Ausgabe 
17.5.1943
 
Einzelbild herunterladen

Zwischenfall im Wäschegarten

Von Erich Paetzmann.

Gerade in dem Augenblick, als er draußen die Straße entlang kam, erschien em Fräulein im Garten und schleppte eine Wäscheleine, einen Fuß­schemel und einen Beutel mit Klammern hinter sich her. Er blieb stehen, stemmte sich aus seinen Stock und begann das Fräulein liebenswürdig zu betrach­ten. Es hatte ein hellblaues Leinenkleidchen an und war auch sonst angenehm und lustig anzusehen. Im übrigen mochte dies sein siebzehnter Lenz sein, der da gerade von dem warmen Südwind über das Land geblasen wurde.

Das Fräulein ließ sich ruhig betrachten, bemerkte ihn hingegen durchaus nicht. Obwohl er nn ganzen ein recht ansehnlicher Junge war. Und wenn auch seine Hose und sein sonstiges Gewand schon ein biß­chen arg nach langer Öfatjrt aussah, so wurde das nun wieder durch ein paar schöne Weidenkätzchen an seinem Hut reichlich ausgeglichen..

Das Fräulein wickelte die Leine auseinander, rückte den Schemel neben einen Wäschepfahl und stieg darauf. Sie tat das alles ein bißchen hoch­mütig und geziert, wie man das gern tut, wenn man siebzehn Jahre alt ist und ein fremder junger Mann zuschaut.

Plötzlich sank der Schemel mit dem einen Bein in ein Maulwurfsloch hinein, kippte um, und das Fräulein purzelte sozusagen mitsamt seinem Hoch­mut und seinem blauen Leinenkleidchen in den Rasen. Der junge Mann kam sofort voller Inter­esse an den Zaun heran und stützte sich sogar mit den Armen darauf. Das Fräulein wäre schrecklich gern in die Erde gesunken, zog es aber dann vor, aufzustehen und sich in' aller Oeffentlichkeit zu schämen.

Bekanntlich werben die Burschen kühn, wenn sich die Mädchen schämen, zumal so um die Frühlings­zeit herum. Der am Zaun war auch nicht besser, denn er lachte nun, mit seiner frechsten Unbeküm- mercheit zu ihr herüber. Da er aber sonst nichts tat und sagte und schließlich doch einer mal das Wort

ergreifen muhte, fuhr sie plötzlich spitz zu ihm herum.

,/Sie haben wohl auch nichts Besseres zu tun als da herumzustehen, wie?"

Nee, Fräulein, momentan nicht. Ich könnte Ihnen direkt ein bißchen helfen, wenn ich wollte."

So, ist ja furchtbar nett von Ihnen! Wenn Sie wollten"

Ich meine eigentlich mehr wegen den Maul­wurfslöchern und dem' guten blauen Kleidchen."

Ach ja Sie! Eben haben Sie noch gelacht." Aber wenn ich Ihnen nun die Seine anmache, Fräulein, was krieg ich denn dafür?"

Was möchten Sie denn? Vielleicht paar Brote oder so?"

Bong! Aber nur, wenn mit alter Wurst und Schinken. Ist abgemacht, Fräulein."

Damit stieg er über den Zaun, steckte seinen Stock in die Erde, hängte den Hut obendrauf und machte sich mit sichtbarem Sachverstand daran, den Garten kreuz und quer mit Leinen zu verbinden.

Das Fräulein sah ihm eine Weile zu, lachte auch mal zwischendurch über einen Witz von ihm und schlenkerte die. übrige Zeit fröhlich den Klammer­beutel hin undcher. Dann fiel ihr plötzlich ein, daß es Samstag märe, und sie ging hin und schleppte einen Korb voll Wäsche heran.

Es zeigte sich jetzt, daß er ihr nicht bloß um des schnöden Lohnes willen half, sondern daß er auher- dem noch ein richtiger guter Kerl und ein Stück von einem Kavalier war. Derrn er nahm ihr sogar das Wäsche aufhängen ab. Sie brauchte nichts zu tun als dabei zu stehen und ihm die Klammern zu reichen. Wenn er sie dabei anlächelte, lachte sie auch. Solange, bis sie beide ein bißchen verwirrt den Blick wieder nach oben richten mußten, auf die Wäscheleine oder noch höher, in den blauen Him­mel, über den der Wind die weißen Frühlingswölk­chen blies.

Plötzlich blickte sie verwundert um sich. Sie waren rings von Wäschestücken eingeschlossen.

'Ach du meine Güte, Sie hängen ja alles im Kreis herum!"

Nee, alles nicht, Fräulein! Hier ist noch eine Luke, die muh noch zu!"

Ja, abet"

»Augenblick! Noch eine Klammer, wenn ich bit­ten dürfte!"

Ja, aber"

Er nahm jedoch nicht bloß die Klammer, sondern die ganze Hand. Und da sie überhaupt so 'frisch und jung und appetitlich vor ihm stand, konnte er nicht anders, er nahm auch die andere Hand, und dann den Arm, und dann zog er sie ganz und gar an sich. Aber er lächelte jetzt nicht mehr, sondern war auf einmal ernst geworden. Sie stand ganz nahe unter seinem Gesicht und bemerkte zum erstenmal, daß er helle blaue Augen hatte, noch heller als der blanke Frühlingshimmel über ihm. Das war das letzte, was sie sah, ehe sie die Augen schloß.

Als sie wieder zu sich kam, war er schon längst auf der Straße. Er ging mit weiten Schritten und drehte sich nur ein einziges Mal nach ihr um, schon sehr fern von draußen her.

Er sah sie noch immer am Zaune stehen, still und allein und ein bißchen fassungslos. Ihr Leinen­kleidchen wehte leise im Wind wie eine kleine blaue Frühlingssahne.

Da« erste Werkzeug der Menschen.

Der Zeitpunkt, an dem der Mensch begann, nicht mehr ausschließlich seine naturgegebenenWerk­zeuge" zu benutzen, sondern zwischen sich und der Natur etwas Künstliches einfügte, indem er einen Gegenstand gebrauchte, gab den ersten Anstoß zur Kulturentwicklung überhaupt. Die Veranlassung da­zu war gegeben, als die ältesten Menschen von einer fast ausschließlich pflanzlichen zur tierischen Nahrung übergingen. Als ältestes Gerät aus Stein dienten ihnen die sogenannten Faustkeile, die sich von der ältesten Altsteinzeit ab einige Jahrhundert­tausende hielten und die in der ganzen Welt ge­funden worden sind; in Deutschland hat man bis­her etwa 80 zusammengebracht. Sie sind mit der Neandertalkultur in Zusammenhang zu bringen, als die Menschen in erster Linie Jäger waren, wie die Anhäufung von Knochen erlegter und verzehrter 1 Tiere in ihren Lagerplätzen äusroeift Die Mmn-

Die

ehrmachtbenchte.

Oer Wehrmachibericht vom Sonntag.

DRB, Aus demFührerhauplquarlier, 16. Hlai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Der Angriff an der Ostfront des Kuban- Brückenkopfes wurde fortgesetzt und brachte weitere Erfolge. 3n den zweitägigen harten Kämpfen wurde in Zusammenarbeit mit der Luft­waffe die Waffe der Infanterie von drei Sorojet- divisionen zerschlagen und dem Feinde hohe blutige Verluste zugefügt. Die Sowjets verloren neben einer Anzahl von Geschützen und Panzern viele leichte und schwere Infanteriewaffen.

Lebhafte eigene Stoßtrupptätigkeit und erfolg­reiche Abwehr eines feindlichen Angriffs südlich S u ch i n i t f ch i werden von der übrigen Ostfront gemeldet. Bei der F i f che r - h a t b in f e l versenk­ten schnelle deutsche Kampfflugzeuge ein feindliches Frachtschiff von 3000 VRT.

Das Hafengebiet von Bone wurde in der vergangenen Rächt erneut bombardiert und mehrere Schiffe im Hafen getroffen.

Der Angriff zweier starker amerikanischer Bom­berverbände am gestrigen Tage gegen nordwest- deutsche Hafenstädte wurde von der 3agd- und Flakabwehr abgeschlagen. Unsere Jäger warfen den Feind über See zurück und schossen zusammen mit Einheiten der Kriegsmarine neun viermotorige Bomber ab. Vier eigene Jagdflug­zeuge gingen verloren. Ueber den besetzten West­gebieten und auf dem Atlantik wurden acht feind­liche Flugzeuge, darunter ein Großflugboot, ver­nichtet.

Einzelne britische Flugzeuge unternahmen in der vergangenen Rächt Störflüge über Rord- und Wit­teldeutschland.

Schnelle deutsche Kampfflugzeuge stießen dm Tage gegen die Südostküste Englands vor und griffen militärische Ziele an. 3n der vergange­

nen Rächt bombardierte die Luftwaffe mit starken Kräften bei guter Sicht den Schiffsbauplah Sun­derland. Spreng- und Brandbomben verursach­ten vor allem in den Werften erhebliche Schäden. Drei deutsche Flugzeuge kehrten von den Angriffen gegen die britische 3nfel nicht zurück.

Oer Wehrmachtbericht vom Gamsiag.

DRB. Aus dem Führerhauptquartier, 15. Wai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Am Kuban-Brückenkopf durchbrachen Gre­nadiere bei einem örtlichen Angriffsunternehmen mehrere Stellungen der Sowjets und vernichteten dabei eine feindliche Kräftegruppe.

Schwere Artillerie des Heeres fetzte südlich des Ladogasees und vor Leningrad die wirkungsvolle Bekämpfung von Bahn- und 3ndu- strieanlagen fort.

Das Hafengebiet von Bone wurde in der vergangenen Rächt von deutschen Kampf flug^ zeugen angegriffen. Dabei wurde ein Tanker ver­senkt und ein Handelsschiff mittlerer Größe durch Bombentreffer beschädigt.

Feindliche Fliegerverbände stießen am gestrigen Tage in die besetzten Westgebiete und zur nord­deutschen Küste vor. Bombenwürfe auf die. Stadt Kiel und einige belgische Orte, darunter die Stadt Antwerpen, verursachten unter der Bevölke­rung Verluste. Bei diesen Angriffen wurden 3 0 feindliche Flugzeuge vernichtet, unter denen sich 14 viermotorige USA.-Bomber befanden. Sieben deutsche Jagdflugzeuge gingen verloren.

Sicherungsstreitkräste der Kriegsmarine versenk­ten in der Rächt zum 14.Wai vor der nieder­ländischen Küste bei einem Gefecht mit feind­lichen Seestreitkräften ein britisches Schnellboot und schossen zwei weitere in Brand. Eigene Ver­luste traten nicht ein.

Ausruf zur Spinnstoff- und Schuhsammlung 1943

Deutsche Volksgenossen, deutsche Votksgenossinnen!

In diesen Wochen sind die schaffenden Wenschen in der Heimat zu erhöhtem Einsatz für den totalen Krieg aufgerufen worden. Organisationen und Be­triebe, die keine kriegswichtigen Aufgaben zu er­füllen haben, wurden stillgelegt. Dadurch wurden Arbeitskräfte, Rohstoffe und Waterial zum un­mittelbaren Einsatz für Front und Rüstung frei gemacht.

3m Zeichen der totalen Kriegführung kommt es npn aber auch darauf an, neue Rohstoff- referoen zu erschließen, die im kleinen für den einzelnen von geringem Wert, in der Zusammen­ballung zu einem Gemeinschaftswerk von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind. Wiederum und jetzt erst recht müssen unsere Soldaten gut und zweck­mäßig ausgerüstet werden. Die zur Rüstungs­industrie strömenden Volksgenossen müssen mit Ar­beitskleidung und Arbeitsschuhwerk, Willionen europäische, für die deutsche Rüstung tätige Arbeits­kräfte neu eingekleidet werden, damit Gesundheit und Leistung erhalten- bleiben. '

Bisher hat sich das deutsche Volk in jeder Phase des Krieges hart, entschlossen und opferfreudig ge­zeigt. So wird auch weiterhin jede Maßnahme im Sinne nationalfozialistischer Gemeinschaft und Selbsthilfe die letzten Hoffnungen unserer Feinde auf ein Erlahmen der deutschen Widerstandskraft zuschanden machen.

Wiederum rufe ich alle deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen auf, alle im eigenen haus­halt irgendwie entbehrlichen ober nicht mehr ge­brauchsfähigen Spinnstoffwaren, Lumpen und Flicken, Altkleidung, Wäsche sowie Schuhe und Stie­fel jeder Art zur Spinnstoff- und Schuhfammlung 1943 zu spenden.

Durch die mit diesem Appell eingeleitete Sammel­aktion wird das deutsche Volk, davon bin ich fest überzeugt, der deutschen Wehrmacht und Rüstung in reichem Waße neue Textil- und Leder-Rohstoffe für Kampf und Sieg zur Verfügung stellen.

Berlin, 15. Wai 1943.

Walter Funk, Reichswirtschaftsminister.

mit den anderen Verbündeten dem Endsieg ent« geaen."

Anschließend erfolgte die Eintragung der hohen Gäste in das Ehrenbuch des Gaues Hessen-Nassau.

Den Höhepunkt des Besuches bildete eilte Ver­anstaltung im Frankfurter Saalbau, zu der sich außer dem Präsidenten der Deutsch-Japanischen Ge­sellschaft, Admiral Fo erst er, zahlreiche Vertreter von Partei, Staat, Wehrmacht und Wirtschaft ein­gefunden hatten.

Feierliche Instrumental- und Vokalmusik, die von einem Musikkorps der Wehrmacht sowie von der - HJ.-Standortspielschar Frankfurt a. M. bestritten wurde, bildete die festliche Umrahmung der Kund­gebung, zu deren Beginn

Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger

in seiner Eigenschaft als Schirmherr der Deutsch- Japanischen Gesellschaft in Südwestdeutfchland das Wort ergriff. Er ging von der Erinnerung an den ersten Besuch General Oshimas aus, der die feierliche Gründung der Gesellschaft zum Anlaß hatte und deren Zeitpunkt noch von der Hoffnung auf die Erhaltung des Friedens unter den Völkern erfüllt war.Nunmehr sind wir in den unvermeid­lichen Kampf eingetreten", so betonte der Gau­leiter,aber der Sieg wird unser sein." Trotz des harten und schweren Kampfes befinden sich die Völker der Achse bereits in einer weit­gehenden Vorbereitung auf eine Neuordnung der Welt. Diese mitgestalten zu helfen, ist vornehmste , Aufgabe der Deutsch-Japanischen Gesellschaft. Zum zweiten Male sei General Oshima als bewährter Pionier in der Vertiefung der Freundschaft Deutsch­lands und Japans durch den Tenno mit dem Amt des Kaiserlich Japanischen Botschafters beauftragt worden. Als solcher grüße ihn an diesem Tage die Bevölkerung des gesamten Rhein-Main-Gebtetes und heiße ihn im Geiste einer aufrichtigen Freund­schaft willkommen.

Auf die wiederholt von spontanem Beifall unter­brochenen Worte des Gauleiters dankte der

Kaiserlich Japanische Botschafter Oshima

und betonte, daß sein Besuch wiederum mit Freude Frankfurt, a. M., Lieser Hochburg deutscher Kultur und Wirtschaft, gelte. Mit gleicher Freude nehme er den Gruß Les Gauleiters entgegen, der trotz der Schwere der Zeit und der Last der Aufgaben immerhin noch Zeit finde, mit seiner ganzen Per­sönlichkeit die Arbeit der Deutsch-Japanischen Ge­sellschaft zu fördern und zu vertiefen. Letztere gilt in ihrer eifrigen Arbeit und mit ihren zahreichen Veranstaltungen auf dem Gebiete von Vortrag, Musik und ähnlichen Veranstaltungen als eine der regsten Zweigstellen überhaupt. Seine Anerkennung gelte den europäischen Achsenmächten vor allem hin- sichttich ihrer weitschauenden Planungen, die trotz der noch herrschenden kriegerischen Auseinander­setzung für die Nachkriegszeit Torbereitet find und Ausdruck einer unerschütterlichen Sieges­zuversicht sind. Auch Japan werde in Ostasien den Feind schlagen, wo auch immer er in Erschei­nung tritt. Durch die gemeinsame Arbeit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft werde das Ver­trauen der beiden Völker zueinander noch weiter vertieft, das gegenseitige Verständnis gefördert und die Voraussetzungen für einen gemeinsamen End­sieg und eine Neuformung der Welt gefestigt..

Major ßnbo

von der Kaiserlich Japanischen Militärmission in Berlin ergriff anschließend zu längeren und gründ- ffätzlichen Ausführungen überJapanisches Sol- ooientum" das Wort. Der Dorttag ging von den außerordentlichen und beinahe an Wunder gren­zenden Erfolgen japanischer Operationen in Sin­gapur, Hawai, im Stzegebiet um Java, bei den Salomonen und in Peorl Harbour aus, die immer wieder die Frage lebendig werden ließen, welche Ursache als Geheimnis .dieser Waffentaten zu buchen sei. Die japanische Wehrmacht verfüge fei» neswegs über irgendwie epochemachende Waffen. Ihre Kriegsschiffe, U-Bodte, Flugzeuge, Panzer und Kanonen sind durchaus ähnlich entwickelt wie die der Gegner.

Das Geheimnis japanischer Waffenerfolge fo betonte Major Endo sei indessen in der Kampf­moral und in der Waffen au sbildung begründet. Der Kern japanischen Soldatengeistes sei des wei­teren im Begriff desEhugi" zu suchen. Ein Be­griff, der entsprechend westlichem Empfinden nur unzureichend wiedergegeben werden kann. Er mag am besten mit den Worten restloser Einsatz für den Tenno" wiedergegeben werden. Im Augenblick sei­ner Einberufung verschwindet für den Japaner

alles, was fein bisheriges Privatleben umschloß. Der Heldentod für den Tenno ist die höchste kriege­rische Ehre. Der Japaner stirbt diesen Tod freudig, so daß man von einer ausgesprochenen Todes- sreudigkeit und Dodesbereitschaft sprechen kann. Der Tod des Japaners ist kein einfaches und endgültiges Sterben. Es wird auch nicht aus dem Gedanken- gang des buddhistischen Nirwanas auf sich genom­men oder nach westlich individualistischen Begriffen als Opfer ertragen.

Als Beweis für diese Haltung führte Major Endo das Beispiel der neun Marineoffiziere beim Unternehme noon Pearl Harbour an. Einen Tag vor Beginn der Operationen krochen sie in fünf Zwei-Mann-U-Booten tief in den Hafen hinein und lauerten dort auf den Augenblick, da sie sich in die feindlichen Schlachtschiffe bohren tonnten, um

mit der angreifenden Luftwaffe das ungeheure Der- nichtungswerk gemeinsam zu vollbringen. Derartige Unternehmen, die den wohrscheinlichen Heldentod der Ausführenden im Gefolge haben, werden als sog. Kessitai" bezeichnet. Major Endo zog hier zwischen dieser Heldentat und der Waffentat Kapitän Priens in ^Scapa Flow eine lebendige Parallele.

In seinen wetteren Ausführungen ging Major Endo auf die Besonderheiten des japanischen Jch- Gedankens ein. Der Japaner kennt das ,^d>" nur in Verbindung mit dem anderen Ich, mit dem Volksganzen, gemäß der organischen Ordnung der Menschheit.Ich existiere nickst als Isoliertes, ab­solutes Ich, sondern als Glied meiner Familie und meiner Sippe." Major Endo ging dann auf die Grundlagen der japanischen Rasse ein. Die Wissen­schaft hat ihre Herkunft noch nicht festgelegt. Das

japanische Dolk kennt feine Rassenfrage. Sein Blut ist bis zum heutigen Tage ungemischt und rein geblieben, eine Tatsache, die für den Japaner Selbstverständlichkeit und niemals Problem ist.

Entspreche ad dem sippenhaften Staatsgebilde ist auch die Religion des Japaners, dasShindo". Bis zum heutigen Tage vermag es die Japaner bis zum Fanatismus zu bewegen und zu beseelen. Es deckt sich durchaus mit dem Blut- und Rasst, gebauten. Das Samuraitum stellt nur eine beson­dere Erscheinungsform des Feudalsystems des Shogunats dar und läßt sich am besten mit der Tradition des preußischen Offi/ierkorps vergleichen. Auch dasBuslüdo" umfaßt nicht erschöpfend die Gesamcheit des Soldatentums. Sondern die Ideale desShindo" und desEhugi" find seine Grund- elemente.E i n Tenno, e i n Volk, eine Familie", dieser Begriff ist die Grundlage des Staatsethos überhaupt und damit kategorischer Imperativ japa- nifchen Soldatengeistes.

Nach den außerordenttich interessanten und in die Tiefe gehenden Ausführungen Major Endos dankte der Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, Zweigstelle Südweftdeutschland, Professor Dr. Liier, den Gästen nochmals für ihr Kommen und knüpfte an die Tradition japanischen Soldatengeistes und japanischer Kultur an, denen Deutschlands Hoch­achtung in besonderem Maße gilt.

Mit der Ehrung des Tenno und des Führers so­wie mit den Hymnen beider Nattonen klang die festliche Veranstaltung aus.

Oer Botschafter des Tenno bei der Hitler-Jugend.

NSG. Geleitet von Gauleiter und Reichsstatt­halter Sprenger stattete Seine Exzellenz der Kaiserlich Japanische Botschafter General Oshima, gemeinsam mit dem Kaiserlich Japanischen Militär­attache General Komatsu dem Wehrertüch­tigungslager der Hitler-Jugend in Merzhausen einen Besuch ab. Den hohen Gästen und ihrer Begleitung wurde ein tiefer Eindruck von der nationalsozia- listischen Jugendertüchtigung vermittelt. Unter Füh­rung des K.-Gebietssührers Dr. G a u h l erfolgte ein Rundgana durch das vorbildlich eingerichtete Lager, dem sich eine Besichtigung der. einzelnen Lehrgangsgruppen während des Dienstes anschloß.

Für die Hitlerjungen war dieser Besuch ein stol­zes Erlebnis, das noch vertieft wurde, als der Bot­schafter und der Gauleiter sich im Schlußappell der Besichtigung an die Lehrgangsmannschaft wandten.

Der Gauleiter gab seiner Genugtung dar­über Ausdruck, die Jungen auf einem Wege zu sehen, der über das Geschick der Ration entscheide. Mit der Anerkennung des Einsatzes der Jugend, die Freizeit und Urlaub in den Dienst der Vorbe­reitung auf den soldatischen Einsatz stellt, verband der Gauleiter die Feststellung, daß diese Haltung vorbildlich sei.

Exzellenz General Oshima erklärte, mit Freude beobachtet zu haben, wie die deutsche Jugend Wis­sen und Können entwickelt, um für Führer und Reich' einzustehen.Eure japanischen Kameraden", so sagte der Botschafter,schätzen diese Vorbereitun­gen und teilen mit Euch die Dorstellungen von Mut und Ehre. Aus der Tradition langwährender deutsch-japanischer Gemeinschaft und aus gleicher geistiger und weltanschaulicher Haltung erwuchs die jetzige Waffenbrüderschaft. Die Jugend beider Län­der wartet darauf, in ein und demselben Geist aus diesem Schicksalskampf an die Neuordnung der Welt 3u gehen. Ein harter Kampf in eiserner Kamerad­schaft sichert den Sieg."

Stürmischer Beifall dankte dem Botschafter für seine herzlichen Worte. Der Gruß an Führer und Tenno war gleichsam Bestätigung für die kameradschaftliche Haltung, in der die Jugend der beiden Nationen zusammenftehen will.

Ueber dem Atlantik abgeschoffen.

Berlin, 17. Mai. (DRB. Funkspruch.) Wie im Wehrmachtbericht vom 16.5. gemeldet, schossen deut­sche Flugzeuge über dem Atlantik auch ein briti* sches Grotzflugboot ab. Die deutschen Kampf­flugzeuge vom Muster Ju88 sichteten ein in 300 Meter Höhe fliegendes britisches Flugboot vom MusterSunderland". Die deutschen Flieger griffen sofort das massige, mit Schwimmerstummel ver­sehene viermotorige Fernau^klärungs- b o o t an, das bei der Annäherung der deutschen Flugzeuge seine.Wasserbomben im Notwurf ck>- warf. In dem Luftkampf ging das schwer zerschos­sene' feindliche Flugboot, das sich verzweifelt'ge­wehrt hatte, mit starker Rauchentwicklung auf dem Wasser nieder, wo^es auseinanderbrach.

DieShort-Sunderland", ein gepanzertes Schul­terdecker-Flugboot, hat eint Besatzung von neun Mann und eine starke Bewaffnung. Sie besteht aus

mute, Nashörner, Ur-Rinder, Hirsche, Höhlenbären und anderen Tiere, die man schon zu erlegen ver­stand, haben 'tfne starke, zähe oder dicke Haut, die die Fleischmasse umgibt. Zu dieser durchzudringen, war nicht leicht; denn mit Zähnen, die auf Pflanzen­nahrung eingestellt waren, oder mit den Finger­nägeln war es dem Menschen nicht möglich, das Fell zu öffnen und Fleischstücke auszuschneiden; da» zu benötigte er ein Gerät, das er zunächst so nahm, wie die Natur es ihm bot. Wie sich dieses3agb; Messer" des Neandertalers entwickelt hat, schildert Karl Brandt in der Frankfurter WochenschriftDie Umschau".

Zum Aufreißen eines erlegten Tieres genügte schon ein spitzer Stein, mit dem man reißen, aber nicht schneiden konnte. Man fand jedoch bald her­aus, daß eine natürliche Spitze durch einige Ab­schläge vom Stein vergrößert und verbessert wer­den konnte, und so kam man zu Vorformen, wi^sie der berühmte, etwa 15 Zentimeter lange Vorf^ust- schneider von Ehelles an der Marne zeigt. Er ist ein ausgesprochenes Schneidewerkzeug, dessen natür­liche Grundkante geschickt als Griff ausgenutzt wurde, während die eine Seitenkante zu einer künstlich angelegten Schneide bearbeitet wurde. Im Laufe vieler Jahrtausende kam es dann dazu, daß eine zweite Schneide angearbeitet wurde, da man natürlich bestrebt war, das Schneidewerkzeug f° dünn wie möglich zu formen; um das zu erreichen, mußte auch die andere Langseite bearbeitet werden. In der älteren Altsteinzeit hatte man auch das Be­streben, eine Spitze anzulegen, und dadurch wurde auch eine beidseitige und beidflächige Bearbeitung notwendig. Wo an Faustschneidern die geringste Dicke erreicht wurde, geschah dies auf Kosten der Spitzen, so daß die dünnsten immer stumpf sino, aber die dünnen Klingen mit den schärfsten Schnei­den ermöglichten einen besseren Schnitt und ein leichteres Eindringen in die zu schneidende Maste, so daß eine Spitze dazu nicht nötig war. Die ge* samte Entwicklung der Faustkeile zielte darauf hm- hochwertige Schneiden zu erzielen, und dies wurde auch erreicht. Die Kulturentwicklung der ältesten Menschen gründete sich auf der Schaffung brauch' barer Schneidegeräte, &&