Ausgabe 
16.2.1943
 
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Die Partei Vorbild der entsagungsvollen Pflichterfüllung. Sauleiter und Reichsstatthalter Sprenger sprach zu den NSKK.-Jührern.

NSG. Darmstadt, 15. Febr. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger sprach am Sonntag­vormittag in Darmstadt anläßlich eines Dienst­appells der Standartenführer der Motorober­gruppe Südwest über die Aufgaben der Partei bei der Konzentration aller Kräfte der Heimat auf unmittelbare Kriegsaufgaben. Seine Ausführungen über die Absichten des Bolschewismus und seiner plutokratischen Hilfsvölker liehen keinen Zweifel daran, daß der Jude den konzentrischen Ansturm der Unterwelt auf Europa organisiert und befohlen habe Der Gauleiter entwickelte aus dieser Situa­tion die Notwendigkeit der totalen Mobilisation unseres Volkes, mit welcher den; europäischen Kon­tinent eine militärische Stärke gegeben werde, wie sie im Verlaus seiner Geschichte noch nie bestanden habe. Dem letzten Deutschen sei heute durch das Opfer der Helden von Stalingrad der Ernst der Situation voll bewußt. Seine Antwort ist daher be­reitwilligster Einsatz an der Stelle, wo seine Ar­

beitskraft der Front am schnellsten imb besten dient. Der Gauleiter wies darauf hin, daß alles, was jetzt im Rahmen der Arbeitskraftumsetzung vom einzelnen verlangt werde, bei aller Würdigung der persönlichen Belastung keineswegs über das hinaus- gehe, was Millionen von Volksgenossen bereits seit Jahren leisten und immer noch weiter hinter dem zuückbleibe, was der Frontsoldat zu jeder Stunde seines Einsatzes auf sich nehme. Die jetzt durch­geführten notwendigen Maßnahmen seien daher nicht als Opfer, sondern nur als kriegsbedingte Pflichten anzusehen.

Der Gauleiter schloß seine von stärkster Sieges­zuversicht getragenen Ausführungen mit einem Appell an das NSKK., auch in feinen Reihen den Geist der Kampfzeit in der gegenwärtigen Stunde voll zum Einsatz zu bringen, um mit ihm als Ver­bild der entsagungsvollen Pflichterfüllung und Treue zum Führer und seinen Befohlen für die Erringung des Endsieges zu wirken.

in den meiertief gefrorenen Boden gesprengt, aus dicken Baumstämmen das Dach gezimmert, und alle Bauten auf das beste gegen die feindliche Luft­aufklärung getarnt. Ständig sind alle Teile an der Arbeit, und das ist gut bei dieser Winterkälte. Sie springen an das Geschütz, um in rasender Feuer- folge ihr Vernichtungsfeuer 3U schießen, greifen dann zur Axt, um weiterzuschaffen und sinken nachts für kurze Stunden auf ihre selbstgezimmer­ten Pritschen dicht an ihren Geschützen oder 6-Stellen.

Hoch zu den Gebirgsschützen fahren Kettenkräder Munition und Versorgung hinauf, schleppen Mensch und Maultier Lasten auf den engen, ttefoerschnei- ten Saumwegen heran. Versteckt hinter Höhen ober in Gebüschen stehen die Sturmgeschütze. Alles Ge­rät ist mit weißer Farbe getarnt, Schneehemden und Sonderbekleidung schützen gegen die Feindeinsicht. Durch tiefen Schnee und über eisige Hänge brechen diese Geschütze zusammen mit der Infanterie vor. Mitten unter den vordersten Grenadieren springen die oorausgeschobenen Beobachter mit ihren Fun­kern von Höhe zu Höhe.

Prachtvoll sind die Bilder, wenn die schweren, mit Eisfporen versehenen Zugmaschinen sich durch den tiefen Schnee wühlen, um die schwersten Ge­schütze heran an den Feind in die neue Stellung zu fahren. Oder wenn leichte Geschütze mit Kufen auf eisigen Wegen vorwärtsgleiten, gezogen von guten deutschen Pferden, die sich unter Anpassung an den Ostwinter ein dichtes langhaariges Fell zu­gelegt haben.

Hart sind die Aufgaben des Artillerie-Be­obachters am Scherenfernrohr und Doppelglas. Scharf und unentwegt Müssen seine Augen den Feind überwachen, der in seinen Schneehemden beim Schneetreiben oder dämmerigen Polarlicht so schwer zu erkennen ist. Seine treuesten Helfer sind die Nachrichtenleute, seine Funker und Fernsprecher, die in pausenlosem Einsatz dafür sorgen müssen, daß die Verbindungen auch im eisigsten Schneesturm und feindlichen Abwehrfeuer erhalten bleiben, damit die so wichtigen Feuerkommandos und Meldungen schnell an die Geschütze gelangen.

Das Feuer all dieser vielen Einzelgeschütze und Batterien wird auf den Artillerie--Gefechts­ständen geleitet und zusammengefaßt. In ver­schneiten Eäibunkern bei spärlichem Licht scheu sie dort auf die Feuerleitungspläne gebeugt. Nach einem zielbewußten Feuer plan wird der Kampf gegen den anstürmenden Feind geführt.

Dieses wendige Artilleriefeuer ist der Stolz der Waffe, ist die Sorge des Bolschewisten. Daß es ge­lingt, ist nur der gemeinsamen Arbeit aller Teile der Artillerie zu danken, ihrem Kampfgeist, ihrer auch im kältesten Winter bewährten, unentwegten Ein­satzbereitschaft und ihrem vorzüglichen Gerät.

So weiß die tapfere Infanterie und die Führung, daß sie sich auch im kältesten Winter fest auf ihre Artillerie verlassen können, im Angriff wie in der erbitterten Abwehr.

Wir kämpfen für einen deutschen Frieden.

Alfred Rosenberg sprach

auf einer Heldengedenkfeier in Nürnberg.

Zu einem Heldengedenken hatte sich die Stadt der Relchsparteitage auf dem Adolf-Hitler-Platz versam­melt. Dabei hielt Reichsleiter Alfred Rosenberg eine Ansprache. Kriege, so sagte er, können sinnlos für Einzelne Dynastien geführt werden, es gibt aber auch Kriege, die geführt werden müssen für die Verteidigung eines ganzen Geschlechts und die Frei­heit seiner Zukunft. Das Schicksal unserer Gene­ration hat nicht Frieden, sondern Kampf geheißen!

Wir stehen in diesem Kampf unter einem Gesetz der Geschichte, daß große Schöpfungen auf dem Ge­biet des Staatslebens und auf bem Gebiet der Kul­tur nur selten die Kinder bürgerlicher Zufriedenheit sind, sondern Denkmäler der Eroberung und Be­währung. Solche Denkmäler aber sind nicht für Spießbürger gebaut worden, sondern für Helden! Die Türme und Mauern dieser Stadt Nürnberg sind nicht gebaut worden, damit Weltreisende sie in fer­ner Romantik bewundern, sondern als Symbole von Krieg und Kampf, als Symbole jenes kräftigen Widerstandswillens einer großen Reichsstadt.

Rosenberg sprach dann von den Vernichtungs­plänen unserer Feinde und gab die Parole aus: ..Wenn schon diese Welt uns; haßt, dann hassen wir sie auch, und zwar mit einem tiefen Haß, der noch lange über den Sieg hinauswähren soll. So wie un. sere Gegner sich mit dem Abschaum des vergange-

nen Staates, den wir abgeschüttelt haben, zur Ver­nichtung der europäischen Kultur verbanden, so ver- einigt uns gegen die Kräfte der alljüdischen- bolsche­wistischen Weltpest der unbeugsame Wille zum Sieg! Es ist der Krieg für einen langen Frieden! Denn als Sieger werden wir dafür sorgen, daß es auf diesem Kontinent keine Koalition mehr gibt, die diesen Frieden jemals stören kann. Der kommende deutsche Friede soll ein, Friede des Ausbaues aller schöpferischen Mächte sein.

Portugal gegen jede Lteberraschung bereit.

Lissabon, 15. Febr. (Europapreß.) Die vor portugiesischen Offizieren in Oporto gesprochenen Worte des Unterstaatssekretärs für den Krieg, Sp n° tos C o st a , daß es die Aufgabe des portugiesischen Soldaten ist,jeden unerwünschten Be­sucher, der die Schwelle unseres Hauses über­schreiten will, mit den gleichen Waffen zu empfan­gen, die Tausende von Portugiesen an allen lebens­wichtigen Punkten des Imperiums tragen", bezeich­netDiario da Manha" als -einen der Imperative, der mehr denn je Portugal zwinge, sich bereit zu machen, irgendeiner Ueberraschung ober Bedro­hung entgegenzutreten."Da Portugal mit Logik und Würde in der Friedenszone der iberischen Halbinsel zurückgezogen lebt, durch das Spanien Francos ge­stützt", so schreibt das Regierungsblatt weiter,pro­vozieren wir niemanden, aber wir verzichten nicht auf unsere Rechte, das zu fein, was wir sind und jenen Weg zu gehen, den wir für rich­tig halten. Alle, die vielleicht daran denken, uns m das unselige System der Dekadenz und des Bruder­mordes zurückzuführen, werde uns unbeugsam fin­den in der Verteidigung der lebenswichtigen Inter­essen der Nation."

Verärgert und enttäuscht.

Schanghai, 15. Febr. (Europapreß.) Die Ent­täuschung Tschungkings über die gleichgültige Haltung Englands und Nordamerikas gegenüber dem Schicksal Tschungking-Chinas bringt die offi­zielleCentral Daily News" zum Ausdruck.Wir können unseren Aeraer nicht länger verbergen", so schreibt das Blatt.Wir ärgern uns über die Zeit­vergeudung bei der Vernichtung unseres Feindes. Unsere Verbündeten, die unser Schicksal auf Leben und Tod teilen, sollen endlich aufhören, mit den Händen in den Hosentaschen unseren Lei­den und der erbarmungslosen Bombardierung unse­rer Städte durch die Japaner zuzusehen. Sie sollen uns sofortige Hilfe in Gestalt von Taten und Waffen bringen. Die^ Japaner konsolidieren ihre Stellung und festigen ihre Eroberungen in der Südsee."

Neue j-panische Operationen gegen Tschungfing-Truppen.

Tokio, 16. Februar. (Europapreß.) Das Haupt­quartier der japanischen Streitkräfte in Mittelchina I gab den Beginn neuer japanischer Operationen * gegen die Tschungking-Truppen bekannt. Die Kampf­

handlungen begannen im Gebiet von. Schansi am Nordufer des Jangtse, im Südteil der Provinz Hupeh, und gleichzeitig im Gebiet von Nantschang, südwestlich des Pojang-Sees, in der Provinz Kiangsi. Die Operationen gehen für die japanischen Streit­kräfte günstig weiter.

England betet für die Sowjets.

Stockholm, 15. Februar. (Europapreß.) Die Häupter der englischen Kirchengemeinschaften, an ihrer Spitze der Erzbischof von Canter­bury, forderten zum kommenden Sonntag auf, m den Gottesdiensten für bi eheldenhafte Sowjetunion" zu beten für ihre Armeen, ihre Kirche und ihr Volk. lieber oieses Gebet poli­tisierender britischer Geistlicher werden die Bolsche- wisten lächeln: dem Volk aber wird es feine Hilfe bringen und der Kirche nichts mehr nützen können, denn sie ist von den Sowjets längst vernichtet wor­den.

Oie USA. schatten den englischen Einfluß in Gaudi-Arabien aus.

Rom, 15. Febr. (Europapreß.) In Saudi-Ara- bien ist eine neuenordamerikanischeKom- Mission von -Sachverständigen der Erdölin- d u st r i e unter der ßeitung von Dr. Twitchell ein­getroffen. Der Kommission gehören Vertreter der größten nordamerikanischen Petroleumgesellschaften an. Die Kommission hat den Auftrag, die absolute Kontrolle der Erdölvorkommen in Saudi-Arabien den USA. zu sichern und damit den englischen Ein­fluß auszuschalten.

Zweijährige Arbeitsdieustpflichl in Frankreich beschlossen.

Vichy, 16. Febr. (Europapreß.) Die zweijährige Arbeitsdienstpflicht ist im französischen Ministerrat unter Vorsitz des Marschalls Pötain beschlossen wor­den. Das Gesetz erfaßt alle jungen Franzosen, die zwischen dem 1. Januar 1920 und dem 31. Dezem­ber 1922 geboren sind. Besondere Maßnahmen sind für die Bauern vorgesehen. Aus die Arbeitsdienst- pflicht wird die in der Armee abgeleistete Dienstzeit an gerechnet.

Wieviel Schweizer leben im Ausland?

Zürich, 15. Febr. (Europapreß.) Die Zahl der Auslandsschweizer hat sich infolge der Kriegsereig­nisse in den letzten Jahren beträchtlich verringert. Sie belief sich 1941 auf 269 000 gegenüber 346 000 im Jahre 1928. Auf die gesamte Wohnbevölkerung der Schweiz bezogen, leben 6,3 v. H. Schweizer im Ausland. Das größte Kontingent weist noch immer Frankreich auf mit 86 000 (1928: 144 000), es folgen Deutschland mit 51300 (55 810) und die USA. mit 45 000 (49 900). In Großbritannien leben 16 900 (15 060), in Italien 15 900 (18 900), in Argentinien 12 000 (15 960), in Kanada 5200 (8390) und in Brasilien '4500 (4370) Schweizer.__

Mein Vater.

Bon Peter Scher.

Er war preußischer Gendarmeriewachtmeister, ein Bauernsohn aus der Mark Brandenburg. Wenn ich an ihn denke, sehe ich einen großen, ernsten Mann mit einem mächtigen braunroten Bart. Die Bauern nannten ihn darum den Barbarossa. Wenn er auf dem gescheckten Dienstpferd saß, das Minna hieß, liefen uns allen Schauer über den Rücken so respektgebietend sah er aus. Mein Vater war ein Soldat, der wenig mehr als befehlen und gehor­chen kannte. Aber ich hatte ihn ahnungsvoll schon damals im Verdacht, daß fein unerbittlich straffes Gefahren etwas verbergen mußte, wovon er nie­mals sprach: Sehnsucht nach zivilem Leben. Wenn er im Garten arbeitete, schien er sich des Klein­krams zu schämen und nach ordentlicher handfester Bauernarbeit zu verlangen. Manchmal starrte er in die Luft, dann wurde er plötzlich wütend. Vielleicht mochte er in solchen Augenblicken in dem verlorenen Bauernland herumgetappt sein.

Nach Anwandlungen dieser Art konnten die Gast­wirte sich gratulieren. Da trat er einmal zwei Mi­nuten vor der Polizeistunde unerwartet in die Gast­stube und ließ seine Augen schweigend über die letzten Gäste hinrollen. Einer widersetzte sich. Er hatte die Stirn, sein Bier in Gemütsruhe aus- trinken zu wollen, obgleich es schon fünf Minuten nach zwölf war. Mein Vater strich seinen Bart und ging auf ihn zu. Aber der Mann schien nun erst recht halsstarrig zu werden. Da trat mein Vater an ihn heran, ergriff ihn mit der rechten Hand oben hinterm Hals am Rock und trug ihn schweigend durch den langen Gastraum bis zur Tür, die er mit, der freien Hand aufklinkte. Dann setzte er ihn ruhia auf das Pflaster nieder. Nach dieser Tat, die feiner Kraft im Volksmund einen sagenhaften Nimbus gab, entfernte er sich beschwichtigt und einigermaßen mit seinem Geschick versöhnt.

Ob mein Vater durch die Dörfer seines Bezirks ritt ober ob er zähneknirschend Rosen beschnitt, weil er nicht märkische Felder pflügen durfte, er war immer so ernst, ja finster, vaß ich Herzklopfen be­kam, wenn ich daran dachte, auch einmal erwachsen zu sein.

Aber eines Tages erlebte ich etwas mit meinem

Vater, das mir zu denken gab. Ich trieb mich vor dem Städtchen in den Wäldern herum und ver­gnügte mich damit, die scheuen Wildenten zu be­unruhigen. Da hörte ich von fern einen Gesang, der nag er und näher kam. Es war eine männliche Stimme, stark und durchdringend wie eine Trom­pete. Dann hörte ich Pserbegetrappel und erblickte kurz darauf durch eine Tannenschonung meinen Vater, der hochgereckt auf dem Dienstpferd Minna dahertrabte und aus vollem Halse fang. Ich war starr, einen erwachsenen Menschen so singen zu hören, obendrein meinen Vater. Das war das erste groA: Wunder, das mich ergriff. Ja, so überwälti­gend war das Erlebnis, daß ich verwirrt aus dem Gebüsch hervor zu ihm hin stürzte und lautVater!" rief. Da riß der Gesang ab. Ich sah, wie mein Vater, noch mit offenem Mund, herumfuhr, und wie seine Aügen mich streng erfaßten. Aber sogleich geschah noch ein Wunder. "Sein Gesicht erheiterte sich; er winkte und lachte.

Mein Vater lachte! Die Erde schien sich zu öffnen, ein Abgrund schien sich aufzutun, es konnte ja nicht möglich sein, und es war doch so: Mein Vater lachte! Er sprang sogar vom Pferde, um mich hinaufzuheben. Dann erzählte er mir, daß er eine freudige Nachricht erhalten habe. Er sei Oberwacht' meister geworden.

Wir wohnten am Marktplatz im oberen Stockwerk des einzigen höheren Hauses. Auf dem Marktplatz ging es immer lebhaft zu, Kinder schrieen, Hunde bellten, Frauen kreischten, es war eben der Markt. An diesem bedeutungsvollen Tage führte mein Va­ter in seiner neuen Würde eine Hebung ein, die viel von sich reden machte und sein Ansehen noch vermehrte. Zu einer bestimmten Stunde, ich weiß nicht mehr, ob es abends um neyn oder um zehn Uhr war, jedenfalls zu einer Zeit des lebhaftesten Verkehrs da unten, öffnete er ein Fenster und don­nerte hinunter:Ruhhe!"

Worauf alles Leben auf dem Marktplatz wie in­folge eines Zauberspruchs verstummte.

Man kann sich denken, wie winzig sich ein kleiner Junge nach einer solchen Machtprooe fühlte und wie die Gestalt des Vaters in die Wolken wuchs.

Aber eines Tages, als er mich zu Unrecht übers Knie legte, biß ich ihn ins Bein und bewies damit, daß ich fein Sohn war. Er selbst hat mir später eingestanden, daß ihn diese Tat gerechter Empörung mit Genugtuung erfüllt habe.

OieschnunbartlosenOragoner

Von Alfons v. Czibulka.

Es war in der Schlacht von Kolin.

Das vor Prag siegreich gewesene Heer Friedrichs des Großen rang mit den Soldaten Maria There­sias. Es waren die letzten kaiserlichen Regimenter, die noch zwischen Prag und Wien, also zwischen dem Potsdamer König und seinem vollen Triumphe standen.

In klug gewählter Stellung stemmte sich Daun, der größte Taktiker seiner Zeit, wie ihn später der König nannte, auf den Hügeln von Kolin dem preußischen Ansturm entgegen. Verbissen, umsichtig jeden gefährlichen Schachzug des großen Gegners erspähend, wehrte sich der Marschall.

Die Schlacht, eine der großen Schicksalsstunden Oesterreichs, wuchs in die Entscheidung. Schon be­gann die preußische Reiterei zu reiten, stieß tief in die kaiserlichen ^reffen.

Eben wollte der Marschall Daun die Ordre zum Gegenangriff geben, um den Tag noch zu wenden, da ritt von der Front des mit ergriffenen Pallaschen wartenden Regiments De ßigne der Obrist an ihn heran, parierte drei Schritte vor ihm, richtete sich kerzengerade im Sattel auf, schwenkte den weißen, rotgeränderten Dreispitz querab und bat mit lauter Stimme, attackieren zu dürfen. Immer näher don­nerte der Galoppschlvg der Regimenter des Königs.

Daun sah auf. Die Bitte gefiel ihm. Aber die Voraussetzungen des Gelingens schienen ihm zu 3U fehlen. Das Regiment De ßigne bestand aus lauter blutjungen Kriegsfreiwilligen, denen noch kein Haarflaum unter der Nase.wuchs, und die an diesem Tage zum erstenmal am Feinde standen.

Darum schüttelte der Marschall den Kopf und antwortet unwillig:Was will Er denn ausrichten, Obrist, mit seinen schnurrbartlosen Grünschnäbeln gegen dis alten Schnurrbärte des Potsdamer Kö­nigs?"

Der Obrist, selbst noch jung, blitzte den Marschall an und lachte fröhlich:Grünschnäbel, Ihre Exzellenz, mögen meine Grasteufel fein, aber sie verstehen zu beißen!" Und er kniff verheißend ein Auge zusam­men. Wenn das auch gegen alle Vorschrift und den soldatischen Komment war.

Und weil die Not aufs höchste stieg, andere Rei­terei noch fern war und die alten Schnurrbärte des

Sonntag spät abends warfen feindliche Flugzeug, 4? in mehreren Wellen Sprengbomben verschiedener K Lg' Kalibers und Brandbomben auf die Stadt Mai. : \i land ab. Sie verursachten schwere Schäden ar. zahlreichen Wohngebäuden. Die bisher feftaestelltyi 6 Opfer betragen 16 Tote und 224 Verletzte. Zwei btt j viermotorigen Bomber stürzren von der Flak ge iBU, troffen ab. Ein weiterer ßuftanariff auf ßa Spe- IPLn

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Kleine politische Nachrichten.

Der bisherige finnische Staatspräsident Rist« R y t i wurde mit überwältigender Stimmenmehrheit^ im ersten und einzigen Wahlgang für eine weitem Amtsperiode von zwei Jahren wiedergewahlt.

Der schweizerische ßuftraum wurde in der Nach' zum Montag erneut von einer C"~c' fremder Flugzeuge überflogen. Alarm wuroe ii oer ganzen Schweiz gegeben. Zahlreiche Flakdetache­ments sind in Aktion getreten.

Eine Mozart-Uraufführung in Salzburg.

In einem Festkonzert der ReichsmusithochschuK in Salzburg zu Mozarts Geburtstag kam eine Ec»

für feine Seele verschreiben mußte.

Also vor den anderen ausgezeichnet, ist das Regiment De ßigne schnurrbartlos noch in Weltkrieg geritten.

troffen ab. Ein weiterer ßuftangriff auf ßa Spe­zia verursachte unter der Bevölkerung einen Toten und 22 Verletzte.

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Das peruanische Kabinett hat den mit den USL abgeschlossenen Vertrag gutgcheißen, der den Bau von Flugplätzen und bie ßieferung von Flugzeuge vorsieht, um durch eine ßufttransportlinie die Ent Wicklung der Kautschukindustrie zu fordern.

Kunst und Wissenschaft

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feine Rückkehr und

Tode. Tanais, die Gatttn des Äö; fnra, wartet in Wrem Schloß auf Gemahls. Als ihr die Kunde wird, daß er gefalle i fei, beschließt sie, um das Volk den herben Derlu nicht fühlen zu kaffen, im Brautgewand durch die Stadt zu fahren. Kroton, der König des feindlichen Volkes, bringt in das Königsschloß ein und begeh sie zum Weibe. Sie tötet ihn durch einen Pfei schuh. Später erweist es sich, daß die Nachricht vorn Tode ihres Mannes falsch war: er lebt.Hniic nacht wird Freude in TheMiskyra sein" ruft sic aus. Das Werk ist ein gutes Sprechdrama, dar große Teile des Geschehens durch Boten berichte-", läßt, statt sie auf der Bühne darzustellen, in einer edlen Sprache,, die zum Klassischen neigt. Der an­wesende Autor mußte sich im Kreise der Darsteller mit dem Spielleiter und dem Komponisten oft oa dem Vorhang zeigen. Ludwig Beil.

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1

Beider Abwehr der britischen Luftangriffe auf westdeutsches Gebiet in der Nacht zum 15. Februar errang Ritterkreuzträger Oberleutnant ©i Ibn er seinen 39. und 40. Nachtjagdsieg.

* 1

Ganz Japan stand im Zeichen der Feierlichkeit« aus Anlaß des 1. Jahrestages der Eroberung vor Singapur. Die Zeitungen unterstreichen die ent. scheidende strategische Bedeutung der raschen Ein­nahme dieser brtischen Zitadelle in Ostafien für bei weiteren Verlauf des Ostasienkrieges.

*

Königs immer tiefer und gefährlicher in die faifer liebe Schlachtordnung stachen, nickte Daun und be­fahl:Dann laß Er in Gottes Namen Seine Grün- schnäbel beißen, Obrist!"

Der Obrist fegte zu der Mauer seiner Reiter zurück. Sein Pallasch flammte aus der Scheid« Der Kornett neben ihm hob die Standarte. (Eh Signal gellte. Die Hufe bornierten. Als ein Sturm­wind entschwand das Regiment im Staube der bur stenden Felder. Nur die vorgestreckten Pallasch: blitzten in der böhmischen Sonne. Blitzten un.ii bahnten dem uralten Reiche noch einmal den Weg. Nach einer Weile jauchzte fernher der Ruf:Ma­ria Theresia!"

Zum*erstenmal rückte der große König von Schlachtfelde ab.

Zu Dank und (Erinnerung für den Tag von Äo: lin, der ihr ihre Reiche gerettet, verlieh die deutsch: Kaiserin Maria Theresia dem.Regiment De ßigi» dem späteren k. u. k. Dragonerregiment Fürst Windischgraetz Nr. 14,für immerwährende Zeiten:' das Privileg, keine Schnurrbarte mehr tragen p dürfen,vckm Obristen bis zum Gemeinen".

Um dieses einen Regimentes willen bestand feit1 her Schnurrbartzwang im altösterreichifchen Herr Auch für den jüngsten Leutnant, so. er den einftigr De-Ligne-Dragonern nicht an gehörte. Mochte er zu sehen, wie ihm der reglementmäßige Haarschmuvs auf der Lippe sproß! Und wenn er dem Teufel ba-

deutscher namens Stein" bekannten Autors Wil« Helm Müller-Scheid heraus. Diesmal nimmt der Dichter einen zeitlosen Mythos zum Vorwur, den er in Beziehung bringt mit dem Heimaterleben der Kriegerfrau. Es ist die selische Spannung ber auf ihren Mann wartenden Frau, ihr Glaube an

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Gatttn des Königs von Themis ^r^-r-c. ...f jjIC Heimkehr bek

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Vom Wert der Familie.

Die Familie ist es, bie unseren Zeiten nottut, ft tut mehr not als Kunst und Wissenschaft, als Ver­kehr, Hanbel, Aufschwung, Fortschritt oder wie alle> heißt, was begehrenswert erscheint. Auf der milie ruht bie Kunst, die Wissenschaft, der mensth' liche Fortschritt, der Staat. Wenn Ehen nicht be- glücktes Familienleben werden, so bringst du oer aedlich das Höchste in der Wissenschaft und Ku^ hervor, du reichst es einem Geschlechte, das sittlio verkommt, dem deine Gäbe endlich nichts mehr nM und das zuletzt unterlaßt, solche Güter heworziZ' bringen; Plus Stifters ^Nachsommer"4

Das Hessische Landestheater brachte, wie schor kurz berichtet, in einer in stürmischem Tempo ge- pielten Urausführung das neue Werk des durch ein bereits 1Ö25 entstandenes Schauspiel(Eh

In Budapest hielt der Volksbunb der Deutschen,, die Organisatton der volksdeutschen Bewegung in Ungarn, seine Hauptversammlung ab, auf welches der Volksgruppenführer Dr.Basch über die fteigenbn Leistungen des Volksbundes berichtete. Der deutsch! Gesandte von Jagow war als Vertreter des Reichei erschienen, von ungarischer Seite u. a. der ungarisch! Landes-Jugendführer, mit dem ein Abkommen über ein kameradschaftliches Zusammenwirken getroffen werden konnte.

Der Präsident des Allindischen Kongresses fanbii an den Vizekönig von Indien eine Botschaft, in der er ihn auffordert, Gandhi sofort freizulassen. Wenr dies nicht geschehe, würden sich außerordentlich ernfit Ereignisse im Lande abspielen.

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