Gesallenenehrungsfeier -er NSDAP.
Eindrucksvolle Feierstunde in der Aula der Universität.
NSG. Gauleiter unb Reichsstatthalter Sprenger sprach am Samstagvormittag auf einem weiteren Betriebsappell im Kreise Hanau zu der Gefotzschast eines Werkes über die politische Lage und über die Aufgaben, die der Heimat in diesem Kriege gestellt sind.
Auf einer Kundgebung in Luxemburg sprach Reichsleiter Alfred Rosenberg über den' Reichs- 'gedanken und über die Aufgaben der Bewegung.
Am Sonntag fand in Paris die Vereidigung von 6000 Angehörigen der neuen französischen Miliz statt, die sich den Kampf gegen die kommunistische Gefahr im Innern üls Ziel gesetzt hat. Marcel Deal und der Schriftletter de Chateaubriant sprachen auf der Veranstaltung.
Der Führer hat dem bulgarischen Ministerpräsidenten und Außenminister Bogdan F i l o f f zu seinem 60. Geburtstag mit einem in herzlichen Worten gehaltenen Telegramm seine Glückwünsche übermittelt.
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Der in London eingetroffene General Catroux batte mit de Gaulle eine Besprechung über die Lage in FranMsch-Rordafrika. General Eisenho- wer soll den Wunsch de Gaulles, in Gibraltar eine Konferenz abzuhalten,' abgelehnt haben.
Aus dem Reich.
Gebrauchte Schulbücher _ werden weiter verwendet.
Auch im neuen Schuljahr ist es an den Höheren Schulen nicht möglich, daß jeder Schüler in allen Fächern ein neues Schulbuch erhält. Der Reichser- ziehungsminifter hat deshalb die Schulen für die Dauer des Krieges angewiesen, mit allen Mitteln dafür zu sorgen, daß gebrauchte Schulbücher, die noch verwendbar sind, im Unterricht weiter verwendet werden. In besonderen Fallen empfiehlt sich ein A u s t cutl s ch von Büchern auch zwischen verschiedenen Schulen.
Stärkerer Gchuleinsah der Lehranwärter.
Rach einem Erlaß des Reichserziehungsministers werden aus Kriegsgründen die Anwärter und Anwärterinnen, die 1943 in das 5. Ausbildungsjahr der Lehrerbildungsanstalten gehen, zum Schuljahr- beginn im Herbst 1943 den Volksschulen zu Oinem verlängerten schulpraktischen Einsatz zugewiesen. Der Einsatz erfolgt nur an mehrklassigen Schulsystemen und nach einer unter Kürzung der Sommerferien erzielten verstärkten berufspraktischen Ausbildung.
Aus aller Wett.
„ Neue Erdstöße in Süd- und Mtlelamerika.
Seit dem letzten schweren Erdbeben in Chile geht über ganz Süd - und Mittelamerika eine Welle vulkanischer Erscheinungen und leichter Beben. Vor allem aus Chile, Peru und Mexiko werden ständig Erdstöße gemeldet. In Mexiko hat der vor wenigen Wochen in einer Ebene entstandene Vulkan Paricutin inzwischen den Umfang eines Berges von mehreren hundert Metern Höhe angenommen. Die Laoa- masfen wälzen sich immer weiter an die umliegenden Ortschaften heran, der Himmel ist in weitem Umkreis durch Aschenwolken verdunkelt. Auch eine größere Anzahl von mittelamerikanischen Vulkanen, die bereits als erloschen galten, ist wieder in Tätigkeit getreten.
Wiedersehen am Billard.
Ein überraschendes Zusammentreffen gab es dieser Tage in einem Hotel in Gentofte nahe der dänischen Hauptstadt. Ein Handwerksmann begab sich in dieses Hotel, um sich in der Billardstube ein wenig die Zeit zu vertreiben. Dabei sah er einigen jungen Spielern zu, unter denen ihm besonders ein junger Mann wegen seiner hervorragenden Fertigkeiten imponierte. Er sprach ihn an, und bei der Vorstellung ergab sich, daß beide gleichen Namens waten. Es war ein Sohn des Handwerksmannes, von dem er 17 Jahre lang nichts mehr gehört hatte.
Das Altenburger Schloß der Stadl geschenkt.
Durch einen Scheäkungsakt des Herzogs ging das Altenburger Schloß samt Marstall, Forsthaus und Gärtnereien in das Eigentum der Stadt Altenburg über. Gleichzeitig mit der Schenkung wurde der Stadt Altenburg eine Summe von 250 000 RM. für bauliche Erhaltungsmaßnahmen überlassen. Für die Betreuung des Schlosses wird ein Schloßhauptmann eingesetzt. Nach dem Kriege plant die Stadt als neue Eigentümerin des 1000jährigen Fürstenschlosses die Wiederaufnahme der Freilichtspiele, die Ausgestaltung des Thronsaals als Stätte für Kon- zertveranstalttlngen und den Ausbau der Sammlungen. ______
Aus der Siadi Gieße«.
Altpapier als Rohstoff.
Zu Beginn des Krieges hat es manche Leute gegeben, die glaubten, über den Wert der Sammlung von Allpapier sich skeptisch äußern zu dürfen. Sie konnten gerade im Altpapier nicht einen Faktor sehen, der im Dienste des Kriege» nicht nur brauchbar, sondern notwendig sein würde. Heute ist wohl jedermann davon überzeugt, daß das Altpapier ein kriegswichtiger Rohstoff' ist, der der Erfüllung großer kriegswichtiger Aufgaben dient.
Das Altpapier wird gerade für Kriegszwecke in der Hauptsache benötigt. Ein großer Prozentsatz dient der deutschen Wehrmacht unmittelbar, ein weiterer noch größerer Prozentsatz wird von den Lieferanten der Wehrmacht benötigt, der Rest kommt anderen kriegswichtigen Aufgaben zugute. Die technischen Verwendungsmöglichkeiten des Alk- papiers haben gerade während des Krieges eiye bedeutende Vervollkommnung erfahren. Infolgedessen kann der Rohstoff Altpapier heute zur Herstellung von Gegenständen verwendet werden, wie man es früher nicht für möglich gehalten hätte. So gibt es beispielsweise Jsolierrohre, die steinhart sind und aus Sttohpapier als Grundstoff angefertigt werden, Umhüllungen von Staubsaugergeräten, Kanister, Büchsen, Flaschen, Hüllen und Schachteln, die ebenfalls als Rohstoff Altpapier haben und bann nach dem Füllgut oder Verwendungswerk mit Kunstharz oder einer Imprägnierungsflüssigkeit zurecht gemacht werden. Auch Fahrradgriffe, Fässer, Tüten aller Art und viele andere Gebrauchsgegenstände liefert uns heute der Rohstoff Altpapier.
Welche Bedeutung der Einsparung und Ablieferung auch der kleinsten Mengen von Altpapier zukommt, kann man am besten an einem Zahlenbeispiel ersehen. Wenn beispielsweise in jedem deutschen Haushalt täglich nur eine einzige gebrauchte, nicht mehr verwendungsfähige Papiertüte aufbewahrt würde, so würde das nach 14 Tagen bei 20 Millionen deutschen Haushaltungen die Summe von 280 Millionen alten Papiercküten ergeben. Nimmt man das Gewicht einer Tüte nur mit zwei Gramm an, so erhält man 560 000 Kilogramm Altpapier, mit denen man rund 1850 Raummeter Holz ersparen kann. Allein für den Transport dieser Menge Holz brauchte man nahezu zwei normale Güterzüae. Es kann also durch sinnvolle Spar- samkett noch sehr viel Altpapier herausgeholt werden, und es muß noch sehr viel mehr Altpapier zur Ablieferung kommen, damit sowohl für kriegswichtige Zwecke als auch für den zivilen Sektor die Herstellung wichttger Gegenstände verbreitert werden kann. Um unnütz lagerndes Altpapier für diese Zwecke freizumachen, sind verschiedene Maßnahmen getroffen worden, u. a. ist die Aufbewahrungsfrist für kaufmännische, Schriften von zehn Jahren auf fünf Jahre herabgesetzt worden; dadurch wird schon sehr viel Altpapier frei. Aber auch die Haushaltungen müssen noch einmal eine gründliche Musterung in ihren Papierbeständen vornehmen. Die „Altpapiersammlung 1943" muß ein noch größeres Ergebnis haben als die bisherigen Altpapiersammlungen. Also' sammelt Altpapier!
Kür Tapferkeit vor öem Keinüe.
Der Oberarzt Dr. Eitelkraft Müller aus Gießen, Liebigstraße 39, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde bei den Kämpfen im Osten mit dem Eisernen Kreuz IL Klasse ausgezeichnet.
Zugendfilmstunde des Bannes 116 im Lichtspielhaus.
Die Hitter-Jugend des Bannes Gießen (116) veranstaltete am gestrigen Sonntagvormittag im Lichtspielhaus eine feierliche Jugendfilmstunde, zu der die Jungen und Mädel des Jahrganges 1932/33, die jetzt in das Jungvolk bzw. in den Jungmädel- bund aufgenommen werden, als Ehrengäste des Bannes 116 eingeladen waren. Im Auftrage des dienstlich verhinderten K.-Bannführers des Bannes Gießen (116), Hauptgefolgschaftsführers Wolf, begrüßte Oberscharführer H a l l b r o t h die jungen Kameradinnen und Kameraden des Aufnahmejahrgangs mit einer kurzen Ansprache, in der er sie auf das große Erleben ihrer Aufnahme in die Kameradschaft der Hitler-Jugend besonders hinwies und sie herzlich willkommen hieß. Diese festtiche Jugend- filmstünde solle ihnen dazu einen schönen Austakt vermitteln und sie auf die Aufnahmefeier am Montag, 19. 'April, vorbereiten. Mit diesem Tage roerbe für sie ein neuer Lebensabschnitt beginnen, auf den sie jetzt schon ihre Blicke richten sollten. Im Anschluß an die kameradschaftliche Begrüßung wurde der Film „Robert Koch" vorgeführt, der die Jungen und Mädel mit dem Leben und dem Wirken eines großen Deutschen bekannt machte.
Die Gießener Ortsgruppen der Partei veranstalteten am gestrigen Sonntagvormittag in der Aula der Universität eine Gedenkstunde für die Gefallenen dieses Krieges, insbesondere für die Gefallenen aus dem Bereiche der Gießener Ortsgruppen. Zu der eindrucksvollen Feier waren die Angehörigen der auf dem Felde der Ehre gebliebenen Kämpfer, außerdem zahlreiche Vertreter der Partei, der Wehrmacht und der Behörden sowie Abordnungen der Iugeyd erschienen. Die Stirnseite der Aula war in schöner Weise mit frischem Grün und Blumen geschmückt, während an der Wand ein von Tannew arün eingefaßtes Eisernes Kreuz an den heldenhaften Einsatz unserer Gefallenen erinnerte.
Die Feierfolge der weihevollen Stunde leitete das Streichquartett des Städtischen Orchesters mit dem Spiel von Franz Schuberts langsamem Satz aus dem nachgelassenen Streichquartett d-moll eist. Dann lenkte der Kreiskulturhauptstellenleiter Alwin Rüffer in einer Lesung aus dem Tagebuch eines Gefallenen „Der Brückenschlag über den Tod" von Herbert Lange die Gedanken der Feiergemeinschast hin zu dem kraftvollen und blühenden Leben des Soldaten und zu seinem heroischen Sterben für Volk und Heimat, für Frau und Kind, zu seinem letzten Wünschen und Hoffen auf die Fortführung seines Werkes durch feine Kinder im Dienste feines Volkes, für das er den Opfertod in der Schlacht auf sich nahm und dadurch in die Unsterblichkeit unserer Helden veinging. Das Ave verum von Mozart bildete den feierlichen Nachklang dieser Lesung.
Dann hielt Kreispropagandaleiter Zinser die Feieranspräche, in der er die Gedanken seiner Hörer auf das gewaltige Problem Krieg und Sieg richtete, in dem es nicht nur auf Ueberlegen und Handeln, sondern vor allem auf die Tat ankommt. Unsere Gefallenen haben die irdische Hülle abgeftreift und stehen jenseits unserer engen Begrenztheiten, sie starben in der Blüte ihrer Jahre, das große Ideal frei und ungetrübt vor Augen. Unsere Gefallenen sind höher gestiegen, als wir zu steigen vermögen. Denn wer sein Blut für sein Volk, für seine Kinder gibt, der vollbringt damit das größte Wunder der Volkwerdung. lieber unser Begriffsvermögen hinaus wird er als geschichtliches Werkzeug gelten. Es ist nicht leicht, aber doch ehrenvoll, für das Vaterland zu fterben. Die Hingabe des eigenen Lebens ist die Krönung alles Opfersinns. Durch die höhere Ethik des Krieges, die uns die richttge Auffassung von Volk, Reich und Staat gab, haben wir gelernt, was es heißt, als Angehörige einer großen natto-
Die britische Äabbrandbombe ziett in der weniger bekannten modernen Form darauf ab, die Selbstschutzkräfte von der rechtzeitigen Bekämpfung abzuschrecken. Hauptmann (W) Walter Reichmuth vom Reichsluftfahrtministerium berichtet hierzu in der „Sirene", wie auch dieses Ziel der britischen Mordbrenner' nicht erreicht werden wird, da es sehr wohl möglich ist, auch die neuen Stabbrand- bomben wirksam zu bekämpfen.
Erzeugt der Gegner mit seinen Brandbomben unangenehmen Qualm, so setzt man die Gasmaske auf; als er glühende Brocken Herumfliegen ließ, hielt man einen Schutzschild oder ein Möbelstück vor sich. Neuerdings erzeugt er mit Sprengköpfen Splitter mit größerer Durchschlagskraft. Da legt man sich hinter eine Mauer oder einen gemauerten Schornstein und bekämpft von dort das Feuer mit dem Wasserstrahl der Lustschutz-Handspritze.
Zpm Abwurf der Stabbrandbomben verwenden die Briten einen rechteckigen Abwurfbehälter, der unten offen ist und dessen Oberseite eine Aufhängeöse enthält. Zum Einsatz von Phosphorbomben 14 kg wird der Behälter in zwei Fächer eingeteilt; in jedes Fach kommen vier solcher Bomben. Für Stabbrandbomben werden drei Fächer mit je 30 Bomben geschaffen. Bei Auslösung des elekttischen Haltebügels können sich alle drei Blechkästen mit ihren insgesamt 90 Stabbrandbomben entleeren. Dabei haben diese Bomben eine Streuwirkung von etwa 120 bis 150 Meter in der Länge und, bei mittlerer Abwurfhöhe von etwa 2000 Meter, von 30 bis 75 Meter in der Breite. Es kommen hiernach auf ein gewöhnliches Großstadthaus in den meisten Fällen kaum mehr als drei bis fünf Stabbrandbomben. Selbst in großstädtischer Bebauung bedecken die Gebäude höchstens 15 bis 25 v. H. der Gesamtfläche. Danach werden also voraussichtlich etwa 80 v. H. der im Streuwurf abgeworfenen Brandbomben auf die Straße, die Hinterhöfe»
nalen Gemeinschaft dem Schicksal des Reiches so nahe zu fein. Aber noch wichtiger ist die große Umarmung an der Front. Dort kämpft, blutet und tirbt der Arbeiter und Dauer neben dem Reprcst en tanken des alten deutschen Schwertadels. Damit vollzieht sich eine soziale Umgruppierung in unserem Volke, die im tiefsten Wesen dem Nationalsozialis« mus entspricht und den Krieg zu einem gewaltigen geschichtlichen Gemeinschaftserlebnis macht. Damit vollbringt die Front einen stärkeren Durchbruch zum sozialen Gemeinschastsbewußtsein als alles Wirken in der Heimat. Das. Heer unserer Gefallenen tjat die Waffen nicht niedergelegt. Unsere Gefallenen marschieren mit uns weiter, sie sind mitten unter uns, sie werden nicht veraessen sein, ihr Leben und Tod ergänzen sich, denn Leben und Tod lösen sich einander ab, um immer wieder neues Leben zu gebären. Die Nation ehrt und achtet die Hinterbliebenen als Träger eines schweren und herben Schicksals. Den Toten aber haben wir allezeit zu danken und immer wieder zu danken dafür, daß wir leben dürfen und daß sie durch ihren Opfertod Heimat, Hof und Vaterland und uns alle vor der Invasion durch den brutalen und tierischen Feind Bolschewismus schützten. Für dieses Heldenopfer ist Stalrngrad dem deutschen Volke ein besonderes Fanal geworden. Unsere Gefallenen verlangen von uns, baß wir ihr Werk fortsetzen und uns mit allen Kräften für unser Land, für Europa und für die von uns er strebte europäische Neuordnung einsetzen, daß wir in der Heimat den Kameraden an der Front mit allen Kräften beistehen und uns stets der Größe dieser verpflichtenden Aufgabe bewußt sind. Wenn mir dieser Forderung entsprechen, sind wir des großen Opfers unserer Gefallenen wert, und damit danken wir chnen und vor allem auch dem Fübrer, bem wir mit aller Kraft und und zu jeder Svunde helfen wollen, den Sieg zu erringen, um damit bem Opfertod unserer Gefallenen tiefften Sinn und höchste Krönung zu geben.
Anschließend folgte bei gesenkten Fahnen das pacfenbc Gedenken an die Gefallenen der Gießener Ortsgruppen und zugleich mit chnen an alle Gefallenen unseres Volkes an den verschiedenen Fronten, an denen sie ihre Treue und ihren Einsatz für Führer, Volk und Reich mit der Hingabe ihres Lebens besiegelten. Dann beschloß das Streichquartett des Städtischen Orchesters die denkwürdige Stunde mit dem Spiel der Variationen über das Deutschlandlied aus dem Kmserquartett von Josef Hayd-n.
Grünanlagen fallen. Hiernach stehen also gewöhnlich zur Bekämpfung jeder Stabbrandbombe eine oder mehrere Personen zur Verfügung. Kleine Häuser, in denen weniger Leute wohnen, bieten auch nur kleinere Zielflächen und haben mit weniger Bomben zu rechnen. Bei Ausnutzung famt- licher Aufhängevorrichtungen für Brandbomben ist es einem viermotorigen Flugzeug möglich, etwa 20 Behälter zu je 90 Stabbrandbomben einzu- bauen. Ab ex das wird nur selten vorkommen, weil der Gegner immer eine geroiffe Anzahl von Sprengbomben mitnimmt.
Die Stabbrandbombe gibt bei ihrem Einschlag und ihrer Entzündung nur ein sehr geringes Geräusch ab, was bei starkem Flakfeuer kaum gehört werden kann. Deshalb sind häufig Kontrollgänge 'durchzuführen. Zweckmäßig wird ein Angehöriger der Luftschutzgemeinschaft im Kellereingang so aufgestellt, daß er die Straße oder den Hof beobachten kann. Wenn auf Straße oder Hof Brandbomben brennen, sind fast sicher solche auch in das Haus gefallen. Dann alarmiert der Beobachter schnell die Selbstschutzkräfte des Hauses. So ist es möglich, in spätestens 1 bis 1% Minuten die Brandbomben im Haufe zu finden und rechtzeittg zu bekämpfen. In den meisten Fällen bedeutet ein ausgebrannter Dachstuhl oder eine ausgebrannte Wohnung eine sichtbare Anklage gegen die Lustschutzgemeinschaft, die die Bekämpfung der Brandbomben entweder zu spät oder unsachgemäß durchgeführt hat.
Sicherung der Kleidung und Haushaltswäsche gegen Fliegerschäden
Es liegt im eigenen Interesse jedes Volksgenossen, dafür zu sorgen, daß bei Fliegerschäden der Verlust an Kleidungsstücken und Haushaltswäsche vermieden oder möglichst klein gehalten wird, da bekanntlich bei einem Totalschaden nicht die gesamte Kleidung
Der Umgang mit der britischen Stabbrandbombe
Selbstschutz ist nicht abzufchrecke«.
(Nachdruck verboten.)
2. Fortsetzung.,
Vom Schicksal verweht
Roman von Holla Gutkelch
Forster spürt hinter dem undurchdr ingl i che u Lächeln des Gouverneurs die drohende Gefahr, 'aber er bleibt fest. „Verzeihung, Exzellenz, das ist absolut möglich, aber Sie dürfen von uns keine Wunder erwarten, wir können nicht mehr tun, als unser Leben einsetzen. Dr. Wilder ist beim letzten llebersall auf die Dschungelstation ermordet worden. Das wissen Sie. Dr. Lewis und Gomez arbeiten trotzdem auf dieser Station. Wir tun mehr als unsere Pflicht, aber solange man uns nicht die notigen Machtmittel zur Verfügung stellt ..." ,
„Wir wollen uns doch nicht im Kreise drehen, lieber Professor", fällt der Gouverneur ungnädig em. „Ick) habe Ihnen gesagt, das ist unmöglich. Mit «Zynischem Unterton wendet er sich seinem anderen Besucher zu: „Es sei denn, daß Mr. Sedgewick auf seine Kosten ..." . ,
Sedgewick ist ans Fenster getreten durch die -Lücken in her Jalousie blickt er -auf hie ©trafje, ’M-her ein Obstverkäufer mit viel Stimmaufwand 'feine Waren anpreist. Erschrocken fährt er bei den Worten Parkers herum. „Den Deibel werde ich ■tun. Ich habe genug durch diese verdammte JKa° llaria verloren! Jetzt haben Sie dafür zu sorgen, 'M ich nicht noch mehr verliere." Plötzlich verzerrt fstch sein Gesicht, er greift nach dem Herzen, sinkt in ffich zusammen. Mühsam rafft er sich wieder auf mnd hält sich krampfhaft an der Kante des Schreib- liisches fest. - . n.
„Mr. Sedgewick!" kommt es entsetzt von den Lip- ll>en des Gouverneurs. .... ,
Auch Professor Forster eilt herbei er fuhrt den Wankenden zu einem Sessel und prust leinen P
Malaria, Sie müssen sofort ins Hospital.
,Hch hätte es nicht für möglich gehalten, daß man hier mitten m der Dschungel schwerer zu einer Orchidee kommt, als in den Hauptstraßen der großen Städte! Dort geht man einfach in ein Geschäft, fragt: Meines Fräulein, ich möchte die drei Blüten aus der Vase ganz links im Fensters, hier dagegen — verdammt noch mal ..." Aergerlich schlägt Dr. Bob Lewis, Arzt am Hygiene-Departement Punta- marra, mit seinem Buschmesser in das Lianen- qestrüpp des Baumes, auf dem er und fein Kollege Dr. Gomez sich einen Tierfänger-Hochsitz errichtet haben. Ihre einzige Unterhaltung in der Einsamkeit der Dschungelstation ist die Jagd auf seltene Schmetterlinge. Aber so sehr sich auch Bob Lewis um dep Orchideenzweig mit den handgroßen, bizarr geformten rosa Blüten bemüht, der seine Luftwurzeln mit Harzpech auf einen Ast des Baumes gekittet hat, er erreicht ihn nicht.
„Was wollen Sie mit dieser Kostbarkeit der Natur?" lacht Gomez. „Unseren .fürstlichen' Bungalow schmücken, oder die Blüten einer dicken schwarzen Dschungelschönheit überreichen?" Mit freundlichem Spott betrachtet der aus einet seit Jahrhunderten auf der Insel ansässigen Kreolenfamilie Stammende den Jüngeren, der sich den weißen Tropenhelm abgenommen hat und "sich mit einem seidenen Tuch das schweißnasse Gesicht wischt. Das Tuch riecht nach Juchten-Parfüm.
„Ach, ich will doch morgen nach Puntamarra fahren, um Professor Forster Bericht zu erstatten, und da werde ich auch unsere Kollegin Dr. Larsen sehen. Virgin liebt Orchideen."
„Soso. Aber bis Sie in der Stadt sind, wäre der ganze Blütenzauber längst verdorrt. Steigen wir hinunter, mir ist nach einem Bad zumute."
Bob Lewis folgt zögernd dem Kreolen. Seine blauen, ein wenig schwärmerischen Augen hängen noch immer an dem Orchideenbüschel tn der Baumkrone. Der für einen Mann fast zu schöne und weiche Munh lächelt halb. Während er sich mit der einen Hand an der Strickleiter feschält, schnippt er
ein Stäubchen von den tadellos weißen Leinenshorts.
„Ich glaube, Lewis, Sie wollen nicht begreifen, daß das Leben in der Dschungel Kampf bedeutet", philosophiert Gomez im Abwärtssteigen. „Das ist hier fy: Denken Sie sich einen großen Tropenfrosch, der behaglich eine eben gefangene Fliege verzehrt. Schon entdeckt ihn eine Schlange unter seinem Blätterdach, und er verschwindet in ihrem Rachen. Dabei beobachtet sie ein Raubvogel, senkrecht stößt er hinunter, seine Fänge schließen sich um die zuckende Schlange ..
Plötzlich senkt Gomez den Kopf, ihm ist, als habe er das Schwirren eines Pfeiles gehört. Unter sich sieht er einen Dschungelneger, der nach einem Geier schoß, dessen Körper jetzt durch die Zweige des Baumes zur Erde poltert. Eine Schar kleiner Sittiche stiegt kreischend auf. Eine Affenherde linzt herunter. Lachend bückt sich der Schwarze, um seine Beute aufzuheben.
Da bemerkt Lewis, einen Panther, der durch das hohe Gras schleicht. Fast am Boden kriecht die große Katze.
In den Schrei des Negers kracht ein Schuß.
Fassungslos blickt Gdmez auf Dr. Lewis, der, das Gewehr auf der Wange, bereits den zweiten Schuß abgrbt.
Die beiden Männer gleiten vom Baum, denn der Schwarze mach: ihnen ein Zeichen, daß dex Pancher zu Tode getroffen ist.
„Donnerwetter, Lewis, ich nehme mein Urteil von vorhin zurück. Sie sind doch ein ganzer Kerl", meint Gomez anerkennend. Der Kreole wendet sich dem Neger zu. „Und du, mein Junge, hast Glück gehabt!"
Aber statt irgendwelcher Dankesbezeugungen starrt der wohlwollend Angesprochene die beiden Aerzte mit angstvoll aufgerissenen Augen an. Als Lewis ihm freundlich die Hand auf die Schulter legen will, entwindet sich ihm der glatte Körper
und sagt mit schnellen Sätzen tn das Gewirr der Dschungel.
„Ich möchte wissen, warum die Kerle immer aus- reißen, wenn man sie mal allein antrifft!" murmelt Bob verdrossen.
Gomez lächelt. „Dschungelgesetz — der Schwache muß immer laufen, sonst wird er vom Stärkeren gefressen!"
„Na, daß wir ihn nicht fressen wollten, konnte er sich doch wohl denken!" schüttelt Lewis den Kops.
„No ~ in der Dschungel heißt es erst laufen, dann denken. Wenn man erst denkt, kommt man nicht mehr zum Laufen — bann ist man schon gefressen!"
„Na, da bin ich nur gespannt, wer uns frißt!"
In diesem Augenblick reiß Gomez schnell den Kollegen zur Seite. Ein Speer zischt haarscharf an Lewis vorbei, bohrt sich in den Boden, der Schaft zittert'noch von der Gewalt des Wurfes. Und nun erklingt plötzlich der abgehackte Rhythmus einer Lckkoki, der Signaltrommel der Schwarzen.
„Die Lokoki sagt: N'gombi n* fu m'komba! Der weiße Teufel, der uns krank macht?" übersetzt Gomez mit bitterem Lächeln.
Bob Lewis ist erregt. „Und dabei will man diesen Idioten helfen. Gomez, wenn ich wüßte, daß die Weißen an der Küste verrecken, sollte es uns nicht gelingen, die Neger zur Impfung gegen Malaria zu bewegen, bann ...", er macht eine Bewegung, als wollte er am liebsten die Arbeit hinwerfen. „Die Malaria sitzt hier in den Negersiedlungen, und solange das der Fall ist, wird sie immer wieder nach Puntamarra geschleppt werden. Uebrigens, unter diesen Umständen", er beutet auf den Speer, „lasse ich Sie keinesfalls mit den paar Hausnegern hier allein. 2ldieu, Sektabend mit Virgin im Country- Club."
Mit schnellen Schritten, sich immer wieder vorsichtig umsehend, gehen die beiden "^rzte zur Dschungelstation zurück. x
(Fortsetzung folgt.)


