die Sicherheit, bk Freiheit und die Selbständigkeit unseres Landes handelt." x
„Jnformatia" bringt den Brief eines nach der Abtretung Bessarabiens an die Sowjetunion dort verbliebenen rumänischen Demokraten aus 'Baiti, der darauf hinweist, daß die Sowjets keine Rücksicht auf die demokratische Gesinnung der rumänischen Intellektuellen genommen hätten, sondern gegen alle mit den gleichen Terrormethoden vorgegangen feien. Die sowjetischen Behörden hätten nur zu ihren eigenen Landsleuten Vertrauen gehabt, er selbst sei nur wie durch ein Wunder mit dem Leben davongekommen.
Oie Antwort aus Lettland'.
Die Veröffentlichung der bolschewistischen Pläne über die Balte^länder von amerikanischer Seite haben in Moskau stärksten Unwillen erregt. Dort möchte man die Ziele der Bolschewisten möglichst unerörtert lassen und zu gegebener Zeit vollendete Totsachen schaffen. In der „Prawda" wurde kürzlich allen Ernstes behauptet, daß das lettische Volk „sich schon vor Jahren freiwillig an die Völkergemeinschaft der Sowjetunion angeschlossen habe". Zu dieser Behauptung nahm dieser Tage der lettische Generaldirektor des Innern, General Dankers, in der größten lettischen Tageszeitung „Tevija" Stellung. Kein Lette hätte jedaran gedacht, an die Sowjetunion angegliedert zu werden. Die Bolschewisten hätten es dann aber mit-ihren bekannten Tricks versucht und einige ihrer politischen Agenten herausgestellt, die zu „freiwilligen" Wahlen den Anstoß gaben, um durch eine Wahlkomödie den „freiwilligen" Anschluß des lettischen Volkes an die Sowjetunion zu demonstrieren. General Dankers stellt an einigen Beispielen fest, in welcher Weise dieses Wahlmanöver Mr Durchführung gebracht wurde. In einigen Wahlstellen wurden mehr Stimmen für die Sowjetunion abgegeben, als überhaupt Wähler vorhanden waren. Obwohl das damals bereits festgestellt wurde, hat man diese Wahlkomödie zum Anlaß genommen, den „freien Willen des lettischen Volkes für die Angliederung an Moskau" festzustellen. Die Bolschewisten haben das, als sie unter Vorspiegelung falscher Tatsachen im Jahre 1939 die baltischen Länder annektierten, dadurch bestätigt, daß fie Tausende von Letten verschleppten oder ermordeten. So sieht die Wahrheit über Lettland aus, die nicht zu vereinbaren ist mit der Darstellung in der Moskauer „Prawda".
Nie wieder unter bolschewistisches Reg me.
Budapest, 16. Febr. (Europapreß.) Die Bevölkerung der von den deutschen Truppen "an der Ostfront geräumten Gebiete hat sich größtenteils den deutschen Soldaten angeschlossen, da sie unter k e i- nen Umständen erneut unter sowjetische Herrschaft kommen möchte. Die Straßen sind überfüllt von Flüchtlingszügen, die trotz der winterlichen Witterung aus ihren Panjewagen mit ihrer ganzen Habe nach Westen tvandern. Diele Flüchtlinge erklären, lieber sterben zu wollen, als noch einmal das bolschewistische Regime erleben zu müssen.
Brasilianer wollen nicht in Afrika kämpfen.
Ro m, 16. Febr. (Europapreß.) Bei der Verschiffung des ersten Kontingents brasilianischer Truppen nach Nordafrika ist es zu regelrechten Revolten gekommen. Insgesamt waren 115 000 Mann für die Verschiffung bereitgestellt, doch soll die Zahl der Desertionen be- trächtlich sein. Die Rebellion bei der ersten Truppen- Verladung ist nach einer Meldung der italienischen Agentur „Sja" dadurch unterdrückt worden, daß die Polizei ein Regiment herausgriff und jeden zehnten Mann erschoß. Außerdem sollen zahlreiche Verhaftungen von Offizieren und Unteroffizieren erfolgt sein.
Llm die Aleuten.
Tokio, 16. Febr. (Europapreß.) Ein Bericht in „Yomiuri Hochi" beschreibt die dauernden, aber bisher erfolglosen nordamerikanischen Anstrengungen, die von den Japanern besetzten Aleuten, die von der Südwestspitze Alaskas über das Bering-Meer zum asiatischen Kontinent überspringende Inselgruppe, zurückzugewinnen. Zu diesem Zwecke bauten die Amerikaner auf den noch nicht von den Japanern besetzten Aleuten-Jnseln Flughäfen und andere militärische Anlagen. In öen etwa 250 Kilometer von der Insel Kiska entfernten nord amerikanischen ' Stützpunkten lägen heute 20 000 Mann mit • 350 Flugzeugen. Von hier aus unternähmen die Nordamerikaner Luftangriffe gegen die japanischen Stellungen, bei denen sie aber gewöhnlich nur unbewohnte Landstriche und keine militärischen Ziele träfen. Ein japanischer Transporter sei acht Tage lang von nordamerikanischen Flugzeugen angegriffen wor- • den und von vielen hundert Kugeln getroffen worden, habe aber trotzdem seinen Bestimmungsort erreicht.
Hermann Gradl und die deutsche Landschaft.
Zum 60. Geburtstage des Künstlers.
Am 15. Februar vollendete Professor Hermann Gradl, Direktor der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg, sein 60. Lebensjahr. Dieses Jubiläum bildet den Anlaß zur Herausgabe eines Buches, „dem Künstler als bestätigende Huldigung für seine Volkstümlichkeit, dem Leser und Betrachter als Rechenschaftsbericht überchas Schaffen der letzten Jahre" (80 zum Teil mehrfarbige Bildtafeln, Textbeiträge: Wilhelm von Scholz, Landschaftsbild und Leben: Eberhard Lutze, Der Künstler und sein Werk. 1—10. Tausend. Walter Hädecke Verlag, Stuttgart). Bereits 1936 erschien im gleichen Verlag unter dem Titel „Der schöne deutsche Süden" eine Folge von 108 der schönsten Arbeiten des Meisters. (Seinerzeit hier besprochen.) Während sich dort der beigegebene Text im wesentlichen auf eine Erläuterung des Bildteiles beschränkte, wird in dem jüngsten Band zum erstenmal eine umfassende, vollendete Gesamtwürdi- gung des Werkes von Hermann Gradl von berufener Seite geboten. Mit ihren 80 sorgfältig ausgewählten Bildern (darunter 12 mebrfabige Kunstdrucktafeln), größtenteils aus dem Schaffen der letzten Jahre, stellt diese Geburtstagsausaabe eine wertvolle Ergänzung des älteren Gradl-Bandes dar.
Wilhelm von Scholz behandelt in einem allgemeinen Aufsatz die Voraussetzungen und Entwicklung der Lanvschaftsmalerei. Als jüngstes Kind der Malerei ist die Landschaft heute zu ihrem am meisten gepflegten Zweig geworden. Die stärkste seelische Strömung, durch welche die Landschaft in die Mitte unseres Kunstlebens geriet, war eine wandersehnsüchtige Romantik. Wie jeder deutsche Landschasts-
Anhaltend schwere Abwehrkämpfe.
Oer Wehrmachtbericht.
DRV. Aus dem Führerhauptquartier, IS. Febr. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Die schweren Abwehrkämpfe ah der Ostfronl hielten auch gestern an. Wit massierten panzer- und Infanterieverbänden setzte der Feind seine Durchbruchsversuche fort. An der Front des Kuban-Brückenkopfes fanden nur Kampfhandlungen örtlicher Bedeutung statt. Erfolglose Durchbruchsversuche des Feindes im Donez-Gebiek brachten ihm hohe Panzer- und Wenschenverluste.
Im Raum um Charkow griffen die Sowjets mit weit überlegenen Kräften die Stellungen unserer zäh kämpfenden Divisionen an. Im Kampf mit feindlichen, in die Außenbezirke der Stadt eingedrungenen Teilkräften wurden 20 Panzer vernichtet. Angriffe, die der Feind gegen die deutschen Stellungen nördlich Kursk führte, wurden zurückgeschlagen, örtliche Einbrüche ahgeriegelt.
Südöstlich des Ilmensees nahm der Feind seine Angriffe mit zahlreichen Panzern und starker
Artillerieunterstühung wieder auf. hier wie zwischen Wolchow und Ladogasee wurden alle versuche, unsere Front zu durchstoßen, teilweise durch zusammengefaßles Abwehrfeuer, teils in harten Rahkämpfen abgewiesen und dabei 93 Panzer vernichtet. In den gestrigen Kämpfen an der O st - front verloren die Bolschewisten insgesamt 157 Panzer.
In Tunesien griffen deutsch-italienische Truppen, wirksam unterstützt durch Verbände der Luftwaffe, den Feind an und warfen ihn unter schweren Einbußen an Gefangenen, Waffen und Gerät nach Westen ins Gebirge zurück. Reben vielen Fahrzeugen wurden 23 Geschütze und 97 Panzer vernichtet oder erbeutet. Deutsche Iäger errangen 20 Luftsiege und schossen mehrere am Boden abgestellte Flugzeuge in Brand.
Einzelne britische Flugzeuge unternahmen während der Rächt Störflüge über Westdeutschland. An der Kanalküste verlor der Feind am gestrigen Tage durch Iagd- und Flakabwehr 5 Flugzeuge, darunter schwere Bomber.
Stalins „Wahlhast orienlaW es L tiß sch Neigen".
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Die Vernebelung der amerikanischen Oeffentlich- feit über den Teufelspakt Roosevelts und Churchills mit Stalin wird von der jüdisch infiltrierten Presse der USA. mit einem Raffinement fortgesetzt, das auf die Durchschmttspsyche der Amerikaner berechnet ist. Die amerikanische Zeitschrift „Readers Digest" sagt, nahezu 50 v. H. aller Amerikaner wüßten nicht, um was dieser Krieg eigentlich geführt werde, die „größte Propagandakampagne der Geschichte" habe nicht erreicht, das amerikanische Volk wachzurütteln.
Mit dieser Massenteilnahmslosigkeit rechnen Roosevelt und, seine Macher der öffentlichen Meinung. Die Tarnung selbst wird mit wechselnden Trompetenstößen eingeleitet. Bezeichnend dafür ist die Stimme des Herausgebers des „Washingtoner Star", Stoddard, und die nur anscheinend ihr vollkommen entgegengesetzte der „New Port Sun". Im Neuyorker Blatt wisd glatt zugegeben: „Washington vertritt die Ansicht, daß die Sowjetunion die baltischen Staaten mit größter Wahrscheinlichkeit erhalten wird, wenn sie entschlossen ist (!), sie zu bekommen." Die amerikanische Union und England würden sich auf keinen Fall gegen die Wünsche der Sowjetunion wenden, Churchill habe den Sowjets bereits freie Hand gegeben. Zwar stehe dem die Atlantik-Erklärung der beiden Matadoren der Plutokratie gegenüber, aber „realistische Beobachter" seien sich darüber klar, daß die beiden Plutokraten „ohne Rücksicht auf ihre Gefühle" alles zugestehen würden, was Moskau verlange, denn nicht nur das Schicksal des Baltikums, sondern sogar Polens, Finnlands und des Balkans hänge von Moskau ab. Die amerikanischen Regierungsbehörden feien bemüht, engere Beziehungen zu den Sowjets herzustellen, doch sollten die Sowjets endlich einmal sagen, „was sie für ihre eigene Sicherheit für notwendig erachten". Daß die sog. Garantieverträge, die England so freigiebig ausgeteilt und zum Kernpunkt seiner antideutschen Einkreisungspolitik gemacht hat, damit vollkommen tot sind, wird nicht besonders gesagt, aber das ergibt sich schon aus den Umständen. x
Die Verschacherung Europas durch diese Hörigen des Bolschewismus und des Weltjudentums wird also nicht geleugnet. Die Atlantik-Charta Roosevelts und Churchills hat sich als großer Bluff er- wiesen.^ Das fei überhaupt, erzählt Stoddard vom „Washington Star" im Rundfunk, „ein sehr unangenehmes Gesprächsthema", um sich dann über das „wahrhaft orientalische Stillschweigen Stalins" bitter zu beklagen. Aber Stalin hat ja gar nicht geschwiegen. Stoddard gibt selbst zu, daß die Antwort der „Prawda" dieses Schweigen durchbrach, und daß Stalin mit Churchill und Roosevelt längst eins fei über die Verteilung des Felles des noch zu erlegenden europäischen Bären! Er gibt sogar einen Ueberblick über die Hintergründe des"„Prawda"-Artikels: „Die Sowjetunion fiel P o l e n von hinten an, richtete einen unprovozierten Angriff gegen Finnland und verleibte sich dann die SBaitenftaaten fin, indem man die Ergebnisse der Volksabstimmung fälschte." Er sagt ferner, „daß in Litauen allein 200 000 Perfonen oder etwa 10 v. H. durch Massen- exekutionen und Masfendeportationen mach Sibirien und entferntgelegenen Teilen der Sowjetunion liquidiert wurden" und klagt die Sowjets weiter an: „Das Privateigentum ist allgemein konfisziert, und
die Baltenlander sind kommunistisch umgestellt worden, fast gleichzeitig wurde Rumänien gezwungen, auf Grund eines Ultimatums die Provinzen Bessarabien und Nordbukowina abzutreten." Man kann nicht schärfer diese Politik des Raubens und Mordens hinstellen, als es durch diesen Yankee geschieht, der sagt, die Antwort Stalins in der „Prawda" sei geradezu „eine Ohrfeige für Roosevelt, das Staatsdepartement und die Grundlagen unserer auswärtigen Politik".
Aber — und nun kommt der Pferdefuß dieser satanischen Politik: das seien nur „Meinungsverschiedenheiten" zwischen den Sowjets und den Plutokratien, fie würden den Kurs nicht ändern. Der Kurs Roosevelts und Churchills ist ja eindeutig festgelegt. Es ist der schamlose Verrat an Europa und an der Sache der Zivilisation, der überhaupt denkbar ist. Und das „orientalische Schweigen" Stalins beweist am klarsten, daß er feine Giftnetze nicht nur über Europa werfen will. Das allein bekümmert die zarten amerikanischen Seelen.
Gandhis Hungerprotest.
B a n g k o k, 16. Febr. (Europapreß.) Sechs Aerzte sind jetzt um das Krankenlager des fastenden Mahatma Gandhi versammelt. Das Kommunique, das am Dienstagvormittag über Gandhis Gesundheitszustand ausgegeben wurde, meldet, daß fein Befinden sich im Laufe der letzten 24 Stunden weiter verschlechtert hat. In der ersten Woche seines Hungerstreiks hat Gandhi einen beträchtlichen Gewichtsverlust erlitten. befindet sich meistens im Bett.
Die bereits von verschiedenen indischen Gruppen geltend gemachte Forderung nach Freilassung Gandhis wurde auch in der indischen gesetzgebenden Versammlung erhoben. Der Abgeordnete Mitra meinte, daß ein solcher Schritt die politische Spannung in Indien vermindern würde. Abgeordnete der liberalen england-freundlichen Partei erklärten, sollte Gandhi im Gefängnis sterben, so würde die britische Regierung eine neue Revolte in ganz Indien heraufbeschwören. Ein Regierungssprecher lehnte jede Verantwortung für den Gesundheitszustand Gandhis ab und erklärte, daß die Regierung keine Kongreßführer freilassen könne, die nicht zufriedenstellende Versicherungen für die Zukunft abgeben.
Lustangriffe auf Palermo und Neavel.
Rom, 16. Februar. (DNB.) Wie der italienische Wehrmachtbericht mitteilt, unternahm die feindliche Luftwaffe am Nachmittag des 15. Februar E i n ° flügeaufNeapel und Palermo. Die Schäden sind sehr groß. Die bisher festgestellten Verluste betragen in Neapel sieben Tote unter der Zivilbevölkerung. In Palermo 98 Todesopfer und 297 Verletzte. Italienische Jagdflugzeuge sowie die Flakar- titterie zerstörten vier Flugzeuge. Feindliche Flugzeuge führten Maschinengewehrangriffe auf Eisenbahnzüge und Bahnhöfe Siziliens und Calabriens durch. Bei Scili (Syrakus) stürzten zwei Spitfire ab. Ein drittes Flugzeug wurde von deutschen Jagdflugzeugen über Trapani vernichtet. Mer italienische Flugzeuge find nicht an ihre Stützpunkte zurück gekehrt.
maler, so hat auch Hermann Gradl einen Hauch davon empfangen.
In einer Abhandlung „Der Künstler und sein Werk" befaßt sich Direktor Dr. Eberhard Lutze mit dem Schaffen Hermann Gradls, das eine durch Jahrhunderte uns vertraute und lebendig gebliebene Seite des deutschen Wesens repräsentiert. Gradl ist nicht eigentlich Romantiker. Allerdings will er den Stimmungsgehalt der heimatlichen Kulturlandschaft einfangen, hält sich aber im übrigen von Problematik völlig frei. Deutlich werden die verschiedenen Entwicklungsstufen feiner Kunst aufgezeigt. Der Autodidakt, der (als Lehrer für Weberei und Keramik) feit 1912 Versuche mit Stift und Feder unternahm, rang sich in dem Jahrzehnt von 1920 bis 1930 zur malerischen Gestaltung durch. 1939 schuf er in seinem ersten großen Staatsauftrag sechs Sinnbilder deutscher Landschaft. Der starke Erfolg dieser Arbeiten sprach sich in feiner Berufung zum Direktor der neugegrunbeten Akademie der bildenden Künste zu Nürnberg aus.
Die Technik des malerischen Schaffens von Hermann Gradl ruht auf Anschauung und Erfahrung: sie fußt aber auch auf fleißigem Studium der alten Meister, vor allem Albrecht Altdorfers und der holländischen Kleinmeister. Licht und Farbe sind Stim- nwngsträger im gleichbleibenden Typus feiner Bilder, bei denen sich verschiedene Aufbauschemata unterscheiden lassen. Zudem besteht zwischen den Werken von Hermann Gradl und Hans Thoma eine enge Beziehung, die in der Haltung zutage tritt und in Form und Geist der Landschaft beider Meister bestimmt ist. Zum Schluß folgen Erläuterungen zum Bilderteil. Hermann Gradl erscheint insbesondere als liebevoller Künder der Schönheiten Siwdeutsch- lanbs. Das fränkische Land und das Maintal stehen im Mittelpunkt seines gesamten Schaffens.
Wilhelm Schwemmet.
Kolberg kapituliert nicht.
Bon Wolfgang Jünemann.
In den letzten Tagen der Belagerung von Kolberg, als die Franzosen mit erhöhter Wucht die Festung unter dem glühenden Hagel der Geschosse begruben und so ihren endgültigen Fall angesichts des, wie man raunte, nahenden Friedens noch zu erzwingen suchten, geschah es, daß in den Trümmern der rauchenden, an allen Ecken entflammten Stadt, während die Granaten mitten zwischen rasselnde Fuhrwerke platzten, Magazine knatternd in die Luft flogen, verzweifelte Frauen nach ihren Kindern schrien und alte Leuje hilflos in diesem Höllenlärm den Schutt, ihrer einstigen, für immer verlorenen Habe wieder und wieder durchsuchten, von vergeblicher Hoffnung, es möchte, wenn sonst schon nichts, doch ein Andenken, ein winziges, an glücklichere Zeiten ihnen in die Hände fallen. Denn daß weder König noch Gott ihnen dabei helfen konnten, wußte ein jeder in diesem armen Preußen. Da nun geschah es, daß der Bürgermeister Nettelbeck, der am Hafen eilends eine freiwillige Schar zusammengetrommelt hatte zur Löschung eines soeben angekommenen englischen Schiffes, das Kanonen und Munition zwecks Ermunterung zu Kolbergs weiterem tapferen Widerstande gegen den gemeinsamen Feind herbeigebracht, mit Entsetzen bemerkte, wie diese Brigg, da die Franzosen bedenklich näherrückten itnti vereinzelte Geschosse schon durch die Masten jaulten, nun gar zwei der Mattosen verwundet zu Boden sanken, plötzlich die Taue kappte, um noch mit halber Ladung wieder die offene See zu gewinnen. Denn dazu, so brüllte der Engländer dem verdutzten Bürgermeister durch die hohlen Hande zu, seien fie nicht gekommen, sich hier zusammenschießen zu lassen!
Rahe und ferne Märkte
ber der Achsenmächte einen Strich. Je länger desto m oe mehr müssen die Alliierten zwischen nahen und jj^ys
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fernen Märkten unterscheiden, — nahen Märkten, auf denen sie sich noch einigermaßen versorgen können, und fernen Märkten, die infolge Tonnage-
Mutlosigkeit und ratloser Jammer packte die Umstehenden, die sich aller Hilfe des Himmels und der Engländer so beraubt sahen, und auch Nettelbeck verschlug es für einen Augenblick die Sprache. Dann jedoch riß er die Männer, bie* matt auf die bereite ausgeladenen Granaten gesunken waren, am Kragen hoch, wies auf ein Haus, das von einer vielpfün» tilgen Kugel getroffen, krachend in sich zusammen» stürzte: „Was macht das, Leute? Wenn wir auch alles opfern! Unser König ist viel, viel ärmer geworden ass -mir! Was denn ist unser Unglück ini Vergleich zu dem seinen! Kommt helfen, Männer, Kommt mit zu Gneisenau!" Und er rannte vor bet sich aufraffenden Schar her durch die ffatfernben, glühenden Gassen. Da, — Gleichschrit ekklang! Ei" Grenatiierbataillon marschierte, unbekümmert um pfeifenden Kugelregen, um wirbelnde Steinbrocken und herunterschlagende Ziegelsteine, aus der Stab» hinaus zum Gegenstoß ...
Nettelbeck hatte die verbrannte Mütze vom Kopf gerissen. Das weiße Haar, verschmiert, verklebt von Schweiß und Ruß, sich aus der Stirn streichend: „Jungs, mit solchen Soldaten, — die Festung wiw nicht übergeben!" Und die Schiffer und Händler, die Handwerker und Schreiber, hie neben ihm standen, fie nickten, verächtlich ausspuckend, die Fäuste in den Taschen.
Wenige Schritte davon, in einem engen, dürftigen Gemach, das als Befehlsstelle diente, sagte M gleichen Zeit Gneisenau zu seinem Adjutanten, ans Fenster tretend und eine Frau bemerkend, bt^ nachdem sie ihr Kind in den Rinnstein gesetzt, zwtt Eimer packte und in die Kette der Löschenden füy reihte, indes die Kanonade nach kurzer Pause ärger als zuvor von neuem anhob: „Hut ab vor solcher Bü'-gerschaft! In dieser Feste wird Preußens Herz verteidigt!"
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einige Hunderttausend konsumfreudige nortiameri« konische Soldaten in die Länder und auf die In-
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des Herrn Roosevelt wohlverhalten haben, wurden kurzerhand abgehängt, weil der angelsächsische Schiffahrtspool für so weite Reisen keine Tonnage j mu
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Lebensmittelmärkte, für die sie sich interessieren, leer kaufen, aber für den Abtransport der übrigen Ausfuhrprodukte keinen Schiffsraum bereitstellen. Zu den größten Notstandsgebieten dieser Zett gehören jene Westindischen Inseln: Kuba, Puerto' Rico, Haiti, Jamaika und Trinidad, die nur wenige hundert Kilometer von der Union entfernt liegen Wenn aus diesen Ländern keine lauteren Proteste an die Ohren der Welt bringen, so liegt das daran, daß man kaum noch laut zu klagen wagt — aus Furcht, den wilden Mann in Washington in Zorn zu versetzen.
Auf die Dauer werden die Briten und Nordamerikaner mit ihrer Politik, die nahen Märkte zu bevorzugen und die fernen Märkte zu meiden, nichi zurechtkommen. Die nahen Märkte lassen sich, wie ; das Beispiel Mexikos zeigt, nicht widerstandslos ! ausplündern, auch dann nicht, wenn sie sich zur | Teilnahme am Kriege gegen die Drererpaktmächie | haben ködern lassen. Es wäre nicht verwunderlich, j wenn die ^Beauftragten Roosevelts auch noch den j letzten Rest von Rücksicht über Bord würfen und sich | das gewaltsam aneigneten, was man ihnen frei- mittig nicht geben will. Aber das wird nicht hindern, i daß die Briten und Nordamerikaner den Radius | ihres Versorgungskreises erweitern und immer neue i Ueberfeebampfer vor die Torpedorohre unserer I U-Boote liefern müssen. Jedenfalls brauchen die Achsen-U-Boote nicht zu befürchten, daß es ihnen i in absehbarer Zeit an lohnenden Zielen fehlen wird. '
Cr.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer hat die Einführung eines Aermel- bandes „Afrika" befohlen als Kampfabzeichen für ehrenvollen Einsatz von mindestens sechs Monaten i auf afrikanischem Boden, Verwundung bei einem Einsatz in oder über Afrika ober Erkrankung an . einer auf dem Kriegsschauplatz in Afrika zugezogenen Krankheit, die zum Verlust der Tropendienst» I sähigkeit geführt hat.
*
Der bisherige Staatspräsident von Paraguay | Morini qo wurde mit 85 v. H. aller Stimmen wieder | 3um Staatspräsidenten gewählt.
*
Durch die neue Agrarordnung für die befehlen j Ostgebiete wurden bereits im ersten Jahr der Wirk- | samkett in der Ukraine 10,4 v. H. der Gemeinwitt» j
fachen klargestellt werben. Unsere Gegner glaubten, sie hätten alles. Als Japan den eisernen Vorhang.; vor den südostasiatischen Rohstoffgebieten nietien gleiten ließ, sah man sich in Lonbon und Washing- ton eines anderen belehrt. Dann glaubten unfen Gegner, sie könnten sich alles beschaffen. Durch diese Rechnuna machten ihnen bie U-Boote und die Bom- ber ber Achsenmächte einen Strich. Je länger desto
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Schon im Frieden bedeutet ein reicher Vorrat an irgendeiner Ware noch lange nicht, daß alle Reflektanten sie sich verschaffen können. Noch weniger gilt das für die Kriegszeit. So itt Japan überreich an Kautschuk, — seine angelsächsischen Gegner bettelarm. In Japan wird künstliches Mineralö'. aus natürlichem Kautschuk, in Nordamerika künstlicher Kautschuk aus natürlichem Mineralöl gewonnen. Es schemt, als sei dieser Krieg eine Sammlung- l$»it von Irrtümern, die durch alsbald eintretenbe Tat- ^jeiir fachen klargesteltt werben. Unsere Gegner glaubten,
CT- f. V 11 f . . Off > a m S AM AMAV M A M Jl? AY-KAM * ■ II -i ft
bereitstellen wollte. | stnck
In diese Lage klingt ein Protest aus Mexiko, beir , : fobi füblichen Nachbarlanb ber Union, gegen ben Aus» H'en kauf ber heimischen Fleischmärkte burch amerika- In an nische Importeure. Die mexikanische Regierung Hai |L kise verfügt, baß mit sofortiger Wirkung bie Fleischaus- q fuhr aufzuhoren habe. Auch auf den Antillen ist 511 man wenig erfreut barüber, baß die Yankees die
fein des südwestlichen Pazifik gekommen sind, Haden sich die Absatznöte der beiden Viehzuchtlander etwas gemildert. Dafür trat aber im Viehproduktenexpon ber südamerikanischen Länder Ebbe ein. Daß Argentinien bei der Zuteilung von ßaberaum für Fleischausmhr kurz gehalten wurde, ist gewiß zum Teil aus jener robusten Auffassung des Weißen Hauses zu erklären, daß 'ehrliche Neutralität in diesem Kriege ein strafwürdiges Verbrechen sei. Aber auch solche ibero-anierikanischen Viehzuchtländer wir Uruguay und Paraguay, die sich im Sinne
rJ
mangels immer unerreichbarer werden. .Jjunu
Bereits vor vielen Monaten hieß es, bkj'ifnf Australier und Neuseeländer könnten ihre j 1$ i gefrorenen Hümmel, ihre Butter und ihren Käse nicht mehr nach Großbritannien und Nordamerika bringen, weil ihnen der angelsächsische Schiffahrts- pool keine Tonnage mehr zubillige. Dadurch, daß


