Aus der Stadt Gießen
(Nachdruck verboten.)
4. Fortsetzung.
Neffen mfiffen schneller sein als der Feind!"
Oberstleutnant Wesche - ein Vorbild seine- tapferen Regimentes.
Hans mü Heinz MH
Novelle von Meo-or Storm
„Du erzählst mir ganz was Neues!" sagte der Bruder ärgerlich.
„Ja, ja, Hans Adam, du bist auch mir zu klug, sonst säßest du nicht so halb umsonst in unserem elterlichen Hause!"
Die brave Frau konnte es noch immer nicht verwinden, daß von einem Kauflustigen ihrem Bruder einst ein höherer Preis geboten war, als wofür er das Haus in der Nachlahteilung übernommen hatte. Aber Hans Kirch war diesen Vorwurf schon gewöhnt, er achtete nicht mehr darauf, zum mindesten schien es für ihn in diesem Augenblicke nur ein Spornstich, um sich von dem erhaltenen Schlage plötzlich wieder aufzurichten. Aeußerlich zwar ließ er den Kopf hängen, als sähe er etwas vor sich auf dem Straßenpflaster; seine Gedanken aber waren schon rastlos tätig, eine neue Bahn nach seinem Ziele hinzuschaufeln: das war ihm klar, es mußte noch mehr erworben und — noch mehr erspart werden; dem Druck des Silbers mußte bei wiederkehrender Gelegenheit auch diese Pforte noch sich öffnen; und sollte es für ihn selbst nicht mehr gelingen, für seinen Heinz bei besten besserer Schulbildung und stattlicherem Wesen, würde es damit schon durchzubringen sein, sobald er seine Seemannsjahre nach Gebrauch als Kapitän beschlossen hätte.
Mit einer raschen Bewegung hob Hans Adam seinen Kopf empor. „Weißt du, Jule", — er tat wie beiläufig diese Frage — „ob dein Nachbar Schmüser seinen großen Speicher noch verkaufen will?"
Frau Jule, die mit ihrer letzten Aeußerung ihn zu einer ganz anderen Antwort hatte reizen wollen und solange schon darauf gewartet hatte, meinte ärgerlich, da tue er am besten, selbst darum zu fragen.
„Ja, ja; da hast du recht." Er nickte kurz und hatte schon ein paar Schritte der Straße zu getan, in der Fritz Schmüser wohnte, als die Schwester, unachtend des Jungen, der seitwärts unter seinen Schinken stöhnte, ihn noch einmal festzuhallen
Aufhebens, tat er feine Pflicht. Beide EK.s wurden ihm in dieser Zeit verliehen. Dann kam das Ende, unverdient, ungeglaubt bis zum Letzten in der Schnödheit dieses Friedensbettuges. Doch Leutnant Wesche war einer der Getreuen. Als der Westen entließ, rief der Osten. Nun galt es, gegen Polen zu retten, was noch zu retten war. Mit einer Zähigkeit ohnegleichen waren Offiziere am Werk, dem militärisch ohnmächtigen Reiche ein neues Rückgrat zu geben. Es war ein Kampf im Dunkeln. Aber als Deutschlands Stunde wiederum schlug, war das Fundament geschaffen, auf dem die neue deutsche Wehrmacht fußen konnte.
Der neue große Krieg fand den Oberleutnant wieder auf feinem Platz. Vom Schreibtisch weg, den er, der alte Frontoffizier, so gern verließ, eilte er zu feiner Kompanie an die Westgrenze, ging ihr durch Frankreich voran und führte später fein Bataillon nach dem Osten, lenkte es in vielen Schlachten und Gefechten während des Vormarsches und in den Abwehrkämpfen des Winters. Die Spangen zum Eisernen Kreuz beider Klassen und das Deutsche Kreuz in Gold sind die äußerlichen Zeichen der Anerkennung für diesen erfolgreichen Kommandeur. „Hessen müssen schneller fein als der Fei ick»!", das war die Devise des zum Major Beförderten, unter der er mit feinem Regiment — durchweg hessische Landsmannschaft — an jede Aufgabe heranging unb sie erfüllte.
Dann kam der Tag, der ihm alle Tapferkeit und allen Mut, alle Meisterlichkeit und Beherrschung der Kriegsmittel, alle Herzensstärke abforderte. Das Geschick klopfte an, ihn mit Hohem auszuzeichnen oder ihn wegzuwischen im Hinunterbranden der Winterschlacht. Major Wesche tat seine Pflicht wie immer. Er wuchs an seiner Ausgabe über das Maß des
für den Kommunismus wandte sich Frau Roosevelt auf einer Tagung von College-Studenten in Neuyork, wie „Daily Expreß" vom Montag berichtet. Sie warnte die Jugendlichen davor, einen gewaltsamen Umsturz der amerikani- !chen Regierung zu befürworten oder gar aktiv zu fördern. Ferner erklärte sie, sie habe das 23er- trauen zu den kommunistischen Gruppen verloren und wolle mit ihnen in keiner Weise mehr identift- ziert werden.
er Altersgrenze im Jahre 1926 - —- zweiten Polizeirevier, Liebig- straße. Der alte Herr erfreut sich noch einer erstaunlichen geistigen und körperlichen Frische. Unsere besten Wünsche zum Geburtstag und für einen gesegneten Lebensabend.
* * Wieder dreimal Wochenmarkt. Wie aus einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil hervorgeht, finden vom 15. Mai ab wieder dreimal in der Woche, dienstags, donnerstags und samstags, die Wochenmärkte statt.
* * Fünf Eier werden im 49. Versorgungsab- schnitt ausgegeben. Näheres ist der Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil zu entnehmen.
* * Die Spirituosen-Sonderzuteilung an Lang-, Nacht-, Schwer- und Schwerstarbeiter im Frühjahr 1943 betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil.
Gloria-palast: „Maske in Blau".
Die Leute, die vor dem Kino stehen und sich die Bilder im Aushang ansehen, sagen: ach, da spielt la der Moser mit. Der Moser spielt m der längst fälligen Verfilmung der erfolgreichen Operette „Maske in Blau" einen Hotelportier, und zwar einen von der halb aufgeregten, halb väterlich- besorgten Sorte, die wir aus dem Film „Einmal der hebe Herrgott fein" bereits von ihm kennen. Das Hotel, in dem Mosers Portier regiert, ist neben der Bühne der Hauptschauplatz und eine wichtige Station auf dem Wege eines jungen Mädels, das den unabweisbaren Drang in sich spürt, die weltbedeutenden Bretter zu erobern. Das ist ein Thema, das den Film schon des öfteren bewegt pat, und es verbindet sich hier mit dem ebenfalls fd)Ort bes öfteren erprobten Rezept, die Entstehungsgeschichte einer Operette (oder einer großen Revue) ZU photographieren. Damit ist der Inhalt eigentlich bereits erzähtt. Die Einzelheiten, von der heftig rhythmisierten Musik Michael Jarys unter Einbeziehung der bewährten Schlager des Originals akzentuiert, gehören teils dem Schwank, teils der
82jähriaer. Am morgigen Frettag, 14. Mai, begeht der Polizeiverwaltungs-Oberassistent i. R. Karl Sommer körn, Schillerstraße 13, seinen 82. Geburtstag. Herr Sommerkorn war lange Jahre in der Oeffentlichkeit eine bekannte Erscheinung als der „Schutzmann mit dem langen Bart". Als nach dem ersten Weltkrieg die Gießener Schutzmannschaft in die staatliche Polizeiverwaltung überging, wurde Herr Sommerkorn als Polizeiwache meister in den Innendienst übernommen und leitete bis zur Erreichung der Altersgrenze im Jahre 1926 das Meldebüro im zweiten Polizeirevier. Liebia-
hat im Namen feiner Regierung bet den gaullistischen Behörden den Ankauf der Eisenbahnlinien und ihrer Einrichtungen „vorgeschlagen", die vor dem Kriege der französischen Gesellschaft DHP. gehörten. Diese Eisenbahnlinien liegen in Libanon und Syrien und haben Anschlüsse zu den Nachbarländern.
Auf türkisches Verlangen abberufen.
n La r a' 12. Mai. (Europapreß.) Aus türki- Ichen Kreisen verlautet, daß die Abberufung des USA.-Militärattaches, Dberftleutnartt Jadwin, auf ausdrücklichen Wunsch der zustän- dtgen türkischen Stellen erfolgte. Der USA.-Mili- tarattachä hatte sich in öffentlichen Lokalen zusammen mit anderen Nordamerikanern in betrunkenem Zustande öfters skandalös und provozierend benommen, daß es immer wieder zu Prügelten mit Türken gekommen war. Vorgänge dieser Art spielten sich sogar im Hotel „Ankara-Palast" ab, wo sich die internationale Wett zu treffen pflegt. 2>ie türkischen Stellen haben daraufhin schließlich der USA.-Gesandtfchaft nahegelegt, daß die Anwesenheit dieses Offiziers in der Türkei nicht erwünscht ifL
»Die Geister, die ich rief."
Lissabon, 12. Mai. (Europapreß.) Gegen die unter der jungen nordamerikanischen Intelligenz immer mehr anwachfenden Sympathien
suchte; so wohlfeil sollte er denn dach nicht davonkommen. „Hans Adam!" rief sie; „warte noch einen Augenblick! Dein Heinz ..."
Hans Adam stand bei diesem Namen plötzlich still. „Was willst du, Jule?" frag er hastig. „Was soll das mit meinem Heinz?"
„Nicht viel, Hans Adam; aber du weißt wohl nicht, was dein gewitzter Junge noch am letzten Abend hier getrieben hat?"
„Nun?" stieß er hervor, als sie eine Pause machte, um erst die Wirkung dieses Eingangs abzuwarten: „sag's nur gleich auf einmal, Jule; ein Loblied sitzt doch nicht dahinter!"
„3e nachdem, Hans Adam, je nachdem! Bei der alten Tante war zum Adesagen freilich nicht viel Zeit; aber warum sollte er die schmucke Wieb, die kleine Matrosendirne, nicht von neun bis elf spazieren fahren? Es möchte wohl ein kalt Vergnügen aewesen sein da draußen auf dem Sund; aber mir Alten wissen's ja wohl noch, die Jugend hat allezeit ihr eigen Feuer bei sich."
Hans Adam zitterte, feine Oberlippe zog sich auf und legte seine vollen Zähne bloß. „Schwatz' nicht!" sagte er. „Sprich lieber, woher weißt du das?"
„Woher?" Frau Jule schlug ein fröhliches Gelächter auf — „das weiß die ganze Stadt, am besten Christian Jensen, in dessen Boot die Lustfahrt vor sich ging! Aber du bist ein Hitzkopf, Hans Adam, bei dem man sich leicht üblen Bescheid holen kann; und wer weiß denn auch, ob dir die schmucke Schwiegertochter recht ist? Im übrigen" — und sie faßte den Bruder an seinem Rockkragen und zog ihn dicht zu sich heran — „für die neue Verwandtschaft ist's doch so am besten, daß du nicht auf den Ratsherrnstuhl hinaufgekommen bist."
Als sie solcherweise ihre Worte glücklich angebracht hatte, trat sie zurück. .Komm, Peter, vorwärts!" rief sie dem Jungen zu, und bald waren beide in einer der vom Markte auslaufenden Gasten verschwunden.
(Fortsetzung folgt),
NSG. Im Wald liegt der Regimentsgefechtsstand. Geht seine Türe auf, und der Eintretende hebt den Arm zu Gruß und Meldung vor dem Oberstleub- nant, dann sieht er sich einem Ritterkreuzträger gegenüber» dem die letzten Tage erst, das breite Band um den Hals gelegt und das Kreuz unter öen Kragen geheftet haben.
Mittelgroß steht der Offizier im schräg einfallen- öen ß^t des Fensterschachtes. Kräftig wirkt seine Gestalt trotz des drückenden Querformates des Befehlsstandes. Das energische Gesicht hat eine bereite Freundlichkeit aufgelockert, die auch aus den großen, klaren Augen rebet Der Mund zeigt die Unerbittlichkeit, die Führern zu eigen ist, die in sich selbst all das abgemacht haben, was sie nun von anderen fordern. Die Sprache ist bestimmt, und die Gesten der Hände find sparsam und gemessen. Es ist das Leben eines Soldaten, das sich nun in einer schlichten Erzählung dartut.
In der kleinen hessischen Stadt Westerode nahm es seinen Anfang. Soweit Erinnern und Denken zurückreichen, herrscht der Wunsch nach der Buntheit des Soldatenrockes, nach der Blankheit des Ofsiziersdegens in ihm. Ist es ein Wunder, daß den Vierzehnjährigen der Ausbruch des Weltkrieges in feinen Bann reißt? Trübe Wolken hängen schon am Himmel des dritten Kriegsjahres, als der Fähnrich, nun siebzehnjährig geworden, bereit ist, die Pflicht zu tun, der sein Herz von jeher gehörte. Die Kämpfe um den Chemin des Dames fallen über ihn her und formen den Typ des Westtärnpfers aus dem Begeisterten. Damals mag schon das Erleben an den Grundzügen dieses Soldatenantlitzes gemeißelt haben, dem der Osten nun die endgültige Formung gab. In den drei Sommeroffenswen stand der junge Leutnant an den Brennpunkten. Tapfer, ohne viel
Diese ahnungslosen Männer.
„Na, Frauchen, und was hast du denn nun so den ganzen Tag gemacht?" Lieber Himmel, die Manner können wirklich komisch fein. Soll man ihnen die gebügelte Wäsche stapelweise auf den unwissenden Plaudertisch bauen? Soll man es ihnen neben die Bratkartoffeln legen, daß man hier stopfen und da flicken mußte, hier hexen unb da Punkte schütteln, ob noch ein überzähliger heraus- fiele? — in einer letzten Zelle ihres Unterbewußt- sems sind und bleiben die Männer rührende Kinder ...
Man ist ganz waffenlos, wenn sie ihre ahnungslosen Augen aufschlagen und beim besten Willen nicht wissen, welch eine komplizierte Maschinerie eigentlich ein Haushalt ist. Das beginnt bei der geradezu jägerischen Aufmerksamkeit, mit der Abschnitt X 2 ober W1 des Cinkaufsausweises ober fönst eines dieser eßbaren Alphabete zu bewachen ist, und endet abends mit der Entdeckung, daß man öoch die vom männlichen Selbstbewußtsein des Gatten schiefgettetenen Absätze seiner Schuhe am Montag zum Schuhmacher bringen wollte. Zwischendurch schien das Bügeleisen den Husten zu kriegen und wechselte Mischen Fieberhitze und eiskalter Beklommenheit; irgendwo hatte sich am Einstecker etwas versranst ...
Während man gerade noch mit tiefschürfenden Betrachtungen über die keiner Hausfrau ganz unbe- kannte Frage: „Was koche ich morgen?" philosophisch beschäftigt ist, schaut sich solch ein Mann in her blankgefuchsten Wohnstube um unb findet, daß alles noch genau auf demselben Platz steht, wie am Morgen; daß inzwischen lange Zett mit Aufnehmer und Wischlappen über alles dies hinweggefegt worden ist, ahnt er nicht. Zwischendurch war ich doch auch wegen des dringlichen Bezugscheines unterwegs; er weiß es nicht mehr. Der kleine Hans hat inzwischen winzige Brikettstücke in die Milch geworfen, während ich gerade das Feldpostpäckchen für Bruder Hans fertiggemacht habe; ach, der ahnungslose Gatte, dieses liebe teure Kind mit all seiner männlichen Klugheit, er ahnt es nicht, lächelt wohlwollend und bittet mich, ihm doch morgen feine fällige Wochenration an Rasierklingen „so im Voriibergehen" mitzubringen.
Wo bliebe fein ewig kindliches Vertrauen, wenn bei uns Frauen nicht unsere ewig mütterliche Weitherzigkeit wäre? Owe.
Sprechstunde des Kreisleiters.
Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am heutigen Donnerstag, 13. Mai, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Alicenstraße 10, statt.
Das Kriegsverdienstkreuz.
Der Sanitäts-Obergefreite August Pfeiffer aus Großen-Bufeck wurde mit dem Kriegsoerdienst- kreuz U. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet.
Ritterkreuzträger sprechen.
Am morgigen Freitag, 14. Mai, werden sprechen: Hauptmann P f i tz e r in Rodheim a. d. Horloff, um 20.30 Uhr in ber Schule; Leutnant Albrecht in Langsdorf, um 20.30 Uhr im Rathaussaal.
Preiserhöhungverbot auch für Arzthonorare.
Der Reichskommissar für die Preisbildung erinnert in einem Erlaß daran, daß für Arzthonorar bas allgemeine Preiserhöhunasverbot in der Weise güt, daß ein Arzt trotz Bestehens von Rahmengebührenordnungen, wie etwa der Preugo, von einem Patienten für die gleiche oder vergleichbare Leistung unter gleichen ober vergleichbaren Umstanden keine höhere Vergütung als am Stichtag ber Preisstoppverordnung, dem 17. Oktober 1936, berechnen darf. Weiter wird ausgesühri, daß als Stopp-Preis in erster Linie das Honorar in Bettacht kommt, bas der Arzt selbst am Stichtag der Preis- stoppverovdnung gefordert hat. Falls ein eigener Stopp-Preis nicht festzustellen ist, ist der Stopp- Preis des am besten vergleichbaren Betriebes maß. gebend.
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mit einem bis dahin noch nicbt
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an Matenal der tiefe Einbruch, der Tunis »vn B i z e r t a trennt und nach Tagen eines
lich-n Widerstandes, nach B - r f ch7ß der leb??» P ° t r o n - die Einstellung des Kamvf-s
Nun liegen schon Wochen eines n7/erlabm^^den Kampfe- auf der Erde, mit einem Ma,f°^>e7brauch t>on Granaten und Bomben und einem Masteneim uni Munition aller Art Uer den deutschen Kampfern und ihren italienischen Ka^ e&fen Riegelstellungen südlich der Halbinsel Bon unb in den Bergen von Z«gh°u°n. Sie sind durch di- Holle gegangen und sie wissenl um d,e Unerbittlichkeit des Äcr« ber mit der Masse des Materials versucht das zu zertrümmern, was er mit stürmender frnnh „iT, nehmen kann. Diese Afrikakämpfer sind ÄLÄ d°n, hart wie das Felsgestein, in dem sie sichtest klammern. Sie roi|(en, daß sie ihren lebten Kam»? auf afrikanischem Boden fechten, aber sie si/ft?l/ unbändig stolz well sie fühlen, daß trotz aller Ma-' tenaluberlegenheit d e r L o r b e - r s i ch u m i h r « Stirn wmden wird. Sie liegen im WirbA einer e.nf<!1tiBen M a t e ri a lsch, a chi, A "ner Dat-r ernst ,m Weltkrieg. Sie sind aus gleichem Schrot und Korn, und es wird kein Ende für sie geben, bevor nicht die letzte Granate und die letzte Ha ron- verschossen wird. Sie sind es den heldm° hasten Kampfern all dieser Wochen schuldig und sie suhlen auch etwas von ihrer Mssion als Sperrt riegel zwischen Afrika und Europa P "
Sie alle, die dort kämpfen, die alten Rommelschen Divis,onen, die 90. leichte, die 15. und 21. Panzer! btDTfion, die neuen Afrikadivisionen, die 10 Panzer, dwision, die Flakdioision, Teile der Division Aer- mann Goring" und alle die anderen Einheiten kamp. fen bis zum Letzten. Ihre Namen klingen in den Wehrmachtberichten auf, und die Worte künden von ungeheuren Abschußzahlen bis zum letzten Geschoß. Die Afrikakampfer schreiben in diesen Tagen an ber lefeten Strophe eines einmaligen Helden- wirb die stärkste fein', unb dem beut» LA DE künden, daß solches Heldentum über den Seiten fttfjt, baf3 solche Kämpfer im tiefsten unüber« rvmbllch-stnd.
, Ae * riegel Tunesten war ber eifern barte Block kampfgestählter Herzen unb Körper, ber es ber Heimat erlaubte, neue Waffen zur Abwehr Mer Invasion an ber Nordküste des Mittelmeeres zu schmieden und dort jene Vorbereitungen zu ttes- fen, um nach dem Atlantikwall hinter dem Niemandsland des Mittelmeeres den schirmenden Wall der Abwehr an ber Südküste Eu. ropas zu bauen. Sechs Monate Kampf in Tune, sien bedeuten kühnsten Handstreich, herrlichste Siege und am Ende beispielhafte Abwehrschlachten und einen Geist des soldatischen Opfers, aus dem jene Kraft erwächst, die Europa unantastbar macht.
England räumt das Feld in Nord- und Westafrika.
Lissabon, 12. Mai. (Europapreß.) Me britischen Ministerresidenten in Nord- b z w. Westafrika sollen, wie „Daily Telegraph" berichtet, im Hinblick auf bas Ende ber dortigen Operationen in Kürze abberuf en werden. Es handelt sich um ben Minister ohne Portefeuille C a s a y und seinen Stellvertreter Lord M o y n e in Kairo, um Harold McMillan, den britischen Minister, ber seinen Sitz im Hauptquartier hat, sowie Lord Swinton in Westafrika.
Der nord amerikanische Einfluß dehnt sich in immer größerem Maße auf Afrika aus, meldet Stefant aus Tanger. In Marokko und Algier wird die Vorherrschaft der Engländer durch ihre Bundesgenossen mehr und mehr erschüttert. In Französisch-Westafrika werden ben Amerikanern alle vorhandenen Stützpunkte zur Verfügung gestellt. Washington entsandte bereits Militär- und Wirtschaftskommissionen und ließ Dakar zu einem der stärksten Stützpunkte ber USA. an ber afrikanischen Küste ausbauen. Auch Aegypten, ein rein englisches Einflußgebiet, mürbe ebenso wie Abessinien in das Pacht- und Leihgesetz eingeschlossen.
Aus amerikanischen Presseberichten geht hervor, daß man dort die Anwesenheit der Nordamerikanerin Afrika bereits als Dauerzustand ansieht, ähnlich dem Einfluß der USA. in ben ibero- amerikanischen Ländern.
Aufkauf Syriens durch die Nordamerikaner.
Sofia, 12. Mai. (Europapreß.) Der nordameri- kanische Gesandte in Beirut, Woodsworth, i
Reous-Operette an und enthalten allerlei drolligL Situationen. Die Leute unterhalten sich und Haden was zu lachen: bas war ja wohl auch die Absicht der Hersteller; sie lachen natürlich allermeist über Moser, obwohl er erst vor kurzem etwas Aehnliches gespielt hat, unb obwohl die Elemente seiner komischen Wirkung ja allgemein bekannt sind; aber man muß zugeben, daß er hier wieder mal besonders in Form ist. Von ganz anderer Art ist die gewissermaßen penible und gemessene Komik, die von Romanowski ausgeht: er ist der Vater des Mädchens, bas zum Theater will, und er ist dagegen. (Die meisten Väter sind dagegen, aber nicht alle sind dabei so luftig anzusehen.) Em erfreulich fteches und redegewandtes Duett bilden als Komponist unb Librettist Wolf AIbach- Re 11 v unb Ernst Walbow, während Clara Ta b o d y mit dem zur Genüge besungenen Temperament, mit Gesang und Tanz die unwahrscheinlich sich auftürmenden Hindernisse überwindet, welche ihr den Weg ins gelobte Land des Theaters zu verrammeln drohen. Auch das übrige Ensemble ist wohlassortiert beieinanber. Die Inszenierung besorgte Paul Martin mtt Schmiß unb großer Ausstattung. — (Märkische.)
Im Vorprogramm laufen die Wochenschau und ein Kulturfilm mit hübschen Bildern aus Schleswig-Holstein. Hans Thyriot.
Verdunkelungszeit:
13. Mai von 22.06 bis 4.59 Uhr.
Am Tage darauf begann er allerlei Gänge in der Stadt zu machen; in die großen Häuser mit breiten Beischlägen und unter dunklem Lindenschatten sah man ihn der Reihe nach hineingehen. Wer konnte wissen, wie bald der Junge sein Steuer- mannsegamen hinter sich haben würbe; da galt es auch für ihn noch eine Stufe höher aufzurücken. Im Deputiertenkollegium hatte er bereits einige Jahre gesessen; jetzt war ein Ratsherrnstuhl erledigt, ber von ben übrigen Mitgliedern des Rates zu besetzen war. v
Aber Hans Adams Hoffnungen wurden getäuscht; auf dem erledigten Stuhl saß nach einigen Tagen fein bisheriger Kollege, ein dicker Bäckermeister, mit dem er freilich weder an Reichtum noch an Leibesgewicht sich messen durfte. Verdrießlich war er eben aus einer Deputiertensitzung gekommen, wo nun der Platz des Bäckers leer geworden war, und stand noch, an einem Tabakendchen seinen Groll zerkauend, unter dem Schwanz des Riesenfisches, den sie Anno Siebzig hier gefangen unb zum Gedächtnis neben der Rathaustür ausgehangen hatten, als ein ältliches, aber wehrhaftes Frauenzimmer über den Markt und gerade auf ihn zukam; ein mit zwei großen Schinken beladener Junge folgte ihr.
„Das ging den verkehrten Weg, Hans Adam!" rief sie ihm schon von weitem zu.
Hans Adam hob den Kopf. „Du brauchst das nicht über die Straße hinzuschreien, Jule; ich weiß das ohne dich."
Es war seine ältere Schwester, die nach ihres Mannes Tode mit der Kirchschen Rührigkeit eine Speckhökerei betrieb. „Warum sollte ich nicht schreien?" rief sie wiederum, „mir kann's recht fein, wenn sie es alle hören! Du trift ein Geizhals, Hans Adam; aber du haft einen scharfen Kopf, und ben können die regierenden Herren nicht gebrauchen, wenn er nicht zufällig auf ihren eigenen Schultern sitzt; da paßt ihnen so eine blonde Semmel bester, wenn sie denn doch einmal an uns Mittelbürgern nicht vorbei können."
Aber Hans Kirch hatte zu lange auf seinen Sohn gewartet. „Hüte dich!" schrie er unb zuckte mit dem schweren Schlüssel gegen seines Sohnes Haupt. »Klopf' nicht noch einmal so an deines Vaters Tür! Sie könnte dir verschlossen bleiben."
Heinz hatte sich hoch aufgerichtet; das Blut war ihm ins Gesicht geschossen; aber die Mutter hatte die Arme um seinen Hals gelegt, unb die heftige Antwort unterblieb, die schon auf seinen Lippen saß. „Gute Nacht, Vater!" sagte er, und schweigend die Hand ber Mutter drückend, wandte er sich ab unb ging die Treppe hinauf in seine Kammer.
Am andern Tage war er fort. Die Mutter ging still umher in dem ihr plötzlich öd' gewordenen Hause; die kleine Wieb trug schwer an ihrem jun= gen Herzen; nachdenklich und fast zärtlich betradjtete sie auf ihrem Arm die roten Striemen, durch weAe die Mutter für die Störung ihrer Nachtruhe sich an ihr erholt hatte; waren sie ihr doch fast wie em Angedenken an Heinz, das sie immer hätte behalten mögen; nur Hans Kirchs Dichten unb Trachten strebte schon wieder rüstig in die Zukunft.
Nach sechs Wochen war ein Brief von Heinz gekommen; er brad)te gute Nachricht; wegen kecken Augreifens im rechten Augenblick hatte ber hap11an freiwillig feine Heuer» erhöht. Die Mutter trat f)er- ein, als ihr Mann den Brief soeben tn die Tasche steckte. „Ich bars boch mit lesen?" frug sie scheu. "Du hast boch gute Nachricht?" f
v „5a, ja", Jagte Hans Kirch! „nun mchts Beson- beres, als daß er dich und feine Schwester grüßen läßt."
6 Mietgeld, Sold.


