Ausgabe 
17.5.1943
 
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Aus -er Gia-i Gießen

Durch die Nase atmen.

den Nottven-

7. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

Ein paar Jahre weiter, da war der spitze Giebel des Kirchschen Hauses abgebrochen und statt dessen ein volles Stockwerk auf Las Erdgeschoß gesetzt wor­den: und bald hausete eine junge Wirtschaft in den neuen Zimmern des Oberhauses: denn die Tochter hatte den Sohn eines wohlhabenden Bürgers aus der Nachbarstadt geheiratet, der dann in 'das Ge­schäft ihres Vaters eingetreten war. Hans Kirch be­gnügte sich mit den Räumen des alten Unterbaues: die Schreibstube neben der Haustür bildete zugleich sein Wohnzimmer. Dahinter, nach dem Hofe hinaus, lag die Schlafkammer: so saß er ohne viel Treppen­steigen mitten im Geschäft und konnte trotz des an­rückenden Greisenalters und seines jungen Partners die Fäden noch in seinen Händen halten. Anders stand es mit der zweiten Seite seines Wesens: schon mehrmals war ein Wechsel in den Magistratsper­sonen eingetreten, aber Hans Kirch hätte keinen Finger darum gerührt: auch selbst wenn er darauf angesprochen worden, kein Für oder Wider über die neuen Wahlen aus seinem. Munde gehen lassen.

Dagegen schlenderte er jetzt oft, die Hände auf dem Rücken, bald am Hafen, bald in den Bürger­park, während er sonst auf alle Spaziergänger nur mit Verachtung herabgesehen hatte. Bei anbrechen­der Dämmerung konnte man ihn wohl auch drau­ßen über der Bucht auf'dem hohen Ufer sitzen sehen; er blickte dann in die offene See hinaus und schien keinen der wenigen, die vorübergingen, zu bemer­ken. Traf es sich, daß aus dem Abendrot ein Schiff heroorbrach und mit vollen Segeln auf" ihn zuzu­kommen schien, dann nahm er seine Mütze ab und : strich mit der andern Hand sich zitternd über seinen grauen Kopf. Aber nein, es geschahen ja keine Wunder mehr; weshalb sollte denn auch Heinz auf I jenem Schiffe sein? Und Hans Kirch schüttelte i sich und trat fast zornig seinen Heimweg an.

Der ganze Ehrgeiz des Hauses schien jedenfalls, ! wenn auch in anderer Form, jetzt von dem Tochter- i

Nicht so unverändert war das Kirchsche Haus ge- gebltTben. Heinz war nicht wieder heimgekommen: er war verschollen; es fehlte nur, Laß er auch noch gerichtlich für tot erklärt worden wäre; von den jüngeren ßeuteir wußte mancher kaum, daß es hier jemals einen Sohn des altey Kirch gegeben habe. Damals freilich, als der alte Marten Len Vorfall mit dem Briefe bei feinen Gängen mit herumge­tragen hatte, war von Vater und Sohn genug ge­redet worden; und nicht nur von diesen, auch von der Mutter, von der man niemals redete, hatte man erzählt, daß sie derzeit, als es endlich auch ihr von draußen zugetragen worden, zum erstenmal sich gegen ihren Mann erhoben habe.Hans! Hans!" so hatte sie ihn angesprochen, ohne der Magd zu achten, die an der Küchentür gelauscht hatte;das war dein Recht nicht, ohne mich zu tun! Nun können wir nur beten, daß der Brief nicht zu dem Schreiber wie- derkehre; doch Gott wird ja so schwere Schuld nicht auf dich laden." Und Hans Adam, während ihre Augen voll und tränenlos ihn angesehen, hatte hier­auf nichts erwidert, nicht ein Sterbenswörtlein; sie aber hatte nicht nur gebetet; überallhin, wenn auch stets vergebens, hatte sie nach ihrem Sohne forschen lassen; die Kosten, die dadurch verursacht wurden, entnahm sie ohne Scheu den kleineren Kassen, welche sie verwaltete, und Hans Adam, obgleich er bald des inne wurde, hatte sie still gewähren lassen. Er selbst tat nichts dergleichen: er sagte es sich beharrlich vor, her Sohn, ob brieflich oder in Person, müsse anders ober niemals wieder an die Tür des Elternhauses klopfen.

Und der Sohn hatte niemals wieder angeklopft. Hans Adams Haar war nur um etwas rascher grau geworden; der Mutter aber hatte endlich das stumme

Leid die Brust zernagt, und als die Tochter aus­gewachsen war, brach sie zusammen. Nur eins war stark in ihr geblieben, die Zuversicht, daß ihr Heinz einst wiederkehren werde; doch auch die trug sie im stilleß. Erst da ihr Leben sich rasch zu Ende neigte, nach einem heftigen Anfall ihrer Schwäche, trat es einmal über ihre Lippen. Es war ein frostheller Weihnochtsmorgen, als sie, von der Tochter gestützt, mühsam die Treppe nach der oben belegenen Schlaf­kammer emporstieg. Eben als sie auf halbem Wege, tief aufatmettd und wie hülflos um sich blickend, gögen das Geländer lehnte, brach die Wintersonne durch die Scheiben über der Haustür und erleuchtete mit ihrem blassen Schein den dunkeln Flur. Da wandte die kranke Frau den Kopf zu ihrer Tochter: Lina", sagte sie geheimnisvoll, und ihre matten Augen leuchteten plötzlich in beängstigender Ver­klärung,ich weiß es, ich werde ihn noch wieder­sehen! Er kommt einmal so, wenn wir es gar nicht denken!"

Meinst du, Mutter?" frug die Tochter erschrocken.

Mein Kind, ich meine nicht; ich weiß es ganz gewiß!"

Dann hatte sie ihr lächelnd zugenickt: und bald lag sie zwischen den weißen Linnen ihres Bettes, welche in wenigen Tagen ihren toten Leib um­hüllen sollten.

In dieser letzten Zeit hatte Hans Kirch feine Frau fast keinen Augenblick verlassen; der Bursche, der ihm sonst im Geschäfte nur zur Hand ging, war schier verwirrt geworden über die ihn plötzlich tref­fende Selbstverantwortlichkeit: aber auch jetzt wurde der Name des Sohnes zwischen den beiden Eltern Nicht genannt: nur da die schon erlöschenden Augen der Sterbenden weit geöffnet und wie suchend' in die leere Kammer blickten, hafte Hans Kirch, als ob er ein Versprechen gebe, ihre Hand ergriffen und gedrückt: dann hatten ihre Augen sich zur letzten Lebensruhe zugetan.

Aber wo war, was trieb Heinz Kirch in der Stunde, als seine Mutter starb?

^^^UngE.-Stand im Heck und aus sieden bewegüchen MG., »ie nach allen Seifen feuern

©er Bey von Tunis abgesetzi.

Tunis. ® tC' Mer 9efäWe di-Sicher.

Gießener Konzertring.

Wendling-Quartett: Mozart - Reger - Schubert.

Schreckensherrschaft in Tunesien.

$anSer' 16. Mai. (Europapreß.) Der Sender Algier meldet am Samstagabend, daß fünf höhere Beamte der Vichy-Regierung vom Kriegsgericht in#unis zum Tode verurteilt wor­den sind.

Die in Tunesien geschaffenen Kriegsgerichte des Ferndes gehen scharf gegen diejenigen ita­lienischen Staatsangehörigen vor, die sich ihrem Vater lande als Freiwillige zur Verfügung gestellt hatten. Von den Maßnahmen, die auf Grund von meist jüdischen Denunziationen getroffen ®urt>en, werben auch die Familienangehörigen der italienischen Freiwilligen betroffen, die verhaftet und verschleppt wurden.

Oie USA. geöenken zu bleiben.

Hang Heinz Mch

Novelle von Theodor Storni

DieKameradschastswacheunsererMütter

Ehrung und Dank am Muttertag.

zu! Durch die Nase atmen! Dies gilt erst recht für den eiligen Straßen Passanten. Vielfach verführt die Eile zur Atmung durch den Mund. Eine erhöhte Atemtätigkeit erreichen wir jedoch, genau so, wenn mir bei Eile die Luft durch die Nase eingiehen, aber durch den Mund ausstoßen, so wie es den Sport­lern anerzogen wird.

Regelmäßiges Atmen durch den Mund kann auch den Gesundheitszustand der Zähne beeinträchtigen; es begünstigt die Neigung zur Zahnfäule, weil die Mundatmung den Mundspeichel zur Eintrocknung bringt und dadurch diejenigen Eigenschaften des Speichels, welche die Gesunderhaltung der Zähne fördern, unwirksam macht.

Reisezugfahrplan ab 17. Mai.

Am 17. Mai werden für den Reisezugdienst neue Fahrpläne herausgegeben. Neben einigen Verbesse­rungen, insbesondere in den Fernverbindungen, sind gegenüber dem jetzigen Fahrplan nur gering­fügig e Aenderungen vorgenommen worden, die aus betrieblichen und verkehrlichen Gründen notwendig sind. Ein Fahrplanwechsel im herkömmlichen Sinne findet nicht statt. Die Aenderungen treten am 17. Mai ab 0.00 Uhr in Kraft.

Verdunkelungszeil:

17. Mai von 22.13 bis 4.53 Uhri * '

NSG. Trinkbranntwein für Lang-, Schwer- und Schwer st arbeit er. Bei der Bestellung des Trilikbranntweins für Lang-, Schwer- und Schwerstarbeiter ist zu beachten, daß Jugendliche bis zu 18 Jahren selbstverständlich nicht berücksich­tigt werden können.

V?chy, 1«. Mm. CS9KB.) Di« französisch« Press« veröffentlicht Auszüge aus einem Artikel MaeCor- mcfs m berNew York Dimes" unter der Ueber- ftfj_,4>te Vereinigten Staaten beab- sichtigen in Nordafrika nach dem Kriege z'u bleiben." Die Blätter heben ins- betontere die Sätze hervor, in denen davon ge­sprochen wird, daß es unmöglich fei, daß die Ver- 'crxi IiJ) an Afrika nach dem Kriege

Unser aller Hochachtung haben sich aber die Müt­ter und Frauen durch ihr Derhalten bei den Ter­rorangriffen der feindlichen Luftwaffe erworben. Wenn der Gegner geglaubt habe, die Heimat zer- murbep zu fpnnen, so hat ihm die Haltung unserer Frauen das Gegenteil bewiesen. Unerschütterlich bleiben iie und haben sich unseren Soldaten an der Front ebenbürtig gezeigt. >

Die Nation wird nicht müde, mit allen der Partei und den staatlichen Organen zur Verfügung stehen­den Mitteln den Müttern ihr Los zu erleichtern, sie gesund und lebensfähig zu erhalten. Die Sorge'gilt auch den werdenden Müttern. Besonderer Dank ge­bührt dem Mütterdienst des Deutschen Frauenwer- kes und der NSV., die die Maßnahmen des Staa­tes unterstützen.

Voll tieffter Anteilnahme gedenken wir der Frauen, denen der unerbittliche Krieg den Gatten, Sohn, Bräutigam nahm, oder die selbst durch Feindeinwirkung ihr Leben lassen mußten. Nach dem Sieg wird die deutsche Frau und Mutter sich wie­der ihrer ureigentlichen Ausgabe widmen können. Heute wollen wir geloben, uns des Opfermutes von Front und Heimat würdig zu erweisen, alles für den Sieg einzusetzen, um in felsenfestem Vertrauen

bekannt war, daß nur angesehenere Bürger zuge- lassen wurden. Der junge Ehemann war, wovon der Schwiegervater sich zeitig und gründlich über­zeugt hatte, ein treuer Arbeiter und keineswegs em Verschwender; aber für einen feinen Mann gelten, mit den Honoratioren einen vertraulichen Händedruck wechseln, etwa noch eine schwergoldene Kette auf brauner Sammetweste, das mußte er da­neben haben. Hans Kirch zwar hatte anfangs sich gesträubt; als ihm jedoch in einem stillen Neben- stübchen eine solide PartieSechsundsechzig" mit ein paar alten feebefahrenen Herren eröffnet wurde, ging auch er mit feinen Kindern in die Harmonie.

So war die Zeit verflossen, als an einem son- nigen Vormittage im September Hans Kirch vor seiner Haustür stand: mit seinem krummen Rücken, seinem hängenden Kopse, und wie gewöhnlich beide Hände in den Taschen. Er war eben von feinem Speicher heimgekommen; aber die Neugier hatte ihn wieder hinausgetrieben, denn durchs Fenster hatte" er linkshin auf dem Markte, wo sonst nur Hühner und Kinder liefen, einen großen Hausen erwachse­ner Menschen, Männer und Weiber, und offenbar in lebhafter Unterhaltung miteinander wahrgenom­men: er hielt die Hand ans Ohr, um etwas zu er» horchen; aber sie standen ihm doch zu fern. Da löfte sich ein starkes, aber anscheinend hochbetagtes Frauenzimmer aus der Menge; sie mochte halb er­blindet fein, denn sie fühlte mit einem Krückstock oor sich hin: gleichwohl kam sie bald rasch genug gegen das Kirchsche Haus daheraewandert.Jule!" brummte Hans Adam.Was will Jule?"

Reichsinnenminister Or. Frick

in "das still- Heldentum der in der Heimat mit warmen War- ien würdigte. Der Minister sagte u. a.:

fyöfyeM Kriegsereignisse im vierten KnegSfahr gehört unser ganzes Denken und Füh- ^L?^m>^r?^ren Soldaten. Ihnen gelten die heißen Wunsche des ganzen Volkes. Unsere Mütter haben an den Lasten des Krieges mit am schwersten y.u traflen; bewunderungswürdiger Weife haben fie roie Überhaupt unsere Frauen, sich ~

Z^it bereitwillig zur Verfügung ge- stellt. Welcher Aufopferung unsere Mütter fähig sind offenbarte sich in vollem Umfang bei der Der- kundung des totalen Krieges. Gerade die deutsche Frau weiß zu ermessen, was der Bolschewismus mr die Familie bedeutet, deren Mittelpunkt und Seele die Mutter bildet. Die Frauen ftrömen zu ben Arbeitsämtern, um die durch die vermehrte Einberufung von Mannern geschaffenen Lücken zu fchUehen und eine erhöhte Rüstungsproduktion zu gewährleisten. Aber auch zur Aufrechterhaltung des 3l?Snvsß-e?cn5J^l öer Einsatz unserer Frauen von entscheidender Bedeutung geworden. Lebenswichtige Betriebe, wie vor allem die Verkehrsmittel, werden heute weitgehend durch Frauen in Gang gehalten. Und wie wäre' es wohl um unsere Ernährung be­stellt ohne den tatkräftigen Einsatz der Landfrau? Alle diefe Leistungen werden neben den häuslichen Aufgaben für die Famifte vollbracht.

(DNB.) Anläßlich des Mut- tertages veranstaltete der Großdeutsche Rundfunk ffhn.e°"nrm 119 eine Feierstunde, die der Ehrung und dem Dank für die deutschen Mütter gewidmet war. Zu Beginn der Feier hielt

. W end ling-Quartett war von jeher intensivstes Musikerleben auf Grund reiffter musi- kaUscher Werkerfahrung eigen. Mag auch im Laufe ber Jahrzehnte die Besetzung einzelner Instrumente oewechfelt haben, unter der geisttgen Führung von Prof. Carl Wendling hat es stets seinen Hoch- stand gewahrt mit der Ausgeglichenheit und Ein­heitlichkeit des Gebotenen. Gestützt auf den Segen ber Gereiftheit und dennoch von Frische und Be­weglichkeit, frei von jeglicher Einengung, aber auch frei von müder Abgeklärtheit, gestaltet das Quar­tett im Banne, eines geschulten musikalischen Ge­wissens mit bewußter Verantwortlichkeit und mit einer geradezu bewunderungswürdigen Vitalität Vie außerordenttich große Leistung dieser Auffüh­rung wachst ins Unermeßliche, wenn man in Be- kk?cht zieht, daß die Vereinigung bereits am Vor- mittag an anderer Stelle ein großes Programm mit hervorragendem Erfolg durchgMhrt hatte.

Das Wendling-Quartett kennt keine fog. Spezial­gebiete, es ist aufgeschlossen für alle Stilarten und für die persönliche Ausgeprägtheit des Stiles. Alles wird von ihm in feinen Gegebenheiten erkannt, er-- faßt und zur idealen Klangformung gebracht. Das bestätigte sich auch diesmal aufs neue. Das Streichquartett d-moll von Mozart (Köchel 421) ist das zweite der fechs Joseph Haydn gewidmeten Quartette. Es zeigt deutlich die Wand­lung unb, den inneren Fortschritt von Mozarts Quartett-Stil. Eingehendes Studium von Bach und Handel laßt jetzt für ihn die Polyphonie nicht mehr ausschließlich als Bildungsmittel erscheinen, sondern sie wird zum Ausdrucksprinzip schlechthin, so daß selbst der kleinste Seitengedanke fein Leben neben dem Thema behauptet, und bis dahin scheinbar weniger wichtige Mittelftimmen zeigen sich in ihrem Licht, nicht bloß als Harmonieträger, sondern sie bedeuten jetzt Eigenleben des Klanges in innerer Spannung und Tönung.

Diese wesentlichen Merkmale wurden zumal in der Durchführung des ersten Satzes mit ihrer inneren Vezogenheit des Thematischen durch das Wendling-Quartett überaus klar und ausgeprägt verdeutlicht. Der Gesamtklang war füllig-warm, die einzelnen instrumentalen Einwürfe waren elastisch und das Ablösen der einzelnen Stimmen geschah in weichem Fließen. Empfindsamkeit trug das An­dante in feinster dynamischer Austönung, von ganz besonderem Eindruck in der angeschlagenen Mvll- sphare. Der Hauptteil des Menuetts ließ die Mo­zart eigene Chromatik zu starkem Kontrast zum aufgelichteten, von der ersten Violine zum Pizzi- kato der anderen Instrumente durchgeführten, lie­benswürdig reizvollen Trio werden. Im Finale er- : schien das Thema in der Abfolge der Variationen in vielfältigstem, wechselvollem Lichte, und das Ein-

. Richtiges Atmen wirkt krankheitsoorbeugend, falsches Atmen kann Gefundheitsschäden begün­stigen. Einer der gröbsten, viel beobachteten At­mungsfehler ist es, durch den Mund zu atmen. Diese Atmung, die lediglich eine Ersatzatmung ist, ift nur dann erlaubt, wenn die Nafenatmung aus irgendeinem Grunde vorübergehend behindert ist

Die Atmung durch die Nase ist richtig. Die Nase wärmt die kalte Luft vor, ehe sie in die Lunge m m r em wirkt die Nasenfeuchtigkeit entkeimend, öle Nasenhaare entftauben, außerdem brauchen wir beim Atmen den Geruchssinn; Mundatmer geraten daher auch leichter in Gasoergiftungsgefahr. Regel­mäßiges Atmen durch den Mund ist schon deshalb schädlich, weil es zu Blutandrang in der Nase füh- 5 $ie Neigung zu Katarrhen und Schleimhautanschwellungen; es kann auch zu Katarrhen in der Luftröhre führen. Dies ist im Jrubjabr besonders zu beachten. Rascher Wechsel zwischen kotierter, warmer Zimmerluft und der feuchten Naßkalte der Straße im Frühjahr führt Acht zur Erkältung, wenn die feuchttalte Luft bei Atmung durch den Mund unmittelbar und überfall- artig in die Luftröhre tritt Zahlreiche heftige Schnupsenanfälle, Bronchialkatarrhe und Lungen- entzündunaen sind auf diese falsche Mundatmung zurutizuführen. Aber auch die Jnfektionskeime an­steckender Krankheiten haben es bei der Mund- atmung leichter, sich zu übertragen und fith/ z. B. bei einem leichten Katarrh der Schleimhäute, relativ rasch krankmachend zu entwickeln eine Gefahr, öie bei richtiger Atmung durch die Nase wesentlich geMMert ist.

Esicht also vor Frühjahrserklältungen! Mund

; auf den Führer eine bessere, glücklichere Zukunft aufbauen zu helfen.

Reichsfrauenführerin Scholh-Klink bleit am Schluß der Feierstunde eine Ansprache, tn ter sre u.a. ausführte:

Je mehr dieser uns aufge.zwungene Krieg sich in die Lange zieht, je mehr Belastungen er bringt um so klarer kristallisiert sich das Gesicht ter Mutter aus unserem Volke heraus, um so wacher wird ihr Herz und um so forschender werten ihre Augen. Wenn die Gläubigkeit und Zuversicht in der Welt eine Hrimstatt hat, dann im Herzen der Mutter, deren Lebensgrundlage diefe beiden Eigenschaften sinb Was heute von unseren Müttern gefordert wird, konnte einen äußerlichen Beschauer manch­mal zu der Frage bringen: fyaben eure Frauen tenn mehr Kraft als andere Frauen? Und wir konnten ihnen immer wieder antworten: Sie haben nur zwei Hände wie alle anderen auch, aber sie hoben das Bewußtsein, die verlängerte Front zu

UI damit die direkte Verbindung zu ihren nRamrern zu haben. Und so legen sie ihre ganze unerschütterliche Gläubigkeit, Zuversicht und Liebe in diese Hände und schaffen alles, was für unsere 3e.it notwendig ist. Darauf verlassen sich unsere Mamier, Sohne und Brüder, sie glauben fest/daß mir an ihre Stelle treten, wenn das Schicksal sie abberuft.

Wenn so am Muttertag unsere Gedanken unab­wendbar zu unseren Soldaten gehen und in stiller telnkbarer Verpflichtung da und dort über ein 0rab wandern, dann wollen wir immer wieder nassen, daß neben der kämpfenden Front und den toten Wächtern draußen nichts in einem Volk ftarter ift als seine Mütter. Von den Müttern kann man Verstehen verlangen für alles, auch wo andere nicht verstehen, und wo die Schaffenden ihr Verstehen für die Härte unserer Zeit Vorleben, wo die Toten dieses Verständnis mit dem Leben be­siegelt haben, da müssen die Mütter in der Heimat die unerschütterlichen Träger aller gläubigen Zu­versicht sein. Darum wollen wir alle immer nur um Kraft bitten, um die Kameradschaftswache jeder­zeit zu halten, und mit diesem Willen grüßen wir heute am Muttertag 1943 unseren Führer.

Kunst und Wissenschast.

Das Musische Gymnasium auf Konzerlrelfe in der Schweiz.

Das Musische Gymnasium Frankfurt a. M. ist zur Zett im Auftrag der Reichsjugendführung und des Auswärtigen Llmtes auf einer zehntägigen Kon­zertreise durch die Schweiz unterwegs.. Es finden Konzerte in folgenden Städten statt: Zürich, St. Gallen, Davos, Lugano, Agra, Luzern, Bern, Lau­sanne, Genf und Basel. Chor und Orchester mit insgesamt 100 Jungen musizieren unter Leitung von Professor Kurt Thomas teutfdje Musik aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. *

w ® Mewmig kennzeichnet di- Situation die di- aMfn mli?eHtalner».^Urd> il,ren u-benfall auf Nord! mtA Unterstützung der französischen Verräter tesniterftfiler "olkstü^V

verdankt er feiner sozialen Gesinnuna aus hör WaffÄt^ U'MW

!£ M-lduno AIS Alqitt wird, dos gefährdet, was die

münden in die Dur-Tonart in den letzten vier Takten erhielt einen besonderen Akzent.

*

Das Gedenken zum 70. Geburtstage Max Re­gers ist -gerade für Gießen berechtigt, denn die Beziehungen Regers zu unserer Stadt sind dock- recht eng gewesen. Daß dafür sein Streichtrio (op. 77b) gewählt wurde, ist durchaus zu begrüßen; denn Reger hoffte, wie er 1904 an Straube schreibt, mit diesem Opus eine gehörige > Bresche in die Reihe meiner Feinde zu schlagen, derer, die da im- iver sagen, ich wäre immer geschwülstig und immer absichtlich gesucht originell." Schon allein durch die Triobesetzung im Ksangbild aufgelichtet, wird dieses Werk von unbeschwerter Musizierfreudigkeit ge­tragen. Regers Tendenz zur Intensivierung klein­ster formaler und melodischer Teilgebilde bei stärk­ster Verdichtung der harmonischen Spannungsvor­gänge wird in dem dreistimmigen Satz auch dem weniger geübten Ohr mit der inneren Bezogenhett klar, wenn sich das Wendling-Qartett dafür einsetzt.

Die problematische Gesamtheit des Eingangssatzes wurde im Lichte einer geradezu sublimierten dyna­mischen Auswertung eingängig, ja eindringlich durch Die innere Beseeltheit des Klanges. Reiche Tiefe durchzog das Larghetto bei feinster Ausprägung des stimmlichen Anteils. Das im echt Regerschen Sinne burschikose Scherzo wurde die Brücke zu dem Finale von Mozarischer Gelöstheit und heiterer Be­schwingtheit, bereichert durch Momente warmer, ge» fuhlsgetragener Gesanglichkeit.

*

Schuberts letztes Quartett op. 161, in G - d u r / aus dem Jahre 1826, haben wir hier in ließen schon verschiedentlich vom Wendling-Quar­tett gehört. Diesmal wurde es mit einer inneren Vertiefung lebendig, die in den fernsten Winkel des Werkes hineinleuchtete und es aufhellte, getra­gen von stärkstem Impuls und äußerster Nachgie­bigkeit in den klangliiyen Abstufungen, mit feinem Sinn für den bedeutsamen Anteil der einzelnen Stimmen. Der Hörer war von den Entwicklungen ofort gefangen; von der grandiosen Ausweitung )es Kopfsatzes, von der biegsam schwelgenden Ge- anglichkeit im Andante (Cello), den Innerlich packen­den Tremolostellen und den blockhaft herauswachsen­den Erhebungen. Geisternd das Scherzo und das Trio in abgeklärtester Klanglichkeit. Das Finale mit einem durchgehenden, nur selten unterbrochenen Rhythmus, ließ wie aus einem fruchtbaren Unter- gründ die melodischen Formen heraussprießen im gegenseitigen Ablösen und Gegenüberstellen, durch­pulst von einem musikalischen Willen, dem selbst das Letzte erreichbar wurde.

Stärkster Beifall dankte den 'Künsttern.

Or. Hermann Hering.

männer die auch in Tunis nur ein Objekt ihrer Isil?ucherrschaft und Ausbeutungspolitik sehen. Dieser Politik stehen arabische Interessen und ara­bisches Se^bstbewußftein, wie sie der Bey von Tu- ms vertreten hat, im Wege.

^.Seitdem der Bruder ihr vor einigen Jahren ein größeres Darlehen zu einem Einkauf abgeschlagen hatte, waren Wort und Gruß nur selten zwischen ihnen gewechselt worden; aber jetzt stand sie vor ihm; schon von weitem hätte sie ihm mit ihrer Krücke zugewinkt. Im ersten Antrieb hatte er sich v umwenden und in fein Haus zuridtaehen wollen'

mann vertreten zu werden; Herr Christian Martens aber er blieb doch.Was willst du Jule?" frud batte nicht geruht, bis die Familie unter den Mit- er.Was verakkordieren die da auf dem Markts federn der Harmomegesellschaft figurierte, von der l . (Fortsetzung folgt)