Möglichkeiten, um uns die unerschütterliche Zuver- sicht zu geben, daß in diesem Kriege der Sieg unser jein wird. Für ihn auf allen Gebieten unseres völkischen Lebens auch die letzten Reserven mobil zu machen, ist der unerschütterliche Wille Deutschlands und Italiens.
In knappen, scharf umrissenen Formulierungen, die wohltuend abstechen von den nebelhaften Zu- kunstsprogrcrmmen und der verwogenen Atlantik- Charta, mit den Männer wie Churchill und Roosevelt ihre tatsächlichen Kriegsziele tarnen möchten, beantwortet das Kommunique über die Begegnung zwischen Führer und Duce auch die Frage, wofür alle diese Anstrengungen der europäischen Völker unternommen werden und wofür die harten Opfer dieses Krieges gebracht werden müssen. Es sind klare revolutionäre Prinzipien, die hier aufgestellt werden, und für deren Verwirklichung Führer und Duce als die Repräsentanten der europäischen Revolution bürgen. England und die Vereinigten Staaten, die nach dem letzten Weltkriege Zeit genug gehabt hätten, jene revolutionären Grundsätze zu verwirklichen, die wir jetzt auf unsere Fahne geschrieben haben, haben in Wahrheit in diesen 20 Fahren das gerade Gegenteil von dem getan, was zur Befriedung des europäischen Kontinents not gewesen wäre.
Wo gab es eine Zusammenarbeit aller Völker Europas auf der Grundlage chrer gemeinsamen nationalen Interessen, wo gab es eine soziale Gerechtigkeit, wo eine gerechte Verteilung der wirtschaftlichen Güter der Welt und ein ftiedliches Leben der Völker untereinander? Nichts davon. 20 Jahre lang haben unsere Gegner sich über diese Grundsätze eines natürlichen Zusammenlebens der Völker mit zynischer Brutalität hinweggesetzt. Sie haben die Freiheit des einzelnen verkündet, um schrankenlos herrschen zu können. Sie haben die Freiheit der Meere proklamiert, um den Handel 'aller übrigen Völker an sich zu reißen, den Weltmarkt zu beherrschen und damit den sozialen Lebensstandard der Völker Europas zu einem Helo- tendasem herabzudrücken. Sie haben die freie Wirtschaft proklamiert, um damit die Herrschaft des jüdischen Kapitalismus zu errichten.
So haben England und die Vereinigten Staaten stch als Mächte der finstersten Reaktion auf allen Gebieten der Kultur, des politischen und sozialen Lebens erwiesen. Sie finden heute nirgends mehr Glauben, wenn sie mit Hilfe von durchsichtigen Proklamationen sich als Schristmacher des sozialen Fortschritts hinstellen möchten. Nicht diese sind die Träger neuer zukunftsträchtiger Gedanken, sondern tzrie Führer der jungen revolutionären Völker des europäischen Kontinents sind es, die unserem Erdteil und der Welt neue Wege in eine bessere Zukunft weisen. Diese uns frei zu kämpfen, das ist ein Ziel, aller der Opfer und Anstrengungen wert, die der totale Krieg von den Völkern Deutschlands ‘uni) Italiens fordert.
Nie britische Niederlage
, am Mayu.
Tokio, 10.AprÄ. (Curopapreß.) Die völlige Vernichtung der seit Ende März unweit der Mayu-Mündung aus engem Gebiet zusammengedrängten britisch-indischen Truppen melden Berichte des kaiserlichen Hauptquartiers am Samstagmittag. Der Kommandant der 6. britischen Brigade, General Cav en di sh, ergab sich mit dem Rest seiner Truppen. Nachdem die japanischen Truppen mit Durchstoßung der Mayu-Halbmsel bis. an den Rand des Golfes von Bengalen dieEintrei« s u n g der im Südteil der Landzunge stehenden britisch^indischen Truppen vollzagen hatten, wurde der Ring seit dem 5. April langsam verengt. Der eingeschlossene Feind versuchte immer wieder, den Ring zu durchbreche», doch blieben alle Angriffe vergeblich. Am 6. und 7. April fanden wiederholt blutige Kämpfe Mann gegen Mann statt, in denen die Engländer immer wieder Durchbrüche versuchten. Am 8. April ergab sich der Feind in der Nähe des Ortes Jndin bedingungslos.
Keine Hilfe für Tschungking.
Selbst die Brrrrnastratze würde nicht ausreichen.
G e n f, 11. April. (DNB.) Der Manchester Guardian-Korrespondent in Tschungking, der sich in Indien aufhält, erklärt, in Tschungking,sei man außerordentlich an der Frage interessiert, welche Hilfe von Indien zu erwarten sei. Schon eine Flugzeugreise über das Himalaya-Gebirge genüge, um einen jeden von den ungeheuren Transportschwierigkeiten zu überzeugen. Diese Flugstrecke sei selbst bei günstigem Wetter d i e schwierigste der Welt. Die Transportslug- zeuge müßten nämlich, um die Gebirgskette zu überwinden, sehr hoch stiegen und seien- deshalb nicht hi der Lage, schwere Güter zu befördern.
Landdienst — Ehrendienst am Volke.
Oer Gauleiter verabschiedete Ostlandfreiwillige für den Landdienst.
NSG. «Gauleiter und Reichsstatthalter S p r e n - ger verabschiedete am Sonntagvormittag im Pau- linenschlößchen in Wiesbaden 800 Jungen und Mädel, die sich zum Landdienst der Hitler- Jugend freiwillig gemeldet hatten. Mit festlicher Musik, Liedern und Sprechern wurde die erhebende Feierstunde eingeleitet. K.-Gebietsführer Oberbannführer Dr. Gau hl begrüßte mit herzlichen Worten Gauleiter und Reichsstatthalter' Sprenger, Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht, die Eltern der Landdienstfreiwilligen und die Ortsbauernführer, Bauern und Bäuerinnen der Dörfer, in denen die Landdienstfteiwilligen ihren Dieyst ableisten werden. Er wies auf die Beoeutung des Londdien- stes hin und konnte dem Gauleiter die Meldung machen, daß sich auch in diesem Jahre die Zahl der Landdienstfreiwilligen wieder bedeutend erhöht habe. Die unermüdliche Aufklärungsarbeit der Hitler-Jugend, die Jugend aus der Stadt zum Lande zurückzuführen, beginnt ihre Früchte zu tragen. Die bisher erzielten Erfolge beweisen, daß der eingeschlagene Weg der richtige ist. Mit herzlichen Worten dankte Oberbannfuhrer Dr. Gauhl dem Gauleiter für sein immer wieder bewiesenes Interesse für die Landdienstarbeit und die hochherzige Förderung, die er ihr stets zuteil werden ließ.
Dann ergriff der Gauleiter das Wort zu einer hinreißenden Rede, in der er den Jungen und Mädeln die politischen Hintergründe darlegte, die zu einem regelrechten Kampf des Händler- tums gegen das Bauerntum- in den Jahren vorder Machtübernahme geführt haben. Dieselben Kräfte, die uns jetzt im Kampfe gegenüberstehen, wollten das deuffche Landvolk vernichten und von seiner Scholle vertreiben. Durch verbilligte Einfuhren sollte Deutschland in ein Ab- hängigkeitsverhältnis zu unseren Gegnern gebracht und ihm hierdurch die Möglichkeit genommen werden, seine Ernährungsfreiheit sicherzustellen. Diesen teuflischen Plan, jüdischen Gehirnen entsprungen, hat der Führer grüiGlich zunichte gemacht. Ihm blieb es vorbehalten, das Bauerntum vor seinem
Untergang zu bewahren, es aus seiner Verarmung zurückzuführen, und ihm wieder den gebühre n de n Platz einzuräumen; der Forderung des Führers, die Ernährung des deuffchen Volkes zu sichern, ist das deutsche Landvolk in der klaren Erkenntnis, dem Dolksganzen zu dienen, getreuttch nachgekommen.
Der Drang , zum Lande trete immer stärker in Erscheinung. Die Hitler-Jugend habe an dieser Entwicklung besondere» Anteil. Sie wird das Problem der Landflucht lösen. Daher sei auch die gesamte Arbeit auf diesem Gebiete restlos in ihre Hand zu legen. — Der Gauleiter wies weiter darauf hin. daß der Jugend die Bedeutung des Bauerntums vermittelt werden müsse, damit sie sich jederzeit der ^Verantwortung bewußt sei, die sie durch ihren Entschluß, Bauer zu werden, auf sich genommen habe. Hart und schwer wird der Weg sein, den die bäuerliche Jugend zu gehen habe. Er führe aber auch in eine gute, gesicherte Zukunft. Es gelte, den Willen des Führers zu erMen, das deuffche Volk zu einem Bauernvolk zu machen. Die Jugend wird diesen Weg unbeirrt gehen. Sie wird als Wehrbauer das Reich, das von unserem Führer und seiner tapferen Wehrmacht erkämpft wurde, nach allen Seiten sichern. Dem Schwert folgt der Pflug in eine große Zeit.
Mit Handschlag verabschiedete der Gauleiter 85 Jungen und Mädel, die nach Abschluß ihrer Landdienstzeit im Osten des Reiches eingesetzt werden. In eindringlichen Worten führte er ihnen die hohe Verpflichtung vor Augen, die sie durch ihren Einsatz im Osten zü erMen haben. Nachdem Ober- bannsührer Dr. Gauhl die neuen Landdienstfreiwilligen verpflichtet hatte, nahm der stellvertretende Landesbauernführer, Landesobmann W e i n tz, die Landdienstfreiwilligen im Namen der Bauern in ihre Reihen auf. In ihrem neuen Wirkungskreis werden die Jungon und Mädel neue Erlebnisse aufnehmen, sich einfügen in das bäuerliche Leben und mit Lust und Liebe an ihre gewiß nicht leichte Arbeit gehen. — Die Feierstunde wurde mit. der Füh- rerehrung geschlossen.
Oer Einsatz der Studierenden für die Neichsverteidigung.
Der Rerchserzrehungsminffter und der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz haben Anweisungen für den Einsatz der Studierenden der H o ch - s ck u l e n für Aufgaben der Reichsverteidigung ek- lassen. Sie gehen davon aus, daß alle wehrfähigen deuffchen Studenten und damit der weit überwiegende TeA der Hochschuljungend im Waffendienst stehen. Da der noch verfügbare Nachwuchs trotz der Zunahme des Frauenstudiums nicht ausreicht, um den in allen akademischen Berufen immer mehr steigenden kriegswichtigen Bedarf zu decken, ist möglichst schnelle Ausbildung der nutzvollfte und somit richtige kriegswichtige Einsatz dieses Nachwuchses. Es wird deshalb von einem allgemeinen Aufruf der Studierenden für den Arbeitseinsatz abgesehen. Damit wird den Sturüerenden in noch höherem Maße die Pflicht auserlegt, ihr Studium unter äußerster Anspannung zu intensivieren, um so schnell wie möglich berufseinsatzfähig zu werden. Wer sich diesen erhöhten Anforderungen Nicht gewachsen.zeigt, wer insbesondere das Studium nur als ein Ausweichen vor einem anderen Arbeitseinsatz gewählt bat, gehört während des Krieges nicht auf die Hochschule. Neben das Studium tritt, wie bisher, Kriegs- emsatz in der unterrichtfreien Zeit und
Heranziehung zu kriegswichtigen Aufgaben. Zum Arbeitseinsatz sind diejenigen Studierenden zu melden, die nach Leistung und Haltung für ein Studium unter den erhöhten Anforderungen nicht geeignet erscheinen, insbesondere Stüdiereiü>e, die bereite ein Studium abgeschlossen haben und ohne zwingenden Grund ein weiteres betreiben, sowie solche, die nicht ernsthaft den alsbaldigen Abschluß und die Derufsausübung anstreben, z. B. wenn das Studienfach bereits ein« oder gar mehrmals ohne zwingenden Grund gewechselt wurde. Die Entscheidung darüber trifft ein aus dem Rektor, dem zuständigen Dekan bzw. Lehrer und dem Gau- studentenführer bestehender Ausschuß. Die lieber® Prüfung erstreckt sich aus alle Studierenden deutscher Staatsangehörigkeit — mit Ausnahme der von der Wehrmacht zum Studium Abkommandierten und Beurlaubten — und die Protektoratsangehörigen und Staatenlosen. Die Mellmng zum Arbeitseinsatz ist keine Strafmaßnahme und bedeutet nicht den Ausschluß vom Studium. Vielmehr werden die Gemeldeten von der Hochschule als Beurlaubte geführt. Die Hochschulen dürfen Studierende jeweils nur in der Zahl aufnehmen, als genügend Lehrkräfte und ausreichende Arbeitsplätze zur Verfügung stehen.
Aber, so fährt der Korrespvlckent fort, selbst wenn es den Achsenfeinden gelänge, Burma zurückzuerobern und die Burma st raße wieher zu eröffnen, könne Tschungking nicht viel Hilfe erwarten. Um das einzüsehen, brauche man nur einmal zu beobachten, welch ein gewaltiger Nachschub zur Unterhaltung der verhältnismäßig begrenzten brittsch- indischen Streitkräfte an der burmesischen Grenze erforderlich sei. Sie allein verschlängen ein Mehrfaches dessen, was Tschungking je über die Burmastraße erhalten habe. Es wäre also völlig fatsch, wenn man cmnehme, daß es nur der Wiedereröffnung der Burmastraße bedürfe, um durch die nach China gelangenden Materialien Tschiangkai- scheks Truppen wieder voll einsatzfähig zu machen. Schätzungsweise könnte Tschiangkaischek günstigstenfalls monatlich nur einige wenige Tausend Tonnen Kriegsmaterial erhalten.
Erft wenn Japans Flotte derart geschwächt wäre, daß sie die Totalblockade Tschungking- Chinas nicht mehr aufrechterhalten könnte und dadurch die Häfen Jndochinas und Südchinas wieder frei würden, ergebe sich für die Achsengegner die Möglichkeit, Tschungking-China in einem Maße Hilfe zukommen zu lassen, wie es sie zu einer einigermaßen erfolgreichen Kriegführung gegen Japan braucht. Daran könne aber vorläuft g nicht gedacht werden.
Wachsende Unruhe in Iran.
Ankara, 10. April. (Curopapreß.) Die Aufstandsbewegung in den ostiranischen Provinzen dauert an. Sie wird dadurch charakterisiert, daß in zunehmendem Maße reguläre Truppen der iranischen Armee wegen ausbleibender Besoldung und ungenügender Verpflegung zu den Freffcharen
der Prooinzgouverneure übergehen, so daß die Exekutivgewalt der Teheraner Regierung in fast allen Ostprovinzen Irans mehr und mehr schwindet. Die Aufstandsbewegung hat allmählich einen derartigen Umfang angenommen, daß - man sie nun auch von britisch-nordamerikanischer Seite mit zunehmender Besorgnis verfolgt. Offenbar ist geplant, zur Offenhaltung gewisser Verkchrsverbindungen Truppen aus Britisch-Belutschistan nach Ostiran zu entsenden, um wichtige Wege und Ortschaften unter Kontrolle zu nehmen.
Alliierte Rivalität in Aegypten
Ankara, 11. April. (Curopapreß.) Die Stellung des neuen Beauftragten des USA.-Präsidenten Roosevelt für den Nahen Osten, des Generals Patrick H u r l e y , der vor kurzem in Kairo cintraf, wird in ägyptischen Kreisen lebhaft diskutiert. Patrick Hurley soll, so fordert Roosevelt, dem britischen Kabinettsminister für den Nohen Osten, Casey, aleichgeordnet sein. In ägyptischen Regierungskrei- fen, wo man zunächst die nordamerikanische Infiltration in Aegypten vielfach nicht ungünsttg beurteilte, weil man davon ein politisches Gegengewicht gegen den britischen Einfluß erhoffte, ist man seit der Ankunft Patrick Hurleys, dessen Stellung über den Kopf der ägyptischen Regierung hinweg geschaffen wurde, in Aegypten nun besorgt, daß der USA.-Einfluß zu stark werden könnte. Hurley begegnet daher in ägytischen Kreisen kaum verhüllter Abneigung, woran wiederum die britische Diplomatie nicht ganz unbeteiligt sein soll, denn gerade ihr wäre eine Stärkung des USA^ Einslusses in Aegypten durchaus unangenehm. Richard Casey hat in Patrick Hurley einen mächtigen Gegenspieler bekommen.
„Die Wiederherstellung diplomatischer Beziehungen zwischen Kairo und dem Kreml erscheint ausgeschlossen angesichts der konservattven Haltung des ägyptischen Hofes und der orthodoxen Einstellung der maßgeblichen geistlichen Kreise um die muselmanische Hochschule in Kairo", erklärte der neue ägyptische Gesandte in Ankara, Abdura- him, in einem Gespräch mit dem iranischen Botschafter in der türkischen Hauptstadt. Abdurahim fügte hinzu, daß besonders der Rektor der muser- maniscyen Hochschule in Kairo, Scheich el Maraghi, seinen bedeutsamen Einfluß gegen die Wiederaufnahme der Beziehungen zü Moskau geltend macht, während London eine Annäherung Kairos an Moskau gern sähe.
Zwei Jahre bulgarisches Mazedonien. Gesandter Beckerle sprach in Zkopljo.
Sofia, 12. April. (Curopapreß.) Mazedonien feierte am Sonntag den zweiten Jahrestag seines Anschlusses an Bulgarien. Der Höhepunkt der Feier war ein Besuch des deuffchen Gesandten in Sofia, SA.-Obergruppenführer Beckerle, in der maze-, donischen Kreishauptstadt S k o p l j e, die ihm das Ehrenbürgerdiplom überreichte. Der Gesandte zeichnete die zwei Wellen, die sich im jetzigen Krieg gegenüberstehen: auf der einen Seite England, das niemals einen' Krieg aus idealistischen Motiven führte, und die USA., deren Judentum und Kapitalismus zur Weltherrschaft trieben, auf der anderen Seite das Deutschland eines Goethe, Kant und Wagner. Italien mit seiner glanzvollen Vergangenheit, das tapfere japanische Volk und die übrigen Verbündeten in einem Europa mit feiner jahrhundertealten Kultur. Zu diesen Völkern gehöre auch Bulgarien mit seiner ruhmvollen Geschichte voll Heldentum und Freiheitsdrang. Der Gesandte erinnerte an hie Verbundenheit zwischen dem deutschen und bulgarischen Volke und zeigte, wie diese Verbundenheit Lurch die besten Wirt- schastsbziehungen ergänzt werde.
Staatenlose Juden müssen Rumänien verlassen.
53 u t a r e ft, 11. April. (Curopapreß.) Sämtlichen staatenlosen Juden in Rumänien, darunter auch den jüdischen Emigranten aus Deutschland, denen die deutsche Staatsangehörigkeit längst entzogen wurde, teilte das-rumänische Kontrollamt mit, daß sie Rumänien bis zum 1. Mai verlassen müssen, widrigenfalls man sie in das von rumänischen Truppen besetzte ehemalige Sowjetge- biet jenseits des Dnjeftr, d. h. Transnistrien, schaffen würde. Die Zahl der von der Ausweisung be» troffenen Hebräer soll sich auf etwa 3000 belaufe^ Kleine politische Nachrichten.
Die britischen Flugzeugverluste bei ihren erfolglosen Angriffen in der Nacht zum Sonntag gegen das Reichsgebiet haben sich nach neuen Feststellungen auf 20 erhöht.
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Die Stadt an den drei Flüssen.
Von Richard Gerlach.
Eine der Städte, in denen man das deutsche Herz jam vernehmlichsten schlagen hört, ist Hanno- bersch-Münden. Der Kessel des Tales birgt die Kostbarkeit der alten Gassen mit ihren stattlichen Fachwerkhäusern und malerischen Winkeln, und diese Gassen blicken alle gegen die bewaldeten Berge, welche den frischen Atem der Natur von allen Seiten heranbringen. Zwei Flüsse, Fulda und Werra, vereinigen sich hier 3um Strom, der Weser. Das lebendige Wasser gibt der Stadt selbst etwas Lebendiges. Das Wort des Philosophen, daß alles im Fluß ist, gewinnt hier Anschauung.
Auf den Flüssen berühte schon immer der Wohlstand der Bürger. Die Frachtschiffe trafen aus drei Richtungen zusammen. Bereite im 13. Jahrhundert besaß die Stadt das Stapelrecht. Alle mit Schiff ober Wagen gebrachten Waren mußten ausgeladen werden. Die Mündener aber hatten das Privileg, zollfrei durch das Herzogtum Braunschweig-Lüne- durg fahren zu dürfen. Drei Tage lang mußten alle Waren tn Münden liegen bleiben und neunmal zum Verkauf ausgeboten werden. Die Mündener konnten sich also von allem das Beste aussuchen.
Der Handel blühte. Im Jahre 1253 wurde der Grundstein zu der St.-Blasii-Kirche gelegt, die von dem allen Bürgerstolz noch heute zeugt. Kurz vorher war Münden herzogliche Residenz geworden und blieb es jahrhundertelang. Doch ging das Schloß 1561 in Flarymen auf, wurde wieder auf- gebaut und später in einen Kornspeicher und dann in eine Kaserne verwandelt, und wenn es am Ende des vorigen Jahrhunderts auch in seinem alten Zustande hergestellt wurde, so liegt die fürstliche Vergangenheit doch lange zurück und gibt der Stadt nicht mehr das Gepräge. Die Lage des Schlosses über der Werra ist sehr schön, aber es nimmt im Stadtganzen keine beherrschende Stellung ein.
Nicht nur glückliche Tage hat Münden erlebt. Diese Stadt ist im Dreißigjährigen Kriege wie kaum eme andere verheert worden. Arn 30. Mai 1626 eroberte Tilly sie, und die Plünderung und das Mordbrennen brachte großes Elend über die Einwohner, die nur zum geringen Teil mit dem Leben davonkamen. Das gerade fertiggewordene Rathaus blieb unangetastet, und wir bewundern heute noch diesen Renaissancebau um seiner schlichten, edlen Verhältnisse willen.
Nicht selten haben die Flüsse, auf denen sonst die Güter herankamen, auch Not und Verderben mit» gebracht. Besonders bei Tauwetter im Winter und Frühjahr schwollen Werra und Fulda sehr an und überschwemmten die ganze Stadt, brachten Häuser zum Einsturz und rissen Menschen und Vieh mit sich fort. An einem Pfeiler ber St.-Blasii-Kirche wird an die Wasserflut des Jahres 1342 erinnert, die tm Juni eintrat. Die Geschichte der Stadt kennt in jedem Jahrhundert ähnliche Verwüstungen, und oft genug wurde der Marktplatz in einen See verwandelt.
An der Aegidii-Kirche steht - ein mit zwei pausbackigen bengelhaften Engeln verzierter Leichenstein, welcher der Nachwelt kundtut: „Allhier ruhet in Gott ber weiland hochedle, hochtzrfahrene, berühmte Herr Johann Andreas Eisenbart. Königlich Groß- brittanffch-Churfürstlich-Vraunschweigisch-Lüneburgi- Icher Privilegierter Landarzt, wie auch Königlich- Preußischer Rath und Hof-Oculiste von Magdeburg. Geboren anno 1661. Gestorben 1727, am' 11.November Aetatis 66 Jahr.^ In dem Gasthofe „Zum wilden Mann" war der Arzt gestorben, der die Leute auf seine eigene Art kurierte, indem er von ber Tribüne des Marktplatzes, angetan mit einem scharlachroten Rock, seine Wundermedikamente an» pries. Er wohnte in Magdeburg, brachte aber vor feinem Tode eine geraume Zeit in Münden zu Man lächelt über diese barocke Berühmtheit, und man erinert sich zugleich, daß nicht weit von hier, m Bodenwerder cm der Weser, der Lügenbaron von Münchhausen zu Haufe war» und daß Hameln
seinen Rattenfänger hatte. Auch das Schnurrige und Phantastische ist an dem' Strom beheimatet, der durch die Waldberge dahinfließt, in -denen so viele Märchen zuerst erzählt worden sind.
So reich die Vergangenheit Mündens ist, em Spiegelbild des gesamten deutschen Lebens im kleinen, so bezaubernd ist feine Gegenwart, und wenn man auf eine der Höhen steigt und dann hinunterblickt in das Tal, so wird man sich immer ryieder gern an dies innige und reizende Gemälde erinnern.
Zeitschriften.
— Im letzten Heft der Monatsschrift >;,& u n ft dem Volk" (Verlag Heinrich Hoffmann, Wien) werden Leben und Werk Georg Ferdinand Waldmüllers aus Anlaß seines 150. Geburtstages im Januar d.J. an Hand ausgezeichneter farbiger Bild- mi eher gaben einer Würdigung unterzogen. Besonders schön gelang die farbige Reproduktton von Landschaften des Nürnbergers Hermann Gradl, dessen zartes, pastellarttges Kolorit hier zu bestechender Wirkung^ kommt. Andere, ebenfalls bebilderte Beiträge befassen sich mit wenig bekannten Handzeichnungen Claude Lorrains und mit dem Schaffen des Münchner Bildhauers Richard Klein.
— Das Frühlingsheft der „M 0 d e n w e l t" (im Deutschen Verlag, Berlin) bringt viele zeitgemäße Ratschläge und Winke. Da findet man beispielsweise, wie man aus alten Kleidern neue zaubern kann: es gibt schneidertechnische Ratschläge, Vorschläge zum Umarbeiten; Winke, wie man seine Wasche erneuert usw. Daneben gibt es Vorlagen für praktische, tm Stoffverbrauch sparsame Kleidung und für Kinderkleidung, die man aus alten Bestäw den arbeiten kann. Interessant für die Hausfrauen ist auch die mit Bildern erläuterte Beschreibung, wie man Herrenhemden ausbessern kann. Mit einem Aufsatz der bie Aufbewahrung von Kleidern mt Keller schildert, schließt das interessante Hetz,
Tücken -er Filmkamera.
Film-Regisseure und Film-Architekten haben es nicht leicht. Sie müssen sich den Wünschen des Publikums anzupassen suchen, aber auch an die Erfordernisse der Kamera denken, die nicht immer so will, wie der Mensch sich das vorstellt. So kam kürzlich, anläßlich eines Gesprächs mit dem Film« bildner Robert H e r l t h, der zur Zeit an den bauten zu dem Terra-Film „Scherzo" arbeitet, zur Sprache, daß immer wieder Briefe aus dem Publikum ein treffen, in denen die geringsten Kleinigkeiten Moniert werden. So teilte beispielsweise ein aufmerksamer Filmbesucher mit, man könne es nicht glauben, daß die Frau des Bildhauers Andreas Schlüter, bie in dem gleichnamigen Film als besonders gute, eratte Hausfrau dargestellt werde, so nachlässig fei, ihr Zinngeschirr nicht zu putzen. Und tatsachllch, tm Film wird man es blind und beschlagen finden, wenn man genau hinsieht. Selbstverständlich hatte der Requistteur das Geschirr vor den Aufnahmen in blankgeputztem Zustande auf den eims gestellt; da machte die Kamera den Sttich durch die Rechnung. Es erwies sich nämlich als unmöglich, die glitzernden Zinngefäße ohne Spiegelung zu photographieren. Die hellen Lichter an einem nebensächlichen Requisit aber hätten den Eindruck des Ganzen gestört, und so mußte man sich entschließen, die Krüge und Teller mit einem graueh Lock zu üb erftreichen, durch den die Reflexe aufgehoben wurden. Dieses kleine Beispiel zeigt uns, daß die Frage „echt oder unecht?" beim Film mit Rück- stcht auf die künstlerische Qualität nicht immer zugunsten der völligen Echtheit beantwortet werden kann. Aber es find meist nur kleine Veränderungen der zu photographierenden Wirklichkeit vonnöten, im ganzen versucht man mit einer dem Unbefangenen schon übertrieben scheinenden AkribiH im Atelier alles so natürlich wie möglich zu mache»
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