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10.4.1943
 
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(95. Jahrgang Nr. 85 Erscheint täglich, auher sonntags und feiertags

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Sietzener Anzeiger

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Das Wissen vom Sieg.

Bon Helmut Sündermann, Stabsleiter des Reichspressechefs.

Immer wieder behaupten die Washingtoner Agl- toteren, daß sie die Lage im südwestlichen Pazl' ftk völlig in der Hand hätten. Jedesmal, nachdem einige so großspurige Redensarten vom Stapel ge­lassen worden sind, kam bisher prompt die kalte Dusche in Gestalt einer eindrucksvollen japanischen Siegesmeldung hinterher. An dem alten Brenn­punkt der japanisch-amerikanischen Stampfe, b e i der Salomonen-Gruppe, ist es wiederum zu einer für den Krieg im Pazifik charakteristischen See - und Luftschlacht gekommen. Wiederum

Es liegen Monate hinter uns, in denen die Blicke des ganzen Volkes sich fast ausschließlich auf die unmittelbare Gegenwart und ihre dringendsten For­derungen richteten. Als die Sowjethorden in Be­legung waren und die deutsche Front zu erschüt­tern suchten, war keine Zeit und keine Stimmung, weiter zu denken als an die Bedürfnisse des Tages oder sich umständlicheren Gedanken hinzugeben als der einfachen Entschlossenheit, dem Sowjetanstur.n durch den Einsatz aller Kräfte von Front und Hei­mat Halt zu gebieten.

Der Winter ist nun vorbei, und was viele nur hoffen konnten, ist reale Wirklichkeit geworden: die Kraft des bolschewistischen Ansturms ist weit im Osten gebrochen worden, manches wurde verloren, aber vieles, unendlich vieles ist gehalten oder be­reits wiedergewonnen. Das deutsche Volk aber hat eine Bewährungsprobe bestanden und eine Krisenfestigkeit an den Tag gelegt, die denen zu denken geben wird, die immer noch so töricht sind, ihre Hoffnungen auf den Wunschtraum einer inneren Zermürbung des Reiches aufzubauen.

Die vergangenen Monate haben uns nicht nur be­wiesen, wie elementar und lebenswichtig der Kampf ist, den wir führen, sondern daß es auch einen festen und sicheren Weg zu unserem Siege gibt, den Europa braucht, wenn es als Basis menschlicher Kultur weiterbestehen will. Daß dieser Weg nicht geglättet und bequem, sondern hart und gefahrvoll ist, und daß er über manche Brücke führt, die nur durch die Anspannung aller Kräfte errichtet werden kann: das ist die sichere Lehre dieses Winters.

Dieser Grunderkenntnis steht manche wichtige Einzelfeststellung gegenüber: Es scheint, daß die Sowjets fast alles, was sie im Laufe des ver­gangenen Sommers an Reserven aufzubieten hat­ten, in den Kampf geworfen haben, von dem sie sich die Entscheidung erhofften. Ihr Fiasko macht den Traum unserer Feinde von der Unüberwindlichkeit der sowjetischen Macht zunichte, so sehr die Wucht ihres Ansturms auch die Größe der Gefahr gezeigt hat. Die bolschewistische Pest ist nicht unaus­rottbar! Sie kann ausgeräuchert werden, und sie wird es!

Die Juden von der anderen Couleur aber haben sich nun auch versammelt und die Truppen ihrer plutokratifchen Vasallenstaaten aufmarschieren lassen, um ihren bolschewistischen Bundesgenossen vom Sü­den oder Westen her zu Hilfe zu eilen. Die große Entscheidung werden sie freilich ebensowenig zu ändern vermögen, wie sie Aussicht haben, selbst ihren Fuß auf den Boden der Achsenmächte und ihrer Verbündeten zu setzen. Wer die massierte Angrifss-

P r e ß b u r g, April 1943.

Zwei Fragen: Wo gibt es in Europa eine Stadt, in der noch ganze geschlossene Straßenzüge das Ar­chitekturbild des vollen Barockzeitalters mit seinen Fronten, seinen Jnnenhöfen, seinen Treppenhäusern darbieten? Wo gibt es in Europa ein Volk, das ein Jahrtausend lang em unstaatliches Dasein führen mußte und nun in wenigen Jahren den Beweis sei­nes staatlichen Könnens auf politischem wie auf wirtschaftlichem Gebiet geliefert hat? D>e Stadt ist Preßburg und das Volk sind die Slowaken.

Zweierlei muß man sich gegenwärtig halten: daß bis zu den Türkensiegen, die auf die Belagerung von Wien folgten (1683), von Ungarn nur ein chmaler Streifen habsburgisch war und damit zu Europa gehörte, und daß es im damaligen Ungarn keine andere Kultur gab als die deutsche. Preßburg, dicht hinter Wien am Stromband der Donau gele­gen, war noch während des ganzen 18. Jahrhunderts die eigentliche Hauptstadt von Ungarn, und ist auch bis zuletzt die ungarische Krönungsstadt geblieben. Hier bauten die ungarischen Magnaten ihre prächti­gen raumoerschwendenden Stadtwohnungen, denn es galt, einen Dienertroß unterzubringen, wie ihn nur jene prunkfrohen Zeiten am Rande des damaligen Osteuropa kannten. Unter Maria Theresia baute sich der Primas von Ungarn, der Erzbischof von Gran, ein Graf Battyanyi, in Preßburg ein Palais wie ein Fürstenschloß. ,^)ier ist das alte Deutsche Reich zu Grabe getragen worden!" sagte mir mein kundi­ger Begleiter, denn hier wurde 1805 nach der Drei­kaiserschlacht von Austerlitz der Preßburger Friede zwischen Oesterreich und Napoleon geschlossen. Auf Grund der Veränderungen, die dieser Friede auf der Karte von Deutschland zur Folge hatte, legte Kaiser Franz die Krone des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation nieder und nannte sich fortan Kai­ser von Oesterreich. Der tausendjährige historische Faden, der am Weihnachtstage des Jahres 800 mit der Krönung Karls des Großen in Rom angespon­nen wurde, riß hier in der Donuustadt im Palast des Primas von Ungarn ab.

Der Dom von Preßburg, wo die Könige von Un­garn gekrönt wurden, trägt auf der Spitze seines Turms ein Abbild der Stephanskrone, des größten politischen Heiligtums der Ungarn. Den Dom und die übrigen Kirchen von Preßburg, den Bischofs­palast, das weiträumige alte Rathaus, Stadthaus genannt, die stolzen Barockbauten und die beschei­denen, denselben Stil andeutenden Bürgerhäuser haben deutsche Meister und Steinmetzen gebaut und deutschsprechende Menschen bewohnt. Prehburg war bis vor fünfzig Jahren eine deutsche Stadt. Damals hatte es etwa 40 000 Einwohner. Die Zahl der Deutschen ist seitdem ungefähr dieselbe geblie­ben, aber es sind doppelt soviel Nichtdeutsche hinzu­gekommen, Angehörige des slowakischen Volkstums.

Die moderne Entwicklung der Stadt, ihr Bevöl­kerungswachstum, ihre räumliche Ausdehnung, das Aufkommen einer neuen, auch für das moderne Prag typischen Bauweise, zweckdienlich, nüchtern, massig und phantasielos, begann mit der Gründung des kurzlebigen tfchecho-sowakischen Zweckstaats. Preßburg wurde der Donauhafen der ehemaligen

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Donaustadt mit zwei Gesichtern

Von Dr. Paul Rohrbach.

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Oer neue japanische Geestes

Marinebomber vernichten llSA.-Geleitzug.

haben die japanischen MarineluftsNeitkräfte mit ihrer Angriffstaktik hervorragende Ergebnis^er­zielt. Sie haben offenbar einen fembltajen ©e eit- 3ug überfallen und nicht nur einen Kreuzer und einen Zerstörer, sondern auch zehn Transporte versenkt und weitere Einheiten ferner

Daß der Feind auf diesen Geleitzug großes Gew cht legte, ist aus der Tatsache zu ersehen, baß er h durch starke Luftftreitkräste gefiert batte, non denen die Japaner bei nur sechs eigenen Berluit in dieserSeeschlacht vor der Sufk der Florch-v Inseln" 37 feindliche Flugzeuge abfd)o6. ®er ®on® dieser Seeschlacht bestätigt au,s neue die u-b-rl-gen beit der japanischen Marineluftwafse derem uner­hörtem Angriffsschneid die Feinde nickst-' ebenbur tiges entgegenzusetzen haben. Für die U>sA. s ü) nur der Verlust der Frachter und ihrer Ladungen empfindlich, die zur Verstärkung ihrer Kumpskraft im südpazifisch-australischen Raum dienen s , sondern auch die erneute Einbuße von Sch ff Kriegsmarine. Zum letztenmal war von den Salo monen-Jnseln anläßlich der Schlacht bei den Ren nell-Jnseln am 29. und 30 Januar 1943 uirti bet japanischen Gesamtauf fiel l un g der amen konischen Verluste die Rede. Die Kampfe in Wem 9nfelgebiet nahmen ihren Anfang am . .

1942 und haben den Amerikanern bis Anfang F bruar insgesamt den Verlust von sechs Schlag schiffen, vier Flugzeugträgern, 34 Kreuzern, - 3 ftörer, neun U-Booten und 17 Transporte getragen.

voll mit Bomben schweren Kalibers belegt habe, um so der nordamerikanischen Luftwaffe von vornher­ein jede Möglichkeit des Angriffs auf die japanischen Inseln zu nehmen. Vier schwere amerikanische Bom­benflugzeuge wurden bei Linling in Luftkämpfen abgeschossen.

Araberfront gegen den Bolschewismus. Rom, 10.April. (Europapreß.) Der Präsident der national-ägyptischen Organiso­ti on in Europa, Dr. El-Tayeb Nasser, forderte in einem Rundfunkappell an die arabischen Völker eine Einheitsfront gegen den gemeinsamen Feind. Für alle Mohammedaner sei es eine Sache des Ge­wissens und der Vaterlandsliebe, den heiligen Zielen der Rasse und des Glaubens zu dienen, vor allem angesichts der Ausbreitung des Kommunis­mus in den arabisch-mohammedanischen Ländern dank der umstürzlerischen, zerstörenden Tätigkeit Englands. Dr. Nasser unterstrich die schwere Gefahr, die der Bolschewismus schon durch Verneinung eines jeden sozialen Gesetzes darstelle. Er forderte seine Landsleute auf, ihre Hände den Achsenmächten ent­gegenzustrecken, welche die Kultur und Unabhängig­keit der unterdrückten Völker verteidigen.

Oie ausgebliebenen Lieferungen.

Lissabon, 9. April. (Europapreß.) Die Er­pressungsreise des USA.-Vizepräsidenten Wallace durch Mittel- und Südamerika verlief nicht ganz ohne Peinlichkeiten. So wurde er verschiedentlich an Lieferungsversprechen seiner Regierung erinnert. Panama z. B. wollte wissen, wo die 10 000 Buschmesser blieben, die von den Yankees zwar in Auftrag genommen, aber niemals g e - liefert worden seien. Wallace gestand, daß die Buschmessersendung inzwischen nach den Salo­monen gegangen -ist. Einige Bauunternehmer fragten Wallace, wann denn die versprochenen Be­tonmischmaschinen kämen und meinten bekräftigend dazu:Gib uns die Maschinen, und wir werden dir ein Denkmal aus Beton errichten." Wallace gab keine Antwort.

Das Eiserne Kreuz für eine ORK.-Schwester.

Der DRK.-Schwester Magda Darchinger, DRK.-Schwestemschaft München, wurde als fünfter deutscher Frau das Eiserne Kreuz II. Klasse ver­liehen. Sie hat sich bei der Bergung von Verwun­deten eines Lazarettes im Operationsgebiet während eines feindlichen Luftangriffes durch besonders tap­feres Verhalten ausgezeichnet und wurde hierbei elbst verwundet.

macht des Bolschewismus aufgehalten und gebrochen hat, wird auch die Mittel und die Kraft besitzen, abenteuernden britisch-amerikanischen Divisionen eine blutige Lektion zu erteilen, falls sie von ihren jüdi- chen Antreibern den Festungswerken Europas ent­gegengehetzt werden. Der Bolschewismus aber wird auch von seinen britisch-amerikanischen Trabanten nicht gerettet werden. Und ihr gemeinsamer Wunsch­traum, Europa in ein blutiges Chaos zu verwan­deln, wird in Tunesien und an den Küsten des Kon- tinenis keine andere Antwort erfahren, als es im Osten geschehen ist.

Dies sind nicht Worte ohne Hintergrund: Deutsch­land und Europa haben in diesem Winter nicht nur erfahren, was ihnen droht, sondern auch was sie an Kraft zu entfalten vermögen, wenn sie zum Aeußersten entschlossen sind. Zu dieser Ent­schlossenheit haben nicht nur die Erinnerung an die Welt von 1918, nicht nur die nüchterne Einschätzung des Bolschewismus, sondern auch die freimütigen Erklärungen beigetragen, mit denen unsere Feinde nicht zurückgehalten haben, als sie berauscht von den Sowjeterfolgen glaubten, diesen Krieg schon gewonnen zu haben.

Das alles war nützlich, um das geistige und ma­terielle Potential des Kontinents so zu entfalten und weiterzuentwickeln, daß es nicht nur ausreichen wird, uns sicher und zielbewußt zu verteidigen, son­dern auch jene innere Haltung und äußere Stärke vorzubereiten, die im Zeitpunkt der großen Entschei­dung den Ausschlag des Sieges geben wird.

Große Entscheidungen werden bestimmend beein­flußt durch große Ideen, die die gewaltige An­triebskraft aller charakterlichen und leistungsmäßigen Energien der Völker sind. Diese Ideen stehen auf unserer Seite und erfüllen uns alle. Die gewaltige Wiedererhebung der großen Nationen des Konti­nents steht auf unserer Fahne, das Recht zum Le­ben für tüchtigste Völker der Menschheit ist der Smn unseres Kampfes; eine große Zukunft tut sich vor unseren Augen auf, während auf der Gegenseite die bolschewistische Doktrin der Vernichtung der Tüchtigen und die Mische Lehre der materiellen Versklavung aller Völker den Pesthauch des Todes auch durch den Schwulst ihrer Phrasen nicht zu ver­treiben vermögen. .

Diese Erkenntnis des großen Sinnes unseres Kampfes ist der stärkste Motor unseres Handelns, und unsere Entschlossenheit, in dieser gewaltigen Entscheidung voll unseren Mann zu stellen, gibt uns die Gewähr, daß wir es s chu f f e n werden und uns den Eintritt in ein glücklicheres Leben, durch dessen Tor wir schon einen Blick zu werfen ver­mochten, erzwingen werden!

Kriegsschauplatz Ostasiea.

Wie die Achsenmächte selbst so führt auch ihr ost« asiatischer Partner den ihm durch die Provoka­tionen der anglo-amerikanischen Plutokratten auf­gezwungenen Krieg auf der inneren Linie. Durch überraschend schnelle und energische Eröffnungszüge hat ähnlich wie Deutschland auch Japan die Kampf­front vom Mutterland weit weg schieben und seine kriegswirtschaftliche Basis durch die Eroberung reicher Rohstoffgebiete erheblich erweitern können. Ja, es war in einem Punkte sogar in einer noch glücklicheren Lage als seine europäischen Freunde. Denn wenn man bei der hohen Empfindlichkeit des japanischen Mutterlandes gegen Luftangriffe, die an sich durch die Nähe des Kontinents und die durch die Erdbebengefahr veranlaßte Bauweise japanischer Städte gegeben ist, vielfach als Auftakt des Krieges Ueberfälle der feindlichen Luftwaffen auf die japa­nischen Inseln erwartet hatte, so zeigte es sich bald, daß die Japaner mit ihren schnellen Ueberraschungs- siegen dem Feind diese Waffe aus der Hand geschla­gen hatten und nun den Vorteil der Weiträumigkeit des pazifischen Kriegsschauplatzes für sich nutzen kön­nen. Denn diese Weiträumigkeit bietet ihnen die beste Sicherheit vor überraschenden Angriffen auf das Mutterland und die Verbindungslinien von ihm zu den weit vorgeschobenen Operationsbasen, wobei sie freilich den Nachteil in Kauf nehmen müssen, daß diese Verbindungslinien sich über Tausende von Kilometern erstrecken und deshalb für Truppen­transporte und Nachschub an die japanische Han­delsflotte, die man vor dem Kriegseintritt Japans im Jahre 1941 auf 5,6 Millionen BRT. schätzte, und an die japanischen Sicherungsstreitkräfte außer­ordentlich hohe Anforderungen stellen. Sie sind in­folgedessen auch von Verlusten durch amerika­nische U-Boot- und Luftangriffe in den chinesischen Gewässern und in der Südsee nicht verschont ge­blieben, haben diese jedoch durch Beschlagnahme feindlichen Schiffsraums und durch Neubauten mehr als ausgleichen können.

Amerikanische Prognosen aber, daß wenige Tage nach Kriegsausbruch die japanischen Großstädte in Schutt und Asche liegen würden, sind wie so viele andere überhebliche Vorhersagen amerikanischer Militär- und Zivilstrategen Phantasien geblieben. Tatsache ist jedenfalls, daß die amerikanische Luft­waffe erst ein einziges Mal von einem Flugzeug­träger aus am 18. April 1942 einen Luftangriff auf japanische Städte gewagt hat. Der geringe Erfolg der hier notgedrungen nur zum Einsatz gelangten leichten Bomber, die dann auf amerikanischen Flug­plätzen im Gebiet von Tschungking landeten, hat zur Wiederholung solcher Angriffe bisher nicht ringe- Haben. Trotzdem rechnen die öepaner früher ober-

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Tschecho-Slowakei. Die Slowaken selbst wurden in Prag soviel wie möglich ignoriert, aber nach Preh­burg wurden bedeutende Mittel hineingepumpt, um des Anteils an der Donau willen, der Hochstraße von Mitteleuropa nach dem Südosten.

Im Hof eines dieser neuen Gebäude hat man ein kleines Häuschen, ein in feiner Bescheidenheit ganz reizendes Schmuckstück der Rokokozeit, pfleglich er­halten. Es ist das Heimathaus des Komponisten Hummel, der auch Goethes Freundschaft in Wei­mar gewann. Noch ein anderer Großer im Reiche der Musik, der Burgenländer Franz Liszt, fand hier als armer Schuljunge mit feinem Klaoierspiel den Gönner, der ihm Mittel gab, seine musikalische Laufbahn einzuschlagen.

Als Hauptstadt des jungen slowakischen Staates, der jetzt eben den vierten Jahrestag seiner Grün­dung beging, liegt Preßburg exzentrisch, denn schon auf der Hälfte der Donaubrücke beginnt mit dem Gau Niederdonau das Gebiet des Großdeutschen Reiches. Nur ein kurzes Stück stromabwärts fängt auf dem rechten Ufer Ungarn an. Es gab aber keine Wahl, nur Preßburg konnte die Hauptstadt der Slowakei werden. Es ist die einzige Großstadt des Landes, die einzige, in der ein ganzer Regierungs­apparat feine Unterkunft finden kann, und es ist verkehrspolitisch der Schlüsselpunkt. Die slowakische Oeffentlichkeit hat sich, begreiflich genug, in diesen Tagen viel damit beschäftigt, was in den vier Jah­ren staatlicher Existenz der Slowakei geleistet wurde und was noch zu leisten übrig bleibt. Unzweifelhaft deutlich sind die gemachten Fortschritte. Die Tschechen suchten jedes eigene slowakische Bildungsleben zu unterdrücken. Heute zählen die Universität Preß- burq und die übrigen Hochschulen über 5000 Hörer.

Wirtschaftlich sind die beiden Tragpfeiler der Slo­wakei zunächst noch der agrarische und der forstliche Sektor. Die Industrie zeigt sich entwicklungskräftiger als vielleicht zuerst erwartet wurde, aber sie ist zur Zeit behindert durch die Kriegsverhältnisse, teilwei­sen Rohstoffmangel, Verkehrsschwierigkeiten. Durch­aus gesund sind Geldwesen und Finanzen. In der Landwirtschaft ist die Grundfrage die der Steige­rung der Hektarerträge, die mit 14 bis 15 Doppel­zentner Weizen je Hektar in der Mitte zwischen den leistungsschwachen östlichen Agrargebieten und den hochentwickelten Mitteleuropas stehen. Hier muß kräftig gearbeitet werden, und es wird auch gear­beitet, um mit gesteigertem Export die von der Seite der Holzausfuhr her günstig gestellte Zahlungsbilanz auch agrarisch kräftig und dauernd zu unterbauen.

Eine Unterhaltung mit dem Leiter des staatlichen Propagandaamts in Preßburg gibt dem interessier­ten Besucher, der sich in der Slowakei schon einiger­maßen auskennt, ein Bild von dem sachlichen Eifer und der Einsicht, mit denen hier an der Zentrale die vordringlichen Ziele der slowakischen Wirtschaft verfolgt werden. Ein Blick auf das Getriebe im mo­dernen Preßburg genügt, um zu zeigen, daß wir uns in einem lebensvollen Gemeinwesen befinden. Daneben aber bleibt für den deutschen Gast die be­sinnliche Seite Alt-Preßburgs als einer eigentüm­lichen deutschen Kulturstätte des Barockzeitalters uni vergeßlich.

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Oie Schlacht bei der Florida-Insel.

Tokio, 9. April. (Europapreß.) Die Seeschlacht vor der Florida-Insel wird von der japanischen Presse begeistert kommentiert. Aus den jetzt bekannt- werdenden Einzelheiten ergibt sich, daß ein ameri­kanischer Geleitzug bei dem Versuch, von der Nord- lüfte Guadalcanars aus nach der Insel Florida überzufetzen, von japanischen Marinebombern ge­faßt wurde. Das erste Ziel der japanischen Bomber war der auf Florida gelegene Hafen Tula g i, welchen die Amerikaner als Flugzeugbasis auszu­bauen versuchen. Dann wandte sich der japanische Bomberverband gegen die vor Cap Cori an­kernde Transportflotte. Trotz wütenden Abwehr­feuers gelang es den starken japanischen Staffeln, ihre Bomben zum Teil durch Gleitsturz an die Transportschiffe heranzutragen und 10 Transporter, darunter zwei 8000-Tonner und 6 Schiffe zu je 5000 BRT., ferner 1 Kreuzer und 1 Zerstörer zu versenken. Dieser Erfolg ist um so höher zu werten, als die Transportflotte unter dem Schutz vom Land aus operierender Jagdflieger lag, von denen die Japa­ner insgesamt 37 Flugzeuge abschießen konnten, dar­unter 30 Grmnman-Jäger. Der Angriff erfolgte bei Tage, doch wird unterstrichen, daß trübes und reg­nerisches Wetter die Sicht beeinttächtigte. Die Ver­nichtung des amerikanischen Geleitzuges dürfte für die Versorgung der feindlichen Verbände im Salo­monengebiet schwerwiegende Folgen haben.

Australiens kritische Lage.

Stockholm, 10. April. (DNB. Funkspruch.) Die LondonerTimes" erklärt, Australien müsse mit einem langen und schweren Kampf rechnen. In allen eroberten Gebieten seien die Japaner mit der Verstärkung ihrer militärischen und wirtschaftlichen Stellung beschäftigt, was ihnen um so leichter mög­lich sei als die Streitkräfte der Westmächte un Kampf' gegen Deutschland gebunden seien. Die Ja­paner ständen augenblicklich nur an den äußeren Flügeln ihrer Front und hätten genügend Zeit, ihre Stellungen auszubauen.

Welches Ausmaß die Befürchtungen der austra­lischen und der USA.-Regierung angenommen haben, geht aus einer Meldung desDaily Sketch" hervor, nach der die Vereinigten Staaten zusammen mit Australien und den Emigranten aus Nieder- ländisch-Jndien demnächst zu einer Konferenz zusammenkommen wollen, um über die Lage im Pazifik zu beraten. -

Jamben auf tlSA.-Flugplähe in China

Nanking, 10. April. (Europapreß.) Das japa­nische Hauptquartier gibt bekannt, daß die japa­nische Luftwaffe auf dem chinesischen Festlande die Luftstützpunkte von Hengyang und Linling (Honan), Lishui (T chekiaug) und Kienow (Fukien) wirtungs-

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