Ausgabe 
9.1.1943
 
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Eine Botschaft des Bluffs.

Berlin, 8.Jan. (DNB.) Die Rede Roosevelts vor dem Kongreß, die von der USA.-Presfe mit lautem Theaterdonner angekündigt worden war, hat wie auch die ersten Auslandsstimmen er­kennen lassen infolge ihrer auffallenden Jnhalt- losigkeit m der politisch interessierten Welt allgemein enttäuscht. Entgegen den Erwartungen der amerika­nischen Oeffentlichkeit hat der Präsident weder ein den breiten Massen der USA. in Aussicht gestelltes Sozialprogramm verkündet, noch auch zum völligen Durchfall seines berüchtigten Weißbuches Stellung genommen. Die Tatsache, Daß sich der Prä­sident über das Kernproblem des gegenwärtigen Krieges, die U-Boot-Frage, sorgsam ausge­schwiegen hat, und daß im Rahmen seiner üblichen Bluffzahlen über den angeblichen Stand der USA.« Kriegsproduktion jede Angabe über das Schiffs- bauprogramm der Vereinigten Staaten fehlte, macht nur allzu deullich sichtbar, wie peinlich ihm die vernichtenden Schläge der deutschen U-Boote, in Wirklichkeit sind.

Was von den Ziffern, mit denen Roosevelt auch diesmal wieder jonglierte, bei ernster Ueberprüfung gehalten werden darf, geht am klarsten daraus her­vor, daß er von 1,5 Millionen U SA.» S o l- baten sprach,' die sich zur Zeit in Uebersee befinden sollen, während erst am 28. Dezember 1942 der USA.-General Marshall die Ueberseetrup- pen der USA. mit genau einer Million ange­geben hat. Roosevelt hat also damit nicht nur sein Volk infam betragen, dem er vor seiner Wiederwahl versprach, nicht einen einzigen Mann auf fremde Kriegsschauplätze zu entsenden, er hat verglichen mit der Erklärung des Generals Marshall sogar das Kunststück fertiggebracht, innerhalb von nur zehn Tagen sage und schreibe 500 000 Soldaten über die weiten Ozeane der Welt zu transportieren.

Nicht minder groß ist der Bluff, den Roosevelt mit den angeblichen USA.-Lieferungen an Tschungking zu landen versucht.Noch heute lenden wir auf dem Luftwege nach China soviel Kriegsmaterial, wie jemals a u f der Bur­rn a st r a ß e befördert worden ist", heißt es in feiner Rede. Man wir- sich fragen müssen, inwieweit diese Feststellung mit den verzweifelten Hilferufen Tschiangkaischeks in Ikbereinftimmung gebracht werden kann, sowie mit den zahlreichen Berichten von USA.-Piloten in der USA.-Presse, die gleich­lautend besagen, daß Lufttransporte nach Tschung­king wegen der zu überfliegenden riesigen Gebirgs­züge nahezu unmöglich seien.

Bemerkenswerterweise gibt Roosevelt auch in sei­ner Kongreßbotschaft nochmals zu, daß die Ber­einigten Staaten ihre P r o d u k t i o n s z i e l e für das zergangene Jahr nicht haben erreichen können, während er über den gegenwärtigen Stand der ameri konischen Rüstung zu der alles andere als optimistischen Feststellung gelangt:Ich will nicht behaupten, daß wir mit unseren augenblicklichen Fortschritten der heutigen Produktion zufrieden sein dürfen."

Den Krieg rnitJapan streifend, versteigt sich Roosevelt zu der lächerlichen. Behauptung:3m vergangenen Jahr hielten mir s inen Vormarsch auf". Er hat die Stirn, in dem Zusammenhang der anfeuernden Leistungen der USA.-Soldaten" zu gedenken, jener Soldaten also, die im Stile des Fluchtgenerals Mac Arthur nicht nur von den Philippinen vertrieben, sondern wo immer auch sie

sich den japanischen Truppen in den Weg zu stel­len suchten, geschlagen worben sind

Nicht minder grotesk wirkt Roosevelts Berner- hing, es besteheeine wirkliche Einigkeit unter den Führern der vereinigten Nationen", vor allem wenn man bedenkt, daß gerade eben erst die durch den englischen Geheimdienst veranlaßte Ermordung Darlans ein grelles Schlaglicht auf die Span­nungen zwischen England und den U<d2I. geworfen hat. Die britische ZeitschriftSpectator" hat-das tatsächliche Verhältnis zwischen London, Moskau und Washington mit den aufschlußreichen Worten umschrieben:Wir und die Amerikaner verstehen uns nicht gut und mit den Sowjets verstehen mir uns noch viel weniger."

Jnteressanterweise bezeichnet Roosevelt am Ende feiner Rede die Bundeshauptstadt seines Landes alsein Irrenhaus" Er befindet sich dabei in der Gesellschaft der politisierenden Gemahlin des Her- ausgebers der angesehenen USA.-Zeitschriftßife , die erst vor kurzem in einer Rede die Vereinigten Staaten für ein Irrenhaus erklärte,.das von feinen Insassen geleitet werde. Roosevelt gesteht mit seiner lapidaren Feststellung sowohl die großen inneren Verwaltungsschwierigkeiten als auch die starken Widerstände im Inneren der USA. ein. Entgegen allen Großsprechereien von ehedem hat Roosevelt auch für 1943 der USA.-Beoölkerung nichts als schwere Kämpfe" anzukündigen.

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Der britische Diplomat Henry Wotton (1568 bis 1639) schrieb auf der Reife nach Venedig in bas Stammbuch seines Augsburger Freundes Flecka- more, bie britischen Diplomaten feienmen sent abroad to lie for the benefit of their country, also Männer, die in die Fremde geschickt wurden, um zum Wohle ihres Landes zu lügen. Das be­stätigt die ganze Geschichte englischer Diplomatie. Aber Roosevelt hat sogar diese englischen Diplo­maten übertrumpft. Er sagte in einer Bluffrede, mit der er den Kongreß eröffnete:Wir gehören zu den Leuten, die sich nur mit Wundern zufrieden geben", und da keine Wunder mehr geschehen, Roosevelt aber seinen Kongreß an die Wunder glau­ben machen wollte, gab er damit zu, daß er lügt. Roosevelt hatte jedenfalls im ersten Kriegsjahr.keine Wunder zu präsentieren. Im sanftesten Pianissimo säuselt er:Wir müssen die Ereignisse des Jahres 1942 nach nhrer relativen Bedeutung beurteilen." Roosevelt, der Wunderman, ist der Mann ohne Wunder und lehrt nur das Wundern in Dersprechun- gen. Es liegt uns fern, aus den Bloßen, die sich der USA.-Präsident gegeben hat, einen allzu leichten Rückschluß zu ziehen. Wir halten uns an das, was ernsthaft gemeint ist. Roosevelt sagt:Deutschland, Italien und Japan müssen entwaffnet werden und bleiben. Sie müssen ihre Philosophie und die Lehre dieser Philosophie aufgeben." Auf den Tag genau sind es 25 Jahre her, daß ein anderer Präsident der Vereinigten Staaten er hieß Woodrow W i b son auch an den Kongreß eine Botschaft richtete. Er entfaltete das Programm der berüchtigten vier­zehn Punkte. Jenes Schwindelprogramm, dem lei­der so viele Deutsche aufgesessen sind. Aber diese Melodie ist abgespielt. Es ist gut, daß sich Roosevelt zum blanken Haß bekennt, daß er nur mit anderen Worten wiederholt, was seine jüdischen Freunde vorgebetet haben. Wir sind im Bild! Wir können gar nicht mehr belogen und betrogen werden.

fMeftaaten der Ostküste, wo bas big bas mess der jüdisch infiltrierten Hochfinanz und des plutokrati- schen Unternehmertums größten Stils die Ursache zu starken weltwirtschafUichen Verflechtungen und ent­sprechendem Interesse an der internationalen Politik gewesen war. Deshalb war hier im Senat schon während des ersten Weltkrieges von Vertretern des Südens und Mittelwestens der Widerspruch gegen Wilsons Einmischungspolitik in Erscheinung getre­ten und von hier aus bildete sich bann auch die Opposition gegen die Ratifizierung des Versailler Vertrages und gegen bie Teilnahme ber Vereinigten Staaten am Genfer Völkerbund, eine Reaktion gegen Wilsons militanten Kreuzzugskomplex, bie auf der gesunden Meinung basierte, daß die Vereinigten Staaten mit sich selbst genug zu tun hätten und es sich nicht leisten könnten, Hans Dampf in allen Gassen zu spielen. Diese schroffe Absage an den Imperialismus war in Erinnerung an die schlech­ten Erfahrungen, bie man im ersten Weltkrieg ge­macht hatte, unb an die verlogene Art und Weise, wie ein boktrinärer Psychopath vom Schlage Wil­sons als Werkzeug der Hochfinanz und des Rü­stungskapitals das amerikanische Volk in den Krieg geführt hatte, noch einmal zum Durchbruch gekom­men in der Neutralitätsakte des Jahres 1939, die ihren Zweck erfüllt hätte, Amerika aus dem Kriege herauszuhallen, wenn nicht Roosevell unter Um­gehung des Kongresses durch sinnwidrige Auswei­tung feiner Vollmachten als Oberbefehlshaber der amerikanischen Wehrmacht, das Neutralitätsgesetz so durchlöchert unb umgebogen hätte, daß es schließ­lich geradezu zum Sprungbrett in den Krieg gewor­den ist. Aber ohne die oben geschilderte eigenartige Zusammensetzung des Senats wäre die Neutrallläts- atte niemals zustande gekommen.

Noch ein anderer Punkt verdient Beachtung für bie richtige Beurteilung des politischen Gewichtes, den ber Kongreß in die Waagschale zu werfen im­stande ist, bas ist der Charakter des amerikanischen Parteiwesens überhaupt, das Verhältnis der beiden Parteien zueinander unb bie Stellung des Kon­gresses zum Präsidenten. Auch hier kann eine nüch­terne Betrachtung vor der gefährlichen unb durch nichts gerechtfertigten Annahme bewahren, als ob der tatsächliche für Roosevelt nicht sehr rosige Ausgang der Kongrstzwahlen den Präsidenten ernstlich daran hindern konnte, seinen kraß imperialistischen Kurs unbeirrt weiter zu steuern und die Vereinigten Staaten immer ttefer in den Krieg zu verstricken, der sein und seiner jüdischen Freunde ureigenstes Werk ist. Die beiden großen traditionellen Parteien der Republikaner und der Demokraten beherrschen mit i^rer Parteimaschine das politische, geschäftliche und gesellschaftliche Leben des Landes unbestritten. Die Dürftigen Wahlerfolge, bie jede dritte Gruppe immer wieder nur davonträgt, zeigen die uner­hörte Festigkeit der Organisation der beiden großen Parteien, die zwar in ihrem Ursprung auf verschie­dene Wurzeln in der amerikanischen Geschichte zu- rückgehen, heute aber kaum irgendwelche grund­sätzliche Unterschiede der politischen Gesinnung auf­weisen. Selbst die historisch begründete Tatsache, daß sich die Republikaner als Nachfolger Hamiltons unb Lincolns für eine starke Bundesregierung erwär­men und die Einheit ber Union betonen, während bie Demokraten als Jünger Thomas Jeffersons und der Südstaaten des Sezessionskrieges für das Eigenrecht der Einzelstaaten eintreten, ist heute so wenig eindeutig wie die andere, daß die Demo­kraten im allgemeinen den Süden beherrschen, wäh­rend die Farmerstaaten des Westens und der in­dustrielle Nordosten republikanische Hochburgen zu sein pflegen. Gerade der Demokrat Roosevelt, der als Gouverneur von Neuyork mit Hilfe ber demo­kratischen Barteimaschine, der berüchtigten Tamany Hall, zur Macht gekommen ist, später aber, obwohl Demokrat, in erbittertem Kampf mit dem Obersten Gerichtshof die Forderung nach einer starken Bun­desregierung vertrat und schließlich sich als Dik­tator gebärdete, wenn er auch das demokratische Mäntelchen nicht entbehren kann, ist ber beste Be­weis für die Prinzipienlosigkeit der amerikanischen Parteien. .

Aus dieser Eigenart ergibt sich, daß fortschrittliche und konservative Elemente sich in beiden Parteien finden und die Einstellung zu den gerade aktuellen Problemen der Tagespolitik wie zu der Person des Präsidenten, wenn sie einen so ausgeprägten Cha­rakter hat wie die Franklin D. Roosevelts und seiner Regierungstätigkeit, wenn d-irse so prononziert ist wie dessen New Deal oder die imperialistische Kriegspolitik, Senatoren unb Abgeordnete im Kon­greß viel eher scheidet als die Parteiprogramme, die vor den Wahlen aus den zugkräftigsten Parolen ad hoc zusammengestellt werden, wenn sie ihre Schuldigkeit getan haben aber stillschweigend ad acta gelegt werden. So hat Roosevelt Freunde und Gegner seiner Person und seiner Politik in beiden Parteien. Ja, es ist besonders bezeichnend, wie sich die Einstellung der Republikaner zu dem demokrati­schen Präsidenten gewandelt hat, sobald Roosevelts Politik sich selbst wandelte von dem antikapitalistt- schen Sozialreformer, als der er am 4. März 1933 sein Amt antrat, um mit Hilfe eines staatssozialisti­schen Programms ber Massenarbeitslosigkeit und dem Farmerelend beizukommen, zum Einpeitscher einer neuen Hochkonjunktur für Jndustriekapitalis- mus und Hochfinanz. So wenig den Republikanern der Mann gefallen hatte, ber Milliarden öffentlicher Gelder für Unterstützungszwecke ausgab, ber die Gewerkschaften als gleichberechtigte Partner der Uw ternehmerverbände an den Verh and lu n as tisch

brachte und die Monopolherrschaft der großen Trusts durch Staatsbetriebe zu brechen suchte, fo schnell söhnten sie sich mit dem Präsidenten aus, als er nach dem Scheitern des New Deal etwa vier Jahre später auf außenpolitischem Feld Entschädigung für seinen unbefriedigten Ehrgeiz suchte und mm einen scharf aggressiven Imperialismus als Vorspann für eine geradezu gigantische neue Rüstungskonjunktur forcierte. Wendel Willkie, der republikanische Scheinkandidat bei den Präsidentschaftswahlen des Jahres 1940, die wider alle Tradition den dritten term Roosevelts brachten, war vermutlich schon vor den Wahlen ber Verbindungsmann seiner Partei zum Weißen Hause gewesen. Jetzt trat er offen als Roosevelts Neklameches und Weltreisender auf die Bühne, und prominente Republikaner, Stimson. und Knox, nahmen im Kabinett Roosevelts wich­tige Ministersessel ein. Ja, eine gewisse Gruppe republikanischer Politiker hat sich geradezu zu An­treibern des Präsidenten entwickelt, denen im Inter­esse ihrer Freunde in der Rüstungsindustrie die eigene Aufrüstung der Vereinigten Staaten wie die Lieferungen von Kriegsmaterial an England, bie Sowjets und Tschungking noch immer nicht schnell und nicht umfangreich genug erfolgen.

Dagegen hat Roosevell in ber eigenen Partei vor­wiegend bei den konservativen Demokraten der Südstaaten sich durch seine Innenpolitik viele Geg­ner geschaffen, die ihm in dem soeben zusammen- getretenen neuen' Kongreß noch manche dose Stunde bereiten können. Denn bei ber nur noch außer­ordentlich geringen Stimmenmehrheit, über die die demokratische Partei perpigtt wobei ber fortschritt­

liche Flügel ber Partei erhebliche Einbußen hatte, während der konservative sich behaupten konnte, wird dieser letztere häufig bas Zünglein an der Waage fein. Roosevelt hat zwar in seinem Staats- fefretär Cordell Hüll und in Senator Byrnes, den er erst vor kurzem zum Leiter des Amtes für Wirt­schaftsstabilisierung machte, willfährige und ein­flußreiche Verbindungsmänner zu den konserva­tiven Demokraten der Südstaaten im Kongreß, trotz­dem ist seine Mehrheit im neuen Kongreß keines­wegs mehr fo sicher wie sie im alten war. Er hat dem schon durch einen agitatorischen Kniff Rechnung zu tragen versucht. Dem alten Kongreß mit seinem Widerstand gegen die Diktaturgeluste des Präsi- deuten hatte Roosevelt vor der Oeffentlichkeit die Schuld daran zugeschoben, daß die Kriegsmaschine noch immer nicht auf vollen Touren laufe, dem neuen suchte er den Wind aus den Segeln zu nehmen mit dem berüchtigten Weißbuch, bas nun, wo die Enttäuschung über den so gar nicht den groß­sprecherischen Prophezeiungen der Roosevell, Stim­son, Knox enffprechenden Verlauf des Krieges auch im Kongreß Wortführer _ finden wird, ben Präsidenten als den bislang völlig verkannten Mann hinstellen soll, der mit der Friedenspalme in der Hand die bösen Aggressoren im alten Europa immer zu beschwichtigen versucht hätte. Roosevelt wollte sich damit jenen unangreifbaren Standpunkt sichern, der ihm erlauben soll, die innerpolitische Opposition damit mundtot zu machen, daß jeber# ber den Präsidenten zu kritisieren wagt, als Vater­landsverräter gebrandmarkt wird. Mit dem Mittel der nationalen Diffamierung hatte er schon die Isolationisten ausgeschaltet, bis sich seiner Kriegs­hetze widersetzt hatten. Das Weißbuch lag in ber gleichen Richtung. Die Verhaftung von 30 ameri­kanischen Jounalisten, bie es gewagt hatten, sein Weißbuch als bas zu bezeichnen, was es ist. als eine schamlose Geschichtsfälschung und Irreführung der amerikanischen Oeffentlichk-üt. zeigt bereits, wie Roosevelt sich unbequemer Kritiker feiner Kriegfuh- rung künftighin zu entledigen gedenkt.

So wird es auch der neue Kongreß, trotz seiner aus ben Wahlen erheblich verstärkt hervorgegange- nen Opposition, sehr schwer haben, auch nur feine ihm von ber Verfassung gugeroiefene Aufgabe zu erfüllen, ein regulierendes Geaengewicht gegen bie diktatorischen Ansprüche des Präsidenten zu sein, geschweige denn, daß Roosevelt von ihm eine Durch­kreuzung feiner imperialistischen Krieasvolitik zu befürchten hätte. Dr. Fr. W. Lange.

England unterschätzt die Lt-Bool-Gesabr.

Stockholm, 8. Jan. lEuropapreß.) Als die größte aller England drohenden Gefahren bezeich­net Lord Win st er, ber Mavinesachoerständige ber Labour-Party, imManchester Guardian" die Schlacht auf den Meeren. Auf irgendeine Weise, schreibt Lord Winster, müßten Marine- und Luft- fahrtministerium neue unb wirklich wirksame Me­thoden finden, um ber U-Boote Herr zu werden. Deutschland habe das Problem ber Massenher­stellung von U-Booten gelöst. Seine U-Boot- Flotte sei gewaltig groß. Es liege keinerlei Anlaß vor, zu glauben, daß Deutschland Mangel an Mo­toren, Instrumenten und Ersatzteilen leide. In gut» unterrichteten Kreisen, so schließt Lord WchsteH

habe man bas unbehagliche Gefühl, baß bie Be­deutung der U-Boot-Gefahr von der englischen Kriegsührung bei weitem unterschätzt werde Deutschland konzentriere sich heute vor­nehmlich auf ben Bau von U-Booten und auf bie Ausbildung von U-Boot-Besatzungen, bie anschei­nend keinerlei Schwierigkeiten verursache.

Oer Organifaiionswirrwarr in den USA.

Zwei neue Direktoren für Nahrungserzeugung und -Verteilung.

Lissabon, 8. Jan. (Europapreß.) Zum Direk­tor der Nahrungserzeugung wurde in ben USA. der 47jährige William Parifius und zum Direktor der Nahrungsverteilung der 38jährige Roy Freden! Hendricks en ernannt. Die Aufgabe ber neuen Direktoren oesteht darin, den Wi- ü)arr einer Er­nährungslage zu beenden, über die bi: Regierung immer mehr die Kontrolle verliert. Beide Direktoren haben eine ungewöhnliche Karriere gemacht. Pari­fius begann feine Laufbahn als Pastor unb gelangte über feine Tätigkeit auf sozialem Gebiet in das Landwirtschaftsminifterium, wo er zuletzt Assistent des Ministers war. Hendrickjen kam aus ber Presse unb machte einen Sprung zum Personalchef bes Landwirtschaftsministeriums, bis er dann die Lei­tung der Agricultural Marketing Administration übernahm.

Für die schlechte Organisation der Lebensmittel­versorgung in ben USA., vor allem in ben Groß- ftäbten, die zur Einsetzung der beiden neuen Direk­toren als Chefs entsprechender Kriegsämter neben dem an sich zuständigen Ministerium geführt haben, kann die Neuyorker ZeitschriftTime" mit bemer­kenswerten Beispielen aufwarten. So mußten in Los Angeles 900 Restaurants und 100 Fleischer­läden geschlossen werden. Sogar die Krankenhäuser litten Mangel an Nahrungsmitteln. In Chikago gibt es fast keine Butter und kein Schmalz. Knapp sind auch Mehl, Nudeln und Fleischkonserven. Die Einwohner von San Diego ^Kalifornien) wanderten über die Grenze, um in Mexiko zu Hamstern. In Philadelphia gab es 14 Tage so gut wie kein Fleisch. Die Händler empfahlen deshalb, mehr Hül- senfrüchte zu kaufen unb rationierten gleichzeitig ben Verkauf von Fleischkonseroen. In Portland mußten sechs Fleifchwarenfabriken wegen mangeln- der Belieferung schließen. In Neuyork betrugen die Fleifchvorräte Mitte Dezember nur 35 v. H. des Normalstandes. Detroit, die Stadt der Ford- Werke, feierte ein fleischloses Weihnachtsfest.Time" führt alle diese Mangelerscheinungen auf die schlechte Planung der Behörden zurück.

Als Fo^ge der außerordentlichen Kältewelle, die die USA. zur Weihnachtszeit heimsuchte, sind wie dieTime" weiter meldet die Reserven an Hei<zol gefährlich gering geworden. Hunderte von Besitzern kleiner Petroleumofen belagerten z. B. bie Derkaufsläden in Boston. Schließlich mußte der Gouverneur zur Errichtung von Unterkünften für halberfrorene Familien schreiten. Die Ursache für die Oelknappheit ist die nicht rechtzeitig er­folgte Umstellung der Oel-Heizofen auf Kohle nach dem Ausbleiben ber Dellieferungen aus Süd- amerika, da der Ubootkrieg immer empfindlichere Kücken in bie Tankertzott- der USA* reißt, Ja Ms»

neapolis und tu St. Paick belagerten Hundsttkam sende Hausbesitzer die Rationierungsbüros mit An« trägen auf Lieferung von Del.

Rach indischem Muster.

Aegypten bemüht sich um die Hilfe der USA» gegen England.

Ankara, 8. Jan. (Europapreß.) Die britisch« Regierung hatte es, wie erst jetzt aus ägyptischer diplomatischer Quelle bekannt wird, im oeraonge« nen Herbst abgelehnt, der ägyptischen Regie» rung eine Erklärung darüber abzugeben, daß nach dem Krieg die britischen Truppen endgültig unb ausnahmslos aus Aegypten zurückgezogen werden. Die ägyptische Regierung hatte im Juni 1942 in einer Note bie Bitte zusammen mit jener über eine Zulassung Aegyptens zur Friedens« konferenz durch den ägyptischen Botschafter in Lon­don, Nachat Pascha, dem Foreign Office zullten lassen. Die britische Regierung lehnte jedoch diese Bitte eindeutig mit dem Hinweis ab, bie Sicherheit Aegyptens und des Suez-Kanals v e r 1 a n g s weiterhin eine Anwesenheit briti­scher Truppen auf ägyptischem Boden. Sie berief sich dabei auf den ägyptisch-britischen Vertrag von 1936. Die britische Regierung lehnte es ferner ab, die im Vertrag von 1936 vorgesehenen Fristen für bie Besatzung abzukürzen. Ja, sie machte zu­nächst auch Einwände gegen den Anspruch Aegyp­tens, zur Friedenskonferenz zugelassen zu werden.

Erst nachdem die ägyvttsche Regierung durch Vermittlung des USA. - Gesandten in Kairo, Alexander Kirk, Verhandlungen mit Wa­shington aufgenommen hatte, gab die britische Re­gierung im Dezember v. I. die Erklärung ab, daß sie bereit sei, Aegypten zur Friedenskon­ferenz zuzulassen, falls Fragen, die das Inter­esse Aegyptens berühren, verhandelt würden. Wie ferner bekannt wird, sind gegenwärtig ägyptisch- amerikanische Verhandlungen mit dem Ziel int Gange, eine nordamerikanische Garantie für die Sicherheit Aegyptens zu erlangen und eine internationale Ordnungstruppe int Gebiet des Suez-Kanals zu bilden, durch welche dann die britische Besatzungstruppe abgelöst werden könnte. Offenbar werden diese Verhand­lungen zwischen Aegypten und den Vereinigten Staaten von England mit erheblichem Mißtrauen verfolgt.

Der Namenstag Marschall AntonescuS

Bukarest, 8. Jan. (DNB.) Am Donnerstag brachten Prof. Mihai Antonescu, der stellvertretends Ministerpräsident, die Regierung unb ber Chef des Generalstabes dem Conducator Marschall Anto­nescu ihre Glückwünsche zum Namenstag dar. Marschall Antonescu erklärte in feiner Antwort: Ich bin der festen Uederzeugung, baß wir aus die­sem Kampf nicht als die Unterlegenen hervorgehen können. Das Volk kämpft nicht nur für feine eigene. Sache, sondern auch für die Kultur, und da es opferwillig ist, kann es nicht untergehen. Die Ar­beit, die wir allen zur Pflicht machen, und die Aus­dauer können uns nur auf ben Weg des Ruhmes führen. Seid überzeugt, daß ich erst dann den Kampf aufgebe, wenn man über meine Leiche hin- wegfchreitet."

Aus dem Reich.

Oie Stellung des deutschen Richters.

Reichsm'mister Dr. T h i e r a ck gibt in feinem Neujahrsaufruf seinen Entschluß bekannt, die Haupt­frage des Neuaufbaus ber deutschen Rechtspflege, die Stellung des deutschen Richters einer schnellen Klärung und Entscheidung zuzuführen. Mit dem 1. Januar sind zu diesem Zweck im Reichsjusttz- minifterium drei besondere Aemter ein­gerichtet worden. Die AemterRichter und Rechts­pfleger" uridRechtsprechung durch bas Volk" sollen klären, inwieweit der Richter durch Abgabe von Amtsgeschäften an den Rechtspfleger von Auf­gaben befreit werden kann, die seiner eigent­lichen Ausgabe, Recht zu sprechen, ferner lie« gen, damit er wieder die Stellung -erhält, die er in ber Vorstellung des Volkes immer gehabt hat. Das AmtNeuordnung der deutschen Gerichtsper- faffung" wirb den Aufbau der Gerichte vor­bereiten und dem Richter damit das Haus bauen, in dem er künftig wohnen und wirken kann. Der Reichslustizminister ruft die deutschen Rechtswahrer und . die Akademie für Deutsches Recht zur Mit- arbeit an diesen Aufgaben auf.

Oer neue Präsident

des Reichsverwaltungsgerichts.

Der Führer hat den Unterstaatssekretär imReichs- lustlzmmisterium, Dr. Franz H u e b e r, zum Prä­sidenten des Reichsverwaltungsgerichtes ernannt ^ueber, am 6. Januar 1894 in Grünberg (Ober* ' Donau) geboren, hat Rechtswissenschaften an der Universität Wien studiert. Im ersten Weltkrieg wurde er an der italienischen Front verwundet. Nach dem Kriege ließ er sich als Notar in Mattses Salzburg) nieder. Bevor er am 1. März 1939 als Unterstaatssekretär in das Reichsjustizministerium berufen wurde, war Hueber Justizminister in der eqtcn nationalsozialistischen Bundesregierung Seyß-> Jnquart in Wien.

Reichsverteidigungsausschuß und Kriegswirtfchostsstab.

NSG. Gauleiter und Reichstattholter Spren­ger hatte als Reichsverteidigungskommissar deck Rcichsverteidigungsausschuß des Rhein-Main-Ge- bletes zu einer Sitzung nach Wiesbaden einberu- fen Der Gauleiter gab einen Ueberblick über die umfangreichen Aufgaben, die ihm als Reichsver- teidlgungskommissar gestellt sind. Wichttge friegs- bedingte Probleme, sowie die einheitliche Ausrich­tung aller Maßnahmen, die mit der Reichsvertei- digung unmittelbar im Zusammenhang stehen, wa­ren die Grundlage der weiteren Erörterungen. In einer sich anschließenden Tagung des Kriegs- Wirtschaftsstabes ging der Gauleiter auf Die geschichtliche Entwicklung der Wirtschaftsfiih-

£ni^rm Gegensatz Zur liberalisttsch-kapitalisti- scheu Auffassung stellte er den nationalsozialistischen Grundsatz vom Dienst der Wirtschaft für die Inter- effen bes Volkes heraus. Im einzelnen behandelte gaben!" 2Birtfd)aft Sestellten Kriegsauf-

Beamtenanwärter im Kriegsdienst.

Der Grundsatz, daß kein deutscher Soldat Nach- mlS.JP?! ZiEeruf aus der Erfüllung bet Wehrpflicht haben soll, ist jetzt durch einen Erlaß Des Neichsmnen- und des Reichsfinanzministers auch für die Beamtenanwärter im Reichsbienst praktisch gelost worden. Die Zahl ber Anwärter, dis wegen ihrer Heranziehung zum Kriegswehrbienst ihren Vorberettungsdiepst als Beamte ftt# eMllch