Ausgabe 
18.1.1943
 
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Gietzener Anzeiger

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Mtl^thriüerltottsbnidertiS. tey General-Anzeiger für Oberhessen ^^Tieteefs^illrate 7-9

(93. Jahrgang Nr.

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Erbitlerles Ringen im

Berlin, 17.Ian. (DNB.) Die vom Feind im Raum zwischen Kaukasus und Don sowie im Dongebiet neu herongeführten Jnfanterie- imd Panzerkrafte machten zusammen mit der stren- igen Kalte unseren Soldaten schwer zu schaffen. In Ven wechseloollen Kämpfen, die mit besonderer Härte um Stützpunkte, vereiste Flußbetten und be­herrschende Huaelkuppen entbrannten, fingen unsere Truppen die Sowjets in ihren Verteid'igungsstel- lungen auf, um sie dann in energischen Gegen- rstößen umfassend anzugreifen und zu vernichten. Unsere Grenadiere und Panzerabteilungen setzten '.hre Gegenstöße auch bei Schneegestöber und Dun­kelheit fort. Im Licht der Leuchtkugeln und bren­nenden Häuser wurde um die Stützpunkte die ganze Nacht hindurch erbittert gerungen, bis die Welte um Welle angreifenden Bolschewisten zer- chlagen waren. Erst in der Morgendämmerung er­nannten unsere Soldaten an den qualmenden Trüm­mern zahlreicher abgeschossener Panzer und . den Bergen gefallener Sowjets die Härte ihrer Schläge, mit denen sie die feindlichen Angriffsgruppen zer- prengt und abgewiesen hallen.

Noch erbitterter war das Ringen im Raum oon Stalingrad. Dort griffen die Bolschewisten on allen Seiten mit massiertenKräf. 'en an. Sie unterstützten ihre Vorstöße mit ftar- ?en Panzerformationen und sehr heftigem Artillerie- 'euer. Jede der das Steppengelände durchziehenden Schluchten, jede Böschung und jede Geländefalte sind Ion unseren Soldaten zur Verteidigung ausgebaut

Raum von Stalingrad.

und mit schweren Waffen bestückt. In den letzten Wochen ist ein ganzes System von Stützpunkten und Kampfanlagen entstanden, das unseren mit allen Kräften Widerstand leistenden Soldaten bei ihrem Abwehrkampf hilft. Grenadiere und Kano­niere, Pioniere und Panzermänner kämpfen um jeden Meter Boden und schlagen die feindlichen Massenangriffe immer wieder zurück. Wenn der Druck der Angreifer zu groß wurde, schlossen sich die Verteidiger zu waffen st arren- den Igeln zusammen, bis die Bolschewisten <m Kreuzfeuer der beachbarten Stellungen vom An­sturm abließen. Immer wieder brandeten die feind­lichen Angriffswellen gegen solche zur Rundum­verteidigung eingerichteten Stützpunkte, an denen sich die feindliche Uebermacht in schweren Verlusten brach. Als der Feind zur Auffüllung seiner schwer mitgenommenen Angriffstruppen Reserven heran- führte, wurden diese in Begleitung motorisierter Flak marschierenden Kolonnen von Kampf- und Zerstörerstaffeln angegriffen und hart getroffen. Im Raum Welijike Luki stießen deutsche Kampfgruppen zur Entsetzung des feit dem 29. De­zember heldenhaft verteidigten Stützpunktes vor. Als der Angriff genügend an Boden gewonnen hatte, machte die Besatzung der Zitadelle einen küh­nen Ausfall, schlug sich durch die starken Stellungen der Angreifer hindurch und vereinigte sich mit den Entsatztruppen, ohne daß es der Feind mit seinen starken Gegenangriffen verhindern konnte.

Erneute feindliche Massenangriffe gescheitert.

Der Wehrmachtbericht vom Sonntag.

DNB. Aus dem Führerhauplquarlier, 7. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt i-efannt:

3m Süden der Ostfront wiesen die deut- chen Truppen auch gestern starke Angriffe des Zeindes, zum Teil In beweglich geführter Abwehr, :b und fügten dem Feind in harten, bei strengem Stoff durchgeführten Kämpfen schwere Verluste zu. Sm 15. und 16. Januar wurden 60 Sowjetpanzer ^geschossen. Starke Verbände der Luftwaffe schirm­en die Verteidigungsfront ab und unterstützten ligenc Gegenstöße. I m Raum von Stalin- trab standen unsere Truppen weiter in schweren übwehrkämpfen gegen erneute Masfenangriffe des Feindes, die wiederum an dem entschlossenen IDi- isersiandswillen der tapferen Verteidiger scheiterten.

Im mittleren Frontabschnitt erfolgreiche Spähtrupp- und Stohtrupptätigkeit. Die Besatzung iger Zitadelle von Welikije Luki hat sich be- !'hlsgemäß zu der zum Entsatz angreifenden Kampf- «uppe durchgeschlagen. 3n harten Kämpfen ver- jdc der Feind bei Gegenangriffen 47 Panzer- ümpfwagen. Kampffliegerkräfte bombardierten bei llag und Nacht zwischen der oberen Wolga und dem «owat den Nachschubverkehr der Sowjets. Jagdflie- l«r, Flakartillerie der Luftwaffe und des Heeres

schoßen 41 feindliche Flugzeuge ab. Vereinzelte Angriffe südöstlich des Ilmensees wurden abgewiesen. Bei der Wiederholung seiner Angriffe südlich des Ladogasees erlitt der Feind hohe blutige Verluste. 26 Panzer wurden vernich­tet.

Die schweren Abwehrkämpfe der deutsch-italieni­schen Panzerarmee in Nordafrika dauerten auch am gestrigen Tage an. Der auf breiter Front mit starken Panzer- und Jnfanteriekräften anstür- mende Feind wurde unter sehr hohen blutigen Ver­lusten zurüagefchlagen. Deutsche Sturzkampf- und Schlachtflugzeuge griffen in die Kämpfe ein und vernichteten unter anderem zehn Panzer und be­schädigten eine größere Zahl weiterer Kampfwagen. Die Luftangriffe auf den Hafen von Bone wurden fortgesetzt und erhebliche Zerstörungen erzielt. In Luftkämpfen wurden drei britische Flugzeuge ab- geschossen.

Britische Bomber flogen in den Abendstunden in das Reichsgebiet ein. Neben planlosen Störangrif­fen an einigen Orten warf der Feind auch auf das Gebiet von Groß-Berlin Spreng- und Brand­bomben. Die Bevölkerung halte Verluste. In Wohn­vierteln und an öffentlichen Gebäuden, darunter Krankenhäuser, entstanden vorwiegend Brandscha­den. Zwei Flugzeuge wurden abgeschossen.

Bei den Kämpfen zwischen Kaukasus und Don hat sich die 16. motorisierte Infanteriedivision be­sonders ausgezeichnet.

Heroisches deutsches Soldatentum.

Oer Wehrmachtbericht vom Samstag.

DNB. Aus dem Führerhauptquartier, !I6.3an. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt icfannf:

Im Süden der Ostfront fetzte der Feind teine mit zahlenmäßig überlegenen Kräften geführ­ten Angriffe fort, die unter hohen Verlusten für ten Gegner abgewiesen wurden. An der Schwarz- leertüffe versenkte die Luftwaffe ein Räumboot feer Sowjets und vernichtete Betriebsstoff- und Aachfchublager.

Im Raum von Stalingrad schlugen un- sire Truppen, die dort seit Wochen in heldenmütigem i dwehrkampf gegen den von allen Seiten angrei- knden Feind stehen, auch gestern starke Angriffe Kindlicher Infanterie- und Panzerverbände unter rroßen Verlusten für die Bolschewisten ab. Führung tob Truppe gaben damit wiederum ein leuchtendes Vorbild heroischen deutschen Soldatentums.

Deutsche Stoßtrupps vernichteten im mittle- teen Frontabschnitt zahlreiche Kampfstande d lt ihren Besatzungen. Die Kämpfe im Raum von Aelikije Luki dauern an. Südöstlich des Ilmensees nur örtliche Kampfhandlungen. Narke feindliche Angriffe südlich des Ladoga- h e s wurden in erbitterten Kämpfen blutig abge- tiiefen und dem Gegner Gelände entrissen, das er vm Vortage mit hohen Opfern erkauft hatte. In Ästigen Luftkämpfen wurden gestern über der Ost- faonf 77 Sowjetflugzeuge abgeschossen. Drei eigene klugzeuge werden vermißt.

In Libyen versuchte die britische S. Armee die dmtsch-ikalienische Panzerarmee von Süden her zu umfassen. In heftigen Kämpfen wurde die starke Kindliche Panzergruppe unter Vernichtung von 35 sewzerkampfrvagen abgewiesen. Feindliche Angriffe h Tunesien wurden zurückgeschlagen. In so- fertigen Nachstößen wurden die eigenen Stellungen rrÄt vorgeschoben. Die deutsche und italienische Luftwaffe griff in beiden Kampfräumen wirksam h die Kämpfe ein. Sie fehle die Bekämpfung der

feindlichen Flugstützpunkte mit guter Wirkung fort Bombenooötreffer richteten in den Hafenanlagen von Bone wiederum schwere Zerstörungen an. 12 feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen, acht am Boden zerstört. Lin deutsches Unterseeboot versenkte nordöstlich von Bengasi aus einem Geleit von drei Dampfern und mehreren Bewachern zwei Schiffe mit zusammen 7000 BRT. und zwei weitere von Zerstörern gesicherte Dampfer mit zusammen 12 000 BRT. Außerdem versenkten deutsche Seestreitkräfte im TNittelmeer den britischen Zerstörerf)oratio.

Nach Tagesvorstößen weniger britischer Flugzeuge gegen das norddeutsche Küstengebiet führten ein­zelne britische Flugzeuge in der Nacht Störflüge über Westdeutschland durch. Ls entstanden unbe­deutende Schäden. Bei einem nächtlichen Luftangriff auf das westfranzösische Küstengebiet wurden drei, am Tage zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen. Nach Tagesangriffen fchneller Kampfflugzeuge gegen Ziele an der englischen Südküste bekämpften deut­sche Kampfflugzeuge bei Nacht kriegswichtige An­lagen mehrerer Städte Ostenglands.

Das Ritterkreuz für tapferen Verteidiger von Welikije Luki.

Berlin, 16. Jan. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst­leutnant Eduard Freiherr von Saß, Kom­mandeur eines Grenadierreqiments, der sich bei der im Wehrmachtbericht mehrfach erwähnten helden­mütigen Verteidigung von Welikije Luki durch ent­schlossene Führung und persönliche Tapferkeit her­vorragend auszeichnete. In Berlin 1900 geboren, trat er nach dem Besuch des Bismarck-Gymnasiums in Berlin 1918 als Fahnenjunker in das Pionier­bataillon 3 ein. 1919 gehörte er dem Freikorps Huelsen an. 1920 bis 1924 studierte er Rechtswissen­schaften. 1924 wurde er in das I.-R. 5 wieder einge­stellt, in dem er 1926 Leutnant wurde. 1942 wurde er Oberstleutnant.

Oie Schiffsnot in Südamerika.

Buenos Aires, 16. Jan. (Europapreß.) Der Vizepräsident der Republik Uruguay, Eharlone, hat sich einige Tage inkognito m Buenos Aires

aufgchalten, um mit den argentinischen Behörden den Wunsch der uruguayischen Regierung zu er­örtern, daß Uruguay ein Mitbesitzrecht an den Schissen der staatlichen Handelsflotte Argenti­niens eingeräumt werde. Als Gegenleistung habe Eharlone angeboten, daß Uruguay die zwei noch übriggebliebenen Schiffe seiner Handelsflotte an die argentinische Handelsflotte verkaufe oder verpachte.

Llm eine Erneuerung Frankreichs.

Die Pariser Presse fordert Säuberung der Staatsverwaltung.

Paris, 16. Jan. (Europapreß.) Verschiedene Pariser Zellungen heben die Notwendigkeit einer Säuberung der französischen Verwaltung hervor. Die Blätter beziehen sich auf Besprechungen, die gegenwärtig zur Neuordnung Frankreichs geführt werden und die auch im Ministerrat in Vichy ihren Niederschlag gefunden haben. So schreibt derPetit Parisü-n", die nationale und soziale R e - v o l u t i o n , die Frankreich unbedingt nötig habe und deren Verzögerung hauptsächlich die Mißge- chicke Frankreichs seit dem Waffenstillstand erkläre, ei immer noch nicht verwirklicht, das ei kein Grund dafür, daß man nunmehr nicht diese Revolution ernsthaft in Angriff nehme. Das erste Stadium, das man ietzt schon in Angriff nehmen müsse, werde darin bestehen, die Hauptverantwortt lichen in der Verwaltung und in dem qe,amten Rä­derwerk des Staates festzustellen, die bisher die Durchführung der Anweisungen der Regierung sa­botiert hätten. Die LeitungAuiour d'hui" sagt, Laval habe aus seinen eigenen Erfahrungen fest­stellen müssen, daß eine inne re Erneuerung die Voraussetzung für die äußere Wiederaufrich­tung sei, man wisse auch, daß er sich für die not- roeitingen Reformen vorbereite.

*

Sämtliche Spielsäle in Nizza und Cannes wurden geschlossen. Damit besteht an der Riviera nur noch das Kasino von Monte Carlo.

Oer Nachschub.

Von Admiral G. von Schoultz.

Diesen Auftatz des bekannten finnischen Flollensührers (Ä. von Schoultz, der schon in der ehemaligen zaristisch-rujsischen Flotte Admiral war, über die seestrategische Lage, dürfte besonderes Interesse erwecken.

Der Sch i f f s r a u m bleibt die Achillesferse Englands, seine größte Sorge und Schwäche, die alles andere überschatten.Vergessen wir nicht, daß die Verluste, bie uns die U-Boote zusügen, nicht nachlassen, sondern immer größer werden", sagte Churchill in seiner letzten Parlamentsrede. Er wies auf die Verkürzung der englischen Verbin­dungswege und die damit verbundene Verminde­rung der U-Bootgefahr, die den Alliierten zunutze kommen würden, wenn sie die Herrschaft über das Mi11elmeer wieder erobern könnten. Darum auch die Drohungen gegen Italien, die den Haupt­inhalt dieser Rede bildeten, und die barbarische Bombardierung der berühmten italienischen Städte, die nur ein außereuropäischer Staatsmann vom Schlage Churchills anordnen konnte'

Italien steht der englischen Seeherrschaft im Wege, seine geographische Lage und Deutschlands Hilfe sichern der Achse trotz ihrer schwächeren Seekräfte das Uebergewicht im M ttelmeer, darum muß Italien als erstes Opfer überrannt, ans dem Lager der Gegner ausgeschaltet werden. Darum aber auch das Risiko der abermaligen Verfolgung Rommels durch die ganze Libysche Wüste, die der englischen Armee schon einmal zum Verhängnis geworden ist.

Daß die Hilfe der noch aktionsfähigen fran­zösischen Flotte den Alliierten wünschenswert gewesen wäre, ist durchaus verständlich. Sie sollte ihnen den wichtigen Stützpunkt Biserta, mit diesem aber auch Tunis erhalten helfen, ohne welche sich Rommel in Afrika nicht behaupten könnte. Danach käme Sizilien und nach diesem Italien an die Reihe ...

Der Plan war nicht schlecht ersonnen ganz nach Churchills Rezept, wie im Weltkriege der Dar­danellenplan. Nur hafteten an ihm die alten Feh­ler: wie damals wurde auch jetzt der Gegner unterschätzt und damll das Ergebnis der gan­zen Operation gefährdet. Oder hätten vielleicht Dar- Ian und die Amerikaner den Engländern in ihr so

Italienische Zweimann-Torpedos drangen in den Hafen von Algier ein.

Ein Kreuzer und drei Dampfer torpediert.

Rom, 17. Ian. (DNB.) Der ttalienische Wehr- machlberichl vom Sonntag gibt bekannt, daß in der Nacht zum 12. Dezember Sturmabteilungen der ita­lienischen Kriegsmarine die Einfahrt in den Hafen von Algier erzwangen und zahlreiche Schiffe an­griffen. Ls konnte die Torpedierung eines Kreuzers und dreier großer Dampfer mit Gewißheit feffgeftellt werden. Zwei der Damp­fer find mit Sicherheit untergegangen. Der dritte ist gestrandet. Der Kreuzer ist beschädigt. Trotz der heftigen feindüchen Abwehr find fast alle kühnen Angreifer unverletzt geblieben.

Oie italienischen Sturmkampfmittel.

Rom, 18. Jan. (Europapreß.) Nach dem Urbild des Blutegels sind die llattenischen Sturmkampf- mittol gebaut, über die aus Anlaß des neuen Ein­satzes gegen den Hasen von Algier erstmalig von italienischer Seite nähere Einzelheiten bekanntge- geben werden. Diese Sturmkampfmittel traten in der Bucht von Suda auf Kreta erstmals in Erscheinung. Später wurden sie in gewissen Ab­ständen gegen Malta, zweimal gegen Gibral- jar und im Dezember 1941 gegen Alexandrien eingesetzt.

Diese Sturmkampfmittel gelangen mit eigens für derartige Operationen konstruierten U-Booten an den Einsatzort. Sie haben die Form eines grö­ßeren Torpedos und werden von zwei Mann Besatzung gelenkt, die auf kleinen Sitzen am Heck des Sturmkampfmittels gerade noch Platz haben. Sie können beliebig schnell fahren, angehal­ten werden und gegebenenfalls sogar tauchen.

Das Geräusch der Maschine ist so leise, daß nicht einmal ein Spezialmikrophon es anzeigen kann. Die Besatzung besteht jeweils aus einem Offizier und einem Unteroffizier oder Matroien. La. > .i)e von Freiwilligen haben sich bereits für diese Waf­fengattung gemeldet. Die Auslese muh aber wegen der besonderen Eigenart der Waffe besonders streng sein, es werden keine Soldaten über 30 Jahre oder auch nur mittelmäßige Schwimmer dafür ange­nommen.

Am 12. Dezember lagen die Unterseebootmutter­schiffe längere Zett vor dem Hofen von Algier auf Der Lauer, bis ein größerer Geleitzug eingetroffen und im Hafen vor Anker gegangen war. In der darauffolgenden Nacht beschlossen die Sturmkampf­mittel den Hafen anzugreifen, und es gelang ihnen auch trotz stärkster Wachsamkeit des Feindes, i n den Hafen einzudringen und sich vor­sichtig an die als Ziele ausgewählten feindlichen Schifte heranzumachen. Bis an die Bord­wand der feindlichen Fahrzeuge lenkte die Zwei­mann-Besatzung ihre vernichtende Waffe. Das Schwierigste war damit geschafft. Im Vorderteil des Sturmkampfmittels yurDe nunmehr das Uhr­werk, das die Explosion der besonders tonftruier- ten Zeitzünderboinbe einige Minuten später auslö­sen sollte, in Gang gebracht, der Heckteil vom Bug gelöst und die Rückfahrt artgetreten.

Kaum hatten sich die tollkühnen Angreifer einige Hundert Meter entfernt, da begannen auch schon die furchtbaren Explosionen, und der Feind setzte wenige Augenblicke später mtt dem Suchen nach den Angreifern ein, allerdings zu spät, denn sämt­liche Besatzungen der Sturmkampfmittel tonnten noch rechtzeitig und wohlbehatten ihr U-Boot er­reichen.

Die Ueverlegenheit der japanischen Kriegsmarine Ein kriegsgefangener USA.-Offizier berichtet.

Tokio, 17. Januar. (Europapreß.)Ich möchte gerne wissen, ob das nordamerikanische Publikum über die wahren Umstände informiert ist, unter Denen Die norDamerikanische Kriegsmarine gegen Die japanische in Den Kampf geschickt rourDe", sagte Der norDamerikanische Korvettenkapitän Thomas Alton 2) o n o d a n von Dem versenkten Flugzeug­trägerLangley" vor japanischen Pressevertretern. Donovan, Der sich in einem süDasiatischen Hafen in japanischer Kriegsgefangenschaft befinDet, sagte wei­ter:Es ist höchste Zeit, daß Die norDamerikanischen Väter und Mütter nicht nur an die Kriegsschiffver­luste, sondern auch an die Verluste an Men­schenleben denken. Wir Marineleute haben in­zwischen gemerkt, daß sich unsere Kriegsmarine, die angeblich Die beste Der Welt war, mehr als eine mystische Erscheinung herausstellte, wir merkten, daß uns Die japanische Kriegsmarine so­wohl an Kampfkraft wie an Ausrüstung über­legen ift*

Kapitän Donovan gab auf die Frage, warum er als einziger Nordamerikaner von dem versenkten Flugzeugträger ,Langley" in japanische Kriegs­

gefangenschaft geraten fei, einen interessanten Be­richt über seine Erlebnisse. DieLangley" (11 000 t) wurde am 8. Januar 1942 auf Dem Wege nach Java mit 32 Flugzeugen an BorD von einem japa­nischen U-Boot versenkt, ihre Besatzung aber von Den beiden norDamerikanischen Zerstörern Whipple" undEDsall" gerettet und nach Der Weihnachtsinsel (400 km südwestlich von Java) gebracht. Die Ausschiffung wurde dort jedoch von japanischen Flugzeugen gestört, so daß Donovan als Einziger an Land gelangte, während die USA.-Zerstörer abdampften und nicht zurückkehrten. Während Donovans Aufenthalt auf der Weihnachts­insel kam es unter Den Dort befindlichen britifch- inDischen Truppen zu Meutereien, in deren Verlauf Die Inder chren britischen Kommandeur und vier Unteroffiziere erschossen. Sie verhafte­ten Den brttischen Kommandanten sowie zwanzig britische Staatsangehörige, hißten Die weiße Flagge und ergaben sich am 31. März japanischen Landetruppen, bei welcher Gelegenheit auch Donovan in japanische Kriegsgefangenschaft geriet