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18. Fortsetzung.

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Häßliches, Dumpfes, Lichtarmes fremd.

Am zweiten Tage war's, daß ratlos vor ihrer Maschine stand,

die junge Frau daß die Tränen

Dieter Tage fand in der Städtischen Han- delsleyranstalt Gießen eine von der Gau- Wirtschaftskammer Gießen veranlaßte Son» dsr-Stenotypisten«Prüfung für Schüler und Schülerinnen der Abgangsklassen der Han­delslehranstalt statt, an der 60 Anfänger und Anfängerinnen teilnahmen. Wir hatten Ge­legenheit. während einer Stunde als Beob­achter der Prüfung einer der drei Gruppen beizuwohnen.

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, dem Klassenzimmer sitzen 24 junge Mädchen der Prüflingsgruppe I. Jedes hat eine moderne Schreibmaschine vor sich, daneben liegt allerlei

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Glück auf, Renate!

Roman von Ernst Eraa.

Line Stunde bei der SlenoWffen-prüsung

Beobachtungen beim Klappern 6er (Schreibmaschinen.

Glück Iieat nur im Zufriedensein ... Zufrieden= sein mit sich selbst ... mit seinem Schaffen feinem eigenen Können ..."

Diese Worte standen immer wieder vor ihr. Sie erschienen. ihr wie eine alte, vertraute Wahrheit, und doch war es erst fünf kurze Tage her, daß der Mann neben ihr gesessen und diese Worte aus­gesprochen hatte.

Aber war sie denn glücklich? Hatte sie dieses in­nere Zufriedensein? Bisher hatte sie es geglaubt, aber je mehr sie darüber nachdachte, um so mehr zweifelte sie daran. Eine vordem nie gekannte Un­ruhe war über sie gekommen, und zwischen den Ge­danken an die Dinge des Alltags stand immer wie­der der große, blonde Mann vor ihr, und alles andere trat dann vor diesem Bild zurück. Ganz deutlich sah sie ihn mit seinen hellen, lachenden Augen, die doch wieder so ernst und nachdenklich blicken konnten, mit dem energischen Mund, der so kluge Worte zu sagen wußte, der so unbeküm­mert lachen konnte, über dessen Lippen aber auch eine häßliche Lüge gekommen war. Warum hatte ar gerade Hammerkott als sein Arbeitsfeld ange­geben? Sie hatte sich von Terbrüggen eine Liste oller Beamten geben lassen, die zur Zeit auf der Zeche, beschäftigt waren ... den Namen Werner hatte sie darauf nicht verzeichnet gefunden. Warum hatte er sie belogen? Er kannte sie doch nicht. Und woher wußte er über die inneren Verhältnisse auf Hammerkott und über Walter Hammerkott selbst so gut Bescheid?

Und schließlich ... warum mußte sie selbst immer wieder darüber nachdenken? Was war es denn? Eine flüchtige Bekanntschaft wie so manche andere vordem, die sie am nächsten Tnqe wi"der vergessen hatte. Nur zu diesem einen kehrten die Gedanken immer wieder zurück, fragten immer wieder nach ihm, der doch mit einer Unwahrheit auf den, Lip pen von ihr geschieden war ...?

Und ganz zaghaft kam die Frage: Liebe ich iyn vielleicht ...?

(Fortsetzung folgt.)

wir ganz ausnahmsweise mal einer Meinung. Und ich möchte furchtbar gern herausbekommen, was da eigentlich gespielt wird. Ich habe das dunkle Gefühl, daß da so einiges dahintersteckt, das sich vielleicht einmal ganz gut bezahlt macht."

Sie sind ein Narr!"

Möglich. Aber aus Ihrer Weigerung läßt sich zur Genüge erkennen, daß ich mit meiner Annahme nicht so unrecht zu haben scheine."

Terbrüggen lief mit kurzen, heftigen Schritten ein paarmal im Zimmer auf und ab. Wie ein Jagd­hund ist dieser Bursche, dachte er wütend. Immer hat er die Nase auf der richtigen Fährte, immer dort, wo es sich lohnt, wo man ernten kann, ohne zu säen. Und immer muß ich mit gebupdenen Händen zusehen! Es war zum Verzweifeln! Hätte ich da­mals gewußt, wie alles kommen würde

Also lassen wir die Sache!" schrie er und warf sich wieder in seinen Stuhl.Ich muß auf Ham­merkott Rücksicht nehmen. Und außerdem muß es ja nicht heute und morgen sein. Wir haben das Bremer Geschäft solange von hier aus bearbeitet, daß es vorläufig getrost so weitergehen kann. Aber tyiet ..." er zog ein Aktenstück hervor und warf es Meinders hinüber,die Sache mit dem Schiffs- brand auf der ..Sophie van Geldern" muß nun end­lich einmal erledigt werden. Lassen Sie an die Ver­sicherung schreiben, daß Sie Montag früh in Bre­merhaven sein werden, um die Sache persönlich zu regeln. Dazu werdm Sie ja vermutlich keine Hilfs- kratt brauchen ...?" fügte er mit einem bissigen Austachen hinzu.

Ich weiß gar nicht, warum Sie sich dabei so "ufregen, mein Lieber. Unter so alten, guten Be­kannten^ wie mir es ja sind, ist das doch überflüsftg. Außerdem geht es an die N-rven, vergessen Sie das ja nicht, Und im übriaen scheinen ja auch Sie hinter dieser Dame irgend etwas zu vermuten ..."

Unsinn!"

..Wieso? Erstens halten Sie ihre Perssnalnapiere persönlich unter V«"-schluß. Das ist schon sehr un» gewöhnlich und auffällig. Und dann sind Sie zu ihr

von einer Liebenswürdigkeit, die Ihnen dem Per- onal gegenüber sonst nicht gerade eigen ist." Aus einen Worten sprach wieder der überlegene Spott, )er Terbrüggen zum Rasen bringen konnte.Aber jedenfalls ... die Sache in Bremerhaven erledige ich natürlich sehr gern ..."

Terbrüggen hatte eine spöttische Bemerkung auf den Lippen. Aber , er unterdrückte sie. Es hatte ja doch keinen Zweck, hier noch viele Worte zu ver­lieren.

Am besten, Sie reisen schon am Samstagnach- mittag", sagte er nur.Die Verbindungen nach Bremerhaven liegen nicht allzu günstig, und Sie müssen am Montag ftüh ftisch fein. Die Verhand­ln gen dort werden sich vermutlich recht schwierig gestalten."

Gut. Geht in Ordnung. Und was'dieses Fräu­lein Schmidt anbelangt ..

Eine unwillige Geste unterbrach ihn.

Die hat damit nichts zu tun, Meinders. Der Fall ist auch für mich erledigt. Und ihre Vrivat- meinunq interessiert mich nicht sonderlich. Diktieren Sie lieber gleich den Brief nach Bremerhaven."

Terbrüggen sah dem Hinausgehenden mit miß- verqnüaten Blicken nach.

Die Geschichte mit Bremen war für diesen geris­senen Fuchs wohl ein wenig zu plump anaelegt, sagte er sich. Er hatte den Braten sofort gerochen. Man mußte solche Augenblickssälle in Zukunst erst etwas ausrerfen lassen, ehe. man Meinders damit kommen durfte. Seine Spürnase witterte sofort, wenn sich etwas gegen ihn richtete. Aber soviel stand ja nun doch einmal fest, für den kommend-n Samstag und Sonntag ro^r er ihn los, da würde er ihm gewiß nicht ihm Wege stehen.

Renate hatte sich wieder hinter ihre Maschine ge­setzt und legte einen neuen Briefbogen ein. Fast zärtlich nahm sie das Papier in die Hand, und nach­denklich lag ihr Blick cruf dem schöngeprägten Fir­menzugZeche Hammerkott", den zu beiden Seiten die alten beramännischen Wahrzeichen, Schlägel und Bergeisen gekreuzt, schmückten

ihr kummervoll in die Augen stiegen. Da trat von einer gleichen Maschine nebenan eine andere junge Frau, länger schon und darum sicherer an diesem Platze, zu ihr hin:So müssen Sie das machen! Dann ist Las ganz leicht, nicht wahr?" Ja, ganz leicht, wirtlich! Ein getröstetes Lächeln dankte der guten Ratgeberin. Don Stunde an sind sich die 6eiben auch persönlich nahe. Wo Gelegenheit zu einem guten Wort ist, wird sie genutzt. Einmal sagte die freundliche Helferin, und der Zuhörenden dünkte, daß noch niemals ein schlichteres, helleres Wort über den Einsatz der Frau im totalen Krieg der Heimat gesprochen wurde:Wenn wir jetzt ar­beiten und Männerhände ersetzen, helfen wir mit, das Tor in eine neue Zukunft zu öffnen, die unsere eigene glückliche Zukunft ist!" Schn.

Bilder aus der neuen Wochenschau.

Aufnahmen vom KampfJapans umdie Neu­ordnung Ostasiens leiten diesmal die Deutsche Wo­chenschau ein. Wir erleben im Bild die Unterzeich­nung der Kriegserklärung National- Chinas an England und die USA. Die japa­nischen Soldaten säubern hie Provinzen Jünnan, Tschekiang und Schansi, deren jede fast so groß wie Deutschland ist, von Tschungking-Banden. Bilder vom Kriegsschauplatz in China geben eine inter­essante Darstellung von den Schwierigkeiten, die Japans siegreiche Soldaten im Kampf zu bestehen haben.

Es folgen Aufnahmen von der Asrikafronet. Ein Panzerregiment hat in mächtigen Kakteenfel­dern Reservestellung bezogen. Marschall Rommel begrüßt feine engsten Mitarbeiter. In Tunesien packen unsere Panzerkompanien frisch herangeführte Reserven des Gegners. Amerikaner und Briten treten den Weg in die Gefangenschaft an.

An der Küste im Raume von Noworossijsk versuchen die Sowjets Infanterie und schwere Waf­fen zu landen. Mit großer Wucht setzt die deutsche Abwehr ein. Gelandete Sowjet-Bataillone werden zurückgeworfen. Der Strand von Noworossijsk ist mit Panzern, gefallenen Sowjets und zerschlagenen Waffen übersät.

Im S ü d e n der Ostfront stoßen unsere Divisionen zum Donez vor. Eine Vorausabteilung hat Fühlung mit dem Feind genommen. Weit ausaeschwärmt ent­wickelt sich bas Bataillon zum Angriff. Panzer und schwere Infanteriewaffen bereiten den Sturm der Grenadiere vor. Ein Sturmgeschütz bricht von der Flanke her in das Dorf ein. Bolschewisten werden aus Häusern und Ställen herausgeholt. Am Ostrand des Dorfes hat sich die Masse der Sowjets fest­gesetzt. Ilm jedes Haus wird erbittert gekämpft. Unsere Grenadiere räuchern die Widerstandsnester aus. Von unseren Panzern überflügelte sowjetische Kolonnen liegen zusammengeschossen und vernichtet an der Straße Auf immer engeren Raum wird die 3. sowjetische Panzerarmee zufammengedrängt. U.

Verdunkelungszeit:

11. März von 19.17 bis 6.16 Uhr.

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Reparaturen vor Neuanfertigung.

Die Reichsstelle für Kleidung hat eine Anordnung erlassen, nach der in Zukunft die Reparatur von Kleidungsstücken in erster Linie sichergestellt werden muß. Den Unternehmen der Bekleidungsindustrie, des Bekleidungshandwerks und des Handels wird eine entsprechende Verpflichtung auferlegt. Die Re­paraturpflicht umfaßt alle Arbeiten, die notwendig sind, um Bekleidungsstücke wieder tragbar zu machen, wie Ausbessern, Wenden,, Umarbeiten^ Rei­nigen usw. Für die einzelnen Zweige der Beklei­dungswirtschaft können Reparaturbevollmächtigte bestellt werden. Die der Reparaturpflicht unterliegen­den Unternehmungen werden vom Reichsbeauftrag­ten für Kleidung oder von den Reparaturbevoll­mächtigten bestimmt. Die für Reparaturen vorge­sehenen Unternehmen der Bekleidungsindustrie und der Textilindustrie dürfen Aufträge auf Neuanfer­tigung nicht mehr annehmen. Bereits vorliegende Aufträge dürfen nur nach näherer Weisung 'abge­wickelt werdest.

Für die der Reparaturpflicht unterliegenden Be­triebe des Handwerks und des Handels gelten fol­gende Verbote: Bis zum 15. Mai dürfen Neuanfer­tigungen aller Art nicht in Auftrag genommen und begonnen werden. In der Zeit vom 15. März bis 15. Mai dürfen auch die in Arbeit befindlichen Neu­anfertigungen nicht weiterbearbeitet Serben. Das Verbot gilt nicht für Handwerksbetriebe, die kein offenes Ladengeschäft unterhalten und im Jahres 1942 mehr als 90 v. H. an Lagerware hergestellt haben, ferner für Zwischenmeister, Stückmeister, Hausge­werbetreibende, Heimarbeiter für die ihnen von der

Schreibpapier für die Hebungen. Erwartungsvoll sind die Augen der Mädchen auf die drei Personen gerichtet, auf die es hier ankommt: den Vorsitzer des Prüfungsausschusses Prokurist K. H. Kuhl, den Stenographie-Fachlehrer Graf und die technische Lehrerin Frl. Schneider. Aufklärende Hinweise des Vorsitzers des Prüfungsausschusses über den Wert der Stenographie und des Maschinefchreibens für die Büroarbeit, ferner über die Bedeutung eines Zeugnisses über die erfolgreiche Stenotypisten-Prü- fung bilden den Auftakt zu dieser Stunde. Dann gehts an die praktische Arbeit.

Zunächst gibt es eine Schnellschreibprobe auf der Schreibmaschine nach einer Druckvorlage, von der in zehn Minuten mit der größtmöglichen Geschwindigkeit abgeschrieben werden muß, wobei nach Abzug der Fehler sich mindestens 150 Rcin- anschläge ergeben müssen. Als zweite Probe aufs Exempel folgt eine Kurzschriftgeschwindig­keitsprobe mit zwei Ansagen von je fünf Mi­nuten Dauer bei einer Geschwindigkeit von 120 Sil­ben in der Minute; diese beiden Ansagen sind auf der Schreibmaschine in längstens 60 Minuten zu übertragen. Die dritte Aufgabe ist die f o r m g e - rechte Gestaltung eines Schriftstückes (Geschäftsbrief), bei der ein angesagter Text in der Geschwindigkeit von 120 Silben kurzschriMch aufzu- nrhmen und anschließend auf einem genormten Vordruck formgerecht und sauber, schön angeordnet im Schriftbild, mit der Schreibmaschine in läng­stens 20 Minuten ni ederzu schreib en ist. Den Abschluß bilbet ein Kapitel Maschinenkunde, bei dem die Prüflinge über die Behandlung, Reinigung und Anwendung der Schreibmaschine berichten müssen. Die Bewertung aller Arbeiten erfolgt nach einem für das ganze Reich geltenden Punktsystem.

Die Mädels der Gruppe sind mit angespanntester Aufmerksamkeit bet ihren Aufgaben. Eifrig fliegen die Bleistifte beim Diktat über das Pavier. Größte Konzentration aller Willenskraft und der geistigen Wachsamkeit offenbart sich bei der Schnellschreib­probe. Hierbei wird der außerordentliche Wert des Blindschreibens besonders deutlich. Die meisten Mädels wenden keinen Blick von der Druckvorlage, die als Manuskriptblatt an dem Halter vor der Schreibmaschine befestigt ist, während die Finger beider Hände wie beim Klavierspielen in größter

sind; nichtFabrik". Und das Werk die junge Frau spür?s vom ersten Tage an ist menschlicher als die Fabrik. Darum ist auch einer dem anderen, die allesamt dem Werk dienen.

Aus -er Skadi Gießen.

Wenn wir jetzt arbeiten....

Der alte Pförtner, aus langer Erfahrung ein Menschenkenner und gütiger Mensch, nickt der jungen, ein wenig zaghaften Frau freundlich zu, die ihm seit vorgestern abends ihre Werksmarke reicht: Na, junge Frau, wie war's denn heute?"Dante, es geht schon besser!"Sehen Sie wohl, was ich Ihnen sagte. Man lernt alles im Leben. Nichts ist so schwer, wie es einem zunächst scheinen mag!"

Im Weitergehen, mitten im fließenden Strom der Straße, denkt die junge Fabrikarbeiterin, die nie zuvor eine Fabrik betreten hatte, an die Worte des Pförtners. Es ist wahr, sie hatte Angst ge­habt vor der Fabrik, Angst vor der verwirrenden Gebäudefülle, Angst vor den großen schmiedeeiser­nen Toren, Angst vor den himmelragenden Schorn­steinen, Angst auch vor den vielen fremden Men- schen. Aber da man sie gerufen hat, ist sie gekom­men und hat ihre Angst tapfer hinuntergeschluckt. Zuerst, bevor sie im tausendfältigen Getriebe des Werkes stand, schien es ihr, als greife derMoloch Fabrik" mit klobigen Händen nach ihr. Stattdesien waren da in dem Betrieb freundliche, ratende Hel- fer, die sie gewissssermahen an die Hand genommen und Schritt für Schritt in das Werk geführt haben. Ja,Werk" sagen die anderen, die schon lange hier

Industrie übertragenen Neuanfertigungen. Auch während, der Verbotszeit sind Neuanfertigungen ge­stattet für Uniformen, Trauer- und Umstands kleidung, Leibbinden nach ärztlicher Verordnung, Umständs- aürtel und Mieder, alle Kleidungsstücke auf Bezug­schein und Neuanfertigungen für öffentliche Auf­traggeber und für Fliegergeschädigte. Die Anord­nung tritt am 10. März in Kraft.

Feldpostvermittluna der Reicheifrauenführung eingestellt.

Die Reichsfrauenführung gibt bekannt, daß sie ab sofort die Feldpostvermittlung zwischen Front und Heimat einstellt. Da durch geeignete Maßnah­men der Partei dafür gesorgt ist, daß Soldaten ohne Angehörige ausreichend betreut werden, ent­steht für sie daraus fein Nachteil. Der Vorrang bei der Postbeförderung, insbesondere in den Osten, gehört zur Zeit den Fcrmilienbriefen.

Nährmittelmarken in Gaststätten.

Auf Grund von Verhandlungen mit den zustän­digen Reichsstellen hat die Wirtschaftsgruppe Gast­stättengewerbe Richtlinien für die Forderung von Nährmittelmarken in den Gaststätten festgelegt. In den Gaststätten werden heute vielfach für eine Suppe 25 Gramm Nährmittelmarken verlangt, obwohl diese Menge in einer Suppe nicht enthalten ist, wie eben­so für eine kleine Portton Nachtisch, die ebenfalls nicht die Menge von 25 Gramm enthält, eine Närhmittel marke gefordert wird. Nach den neuen Richtlinien dürfen für einen Teller nährmittelhaltige Suppe Marken nicht verlangt werden. Die Forderung von

Eile über die Tasten der Schreibmaschine hin- und herfliegen. Ein Ohrenschmaus ist es gerade nicht, den die Mädels mit dem Geklapper der 24 Schreib­maschinen darbieten. Mit der Stoppuhr in der Hand hat die technische Lehrerin die Zeit des Be­ginns der Arbeit festgehalten, nach der Stoppuhr wird die Arbeitszeit von zehn Minuten abgeschlossen. In diesem Augenblick geht ein Aufatmen der Ent­spannung durch die Reihen der Mädels. Jeder von ihnen ist bewußt, daß nun eine besonders schürfe Probe aufs Exempel überstanden ist. Einige sind bei dem Schnellschreiben fast bis an das Ende der Druckvorlage gelangt, sie haben also das äußerste Maß der 'Anforderungen nahezu erreicht, w^rig- stens soweit die Schnelligkeit des Schreibens in Betracht kommt. Ob sie auch hinsichtlich der Richtige feit und der technischen Sauberkeit des Schreibens Tippen kann man hier nicht sagen, denn die Tipper auf der Schreibmaschine haben schon längst keine Aussicht mehr fm Beruf vor dem Urteil der Wertungsrichter bestehen können, muß erst die Prüfung der Arbeiten ermessen. Aber angestrengt haben sie sich allesamt, denn in jeder ist der Ehr­geiz lebendig, die Prüfung zu bestehen. (Ebenso eifrig und mit gesammelter Geisteskraft wird bei der Eledigung der anschließenden Prüfungsausgaben gearbeitet. Dann ist für die Prüflinge der Vormit­tag und damit die Prüfungszeit vorbei. Nunmehr setzen sich die sachkundigen und durch langjährige Stenographenarbeit erfahrenen Bewerter, Prokurist Kuhl und Fachlehrer Graf mit weiteren Steno - graphielehrem, zur Ermittlung des Ergebnisses und damit zur Festlegung der Noten zusammen.

Die Prüfung ist bestanden. Ob aber die Mädels ihre Tätigkeit jetzt sogleich in der erstrebten Büro­arbeit ausüben können oder ob sie ihre Kräfte zu­nächst beim Einsatz in kriegswichtigen Werkstätten für die Volksgemeinschaft nutzbar zu machen haben, darüber entscheidet das Arbeitsamt, das für die zweckmäßigste Nutzbarmachung aller Arbeitskräfte verantwortlich ist.

Bei dieser Prüfung haben von 60 Prüflingen 52 bestanden. Davon sind 23 aus der Stadt Gießen, einschließlich Wieseck und Klein-Linden, 12 aus dem Landkreis Gießen und 17 aus den angrenzenden hessischen und preußischen Kreisen. Interessant ist in diesem Zusammenhänge eine Aufstellung des Vor­sitzers des Prüfungsausschusses, Prokurist K. H. , Kuhl, über die Ergebnisse der bisherigen Prüfun­gen dieser Art. Danach haben vom 6. November 1921, dem Tag der ersten derartigen Prüfung, bis jetzt, 6./7. März 1943, bei insgesamt 36 Prüfungen 620 Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich der von der Industrie- und Handelskammer Gießen (jetzt Gauwirtschaftskammer) angesetzten Prüfung in Stenographie und Maschineschreiben unterzogen, von denen 385 bestanden haben und damit das er­strebte Zeugnis der erfolgreichen Handelskammer­prüfung erhalten konnten.

Aber unter einer kleinen Bedingung, mein lieber Terbrüggen ..."

Namnd ...?" kam es gespannt zurück.

Daß Sie mir das neue Fräulein Schmidt als Bürokraft mitgeben."

Klar und bestimmt kam diese Forderung von 'einen Lippen. Terbrüggen war es, als glitt ihm der Böden unter den Füßen weg.

Warum gerade Fräulein Schmidt?" stieß er her- *Dor. Nervös suchte er nach einem stichhaltigen Ein­wand. Sollte er an dieser lächerlichen Forderung Hf^itern?Die Schmidt ist doch noch keine Hilfe

Ich werde sie mir schon anlernen", erwiderte Meinders trocken.

Außerdem hat sie Hammerkott persönlich hier­her empfohlen. Das wissen Sie doch selbst. Er würde also kaum damit einverstanden fein, wenn ich sie letzt wieder wegschicke, um mit Ihnen nach Bremen u gehen."

Meinders hob die Schultern.

Eine Frage kostet ja nichts. Hammerkott küm­mert sich jedoch auch sonst nicht um Ihre Maßnah­men. Außerdem haben Sie ja die Generalvollmacht, ruf die Sie sich immer berufen können, wenn es notwendig ist."

Terbrüggen stand ärgerlich auf. Er sah, daß er euch jetzt wieder mit seinem Plan gescheitert war.

Machen Sie mir doch nichts vor, Meinders", chrie er erbost. >,Sagen Sie doch offen, daß Sie "icht wollen oder was sonst dahintersteckt!"

»Hinter diesem Fräulein Schmidt, meinen Sie?' erwiderte der andere mit unerschütterlicher Ruhe. Sehen Sie, Terbrüggen, ht diesem Punkte sind

Zusammenspiel war die Äünftlerm allgemein ge­schätzt. Als Gast des Gießener Konzertvereins war Alma Moodie den Musikfreunden unserer Stadt per- sönlich bekannt und in bester Erinnerung. Es sei nur an das glanzvolle Programm erinnert, in dem sie seinerzeit hier Pfitzner (e-moll-Sonate, op. 27) und Reger (ci-moU-Sonate), Händel, Sarasate und de Falla spielte'. Im Jahre 1937 war die Geigerin von Köln aus an die neue Staatliche Musikhochschule in Frankfurt verpflichtet worden.

Der Bildhauer Stanislaus Lauer gestorben.

Professor Stanislaus (Sauer, Lehrer für Plastik an der Königsberger Kunstakademie, ist verschieden. Noch im Oktober v. I. war er an seinem 75. Ge­burtstage mit der Goethe-M^aille ausgezeichnet worden. Cauer stammte aus einer Kreuznacher Bild­hauerfamilie, deren Stammvater Emil, ein Schüler Rauchs, durch Figuren aus der Reformattonsge- fchichte und aus den deutschen Märchen bekannt wurde, die in Nachbildungen große Verbreitung fan­den. Der Enkel arbeitete viele Jahre mit seinem Vater Robert zusammen in Kassel und wirkte seit 1907 in Königsberg. Er schuf Denkmäler von Schil­ler, Stein, Mottke, Ludendorff und die erste Hin­denburg-Büste für das Rathaus in Königsberg. Der lange Aufenthalt (Sauers ist Jtalfen schon mit 15 Jahren arbeitete er im römischen Atelier seines Vaters hat den Stil des Künstlers stark beein­flußt. Er lernte dort die Marmortechnik der italie­nischen Bildhauer kennen. SeinePsyche" und seine weiblichen Figuren, derStirnbinder" aus Bronze, derEva-Brunnen" in Königsberg zeigen antiki­sierende Momente. A. v. Oertzen.

Die Llllenlhal-Denkmünze für Oskar Urfinus.

Das Präsidium der Lilienthal-Gesellschaft für Lustfahrtforschung hat dem Rhön-Vater Oskar 11 r - sinus anläßlich seines 65. Geburtstages. die Li- lienthal-Denkmünze verliehen. Die Lllienthal-Ge- jellschaft ehrt damit feine großen Verdienste um den fliegerischen und technischen Nachwuchs der deut­schen Luftfahrt. In der Zeit fliegerischer Ohnmacht hat Ursinus durch die Förderung des Segelfluges die Flugbegeisterung der Jugend immer von neuem belebt und den jungen Ingenieuren durch die An­regung zum Bau motorloser Flugzeuge den Weg für eine hervorragende praktische flugtechnische Aus­bildung gewiesen. Durch den Segelflug hat er un­zählige junge Flugzeugführer für die Luftfahrt ge­wonnen.

Lin rolebercnfberffer Nicolai.

Otto Nicolais Bemühen, die melodischen Vorzüge der italienischen Oper mit deutscher Empfindungs- tiefe zu vereinigen, sand seine Erfüllung in dem ewig jungen, letzten Bühnenwerks des früh verstör- denen Meisters, denLuftigen Weibern von Wind­sor". Hier war es neben der Musik auch der Text, der sich weit von der italienischen Atmosphäre ent­fernte. Südländisch temperamentvoll ist die Musik iN dem DorangegangenenP r o s c ri t t o", dessen Handlung Willi Hanke (früher in Gießen) und Dr. Max Loy in ihrer Bearbeitung folgerichttg nach Sizilien verlegten. Das vielfach dramatisch ab- gewandelte Thema der unerwarteten Heimkehr eines Totgeglaubten nach jahrelanger Abwesenheit bildet den Inhalt des Geschehens. Nicolais Musik hat den melodischen Schwung und - die orchestrale Leuchtkraft der italienischen Oper, sie steigert diese noch durch die Wucht klangvoll gesetzter Chöre. Da­bei läßt die geistreiche Durcharbeitung der Partitur sowohl den künsllerischen Ernst des.deutschen Kom­ponisten erkennen wie zugleich die große Liebe, die er dem von ihm selbst mehrfach überarbeiteten Werk nigemanbt hat. Die Aufführung in der Berliner etaatsoper betonte unter Johannes Schüler die in­nere Dramatik der Musik. Lothar Band.

Hochfchulnachrichlen.

An Stelle des Sttasrechtlers Professor Dr. Gab- 1 as, der, wie schon gemeldet, einen Ruf an die Universität Leipzig angenommen hat, ist Professor Dr. Wilhelm Oiefeier, Direktor des Rassen- biologischen Instituts, zum Prorektor der Universi­tät Tübingen ernannt worden. In Tübingen wurde Professor Dr. Ludolph Fischer zum plan­mäßigen a. o. Professor für Tropenmedizin ernannt. Damit erführt die bisher von dem Deutschen Jnstt- lut für ärztliche Mission e. 23. in Tübingen in Zu­sammenarbeit mit der medizinischen Fakultät ge­pflegte Ausbildung in Tropenmedizin einen Einbau in den Aufgabenkreis der Universität. Professor Fischer wurde 1900 in Hamburg geboren, mar zu­nächst am Institut für Schiffs- und Tropenkrank­heiten in Hamburg und ^als Schiffsarzt tätig, ar­beitete dann am Physiologischen Institut in Würz­burg und seit 1928 an der Medizinischen Klinik der Universität Tübingen. Er habilitierte sich 1930, ging 1938 nach Kabul als Leiter der Städtischen Pvtt- kttniken und als Hygieneberater des Gesundheits- ininisteriums, kehrte 1941 nach Deutschland zurück und steht zur Zeit als Marinesanitätsoffizier im Felde. _____________________