dieses Krieges, den Fall des Empires zu beschleunigen. Auch der Imperialismus Roosevelts ist stark angeschlagen. Die Vereinigten Staaten habenn die Philippinen und die anderen Besitzungen in Ost- asien nedst vhrern stanzen politischen Einfluß eingebüßt. Die Wege zu einer günstigen Verteidigung waren zu weit, und der Elan der Amerikaner war ebenfalls nicht groß genug. Dennoch hat Roosevelt sich wie eine Hyäne auf das niedergebrochene Frankreich gestürzt, hat dem Bundesgenossen von gestern die westindischen Besitzungen genommen und versucht sich nun in Afrika festzubeißen, nachdem gegenüber den Briten einige Grenzpfähle Darlanscher Art ganz energisch in den Boden gerammt worden waren. Aber Roosevelt wird zu spüren bekommen, daß mit seiner Macht in Afrika nichts getan ist, weil auch dieses Gebiet für einen modernen Kriegsschauplatz ju weit entfernt ist. Wie soll der Nachschub durch die Fährnisse der mit U-Booten gespickten Gewässer kommen? Wie soll auch der ideologische „Nachschub" klappen, wie das Verständnis für den geistig getarnten Ungeist Amerikas wach- gerufen werden, wenn die „beglückten" Völker voll des inneren Widerstandes sind? Hier zeigen sich Gren.zen der Macht, die nicht überschritten werden dürfen, wenn man den großen Schiffbruch vermeiden will.
Roosevelt bildet sich viel darauf ein, daß er bedeutende Geographen und Geopolitiker in seinem Stabe habe. Aber auch sie scheinen mehr dem Größenwahn als den wissenschaftlichen Einsichten und den geschichtlichen Erfahrungen zu huldigen. Ihre geopolitischen Fähigkeiten und Erkenntnisse sind jedenfalls nicht sehr überzeugend. Sie hätten Roosevelt vor einem Hasardspiel warnen müssen, weil sie wissen mußten, daß sie nicht eine Gesetzmäßigkeit für sich beanspruchen können, nach der der britische Bundesgenosse in den Abgrund gefallen ist. Die Vereinigten Staaten haben noch für Jahrhunderte Raum und Reichtum in ihrem eigenen großen Lande: sie hätten auf Weltherrschaft verzichten können. Aber Roosevelt und die hinter ihm stehenden Juden wollten es anders. Sie begaben sich aus einen gefährlichen Pfad, die völkische Kraft wird verzettelt, und am Ende kann nur die Niederlage stehen, einerlei wann und in welcher Form.
Sollen wir also die Bescheidenheit und den politischen Verzicht predigen? Mitnichten! Gerade Deutschland hat in seiner trübsten Nachkriegszeit Erfahren, daß ein unfreier, in seinen Lebensrechten Und völkischen Kräften beschränkter Staat lebensunfähig ist. Wir leugnen nicht, daß wir uns inzwischen gekräftigt Haven. Heute haben wir Lebensraum und vielfältige Lebensmöglichkeit in einem geschlossenen Gebiet, von dem viele Kraftfelder ausströmen. Aber wir predigen nicht die Weltherrschaft jmb wollen keine Machtpolitik, die sich von der völkischen Gebundeheit und dem Lebensraum unserer Rasse löst. Das anteilige Arbeitsfeld eines kraftvollen Staates mag die Welt fein, aber es gibt Verdauungsbeschwerden, wenn man in imperialistischem Heißhunger die ganze Welt für sich allein schlucken will. Das ist die Todsünde der uns feindlichen Imperialisten. Sie werden an ihren Maßlosigkeiten zerbrechen und die dynamischen Lebensgesetze der Völker nicht aufhalten können.
Roosevelts Lteberbürokraiie.
Rom, 7.Jan. (DNB.) Wette Kreise der USA.- Oeffentlichkeit verfolgen, wie „Giornale d'Itvlia" berichtet, mit wachsender Unruhe die sich immer weiter ausweitende neue Bürokratie, die jetzt neben und über die bisherigen Ministerien getreten ist, sich jedoch aus Elementen zusammensetzt, die ohne jede Vorbildung, meist von doktrinär-parteipolitischem Geist beseelt, den Aufgaben der Gegenwa.rt fremd gegenüberstehen. In Washington allein wer- den mehr als eine Million Beamte gezählt, die zum großen Teil den während des Krieges von Präsident Roosevelt neu geschaffenen Dienststellen angehören. Die wichtigen Entscheidungen werden heute nicht mehr tp den früheren Ministerien, sondern in den in der Kriegszeit geschaffenen neuen bürokratischen Organisationen getroffen, an deren Spitze ausschließlich Vertrauensmänner des Prä- s i d e n t e n oder Vertrauensmänner der Großindustrie oder des Großkapitals gesetzt sind. Diese neue gigantische Ueberbürokratie hält heute alle Fäden in der Hand und ist mit weitgehenden Machtvollkommenheiten auf dem Gebiet der gesamten Wirtschaftskriegführung ausgestattet. Die Oeffenllichkeit fürchtet nun, daß diese auch in Friedenszeiten aufrechterhalten werden soll, obgleich dieses Nebenernanderwirken der mit der gleichen Aufgabe betrauten parallel laufenden Verwaltungsstellen immer deutlicher zutagetritt.
Die seltene Ehrlichkeit.
Von Bruno Brehm.
Als Napoleon nach seinem Sieg bei Regensburg 6uf seinem Gewaltmarsch nach Wien am 7. Mai 1809 abends nach Melk kam, ritt er mit Marschall Lannes zu dem hoch auf dem Felsen über der Donau liegenden stolzen Benediktinerstift, um von dessen weiter Terrasse aus das Slromland zu überblicken. Durch den auf steig enden Nebel und durch das Gehölz der Auen entdeckte Lannes am jenseitigen Ufer in der einfallenden Dämmerung den Schein einiger Wachtfeuer, -auf die der Marschall den Kaiser aufmerksam machte. Da Napoleon seit dem Uferwechsel dex geschlagenen österreichischen Armee bei Regensburg jede Verbindung mit dem abgerückten Gegner verloren und nur sehr spärliche Nachrichten über den Verbleib der Armee des Erzherzogs Karl erlangt hatte, so trug Marschall Lannes seinem Adjutanten Marbot auf, mit einigen Zillen sogleich über den Strom zu setzen, die dort lagernde feindliche Truppe zu überraschen, einige Gefangene zu machen und, ohne sich in ein Geplänkel einzulassen, sogleich wieder zurückzurudern.
Die Nacht war stürmisch, der Strom rauschte, es gelang, die Zillen unbemerkt von den Oester- reichern über den Strom zu rudern und ein Lagerfeuer hart am Ufer zu überrumpeln. Zu spät trat die durch einige gefallene Schüsse aufgeschreckte, von den langen Märschen übermüdete Truppe unter das Gewehr. Es gelang den Franzosen, ringe- hindert ihre Boote zu erreichen. Die ihnen hastig nachgefeuerten Kugeln verfehlten in der Dunkelheit ihr Ziel.
Noch vor Mitternacht konnte Marbot seinem Marschall drei Gefangene vorführen: einen Oberjäger, einen Jäger und einen an Händen und Füßen ge- fesselten, aus mehreren leichten Wunden blutenden und wie ein Kind stumm vor sich hinweinenden statt- lichen Burschen in der Uniform eines Linienregimentes, von dem der den Dolmetschdienst versehende bayerische Major meldete, daß dieser Mann ein Offiziersdiener fei, den man deshalb gefesselt habe, weil er» kaum nach heftiger Gegenwehr niedergenm-
Lt-Booi-Tanker als Stützpunkte unserer weltweiten Seekriegsührüng.
Die Diünchener „Neuesten Nachrichten" vom 5. Januar beruhten: Wir waren immer wieder verwundert über die große Reichweite unserer Unterseeboote, von denen wir wissen, daß sie aus praktischen Gründen die mittlere Größe von 500 Tonnen nicht überschreiten, um eine möglichst große Anzahl dieser für den Feind so gefährlichen Schiffe herzustellen. Mit Recht haben wir vermutet, daß noch besondere Schiffe eingesetzt werden mit der Aufgabe, die Unterseeboote auf hoher See nicht nur mit Treibstoff, sondern auch mit Lebensrnitteln und mit Munition zu versorgen, so daß das zeitraubende und in der Küstennähe nicht gefahrlose Heimkehren und Wiederausfahren vermieden wird. Tatsächlich gibt es diese Schiffe, die den Namen „U - T a n k e r" tragen. Ihre Bauweise, Anzahl und Verwendung bleiben selbstverständlich ein militärisches Geheimnis. Sie erklären unter anderem, daß die Dersenkungserfolge im Jahr 1942 fast 9 Millionen BRT. erreichten. Diese U-Tanker sind gleichsam schwimmende Stützpunkte in ben Weltmeeren, die sehr viel schwerer aufzuspüren sind als irgendein Stützpunkt an einer entlegenen Küste. Dieses überaus wichtige Kampfmittel zeigt, wie gründlich die deutsche Seekriegleitung an dem weiteren Ausbau der U n - terseebootoffensive und cn der Steigerung ihres Aktionsbereichs arbeitet. Es gibt in der Tat keinen Meereswinkel mehr, der ihnen unzugänglich ist, also auch keine Ausweichmöglichkeit für den Feind. Durch fein kostspieliges Landungsmanöver in Französisch-Nordafrika, bei der über eine Million BRT. und 500 Sicherungsfahrzeuge eingesetzt gewesen fein sollen, ist der Feind eine neue freiwillige Bindung auf bestimmte Seewege eingegangen, die es möglich machte, noch in den letzten Monaten des Jahres ungewöhnlich hohe Versenkungsziffern zu erzielen.
GchwimmendeNachfchubbasis
Von Kriegsberichter Herbert Sprang.
DNB. Bei der Kriegsmarine, 7.Januar. (PK.) Seit dem Tage, an dem zum erstenmal der Paukenschlag der deutschen Unterseeboote vor den Küsten des amerikanischen Kontinents eine Welt aufhorchen ließ, beschäftigt sich die Oeffentlichkeit mit der Frage, wie es den deutschen U-Booten überhaupt möglich ist, so weit von ihren eigenen Stützpunkten den Seekrieg bis in die Gewässer der U&2I. zu tragen. Einmal sollten die U-Boote von den Azoren, bann wieder von den Kapverden aus operiert haben, aber jie sollten Stützpunkte in Nicaragua, ein anderes Mal in Kolumbien befihen. Nur dem wirklichen Sachverhalt, wie er vom Befehlshaber der U-Boote immer her- ausaefteUt wurde, schenkte man keinen Glauben, der Tatsache, daß die ersten vor Amerika operierenden U-Boote unter Ausnutzung jeden vorhandenen Raumes, unter Verzicht auf jede Bequemlichkeit der Männer, aus eigener Kraft die gegebenen Grenzen überschritten hatten. Noch im Laufe des Jahres wurde bereits die britische und amerikanische Oeffentlichkeit durch die Anwesenheit deutscher U-Boote vor den Küsten Südamerikas und Mittelafrikas und sogar im Indischen Ozean überrascht. Hier unten gab es keine Stützpunkte für die deutschen U-Boote, und hierhin konnten sie bei aller Raumausnutzunq nicht soviel Treibstoff mitführen.
Britische Militärschriftsteller machten die Admiralität darauf aufmerksam, daß es sich um U-Boote handeln könnte, die die Versorgung durchführten. Und tatsächlich haben im unermüdlichen Schaffen deutsche Werften miteinander gewetteifert, um den siegreich kämpfenden U-Booten mehr Mög- lichkeitn als bisher zu erschließen. In immer steigen- der Zahl sind in diesem Jahr die unförmigen, dick- bauchigen und großen Leiber der Tanferboote überall auf dem Atlantik erschienen. Die Kriegs- marine hat sich in -ihren Tankerbooten schwimme iche Stützpunkte m einer Zahl geschaffen, wie sie als Landstützpunkte sich keine Seemacht der Welt je aufbauen kann. Dabei erfüllen die Tanker-U-Boote die wichtigste Aufgabe, Nachschubbasis zu fein, im vollstem Umfange. Hier wird ein Kampfboot, das sich an einem Geleitzug leergefagt hat, wieder aufgefüllt, dort wird ein anderes ausgesucht und ihm neuer Proviant Angeführt, da wird ein drittes ab»
gefangen, das aus den Weiten der Weltmeere zurückkommt und dem bis zur Heimat etliche Tonnen Sprit fehlen. So fährt das Tankerboot von Kampsboot zu Kampsboot, von Quadrat zu Quadrat und sucht als „fliegendes Gasthaus" feine „Kunden" auf.
Sinnreich ausgebuchte Konstrukttonen ermöglichen selb st bei schwerer See eine schnelle Verbindung zwischen Tankerboot und Frontboot. Stundenlang läuft dann das kostbare Naß über Schläuche in das Kampfboot ein. Taucht aber einmal an der Kimm die Mastspitze eines feindlichen Zerstörers auf, droht vom Himmel herunter ein feindlicher Flieger, sind beide Boote in kürzester Frist von der Oberfläche verschwunden. Auch als Reparaturhafen kann das Tankerboot in gewissem Um
fange dienen. Eine größere Werkstatt mit entsprechenden Maschinen ermöglicht Reparaturen, die das Kampfboot selbst nicht immer durchführen kann. Endlich überprüft ein Marinearzt bei allen Männern der Kampfboote, die ausgesucht werden, den Gesundheitszustand, sorgt für Beseitigung kleiner Gesundheitsschäden und übernimmt Kranke und Verwundete zum Rücktransport in die Heimat auf das Tankerboot. Schließlich nimmt das Tankerboot b i e Post ber U-Boot-Fahrer mit in die Heimat zurück. Die Kampfboote selbst werben für viele Monate von jedem Landstützpunkt unabhängig und können sich in ihren Tausende von Seemeilen von der Heimat ober ber Atlantikküste entfernten Mebieten so lange aufhalten, bis auch der al fein Ziel erreicht hat.
Der japanische Soldat.
Lissabon, 7. Jan. (Europapreß.) ..Die USA. dürfen die Stärke eines Volkes wie des japanischen nicht unterschätzen", erklärte ber Oberstleutnant im nordamerikanischen Generalstab, Warren I. Clear, ber vier Jahre lang von den Japanern zum Studium ihrer Militäreinrichtungen zugelassen worden war. Clear schildert die Bedürfnislosigkeit der japanischen Truppen, besonders in der Ernährung und hebt die körperliche Leistungsfähigkeit des japanischen Soldaten hervor. Märsche von 30 Meilen, also 48 Kilometern, in 24 Stunden mit vollem Gepäck. seien eine Alltagsleistung. Aber er habe es in Manöoern selber erlebt, daß in 72 Stunden 122 Meilen (fast 200 Kilometer) mit nur vierstündigem Schlaf dazwischen zurückgelegt wurden.
Die Todesverachtung der Japaner rufe die un- verhüllte Bewunderung des nordamerikanischen
Offiziers hervor. Der japanische Soldat ziehe auch in diesem Kriege den Tod ber Gefangenschaft vor. Abgeschossene japanische Marineflieger gingen lieber mit ihrem Flugzeug unter, als nach einem ihnen zugeworfenen Rettungsring zu greifen. Auf Dataan hätten sich mehrere japanische Soldaten absichtlich dem Feuer eines versteckten Maschinengewehrnestes ausgesetzt, um ihren Kameraden dessen Aushebung zu ermöglichen. Als dort eine von 500 japanischen Soldaten verteidigte Stellung genommen war, waren 350 Mann gefallen, die anderen entzogen sich der Gefangenschaft durch einen Sprung in den Tod von einer hohen Kuppe herab. „Das ist unser Feind. Wir würden weise handeln, von ihm soviel wie möglich zu lernen", erklärte Oberstleutnant Clear. „Sich selbst und den Feind zu kennen, ist das Geheimnis des Sieges."
Vor dem großen Zusammenstoß der Koalitionen.
Vom Siege des Oreierpakts hängt das Schicksal der zivilisierten Welt ab.
Mailand, 7. Jan. (DNB.) „Popolo d'Jtalia" zeiat nochmals die Notwendigkeit, alle Kräfte bis aufs äußerste anzuspannen, um die Welt vor dem Bolschewismus zu retten. Das Blatt schreibt: Die beiden gigantischen Koalitionen, in die die Welt gespalten ist, sind nunmehr vor dem großen frontalen Zusammen st oß angelangt. Die Achsenmächte und Japan haben die strategischen Voraussetzungen für den Sieg vorbereitet, England und die Vereinigten Staaten die notwendigen Heere und Waffen vorbereitet, um ihre militärische Kraft auszuspielen. Die Sowjetunion hat furchtbare Schläge erlitten. Dennoch hält sie sich noch aufrecht und kämpft verzweifelt weiter, um zu überleben, besessen von der teuflischen Vorstellung, am Ende der einzige Sieger unter allen Verlierern zu fein und die Sowjetfahne auf den Trümmern aller Hauptstädte hissen zu können. Aus all diesen Gründen kündigen sich die kommenden Monate als erste furchtbare Zusammenstöße an. Jedes Volk ist an dem Punkt angekommen, wo es um alles geht. Wir müssen daher auf eine wahnwitzige Anstren- gung ber Sowjets gefaßt fein und uns darauf vor- ereiten, einen mörderischen Kampf durchzustehen.
Auch die Lage Englands und der Vereinigten Staaten war an den Grenzen des Tragbaren angelan-gt, und beide mußten alles unternehmen, um weitere strategische Erfolge ber Dreierpaktmächte und den Zusammenbruch der Sowjets zu verhindern. Nach den Vorstößen von El Alamain und Algerien ist den Engländern und Nordamerikanern der entscheidende Schlag gegen Bigerta nicht geglückt, so daß sie eine äußerst exponierte Stellung einnehmen. Auch sie werden alles daransetzen, die Partte zu gewinnen.
Aus ber Ueberzeugung heraus, daß hi diesem Krieg entweder die Dreierpaktmächte oder der Bolschewismus siegt, müssen die europäischen Völker alle geistige und materielle Energie zusammenfassen, um die bevorstehende Periode siegreich durchzustehn. Siegen heißt für uns, alle unsere natto- mrien Ansprüche verwirklichen, unsere wirtschaft- lichen und sozialen Probleme losen, uns einen ehrenhaften langen Frieden sichern und eine ge
meinsame und individuelle Existenz schaffen, brd wert ist, gelebt zu werden. Verlieren würde fü5 uns eine jahrhundertelange stürmische Nacht bedeuten. Das Jahr 1943 birgt im Schoße den Urteilsspruch ber Geschichte oder zum wenigsten den Beginn dieses Urteilsspruches. Es ist unser paradoxes Geschick, daß wir auch für unsere Feinde, die wir bassen, siegen müssen. Moskau würde das Grab oer Rassen sein. Wir taten alles, um ber Menschheit die Augen zu öffnen; aber die anglo-ameri- konische Arroganz machte die maßgebende britische Klasse blind. Nunmehr ist die Tragödie in vollem Gange. Die Mächte des Dreierpaktes haben die Mission übernommen, ihrer Herr zu werden. Von unserer Fähigkeit oder Unfähigkeit zu siegen, hängen die Geschicke der ganzen zivilisierten Welt ab.
Kunst und Wissenschaft.
Auslandskonzertreisen Gerhard Taschners.
Der Berliner Geiger Gerhard Taschner unternimmt Konzertreisen nach Schweden, Holland und Rumänien. Nach zwei Abenden in Göteborg spielt Taschner in Den Haag und Hilversum, dann in Bukarest, Hermannstadt, Kronstadt und Temesvar und schließlich wiederum in Holland. Sein Begleiter ist der Pianist Heinz Schröder (Frankfurt a. M.).
„Kolibri".
In Leivzig kam die dreiaktige Komödie „Kolibri" von Iosef Maria Frank zur Uraufführung, Kolibri — das ist ein kleines Mädel, das sich, um den Aufdringlichkeiten seines Vormundes zu entgehen, selbständig gemacht hat, sehr bald aber in Not gerät und bei dem Komponisten Visconti ein- stelgt, um zu Geld zu kommen. Daß sie dabei er* wischt wirb, ist ihr Glück. Denn Visconti hat nichts Eiligeres zu tun, als sich in bas hübsche Geschöpf- eine Art Scampolo mit verfeinerten Allüren, zu verlieben. Ueberraschend kommt dann der glänzende künstlerische Aufstieg des kleinen Mädchens. Die sparsame Handlung wird sehr locker geknüpft und brect auf drei Akte verteilt. Das Stück bietet gute Buhnenunterhaltung. Es stützt sich vor allem auf
gen und bezwungen, zweimal zu entspringen versucht habe.
Das Verhör der drei Gefangenen fand in der prunkvollen Bibliothek des Stiftes statt. Auf der Marmorplatte des Tisches lagen Karten aus gebt eitet, bas flackernde Kerzenlicht schimmerte in den goldenen Leisten der Bücherschränke wider und ließ den Golddruck ber Bücherrücken aufglän- Zen. Wie Traumgewölk traten die heiteren Seefen» bilder des hohen Raumes aus dem Dunkel.
Während ber gefesselte Offiziersdiener mit seinem blutverschmierten Gesicht zwischen zwei Posten in ber Fensternische stand und vom Schluchten geschüttelt wurde, gaoen bie beiden gefangenen Jäger, scharf ins Verhör genommen, stückweise Auskunft, bie ber Dolmetsch, ber Adjutant und ber Marschall, immer wieder nach ber aus geb reiteten Karte blickend, sinnvoll zusammenfügten. Es ergab sich folgendes Bild: Bei Regensburg standen nur noch schwache Kräfte, leichte Truppen, bie ben österreichischen Abmarsch zu verschleiern hatten. Die Armee des Erzherzogs marschierte über Böhmen gegen Wien, um bie Hauptstadt zu oerfen. Die Sappeure aller Regimenter waren zusammengezogen und nach Stein vorausgeschickt worden, um dort, am anderen Ende ber Wachau, eine Brücke zu schlagen. Dort wollte man den Franzosen in den Rücken kommen und ihren Marsch auf Wien stören.
2115 aus ben beiden Jägern nichts mehr herauszuholen war, wollte der Herzog von Montebello dem Kcnser Meldung erstatten, denn die Ergeb- Nisse schienen ihm wichtig genug. Aber Napoleon selbst mochte keine Ruhe gefunden haben und trat mit vorn Marschall unbemerkt, in die Bibliothek em. Mit knappen Worten wieder- ">"e Cannes nun bie Aussagen der beiden Ge- sangenen. Napoleon hörte gespannt zu, blickte rasch aus bie Karte und deutete bann mit einer kurzen Handbewegung auf den gefesselten Mann zwischen den beiden Posten in ber Fensternische.
Der Marschall berichtete, warum man den Mann gefehlt habe, und ber Dolmetscher fügte hinzu, Dafc es ein Offiziersbursche sei, der nicht zu den Jagern gehöre, sondern sich deren Bataillon auf dem Rückzug nur angeschlossen habe.
Man möge ben Mann fragen, wo sein Herr sei, verlangte ber Kaiser.
Sein Herr, ein Major, gab ber Bursche, nachdem man bie beiden Jäger abgeführt hatte, widerstrebend zur Antwort, sei bei Eggmühl verwundet unb in einem Kloster zu Regensburg zurückgeblieben.
Ob sich solch ein kräftiger Kerl denn nicht schäme, wie ein kleines Kind zu flennen, ließ der Kaiser den Mann fragen, ob er glaube, daß man chrn ben Kopf abreißen werde?
Mittlerweile war auch General Rapp erschienen, der ungeduldig über ben langsamen Fortgang des Verhörs auf deutsch ben Burschen anschrie, in drei Teufels Namen dach endlich zu sagen, warum er sich so heftig gewehrt und zweimal bie Flucht versucht habe.
Sein Herr, ber verwundete Major, gab der Bursche stockend zur Antwort, habe ihm auf seinem Wundlager in Regensbrrrg bas gonge Geld übergeben.
Ob man ihm bei ber Gefangennahme das Geld abgenommen habe, wollte General Rapp wissen.
Der Bursche griff mit beiden Händen an feine Hüften: nein, niemand habe das Geld abgenommen, er habe es noch, er trage es in einem Gürtel auf feinem Leibe.
Warum er denn bann heule, brüllte Rapp den Mann an.
Weil er das Gelb ber Frau des Majors bringen sollte, schluchzte der Bursche, und weil ber Herr Major, käme er mit dem Leben davon und kehre er nach dem Kriege heim, glauben werde, er, sein Diener, sei mit dem ihm anvertrauten Gelbe befer- tiert. Deshalb habe er sich so heftig gewehrt, deshalb habe er zweimal zu entkommen versucht.
Als Rapp die Aussage des Burschen übersetzte, lachte der Herzog von Montebello, ber als Sohn eines Stallknechtes und als Färbergeselle es bis jum Marschall von Frankreich gebrächt hatte und dem kurz darauf in ber Schlacht bei Aspern eine Kanonenkugel beide Beine wegreißen sollte, und auch bet bayrische Dolmetsch konnte sich eines Lächelns nicht erwehren. Napoleon allein blieb ernst, er befahl, dem Manne die Fesseln zu lösen und noch in dieser Nacht mit einem Fährmann wieder über ben Strom zu schicken.
-Ehrlichkeit", sagt- der Kaffes wid dachte dabet
vielleicht an seine vom Glück verwöhnten Bruder und feine Marschälle, „ist heute in der Welt so r ^5" sie belohnen muß, wo immer mack sie trifft, und sei es selbst bei seinen Feinden»^
Das gute und das schlechte Geschäft.
®,r ^t?”aIer Wilhelm Trübner war eiq guter Geschäftsmann. Ms er berühmt geworden
\“nbnİ?e fordern konnte, zeigte es sich, l°mer Anfangszeit gelegentlich besser bezahlt wurden als seine spateren. Da wollte er 8nr>1n6ah ^Orir?t &es, Dragoner-Einjährigen wieder- ba® er damals oon einem Freunde gemalt hatte, und er verfiel zu diesem Zweck auf einen ftatHi»enrsrf1Z,er Pre,unil h?"e inzwischen sich einen tattllchen Schnurrbart zugelegt, und trübner redete J’JP ro ',hflertö dieser Schnurrbart müsse mit auf ®r lafl ihm so lange in den Ohren, bis 7rrau? ,ei£ Bildnis zu der Aenderung zuruckschickte. Als der Freund es nach langer Zeit noch immer nicht wieder bekommen hatte, fragte er THih Sltoe miLöem Schnurrbart. Jetzt schrieb ihm Trübner, er muffe em neues Bild malen, denn auf dem alten könne er ben Schnurrbart burchaus ni^t anbringen; ein Bild fei wie ein Zwetschenkuchen, man könne nach dem Backen keine Zwetschen Auss-^?^ Ä. neue hineinsetzen, ohne bas Aussehen des Kuchens zu zerstören. Das leuchtete Dem Freunde auch ein, unb so malte Trübner ihn auf einem neuen Bilde mit Schnurrbart ... und em-en, ^^^n Dragoner-Einjährigen an bie neue Pinakothek m München.
(Ein andermal war aber Trübner der Herein- Sr trennte sich überhaupt nicht gern vom Gelbe, unb an Stelle von Trinkgeldern in den Hotels gab er oft Zeichnungen, auf bie er keinen Wert legte, eines Tages schickte ihm ein Frankfurter Kunst« banaler bie Photographie einer solchen und fragte an ob es eine Arbeit von ihm sei. Trübner antwortete, es sei eine ausgezeichnete frühe Arbeit rott chch- gegen em Honorar von ... Mark wolle er sie "och nachträglich signieren. Der Kunsthänbler, der auch nicht aus den Kops gefallen war, schrieb jeboch verzichte auf bie Signatur, er werde ftaft dieser Trübners Postkarte hinten snSeber^ LL


