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Donnerstag, 8. April M3
Gießener Anzeiger
und feige antreffen! Denn wir alle wissen: Das heute als Aberwitz seiner fahrenden Politiker
bewahren keine Feigen! Und die Zukunft gehört nur
dem Mutigen allein!
Adolf Hitler.
Bisher 25834000 BRT. versenkt
Das Eichenlaub für Großadmiral Dönitz
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Es mögen Zeiten kommen, die ernst sind. Sie werden uns niemals schwankend, niemals mutlos
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eine „alte Garde" von Kommandanten und Mannschaften heranzuziehen, auf die. er sich verlassen konnte. Die Aufgabe der U-Bootwaffe hatte seither ein doppeltes Gesicht: einmal ständig den Feind anzugreifen, sowie über den unmittelbaren Angriff hinaus seine Kräfte aufzusplittern und zugleich zu binden. Immer neue U-Boote wurden in Dienst gestellt, immer neue Offiziere und Mannschaften mußten zur Verfügung stehen. Neben der U-Boot-Krieg- führung als solcher lief die Vermehrung, selbstverständlich auch die technische Verbesserung der U- Bootwaffe einher. Dönitz hatte die Doppelaufgabe des operattoen Einsatzes und des Aufbaues in der Heimat zu lösen.
Dabei ging Dönitz von einem Grundaedanken aus, der über die U-Boot-Kriegführung von 1914/18 weit hinausführte. Er formulierte seinen Leitgedanken selbst mit den Worten: „Die Massierung der Dampfer im Geleitzug muß mit der Massierung der 11= Boote am Geleitzug beantwortet werden." Das war der Anfang der seither viel genannten „Rudeltakttk". Um das Verdienst dieser neuen U-Boot-Kriegfüh- rung voll zu würdigen, muß festgehalten werden, daß das von den Engländern im ersten Weltkrieg wieder eingeführte Geleitzugsystem damals ein Erfolg gewesen ist. Die Sicherungen des Geleitzugsystems von 1914/18 schienen so ausreichend zu sein, daß die englische Admiralität an eine neue durch schlagende Bedrohung ihrer Handelsschiffahrt durch die U-Boote nicht glaubte, heute ist es zu einer Krise des Geleitzugsystsms gekommen, deren hervorragendstes Merkmal die immer wieder abgewandelten Vorschläge sind, Frachtschiffe zu bauen, die schneller als die U-Boote sind, während die meisten Geleitzugfrachter in der Schnelligkeit hinter den heutigen hochentwickelten U-Booten zurückbleiben. Das Verdienst dieser modernen U-Boot-Kriegführung, die zugleich zugleich in ihrem Grundprinzip durchaus zenttal ist, gebührt dem jetzigen Großadmiral Dönitz. Die europäische Küstenvertei- digung erlaubt keine Landung.
Stockholm, 8.April. (Europapreß.) lieber die Aussichtslosigkeit einer britischen Landung auf dem europäischen Kontinent äußerte sich Admiral Sir William James, Chef der Flotteninformqtions- abteilung in der Royal Empire Society in London in einem Vortrag. Er sagte, daß die Verteidigungswaffen entlang der europäischen Küste in den letzten Jahren derart modernisiert worden seien und, wie die englischen Kommandoraids gezeigt hätten, nach vollkommen neuen Prinzipien operierten, daß es unmöglich sei, hier eine Armee, deren Abc es sei, Deutschland zu besiegen, an Land zu setzen. Der Feind habe den Vorteil, in kürzester Frist große Truppenmassen und Geschützt an die betreffenden Landungspunkte werfen zu können, so daß eine Landung vereitelt werden könne. „Wir I müssen bedauern", sagte Admiral James, „daß die Würfel an einem Punkte, und zwar in dem sehr wichtigen der Beherrschung und Konttolle unserer Seeverbindungen zugunsten des Verteidigers der Küste gefallen find. Beim Angriff auf
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Der Oberleutnant z. S. Dönitz, der sich im ersten Weltkrieg die beiden Eisernen Kreuze Und den Hohenzollern-Orden holte, war ein anderer als der Großadmiral von heute. Sein damaliger Chef sagte von ihm: „Wenn alle wie der Dönitz fahren, haben wir bald keine U-Boote mehr." Der Oberleutnant z. S. Dönitz war das, was man einen tollen Husaren der Meere nennen kann. Der Fregattenkapitän Dönitz, der gm 27. September 1935 — zu seiner eigenen Ueberraschung — zum Che! der ersten neu in den Dienst gestellten U-Boot-Flottille, der „U- Flottille Weddigen", ernannt war, begann diese Waffe mit drei Booten von je 250 Tonnen wieder aufzubauen. Das war der Anfang der neuen deutschen U-Bootwaffe, die seit der englischen Kriegserklärung vom 3. September 1939 die „Schlacht um bcn Atlantik" führt Der Atlantik ist das Meer, auf dem Englands Kriegs- und Handelsflotte groß geworden ist. Der Arlantik ist auch das Meer, das die englische Insel mit dem amerikanischen Kontirrent verbindet. Wenn die Engländer selbst der neuen deutschen U-Bootwaffe nachsagen, daß sie die Dauerschlacht um den Atlanttk mhrt, so lagen sie zugleich, daß die deutschen U-Boote die Träger der Kriegführung auf dem entscheidend wichtigen allanttschen Kriegsschauplatz sind.
Im Augenblick der englischen Kriegserklärung vom 3. (September 1939 an Deutschland standen Dönitz nur wenige Dutzend U-Boote zur Verfügung. Seit 1935 hatte er aber alles getan, um im zähesten Friedensdrill, mit unermüdlich neu gestellten Auf- 1 gaben, mit der Gewöhnung an äußerste Ansprüche
lernt, was im bürgerlichen Leben keiner lernen will: warten. Sie warten geduldig auf Briefe von ihren Lieben, sie warten, wenn sie in Urlaub fahren, geduldig auf einen Kutter, der sie zu einem Hafen mitnimmt, wo sie seit langer Zeit wieder einmal Eisenbahnschienen sehen, und sie warten ebenso beharrlich — auf den Femd.
Aber warten bedeutet nicht faulenzen. Auch wenn die Divisionen des Heeres nach dem Kampf um Norwegen nicht mehr zum Schuß gekommen find, so sind sie doch schußbereit. Der tägliche Dienst und häufige Uebungen erhielten sie schlagkräftig. Durch viele neue Verbände und Waffen wurden sie erheblich verstärkt. Im Bewußtsein dieser Stärke nehmen sie die britischen Drohungen gelassen zur Kenntnis.
7. April. Der Führer empfing heule den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Dönitz. und überreichte ihm in Anerkennung feiner einmaligen Verdienste« um die Führung des U-Boot- Krieges als 223. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eifernen Kreuzes.
Berlin, 7. April. (DNB.) Im Kampf gegen die feindliche Transportschiffahrt haben deutsche Unterseeboote — wie das OKW. am 7. 4. in einer Sondermeldung befonntgab — in den weiträumigen Seegebketen des Atlantiks und im Mittelmeer wiederum 14 Schiffe mit 102000 BRT. und einen Zerstörer versenkt sowie fünf Schiffe torpediert, über deren weiteres Schicksal nichts bekannt wurde, weil die sofort einsetzende starke Abwehr jede Beobachtung unmöglich machte.
Unter den vernichteten Schiffen befand sich die der „Blue Star Line" in London gehörende „M e l- bourne Star" von 12806 BRT., die, mit Stückgut beladen, im Mittelatlantik auf dem Wege von Nordamerika nach Australien versenkt wurde. Die „Melbourne Star" war ein modernes, 16 Seemeilen laufendes Kühlschiff, dessen Laderaum mit einem Fassungsvermögen von 21 700 t für l>ie Zufuhr von Fleisch und Butter nach England verlorenging. Dies ist ein besonders schwerer Verlust für die auf jedes einzelne Kühlschifi angewiesene brittsche Versorgungsflotte. Unter den angegriffenen Schiffen befanden sich ferner fünf moderne große Tanker von 41 000 BRT., von denen drei versenkt wurden. Damit hat die unseren Feinden zur Verfügung stehende Tankerflotte seit Beginn des
Krieges 770 Tanker mit zusammen 5,6 Millionen BRT. verloren.
Im Mittelmeer gelang nach stundenlanger Verfolgung neben anderen Erfolgen die Versenkung eines durch Zerstörer und Flugzeuge gesicherten Munitionsdampfers, der mit Westkurs fuhr und nach dem Torpedotreffer zunächst keine Anzeichen für ein Sinken bot. In mehreren hundert Metern Abstand wurde jedoch das ablaufende Boot von einer ungewöhnlich schweren Detonation so stark erschüttert, daß es sich dabei nur um die Explosion großer Munitionsmengen gehandelt haben konnte. Eine Bestätigung dieser Vermutung erhielt der Kommandant des Bootes, als er, auf Sehrohrtiefe gehend, außer den Begleitzerstörern und einer riesigen, dunkelbraunen Detonationswolke von dem Schiff nichts mehr sah.
Mit den Erfolgen der ersten Tage des Monats April sind die durch unsere Kriegsmarine und Luftwaffe der feindlichen Handelsschiffahrt bisher zugefügten Verluste auf 25834000 BRT. gestiegen. Allein unseren U-Booten fielen bisher 17 135 400 BRT. zum Opfer und den U e b ermass er ft reitkräft-en weitere 3 394 275 BRT., während die Luftwaffe 5 303 600 BRT. feindlichen Schiffsraums vernichtete.
ten." Admiral James erklärte, daß der Krieg für England jedoch nur dann gewonnen werden könne, wenn es auf dem europäischen Kontinent lande. Zu der U-Boot-Frage bemerkte er, daß er nicht glaube, daß man eine Waffe finden könne, um die U-Boot-Gefahr wirksamer zu bekämpfen.
Der Webrmachiberichi.
DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 7. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt^
An der Ostfront wird nur von einigen Abschnitten lebhaftere örtliche Kampftätigkeit gemeldet. Einzelne von starker Artillerie unterstützte Angriffe der Sowjets scheiterten. Lin eigenes Angriffsunternehmen am mittleren Donez erreichte gegen zähen feindlichen Widerstand das gesteckte Ziel.
Bei einem erfolgreichen Unternehmen am R o r d- a b f ch n l 11 der Front sprengte ein Stoßtrupp der spanischen Freiwiltigen-Division 14 Bunker und brachte Gefangene ein.
An der südtunesischen Front trat der Feind nach starker Artillerievorbereitung erneut zum Angriff an. Die Kämpfe sind in vollem Gange.
Lin einzelnes britisches Bombenflugzeug wurde bei dem Versuch, nordwestdeutsche Orte mit Bordwaffen anzugreifen, abgeschossen.
Die Verluste der Bevölkerung von A n t w e r * pen bei dem Terrorangriff britisch-nordamerlka- nischer Fliegerverbände am 5. April 1943 haben sich auf über 2000 Tote erhöht.
Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, versenkten unsere Unterseeboote in schweren Kämpfen gegen den feindlichen Rachschub im Atlantik und im W i 11 e l m e e r wiederum 14 vollbeladene Schiffe von zusammen 102 000 BRT. und einen Zerstörer. Fünf weitere Schiffe wurden torpediert. Ihr Sinken konnte wegen der sofort einsehenden starken Abwehr nicht beobachtet werden.
3n der Biskaya schoß eines unserer Unterseeboote einen angreifenden schweren Feindbomber ab.
Oie ersteFront der USA. auf dem Atlantik.
Genf, 8. April. (DNB. Funkspruch.) Die „New Port Times" vorn Mittwoch schreibt: „Die gestrige Erklärung des Marineministers Knox, die Schiffsverluste im Atlantik hätten eine Wendung tum schlechten genommen, ist eine unbedingte notwendige Ermahnung, daß unsere erste Front n cht in Tunesien, sondern auf dem Ozcan liegt, der uns von unseren Truppen trennt. Dort wird der Krieg gewonnen oder verloren werden."
Das Eichenlaub für Oberfeldwebel S^blee.
Berlin, 7.April. (DRB.) Der Führer verlieh am 6. 4. das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberfeldwebel Rudolf Schlee, Zugführer in einem Gebirgsjäger-Bataillon, als 222. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Der Führer sandte ihm nachstehendes Telegramm: „3n dankbarer Würdigung 3hres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich 3hnen als 222. Soldaten dos Eichenlaub zum
(93. Jahrgang Nr.83
Ettcdemi täglich, außer Sonntags» und ftetertagS
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DRV. Aus dem Führerhauptquarti
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Englands Weg.
Von dem Zeitpunkt an, da Churchill sich entschloß, durch die „Times" die von England gewünschte Auslieferung Europas an die Sowjetunion der Weltöffentlichkeit zu unterbreiten, und Eden in Washington diese Bankrotterklärung der britischen Kriegsziele sanktionieren lassen wollte, um auf diese Weise gegen den erbarmungslosen Zugriff der Pankees gleichzeitig noch schäbige Reste des Weltreiches zu sichern, von diesem Zeitpunkt an gibt es für keinen denkenden und geschichtsbeflissenen Menschen mehr den geringsten Zweifel, daß England seinen „S ch w a n e n g e s a n g" begonnen hat. Ein „Schwanengesang" fteilich, der wie das heisere Krächzen eines alten Wucherers klingt, dem man plötzlich hinter die Schliche gekommen ist. Blickt man freilich tiefer, so wird man finden, daß auch hier die Krankheit des Weltreiches, die sich
PK. In diesen Tagen ist es drei Jahre her, seit Norwegen dem englischen Zugriff entzogen wurde. Diele Einzelheiten dieses kühnen Feldzuges sind noch in ftischer Erinnerung. Was in der Zeit nach dem Kampf geschah, ist weit weniger bekannt. Zwar weiß man in der Heimat: von hier aus starten Kriegsschiffe und Flugzeuge vernichtende Angriffe auf feindliche Geleitzüge. Aber die stillen Leistungen der H e e r e s t r u p p e n sind selten in die Öffentlichkeit gedrungen. Und wenn ein Landser aus Norwegen nach Hause kommt, wird er bestimmt gefragt: Was macht i h r eigentlich da oben?
Sein Leben liegt im Schatten der großen Schlachten, die anderwärts geschlagen werden. Und doch sind diese drei Jahre nicht umsonst gelebt. Was er in dieser Zeit getan hat und wie er sein Schicksal trügt, ist wert, gewürdigt zu werden. Auch sein Einsatz entscheidet über den Sieg.
Wer kann auch nur annähernd ab schätzen, wieviel Kopfzerbrechen, Schweiß und Entbehrung es gekostet hat und immer noch kostet, eine wildzerklüftete Front zu befestigen, die sich — alle Fjordeinschnitte mitgerechnet — über eine Länge von 17 000 Kilometern hinzieht? Am Anfang war — von den wenigen norwegischen Batterien abgesehen — nichts da außer sprödem Fels und saugendem Moor. Heute liegt über der Küste eine lange, lange Kette ausgebauter Stellungssysteme und schwer bewaffneter Stützpunkte. Ihre Zahl hat vor allem im letzten Jahr erheblich zugenommen. Immer neue Batterien wurden heraufgeb rächt. Abteilungen schwollen zu Regimentsstärke an. Aber auch Größe und Stärke der Befestigungen wuchsen. Festungs- pioniere und Männer der Organisation Todt haben gewaltige Anlagen errichtet, und neue sind im Bau. Hohe Portalkrane wurden montiert, um die hierfür bestimmten schwersten Geschütze an Land zu heben.
Zahlreiche Batterien haben sich anfangs mit pri- 1 mitiven Werkzeugen behelfen müssen. Sie wurden an gottverlassenen Punkten längs der Küste oder •auf Inseln abgesetzt und hatten zunächst ihre Not, Baracken zu zimmern, Zufahrtswege und Landungsstege zu bauen, damit der Nachschub nicht mehr erst vom Schiff in Ruderboote umgeladen und dann auf dem Buckel in die geplante Stellung geschleppt zu werden brauchte. Wer keine Kompressoren hatte, blieb auf Hammer und Meißel angewiesen. Da haben zwei Mann schon hart und unermüdlich zuschlagen müssen, um in zwei Stunden zwei Zentimeter tiefer zu stoßen. Drei Jahre lang, zeitweise Tag unb Nacht, brach sich das Echo Hun- derttausender von Sprengladungen an den Bergwänden.
Während Pioniere und Kanoniere die Geschütz- ‘ Rettungen in den Granit meißelten, die Nachrichter sich abmühten, das dünnmaschige Leitungsnetz zu verdichten, zogen Gebirgsjäger- und Grenadierregimenter, Bau- und Festungsbataillone noch während des Baues ihrer bescheidenen Quartiere breite Straßenbänder in zahllosen Windungen über Hänge und Fjelle. Tausende von Kilometern weit, bis an das Dach Europas Und wenn man heute von Oslo nach Kirkenes im Kraftwagen - fahren kann, dann ist es ihr Verdienst.
Auch was der Nachschub, besonders im hohen Norden, geleistet hat, kann erst später einmal erschöpfend berichtet und gewertet werden. Wer dieses [ Land nicht kennt, hat keine Vorstellung von seinen (fntferhungen. Norwegen, so meint man, ist doch | nicht weit von Deutschland. Man braucht nur über f- das Skagerrak zu fahren. Wer aber weiß, daß dro- * den am Eismeer Regimenter in öden Stellungen | hausen, die von der Reichsgrenze weiter entfernt sind als die Grenze Aegyptens? Wer weiß, daß sich I nördlich Narvik Stellung an Stellung reiht auf I einer Strecke, die größer ist, als die gesamte Westfront war?
Fernsvrechanschtuß 2251 Druck und Verlag:
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Drei Lahre in Norwegen
Von Kriegsberichter Heinrich Rodemer.
.Dieser Vergleich der Luftlinie besagt noch wenig. Es gibt ja längs der Polarküste keine Eisenbahn, und die Polarstraße ist nirgends eben oder gerade. Dafür aber von zahlreichen Fjorden unterbrochen. Und wenn der Sturm schäumende Wogen in die Fjorde poitscbt. muß man manchmal tagelang markten, bis die Fähre übersetzt. Nur wer gesehen hat. wie selbst die Schneepflüge unter der weißen Decke verschwinden, kann Raum und Zeit in dieser Front smschätzen. Auch der Seeweg ist tückisch und oft voll gefährlicher Minen. Da kann man nicht nach Der Uhr rechnen, sondern allenfalls nach dem Ka- -enber. Was im Reich in einer Woche bewältigt werden kann, braucht hier einen Monat und manchmal noch länger. Unter solchen Umständen mußte alles, aber auch alles nordwärts geschafft werden: Nicht nur Waffen, Munition und Verpflegung, sondern auch Kohle, Holz, Zement und vieles, vieles, mehr. Jede Karbidlampe, jeder Nagel hat eine Weltreise hinter sich. „ . .
Schon das alles wäre genug zum Beweis, d atz Das Leben des Soldaten in Norwegen so hart üt wie der Fels, den er zur Festung formte Aber es st noch nicht alles. Hinzu kommt etwas sehr W'ch- 'ige§. etwas, wovon selten gesprochen wird: Der Kampf gegen Einsamkeit und Eintönigkeit. Und in diesem stummen Kamps hab^n Offizier wie Mann eine Seelenstärke offenbart, vor der die Heimat sich tief verbeugt. Sie halten Wache m weltverlorenen Stützpunkten. Auf kahlen Inseln, wo nur der Verpflegungskutter anlegt, m schmalen Fjorden, an deren Steilwänden Fallboen herab- -agen, in Leuchttürmen, die der Sturm umheult Im Sommer regnet es oft, im Winter toben Schnee- rtürrne. Und der Winter ist lang, und nach Norden t.u wird er immer länger. Heber dem £o?rrfreis trefft während zweier endlos scheinender Monate ■ein Strahl der Sonne die Hauben und Häupter der Berge. In Lappland drücken Eishagel die Temperatur bis auf minus 52 Grad herab. Da W. . während der Freizeit wie ein Gefangener m stm •mgen Stube, 50 Mann um «zwei stinkende mrd krischende Karbidlampen. .
Es kommen Stunden, da feiner ein Zart sprüht Man kennt ja längst die Famttienaesch'chten uno Hedankengängen des anderen. Aus Zwiegespräche
nach einem erbarmungslosen Gesetz zu der Zeit gelegt, als unter Oliver Cromwell die „Erlösung durch Arbeit unter dem Wort Gottes" gepredigt wurde. Der Eifer Cromwells blieb, er führte jedoch folgerichtig nicht zur Herrschaft einer Dynastie von Heiligen in England, sondern zum brutalen und zynischen Regiment des Wuchers.
Richard Baxter, der Puritaner par excellence, gab die Parole aus: „Wenn Gott dir einen Weg zeigt, auf welchem du rechtmäßig mehr gewinnen kannst als auf einem anderen — wenn du dann diesen Weg verschmähst und den weniger gewinnbringenden wählst, so durchkreuzt du eine Absicht deiner Berufüng und weigerst dich, Gottes Knecht zu fein! Unter dieser Parole begann der Jndustria« lismus in England rapide zu wachsen, unter ihrem Zeichen standen auch die dunklen Anfänge des Imperialismus. Hinzu kam die Herrschaft des Bankiers. Als Cromwell merkte, daß nicht Geld genug im Lande war, übertrug er dem Oberhaupt eines großen Amsterdamer Bankhauses, Ali-ben-Jfrael, Konzessionen, worauf im Jahre 1694 die Bank von England gegründet wurde. Sie erhob die Verschuldung zum Grundprinzip der Geldwirtschaft. Es folgte die Eroberung und Ausplünderung Indiens. Während um 1750, wie Edmund Burke berichtet, keine 12 Bankgeschäfte in den englischen Provinzen bestanden, gab es 1796 eines in jedem Marktflecken. 1756 belief sich die öffentliche Schuld auf 4,575 Millionen Pfund, 1815 stand sie auf
wurden Selbstgespräche. Zeitungen treffen spät und spärlich ein. Die Post dauert Wochen. Glücklich, wer ein Aggregat besitzt oder Batterien, die noch geladen sind. Er kann wenigstens einige Stunden Rundfunk hören, weiß, was in der Welt geschieht, und lauscht den Klänaen aus der Heimat, die so fern ist.
In solchen Stunden rjngt.man mit der eigenen Seele. Immer reißt ein Kamerad den anderen aus der drohenden Dumpfheit. Einer zeichnet, ein anderer bastelt, ein dritter schnitzt, ein vierter lieft vor und lockt zur Diskussion. Wieder andere sind bemüht, in ihrem Beruf sich theoretisch weiterzubilden oder Vergessenes ins Gedächtnis zurückzurufen. Viele Einheitsführer helfen ihnen dabei. Wie auch die Betreuungsoffiziere, die Rundfunkempfänger und Millionen Bücher verteilten.
Zehntausende haben nun den dritten Wirite r in diesem Lande erlebt. Sie haben längst ge-
General-Anzeiger für Oberhessen Dietzen,^chulftrahe 7-y
Himmelreich erringen keine halben! Die Freiheit äußert, nicht plötzlich und unmotiviert
VxrtvvxrtVivMha ‘Cniminl IIhX Xia nrtUXrl ni«i* 0U5bFQch. Ihre Keime wurden vielmehr bereits
Dieppe, der mit äußerster Genauigkeit von uns vor- bereitet gewesen ist, hat man beispielsweise lernen können, wie weniae. aber aut placierte deutsche ©e= - . _lr _ ,,
schütze ein Landung von See aus verhindern kann-> «>«erkreu, des Eisernen Kreuzer. Mbolf Hiller.


