Ausgabe 
8.5.1943
 
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sie verkörperte, für sein grobes Freundesherz, für alles das, was er uns, seinen alten Kame­raden und Weggenossen, war und was mit ihm unwiederbringlich dahin ist.

Kein Posten bleibt unbesetzt. Das Leben geht wei­ter, und auch seine Arbeit wird ein anderer über­nehmen müssen. Aber er witd uns doch immer fehlen. Wenn er kam, freute sich das ganze Haus und die weite Runde der Freunde und Kameraden. Er brachte immer Leben und Heiterkeit mit. Wie weggeblasen waren die Sorgen, und übrig blieb stets nur ein gesunder, handfester Optimismus, dessen schönste Verkörperung er in seiner Person, in seinem Leben und in seinem Wirken war.

Jeder Tag bringt neue Ereignisse und neue Sor­gen. Sie werden auch den Schmerz um den Verlust unseres Stabschefs allmählich zum Verblassen bringen; über er wird einmal wieder in uns auf- flammen, wenn der Führer beim ersten Parteitag nach dem Kriege am Tag der SA. durch die Reihen seiner Männer zum Heldenehrenmal schreitet und er nicht an seiner Seite steht. Dann werden gewiß die Gedanken all der Hunderttausend, die dieser feierlichen Zeremonie mit verhaltenem Atem bei­wohnen, eine Minute bei ihm verweilen. Seine alten Kameraden werden im Geiste zu ihm eilen, und er wird bei ihnen sein.

Sie sind nun mit dem Führer um seine Bahre versammelt, um noch einmal sein reiches Kämpfer­leben an ihrem Auge vorbeiziehen zu lassen.

Es war das Leben eines wahrhaften und echten Nationalsozialisten, ein Beispiel und Ansporn für die heranreifende Jugend, zu der er sich immer zählte.

Niemals war Viktor Lutze lediglich SA>Führer. Er fühlte sich immer in dieser Eigenschaft als poli­tischer Soldat der NSDAP, und des Führers. Am 14. September 1930 wird er in den Deutschen Reichstag gewählt. Jetzt fetzt eine politisch-organisa­torische Tätigkeit ein, die ihn weit über den Be­reich seiner engeren Arbeit hinausführt. Das große SA.-Treffen in Braunschweig am 17. und 18. Ok­tober 1931 ist sein organisatorisches Werk. Hier verleiht der Führer der SA. die letzten Standarten vor der Machtübernahme. Die schwere Krise des Jahres 1934 findet in ihm einen starken und kraft­vollen Faktor unentwegter Treue. Es erscheint nur zu natürlich, daß der Führer ihn am 30.6. dieses Jahres zum Stabschef der SA. beruft. Hiermit be­ginnt ein organisatorisches Aufbauwerk, das weit über den Rahmen der engeren Parteigeschichte hin- ausgreist.

Es ist das geschichtliche Verdienst Viktor Luhes, der SA. nach der schweren Juni-Krise 1934 ein neues Gefüge und damit ihrem Wirken einen festen Inhalt gegeben zu haben. Bur der kann ermessen, was das heißt, der weiß, was er Ende Juni 1934 übernahm und was er bis zu seinem hinscheiden daraus gemacht hat.

Seine Tätigkeit wirkt schon in das unmittelbare Kriegsgeschehen hinüber, als er mit der Führung der SA. auch die große Aufgabe der SA.-Wehr- erziehung übernimmt. Ähon am 28. November 1933 war die Stiftung des SA.-SportabZeichens erfolgt, die vom Führer am 15. Februar 1935 auf Viktor Lutzes Vorschlag erneuert wird. Auf das tiefste ein­schneidend für die weitere Entwicklung der SA. wirkt sich dann der Erlaß des Führers vom 18. 3. 1937 über die Wiederholungsübungen für das SA- Sportabzeichen und gleichzeitig die Erhebung des Leistungsbuches zur öffentlichen Urkunde aus. Schon am 27. 11. 1936 find die nationalsozialistischen Kampfspiele geschaffen worden, deren Vorbereitung und Durchführung an die SA. übertragen wird, und es erscheint nur zwangsläufig, daß am 19. 1. 1939 das SA.-Sportabzeichen zum SA.-Wehrabzeichen erhoben wird. Der Führer bestimmt es als Grund­lage der vor- und nachmilitärischen Wehrerziehung, deren Träger die SA. wird.

Damit ist ein organisatorisches und erzieherisches Aufbauwerk der SA. umrissen, das für die Gegen­wart des Krieges von einer umfassenden Bedeutung ist. Der Stabschef Viktor Lutze kann als der Schöp­fer und geistige Vater dieser Entwicklung ange­sprochen werden. Was er in den Jahren von 1934 bis zum Tage seines Hinscheidens auf diesem Gebiet geleistet hat, gehört nicht nur der Geschichte der Partei an, sondern der Geschichte des deutschen Volkes. Wenn heute ungezählte SA.-Männer an allen Fronten stehen und sich die höchsten Tapfer­keitsauszeichnungen erwerben, so tun sie das im Geiste einer nationalsozialistischen Erziehung, die ihnen in den Reihen der SA. in jahrelanger Schu­lung zuteil wurde.

Niemals wohl hat die Hingabe <ktor Lutzes an sein Werk und an seine Idee eine überzeugendere Rechtfertigung erfahren als in diesem Kriege. So wie der SA.-Mann in der Kampfzeit überall da eingesetzt wurde, wo es um die Entscheidung im Gingen um die politische Macht ging, so kämpft er

heute wieder auf den Schlachtfeldern, auf denen die Zukunft des nationalsozialistischen Reiches entschie-. den wird. Wenn Viktor Lutze bis zuletzt immer wie­der seine Männer an den Fronten besuchte, dann mag es für ihn die größte Genugtuung gewesen sein, festzustellen, daß sie auch im feldarauen Rock geblieben sind, was sie immer waren: Idealisten der Partei und des Führers und alte SA.-Männer.

Dieses kämpferische Leben spricht für sich selbst. Fast sinnlos erscheint uns demgegenüber sein jäher Abschluß. Am 1. Mai kommt der Stabschef von einer Dienstreise zurück und nimmt unterwegs seine Familie, die einen Besuch bei seinem fast 84jährigen Vater gemacht hat, mit. Auf der Reichsautobahn gerät sein Wagen in einer Kurve ins Schleudern. Das Fahrzeug wird aus der Bahn geworfen und stürzt die hohe Böschung hinab. Der Stabschef, der wie immer rechts vom Steuer sitzt, wird dabei so unglücklich gegen die Windschutzscheibe gedrückt, daß er außer schweren Verletzungen an der rechten Schulter Prellungen, mehrere Rippenbrüche und eine Gehirnerschütterung erleidet. Die Verletzungen, deren ernster Charakter sich sofort bei der ersten Untersuchung nach der Einlieferung ins Kranken­haus ergibt, bedrohen das Leben des Stabschefs zu­nächst nicht unmittelbar. Im Laufe des Sonntags tritt durch zunehmende Behinderung der Atmung

und des Kreislaufes eine Verschlimmerung seines Befindens ein. Die Aerzte nehmen einen Eingriff vor, der dem mit dem Tode Ringenden aber nur noch eine vorübergehende Erleichterung bringt. In den Abendstunden des Sonntags erliegt Viktor Lutze seinen schweren Verletzungen.

Wenn ich mich zum Dolmetsch der tiefen Gefühle des Mitempfindens mache, die wir alle angesichts dieses tragischen Unglücks der Familie Lutze ent­gegenbringen, so weiß ich, daß ich damit besonders ihrem alten Freundeskreise aus dem Herzen spreche. Wir drücken der trauernden Frau und den beiden Gott sei Dank nur leicht verletzten Söhnen, dem alten tiefgebeugten Vater, der in Viktor Lutze den Stolz seines betagten Lebens verliert, in warmer Anteilnahme an Ihrem Schmerz die Hand. Die Partei selbst und insbesondere die SA., deren unvergeßlicher Stabschef der Verstorbene war und bleibt, verneigt sich ein letztes Mal im Schmerz vor ihrem toten Kameraden.

Viktor Lutze, lieber Freund und treuer Kamerad, fahr wohl! Unsere be­wegten Herzen rufen Dir beim Abschied zu: Du kannst jetzt in Frieden ruhen. Wofür Du an unserer Seite so treu gekämpft hast, das ist nun Wirklich­keit. Das größere Reich ist unser, und niemals wird es vergehen.

Des Stabschefs letzte Fahrt.

Nach dem Abschied des Führers von seinem toten Stabschef tragen Mäner der SA.-Standarte Feld- herrnhalle den Sarg aus dem Mofaikfaal, ihm voran werden zwei SA.-Standarten und das Feld­zeichen der Feldherrnhalle getragen, fchrellen die Träger des Kranzes des Führers und der Ordens- kissen. Vorbei an dem dichten Spalier von Männern der SA.-Standarte Feldherrnhalle und der unter präsentiertes Gewehr getretenen -Wache der Reichskanzlei bewegt sich der Zug über den Ehren­hof, während dumpfer Trommelwirbel ausklingt.

Als der Sarg am Eingangstor erscheint, erweist die aus zwei Kompanien der Standarte Feldherrn - halle, je einer Kompanie des Heeres, der Luftwaffe, der Marine und der Waffen-mit Spielleuten und Musikkorps des Regiments Feldherrnhalle, des Hee­res und der Luftwaffe bestehende Trauerparade, während der Präsentiermarsch geschlagen wird, die Ehrenbezeigung, bis der Sarg auf die mit sechs Pferden bespannte Lafette gehoben ist.

Langsam defiliert dann die Trauerparade mit zehn SA.-Standarten, 100 SA.-Sturmfahnen und je sechs Fahnen der Gliederungen, einem aus 300 Männern bestehenden Marschblock der SA. sowie Ehrenabordnungen der Gliederungen an der Lafette

vorbei, übernimmt mit den Trägem des Kranzes des Führers und der Ordenskissen die Spitze, dann setzt sich der Trauerkondukt in Bewegung. Stabschef der SA. Viktor Lutze tritt seine letzte Fahrt an.

Dicht hinter dem Sarg schließt sich in Sechser- Reihen das große Trauergefolge an: die Ange­hörigen der Obersten SA.-Führung, sowie die Amts­chefs, Feldmarfchälle, Reichsleiter und Reichs­minister, Gauleiter, Obergruppenführer, Staatssekre­täre, Obergebietsführer, Generale des Heeres und der Waffen-^, Admirale, Gruppenführer der Glie­derungen und Vertreter der Reichs- und Gan- (ei hingen.

Durch ein dichtes Spalier von Männern der SA. sowie Tausenden und aber Tausenden von Ber­linern, die in dichten Reihen die Straßen säumen und dem Dahingeschiedenen in ehrfurchtsvollem Schweigen ihren letzten Gruß entbieten, nimmt der Zug seinen Weg über die Wilhelmstraße, Unter den Linden, durch das Brandenburger Tor, über die Ost- West-Achse bis zum Großen Stern, wo der Sarg von einem motorisierten Geleit übernommen wird, das den verstorbenen Stabschef Viktor Lutze in feine Heimat Westfalen überführt, wo er seine letzte Ruhe, stätte finden wird.

Du aber lebst in uns!

Das deutsche Volk nimmt Abschied vom Stabschef der SA.

Helmstedt, 8. Mai. (DNB. Funtspruch.) Die letzte Fahrtdes Stabschefs der SA. von Berlin nach seiner westfälischen Heimat B e n e r» gern wurde zu einem großen Treuebekenntnis für den Mann, der so Entscheidendes für den National­sozialismus und die deutsche Wehrerziehung geleistet hat. Es lag ganz im Sinne des Stabschefs, bevor er zur ewigen Ruhe in ferne heimatliche Erde ge­bettet wird, nochmals mitten unter feinen SA. -Männern zu weilen.

Von Berlin führte die Fahrt hinaus ins weite deutsche Land. Ueberall umsäumten die Menschen den Weg des Ehrengeleits und bezeugten durch ihre Teilnahme die Verehrung und Liebe zu einem Manne, den ein tragisches Geschick mitten aus seiner Schaffenskraft gerissen hat, der jedoch in seinem Werk werterleben und wirken wird. Neben dem Ar­beiter stand der Bauer und der Soldat. Zu ihnen gesellten sich die Jugend und viele deutsche Frauen. An den Straßen und Plätzen der Städte und Dör­fer leuchteten die Fahnen der SA. Sie sind nicht ge­senkt, sondern flattern im Frühlingswind.

Einen Augenblick verhielt da» Geleit. Dann trat jeweils der Führer der angetretenen Einheit an den Sarg und meldete:Stabschef, ich melde den SA.- Sturm angetreten. Deinem Befehl gehorsam werden wir weitermarschieren als die Idealisten des Füh­rers. Du aber lebst in uns!" Jedem der Männer war dabei der Stabschef gegenwärtig, so wie sie ihn kannten in seiner ganzen jugendlichen und frischen Erscheinung. In ihrem Herzen wird sein Bild bleiben als der wahrhafte Führer, der alles, was er forderte und befahl, ihnen selbst vorlebte, und als der gute Kamerad, der gerade für die einfachen Menschen so großes Verständnis hatte und ihre Sorgen und Freuden mitlebte und mitfühlte. Das brachte ihm die Liebe seiner SA.-Männer und mit feiner SA. die Liebe des ganzen deutschen Volkes.

Obergruppenführer Kob, der Führer der SA.-

Gruppe Elbe, machte sich zum Sprecher aller, die auf dem Domplatz in Magdeburg angetreten waren, indem er vor dem Sarg des Stabschefs ge­lobte:Wir wollen Wahrer und Vollender deines Vermächtnisses sein, es in treuen Händen halten für den Führer und sein Werk, für ein ewiges national­sozialistisches Großdeutschland!"

Als der Abend hereinsank, machte das Ehrengeleit in H e l m st e d t halt. Im Hofe des Juleums wurde der Stabschef aufgebahrt. Viele weilten in Ergrif­fenheit und Ehrfurcht vor dem Toten, der in treuer Obhut feiner SA.-Männer ruhte, bis am heutigen Samstagmorgen die Fahrt weiterging.

Vom Feindflug nicht zurückgekehrt.

Berlin, 7. Mai. (DNB.) Oberfeldwebel Rudolf Müller, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwa­der, dem der Führer am 19. 4. 1942 das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes verlieh, ist von einem Feindflug nicht zurückgekehrt.

Der erst 22jährige Oberfeldwebel Rudolf Müller war mit annähernd 100 Luftsiegen der erfolgreichste Jagdflieger der Eismeerfront. In Griesheim bei F rankfurt a. M. als Sohn eines Schlossers geboren, erlernte er das Gärtnerhandwerk, um mit 18 Jahren freiwillig Soldat zu werden. Er diente zuerst bei einer Heeres-Nachrichtenabteilung, gehörte bann der Luftnachrichtentrup pe an und wurde im ersten Kriegsjahr Jagdflieger. Im Spätsommer 1941 von Rumänien zur Murmansk-Front verlegt, errang er an feinem ersten Einsatztag beim dritten Start den ersten Luftsieg. Am 23. 4. 42 schoß er in einem Luftkampf über der Kola-Bucht fünf Hurricane ab. In knapp sechs Wochen bezwang er 30 sowjetische Jäger. Nach dem 41. Luftsieg erhielt der schneidige Flieger das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Oer Wehrmachkberichi.

DNB. Aus demFiihrerhauplquarlier, 7. IHai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

An der Ostfront des Kuban-Brücken- k o P f e s hielten die harten Abwehrkämpfe an. Die Sowjets, die unter Einsatz zahlreicher "Panzer gegen unsere Stellungen anrannten, wurden erneut blutig abgewiesen.

In zahlreichen heftigen Luftkämpfen und durch Flakartillerie wurden gestern 146, durch In- fanteriewaffen neun weitere Sowjetflugzeuge abge- schossen. Davon wurden allein 50 von insgesamt 70 angreifenden Flugzeugen bei einem gescheiterten Anflug auf Orel vernichtet. Die eigenen Verluste an der gesamten Oftftont betrugen fünf Flug­zeuge.

Marine-Küstenbatterien versenkten im Seekanal bei Leningrad zwei sowjetische Wach­boote und beschädigten zwei weitere schwer.

In Tunesien griff der Feind mit vielfach überlegenen Infanterie- und Panzerverbänden, die von starken Fliegerkräften unterstützt wurden, die deutsch-italienischen Stellungen im nördlichen und mittleren Frontabschnitt an. Trotz heldenhaften Widerstandes der deutschen und italienischen Trup­pen und trotz Abwehr zahlreicher Angriffe, bei denen 12 Panzer abgeschofsen und einige hundert be­fangene eingebracht wurden, gelang dem Feind an einer Stelle ein tiefer Einbruch. Die Schlacht dauert in erbitterten Kämpfen an.

Vor der westfranzösischen Küste schoß ein einzelnes deutsches Hasenschuhboot aus einem an- greifenden Bomberverband zwei britische Flugzeuge ab.

Oie Kämpfe am Kuban-Brückenkopf.

Berlin, 7. Mai. (DNB.) An der Ostfront des Kuban-Brückenkopfes erneuerten die Sob schewisten am 6. Mai ihre starken, von zahlreichen Flugzeugen unterstützten Infanterie- und Panzer- angriffe. Nach heftigen Gegenstößen scheiterte der Ansturm unter Abschuß von zehn Sowjet­panzern. Damit erhöhte sich die Zahl der seit dem 29. 4., dem Beginn der Abwehrschlacht, inz Abschnitt Krymskaia vernichteten feindlichen Panzerkampj- wagen auf 99. Zur Entlastung der hart kämpfenden Heerestruppen überschütteten starke Luftwaffenver­bände die feindlichen Jnfanteriestellungen, Panzer­abteilungen, Reserven und Anmarschwege mit einem wahren Bombenhagel. Die Bolschewisten hatten durch die Luftangriffe sehr hohe Verluste.

Im Küstenstreifen des Asowschen Meeres versuchte der Feind mit zwei Kolonnen von je 200 bis 300 Mann einen unserer vorgeschobenen Stütz­punkte von Norden und Osten her zu überfallen. Schnelle Kampfflugzeuge überwachten wetterhin die feindlichen Bewegungen im Lagunengebiet nörd­lich Temrjuk, behaupteten erfolgreich ihre Luft- herrfchaft über dem Kuban-Gebiet und schossen zu­sammen mit ihren rumänischen und kroatischen Ka­meraden 57 Sowjetflugzeuge ab. Neun weitere feindliche Flugzeuge brachte Flakartillerie zum Ab­sturz. Somit verloren die Bolschewisten seit Beginn ihrer Offensive gegen den Ostabschnitt des Kuban- Brückenkopfes am 29. 4. im Süden der Ostfront ins­gesamt 272 Flugzeuge.

Zn 40 Stunden mehr als 230 Sowjeiflugzeuge vernichtet.

Berlin, 7. Mm. (DNB.) Die deutsche Lust- raffe errang im Lause des Freitags erneut starke Erfolge an mehreren Abschnitten der Osffront. In heftigen Luftkämpfen wurden nach den bisher ein­gelaufenen Meldungen 71 sowjetische Flugzeuge ab- geschossen und fünf weitere durch die Flak zum Ab­sturz gebracht.

Mit der Vernichtung dieser 76 feindlichen Flug­zeuge, hat die sowjetische Luftwaffe nach den schwe­ren Schlägen bei Orel und im Süden der Front im Laufe von 40 Stunden mehr als 230 Flug­zeuge verloren.

Kleine politische Nachrichten.

Den Verlust des U-BootesSahib" im zentralen Mittelmeer gab am Donnerstag die Londoner Admiralität bekannt.

*

Das feit 20 Tagen vermißte schwedische U-Boot Ulmen" wurde, wie die schwedische Marine meldet, am Mittwochnachmittag in Schwedens Territorial­gewässern westsüdlich der Insel Stora Poelsan in 52 Meter Tiefe auf gefunden.

HansmSWiyMch

Novelle von Modor Storm

Auf einer Uferhöhe der Ostsee liegt hart am Wasser hingelagert eine kleine Stadt, deren stump­fer Turm schon über ein Halbjahrtausend auf das Meer hinausschaut. Ein paar Kabellängen vom Lande streckt sich quervor ein schmales Eiland, das sie dort denWarder" nennen, von wo aus im Frühling unablässiges Geschrei der Strand- und Wasservögel nach der Stadt herübertönt. Bei Hellem Wetter tauchen auch wohl drüben auf der Insel, welche das jenseitige Ufer des Sundes bildet, rotbraune Dächer und die Spitze eines Turmes auf, und wenn die Abenddämmerung das Bild verlöscht hat, entzünden dort zwei Leuchttürme ihre Feuer und werfen über die dunkle See einen Schimmer nach dem diesseitigen Strand herüber. Gleichwohl, wer als Fremder durch die auf- und absteigenden Sttaßen der Stadt wandert, wo hie und da roh gepflasterte Stufen über die Vorstraße zu den kleinen Häusern führen, wird sich des Ein­drucks abgeschlossener Einsamkeit wohl kaum er­wehren können, zumal wenn er von der Landseite über die langgestreckte Hügelkette hier herabgekorn- men ist. In einem B al k enge stelle auf dem Markte hing noch vor kurzem, wie seit Jahrhunderten, die sog. Bürgerglocke; um zehn Uhr abends, sobald es vom Kirchturme geschlagen hatte, wurde auch dort geläutet, und wehe dem Gesinde oder auch dem Haussohn, der diesem Ruf nicht Folge leistete; denn gleich danach konnte man straßab und -auf sich alle Schlüssel in den Haustüren drehen hören.

Aber in der kleinen Stadt leben tüchtige Men­schen, alte Bürgergeschlechter, unabhängig von dem Gelde und dem Einfluß der umwohnenden großen Grundbesitzer; ein kleines Patriziat ist aus ihnen erwachsen, dessen stattlichere Wohnungen, mit brei­

ten Beischlägen hinter mächtig schattenden Linden, mitunter die niedrigen Häuserreihen unterbrechen. Aber auch aus diesen Familien mußten bis vor dem letzten Jahrzehnt die Söhne den Weg' gehen, auf welchem Eltern und Vorfahren zur Wohl­habenheit und bürgerlichen Geltung gelangt waren; nur wenige ergaben sich den Wissenschaften, und kaum war unter den derzeitig noch studierten Bür­germeistern jemals ein (Eingeborener dagewesen; wenn ober bei den jährlichen Prüfungen in der Rektorschule der Propst die Knaben frug:Mein Junge, was willst du werden?" dann richtete der sich stolz von seiner Bank empor, der mit der AntwortSchiffer!" herauskommen durfte. Schiffs­junge, Kapitän auf einem Familien-, auf einem eignen Schiffe, dann mit etwa vierzig Jahren Ree­der und bald Senator in der Vaterstadt, so lautete der Stufengang der bürgerlichen Ehren.

Auf dem Chor der von einem Landesherzog im 13. Jahrhundert erbauten Kirche befand sich der geräumige Schifferstuhl, für den Abendgottes­dienst mit stattlichen Metalleuchtern an den Wän­den prangend, durch das an dpr Decke schwebende Modell eines Barkschiffes in vollem Takelwerke kenntlich. Auf diesen Raum hatte jeder Bürger ein Recht, welcher das Steuermannsexamen gemacht hatte und ein eigenes Schiff befaß; aber auch die schon in die Kaufmannschaft Uebergetretenen, die ersten Reeder der Stadt, hielten, während unten in der Kirche ihre Frauen saßen, hier oben unter den andern Kapitänen ihren Gottesdienst; denn sie waren noch immer und vor allem meerbefahrene Leute, und das kleine, schwebende Barkschiff war hier ihre Hausmarke.

Es ist begreiflich, daß auch manchen jungen Ma­trosen oder Steuermann aus dem kleinen Bürger- stande beim Eintritt in die Kirche statt der An­dacht ein ehrgeiziges Verlangen an fiel, sich auch einmal den Platz dort oben zu erwerben, und daß er trotz der eindringlichsten Predigt dann statt mit gottseligen Gedanken mit erregten weltlichen Ent­

schlüssen in sein Quartier oder auf fein Schiff zu­rückkehrte.

Zu diesen strebsamen Leuten gehörte Hans Adam Kirch. Mit unermüdlichem Tun und Sparen hatte er sich vom Setzschiffer* zum Schiffseigentümer hin­aufgearbeitet; freilich war es nur eine kleine Jacht, zu der feine Mittel gereicht hatten, aber rast­los und in den Winter hinein, wenn schon alle andern Schiffer daheim hinter ihrem Ofen saßen, befuhr er mit seiner Jacht die Ostsee, und nicht nur Frachtgüter für andere, bald auch für eigne Rech­nung brachte er die Erzeugnisse der Umgegend, Korn und Mehl, nach den größeren und kleineren Küstenplätzen; erst wenn bereits außen vor den Buchten das Wasser fest zu werden drohte, band auch er sein Schiff an den Pfahl und saß beim Sonntagsgottesdienst droben im Schifferstuhl unter den Honoratioren jeiner Vaterstadt. Aber lang' vor Frühlingsanfang war er wieder auf feinem Schiffe; an allen Ostseeplätzen kannte man den kleinen hageren Mann in der blauen, schlotternden Schifferjacke, mit dem gekrümmten Rücken und dem vornüberhängenden, dunkelhaarigen Kopfe; überall wurde er aufgehalten und angeredet, aber er gab nur kurze Antworten, er hatte keine Zeit; in einem Tritte, als ob er an der Fallreepstreppe hinauflaufe, sah man ihn eilfertig durch.die Gassen wandern. Und diese Rastlosigkeit trug ihre Früchte; bald wurde zu dem aus der väterlichen Erbschaft übernommenen Hause tm Stück Wiesenland erwor­ben, genügend für die Sommer- und Winterfütte­rung .zweier Kühe; denn während das Schiff zu Wasser, sollten diese zu Lande die Wirtschaft vor­wärts bringen. Eine Frau hatte Hans. Kirch sich im stillen vor ein paar Jahren schon genommen; zu der Hökerei, welck>e diese bisher betrieben, kam nun noch eine Milchwirtschaft; auch ein paar Schweine konnten jetzt gemästet werden, um das

1 Ein Schiffer, dem kein eignes Schiff gehört und der mit fremden Schiffen fährt.

Schiff auf seinen Handelsfahrten zu oerproDian«- tieren; und da die Frau, welche er im Widerspruch' mit seinem sonstigen Tun aus einem tyrmen Schul- meisterhaüse heimgeführt hatte, nur seinen Willen: kannte und überdies aus Furcht vor dem bekann­ten Jähzorn ihres Mannes sich das Brot aut Munde sparte, so pflegte dieser bei jeder Heimkehl' auch zu Hause einen hübschen Haufen Kleingell» vorzufinden.

In dieser Che wurde nach ein paar Jahren eilt Knabe geboren und mit derselben Sparsamkeit er­zogen.All wedder 'n Dreling umsünst utgeb'n! Dies geflügelte Wort lief einmal durch die Stadt: Hans Adam hatte es feiner Fraue zugeworfen, als sie ihrem Jungen am Werktag einen Sirupskuchen gekauft hatte. Trotz dieser dem Ge-ze recht nahe verwandten Genauigkeit war und I eb der Kapi­tän ein zuverlässiger Geschäftsmann, der ; »ben un­geziemenden Vorteil von sich wies; nicht nur in­folge einer angeborenen Rechtschaffenheit, sondern ebensosehr seines Ehrgeizes. Den Platz im Schis" ferstuhle hatte er sich errungen; jetzt schwebten höhere Würden, denen er nichts vergeben durfte, vor seinen Sinnen; denn auch die Sitze im Magist- ratstollegium, wenn sie auch meist den größeren Familien angehörten, waren mitunter von deut kleineren Bürgerstande aus besetzt worden. Jeden­falls, seinem Heinz sollte der Weg dazu gebabni werden; sagten die Leute doch, er sei fein Ebenbild: die festauslugenden Augen, der Kopf voll schwarz- brauner Locken feien väterliche Erbschaft, nur statt des krummen Rückens habe er den schlanken Wuchs der Mutter.

Was Hans Kirch an Zärtlichkeit befaß, das gab er seinem Jungen; bei jeder Heimkehr lugte er schon vor dem Warder durch sein Glas, ob er am Hafenplatz ihn nicht gewahren könne; kamen dann nach der Landung Mittler und Kind auf Deck, 1° hob er zuerst den kleinen Heinz auf seinen Ann- bevor er seiner Frau die Hand zum Willkommen gab.

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