Oberheffen.

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Den Ring des Feindes durchbrochen.

Deutsche Grenadiere auf vorgeschobenem posten am Oonez.Ritterkreuzträger Major Or. Meiners berichtet in Gießen über die Kämpfe seines Bataillons.

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schaftskomödle und charakterisierte eingehender als Ausnahmen dieGefangenen" und denduckens" des Plautus. Im Gegensatz zur älteren Typen« komädie ist die Tendenz zu charakterologischer Der- tiefung unverkennbar. Neben der Vertiefung und Vermenschlichung ist auch eine gewisse technische Verfeinerung $u bemerken. Naturtreue und Lebens« nähe gehen mit peinlicher Motivierung und lücken­losem Kausalzusammenhang -and in Hand. Die Er­findung neuer Fabeln war häufig durch den An­spruch des Publikums begründet. Mit interessanten Beispielen und amüsanten Parallelen zur modernen Literatur erörterte Professor Thierfelder den Auf­bau der neuen Lustspielfabel, die vielfachen Unwahr­scheinlichkeiten ihrer Voraussetzungen, die Einfüh­rung des Zufalls, die mittelbar uno unmittelbar komische Wirkung. An die Stelle der früher durch­aus üblichen Zote tritt die Behandlung gewisser ethischer Probleme (sittliches Verhalten: Jugend­erziehung), an die Stelle der vulgären eine höhere Komik etwa in der Behandlung erotischer Motive. Neben dem Thema des ehelichen Zerwürfnisses und des Gegensatzes der Generationen erfuhren die vier Komponenten der Irrtums- und Täuschungskomödis eine eingehende, durch Beispiele anschaulich belegte Schilderung. Mit dem Hinweis auf die Verwandt­schaft zwischen komischer und sentimentaler Wirkung sowie auf den Einfluß der tragischen auf die Ko­mödiendichtung beendete Professor Thierfelder seine übersichtlich gegliederten, feinsinnigen Dar­legungen.

Professor von Blumenthal schloß die Feier­stunde mit Dankesworten an den Vortragenden und mit dem Gedenken an Führer und Wehrmacht.

Lochen lang im infanteristischen Einsatz. Sie ha- en unerschütterlich standgehalten. Zwei E. K. I und 50 E. K. II waren das äußere Zeichen der Aner- ennung ihrer Tapferkeit. In der Heimat ist beson- ers der Kriegseinsatz des RAD. bei Aufräumungs- erbeiten nach englischen Terrorangriffen zu er- vähnen. Der Bericht erwähnt auch Die Erfolge des weiblichen Arbeitsdienstes beim Einsatz für die Bäuerin und im Kriegshilfsdienst.

Aus ber «Stadl Gießen.

Achtung vor dem Brot!

Brot. Ein kleines und einfaches Wort, und doch so inhaltsschwer. Wie oft wird es gedankenlos hin­gesprochen-, was aber schließt es alles ein. Haben wir es nicht vergessen, was es heißt: das tägliche Brot? Welch tiefer Sinn und welche Verpflichtung liegt in den einfachen Aussprüchen des täglichen Lebens, wo es heißt, daßjemand sein Brot ver­liert", oder aber, daßjemand nicht mehr sein täg­lich Brot verdienen könne".

So braucht jeder einzelne Tag für Tag dieses K Wort aber« und abermal. Wie wenigen mmt es in den Sinn, was damit, zwar un­bewußt und doch wieder so klar, zum Ausdruck gebracht wird. Doch nichts anderes als das: all unser Tun und Denken um des Lebens materielle Sicherung geht aus vom Brot! Und ist es nicht tat­sächlich so, daß Brot das entscheidende Nahrungs­gut unseres VÄkes ist? Wird doch der deutsche Nah­rungsmittelbedarf zu 33 v. H. allein durch das Brot gedeckt. Kernnahrung in des Wortes wichtigster Bedeutung ist also dieses Brot, das der Bauer in schwerer Arbeit der deutschen Erde abringt und das im Gleichmaß unseres Alltages von vielen Volks­genossen manchmal so wenig geachtet wird.

Manch uralter Brauch der deutschen Landschaften kündet heute noch davon, daß unsere Altvorderen das Brot wie ein Heiligtum geehrt haben. Schande und Ehrlosigkeit galten dem, der diese köstliche Frucht deutscher Erde und harter Bauernarbeit miß- achtete. Kann es nicht wieder so werden wie ehe­dem? Achtlos fällt hier ein Stück vom Tisch, und dort in der Ecke, unter der Bank, verschimmelt und vertrocknet eine ganze Schnitte. Manchs Brottrom­mel könnte erzählen von nutzlos verdorbenem Brot. Gedankenlos ließen die Menschen es geschehen. Nicht allein die Stadt sicht solche Schändung, nein, leider auch das Land. Und wie in der Mietwohnung in­mitten des Häusermeers, so geht leider auch in manchem Bauernhaus manch Stücklein Brot der menschlichen Ernährung verloren.

Was schwer und ernst und mahnend aus uraltem deutschen Brauchtum klingt, laßt es darum wieder Gesetz werden für euer Tun und Handeln. Seid achtsam mit jeder Brotkrume und achtet im Brot die köstliche Gabe göttlicher Allmacht! Verludert nicht, was der Bauer mühsam der deutschen Scholle abringen mußte! Erzieht eure Kinder, daß sie nicht leichtfertig die Schnitte Brot mißachten, daß sie be­wußt werden, welche Gabe sie in ihren Händen halten!

Kür Tapferkeit vor öem KemÜe.

Der Oberfeldwebel Erwin Schmidt aus Leih« g e ft e r n , der im Osten kämpft und schon vor einiger Zeit mit dem Eisernen Kreuz II. und I. Klasse ausgezeichnet wurde, ist Anfang Januar in An­erkennung seiner tapferen Leistungen vor dem Feinde zum Leutnant befördert worden.

Löschwaffer mcht einfrieren lassen!

teilung zu machen?"

Ganz recht, Herr Kommissar! Ich war sehr er­schüttert, als ich heute früh in der Zeitung von dem Tode des Professors las. Ich kannte ihn zwar erst seit einigen Monaten, aber er war mir gegen­über stets sehr gütig und liebenswürdig, und ich

gegen Polen bis zum Sturm auf Warschau vor dem geistigen Auge seiner Hörerschaft lebendig werden, um sie anschließend in ebenso großer Linie über den Kriegsschauplatz in Frankreich mit seinen wichtigsten Schlachten bis zum dortigen Feldzugsende zu füh­ren. Schon hierbei erhielten die mit größter Span­nung lauschenden Besucher eine starke Vorstellung von den ungeheuren Leistungen unserer Infante­risten. Dieser Eindruck wurde aber noch verstärkt und vertieft durch den bei aller Schlichtheit doch außerordentlich packenden Erlebnisbericht des Vor­tragenden über die gewaltigen Kämpfe im Osten.

Major Dr. M e i n e r s war mit seinem Bataillon auch im Osten von Anfang an habet. In das be­sondere Blickfeld der Hörer stellte er zunächst die gewaltige Schlacht von Kiew, in der er an der 180 km langen Einkesselungsfront mit seinen Män­nern stand und zur Erringung eines der größten Siege der Weltgeschichte beigetragen hat. Nach dieser Schlacht ging es auch für sein Bataillon weiter nach Osten. Nunmehr schilderte der Ritterkreuzträger in packender und doch immer schlichter soldatischer Sprache die vielfältigen Erlebnisse seiner Truppe auf diesem Vormarsch. Immer nur stellte er seine Männer in den Vordergrund, von sich selbst spra er so gut wie gar nicht, obwohl er als Kommandeup des Bataillons doch der entscheidende Faktor bei allen Einsätzen feiner Grenadiere gewesen ist. Bei der Schilderung dieses Vormarsches wurde offenbar, unter welch gewaltigen Schwierigkeiten und mit welcher unübertrefflichen Hingabe und Begeisterung unsere Infanterie ihren Vormarsch im Osten durchs geführt hat. Da sah man im Geiste die Kolonnen der deutschen Soldaten, allen voran wieder die In­fanterie, im Herbstregen und bald darauf folgenden nassen Schnee über Die grundlos, ja zum Morast gewordenenStraßen" und Wege des Sowjetreiches vorwärts marschieren, immer dem fliehenden Feinde auf den Fersen, Tag für Tag, Nacht um Nacht. Die schweren Waffen, die Fahrzeugkolonnen, der Troß, alles bleibt schließlich im unergründlichen Schlamm und Morast des aufgeweichten Erdreiches stecken, aber der Infanterist marschiert und kämpft, und marschiert und kämvft immer wieder trotz gewal­tigster körperlicher Anstrengungen und vielfältiger Entbehrungen, die er immer opferbereit auf sich nimmt, nur mit dem einen Ziel vor Augen, dem Feind unablässig auf den Fersen zu bleiben und ihn zu werfen. So geht es viele Tage lang, dis schließ­lich Major Meines mit seinem Bataillon Anfang November 1941 den Donez erreicht und hier erst, wie die anderen Spitzen der deutschen Wehrmacht, durch den Befehl des Führers zur Einstellung des

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hinein.

Herr Holm, Sie haben wohl die Freundlichkeit, einstweilen hier in der Bibliothek Dlatz zu nehmen? Ich möchte einige Worte mit Fräulein vom Möncke- berg sprechen. Stobbe, leisten Sie Herrn Holm Gesellschaft!"

Sigrid nickte Axel freundlich zu und trat dann sogleich mit dem Kommissar in die Diele zurück.

Raucheisen rückte Sigrid einen Sessel zurecht und ließ sich ihr gegenüber nieder.

Sie besitzt Geschmack und Kultur! war Rauch­eisens erster Gedanke. Ihr helles, duftiges Seiden­kleid, der breitrandige Strohhut und die eleganten Schuhe waren gut aufeinander ab gestimmt. Ihre Bewegungen waren ruhig und beherrscht, und Ruhe ging auch von der ebenmäßigen Schönheit ihres Gesichts aus.

Raucheisen schüttelte insgeheim den Kopf; denn es war ihm völlig unbegreiflich, daß und warum Axel Holm auch nur einen Augenblick gezögert hatte, diese entzückende junge Dame zu heiraten, die mit ihrer natürlichen Anmut und rassigen Schlankheit doch sofort jedem Mann den Kopf ver­drehen mußte, wenn in seinen Adern nicht gerade Wasser floß ... (Oder wenn er nicht bereite eine solch entzückende Frau wie Ellen besaß!)

,äch danke Ihnen, daß Sie so schnell herüber- gekommen sind, Fräulein von Mönckeberg", sagte Raucheisen.Sie haben mir eine sachdienliche Mit-

NSG. Löschwasser ist neben Sand die unentbehr­liche Munition im Kampf gegen Brandbomben und Brände! Es muh deshalb immer und überall in ausreichender Menge vorhanden fein. Im Winter darf das Wüster nicht einfrieren, denn mit Els kann man nicht löschen! Zusätze von Viehsalz verzögern das Einfrieren um einige Grad. Sinkt die Tempe­ratur unter den Gefrierpunkt, so nehme man die bei

Hand.

Herr Holm, gestatten Sie mir, Ihnen zu Ihrem Verlust mein herzlichstes Beileid auszudrücken"

Raucheisen, der sich bisher im Hintergrund ge­halten und die b erb en scharf beobachtet hatte, er­kannte hinreichend, daß er mit seinen Mutmaßun­gen völlig danebengehauen hatte. Er trat jetzt einen schritt vor und räusperte sich. Axel wandte sich daraufhin um:

Ach, entschuldigen Sie! Fräulein von Möncke- berg, darf ich Sie wohl mit Herrn Kriminalkom­missar Doktor Raucheisen bekannt machen ...?"

Während Sigrid dem Kommissar die Hand reichte, wurde Axel sich plötzlich seiner mangelhaften Klei­dung bewußt. Er fuhr sich mit der Hand an den Hals und versuchte, den hochgeschlossenen Staub­mantel noch höher hinaufzuziehen. Dann blickte er , , w

auf feine Füße, die ohne StrümHs in weichen^ tief4 habe ihm so viel zu verdanken

Die Gießener Bevölkerung hatte am gestrigen Sonntag ein unvergeßliches Erlebnis. In zwei großen Kundgebungen der Partei am Vormittag im Gloria-Palast mit der Hitler-Jugend, am Abend in der Universität in einer überfüllten Parallel- Versammlung (Aula und Großer Hörsaal) sprach der Ritterkreuzträger, Major und Bataillonskom­mandeur Dr. Otto Meiners über den Hel­denkampf unserer Infanterie. Die öffentliche Kund­gebung hatte in den Räumen der Universität eine so gewaltige Menschenmenge zusammengeführt, wie sie bisher nur ganz selten in gleicher Stärke dort zu sehen gewesen war. Die Menge bereitete dem Ritterkreutträger bei seinem Erscheinen und am Schlüsse seines Vortrages so überaus herzliche Ehrungen, wie sie nur aus der tiefen Dankbarkeit der Heimat gegenüber unserer kämpfenden Front, insbesondere gegenüber unserer unvergleichlichen Infanterie erwachsen können. Und die Heimat brachte damit einen kleinen Teil des tiefen Dankes zum Ausdruck, den wir alle angesichts der gewalti­gen Leistungen unserer Kämpfer vor dem Feinde, besonders an der Ostfront, empfinden.

*

Nach dem Einmarsch der Fahnengruppe und dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des LiedesVolk ans Gewehr" hielt der Hoheitsträger der Partei im Kreise Wetterau, Kreisleiter Oberbereichsleiter Backhaus, in dessen Begleitung der Ritterkreuz­träger Major Dr. Meiners erschienen war, ebne kurze Ansprache, in der er zunächst unter lang- anhaltendem starken Beifall der Versammlung den Ritterkreuzträger herzlich begrüßte und dann mit eindringlichen Worten die große Bedeutung der schweren militärischen Auseinandersetzung im Osten betonte. Ferner wies er darauf hin, daß als trei­bende Kraft hinter diesem uns aufgezwungenen Kriege das internationale Judentum steht, das das Ziel verfolgt, Deutschland und seine Verbündeten zu vernichten. Dann würdigte der Kreisletter mit herzlichen Worten des Dankes die unvergleichlichen Leistungen der deutschen Infanterie als der Haupt­trägerin aller Lasten des Kampfes, aber auch als der .Königin aller Waffen", die für jedes Kampf- geschehen Träger der Entscheidung ift

Ritterkreuzträger Major Or. Meiner« berichtete hierauf in etwa zweistündiger, außer­ordentlich fesselnder Erzählung über seine und seines Bataillons Erlebnisse. Er betonte habet in schlichter Welfe, daß er nur einer von den Millionen deutscher Infanteristen sei, die an allen Fronten ihre Pflicht tun. Dann ließ er in kurzen Strichen den Feldzug

Die Vorbereitungen zur diesjährigen Beschickung der Viehweiden in Oberhessen sind in vollem Gange. Der Landesverband der Rinderzüchter Hessen-Nas­sau verfüg! bekanntlich in Oberhessen über drei Iungvieyweiden, nämlich Warthof bei Grünberg, Tiergarten bei Hungen und Wernings bei Gedern. Auf der Iungviehwelde Warthof bei Grünberg wer­den nur rote Höhenvieh-Rinder und Höhenfleckvieh- Rinder zugelassen, auf die Iungviehwelde Tier­garten bei Hungen kommen Höhensleckvieh-Rinder und schwarzbunte Niederungs-Rinder, während auf der Iungviehwelde Wernings ausschließlich Höhen- fleckoieh-Rinder zum Auftrieb kommen. Es kön­nen nur Rinder mit Herdbuch-Abstammung zugelas- sen werden, ebenso Sttttfohlen von eingetragenen Hauptstommbuch-Stuten und Stammbuch-Stuten, Fohlen auf allen drei Weiden. Wie wir vom Tier- zuchtamt Gießen hören, erhalten die Vertrauens­männer in den nächsten Tgen die vorgeschriebenen beiden Anmeldelisten zugesandt, auf denen die An­meldung bis spätestens zum 15. Februar vorgenom­men werden muß. _________

ausgeschnittenen Hausschuhen steckten. Er zog sich hinter oen breiten Rücken Raucheifens zurück und versuchte, sich vorerst so klein wie nur irgend mög­lich zu machen.

Raucheisen, der diese Bewegung beobachtet hatte und sie richtig deutete, lächelte ein wenig in sich

,&d) komme sofort zur Sache!" unterbrach Sigrid sich, als sie Raucheisens leichte Ungeduld bemerkte. 3n der Zeitung stand, daß Professor Beierfeld von einem unbekannten Täter erschossen worden fei, und daß alle Personen, die irgendwelche zweckdien­liche Mitteilungen machen könnten, sich mit Ihnen in Verbindung fetzen möchten, Herr Kommissar."

Sie machen mich Immer neugieriger, Fräulein von Mönckeberg", sagte Raucheisen lächelnd.

Hoffentlich enttäusche ich Sie nicht, Herr Kom­missar! Ist es Ihnen schon bekannt, daß Pro­fessor Beierfeld vor etwa fünf Monaten einen Teil Der hinterlassenen Bibliothek meines Vaters käuflich erwarb?"

3a, ich hörte davon."

Das Merkwürdigste ift nun, daß vorgestern nacht ebenfalls ein Einbruch in meiner Wohnung verübt worden ist! Dieser Einbruch ist mir um so rätselhafter, als nicht das Geringste gestohlen wurde, obwohl der Einbrecher zum Beispiel meine Schmucksachen und das vorhandene Bargeld gar nicht übersehen konnte. Dagegen hat er meine Bi­bliothek offenbar auf das sorgfältigste untersucht; sämtliche vorhandenen Bücher waren aus den Fä­chern herausgerissen worden und lagen verstreut um­her. Aber auch von diesen Büchern fehlt nicht ein einziges Exemplar, wie ich gestern vormittag an Hand meiner Liste festgestellt habe."

Das ist allerdings seltsam", mumelte Raucheisen nachdenklich. Eine Weile schwieg er; dann bat er Sigrid um einen genauen und umfassenden Be­richt.

Sigrid holte weit aus und erzähtte den Fall so ausführlich wie möglich; sie mar bemüht, auch nicht die geringste Kleinigkeit dabei auszulassen.

Raucheisen stellte hin und wieder einige kurze Zwilchenfragen; sonst aber hörte er auch bei den scheinbar unwichtigsten Dingen geduldig und auf­merksam zu. Nebenbei machte er sich eifrig schrifta liche Aufzeichnungen.

i (Fortsetzung folgt)

Drei, vier Sekunden dauerte dieser Zustand völ­liger Hilflosigkeit, während er in Gedanken ebenso synell wie vergeblich die lange Reihe feiner werb­lichen Bekannten durchging. Aber dann entdeckte er unter dem linken Auge Der junaen Dame einen vinzig kleinen Leberfleck, dessen Lorhandenlein in ftinem Unterbewuhtseln plötzlich wie em elektrischer rsunke irgend etwas auslöste, was ihn in unglau- L Erstaunen fragen ließ:

iulein von Mönckeberg?"

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Die Philosophische Fakultät (I. Abt.) der Ludwigs- Universität hielt am Samstagabend im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts ihre Grimm- Feier ab. Professor Dr. von Blumenthal hieß als Dekan namens der Fakultät die Hörer will- fommer- und erinnerte an die ehrwürdige Gevflo- genheit der alma mater. In Feierstunden Ihrer großen 'Männer zu gedenken, wie sich heute das Deutsche Seminar Jakob Grimms als oes Begrün­ders seiner Wissenschaft dankbar erinnere; indem ein Vertreter der Altertumswissenschaft dazu das Wort ergreife, werde gleichzeitig die Heuer aus­gefallene Winckelmann-Feier in etwa nachgeholt.

Darauf ergriff Professor Dr. Thierfelder das Wort zu einem auch für Laienhörer interessanten und vielfältig anregenden Vortrage über bie neue Komödie der Griechen, das heißt die rund hundert Jahre nach Aristophanes entstandene Ko­mödienliteratur, die in erster Linie durch Menander, ferner durch Philemon, Apollodor unb eine Reihe uns nicht mehr bekannter Autoren repräsentiert wird unb uns burch bie späteren römischen Bearbei­tungen des Plautus und Terenz einigermaßen ge­läufig Ist. Während die alte, aristophanische Ko­mödie als politisch, phantastisch und weitgehend un­anständig zu charakterisieren ist, kann die neue als der genaue Gegensatz dazu, im übrigen als privat, bürgerlich und fantillär gekennzeichnet werden. Poli­tische Aktualitäten wären ja später unverständlich gewesen, während der Ruhm attischer.Eleganz sich gerade auf bie römischen Ueberfehungen gründet. Die Phantastik wurde zugunsten einer dichterischen Erschließung des Menschlichen aufgegeben. Der Vor­tragende umschrieb den verhältnismäßig engen Per­sonenkreis der ziemlich einseitigen neuen Gesell-

So kam es, daß Sigrid und Axel Im wahrsten kinne des Wortes zusammenprallten.

Ader die von Raucheisen erwartete Ueberraschung klieb aus. Zu seinem Bedauern

Axel trat nur einen Schritt zurück und sagte! mtt enem höflichen Neigen des Kopfes:Oh, entschul- t"gen Sie!"

Sigrid antwortete nicht gleich. Einen Augenblick Ung starrte sie Axel ins Gesicht; bann streckte sie i?m die Hand entgegen unb sagte rasch:

,/£ie sind doch Herr Holm?" ..

Der weltgewandte und draufgängerische Axel, Der onft nie zu verblüffen und durch nichts aus der Raffung zu bringen war, lernte zum erstenmal in inem Leben den Begriff des WortesVerlegen­heit" kennen. Da stand eine entzückende junge Dame vor ihm, bie ihm freundlich zulächelte wie einem alten Bekannten, bie ihn sogar mit feinem Je amen onredete und von der er nicht wußte, wer sie vor und wie sie hieß! Es war ein scheußliches

Axel trat schnell einen Schritt vor unb beugte sich über ihre schmale, weiße Hand.

Mein Gott, Sie haben sich aber auch wirklich verändert, Fräulein von Mönckeberg. Ich hatte Sie ganz anders in der Erinnerung! Damals .,.!" Er stockte, denn er mußte unwillkürlich an das Dumme Gänschen" denken, als das er sie na­türlich völlig zu Unrecht, wie er jetzt erkannte bezeichnet hatte.

3a, damals trug ich noch Trauerkleidung", fiel Sigrid ein. Sie seufzte bann ein wenig.

Damals ..." Wieviel Not und Trauer und Bitterkeit löste dieses eine kleine Wörtchen in ihr aus. Damals war gerade ihr Vater gestorben. Da­mals hatte sie das Schloß Mönckeberg und alles, was ihr lieb war, verlassen müssen. Damals stand sie vor Dem blanken Nichts, und nur bie verhält- nismähig große Summe, die Professor Beierfelb ihr für einen Teil der Mönckebergschen Bibliothek anbot, hatte es ihr ermöglicht, sich über Wasser zu halten und sich in Berlin ein bescheidenes Dasein aufzubauen ...

Ja, damals", wiederholte sie mit einem weh­mütigen Lächeln. Dann bot sie Axel erneut bie

Kleine politische Nachrichten.

Aus Anlaß seines 50. Geburtstages sind Reichs­leiter Reichsminister Alfred Rosenberg aus ellen Teilen des Reiches, aus den besetzten Gebie­ten, von der Front und aus Dem Ausland so zahl­reiche Glückwünsche zugegangen, daß er auf diesem Dege alle, die seiner gedacht haben, bittet, feinen testen Dank entgegenzunehmen.

Der Staatssekretär und Ehef des Generalstabes bet italienischen Luftwaffe, Generaloberst Fou­rier, nahm während seines Aufenthaltes in EZeutschland Gelegenheit, Rüstungswerke sowie Ver- achs- und Erprobungsanstalten der Luftwaffe zu esichtigen. Außerdem hatte er längere Unterredun­gen mit Reichsmarschall Göring und dem Staats­sekretär der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Milch.

*

An der Kampffront gegen Sowjetrußland ist General Xarnaffi, Kommandant einer italieni­schen Brigade gefallen, ebenso der italienische Dich­ter ßaura n o.

*

In Berlin traf auf Einladung von Oberbefehls­elter Hilgenfeldt der spanische Parteiminister Arrese in. In feiner Begleitung befanden sich Manpel halbes, Dlzesekretär der Falange, und Gabriel Anas Calgado, Dlzesekretär für Presse und Propaganda.

In Hsingking wurde ein deutsch-mandschurischer tunbfuntoertrag unterzeichnet. Der Vertrag regelt >en Austausch von Rundfunksendungen zwischen Berlin unb Hsingking, die jeweils im Rundfunk es empfangenden Landes übernommen werden ollen. Die Sendungen umfassen Vorträge über

In München starb im 80. Lebensjahr der Kom­ponist-und Mus'lkwLftnschafUer Geheimrat Professor Dr. Adolf Sandberger. Nach Studien der Komvo- ition unb Musikwissenschaft in Würzburg, München mb Berlin wurde Sandberger 1889 Konservator er Musikabteilung der Hof- und Staatsbibliothek u München und 1909 ordentlicher Prosestor der Musikwissenschaften an der Münchner Universität. Zandberger hat sich zuerst mit einer Abhandlung ifyer Peter Cornelius bekannt gemacht, später wandte er sich der älteren Musikgeschichte zu, haupt- ächlich der Geschichte der bayerischen Hofkapelle jnter Orlando bi Lasso. Don Sandberger stammen gelter Studien zur Geschichte des Haydnschen Streichquartetts. Als Komponist ist Sandberger eroorgetreten mit Liebern, Klavierstücken, gemisch- en Q%ören, Männerchören, Kammermusik, Orchester- oerten und zwei Opern .Ludwig der Strenge" unb

»Der Tob des Kaisers".

Hochschulnachrichten.

Im Alter von 73 Jahren starb in Stuttgart der frühere Leiter der Städtischen Frauenklinik, Prof. J)r. Karl Bai sch. 1869 in Gaildorf (Württem- Berg) geboren, ftuolerte er in Tübingen, München iinb Freiburg, habilitierte sich 1894 in Tübingen linb siedelte später nach München über. 1913 wurde lt Leiter der Städtischen Frauenklinik des Katha- linen-Hospltals in Stuttgart. Der emer. Ordlna- tius t'ür Veterinärhygiene an der Universität Leip- g, Dr. phil. et med. vet., Dr. med. vet. h. c. Martin limmer, vollendete in diesen Tagen fein 70. ebensjahr. In Dippoldiswalde geboren, studierte r In Dresden, habilitierte sich ebenda, wurde a. o. nb o. Professor und siedelte 1923 nach Leipzig ber, wo er 1938 in den Ruhestand trat Seme orschung galt vor allem der Rindertuberkulose, lud) um die Milchhygiene hat er sich verdient ge- nacht. Im fast vollendeten 88. Lebensjahr starb er Nestor ber deutschen Dermatologen, Hofrat ;rof. Dr. Gustav R i eh l. In Wiener-Neustadt ge- oren, studierte er in Wien und habilitierte sich ort 1885. 1896 folgte er einem Rus noch Leipzig, vo er die Errichtung unb Leitung der neuen Kli- kk für Dermatologie übernahm. 1902 ging er als rdinarius nach Wien zurück und lehrte dort bis zu kiner Entpflichtung im Jahr 1926. Er war Ehren­mitglied der Deutschen Dermatologischen Gesell-