193. Jahrgang ttr.tOS
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Mehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
und geschätzt, wenn man , Tod an sich ist das Natürlichste auf Erden; er ist den Menschen nur deshalb |o schmerzlich und tut ihnen so weh, weil er den Zurückbleibenden einen so totalen Verlust des Liebsten, was sie besitzen, verursacht. So geht es uns alten Nationalsozialisten mit dem furchtbaren Unfall unseres Stabschefs. Ich - will es mir ersparen, hier all seine Vorzüge, Verdienste und Erfolge aufzuzählen — die sind bereits in die Geschichte einge- gangen —, ich will in diesen Blättern nur schlicht und einfach von meinem lieben, treuen und guten Kameraden Viktor Lutze erzählen und schreiben.
aus China mehren, welche darauf schließen lassen, daß die „neue Polittk" weitere Kreise der chinesischen Bevölkerung zu positiver Mitarbeit im Rahmen des ostasiatischen Großraums geneigt macht und daß dadurch Tschung- kings Macht und Einfluß bereits beträchttich nachgelassen haben. Der neuralgische Puükt im Norden bleibt allerdings nach wie vor bestehen, und obgleich auf Grund des Moskauer Neuttalpaktes nach wie vor normale Beziehungen bestehen, wird die Wachtin der Mandschurei unermüdlich aufrechterhalten bleiben. Deck neuen Außenminister sagt man nach, daß er sich während seiner Tättg- keit als Botschafter in Moskau besonders durch die energische und kompromißlose Vertretung des japanischen Standpunktes bei dem Zwischenfall von Changkufeng im Jahre 1938 bei den Sowjettnacht- babern eine gehörige Portion Respekt verschafft habe.
Appell und Prophezeiuung darstellen: „Wir werden nachAfrika zurückkehren", bilden die Ueberschrift des „Giornale d'Jtalia". „Das italienische Volk" so schreibt Gayda im „Giornale d'Jtalia", „fühlt das ganze Gewicht des Krieges, den die Engländer und Amerikaner mit allen ihren Kräften konzentrieren. Diese Tatsache ruft Italien in die vorderste Kampflime. Aber gerade aus diesem Grunde ist in Italien der Sinn für die große historische Stunde, für die nationale Sendung und die Verantwortung mehr als lebendig. Italien ist einig und entschlossen, bis zum Siege du rchzu halten in einem Kriege, der nicht durch Schnelligkeit, sondern durch Widerstandskraft besttmmen wird. Der Duce konnte vom Balkon des Palazzo Venezia die Gewißheit des physischen und moralischen Widerstandes Italiens, feines Glaubens an den Sieg und an ein neues besseres Geschick des Vaterlandes und Europas bekräftigen. Mit seinen kurzen Worten machte sich Mussolini zum Dolmetscher der Gefühle, die heute alle Italiener bewegen. Er sprach vom Glauben des Faschismus, weil der Faschismus Italien das lebendige Bewußtsein und die nationale Solidarität der sozialen Gerechtigkeit, den Fortschritt und die Erneuerung gebracht hat, und weil er heute die ideale Kraft ist, die die Geschicke dieses Krieges, die Verteidigung gegen den Bolschewismus, die Bildung eines neuen Europas lenkt. Er sprach wetter von Siegesgewißheit, weil der Krieg Italiens notwendig und gerecht ist. Der Duce sprach schließlich auch von der Rückkehr nach Afrika, weil Afrika ebenso wie Italien ein wesentlicher Teil Europas ist, und weil die afrikanische Zivilisation-
Mein Kamerad Viktor Luhe
Von Dr. Robert Leh.
Rom, 5. Mai. (DNB.) Auf der Piazza Venezia fand am Mittwoch eine gewaltige Kundgebung der Gefolgschaststtue und der Verbundenheit des italienischen Volkes mit dem Duce statt.
Im Anschluß an einen Empfang sämtlicher Ho- heitsträger der faschistischen Partei aus den italienischen Provinzen durch den neuernannten Parteisekretär Minister Sc orza versammelte sich auf dem weiten Platz vor dem Palazzo Venezia eine gewaltige, vieltausendköpfige Menschenmenge. Faschistische Kampfbünde hatten mit ihren Fahnen unmittelbar vor dem Tor des Palazzo Venezia Auf- » genommen. Als sich die Tür des histori- alkons, von dem aus der Duce so oft in den 20 Jahren des faschistischen Regimes zu seinem Volke gesprochen» hat und von dem aus er am 10. Juni 1940 die Kriegserklärung an England und Frankreich verkündete, öffnete, brach ein Sturm des Jubels los. Der Ruf „Duce! Duce!" hallte über den weiten Platz. Mit dem faschistischen Gruß und stürmischen Beifallsrufen empfing die Bevölkerung Roms den Duce, der mit dem faschistischen Gruß antwortete.
Oer Duce
hielt sodann eine kurze Ansprache. „Vor neun Jahren ist von dieser Stelle aus", so sagte Mussdlini, „der Abschluß der afrikanischen Kampagne und die Bildung des italienischen Imperiums verkündet worden. Diese Entwicklung ist heute keineswegs abgeschlossen. Wenn die Ereignisse der letzten Zeit zu der gegenwärttgen Lage gefügt haben, so bedeutet dies nur eine Pause und nicht den Abschluß einer Entwicklung. Jta-
Italien einig und entschlossen zum Giege „2Bir werden nach Afrika zurückkehren."
Vom güten Kameraden.
Wir Männer um den Führer sind eine verschworene Gemeinschaft, auf Gedeih und Verderb mit dem Führer und untereinander verbunden: Käme- raden der Alten Garde, die sich genau kennen, nichts voreinander verbergen, und die alle Sorgen und Freuden, Tiefen und Höhen, Rückschläge und Erfolge der Partei miterlebt haben. Die deshalb, weil der Weg der Partei so schwer war und weil sie das wissen, so eifersüchtig auf das Erreichte sind und es mit allem, was sie besitzen, mit ihrem Herzblut, mit Fäusten und Zähnen verteidigen. Ihnen ist das neue Deutschland mehr als eine Staats form, mehr als eine wirtschaftliche und strukturelle Umwälzung, mehr als ein soziales Problem und eine völkische Erneuerung, mehr als Macht, Ansehen und Größe. Uns Alten der Partei ist der Nationalsozialismus und das nationalsozialistische Deutschland der Inbegriff des in der deutschen Sage und Geschichte immer wie der kehrenden Mythus vom heilbringenden Gral, den eine tapfere Schar hüten und verteidigen muß, wenn Deutschland leben will.
Die Schar um den Führer ist wie die Artusrunde, die in der Sage der Nibelungen, um Dietrich von Bern, Karl den Großen, die großen Sachsen- und Staufenkönige und Kaiser wieder auflebt, die in den Getreuen Friedrichs des Einzigen verkörpert ist, und sich in Bismarck, Moltke, Roon u. a um Wilhelm I. schart. Immer, wenn Große der deutschen Geschichte auftreten, sammelt sich um sie eine Schar von Getreuen, auf Leben und Tod zusammengeschweißten Kameraden. Iaidos ist das Wesen deutschen Führertums und fein hervorstechendstes Merkmal gegenüber Cäsaren, ostischen und orientalischen Despoten oder hypermodernen Präsidenten: eine treu ergebene Kameradschaft von tapferen, verantwortungsfreudigen und verschworenen Männern an sich zu binden. Diese Kameradschaft ist der Kraftquell für uns alle.
Einer der Besten, der Getreuesten und Tapfersten in dieser Gemeinschaft um den Führer war Viktor Lutze! Sein jäher Tod reißt eine große, fast nie zu schließende Lücke in der ersten Reche
sie nach Kräften für die Stärkung der politischen Position Japans zu nutzen. Daß er dabei in Fort- führung jener in Nanking begonnenen Arbeit von feinem neuen Posten aus die „neue Polittk in Ochi^a" weiterhin pflegen wird, ist selbstverständlich- Darauf deutet schon die prompte Ernennung bes bisherigen Außenministers Ta ni zum Botschafter in Nanking hin. Eine erfolgreiche Lösung des Chinaproblems wird nach wie vor in Japan deshalb als eine der vornehmsten politischen Ausgaben betrachtet, weil sie für Japan für die kommenden Kämpfe mit den Anglo-Amerikanern eine wertvolle Rückendeckung bieten würde. Es kommt hinzu, daß sich in letzter Zett die Berichte
Oie Parole des Ouce.
Dom Balkon des Palazzo Venezia in Rom ha! Mussolini kurze, aber um so inhaltreichere Worte an die Bevölkerung Italiens gerichtet. Er hat unter dem Beifallssturm der Römer erklärt, daß Italien nach Afrika zurückkehren werde, daß drei kategorische Forderungen alles beherrschen: „Ehre den Frontkämpfern, Verachtung den Feiglingen, das Blei den Verrätern." Damit ist der unbeugsame, der eherne Wille Italiens ausgedrückt, diesen Kampf bis zum Siege zu bestehen.
Der zeitweilige Verlust des afrikanischen Imperiums der Italiener ist diesem beherrschenden Volke des Mittelmeeres, dos sich als Erde des alten römischen Imperiums fühlt, zweifellos sehr schmerzlich. Er ist eine Wunde, die sich erst schließen wird, wenn dieses Imperium wiederhergestellt worden ist. Seit Italien durch Cavour geeint war, stand sein Sehnen nach der Wiederaufnahme der Kulturmission des alten Rom. Es stieß dabei auf den Widerstand Frankreichs und selbstverständlich auch auf den der Briten. Seit der französischen Okkupation von Tunis war die Sehnsucht nach afrikanischem Besitz immer größer geworden. Bereits vor dem Berliner Kongreß von 1876 hatte Bismarck dem Grafen Corti, dem italienischen Beoollmächttgten zum Kongreß, mitteilen lassen, daß Deutschland gern bereit sei, auf dem Kongreß für die Besetzung von Tunis durch Italien einzutrsten, das damals schon mehr Italiener als Franzosen aufwies. Cortt wollte überklug sein und wies das Anerbieten mit der Bemerkung zurück, ob dem Fürsten Bismarck wirklich daran liege, Italien / in einen Krieg mit Frankreich zu bringen. Diese Klugheit" war polittsch ihr Gegenteil und hat Italien um Tunis gebracht, das dann Frankreich sich nahm. Hätte Italien damals das Anerbieten angenommen, dann wäre fein Verhältnis zu Frankreich nicht schlechter geworden, aber es hätte 3u Tunis damals auch noch Tripolttanien bekommen. Nack Tunis schloß Italien 1883 den Dreibund mit Deutschland und Oesterreich, aber die früheren Fehler ließen sich nicht wettmachen. Als dann Italien später die Aufforderung, polittsch und militärisch in Aegypten mitzuwirken, abgelehnt hatte, schrieb Cnspi, der größte italienische Stacks- mann Italiens nach Cavour: „In Aegypten wird die Frage über die Herrschaft im Mitte'lmeer gelöst, und wir fönnten uns für die in Tunis erlittene Niederlage entschädigen." Es war zu spät. Erst der Faschismus hat Tripolitanien und die Cyrenaika wirklich zu einer Pflanzstätte italienischer Arbeit und Kultur gemacht, erst er hatte dos afrikanische Imperium durch den Erwerb Abessiniens geschaffen. Ueber die kolonisatorischen Höchstleistungen der Italiener in diesen Gebieten herrscht nur eine Stimme der Anerkennung.
Dieser Weltkrieg führte zur zeitweiligen Besetzung'des italienischen Imperiums in Afrika durch bie Briten. England hatte einige Jahre vorher vergeblich ein^ Koalition im Genfer Verein gegen das faschistische Italien zustande gebracht. Es war geschlagen worden. Nun wollte es diesen Krieg benutzen, um das italienische Imperium zu rauben, und es wurde darin weitgehend von den Juden in Washington unterstützt in der Hoffnung, daß der britische Raub von ihnen verspeist werden könnte. Gleichzeitig läßt der Dankee-Jude seine Terrorgeschwader im Verein mit den britischen gegen die Kulturstätten Italiens, gegen' Frauen und Kinder los, er mordet Unschuldige genau so wie in Deutschland. Aber wenn die anglo-amerikanischen Kriegs- Verbrecher glauben, Italien würde dadurch schwach in den Knien werden und demütig um Gnade betteln, so irren sie sich am Geist, der vom Faschismus geweckt worden ist und der heute ganz Italien be feelt. Dieses Volk wird durch den Terror immer härter.
Der Duce hat die Parole ausgegeben. Sie ist von kristallener Härte und Folgerichtigkeit. Sie ist aus dem Geiste der alten Römer geboren. Und diese Parole ist Wirklichkett!
lien wird und muß nach Afrika zurück- kehre n." Als der Duce noch einmal erklärte: „Wir werden nach Afrika zurückkehren", brach tosender, nicht endenwollender Beifall aus.
„Das ganze Sehnen und Trachten vieler Millio- nen Italiener", so fuhr der Duce fort, „geht dahin, nach Afrika zurückzukehren und dort die historische Mission weiterzuführen, die Italien auf dem afrikanischen Kontinent übernommen hat. Gott ist gerecht. Italien ist un st erblich. Wir werden siegen. Wir müssen den Frontkämpfern die Ehre erweisen und alle Verräter, alle Feiglinge und Schwächlinge von uns weisen. Den Verrätern aller Art gehört das Blei. Drei kategorische Forderungen beherrschen heute", so erklärte der Duce zum Schluß, „das ganze italienische Volk: Ehre den Frontkämpfern, Verachtung für die Feiglinge, das Blei den Verrätern. Für die Millionen von Italienern, die sich nach Afrika zurücksehnen, gibt es nur ein Heilmittel: bie Rückkehr. Und wir werden zurückkehren!"
Der kurzen Ansprache folgten erneut stürmische Beifallskundgebungen. Mit dem Gesang Der nationalen Hymnen schloß die eindrucksvolle Kundgebung, die von neuem die unerschütterliche Treue, Liebe und unlösbare Verbundenheit des italienischen Volkes mtt dem Duce zum Ausdruck brachte.
„Oer Witte
des italienischen Volkes."
Die Presse gibt in Großaufmachung die begeisterte Kundgebung des italienischen Volkes auf der Piazza Venezia wieder. Die Worte des Duce, die zugleich
Japan denkt nur an den Sieg
Von unterem ab.-Korrespondenlen.
To kio, im Mai 1943.
Wn benft nur an den Sieg. Erst die Presse- berlchte über die Empfange der ausländischen Missionschefs durch Außenminister Mamoru Shiqe- m 11 f u erinnern die japanische Leffentlichkett wiedsr daran, daß kürzlich eine Umbildung des Kabinetts To jo stattgefunden hat. So reibungslos hatte sich der Uebergang vollzogen und fü rasch hatten die neuen Minister die sachlichen Arbeiten in ihren Ressorts aufgenommen, daß ihr Amtsantritt in weiteren Kreisen der Bevölkerung schon fast vergessen war. Man muß dabei bedenken daß in Japan die hn Sommer 1940 aufgelösten par-' lamentarischen Parteien nicht durch eine Bewegung wie den Nationalsozialismus oder den Faschismus ersetzt worden sind, sondern das japanische politische Leben an uralte Traditionen an knüpfend sein allgemeines politisches Kraft- und Jdeenzentrum wieder in der geheiligten Institution des Thrones gefunden hat und daß die Mitwirkung des Volkes sich unter der Devise der Unterstützung der kaiserlichen Politik vollzieht. Ein Personalwechsel in den leitenden ministeriellen Stellen trägt daher heute nicht so sehr den Charakter politischer Verschiebungen, weil die große Linie der Außen- und Innenpolitik durch kaiserliche Reskripte eindeutig festgelegt ist, vielmehr sind die periodisch erfolgenden Neu- und Umbesetzungen denen in den Kommandostellen der Wehrmacht zu vergleichen, welche unter rein sachlichen Gesichtspunkten der besonderen Eignung dieser ooer jener Persönlichkeit für eine konkrete Ausgabe der Gegenwart oder unmittelbar übersehbare Zukunft zu erfolgen pflegen.
Unter diesen Gesichtspunkten ist es auch zu verstehen, wenn zwei Vertrauensmänner und hohe Funktionäre des politischen Rates zur Unterstützung der Politik des Thrones (Imperial Rule and Political Council), Generalleutnant Ando und P a - mazaki zum Innenminister bzw. Londwirtschafts- minister ernannt wurden. Durch ihre Beziehungen zu dem genannten Rate und darüber hinaus zu den Landesorganisationen des Verbandes zur Unterstützung der Politik des Thrones sind die beiden Minister besonders geeignet, die im Zeichen der beschlossenen Produktionssteigerung erforderlichen Maßnahmen reibungslos und im Rahmen des Möglichen unter Berücksichtigung der Wünsche der beteiligten Bevölkerungskreise durchzuführen. Es ist anzunehmen, daß Innenminister Ando besonders dafür Sorge tragen wird, den im Verlaufe der letzten Reichstagssession von vielen Seiten vorgetragenen Wunsch nach einer Steigerung des Leistungsgrades der Beamtenschaft zu verwirklichen. Der neue Landwirtschaftsminister kann sich, gestützt auf das Vertrauen weitester Bevölkerungskreise, der Förderung intensiver Anbaumethoden für Reis und andere wichtige Bodenfrüchte und einer gerechten Verteilung der Nahrungsmittel zwischen den agrarischen und industriellen Landesteilen widmen.
Die markanteste Persönlichkeit, welche bei der Umbildung des Kabinetts der Regierung Tojo bei« trat, ist nach allgemeinem Urteil der neue Außenminister Mamoru Shigemitsu. Er ist seit langem als eine der aktivsten und fähigsten Persönlichkeiten des japanischen Auswärtigen Dienstes bekannt und hat besonders während seiner Tätigkeit als Botschafter bei der nationalen Regierung China den Beweis dafür abgelegt, daß er mehr als ein diplomatischer Routinier ist und unter die führenden Staatsmänner Japans gerechnet werden muß. Gerade die aktive Rolle, welche Shigemitsu bei der Herbeiführung der „neuen Chinapolitik" des Kabinetts Töjo nach allgemeinem Urteil gespielt hat, läßt mit Sicherheit darauf schließen, daß unter seiner Leitung die japanische Politik sich nicht mit einer Dornröschenrolle begnügen wird, bis die Waffen Japans und der europäischen Achsenmächte bie Lage eindeutig entschieden, haben werden. Vielmehr vertritt Shigemitsu offenbar die Auffassung, l>aß in einem totalen Krieg auch die Diplo- matte keinen Augenblick ruhen darf, daß alle poli- ffchen Möglichkeiten erforscht, beobachtet und aus- zenützt werden müssen, mit einem Wort, daß die politische Waffe besonders bei längerer itriegsbauer neben die Wehrmacht treten müsse, um chren Teil zur siegreichen Beendigung des Krieges oeizutragen. Daß Shigemitsu seine Außenpolitik, kbenso wie sein Vorgänger, in engstem Einklang mit den europäischen Verbündeten Japans zu führen beabsichtigt,, hat er ^bereits in seinen ersten iluslassungen an die japanische Presse in eindrucksvoller Weise betont.
Der neue Außenminister hat darüber hinaus bisher keine programmatischen Erklärungen abgegeben, velche Rückschlüsse darauf zulassen würden, nach velcher Richtung er seine Aktivität im einzelnen zu mtfalten beabsichtigt. Es ist aber zu bedenken, daß sein Amt angetreten hat in einer Periode, welche h Japan im Zeichen der Vorbereitung auf einen hngen, erbitterten Kampf zur Sicherung der im trften Jahre des Ostasten-Krieges in einer Reihe beispielloser Siege errungenen Positionen steht. Die ^nglo-amerikanische Landung in Nordafrika hat auf Japans Kriegführung eine gewisse Einwirkung, <enn der Widerstand der deutschen und italienischen ^nippen in Tunesien zwingt die anglo-amerikani- Ichen Mächte zu einer Konzentratton ihrer Kräfte tuf dem afrikanischen Kriegsschauplatz, was für Ja- lan im Pazifik eine Entlastung bedeutet und ihm E ne zusätzliche Zeitspanne für den politischen, militärischen und wirtschastlichen Ausbau des ostaslatl- !hen Großraumes ohne ernstliche feindliche Storung L^währt.
Daß Japan diese Zeitspanne militärisch nicht rem rkfensiv verstreichen zu lassen beabsichtigt, sondern 'n Einklang mit den Notwendigkeiten der gemein-- Kmen Kriegführung mit seinen Verbündeten un Siebenen Moment auch zu offensive n Unter= J^mungen ausnutzen wird, hat der Sprecher des feeres, Generalmajor Yahagi, wiederholt oem- 'ch ausgesprochen. Der neue Außenminister ^Y'ge- fiiffu wird seinerseits feine Ausgabe dann sehen.
Alles Wertvolle wird von den Menschen erst bann entdeckt, so recht gewürdigt *" ......
es verloren hat. Der Tod a
um den Führer. Nicht als ob die Partei und SA. nicht genügend Männer hätten, um den Stabschef sachlich, technisch, organisatorisch oder in der Hingabe an die Idee und in der Treue zum Führer zu ersetzen. Nein, das meine ich nicht. Solche Männer sind genügend da. Ich meine etwas anderes:
Viktor Lutze war mehr, weit mehr. Er war ein Begriff, der von der SA., ihrem Werden und Bestchen nicht zu trennen war. Wo Lutze stand, war der kompromißlose Nationalsozialismus der unbeugsame Wille zum Kampf, der verkörperte Idealismus und der treue, tapfere Soldat Adolf Hitlers. Dann gerade bewahrte sich Lutze, wenn andere versagten ober wenn das Schicksal Opfer verlangte. Seine Kameradschaft war am größten und stärksten in der Not. Gerade in Krisenzeiten, wenn vorsichtige Naturen abwarteten „wie der Wind wehte", war Viktor Lutze der bedingungslose, gute Kamerad. Es ist ein Gottesgeschenk, einen solchen Menschen zum Freunde zu haben. Deshalb tut es so weh, ihn so ftüh und so plötzlich zu verlieren.
Und welche Lebensbejahung und natürliche unge- künstette Lebensfteude gingen von diesem Nationalsozialisten und Kämpfer aus. Sein Lachen steckte an, und in den schwierigsten Lagen verließen ihn nie seine Frohnatur und sein gesunder, unübertrefflicher Mutterwitz. Lebensfroher, tapferer und überzeugter Idealist und SA.-Mann, das war Viktor Lutze, der Stabschef der SA. und der getreue Gefolgsmann des Führers.
Deshalb lebt Viktor Lutze und ist eingegangen in Walhall. Wir Deutschen der Gegenwart müssen es wieder lernen, mit unseren Toten zu reden, ihnep nahe zu sein und sie uns immer nahe sein lassen, so wie es unsere Altvordern gekonnt haben. Das vergangene Jahrtausend hck uns unsere Toten und unsre Ahnen geraubt und uns damit das Wertvollste genommen, was Menschen besitzen. Die Edda sagt: D as © ebe nf en der Ahnen gebärt die Kinder der Sippe! So tft es. Ewiges Vergehen und Werden, das ist die Natur, das ist Gott. Der Tod ist nicht das Ende, sondern der Anfang zu neuem Leben, vor allem dann, wenn das Schicksal einen so Wertvollen wie Viktor Lutze fordert.
Viktor Lutze lebt, in seinem Werk, in uns,inderSA. „Kommt ab und zu und besucht mich", so schreibt er in seftrem letzten Brief, als ob er den Tod geahnt hätte.
Ja, das roerben wir tun, wir werden deine Ruhestätte besuchen und Zwiesprache mit dir halten, wie einst, mit unserem guten Kameraden Viktor Lutze!
parteibegräbnis für Viktor Lutze.
München, 6. Mai. (DNB.) Die Nckionalsozia- listische Parteikorrespondenz meldet: Der Führer hat für den verstorbenen Stabschef der SA., Viktor Lutze, ein Parteibegräbnis angeordnet.
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