Ausgabe 
11.5.1943
 
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Gchießwehrkämpfe -er SA. 1943

Der

Novelle von Theodor Storm

(Nachdruck verboten.)

2. Fortsetzung.

keine Privatgespräche am Fernsprecher, damit lufEschutz wichtige Gespräche durchkommen l

über das

Srenzr.

Mit der l) hat btr 'ine lO )U-Flusle- ipanW 0 Kilo. ! entfernt

sterpch. nno in 4)j0 QU;, itien bh

Aus der (Statt Gießen

Brichst du Blumen, sei bescheiden!

Zum 250jährigen Bestehen der Leipziger Oper.

Reichsminister Dr. Goebbels sandte der Stadt Leipzig anläßlich ihres seltenen Jubiläums einer 250jährigen Opernpflege seine herzlichsten Glück­wünsche und sprach dem Intendanten und seinem Ensemble seinen Dank und seine Anerkennung für die erfolgreiche Wahrung dieser Tradition der alten Musikstadt aus.

Michael Hely , der sich durch scharfe Beobachtung und urwüchsigen Humor auszeichnet, stellte sich Karrillon in hie Reihe der besten deutschen Heimat­dichter. 85jährig starb er in Wiesbaden. In Gie­ßen und Würzburg hatte Karrillon Medizin Itutriert.

** Grüße aus dem Felde an die Heimat senden durch uns die Arbeitsmänner Alb. Wetzel, Gießen; Willi Schmidt, Bollnbach bei Saasen; Walter Köhler, Großen-Linden; Otto Heuß, Lich; Berthold K n e t s ch, Gießen; Alfred Münch, Wilhelm Müller, Großen-Buseck; Karl Scheid, Queckborn und Erich Kaufmann, Merlau.

Wn.tch rbiet wti- lungim Irupptn lschung.

Inwischen hatte Kapitän Kirch feine Jacht ver­kauft. Mit einem stattlichen Schoner, der auf der heimischen Werft gebaut worden war, brachte er für fremde und mehr und mehr für eigene

Bei den Schießwehrkämpfen der SA. 1943 am vorigen Sonntag in Gießen wurden folgende Er­gebnisse festgestellt:

Lmzelschiehen:

» (Schützenverein Gießen) 194 Punkte;

2. Wessels (Schützenverein Gießen) 183; 3. Georg «chützenoerein Gießen) 178; 4. Reiber (Nachrichten- Uurm 116) 178; 5. Flach (Nachrichtensturm 116), 173; 6. Vaupel (Schützenverein Gießen) 168;

7. Schwarzenberg (Gren. Ers.-Batl.) 161; 8. Schlst ling (NSKK. 1/M147), 160.

Mannfchaftsschießen.

1. Betriebssportgemeinschaft Bänmnger 568 P.r 2. Schützenverein Gießen 520; 3. Stab Standort 116 511; 4. Grenadier-Ers.-Bat. 482 ; 5. Nachrichten- Sturm 116 474; 6. Kriegerkameradschaften 471; 7. Pionier-Sturm 1/116 468; 8. Sturm 11/116 456.

Die beste Mannschaft im Standortgebiet stellte der SA.-Sturm 25/116 mit 587 Punkten.

Rationsverlagemng in derLebensmitleWeilung

Verringerung der Fleifchration. - Erhöhung der Zett- und Brotration. Zusätzliche Nährmittel- und Käsezuteilungen.

rtag.

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Vorbeimarsch motorisierter Waffen vor Tanks und Flat, fand am Somittar,i4r °?r,K°ni g Mi^a ° - und°'Sfichr^M°j fchall Antonescu statt. An der Parade nahm Zum erstenmal der junge rumänische Arbefts^entt U der von seinen deutschen Snftrattoren geföhrt und mit seinen blitzenden Spaten beoeifkrt- lml1 jubeü wurde. König Michael, Konialnmut er tieleni und Staatsfuhrcr Antonescu, Sie Mitglieder de, R-S'-rung mit dem stellvertretenden MiniswrnrM d°nt°n Pr°s°Ift>r Mihai Antonescu an der SpE der Vertreter der verbündeten TOilitärmillinnm ' nh die Mitglieder des Diplomatischen L- ^urd^ vom Volt stürmisch begrüßt P I0urilen

Bukarest und da- Land sind au- Anlaß des Na­tionalfeiertage- m ein festliches Kleid gehüllt Uebe?. all wehen von den Haufern die Fahnkn Rumäniens uni) der verbündeten Nationen. en9

Glückwünsche des Führers.

Der Pastor war des Segens eines Sohnes'nicht :ellhaftig geworden; nur zwei Töchter besaß er, ^iiftge Jahre jünger als Heinz' und von nicht tt>lem Aussehen; aber Heinz kümmerte sich nicht sie, und man hätte glauben können, daß auch '5 der Bubenregel folge, ein tüchtiger Junge dürfe ch nicht mit Dirnen abgeben, wenn in dem Hause 'em Pastorgarten gegenüber nicht die kleine Wieb Mesen wäre. Ihre Mutter war die Frau eines Natrosen, eine Wäscherin, die ihr Kind sauberer hielt £«, leider, ihren Ruf.Deine Mutter ist auch eine Amphibie!" hatte einmal ein großer Junge dem Mädchen ins Gesicht geschrien, als eben in der schule die Lehre von diesen Kreaturen vorgetragen ^Qr.Pfui doch, warum?" hatte entrüstet die kleine Lieb gefragt.Warum? Weil sie einen Mann U Wasser und einen zu Lande hat!" Der Ver- sieich hinkte; aber der Junge hatte doch seiner bösen Mt genuggetan. . Of ,

Gleichwohl hielten die Pastorstöchter eine 21 rt pn Spiel käme rads Haft mit dem Matrosenkinde; ftei- V meist nur für die Werkeltage, und wenn die Achter des Bürgermeisters nicht bei ihnen waren; benn sie ihre weißen Kleider mit den blauen Schar­en trugen, spielten sie lieber nicht mit der kleinen ^eb. Trafen sie diese dann etwas still und schüch­tern vor der Gartenpforte stehen oder hatte gar die Ängste, gutmüti ge Bürgermeisterstochter sie herein» «cholt, dann sp-achen sie wohl zu ihr sehr ftewid- th, aber auch sehr eilig.Nicht wahr, kleme Wi^ kommst doch morgen zu uns m den Garten.

Nachsommer steckten sie ihr wohl auch einen ^fel in die Tasche und sagten:Wcwt, wir wollen noch einen mehr suchen!" und die kleine Med '^lich dann mit ihren Aepfeln ganz begossen aus

Die Heimat erwidert die Grüße in herzlicher Ver­bundenheit.

** Ein Einundachtzigjähriger.

Reichsbahnzugführer i. R. Johannes Geo

Nach seiner Konfirmation mußte Heinz ein paar Fahrten auf seines Vaters Schiffe machen, nicht mehr alsSpielvogel", sondern als ftteng gehalte­ner Schiffsjunge; aber er fügte sich, und nach der ersten Rückkehr klopfte Kapitän Kirch ihm auf die Schuller, während er seiner Frau durch ein kurzes Nicken ihren Anteil an seiner Beftiedigung zukom- men ließ. (Fortsetzung folgt)

dem Garten auf die Gasse. Wenn aber Heinz dar­über zukam, dann riß er sie wohl wieder fort und warf sie zornig in den Garten zurück, mitten zwi­schen die geputzten Kinder, daß sie schreiend ins Haus, stoben; und wenn dann Wieb über die Aepfel weinte, wischte er mit seinem Schnupftuch ihr die Tränen ab.Sei ruhig,. Wieb; für jeden Apfel hol' ich dir morgen eine ganze Tasche voll aus ihrem Garten!" Und sie wußte wohl, er pflegte Wort zu halten.

Wieb hatte ein Madonnengesichtlein, wie der kunstliebende Schulrektor einmal gesägt hatte, ein Gesichtlein, d^s man nicht gut leiden sehen konnte; aber die kleine Madonna gleichwohl gern des Pastors rote Aepfel, und Heinz stieg bei erster Ge­legenheit in die Bäume und stahl sie ihr. Dann zitterte die kleine Wieb; nicht weil sie den Aepfel- diebstahl für eine Sünde hielt, sondern weil die größeren Kostgänger des Pastors ihren Freund dabei mitunter überfielen und ihm den Kopf zu bluten schlugen. Wenn aber nach wohlbestandenem Abenteuer Heinz ihr hinten nach der Allee gewinkt hatte wenn er vor ihr auf dem Boden kniete und seinen Raub in ihre Täschä)en pftopfte, ^dann lächelte sie ihn ganz glückselig an, und der kräftige Knabe hob seinen Schützling mit beiden Armen in die Luft:Wieb, Wiebchen, kleines Wiebchen!" rief er jubelnd; und er schwenkte sich mit ihr im Kreise, bis die roten Aepfel aus den Taschen flogen.

Mitunter auch, bei solchem Anlaß, nahm er die kleine Madonna bei der Hand und ging mit ihr hinunter an den Hafen. War auf den Schiften alles unter Deck, dann löste er wohl ein Boot, ließ seinen Schützling sacht hineintteten und ruderte mit ihr um den Marder herum, weit in den Sund hinein; wurde der Raub des Bootes hinterher bemerkt und drangen nun von dem Schiffe zornige Scheltlaute über das Wasser zu ihnen herüber, dann begann er hell zu singen, damit die kleine Wieb nur nicht erschrecken möge; hatte sie es aber doch gehört, so ruderte er mir um so lustiger und rief:Wir wol­len weit von all den schlechten Menschen fort!" «

Berlin, Ist.Mai. Der Führer hat aus An- fa& de- rumamtoen Nationalfeiertages bem König von Rumänien und Staatssicki-pc Marschall Antonescu in herzlichen WoAen ae halten« Glückwunschtelegramme übersandt. 9

Deutsch-Rumänische Gesellschast.

Berlin Ist. Mai. (DNB.) Im Vortragssaal de- R-lchsarbeitsimnistermms fand am lv. Mai dem rumänischen Nationalfeiertag, die feierliche Crün- dun-l ernerJD ° u ts ch - R m ä n i s che n Gesell-

Hi« deren Präsident Botschafter Graf n dchu l e n bürg ernannt wurde. Das Shrenprasidum übernahm Reich-krieg-opserführer Oberlindober außerdem wurden zu Vize- i,rteten Ä1?" Leit-r de- Deutschen Wissen- Ichaftftchen Institut- in Bukarest, Professor Ga- millscheg, und der Wehrwirtschaftsführer von H e n r r g.

Jude verübte Mordanschlag in Sofia.

Sofia, 11. Mai. (DNB. Funkspruch.) Am Mo» tag früh wurde in Sofia von bolschewistisch ver­seuchten Elementen wieder ein Mordversuch unter« nrnnmen. Ein Mann und eine Frau erschienen an der Wohnung eines Technikers, der im Fahndungs- rnenft tätig war. Als ihnen nicht geöffnet wurde, schossen die Verbrecher durch die Tür und verwun- deten den Techniker. Es kam zu einer wilden Ver- solguna durch mehrere Straßen, bei der die Täter dank der energischen Mithilfe der Bevölkerung dingfest gemacht werden konnten. Bei der Ver­nehmung stellte sich heraus, daß der an dem Mord­anschlag beteiligte Mann ein 19jährigerIude ist- der einen gefälschten Ausweis bei sich hatte. Im vorigen Jahre ist er bereits wegen Sabotage in Abwesenheit zu lebenslänglichem Kerker verurteilt worden. Auch dürste er an der Ermor­dung eines bulgarischen Polizisten beteiligt gewesen sein. Auf Grund der Aussagen der beiden Allen- toter konnten bereits vier ihrer Helfers Hel. fer fest genommen werden.

Sowjetische Eisenbahnen unter Ausnahmezustand.

Berlin, 10. Mai. (DNB.) Wie von der sowje­tischen Presie bekanntgegeben wurde, hat sich Sta­lin gezwungen gesehen,'durch eine Verfügung des Obersten Präsidiums der Sowjetunion den Aus­nahmezustand über sämtliche sowjetischen Eisenbahnen zu verhängen. Die Verfügung enthält ferner Einzelheiten über die Einrichtung besonderer Kriegstribunale auf sämtlichen sowjetischen Eisenbahnfllecken. Gleichzettig wird den Eisenbahnern der Sowjetunion mit der Straf­oerschickung oder Liquidation gedroht, falls die offenkundig chaotftchen Zustände auf zahlreichen Strecken nicht ein Ende finden würden.

Kunst und Wifsenschast. ,

Wenn der Lenz durch die Felder geht und über- all mit liebender Hand seine Gaben verteilt, welche frohen Ueberraschunaen harren da des Wanderers, oer feinen Fuß in das Reich des geheimnisvollen m%n5 un$ wunderseligen Schweigens setzt. Wie ein Märchen ist das Leben im Frühlingswalde. Auf oer weichen Moosdecke hat die reiche heimische Flora einen farbigen Blütenteppich ausgebreitet. Ein Füll- horn lieblichster Blumenpracht ist ausgeschüttet un­ter dem wogenden Blätterdach. Ueberall leuchten die Hellen Schälchen, Tellerchen, Sternchen und Glöckchen. Tausende, hell lila geäderte Anemonen erheben sich auf ihren schlanken Stengeln, flaumig- violette Waldoeilchen bilden mit dem rosig-blauen Lungenkraut eine schillernde Farbenpracht. Und Daneben blüht die großblumige Sternmiere, die hochftenaellge Primel.

Doch die Sucht, diese Lenzkinder in Schälchen und Töpfchen hei sich zu Hause zu haben, hat seltenere ärten ausgerottet, ließ vieles unwiderbringlich oer« »«e"2ehen. Darum laßt die Natur, das junge Leben, unbeschädigt. Pflückt keine Bukette von Anemonen, wandert voll stiller Bewunderung ge­nießend weiter, laßt euch von dem Reichtum der Natur aufs neue überraschen, nehmt das blühende Leben süßen Friedens in euch auf, der euch fres Alltags Mühseligkeiten hinweghebt uns Herz mit neuer Lust und Kraft erfüllt.

Eines Nachmittags, da Hans Kirch mit seinem Schiffe auswärts mar, wagten sie es sogar, drüben bei der Insel anzulegen wo Wieb in dem großen Dorfe eine Verwandte wohnen hatte, die sieMöd- dersch" nannte. Es war dort eben der große Michae­lisjahrmarkt, und nachdem sie bei Möddersch eine Tasse Kaffee bekommen hatten, liefen sie zwischen die Buden und Lin den Menschendrang hinein, wo Heinz für sie beide mit tüchtigen Ellenbogensttißen Roum zu schaffen wußte. Sie waren schon im Karussell gefahren, hatten Kuchenherzen gegessen und bei mancher Drehorgel stillgestanden, als Wiebs blaue Augen an einem silbernen1 Ringlein haften blieben, das zwischen Ketten und Löffeln in einer Goldschmiedsbude ouslag. Hoffnungslos drehte sie ihr nur aus drei Kupferfechslingen bestehendes Ver­mögen "Zwischen den Fingern; aber Heinz, der Festem alle seine Kaninchen verkauft hatte, besaß nach der heutigen Verschwendung noch acht Schil­linge, und dafür und für die drei Sechslinge wurde glücklich der Ring erhandelt. Nun freilich waren beider Taschen leer; zum Karussell für Wieb spen­dierte Möddersch noch einmal einen Schilling denn soviel kostete es, da Wieb nicht wie vorhin in einem Stuhle fahren, sondern auf dem großen Löwen reiten wollte; dann, als eben alle Lam­pen zwischen den schmelz- und goldgesttckten Dra­perien angezündet wurden, waren für sie die Freu­den aus und auch die alte Frau trieb jetzt zur Rück­fahrt. Manchmal, während Heinz mit kräftigen Schlägen seine Ruder brauchte, blickten sie noch zu­rück, und dos Herz wurde ihnen groß, wenn sie im zunehmnden Abenddunkel den Lichtschein von den vielen Kamsiellampen über der Stelle des misicht- baren Dorfes fchweben sahen; aber Wieb hatte ihren silbemen Ring, den fre nun nicht mehr von ihrem Finger ließ

Neichsvaynzugfuhrer i. R. Johannes George, Bruchfllaße 10, kann am heutigen 11. Mai in aus­gezeichneter geistiger und körperlicher Rüstigkeit feinen 81. Geburtstag begehen. Dem alten Herrn unseren herzlichen Glückwunsch!

** Ein Achtzigjähriger. Morgen Mitt­woch, 12. Mai, begeht der frühere Bäckermeister Ernst Muth, Ludwigsllaße 42, in voller körper­licher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar ftt als Bäckermeister in Gießen und darüber hinaus bekannt geworden. Er versieht heute noch an Stelle seines eingezogenen Sohnes täglich den umfgngreichen Versand im Geschäft. Dem alten Herm unsere herzlichen Glückwünfche.

** Ingenieuroffizier-Laufbahn tar der Luftwaffe. Im heutigen Anzeigenteil er» scheint eine Bekanntmachung über Bewerbungen für die Ingenieuroffizier-Laufbohn in der Luftwaffe. Interessenten seien auf die Bekanntmachung ver­wiesen, der alles Nähere zu entnehmen ist.

** Werkheilgehilfen werden in einer Be­kanntmachung im heutigen Anzeigenteil auf drei in Bad Homburg stattfindende Lehrgänge mit staatlicher Abschlußprüfung hingewiesen.

Jahre im Rahmen der Heilkräutersammelaktion des Gaues Heffen-Naffau in Starkenburg erstmals 7600 Kilogramm Bärenlauchkraut gesammelt werden konnten, hat sich nun auch der Kreis W e t te r a u in diese Sammelarbett eingeschaltet. Auf Veranlas­sung des Kreissachbearbetters der RfH., Lehrer Oßwald (Bad-Nauheim), werden an Orten mit Massenvorkommen der Pflanze in einem Sonder­einsatz der Schulen große Mengen der oberirdischen Teile des wilden Knoblauchs geerntet, um damit der Konservenindustrie ein wertvolles Ausgleichs­gewürz für Knoblauch xu beschaffen. Später sollen auch noch die Zwiebeln der Pflanze für den gleichen Zweck gesammelt werden.

Oie Ausbildung der Dolk-pflegerinnen.

Das Aufnahmealter für den Eintritt in eine Fachschule für Volkspflegerinnen ftt reichseinheit­lich auf 19 Jahre festgesetzt worden. Das 19. Le­bensjahr muß bei Bewerberinnen für die Osterlehr- gänge bis spätestens 30. Juni, für die Herbstlehr-' gange spätestens Äl. Dezember des laufenden Ka­lenderjahres vollendet fein.

Verdunkelungszeit:

11. Mai von 22.03 bis 5.02 Uhr.

Durch den soeben imReichsanzeiger" veröftent- uchten Erlaß über die Durchführung des Karten­systems für Lebensmittel für die 50. Zuteilungs­periode vom 31. Mai bis 27. Juni 1943 werden ab 31. Mai 1943 die Rationen der Derforgungsberech- ttgten aller Altersstufen an Fleisch ober Fleischwaren um wöchentlich 100 Gramm gekürzt. Die Zulagen für Lang-, Nackt-, Schwer- und Schwerstarbeiter bleiben unverändert. Diese Arbeitergruppen unter­liegen also nur der Fleischkürzung von wöchentlich 100 Gramm. Die von der Fletschkürzung betroffe­nen Verbraucher eri)alten laufend je Kartenperiode 300 Gramm Brot und 50 Gramm Fett zusätzlich, ferner in der Zeit von Juni bis September 1943 neben ihren laufenden Rationen .zusätzlich 500 Gramm Gerstengrütze, 250 Gramm Kartoftelstärke-- mehl oder Sago, 125 Gramm Reis und Sonderzu­teilungen an Käse. Außerdem erhalten alle Ver­braucher einmalig eine Sonderzuteilung von einem Kilogramm Zucker für Einmach- und Einkochzwecke.

Dazu wird von zuständiaer Seite mitgeteill: Als vor einem Jahre, hn Frühjahr 1942, die Brot- und Fleischrattonen gekürzt wurden, stand Deutschland vor einer sehr ernsten ernährungspolitischen Lage: der außergewöhnlich harte Winter 1941/42, der selbst die ungewöhnlichen Kältegrade der beiden vor­herigen Jahre weit übertraf, hatte au Auswinte­rungen beim Brotgelleide geführt, wie sie in die­sem Ausmaße Deutschland noch nicht kannte. Dar­über hinaus waren neben dem Totalverlust der Winterölfrüchte auch noch lehr hohe Verluste bei den eingemieteten Kartoffeln entstanden. Sc^ieß- lich hatte diese ungewöhnliche Witterung auch noch zu einer schlechten Versorgung auf dem Gemüse- gebiet geführt, teils durch Auswinterung der Samen­pflanzen infolge der ftrengen Kälte, teils durch späte Aussaat.

Diese ungewöhnliche Lage erforderte zum elften Male, daß fast zwei Millionen Tonnen Gerste der Tierernährung entzogen werden mußten, um im Herbst einen Ausgleich auf dem Brotsektor herbei-

Brichst du Blumen, fei bescheiden. Nimm nicht gar so viele fort!

Nimm ein paar' und laß die andern In dem Grafe, an dem Strauch. Andre, die vorüber wandern, Freu'n sich an den Blumen auch.

Ritterkreuzträger sprechen in unserer engeren Heimat. 8n diesen Tagen sprechen im Kreise Gießen Zwei Ritterkreuzträger über ihre Äampferlebnisse an der Ostfront. Am heutigen 11. Mai werden sprechen Ritterkreuzträger Hauptmann P f i tz e r in G a rck e n t e i ch, WirtschaftZur weißen Rose", um 21 Uhr, und Ritterkreuzträger Leutnant Al­brecht in Rödgen, Saalbau Balser (Deutsches Haus), um 21 Uhr.

Am morgigen Mittwoch, 12. Mai, ebenfalls um 21 Uhr, wird Hauptmann Pfitzer in Ober» Bessingen, Saal Jakob, und Leutnant Al­brecht in Annerod. Lokal Wallbott, zur Be­völkerung sprechen.

Das Kriegsverdienstkreuz.

Der Sanitäts-Feldwebel Arthur Wallbvtt aus Gießen, Grünberger Sllaße 75, wurde mit dem Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet.

Am Muttertag fei« HZ -Oienst.

Um der Jugend Gelegenheit zu geben, dem Mut­tertag hn Kreise ihrer Familie zu verleben und den eigenen Müttern eine Freude zu bereiten, hat R-eichsjugendführer Axmann angeordnet, daß der 16. Mai für alle Formationen der Hitter-Iugend dienstfrei zu halten ist. Ausgenommen sind ledig­lich die Spieleinhettem die zur AusgestÄtung der Feierstunden der NSDAP, zu Ehren der Mutter, sowie die Mädel, die zur Hilfeleistung in kinder­reichen Familien herangezogen werden.

Die deuftche Jugend wird gerade in diesem Jahr, da chre Mütter in vielen Fällen noch außerhalb ihrer Familien an einem Arbeitsplatz ihren Bei­trag zum Sieg leisten müssen, den Muttertag als einen Tag des Dankes an die eigene Mutter empfinden.

Wetterauer Jugend sammelt ein Ausgleichsgewürz.

Im feuchten Laubwald ist der Boden oft dicht bedeckt mit Blättern, die bei flüchtigem Hinsehen täuschend der Maiblume gleichen, durch ihren star­ken Lauchgeruch sich aber verraten: der Bären­lauch oder wilde Knoblauch (Allium nosinum). Schneeweiße Blütensterne sitzen, zu doldiaen Bü­scheln vereint, zur Zeit am Ende der blattlosen, leicht gebogenen Stengel, die bis einen halben Meter Höhe erreichen. Die Pflanze führt ätherische Oele mit schwefelhaltigen Kohlenwasserstoffen, die ihren oft widerlichen Geruch verursachen. In der Volks­beilkunde stand der Bärenlauch schon stütz in hohem Ansehen. Er wird gleich anderen Laucharten gern gegen Arterienverkalkung, Darm- und Leberstörun­gen verwendet.

In der Kriegswirtschaft kommt der Bärenlauch als Ersatz für den echten Knoblauch (Allium oati- vum) wieder zu Ehren. Nachdem im vergangenen

Rechnung Korn nach England und nahm als Rückfracht Kohlen wieder mit. So war zu bem Korn- nun auch ein Kohlenhandel gekommen, und auch diesen mußte gleich der Milchwirftchaft die Frau besorgen. Um feinen Heinz, wenn er bei seiner Heimkehr auf die kurze Frage: ,^at der Junge sich geschickt?" von der Mutter eine bejahende Antwort erhalten hatte, schien er sich im übrigen nicht groß zu kümmern; nur beim Quartalschlusse pflegte er den Pastor zu besuchen, um zu erfahren, wie der Junge lerne. Dann hieß es allemal, das Lernen sei ihm nur ein Spiel, es bleibe dabei nur zu viel unnütze Zeit ihm übrig; denn wild sei er wie ein Teufel, kein Junge ihm zu groß und keine Spitze ihm zu hoch.

Auf Hans Adams Antlitz hatte sich, nach Aus­sage des Schulrektors, mehrmals bei solcher Aus­kunft ein recht ungeeignetes und fast befriedigtes Lächeln gezeigt, während er mit einem kurz heroor- gestoßenenNa, na!" zum Abschiede ihm die Hand gedrückt habe.

Wie recht übrigens auch Heinzens Lehrer haben mochten, so blieb doch das Schutzverhältnis zu der kleinen Wied dasselbe, und davon wußte mancher frevle Junge nachzusagen. Auch sah man ihn wohl an Sonntagen mit seiner Mutter nach einem dürf­tigen, unweit der Stadt belegen en Wäldchen wan­dern und bei der Rückkehr nebst dem leeren Pro­viantkorbe sein Schwesterchen auf dem Rücken tra­gen. Mitunter war auch die allmählich aufwachserrde Wieb bei dieser Sonntagswanderung. Die stille Fron Kirch hatte Gefallen an dem feinen Mädchen und pflegte zu sagen: Laß sie nur mitgehen, Heinz; so ftt sie doch nicht bei der schlechten Mutter."

Ausühren. Um die Rückwirkungen der knappen Früh- lahrs- und Sommerversorgungsmonate auszuglei­chen, war es außerdem notwendig die Fleischration wieder zu erhöhen, zumal der Entzug der Gerste ein Anpassen der Viehbestände an di-e Futterlage erzwang. Hierdurch erfolgte ein stärkerer Eingriff in die Viehbestände. ,

In zwei.Monaten beginnt nun die neue Ernte. Der Anschluß an sie ist gesichert. Darüber hinaus ist erreicht worden, daß die Versorgung auf dem. Kartoffel- und Gemüfegebiet im letzten Winter nicht nur die günstigste seit Kriegsausbruch war, sondern daß auch über das Frühjahr und den Sommer bis zum Anschluß an die neuen Ernten diese günstige: Lage anhalten wird. Diese Lage macht es möglich, aber aud) erforderlich, den zeitweilig notwendigen Eingriff in die Viehbestände zur Vermeidung von Substanzeingriften auszugleichen. Das bedeutet eine Senkung der Fleischrattost um 100 Gramm je Kopf und Woche.

Diese Kürzung der Fleischration sichert für die Zukunft die ausreichende Versorgung auf dem Brot- und Kartoffelgebiet. Denn hierdurch wird einerseits em weiterer Abbau der'Viehbestände zu Lasten der zukünfttgen Fleisch- und Fettversorgung, anderseits eine die ^Versorgung gefährdende Perfütterung von Getreide und Kartoffeln im Tiersektor verhindert. Entscheidend für diese Maßnahme ist, daß dadurch die Versorgung des Volkes mit pflanzlichen Nah­rungsmitteln gesichert wird. Die aus dem unge­wöhnlichen Witterungsverlauf des vorigen Jahres entstandenen großen Gefahren smd darntt für die Zukunft gebannt.

Um die Kürzung um 100 Gramm Fleisch je Kopf und Woche auszugleichen, wird je Versorgungs- Periode (vier Wochen) die Fetllatton um 50 Gramm und die Brvllatton um 300 Gramm' erhöht. Außer­dem werden für die nächsten vier Versorgungs- Perioden zusätzlich Nährmittel und Sonderzuteilun­gen an Käse ausgegeben werden, und es erfolgt eine einmalige Zuteilung von einem Kilogramm Zucker je Kopf.

Adam Sarrillons 90. Geburtstag.

Im Schulhause zu Watdmichekbach (Odenw.) wurde «m 12. Mai 1853, vor 90 Jahren, der meisterhafte Darsteller Odenwälder Landschaft und Odenwälder Volkstums, der Arzt und Dichter Adam Karril­lon, geboren. Mit feinem 1904 erschienenen Roman Michael Hely", der sich durch scharfe Beobachtung