9,06 ®k6ett- LvMutz - eine Lebensfrage des deutschen Volkes
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Der Sauleiter auf einem Amtsträger-Appell des Reichslustschuhbundes.
braucht dringend den Fernsprecher nach Luftangriffen. Darum führe Du dann keine Privatgespräche!
Zm Wald wird Fahrlässigkeit zum Verbreche«.
LPD. Würdest du mit dem, was dir teuer ist, fahrlässig umgehen und es der Vernichtung aussetzen? sicher würdest du das nicht tun, denn du hast vielleicht ein Leben lang gearbeitet, gespart, gedarbt und gesorgt, um es dir mühselig zu schaffen und aufzubauen. Daran denke, wenn du in den Wald gehst! Auch der Wald ist das Ergebnis jahr- zehnte-oder jahrhundertelanger Aufbauarbeit. Er liefert uns nicht nur den wichtigen Rohstoff Holz, dessen wir jetzt im Kriege dringend bedürfen, sondern er ermöglicht erst die Kultivierung unseres Ackerbodens, er prägt das Gesicht unserer deutschen Heimat, wie wir sie kieben und mit allen Kräften verteidigen, und er ist auch die unentbehrliche Lunge der deutschen Menschen, dient ihrer Gesunderhaltung und Erholung. Also, beschütze auch du den deutschen Wald vor Feuersgefahr. Hindere andere Menschen, leichtfertig im Walde zu fein. Im Wald wird Fahrlässigkeit zum Verbrechen!
Sparkassenbücher gehören ins Lustfchuhraumgepäck.
Bel Zerstörung von Geschäftsgebäuden der Banken und Sparkassen durch Luftangriffe besteht die Gefahr der Vernichtung von Unterlagen, aus denen sich die Höhe der Guthaben, die Anzahl und Art der hinterlegten Wertpapiere usw. ergibt. Zum Nachweis der vor der Zerstörung vorhandenes Werte und Kontostände sowie zur Wiederherstel« lung des laufenden Geschäftsverkehrs können dann nur noch die in den Händen der Kunden befindlichen Unterlagen dienen. Die „Sirene", das Organ des Reichsluftschutzbundes, weist auf die Notwendigkeit hin, daß diese Unterlagen besonders sorgfältig aufbewahrt werden und die wichtigsten, z. B. Sparkassenbücher, Konto- und Depotauszüge bei Fliegeralarm in die Lustschutzräume mitgenommen werden.
Verdunkelungszeii:
14. Mai von 22.08 bis 4.58 Uhr. ♦
** Gießener Vortragsrino. Die im Gie- 6 en er Vortragsring zusammen ges chlo ss en en Kulturverbände (NSG. „Kraft durch Freude", Volksbildungsstätte Gießen, Goethe-Bund und Kultmelle Bereinigung) veranstalten am kommenden Montag
NSG. Der Reichsluftschutzbund, Gruppe Hessen- Rheinland-Süd, veranstaltete am Mittwoch im "vaalbau zu Frankfurt a. M. einen Amtsträger- Appell, der durch eine bedeutungsvolle Rede des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger einen besonders eindrucksvollen Verlauf nahm.
Zu Beginn des Appells gab der Gruppenführer des Reichslustschutzbundes, Gruppe Hessen-Rhein- land-Süd, Generalleutnant z. V. Müller-Michels, einen Rückblick auf die in den letzten zehn Jahren geleistete Arbeit des Bundes und wies auf die besonderen Aufgaben hin, die Reichsmarschall Hermann Göring gestellt habe. Mit den Worten „Luftschutz ist eine Lebensfrage des deutschen Volkes geworden" habe der Reichsmarschall vor zehn Jahren den Reichsluftschutzbund ins Leben gerufen. Diese Worte haben jetzt in der Zeit der Flieger, abwehr ihre volle Bedeutung gewonnen und seien Gemeingut des ganzen deutschen Volkes geworden. Die Arbeit des Reichsluftschutzbundes habe durch den Führer volle Anerkennung gefunden. Seine hohe Aufgabe sehe der Bund, neben der fachlichen Ausbildung jedes deutschen Volksgenossen, in der Aufrechterhaltung des Abwehrwillens des gesamten Volkes. Anschließend ergriff
der Gauleiter
das Wort zu einer von den Amtsträgern mit Spannung aufgenommenen Rede. Er ging zuerst auf die Schwierigkeiten ein, die der Reichsluft- schutzbund zu Beginn seiner Arbeit zu überwinden hatte. Bald sei jedoch eine Wandlung eingetreten, und heute finde man überall verständnisvolllle Mitarbeit. Der Gauleiter betrachtete es als eine angenehme Pflicht, dem Reichsluftschutzbund herzlichen Dank für feine vorbildliche Aufklärungsarbeit aus-
Kunst und Wissenschaft.
GoelheMedaille für Professor Dr. Spiethoff. hat dem ordentlichen Professor em.
i e t h 07 7 in Badenweiler aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres in Würdi- wirtschaftswissen- nh?ktstche Forschung die Goethe-Medaille ür Kunst und Wl/fsenschaft verliehen.
Albinmüller-Gedächlnisschau in Darmstadt.
3n der Städtischen Kunstsammlung zu Darmstadt wird eine @e&a$tnis|d)au für den vor zwei Iahen verstorbenen Architekten Professor A l b i n m filier eröffnet. Er war eines der hervorragendsten Mit- alied^ der Darmstädter Künstlerkolonie, das sich besonders aus dem Gebiete eines neuzeitlichen §E»hmm«sboues, der Innenarchitektur und des Kunsthandwerks verdient gemacht hat.
Ausstellung „Offenbacher kullurfchaffen".
Im Auftrage des Städtischen Kulturamtes Offen- bach wurde eine Ausstellung des Offenbacher Kunst, schaffens zulammengestellt. Die Schau enthält nicht nur Gemälde Offenbacher Maler, sondern umfaßt auch Erzeugnisse des Offenbacher Kunsthandwerks, der Lederwarenindustrie und der Meisterschule. Die Ausstellung, die nur auswärts gezeigt werden soll, kommt nach Hanau, Aschaffenburg und Darrnstcckti
hochschulnachrichten.
Dem vo. Professor Dr. Felix Burkhardt ist ffnter Ernennung zum 0. Professor an der Universität Leipzig der Lehrstuhl für Statistik übertragen worden. Professor Burkhardt ist 1888 in Herwigs- öorr bei Löbau geboren. Er habilitierte sich 1923 an der T. H. Dresden, wurde 1930 in Leipzig zum
Professor und 1938 zum b.ao. Professor ernannt. Bon seinen Werken nennen wir: „Die Entwicklung des Wendentums im Spiegel der Statistik" und ,Die Prüfungen für das Lehramt an höheren Schulen un Deutschen Reich seit 1901." — Dem Dozenten Dr.-Jng. habil. Ernst Eckert an der T.H. Braunschweig ist unter Ernennung zum 0. Professor an der deutschen T. H. Prag der Lehrstuhl für Wärmetechnik und Kältetechnik sowie Dampfkesselbau und Feuerung übertragen worden. Professor Eckert wurde 1904 in Prag geboren, studierte in seiner Vaterstadt und promovierte dort 1931. 1938 habili- tierte er sich in Danzig. 1942 erhielt er einen Lehr- auftrag für Wärmetechnik und Wärmemechanik an der T. H. Braunschweig. — Dr. phil. habil. Sylvia Klimpfinger ist unter Zuweisung an die philosophische Fakultät der Universität Wien zur Dozentin für das Fach Psychologie ernannt worden. — Dr. phil. habil. Bernhard Eistert in Ludwigs- hafen ist unter Zuweisung an die Fakultät für Naturwissenschaften und Ergänzungsfächer der T. H. Darmstadt zum Dozenten für das Fach organische Chemie ernannt worden. — Der Dozent für Dermatologie an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf, Dr. med. habil. Albin Proppe, ist zum außerplanmäßigen Professor ernannt worden. Professor Proppe wurde 1907 in Trier geboren und habilitierte sich 1937 in Düsseldorf. — Der Dozent für Röntgenphysiologie an der Universität München, Dr. med. habil. Georg August Weltz, ist zum außerplanmäßigen Professor ernannt worden. 1889 in Ludwigshafen geboren, habilitierte er sich 1936 in München, wo er 1937 zum Dozenten ernannt wurde. — Der planmäßige a. 0. Professor für Geologie an der Universität Graz Dr. Robert Schw i n° n e r vollendet in diesen Tagen fein 65. Lebensjahr. 1878 in Ottenschlag (Niederdonau) geboren, studierte er in Wien, Jena, München und Zürich und pro» monierte 1911 in Zürich. 1917 habilitierte er sich in Graz, 1919 wurde er Assistent am Geologischen Institut in Graz und erhielt dort 1921 einen Lehrauftrag für physikalische Geologie. 1923 wurde er a. 0. Professor, 1928 planmäßiger a. 0. Professor. Sein Hauptarbeitsgebiet ist die physikalische Geologie und Tektonik, besonders in den Ost- und Südalpen.
spenden die Rhabarberpflanzen lange Wochen hindurch ihre saftigen roten ober grünen ötengel und damit ein köstlich erfrischendes Kompott- grun in die Küche. Achten muß man beim Ernten nur darauf, daß von jeder Pflanze auf einmal nicht mehr als drei bis vier Stengel gebrochen werden. <tuch sollen den Pflanzen bis zum Juli, also bis Zum Ende der Rhabarberzeit, einige Blätter er» halten bleiben, damit sie nicht zu viel an Kraft einbußen und im nächsten Jahre wieder gute Ernte liefern. Der Blütenbildung, durch die der Pflanze wichtige Nährstoffe entzogen werden, beugt man dadurch vor, daß man alle Blüten stiele rechtzeitig ausbricht. Nun ist es aber nicht jedem beschieden, ihm das, was er an Rhabarber braucht, im (9 arten zu wächst. Einen Verzicht auf den ebenso gesunden wie schmackhaften Ersatz für das einstweilen noch fehlende Frischobst bedeutet das jedoch noch lange nicht, denn für diesen Fall steht gute Handelsware bereit.
ter Rhabarber Magen und Darm verdau- ungsfordemd beeinflußt und zugleich auf die Tätigkeit der Niere günstig einwirkt, hat die Wissenschaft- Iiche Untersuchung längst erwiesen. Diese guten Eigenschaften gelten jedoch nur für die Stengel und nicht auch für die Blätter, von deren Verwendung sowohl cds Salat wie auch als Gemüse A?" unbedingt absehen sollte, weil ihr Gehalt an Kleesäure nachteilig auf den Körper wirkt. Allerdings findet sich die gleiche Säure auch in den Stengeln, aber in so geringen Mengen, daß sie als unbekömmlich nicht in Bettacht kommen können. Ihr ungemein erfrischender Geschmack rührt von der in iu)nen enthaltenen Apfelsäure her, auf der denn auch zum großen Teil ihre gesunde Wirkung auf den Körper beruht sowie ihre gute Haltbarkeit beim Einkochen.
Wenn ein Rhabarbergericht schmecken sott, muß es süß sein, ist es aber süß, dann schluckt es Zucker, und nicht zu knapp. Zu diesem Zuckerschlucken braucht es nicht zu kommen, da man den Rhabarber ebensogut mit Süßstoff süßen kann. Nur darf der Süßstoff nicht mitgekocht, sondern dem Kompott erst wenn es ganz 'fertig gekocht ist, beigemischt werden. Und dann gehört dazu auch, daß man es sorgsam ab schmeckt, denn zu süß munbet es ebensowenig wie zu sauen M.A.v.L.
Ritterkreuzträger sprechen.
Am morgigen Samstag, 15. Mai, spricht Haupt- mann P fitz er in Melbach, Saal Blum, um 20.30 Uhr, Leutnant Albrecht in Pohil-Göns, Saal Knorz, um 21 Uhr, zur Bevölkerung.
Angemessene Freizeit em Muttertag.
nffche Flieger und amerikanische 6eeftreitfräfte stoßen im Raum von Guadalcanar aufeinander. Es entwickelt sich ein aufregendes Gefecht, in dem eine Staffel japanischer Torpedoflugzeuge den feindlichen Flugzeugträger angreift. Nach dem Kampf unternehmen amerikanische Zerstörer einen letzten Rettungsversuch, die brennende Dornet" abzuschleppen. Deren Maschinenanlagen sind zerstört; die Pumpen versagen Das Löschwasser muß in Eimern hochgezogen werden. Aber alle Mühen sind vergeblich — das 20 000 Tonnen große Schiff sinkt ins Meer.
Es folgt ein Bildbericht von der Beisetzung des Stabschefs der SA., Viktor Lutze. In der Reichskanzlei nimmt der Führer Abschied von seinem treuen Kampfgefährten. Die Wochenschau läßt uns die Trauerfeier, bei der Reichsminister Dr. Goebbels die Gedenkrede hielt, und oie Ueberfühnmg des Sarges in die Heimat des Verstorbenen in vielen Einzelheiteil miterleben.
zusprechen. Die Utopie, daß mit Verträgen eint Schutzwall gegen Luftangriffe aufgerichtet werden könne, ist geschwunden. Die unmenschlichen Methoden, angewandt von Gangstern, die einen fairen und aufrechten Kampf nicht kennen, haben uns dis wahren Absichten dieser organisierten Mordbanden nur zu deutlich enthüllt. Sie haben sich die restlose Vernichtung des deutschen V 0 l - k e s zum Ziele gesetzt. Es ist unsere Pflicht, zu erkennen, daß hinter diesen Machenschaften die Fratze des Juden steht, des gleichen Juden, der feit Jahrtausenden nichts anderes kennt als die Peinigung der Völker. Die teuflischen Methoden der feindlichen Flieger, die sich gegen wehrlose Schulkinder und Zivilisten richten, können nur jüdischen Gehirnen entsprungen sein. Diesen Machenschaften stehe jedoch der unerschütterliche Abweh rwille des deutschen Volkes gegenüber. Die Amtsttäger des Reichsluftschutzbundes haben daher die Bevölkerung aufzuklären, damit sie sich der Schwere des Kampfes jederzeit bewußt ist. Was der einzelne jetzt versäumt, versäumt er für den Gatten, für den Bruder, die draußen an der Front einen unerhört harten Kampf führen. Dessen soll sich jeder Volksgenosse bewußkAsein. Eine Volksgemeinschaft steht, in die fremder Geist nicht mehr einbringen kann. Sie bildet mit unserer tapferen Wehrmacht eine Kampfkraft, die keine Macht der Welt erschüttern kann. So können wir dem Endkampf ruhig entgegensehe*. Ein Volk, stark geworben in hartem Kampfe um Sein oder Nichtsein, ist auch in der Lage, nach dem Siege einen dauerhaften Frieden zu gestatten. Somit wird das deut- 'che Volk unter Führung Adolf Hitlers Vorbild für alle Völker fein.
Anschließend verfolgen wir den Bau der neuen Krieg slokomotive; sie wurde im Auftrage tes Führers durch den Reichsminister für Bewaffnung und Munition, Albert Speer, entwickelt. Die Wochenschau bringt Bilder von der Fertigung dieser schweren Maschine, die sich im Einsatz selbst bei schwerem Frost glänzend bewährt hat.
Von der O st f r 0 n t kamen Aufnahmen von Nachschubkolonnen, die sich durch die Sumpfgebiete des nördlichen Abschnittes mühsam ihren Weg zu den vordersten Linien bahnem Der unerschöpfliche Erfin-- bungsgeift unserer Soldaten meistert alle Schwierigkeiten des Geländes. In Schlamm und Morast müssen Menschen und Tiere das Aeußerste an Willenskraft hergeben. Aber auch der Humor fommt bei unseren Landsern zu seinem Recht. Unmittelbar hinter der Hauptkampflinie veranstalten sie ein Wagenrennen mit Panjepserden zum Besten des Roten Kreuzes. Nach heißer Jagd geht der Favortt „Dörrgemüfe" zur Freude ferner Wetter In großem Stil durchs Ziel.
Bilder vom südlich en Frontabschnitt zeigen den Reichsführer jf Himmler bei einem Besuch seiner Männer, die sich in der Schlacht um Charkow hervorragend geschlagen haben. Aus den ständig verstärkten Stellungen gehen Stoßtrupps zu gewaltsamer Erkundung vor. Das Feuer schwerer Pak deckt ihren Einbruch in die feindlichen Ssinien, aus denen sie Gefangene zurückbringen.
Abgeschlossen werden die Bildberichte der Wochen- Sau durch Aufnahmen vorn Einsatz unserer ^vtuka. Von einem Feldflugplatz bei Noworossijsk starten starke Geschwader zum Angriff auf Pcmzerbereitstellungen der Sowjets. Ihr vernichtender Bombenhagel bringt unserer Infanterie Entlastung, die in schwerem Abwehrkampf die Stellungen am Kuban-Brückenkopf hält.
D. K. D.
den Genfer Operetten, an der »
möble an den Naphtakonaressen und
fritiC sind, so ist das nur Ausdruck einer Taktik bie mir gemäß den Anweisungen des Dolitbü^' Äew'LbQ3U unserem
Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz, Gauleiter Sauckel, hat folgenden Runderlaß an die Reichstreuhän'der der Arbeit gerichtet: Auch in diesem Jahre wird am Muttertag an eine Reihe deuffcher Mütter das Mutterkreuz verliehen. Unter diesen Müttern wird sich eine Anzahl befinden, die im Arbeitsleben stehen und bei den hohen Anforderungen des totalen Krieges auch an Sonntagen arbeiten müssen. Wegen der besonderen Bedeutung, die die Verle-ibung des Mutterkreuzes für die deutsche Frau darstellt, bitte ich, wie im Vorjahr, auf die Betriebsführer hinzuwirken, daß die betreffenden Gefolgschaftsmitglieder am Muttertag eine angemessene Freizeit erhalten. Dabei wird von der Erwartung ausgegangen, daß durch diese Freistellung fein Lohnausfall ein tritt, die Betriebsführer vielmehr auch während der ausfallenden Arbeitszeit den in Betracht kommenden Arbeitsverdienst weiter entrichten. Vom Standpunkt des Lohnstopps bestehen hiergegen keine Bedenken. Eine Freistellung aller werktätigen Mütter am 16. Mai wird sich leider nicht ermöglichen lassen. Auf besonderen Wunsch werktätiger Mütter wird jedoch der Bettiebsführer zu prüfen haben, ob nicht die bettieblichen Verhältnisse einen Austausch dieser Mütter mit kinderlosen Frauen für die Arbeit am Muttertag zulasfen. In diesem Falle werden die werktätigen Mütter, soweit möglich, an einem Wochentag die Arbeit für die kinderlosen Frauen zugewiesen erhalten, wahrend diese die Arbeit für die werktätigen Mütter am 16. Mai verrichten.
Bilder aus der neuen Wochenschau.
Die Wochenschau eröffnet ihke Bildfolge diesmal mit Ausnahmen von der Vernichtung des USA.-Flugzeugträgers Dornet" durch japanische Flieger im Süd-Pazifik. Amerikanische Kameramänner drchten diesen Filmstteifen, der jetzt auf langen Umwegen nach Deutschland kam. Japa-
HmSlinSWnzMch
ssovttle von Meobor Storm
5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Hans Kirch stand noch wie angeöonnert auf derselben Stelle. Nach einer Weile setzte er sich mechanisch in Bewegung und ging der Gasse zu, worin Fritz Schmüsers Speicher lag; dann aber kehrte er Plötzlich wieder um. Bald darauf saß er zu Hause an seinem Pult und schrieb mit fliegender Feder einen Brief an seinen Sohn, in welchem in verstärktem Maße sich der jähe Zorn ergoß, dessen Ausbruch an jenem letzten Abend durch die Da- Wrschenkunft der Mutter war verhindert worden.
Monate waren vergangen; die Plätze, von denen aus Heinz nach Abrede hätte schreiben sollen, muhten längst passiert sein, aber Heinz schrieb nicht; bann kamen Nachrichten von dem Schiffe, aber kein Bries von ihm. Hans Kirch ließ sich das so sehr nicht anfechten: „Er wird schon kommen", sagte er zu sich felber; „er weiß gar wohl, was hier zu Hause für ihn zu holen ist." Und somit, nachdem er den Schmu- serschen Speicher um billigen Preis erworben hatte, arbeitete er rüstig an der Ausbreitung seines Handels und ließ sich keine Müh' verdrießen freilich wenn er von den dadurch veranlaßten Reisen, teils nach den Hafenstädten des Inlandes, einmal sogar mit seinem Schoner nach England, wieder heim- kehrte, „Brief von Heinz?" war ledesmal die erste hastige Frage an seine Frau, und gj mar ein trauriges Kopfschütteln die einzige Antwort, die er darauf erhielt.
Die Sorge, der auch er allmählich sich nicht hatte erwehren können, wurde zerstreut, als die Zeitungen tie Rückkehr der ,^)ammonia" meldeten Hans Kirch Stng unruhig in Haus und Hos umher, und Fr u
und Tochter horten ihn oft heftia vor sich hinreden; denn der Junge mußte jetzt ja selber kommen, und er hatte sich vorgesetzt, ihm scharf den Kopf zu waschen. Aber eine Woche verging, die zweite ging auch bald zu Ende, und Heinz war nicht gekommen. Aus eingezogene Erkundigung erfuhr man endlich, er habe auf der Rückfahrt nach Abkommen mit dem Käpitän eine neue Heuer angenommen; wohin, war nicht zu ermitteln. ,/£r will mir trotzen!" dachte Hans Adam. „Sehen wir, wer's am längsten aushält von uns beiden!" — Die Mutter, welche nichts von jenem Briefe ihres Mannes wußte, ging in kummervollem Grübeln und konnte ihren Jungen nicht begreifen; wagte sie es einmal, ihren Monn nach Heinz zu fragen, so blieb er entweder ganz die Antwort schuldig oder hieß sie ihm mit dem Jungen ein für allemal nicht mehr zu kommen. In einem zwar unterschied er sich von der gemeinen Art der Männer: er bürdete der armen Mutter nicht die Schuld an diesen Uebelständen auf; im übrigen aber war mit Hans Adam jetzt kein leichter Hausverkehr.
Sommer und Herbst gingen hin, und je weiter die Zeit verrann, desto fester wurzelte der Groll in seinem Herzen; der Name seines Sohnes wurde im eigenen Hause nicht mehr ausgesprochen, und auch draußen scheute man sich nach Heinz zu fragen.
Schon wurde es wieder Frühling, als er eines Morgens von feiner Haustür aus den Herrn Pastor mit der Pfeife am Zaune feines Vorgartens stehen sah. Hans Kirch hatte Geschäfte weiter oben in der Straße und wollte mit stummem Huttücken vorbeipassieren; aber der Nachbar Pastor rief mit aller Würde psarramtlicher Ueberlegenheit ganz laut zu ihm hinüber: „Nun, Herr Kirch, noch immer keine Nachricht von dem Heinz?"
Hans Adam fuhr zusammen, aber er blieb stehen, die Frage war ihm lange nicht geboten worden. „Reden wir von was anderem, wenn's gefällt, Herr Pastor!" sagte er kurz und hastig.
Allein der Pastor fand sich zur Befolgung dieser Bitte nicht veranlaßt. «Mein fieber Herr Kirch,
es ist nun fast das zweite Jahr herum; Sie sollten sich doch einmal wieder um den Sohn bekümmern!"
„Ich dächte, Herr Pastor, nach dem vierten Gebote wär' das umgekehrt!"
Der Pastor tat die Pfeife aus dem Munde: „Aber nicht nach dem Gebote, in welchem nach des Herrn Wort die andern all enthalten sind, und was wäre Euch näher als Euer eigen Fleisch und Blut!"
„Weiß nicht, Ehrwürden", sagte Hans Kirch, „ich halte mich ans vierte."
Es war etwas in seiner Stimme, das es dem Pastor rättich machte, nicht mehr in diesem Tone fortzufahren. „Nun, nun", sagte er begütigend, „er wird ja schon wiederkehren, und wenn er kommt, er ist ja von Ihrer Art, Herr Nachbar, so wird es nicht mit leeren Händen sein!"
Etwas von dem Schmunzeln, das sich bei dieser letzten Rede auf des Pastors Antlitz zeigte, war doch auch auf das des anderen übergegangen, und während sich der erstere mit einer grüßenden Handbewegung nach seinem Hause zurückwandte, trabte Hans Kirch munterer als feit lange die Straße hinauf nach feinem großen Speicher.
*
Es war am Tage danach, als der alle Postbote dieselbe Sttaße hinabschritt. Er ging rasch und hielt einen dicken Brief in der Hand, den er schon im Vorwege aus seiner Lederiasche hervorgeholt zu haben schien; aber ebenso rasch schritt, lebhaft auf ihn einredend, ein etwa sechzehnjähriges, blondes Mädchen an feiner Seite. „Von einem guten Bekannten, sagst du? Nein, narre mich nicht länger, alter Marien! Sag’5 doch, von wem ist er denn?"
„Ei, du junger Dummbart", rief der Alte, indem er mit dem Briefe ihr vor den Augen gaukelte, „kann ich das wissen? Ich weiß nur, an wen ich ihn zu bringen habe."
„An wen, an wen denn, Marten?"
Er stand ehren Augenblick und hielt die Schriftseite des Briefes ihr entgegen.
Die geöffneten Mädchenlippen versandten einen Laut, der nicht au einem Wort gedieh, 1
„Don Heinz!" kam es dann schüchtern hintennach, und wie eine helle Lohe brannte die Freude auf dem jungen Antlitz.
Der Alte sah sie freundlich an. „Von Heinz?" wiederholte er schelmisch. „Ei, Wiebchen, mit den Augen ist das nicht darauf zu lesen!"
Sie sagte nichts; aber als er jetzt in der Richtung nach dem Kirchschen Hause zuschritt, lief sie noch immer nebenher.
„Nun?" rief er, „du denkst wohl, daß ich auch für dich noch einen in der Tasche hätte?"
Da blieb sie plötzlich stehen, und während sie traurig ihr Köpfchen schüttelte, ging der Bote mit dem dicken Briefe fort.
Als er die Kirchsche Wohnung betrat, kam eben die Hausmutter mit einem dampfenden Schüsselchen aus der Küche; sie wollte damit in das Oberhaus, wo im Giebelstübchen die kleine Lina an den Masern lag. Aber Marten rief sie an: „Frau Kirch! Frau Kirch! Was geben Sie für diesen Bries?"
Und schon hatte sie die an ihren Mann gerichtete Adresse gelesen und die Schrift erkannt. „Heinz!" rief auch sie, „0, von Heinz!" und wie ein Jubel brach es aus dieser stillen Brust. Da kam von oben her die Kinderstimme: „Mutter! Mutter!"
„Gleich, gleich, mein Kind!" Und noch einem dankbaren Nicken gegen den Boten flog sie die Treppen hinauf. „O Lina, Lina! Von Heinz, ein Brief von unferm Heinz!"
Im Wohnzimmer unten saß Hans Kirch an seinem Pulte, zwei aufgefchlagene Handelsbücher vor sich; er war mit seinem Verlustkonto beschäftigt, das sich diesmal ungewöhnlich groß erwiesen hatte. Verdrießlich hörte er das laute Reden draußen, das ihn in seiner Rechnung störte; als der Postbote her- eintrat, fuhr er ihn an: „Was treibt Er denn für Lärmen draußen mit der Frau?"
Statt einer Antwort überreichte Marien ihm bete Briet.
(Fortsetzung folgt.)


