Ausgabe 
15.3.1943
 
Einzelbild herunterladen

bieten zusühren, wo

Oer Flaschenhals das Tonnageproblem

Von unserer Berliner Schriftleitung.

1 Wie unseren Feinden die Schiffsraumnot auf den Nägeln brennt? hat der ehemalige USA.-Präsident Herbert Hoover, Roosevelts Vorgänger im Amt, auf einer Sitzung des Senatsausscyusses klar zum Ausdruck gebracht, der sich eigentlich nur mit den Schwierigkeiten des Arbeitseinsatzes in den Ver­einigten Staaten beschäftigte. Das Tonnageproblem spielt aber auch in diesem Zusammenhang eine aus­schlaggebende Rolle, denn mit den Schiften gehen auch'Menschen unter, die, wie man im Lager unserer Feinde immer mehr betont, am aller­schwersten zu ersetzen sind. Hoover erklärte, daß die Vereinigten Staaten für absehbare Zeit mit einem Flaschenhals an ihrer militärischen Front rechnen müßten. Dieser Flaschenhals sei das Ton- nageproblem, der Mangel an Frachtern sowohl wie an Tankern. Offizielle Feststellungen ließen klar er­kennen, daß die Anti-Achsenmächte trotz fieberhaften Anstrengungen ihrer Werften im Jahre 1942 fei» n erlei Tonnagegewinn erzielten. Statt dessen habe aber die Verschiffung von etwa einer Million Mann mit ihrer Ausrüstung die noch übrig­gebliebene Tonnage aufs äußerste beansprucht, was sich' besonders in einer geradezu gefährlichen Ein­schränkung der Küstenschiffahrt und ihrer Oel- und Nahrungsmitteltransporte bemerkbar gemacht habe.

Im Zusammenhang mit Viesen unleugbaren Tat­sachen kritisierte Hoover das gesamte Rüstungs- und Produktionsprogramm der Vereinigten Staaten. Er wandte'sich gegen die Absicht der Militärbehörden, immer neue Millionen unter die Waffen zu rufen,

zum Beispiel der Landwirtschaft. _ . .

gaüzen Produktionsprogrammsauf der Basis der durch den Topnagemangel bedingten Beschränkun­gen^ sei dringend notwendig. Diese Revision würde

Körper und Geist zutückzuiühren. Es muß im Schlaf etwas erfolgen, was die Neuaufladung des Muskel- und Nervengewebes mit potentieller Energie er­möglicht. Wodurch aber die Umschaltung der Ent­ladung auf Ladung verursacht wird, das können wir noch nicht entscheiden. Jedenfalls ist dem Schlaf diese noch so geheimnisvolle Fähigkeit zu^uschrewen. Die" täglichen Erfahrungen jedes einzelnen Men­schen sagen uns, daß die Erholung und Erfrischung nach einem Schlafe wesentlich besser erfolgt als nach einem ebenso langen Ruhezustand ohne Schlaf. Und zwar wirkt der tiefe Schlaf sehr oiel nach­haltiger als ein oberflächlicher leichter Schlummer. Es scheint eben, daß eine-intensive Aufladung der Gehirnganglienzellen mit potentieller Energie die Bewußtlosgikeit tiefer sinken läßt, als ein leichter, nicht so erquickender Schlaf.

Die erholende Wirkung des Schlafes ist mit der Ladung eines Akkumulators zu vergleichen. Die nervösen und die neuromuskulären Leistungen wäh­rend der geistigen und körperlichen Arbeit des Tages können mit der Entladung eines elektrischen Kraft­speichers in Parallele gesetzt werden. Man muß darauf Hinweisen, daß durch den Schlaf nicht nur die körperliche, sondern auch die seelische Mü­digkeit überwunden wird. Den seelischen Vor­gängen entsprechen daran kann man nicht zwei­feln bioelektrische Prozesse im Nervensystem, und wenn dieses durch einen guten Schlaf wieder neu mit potentieller Energie aufgeladen ist, dann werden auch die seelischen Erregungen wieder leb­hafter sein. Daß freilich mit den zunehmenden Jah­ren die Lebensprozesse und damit auch die Auf­ladung des Nervensystems mit potentieller Energie weniger lebhaft werden, d. h. daß im Alter der Schlaf weniger tief und erquickend ist als in der Jugend, damit muh sich der alternde Mensch ebenso wie mit dem Nachlassen der Eßlust, der Geschlechts­lust und der Lebenslust abfinden.

Dankbar müssen mir geplagten und abgehetzten Menschen dem Schlaf dafür sein, daß er uns immer wieder neue Straft verschafft und frischen Mut gibt, die Arbeit am Morgen wieder froh aufzunehmen. Dankbar müssen mir dem Schlaf aber auch dafür

es sein Umherschwimmen eine Zeitlang auf einen dreieckigen Bezirks Entsprechend verhielt es sich nach einer Uebertragung vcm kleineren Quadrat in den Kreis oder von einem Dreieck in ein Quadrat: Tiere, die sich in dem kleineren Dreieck aufgehalten hatten, schwammen nach Ueberführung in das größere eine Zeitlang nur in einem Gebiet, das ungefähr der Größe des kleineren Dreiecks entsprach.

Durch diese Versuche wurde bewiesen, daß die Pantoffeltierchen nicht nur die Forin, sondern auch die Größe eines Raumes zu erfassen vermögen. Ebenso schwammen die Tiere, wenn sie aus einem der Dreiecke ober Quadrate in ein erheblich größeres Gefäß übertragen wurden, zunächst nicht in dem ganzen, ihnen dann zur Verfügung stehenden Raum umher, sondern sie hielten sich eine Zeitlang nur in einem Bezirk auf, der an Größe dem ersten "Meinen Dreieck ober Quadrat gleichkam. Dabei bildeten sie in beiden Gefäßen nicht etwa die Form genau nach, indem sie streng seinen Wänden entlanqschwammen, sondern sie hielten vielmehr nur allgemein dio Grenzen der Gefäßform inne. Noch höhere Leistun­gen als das Erlernen von Raumformen waren bei den Einzellern bisher nicht nachzuweisen, und sie sind auch wohl nicht zu erwarten.

^Verglich man das Lernvermögen der Einzeller mit dem der niederen Vielzeller, von denen man Strudelwürmer, Seesterne, Schlangensterne, See- igel und Asseln untersucht hat, so ergab sich allge­mein, daß die niederen Vielzeller grundsätzlich in derselben Weise lernen wie die Einzeller, nur voll­zieht sich der Lernvorgang bei ihnen rascher als bei den Einzellern, weil sie ein Nervensystem besitzen. Beanspruchte der Lernvorgang bei den Einzellern durchschnittlich zwei Stunden, so gelingt die Dressur der Vielzeller häufig in erheblich kürzerer Zeit, manchmal innerhalb weniger Minuten. Bei See» sternen zeigten die Versuche, daß die Erfahrungen, die das Tier mittels des einen Arms gesammelt hatte, auch für seine übrigen Arme, also für das Gesamttier galten; der Seestern bildet also nicht etwa eine lockere Vergesellschaftung von fünf Ar» men, sondern eine einheitlich gesteuerte Individua» lität "* Atz

Gute Nacht.

Bon der erholenden Kraft des Schlafes.

In derMünchener Medizinischen Wochenschrift" veröffentlicht der frühere Ordinarius für innere Me­dizin und Nervenheilkunde an der Universität Er­langen, Professor Dr. Ludwig Robert Müller, eine eingehende UntersuchungUeber die erholende Kraft des Schlafes", der wir folgende allgemein interessierende Gesichtspunkte entnehmen:

Die Tatsache, daß die Ermüdung durch den Schlaf überwunden wird und daß der Schlaf uns Er­frischung und Erholung verschafft, ist uns so ge­läufig, daß wir gar nicht darüber nachzudenken pflegen, auf welche Weise denn der Schlaf diese erquickende Wirkung erzielt. Die naheliegende An­nahme, es möchte der Verbrauch von Nahrungs- stoffen für die Ermüdung und ihr Wiederersatz während des Schlafes für die Erholung verantwort­lich zu machen sein, kann dadurch widerlegt werden, daß eine Ermüdung durch Nahrungsaufnahme nicht behoben wird. Im Gegenteil, nach der Mahlzeit stellt sich vielfach die Müdigkeit erst recht ein. Nach einer Anstrengung kann man so müde sein, daß man zum Essen zu müde ist und die Mahlzeit ver­schläft. Ohne Nahrungsaufnahme wird man nach dem Schlaf wieder frisch und leistungsfähig.

Man muh zwischen Ermüdung und Er­schöpfung unterscheiden. Haben wir eine über­mäßige, ungewohnt große körperliche Leistung, viel­leicht einen anstrengenden Gepäckmarsch hinter uns, und haben wir vielleicht vorher ungenügend gefrüh­stückt, so können wir infolge des Verbrauches der zur Verfügung stehenden Kraftstoffe ausgepumpt und erschöpft fein. Durch die Verabreichung von Schokolade ober süßen Himbeerwassers, also durch die Gabe von rasch resorbierbaren Kohlehydraten, wird die Erschöpfung meist rasch behoben sein. An­ders bei der Ermüdung, gegen diese gibt es nur ein Heilmittel, den Schlaf. Die erholende Kraft des Schlafes ist aber sicherlich nicht nur auf die durch die Schlafbewußtlosigkeit bedingte Ruhigstellung von

telbaren oder sensationellen Ergebnisse zu erwarten. Um dem Außenminister aber wenigstens etwas Freundliches zu sagen, bezeichnet Reuter Edens Besuch in Washington als das diplomatische Gegen­stück zur Casablanca-Konferenz. Es sei anzunehmen, daß diese Besprechungen vor allem m i l i t a r r s ch e Fragen zum Thema haben werden.

Genau das Gegenteil hiervon behauptetExchange Telegraph". Auch er nennt die Besprechungen Edens eine Fortsetzung und Ergänzung der Casablanca- Konferenz, meint aber, dort seien vorwiegend mili- tärische Angelegenheiten besprochen worden, wäh­rend Eden jetzt die politische Seite der Be­ziehungen Englands zu seinen Bundesgenossen be­handeln dürfte. Im übrigen versuchen sowohl Reu­ter als auchExchange Telegraph" der Oeffent- lichkeit klarzumachen, daß Eben eigentlich schon längst an der Reihe war, endlich wieder einmal eine Reise zu machen, da er im Kriege überhaupt no<f> nicht in den Vereinigten Staaten war» während Churchill Roosevelt schon zweimal in den USA. besucht, einmal in den Küstengewässern Amerikas und zuletzt in Casablanca getroffen habe. Das soll anscheinend den Eindruck erwecken, als ob es sich bei der Reise Edens nur um eine kleine Luftver- änberuna handele, die niemand dem britischen Außenminister verübeln dürfe. Dieser Versuch, Edens plötzliche Fahrt nach Washington in einem möglichst harmlosen Licht erscheinen zu lassen, wird aber lächerlich durch den Hinweis, daß er nach Be­sprechungen mit Roosevelt, Hüll und anderen, vor allem auch, wie immer wieder betont wird, mit Stalins Botschafter in Washington, Litwinow, eine ausgedehnte Rundreise durch die Ver­einigten Staaten unternehmen wird. Die amtlichen Stellen in Washington haben bisher noch nichts zu Edens Reise gesagt. Vielleicht ist ihnen die An­gelegenheit zu unbedeutend. Sie werden damit durchaus nicht so unrecht haben, was die zu er­wartenden praktischen Ergebnisse der Besprechungen betrifft. Als Symptom ist die Reise immerhin be­merkenswert.

an. Deutsche Jäger schossen sechs feindliche Flug­zeuge, darunter zwei viermotorige Bomber, ab.

Britische Flugzeuge führten in der vergangenen Nacht einen Angriff auf westdeutsches Gebiet, vor allem gegen die Städte Essen, Bottrop und Duisburg. Die Bevölkerung hatte Verluste. Ls entstanden besonders in Wohnvierteln erhebliche Schaden. Nachtjäger und Flakartillerie schossen nach bisherigen Meldungen 2 2 Bomber ab. Acht wei­tere Flugzeuge verloren die Briten am gestrigen Tage über den besetzten Westgebieten und an der Kanalküste.

Die deutsche Luftwaffe griff am Tage einen Hafenplah an der englischen S ü d k ü st e an und führte in der letzten Nacht mit einem Ver­band schwerer Kampfflugzeuge einen erneuten star­ken Angriff gegen das Hafen- und Industriegebiet von N e w L a st l e. Lin eignes Flugzeug ging ver­loren.

Vor der holländischen Küste bestanden Vor- postenboote eine Reihe erfolgreicher Nachtge- fechle gegen britische Torpedo- und Artillerieschnell, boote. Sie versenkten drei Schnellboote, schossen zwei in Brand und beschädigten ein weite­res schwer. Im Kanal wehrte eine andere Vorposten- flotülle einen Angriff von zwölf feindlichen Schnell­booten ab, von denen zwei versenkt und zwei in Brand geschossen wurden. Lin eigenes Fahrzeug ist gesunken. Von beiden Seiten des Kanals griffen Fernkampfbatterien in das Gefecht ein.

Gin satanisches Geschäft."

K Die Hintergründe

des anglo-amerikanischen Luftterrors.

S o f i a, 14. März. (DNB.) Das Regierungsblatt Dnes' weist darauf hin, daß die gesamte englische imperialistische Politik auf das Prinzip des Busineß aufgebaut sei.Geschäft ist alles.' Das sei der Charakterzug der Engländer und der Yankees. Hinter allem ständen bei ihnen niemals ideelle Gründe, sondern lediglich Geschäftsinteressen. Das Geschäft erfülle die Seele des angelsächsischen Men­schen und stille seine Gier nach Gewinn.Heute verfolgen wir ebenfalls die Entwicklung eines großen Geschäfts, das einen satanischen Umfang hat", fährt das Blatt fortDie Yankees haben sich vorgenommen, die europäische Industrie z u v e r n i ch t e n und Europa nach dem Sieg ihren Trusts zu unterwerfen. Um dieses Ziel zu erreichen, bedienen sie sich der Hilfe der Engländer, die be­reits gezeigt haben, daß sie nicht zu Europa halten. Für die Yankees spielen Kulturdenkmäler keine Rolle, denn wenn der Kölner Dom zerstört würde, werden sie versichern, eine Kopie in Neuyork auf­zubauen. Wenn aber die Münchner Pinakothek in die Luft gesprengt wird, so tut das nach amerika­nischer Auffassung auch nichts, denn der modernen Maler gibt es ja genug! Das Wichtigste für sie ist, daß Europa vernichtet wird und die Ueber- bleibsel zu einem Kunden der englisch-amerika­nischen Industrie gemacht werden. Nach Jahren wird der Historiker sich schämen, diefe Ereignisse schildern zu müssen. Die Wünsche der Aktionäre in Washington und London werden aber nicht in Er­füllung gehen, denn der Endsieg wird denen gehören, die die menschliche Zivilisation geschaffen und auf- gebaut haben und die es verstehen werden, sie zu beschützen."

Oie britische Luftwaffe um nur 1V Prozent vermehrt.

Stockholm, 14. März. (Europapreß.) Die Ver­mehrung der englischen Luftstreitkräfte im ver­gangenen Jahr hat nicht den* Erwartungen entsprochen, heißt es in einem vost dem englischen Luftfahrtministerium herausgegebenen Bericht über die Operationen des Jahres 1942. Man habe damit gerechnet, daß Me englischen Luftstreitkräfte sich min­destens um 100 Prozent erhöhen würden. Diese Hoffnungen hätten sich auf die Lieferungen aus den Bereinigten Staaten gegründet, seien aber nicht in Erfüllung gegangen. Die nach England ge­sandten nordamerikanischen Bombenflugzeuge hätten zum Schutz Englands an das englische Küsten - kommando abgegeben werden müssen, nord ame­rikanische leichte und mittelschwere Bombenflugzeuge hätten entweder nach dem Osten oder nach der Sowjetunion weitergeleitet werden müssen, und die bereits in England stationierten USA.-Flieger- dwisionen seien an die Nordafrikafront entsandt worden. Unter diesen Umständen habe sich

Das gelehrige Pantoffeltierchen.

Während man bei den vielzelligen niederen Tier- formen bis herab zu den Würmern schon länger eine gewisse Lernfähigkeit festgestellt hatte, hat man bisher bei den einzelligen Tieren, bei denen alle Lebensleistungen durch eine einzige Zelle vollbracht werden, keine genauen Untersuchungen gemacht. Erst in den letzten Jahren hat Professor Dr. Friedrich Alverdes an der Universität Marburg mit seinen Mitarbeitern Bramstedt und S o e ft Versuche mit Einzellern begonnen und gezeigt, daß auch diese über ein Lernvermögen verfügen. Er berichtet über seine Untersuchungen in denForschungen und Fort- schritten".

Die niederste Form des Lernens ist die Assozia­tion, bei der das Individuum zwei Reize mitein­ander verknüpft, die mehrmals gleichzeitig oder fast gleichzeitig auftreten. Bei den einzelligen Wimper- tierchen, Vie eine Körperlänge von unter 1 mm haben, gelangen bisher 15 ^verschiedene Formen solcher Assoziationsversuche. Als Beispiel seien die Versuche an Pantoffeltierchen angeführt, bei denen es sich erwies, daß diese Tiere fähig sind, sowohl die Form wie auch die Größe bestimmter Räume zu erlernen, was schon eine höhere Leistung als eine einfache Assoziation darstellt. Zur Verfügung standen dabei fünf Glasgefäße, ein kreisförmiges von 1 cm Durchmesser, zwei gleichseitige Dreiecke von 8 und 18 mm Kantenlänge und zwei Quadrate von 8 und 10 mm Kantenlänge. Ließ man nun eins dieser Pantoffeltierchen, die häufig in fauligem Wasser zu finden sind und schon einen verwickelte- ren Bau mit organähnlichen Bildungen haben, im kleineren Dreieck schwimmen und Übertrag es nach etwa -wei Stunden in den Kreis, Jo beschränkte

as will Eden in Washington?

Von unserer Berliner Schriftleitung.

nährung "von den starken Belastungen befreien, die thr sonst unter Umständen das Rückgrat brechen und zu innerer Zersetzung führen wurden.

Mit dieser Erkenntnis steht Hoover durchaus nicht allein. Sie ist ein neuer Beweis dafür, daß auch in den Vereinigten Staaten die Bäume nicht in den Himmel wachsen, ganz abgesehen davon, daß sie den Leistungen der deutschen U-Boot-Besatzungen bas dankbar beste Zeugnis ausstellt.

Wirrwarr in der

USA- Kriegsproduktionsbehörde.

Buenos Aires, 14.März. (Europapreß.) Die Hintergründe des wachsenden Zwistes innerhalb der USA.-Kriegsproduktionsbehörde beleuchtet die Zeit­schriftTime". Die Heeres- und Flottenmunitions­behörde habe Friedrich E b e r st a d t vor wenigen Monaten an die Kriegsproduktionsbehörde abge­geben. Dieser habe einen Plan ausgearbeitet, wie man knappe Rohstoffe den hierfür am geeignetsten erscheinenden Fabriken zukommen lassen könne. Charles Wilson, der andere Vizedirektor der Kriegs- prodpktionsbehörde, befürchte aber die Ueberhand- nahme der Militärs und habe beschlossen, Eberstadt mit Hilfe von Donald Nelson auszubooten. Mili­tärkreise forderten nun immer lauter den Rücktritt Nelsons und seins Ersetzung durch Bernard Ba­ruch, der ein Freund des hinausgeworfenen Eber­stadt sei.New York Herold Tribüne" schreibt an­gesichts dieses Durcheinanders, weitere Zusammen­stöße seien unvermeidlich, solange nicht die.Quelle des Uebels, nämlich Donald Nelson persönlich, die Treppe hinuntergestiegen sei. 1

John Pierpont Morgan gestorben.

Lissabon, 13. März. (Eurovapreß.) Der nord- amerikanische Bankier John Pierpont Morgan starb im Alter von 76 Jahren- in seinem Heim in Bocagrande (Florida). Er war der Sohn seines gleichnamigen Vaters, der die Bankfirma John Pierpont Morgan & Co. gründete und mit ihrer Hilfe den StahltrustUnited-States Steel Corpora­tion und den SchiffahrtstrustInternational Mer- cantil Marine Company ins Leben rief und be­herrschte. Pierpont jun. brachte seit 1914 die Kriegsanleihen der Entente-Mächte in

die Zahl der England zur Verfügung stehenden i, - ___________ ...

Bombenflugzeuge im vergangenen Jahr um nur die Vereinigten Staaten auf den Gebieten der Fi- 10 Prozent erhöht. 1 nanz, des Bergbaus, der Landwirtschaft und der Er-

sein, daß er uns in der Nacht die Sorge und den Jammer des Tages für einige Stunden vergessen läßt. Auch dadurch trägt er zur Erholung bei. So ist es verständlich, daß wir den Menschen, die wir lieb­haben, und denen wir Gutes zukommen lassen möchten, abends wünschen:Gute Nacht" und Schlaf gut".

und erklärte es für unsinnig, mehr Leute einzu­ziehen, als man an die Front verschiffen könne. Auch in der Herstellung von Munition müsse man von vornherein auf den Flaschenhals in der Schiffahrt Rücksicht nehmen. Im Augenblick produ­ziere man aufs Geratewohl, ohne daran zu denken, wieviel überhaupt verschifft werden könne. Man solle daher die Produktion, die überflüssig sei, herabsetzen uno die dadurch frei werdenden Arbeitskräfte Ge- sie dringend gebraucht werden, ndwirtschaft. Eine Revision des

den USA. unter und betrieb mit Erfolg den E i iv> tritt der Vereinigten Staaten in den Weltkrieg, als er fürchten muhte, daß die euro* päischen Westmächte im Kampf gegen Deutschland unterliegen würden. Nach dem ersten Weltkrieg hat sich das Bankhaus Morgan an der wirtschaftlichen und finanziellen Ausbeutung des zusammengebroche­nen Reiches führend beteiligt und ist später wieder entschieden für die Kriegspolitik Roosevelts einge­treten.

Oie Bremse der Ll-Booie.

Stockholm, 14. März. (DNB.)ßife" schreibt, die von den Deutschen auf dem Atlantik eingesetzten U-Boote müßten als Super-U--Boote bezeich­net werden. Die Technik habe einen derartigen Fort­schritt gemacht, daß ein Teil der Ausrüstung der Achsengegner praktisch unmodern geworden sei. Die Super-U-Boote seien größer und schneller als ge­wöhnliche U-Boote und könnten schnell auf große Tiefe gehen. Es sei daher außerordentlich schwer, sie mit Wasserbomben zu vernichten.Life" verlangt mehr Geleitschiffe. Die Verluste der Geleit­züge seien gleichsam eine riesenhafte Brems­vorrichtung an allen Offensivplänen Englands und der USA. gegen Europa. Der U-Boot-Krieg sei besonders vorteilhaft für Hitler. Mit dieser Waffe könne er seinen Feinden genügend Schäden zufügen, um dadurch eine Erweiterung ihrer Angriffe zu ver­hindern.

Oie britischen Korvetten verfehlte Lt-Bootjäger.

Rom, 15.März. (Europapreß.) Der Bau der für den Geleitschutz bestimmten Korvetten hat sich als ein Fehlschlag in den britischen Anstrengun­gen zur Bekämpfung der U-Boote erwiesen, stellt Voce d'Jtalia" fest. Die von den Briten konstruier­ten Korvetten liefen zwar schneller als die Frach­ter, die sie zu bewachen haben, bei schwerem See­gang müßten sie jedoch infolge ihrer leichten Bau­art auf kleine Fahrt gehen, so daß der Geleitzug seinen Weg ohne die Korvetten fortsetzen müsse, während die U-Boote fast ohne Geschwindigkeitsver­lust weiter operieren könnten. Die neuen U-Boot- Typen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 20 Knoten hätten die Korvetten noch mehr in Nachteil versetzt. Mit ihren 18 Knoten Geschwindigkeit fönn» ten sie die U-Boote nicht mehr jagen. Wenn die Engländer eine vollwertige Waffe besitzen wollten, müßten sie nunmehr Schiffe mit mindestens 25 Kno­ten Geschwindigkeit bauen, die jedoch wenigstens 2000 Tonnen groß sein müßten. Diese Schiffe aber könne man nicht mehr im Serienbau Erstellen. Churchill habe deshalb bereits angekünd'igt, daß der Bau neuer Abweyrmittel gegen die U-Boote nur noch auf Kosten des Frachtschiffbaues gehen könne,

Bolschewisten-Pfychofe in England.

Stockholm, 14. März. (Europapreß.) Ueber die in England herrschende Bolschewisten-Psychose berichtet ein aus der englischen Hauvtstadt zurück- gekehrter Korresoondent von ^Social-Dernokraten", hie englische Oeffentlichkeit betrachte heute die So­wjetunion mit äußerst romantischen und man könne wohl sagen völlig wirklichkeits­fremden Augen. In allen Londoner Lichtspiel­theatern liefen sowjetische Filme. Wenn ein­mal in den Wochenschauen in irgendeinem Zusam­menhang das Bild Stalins auftauche, so rase dasselbe Publikum, das vor wenigen Jahren Stalin noch ausgepfiffen habe, vor Begeisterung. In den Buchläden gebe es schon längst keine Bücher über die Sowjetunion mehr, weil alles seit Monaten ver­griffen sei. Man sammle heute in England nicht nur für das sowjetische Rote Kreuz, sondern sogar für an der Ostfront verletzte russische Pferde, deren Leiden mit überschwenglichen Worten geschildert würden. So wurde ein ganzes Volk hysterisch.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer hat dem slowakischen Staatspräsis benten Dr. Tiso das goldene Großkreuz des Deut­schen Adlerordens verliehen.

*

Anläßlich einer längeren Dienstreise stattete der Reichsleiter für Jugenderziehung und Reichsstatt­halter in Wien, Baldur von Schi r a ch, der Er­satz-Brigade der DivisionGroß-Deutschland" in Koitbus einen zweitägigen Besuch ab. Als ehemali­ger Angehöriger der Truppe, in deren Reihen er den Osfiziersrang erworben und am Westfeldzug teilgenommen hatte, verbrachte er im Kreise seiner früheren Kameraden und Vorgesetzten einige Stun« den und gab dem Offizierkorps aus den Erfahrun-

Englands Außenminister ist über Nacht in Wa­shington auf getaucht. Reuter beeilt sich zu versichern, daß er sich auf Einladung der USA. dort­hin begeben habe. Das heißt, die Verantwortung für den Mißerfolg der Besprechungen, die Eden in Washington führen soll, versucht England von vorn­herein den USA.-Machthabern zuzuschieben. Daß Roosevelt sich den britischen Außenminister hat kom­men lassen, entspricht durchaus den tatsächlichen Be­ziehungen, wie sie sich zwischen England und den Vereinigten Staaten in diesem Kriege entwickelt haben.

Bei dem Versuch, der englischen Oeffentlichkeit klarzumachen, was Eden in Washington eigentlich soll, verstricken die britischen Agitationszentralen sich in Widerspräche. So erklärt der amtliche britische Pressedienst, die Notwendigkeit, die Ansichten Eng­lands und der USA. auszutauschen, sei um so dring-- kicher geworden, als die Anti-Achsenmächte von der Defensive zur Offensive übergegangen seien.Daher ließ seit einiger Zeit die Lage einen derartigen Be­such als wünschenswert erscheinen." Im übrigen fei, so beeilt man sich in London mit einer tiefen Ver­beugung vor Moskau zu versichern, Stalin im vor­aus über den Besuch Edens in Washington unter­richtet worden. Mit anderen Worten: England wagt außenpolitisch keinen Schritt mehr zu unternehmen, ohne Stalin vorher davon in Kenntnis zu setzen. Eden werde, so versicherte der brittsche Pressedienst weiter, bald die Gelegenheit benutzen, den Sowjet­botschafter Litwinow aufzUsuchen. Die Besprechun­gen würden ein großes Feld umfassen, auch das Problem des Wiederaufbaus nach dem Kriege. Edens Besuch werde einige Wochen dauern. Man nehme an, daß er auch in Kanada vorsprechen werde.

Anderer Auffassung ist Reuters diplomatischer Berichterstatter. Er behauptet, für die Besprechungen in Washington sei gar kein formelles Programm aufgestellt worden,weil es zwischen England und den USA. keine politischen Probleme großen Aus­maßes" gebe. Aus dem gleichen Grunde so baut Reuter heute schon vor seien auch keine unmit-