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9.1.1943
 
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(93. Jahrgang Nr. r

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Kampfplatz zweier Kontinente.

Von unserem E. F..-Korrespondenten.

Paris, im Januar 1943.

Schon manchmal in der Geschichte hat der Lauf 5er Ereignisse Tunesien dazu bestimmt, den Zu- lammenprall feindlicher Mächteblocks und Kulturen über sich ergehen zu lassen. Panische Karthager, die Romer, die Vandalen, die Byzantiner haben auf »em reichen Boden Tunesiens ihre Stützpunkte errichtet, sie haben von hier aus den Verkehr auf dem Mittelmeer kontrolliert, und sie haben sich gleichzeitig auch die große Getreideerzeugung des Landes und seinen Reichtum an subtropischen Ge- vächsen, Oliven, Datteln usw., nutzbar gemacht. Schon die Geographie hat Tunesien zu einem Durch- .angsland gemacht, nicht nur zwischen den von Ber» «exn besiedelten Gebieten des nördlichen Afrikas, Algerien und Marokko, und den von Osten heran- irandenden arabischen Stämmen, sondern auch wischen dem nördlichen Afrika überhaupt und Europa.

Das 125 000 Quadratkilometer Ausdehnung um- affende Gebiet von Tunesien, auf dem 2,6 Mill, Anwohner leben, ist außerordentlich reich an geo­graphischen und klimatischen Kontrasten. Das Rordgebiet, dort wo sich jetzt die Kämpfe Zwischen den Truppen zweier Kontinente abspielen, ,at dem afrikanischen Kontinent seinen Namen ge­geben. Das von hohen Gebirgen durchzogene äußerst ogsserreiche Gebiet des Medjera-Flusses wischen den Ausläufern des Atlasgebirges mit einen Wäldern und Getreidepflanzungen heißt in er EingeborenenspracheFriguia" oderJfriqyä"; Jefe Bezeichnung geht zurück auf die semitische ^prachwurzelfariqa", ein Wort, das etwa den Sinn hat:Von etwas getrennt sein". In diesem Salle handelt es sich etwa um die Trennung des ruchtbaren nördlichen Kulturgürtels von den süd- ch sich anschließenden Gebieten der Oliven- und )attelpalm-Anpflanzungen, während im Norden äs Meer die Grenze bildet.

Tunesien hat eine Küstenausdehnung von etwa 1500 Kilometern. Nur rund 30 Kilometer davon

bereiten, die wirtschaftliche Entwicklung, die auch an Tunesien nicht vorübergeht, alles das kann, wenig­stens bis auf weiteres, nicht verhindern, daß die geheimnisvolle Schönheit einer beinahe märchen­haft anmutenden pittoresken Vergangenheit an vielen Stätten Tunesiens weiterblüht. Nefta und Tozeur, an den Ufern der mit Salzwasser gefüllten, Hunderte Kilometer weit sich erstreckenden Depres­sion des Chott-el-Djerid sind Oasen, die di/Perlen des Djerid" genannt werden xnD von denen die Araber sagen, wenn man sie sehe, dann sehe man das Paradies. Kairouan ist eine der seltsamsten

Der Wehrmachtbericht.

DRB. AusdernFührerhauptquarliek, 8. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Jm Raum des mittleren Kaukasus, des Don und nordwestlich Stalingrad standen die deutschen Truppen auch gestern im schweren aber erfolgreichen Abwehrkampf mit starken Jnfanterie- und Panzerkrästen der Sowjets. Jm Gegenangriff wurde der Feind an verschiedenen Stellen zurück­geworfen und erlitt hohe Verluste. 32 Panzer wur­den vernichtet.

Südöstlich des J t m e n s e e s griff der Feind wieder vergeblich mit Unterstützung zahlreicher Panzer an und verlor dabei 15 Panzerkampfwagen. Jagdflieger schossen in heftigen Luftkämpfen über der Mittel- und Rord front ohne eigene Verluste 32 Sowjetflugzeuae ab. Die Bekämpfung des Rachschubverkehrs auf dem Ladogasee wurde fortgesetzt, bei Rächt das Stadt- und Hafen­gebiet von Murmansk angegriffen.

Stätten religiöser Gebetsübung und gilt als das Mekka Tunesiens. Kairouan, etwa 50 Kilometer westlich von Sousse, taucht aus einer fast nackten Steppe auf, die Pferden und Kamelherden nur kärg­liches Futter bietet. Es ist von unzähligen Minaretts und weißleuchtenden Kuppeln gekrönt und hat seit seiner Gründung im 7. Jahrhundert durch wan­dernde Beduinenstämme seinen Ruf als heilige Stadt der Tunesier, als Stadt der 86 Moscheen und der heiligen Marabouts bewahrt. Aber auch hier wirft die neue Zeit ihre Schatten auf das Idyll, und die Mädchen, die in Kairouan Teppiche knüpfen, müssen von den Behörden unterwiesen werden, wie sie sich umstellen müssen, um der Konkurrenz der europäischen Teppichfabriken einigermaßen stand­zuhalten.

Jti Rordafrika örtliche kampftäligkeit. Der Feind erlitt bei überraschenden Angriffen schneller deutscher Kampfflugzeuge in Libyen empfind­liche Verluste an Kraftfahrzeugen und Gerät und verlor drei Flugzeuge im Luftkampf.

Jm Hafen von V o n e wurden zwei feindliche Bewacher beschädigt. Bombentreffer richteten auf einem feindlichen Flugzeugstühpunkt in Lüd- tunesien umfangreiche Zerstörungen an. Jn der Rächt versenkten deutsche Kampfflieger vor B o u g i e aus einem Geleit zwei Handelsschiffe mit zusammen 16 000 VRT. Fünf Handelsschiffe wurden schwer beschädigt. Außerdem versenkte ein deutsches Unterseeboot östlich Algier einen feind­lichen Unterseebootjäger. Dasselbe Boot torpe­dierte später ein großes Frachtschiff.

Jn den frühen Morgenstunden des heutigen Tages unternahmen britische Flugzeuge Stör- angriffe auf westdeutsches Gebiet. Die Bevölkerung hatte Verluste. Es entstand geringer Gebäude­schaden.

Erfolgreiche Abwehrkämpfe im Osten.

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ntfallen auf die Nordküste zwischen Kap Bon nd der tunesischen Grenze bei Tabarka, der Rest uf die in südlicher Richtung verlaufende Ost- üste, die sich bis nach Tripolitanien hinzieht. Oort befinden sich die Zonen desSahel", des Ge- (ietes, das mit seinem Steppencharakter vorwie­gend den Olivenpflanzungen vorbehalten ist, und weiter südlich die allmählich in die Sahara über­gehende Zone desDjerid", das Land der Dattel­almen. Entscheidend beeinflußt wird der Wandel 1 ' der geographischen und wirtschaftlichen Struk- ir von der raschen Abnahme der Nied er - chlags menge nach Süden hin. Während zwi­schen dem Medjerda-Fluß und den nördlichen Mit- 'lmeerküsten die Niederschlagsmenge jährlich 1600 Millimeter beträgt, geht diese Niederschlagsmenge ' i der Zone des Hochplateaus bis zum Norden des Zabel-Gebietes bereits auf 400 bis 600 Millimeter jrütf; im Gebiet der Oasen im Süden des Landes erricht sie nur noch 200 Millimeter jährlich: es kom­men aber auch Jahre vor, in denen die Nieder- hläge überhaupt ausbleiben.

Biserta, Tunis, Sousse und Sfax sind die vier > a u p t h ä f e n von Tunesien. Biserta ist einer er b"sten Kriegshäfen der Welt und steht Gibraltar nd Malta an strategischer Bedeutung nur wenig och. Er ist erst vom Jahre 1890 an durch die ranzosen zu seiner jetzigen Bedeutung entwickelt morden, als diese den 120 Quadratkilometer großen Binnensee von Biserta, der bis dahin nur flachen f ahrzeugen vom Meer her zugänglich war, durch nen 250 Meter breiten und 10 Meter tiefen Kanal nit dem Mittelmeer verbanden. Der Entwicklung ton Biserta als Handelshafen sind durch die Kon­kurrenz des Hafens von Tunis bzw La Goulette indessen enge Grenzen gezogen. Groß ist die Be- (fPutung der beiden Handelshäfen von Sousse tnb Sfax für die Ausfuhr von Olivenöl und Phosphaten. Sousse zählt 30 000 Einwohner, Sfax 85 000.

Bedeutendes ist von den Franzosen besonders kmr Wiederbelebung des einst von den Römern so hoch entwickelten O l i v e n a n b a u e s geleistet t orden, besonders in der Gegend von Sfax, dort e strecken sich die Olivenkulturen bis 75 Kilometer b ndeinwärts, und auf einem Gebiet von 200000 Lektor fällt das Auge auf einen unübersehbaren Wald von fünf Millionen Olivenbäumen. Insgesamt zihlt heute ganz Tunesien etwa 16 Millionen Oli- vmbäume: modern eingerichtete Oelmühlen mit elektrischem Antrieb sind heute an die Stelle der primitiven, von den Eingeborenen mit Hilfe der Kamele betriebenen Oelmühlen getreten. Sehr be-

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' Sfit von den Franzosen eingerichtete Verteidigungs- liiie zum Schutze Tunesiens gegen Tripolitanien.

Die militärischen Entscheidungen, die sich jetzt vor-

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'araftcr allmählich in den Typus der Sabara- Jegetation übergeht, wenngleich die Nähe des Mee- rej noch mildernd wirkt. Gadös besitzt auf einem 6* bi et von 70 Quadratkilometern 200 000 Dottel- pclmen, deren Ausbeutung von Wichtigkeit ist. Stra­tegisch ist hier die N a h t st e l l e der künftigen Ver­bindung zwischen dem italienischen Tripolitanien und b»r neu«>n Position der Achsentruppen in Tunesien, in Gebiet der Troglodyten, primitiver Höhlenbe­wohner der Wüste, befindet sich eine in der letzten

lautend ist auch die in den letzten Jahrzehnten v^rwärtsgetriebene Ausbeutung der äußerst reichen Phosphat- Vorkommen im Innern des Landes. 91nd) den letzten Angaben liefert Tunis 54 v. H. brr Welterzougung. In wirtschaftlicher Beziehung if: auch der jetzt in großem Maßstab erfolgende Einbau der Alsa-Pflanze im tunesisch-alge- ri chen Grenzgebiet längs der von Sousse landein­wärts führenden Eisenbahn bei Sbeitla, Feriana uw. von Wichtigkeit, da die Lllfa-Pflanze hervor- r.gende Eigenschaften zur Gewinnung von Textil-

rifern aufweist.

Verkehrstechnisch erschlossen ist das Gebiet der rifüfte durch die von Tunis über Sousse und den !.S'ar bis nach Gabes im Süden führende Eisen- bahn. Gab-^s gebärt bereits >u den Oasen, deren .. (TinrnPttir I^llni?it>krr^ in hpn Tnniis der Sahara- Apotheke. &

Die ausgebliebene Landung.

Oer Prozeß gegen General de Tassigny.

Vichy, 8. Jan. (Europapreß.) Der am 9. Ja­nuar vor dem Staatstribunal in Lyon anlaufende Prozeß gegen den 54jährigen französischen Gene­ral de ßattre de Tassigny, verspricht interessante Enthüllungen über die Vorgänge in Vichy zur Zeit- der brittsch-nordamerikamschen Invasion in Nord­afrika. Die Anklage gegen de Tassigny unterstellt dem General die Absicht, am 8. November 1942 bei Gelte in Erwartung einer nordamerikani­schen Landung einen Brückenkopf gebil- det zu haben mit Hilfe der ihm als Befehlshaber der Militärregion von Montpellier unterstellten 200 Soldaten, sechs Offizieren und zwei Kanonen. Als die erwartete Landung anglo-nordameri- kanischer Regimenter, über deren Eindringen in Nordafrika der General am Morgen des 8. No­vember durch einen Anruf aus Antibes, einem Kurort an der französischen Riviera, verstän­digt worden war, ausblieb, stellte er sich mit der bei ihm verbliebenen Mannschaft 30 Kilometer südlich van Montpellier einer Gendarmeriestreife. Im gleichen Telephongespräch war'de Tassigny da­von verständigt worden, daß General Giraud in der Frühe des 8. Novemder nach sorgfältiger Vorbereitung eines Komplottes im französischen Mutterland, an Bord eines ausländi - fchen U-Bootes zu den Nordamerikanern

nach Nordafrika übergegangen fei. Es sollen bei Dem General Waffen und Instrumente gefun­den worden sein, die die französische Armee nach den Waffenstillstandsbedingungen nicht mehr ha­ben konnte und bei denen inzwischen zum Teil fest- gestellt 'worden war, daß sie nordamerkani- schen Ursprungs sind, so z. B. Instrumente für Leuchtsignale an Schiffe. Dies ist einer der Hauptstützpunkte der Anklage.

Jn Vichy wird angenommen, daß der im Staats­tribunal sitzende Führer des Ordnungsdienstes der Legion, Joseph Darnand, die Todesstrafe für de ßattre de Tassigny beantragen werde. Dar­nand mache geltend, daß der französische Staatschef wiederholt in feinen Erklärungen die nordafrika­nische Dissidenz als Befehlsverweigerung, Ehrlosig­keit und im Falle von General Giraud als Hoch­verrat im Dienste einer fremden Macht gekennzeich­net habe. Die Zusammenarbeit de ßattre de Tas- signys mit General Giraud werde in dem Prozeß festgestellt werden. Der französischen Regierung war bereits einige Wochen vor dem 8. November ein Bericht zugegangen, in dem feftgefteüt wurde, daß sich Genera'! de ßattre de Tassigny eine Art Haus- armee geschaffen hatte, die sich aus als notorische Gaullistsn bekannten Elementen zusammensetzte. Dieser Bericht liege dem Staatstribunal vor.

Britische Unzufriedenheit mit der Entwicklung in Nordafrika.

Stockholm, 9. Jan. (Europapreß.) Die Un­ruhe in England über die politisch-militärische ßage in Nordafrika nimmt ständig zu. Nach einer Mel­dung vonNya Dagligt Allehanda" neigt man in ßondon zu Der Auffassung, daß die militärische Stagnation in Tunesien politische Ursachen habe. Die einzige Erklärung fei der Gegensatz zwi­schen den anglo-amerikanischen Hauptstädten in allen grundlegenden französischen Fragen, der dazu ge­führt habe, daß Nordasrika heute ein wahres Wespennest fei. Die Schwierigkeiten, von denen man meinte, daß sie nach Der Ermordung Darlans ver­schwinden würden, bestünden immer noch. Niemand scheine zu wissen, was wirklich gespielt werde, wäh­rend wie DieDaily Mail" feststellt Die Achse ständig ihre Stellungen konsolidiere und inzwischen offenbar schon Die ganze tunesische Küste zwischen Bizerta unD Tunis besetzt habe. Auch Die ameri­kanische ZeitschriftTime" schreibt in einer Be­trachtung über Den Verlauf des Feldzuges in Nord- afrika:Der Stahlring Der Achse um Tunis unD Bizerta ist zäh und elasttsch." Die unzulänglichen Verbindungen sind nach Ansicht DerTime" für Die mangelnden Erfolge verantwortlich. Der p o li­tis ch e N e b e l über Nordafrika fei nach dem Mord an Darlan noch dichter geworden. Truppen und Nachschub der Achse würden mit Damvfern, Seglern und Transportflugzeugen über das Mittelmeer ge­bracht werden und Damit ununterbrochen nach Tu­nis und Bizerta gelangen. Der Nachschub für die Anglo-Amerikaner müsse jedoch über bedeutend längere Nachschublinien herangebracht werden.

News Chronicle", so berichtet Der Vertreter einer schweDischen Zeitung, rufe offen nach einem Wech- s e l im anglo-amerikanischen KommanDo in NorD- afrifa, während Die Wochenzeitschrift.New States« man anD Nation" erkläre, daß nur noch Die per­sönliche Intervention Roosevelts und Churchills Die ßage retten könne. Der Wechsel im Oberkommando müsse schnell oorgenommen wer­

den, wenn sich Herausstellen sollte, daß das Aus­bleiben Der militärischen Erfolge auf Die Unfähig­keit Des OberkommanDos zurückzuführen sei. Man macht aber in London fein Hehl Daraus, Daß man eine Ersetzung Des Generals Eisenhower auch aus politischen GrünDen für wünschens­wert hält, Da man ihn für Den Hauptschuldigen an den bekanntenMeinungsverschiedenheiten" zwischen den französischen Dissidenten-Führern in Nordafrika und de Gaulle hält. Der Schwarm der französischen Politiker, welche Algerien über­schwemmten und Morgenluft witterten, werde im­mer größer. Neuerdings sei auch Der Graf von Paris, Der ThronprätenDent der Bourbonen, dort eingetroffen, um feine Ansprüche zu vertreten. Daily Telegraph" schreibt, es fei GirauD nicht ge­lungen, sich von Den unheilvollen politischen Ein­flüssen frei zu machen. Seine EntscheiDungen wür- Den von zwei Gruppen beeinflußt. Eine Dieser Gruppen setze sich aus Anhängern Darlans zusam­men, Die sich mit allen Kräften an Die Stellungen klammern, Der sie sich unter Dem Schutz Darlans bemächtigten. Die anDere Gruppe seien Anhänger Petains.Daily Telegraph" fügt hinzu, daß diese zweite Gruvpe sich um den Generalresidenten von Marokko, General N o g u e s, schare.

Darlans Mörder.

Varis, 8. Jan. (DNB.) DerPetit Parisien" stellt zur Identifizierung des Mörders von Darlan fest:Es ist klar, daß Der Mörder n ich t aus eigenem Antrieb gehandelt hat, ebensowenig wie de Gaulle einen Derartigen Befehl ohne Zu­stimmung feiner englischen Auftraggeber erteilen konnte. Da Der Mord in Der Auffassung Der norD- amerikanischen Öffentlichkeit von Der Beteiligung ßondons nicht zu trennen war, so konnte er in Den USA. nur als ein Amerika durch seinen Der- 'fninbeten angetaner Schimpf 'betrachtet werden." Diese Erklärung, so meint das Blatt, werde be-

Roosevelt und der Kongreß.

Am 6. Januar ist in Washington Der 78. Kongreß der Vereinigten Staaten zu feiner ersten Tagung zusammengetreten. Beide Häuser Des Kongresses weisen eine erheblich andere Zusammensetzung auf als Der Kongreß, Dessen Wahl im November 1938 eine üderwältigenDe Mehrheit für Den PräsrDenten Roosevelt gebracht hatte. Denn Die Wahlen vom 3. November 1942 haben zwar Den Demokraten, Der Partei Des Präsidenten, immer noch eine Mehr­heit gebracht, aber sie ist im Repräsentantenhaus so klein geworden, daß sich hier nur noch 222 Demo­kraten 208 Republikanern gegenübersehen, wäh­rend im vorigen Kongreß die Demokraten noch 267 Sitze hatten, die Republikaner nur 162. Jm Senat ist das Verhältnis für die Regierungspartei etwas günstiger geblieben. Hier stehen noch 57 Demokraten 38 Republikanern gegenüber, während der vorige Senat 66 Demokraten und 28 Republikaner auf­wies. Der Wahlausgang am 3. November wäre für Roosevelt vermutlich noch ungünstiger gewesen, wenn nicht nach den eigenartigen Verfassungs­bestimmungen über Die Kongreßwahlen, die jeden schroffen politischen Stimmungswechsel Der Wähler durch Verlagerung Der Parlamentswahlen auf eine Periode von vier Jahren abstoppen, alle zwei Jahre nur Die Hälfte Des Repräsentantenhauses und nur ein Drittel Des Senats erneuert würden. Um das politische Gewicht des Kongresses richttg beurteilen zu können und sich vor allem vor naheliegenden Ueberschätzungen feines Einflusses auf Den poli­tischen Kurs Der Vereinigten Staaten zu hüten, muß man wissen. Daß sich beide Häuser des Kongresses in Der Art ihrer Zusammensetzung sehr deutlich von­einander unterstheiden. Während die Zahl Der Re­präsentanten, Die in jedem einzelnen Bundesstaat durch allgemeine Wahlen gewählt werden, sich nach Der Einwohnerzahl Des Bundesstaates richtet, ist im Senat jeder Bundesstaat unabhängig von seiner Bevölkerungszahl durch zwei Senatoren vertreten, die ebenfalls in allgemeinen Wahlen gewählt wer­den. Jeder Der 48 Bundesstaaten übt also in Der wichtigsten parlamentarischen Körperschaft der Union den gleichen politischen Einfluß aus, gleich­gültig, ob er wie etwa Nevada im westlichen Fel­sengebirge nur 91000 Einwohner zählt und des­halb auch nur einen Abgeordneten in das Reprä­sentantenhaus entsendet oder ob er wie Der Bun­desstaat Neuyork an der Ostküste 13 Millionen Einwohner hat und Deshalb im Repräsentanten­haus mit 25 Abgeordneten vertreten ist. Diese eigen­artige, zwar immer wieder heftig umstrittene, aber bis heute beibehaltene Bestimmung geht auf Die B"ndesverfassung Der Dreizehn Kolonien von Neu- EnglanD von 1643 zurück, die für jeDe Kolonie gleiches Stimmrecht und zwei Vertreter im Bundes­kongreß festsetzte.

Diese auf den ersten Blick merkwürdig anmutenbe Zusammensetzung Des Senats ist jehoch sehr wohl begründet, und hat erhebliche Auswirkungen in der politischen Praxis der USA., denn sie gibt nun Den vielfach Dünn besiedelten BunDesstaaten Des Westens und Südens die einzige Möglichkeit, sich gegen das politische und wirtschaftliche Uebergewicht Der Dicht bevölkerten Staaten Der Ostküste, zur Gel­tung zu bringen. Auch Die eigentlichen Agrarstaaten Des Südens und Mittelwestens mit ihrer Abneigung gegen jeDe Verwicklung in weltpolitische Händel und ihrem Hang zum Isolationismus, Dem Der norD« amerikanische Kontinent sich selbst genügt, vermoch­ten sich vor Dem Eintritt der USA. in den Krieg, allein im Senat zu behaupten gegenüber Den JnDu-

kräftigt Durch Die Tatsache, Daß Der Name Des Mör­ders nur infolge einer Indiskretion bekannt ge­worden fei. Die Erklärung lasse auch die seit Dar- läns Ermordung von Giraud zu seiner Sicherheit ergriffenen Maßnahmen sowie sein Widerstreben, Die eingekerkerten Gaullisten freizulassen, um ja verständlicher erscheinen.

Der Führer empfing den bulgarischen Kriegsminister.

DRV. Aus dem Führerhaupkquarlier, 8. Jan. Der zu einer längeren Besichtigungsreife in Deutschland weilende bulgarische Kriegsminister, Generalleutnant R i ch o f f, wurde aus diesem An­laß auch vom Führer in feinem Hauptquar­tier empfangen.

Kriegserklärung Nationalchinas an England und die Vereinigten Staaten.

Tokio, 9. Januar. (DRV.-Funkspruch.) Der japanische Rachrichtendienst meldet: Die chinesische Rationalregierung Hal am 9. Januar um 10 Uhr den Krieg an die Vereinigten Staaten und Eng­land erklärt.

NeujahrSparade vor dem Tenno.

Tokio, 8. Jan. (DNB.) Aus Dem Tokioter Truppenübungsplatz Yoyogi fand vor Dem Tenno Die traditionelle Neujahrsparade statt. Formattonen aller Waffengattungen, in erster ßinie motorisierte Einheiten, waren bereits in Den frühen Morgen­stunden unter Dem Befehl von General Nakamira auf Dem ParaDeplatz aufmarschiert. Gegen 10 Uhr erschien Der Tenno in Der Uniform eines Groß- marschalls auf Dem Paradefeld, wo er von Den kai­serlichen Prinzen Takamatsu und Mikasa in einer besonders errichteten Zeremonienhalle empfangen wurde. Auf Den Zuschauertribünen hatten über 1000 Würdenträger Platz genommen, an ihrer Spitze Ministerpräsident Tojo. Während Des Vor­beimarsches, Den Der Tenno erstmals auf seinem neuen Schimmel Vazusuki ab nahm, erschienen über Dem Platz einige 100 Bomber und Jäger. Dem militärischen Schauspiel wohnten rund 10Ö000 Zu­schauer aller Bevölkerungsschichten bei. Auf Ein­ladung der Regierung waren mehrere tausend Ar­beiter Der japanischen Rüstungsindustrie aus allen Teilen Des ßanbes zur ParaDe nach Tokio ge­kommen. Besonderes Interesse fanden Panzer^ wagen und schwer- Artillerie.