daß Spanien an Frankreich falle. Als aber nach dem. Siege des Kaisers und nach dem Tode Josefs I. Spanien mit Oesterreich vereint worden wäre, verhinderte dies England, indem es im Utrechter Frieden durchsetzte, daß der Kaiser nur die spanischen Nebenländer bekam, während Spanien an einen bourbonischen Prinzen fiel. Als Siegesbeute behielt England -aber das ihm auch heute noch so wertvolle Gibraltar. Im Siebenjährigen Krieg trat England auf die Seite Preußens, weil Frankreich der Bundesgenosse Oesterreichs war. England unterstützte aber Friedrich nicht direkt, sondern bekämpfte nur Frankreich in Amerika und gewann dadurch seine kanadischen Besitzungen. Schließlich seien noch die Kriege der napoleonischen Zeit erwähnt. An allen Koalitionen gegen Frankreich war England beteiligt, ohne irgend einmal besonders in die europäischen Kämpfe einzugreifen. Dagegen nahm es den Franzosen Malta weg, eroberte das den Holländern unter französischer Oberhoheit gehörende Kapland und vernichtete die französische Flotte. Erst im letzten Augenblick half England bei Waterloo, das Schicksal Napoleons zu besiegeln, und war so in der Lage, ein entscheidendes Wort bei der Neugestaltung Europas auf dem Wiener -Kongreß mit» zusprechen und so die entsprechenden Vorteile für sich zu sichern; es behauptete von da an seine Stellung als der maßgebende Faktor in der europäischen Politik bis in die jüngste Zeit, da der zweite Weltkrieg die Fundamente seiner Macht in einem nicht für möglich gehaltenen Maße erschütterte.
Gandhi will noch einmalfasten
Schanghai, 6.April. (Europapreß.) Ein neues Fasten plant Mahatma G a n d h i, um die indischen Massen noch einmal in Bewegung zu bringen. Gandhi will mit dem Fasten' nicht eher beginnen, als bis er sich von den Nachwirkungen der vorhergegangenen Fastenzeit erholt hat. Am Schluß dieser letzten Fastenzeit hat der Mahatma einen der Aerzte, die ihn beaufsichtigten, gebeten, ihn einen Monat nach Abschluß des Fastens zu untersuchen und ihm dann zu sagen, ob er kräftig genug sei, ein neues und ausgedehnteres Fasten aüfzunehmen. Er hat erklärt, daß er bereit sein werde, dieses neue Fasten, wenn nötig, bis zum Tode durchzuführen. Das Ersuchen des Arztes, ihm eine Untersuchung des Mahafma zu der von Gandhi erbetenen Frist zu gestatten, wurde aber von der Regierung abgelehnt. Die Regierung versucht nun mit allen Mit« teln, ein neues Fasten des Mahatma zu verhindern, da es Gandhi wieder in den Mittelpunkt des Weltinteresses stellen würde.
Oie Kämpfe in Burma.
Tokio, 6. April. (Europapreß.) Der Bericht des Kaiserlichen Hauptquartiers lenkt die Aufmerksamkeit wiederum auf die Ereignisse in -Burma. Die japanische Armeeluftwaffe konnte zwischen dem 1. und 4. April 38 Flugzeuge vernichten. Auch der feindlichen Versorgungs-Schiffahrt konnten neue Schäden zugefügt werden. Gleichzeitig konnten feindliche Anlagen mit Bomben belegt werden. Die Hauptlast der Kämpfe in Burmä trägt angesichts der sehr schwierigen Geländeverhältnisse, welche Operationen größerer Truppenverbände und insbesondere den Transport schwerer Waffen kaum erlauben, die Luftwaffe. Die japanische Presse ironisiert die mit viel Lärm der Welt bekanntgegebenen Pläne der britisch-indischen Armee, Burma durch eine 1 600000 Mann starke Armee zurückzuerobern oder durch Dorderburma zu marschieren und auf diese Weise die Verbindung mit Tschungking neu herzustellen. Die Versuche wurden schön im Keime erstickt. Die Verbindung mit Tschungking ist nach wie vor unterbrochen.
Europa eine Schicksalsgemeinschast.
Den Haag, 6.April. (DNB.) Leuwarden, die Hauptstadt der niederländischen Provinz Friesland, stand am Sonntag am Zeichen des Niederländisch e n A r b e i t s d i en st e s, zu dem der Reichskommissar ^ür die besetzten niederländischen Gebiete, Reichsminister Dr. Seyß-Fnquart sprach. Auch die Niederlande als Teil Europas seien in diesen Kampf hineingestellt. Alle Europäer mußten erkennen, daß sie eine Schicksalsgemeinschaft bilden, die sie auf Sein oder Nichtsein zu verteidigen hätten. Durch die zuchtvolle Ordnung und die Sammlung der Kräfte würden die wichtigsten Grundlagen für den Aufbau einer besseren europäischen Zukunft geschaffen.
Millerand gestorben.
Paris, 6.April. (Europapreß.) Alexandre Mil- lerand, ehemaliger Präsident der französischen Republik, ist im Alter von 84 Jahren in Versailles gestorben. In das politische Leben Frankreichs trat er 1885 ein, als er von den Sozialisten in die Kammer entsandt wurde. Sein Weg führte jedoch später immer weiter nach rechts, und er wurde ein enger Mitarbeiter von Clemenceau und Poincarö. Zwei
mal, 1912/13 und 1914/15, bekleidete er bas Amt des Kriegsministers. In seiner Amtszeit führte er die dreijährige Dienstzeit ein und trieb die französische Aufrüstung voran. 1920 wurde er zunächst Ministerpräsident und im gleichen Jahr Staatspräsident. Als radikaler Vertreter der antideutschen Po- littk Pvincares wurde Millerarck) 1924 vom Linkskartell gestürzt. \
Schweres Erdbeben in Chile.
Buenos Aires, 7.April. (Europapreß.) Ein schweres Erdbeben vern/andelte am Dienstagnach-
mittag' die chilenische Stadt Salamanca, 150 Kilometer nördlich von Valparaiso, in ein Trümmerfeld. Schwere Verluste an Menschen werden gemeldet. Das Erdbeben, das aus zwei Erdstößen von zwei bis drei Minuten bestand, unterbrach alle Verbindungen zwischen Santiago und Valparaiso. Die bei dem Erdbeben 1939 völlig zerstörte, inzwischen aber wieder aufgebaute Stadt La Sierena wurde erneut heimgesucht. Die Erdbebenzone ist. insgesamt 1200 Kilometer lang und erstreckt sich von der nördlichen Hafenstadt Jquique bis Linares.
Totaler Einsah -er Heimat.
Oer Gauleiter auf einem Betriebsappell.
NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Spren- a e r sprach am Dienstagnachmittag zu der Belegschaft eines Betriebes im Kreise Hanau über die nationalsozialistische Zielsetzung des deutschen Freiheitskampfes.
Zu Beginn seiner Rede wies der Gauleiter unter anderem auf die Härte unseres Freiheits kam pfes hin und legte die Gründe dar, die unsere Gegner veranlaßten, diesen Weltenbrand zu entfachen. Total und ohne Kompromiß werde dieser Kampf von uns geführt gegen eine Welt, die es nicht zulassen wollte, daß sich Deutschland in friedlichem Aufbau den Platz zu sichern im Begriffe war, der ihm unter den Völkern Europas zusteht. Es bestehe heute kein Zweifel mehr darüber, daß Plutokratie und Bolschewismus — beide durch den Juden verkörpert — das deutsche Volk restlos vernichten wollen. Es gelte daher, die gesgrnte deutsche Wehrkraft in Bewegung zu setzen und unsere ganze Arbeit nur auf das einzige Ziel der Erringung des Sieges abzustellen. Die Heimat werde dafür Sorge tragen, daß die Front niemals Mangel an Waffen, Munition und Nahrung haben wird. Mit fanatischem Willen wird eine in sich festgeschlossene Volksgemeinschaft die Voraussetzungen schaffen, die es unseren Soldaten ermöglichen werden, den Feind, wo sie auch auf ihn treffen werden, vernichtend zu schlagen. (
Der Gauleiter ging dann auf einzelne durch den Krieg bedingte Maßnahmen ein, die den Betreffen
den gewisse Entbehrungen und Belastungen bringen, die jedoch im Interesse des Volksganzen getragen werden müssen. Die schaffende Heimat legt durch ihren unermüdlichen mühevollen Arbeitseinsatz täglich ein Bekenntnis der Treue zur kämpfenden Truppe ab. Die Erkenntnis, daß die Front diesen Einsatz voll anerkennt und zu würdigen weiß, dürfte der schönste Lohn für alle Schaffenden fein. So werden mir in fester Haltung weitermarschieren, den Kampf um eine friedliche Zukunft siegreich zu Ende führen und bedingungslos, voll Vertrauen, dem Führer — dem Wegbereiter einer neuen Welt — folgen.
Schulung von Landjahrführerinnen.
NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger besuchte am Dienstagvormittag in Johannisberg einen Lehrgang für Landjahrführerinnen. Die Mädel, die zum Teil bereits als Führerinnen von Landjahrlagern eingesetzt sind, werden in bestimmten Zeitabständen zur Lehrgängen zusammengefaßt, wobei ihnen die für ihre Arbeit notwendige weitere Ausrichtung auf fachlichem und weltanschaulichem Gebiet vermittelt wird. In einer Ansprache wies der Gauleiter auf die bedeutungsvolle Aufgabe hin, die von den Führerinnen als Betreuerinnen der Landjahrjuaend zu erfüllen sei. Er ermahnte die Mädel, den Landjahrmädeln stets Vorbild^zu fein und ihnen das Wissen zu vermitteln, das firfür ihren späteren Beruf als Bäuerinnen benötigen.
Die Dominions kaufen ihre Wertpapiere zurölk.
England beginnt sich von der ersten Gläubiger- Nation der Welt zu einem gegenüber dem Ausland tief verschuldeten Staate zu entw^ln. Seit jeher mußte ja England infolge der geringen Leistungsfähigkeit seiner Landwirtschäft und infolge feiner Rohstoffarmut etwa 70 bis 80 v. H. der notwendigen Lebensmittel und Rohstoffe einführen. Bezahlt wurde diese riesige Einfuhr nur zum Teil durch den Export von Jndustriewaren. Ein wesentlicher Teil des Gegenwertes wurde durch die Tribute beschafft, die das Ausland und fast alle Mitgliedstaaten des Weltreichs in Gestalt von Zins - und Til- gungszahlungen an England zu leisten hatten. Im Laufe dieses Krieges ist nun infolge der lieberlastung der britischen Industrie mit Rüstungsaufträgen der Export an Jndustriewaren stark zu- rütfgegangen, so daß aus diesem Export nur noch ein erheblich verringerter Gegenwert für die Bezahlung der Einfuhr zur Verfügung steht, und zwei- tens beginnen auch die Zins- und Tilgungszahlungen immer spärlicher zu fließen. Letzteres vor allem deshalb, weil England die Lieferungen der Vereinigten Staaten an Rüstungsmaterialien sofort bei Ausbruch des Krieges zunächst mit feinem Gold- und Devisenbestand, und als dieser erschöpft war, mit amerikanischen Wertpapieren bezahlen mußte. Englands Bestand an derartigen Effekten war recht bedeutend, und aus diesen Anlagen zog das Land jährlich bedeutende Beträge an Zinsen, Dividenden und Tilgungszahlungen, die nun bereits seit etwa 1941 fortfallen.
Das war aber nur der Anfang einer höchst un<- günstigen Entwicklung, die im weiteren Fortschreiten
begriffen ist, denn allmählich sammeln so ziemlich alle Mitgliedstaaten des Weltreiches und viele andere Länder große Guthaben für ihre Lieferungen in London an, ohne doß sie dafür britische Jndustriewaren erhalten können, so daß sie ebenfalls dazü übergehen, früher in London untergebrachte Wertpapiere zurückzukaufen. Sie entschulden sich also England gegenüber, und damit verliert Großbritannien die Kontrolle über Elektrizitätswerke, Eisenbahnen und Fabriken aller Art im Weltreich und im Ausland. Besonders Argentinien, aber auch Brasilien, Kanada, Australien, Südafrika u. a. m. haben sich in den letzten Jahren von Ländern, die früher gegenüber England schwer verschuldet waren, zu Gläubiger-Nationen entwickelt, die große Guthaben in London unterhalten und kaum noch Zinsen und Tilgungsraten nach England zu überweisen brauchen, sondern baß) solche von dort zu fordern haben werden.
Damit tritt aber für London eine außeroiÄentlich schwierige Lage ein, denn bisher hat es mit den Zins- und Tilgungszahlungen aus dem Ausland immer sein Defizitin der Außenhandelsbilanz gedeckt, d. h. den größten Teil seiner Einfuhr finanziert. Wenn das in absehbarer Zeit nicht mehr möglich sein wird, so wird es entweder seine Einfuhr radikal drosseln und den Lebensstandard in empfindlichster Weise weiter senken oder aber gegenüber .dem größeren Bruder jenseits .des Atlantiks, nämlich gegenüber den Vereinigten Staaten, rettungslos verschulden und sich damit in eine völlige wirtschaftliche und finanzielle Abhängigkeit begeben müssen. V. A.
Roosevelts Dakar-Lüge zerplatzt.
Als USA-Truppen mit englischer Unterstützung über Französisch-Aftika herfielen, um es zu rauben, hieß es, Frankreichs Kolonialreich solle nur vor dem Zugriff der Achsenmächte in Schutz genommen werden. Angeblich wimmelte es vor edlem in dxn Städten und an den Küsten Franzöfisch-Aftikas von Achsenagenten, ja, man sprach sogar davon, daß Angriffsbasen für Ueberfälle auf fremde Kontinente, besonders U-Boot-Stützpunkte, bereits eingerichtet. würden. Begründungen deutschfeindlicher Aktionen dieser Art waren nicht eben neu. Für die Eroberung Mittel» und Südamerikas durch den Dollarimperialismus hatte die Fünfte Kolonne Her-
Halten müssen, die sich bei näherem Hinsehen als ein Phantasiegebilde der USA.-Machthaber entpuppte. .Die Raubzüge der Achsenfeinde gegen Syrien, den Irak und Iran wurden damit zu entschuldigen versucht, daß man den Umtrieben deutscher Techniker ober auffatteirf) zahlreicher Touristen das weltpolitisch gefährliche Handwerk legen müsse, während .Madagaskar überfallen wurde, nachdem man es als japanische U-Boot-Basis bezeichnet hatte. Alle diese Behauptungen erwiesen sich als unwahr. Nie ist aber ein Manöver unserer Feinde, ihre Raubpolitik dadurch 'zu vertuschen, daß sie dem Gegner ihre eigenen Absichten unterschieben, kläg-
Kunst und Wisienschast.
Hugo Wolfs ,,rNanuel-Venegas"-Fragmenk.
Im ersten feiner Konzerte in der Dresdener Staatsoper wiederholte Karl E l m e n b o r f f seinen schon in München, Berlin und Mannheim unternommenen Versuch, das Opernfragment „Manuel Denegas" von Hugo Wolf auf dem Konzertpodium lebendig zu machen. Die schlichten, kaum an den spezifischen Hugo-Wolf-Stil erinnernden Eindrücke, die von den wenigen erhaltenen Szenen ausgingen (darunter ein inniger Frühlingschor und ein von edlem Pathos erfüllter Monolog des Helden) wirkten um so mehr wie eine ergreifende Gedächtnisfeier, als der „Manuel Venegas" das letzte Werk war, an dem Hugo Wolf unmittelbar vor Ausbruch der geiftigen Umnachtung arbeitete. Elmendorfs leitete die Ausführung mit Torsten Ralf in der Tttelrolle, vom Flügel aus (nur die Klavier skizze ist vorhanden) und schickte der eigenartigen Darbietung würdigende Worte voraus.,
Hans Schnoor.
Heryberl Wenzel als Bühnenautor.
Der Lyriker und Erzähler Herybert Menzel hat mit der Komödie „Noch einmal Napoleon" im Lust- spielhaus des Staatstheaters in Berlin sein Debüt als Bühnenautor vollzogen. Der begabte Erstling verriet sich auch hier durch das Bestreben, unbekümmert um gewisse dramaturgische Gesetze an ein Wesenselement des Theaters heranzukommen. Eine französische Komtesse, Anhängerin Napoleons, lädt sich im Augenblick, als der große Korse sich bereits auf dem Weg nach St. Helena befindet, einen Doppelgänger des Kaisers, den Soldaten Robeaud, auf ihr Schloß. Der Napoleon-Mythos soll, angestachelt durch den Zweifel, ob stch nun Robeaud oder der wirkliche Napoleon in englischer Gefangenschaft befindet, noch einmal neuen Glanz bekommen. Im zweiten Akt wird das Spiel immer stärker in jene doppelschichtige Sphäre zwischen Schein und Wirklichkeit hineingestoßen, die wir von Pirandello her kennen: die Veranstalterin des politischen Streiches gerät so sehr in Öen Bann dieses Robeaud, daß sie am Ende der Verwirrung zu erliegen scheint, Napoleon vor sich zu haben. Im dritten Akt stellt sich
licher zusammengebrochen als im Falle Dakar.
Noch nach dem Ueberfall auf Französisch-West» afnita erklärte Roosevelt in einer Botschaft, er hätte verhindern müssen, daß Dakar sich in eine gegen den amerikanischen Kontinent gerichtete Pistole Den .wandele. Der USA.-Regierung ständen Unterlagen zur Verfügung, aus denen hervorgehe, daß die Deich scheu Französisch-Westafrika seit langem als Basis benutzten. Vorher schon hatte Roosevelts Außen« Minister Hüll behauptet, von Woche zu Woche liefen in Washington höchst wichtige Informationen über die umstürzlerische Tätigkeit der Achse in Fran- zöstsch-Westaftika ein. Mit diesen Worten haben die maßgebenden USA.-Polittker bewußt gelogen. Washington bekam tatsächlich aus Franz ö fisch-Westaftika besondere Informationen, die aber ganz anderen Inh alte s waren, als die USA.-Machthaber es behaupteten. Der Mann, der Roosevelt unö seine Helfershelfer als Lügner entlarvt und damit die gesamte Aftika-Agitatton der Vereinigten Staaten an den Pranger stellt, ist Thomas W a s h o n, der vom September 1940 bis Februar 1942 USA.- Konsul in Dakar war. Er hatte die besondere Aufgabe, etwaige deutsche Einflüsse auf Französtsch- Westaftika zu beöbachten und darüber sofort nach Washington zu berichten. Die französischen Behörden, so erklärte Washon selbst, gewährten ihm zu diesem Zweck die größte Bewegungsfreiheit. Trotz eifrigster Nachforschungen war es ihm nach seinem eigenen Eingeständnis nichtmöglich,auchnur das leiseste Anz eich e n einer deutschen Einflußnahme in Französisch-Westaftika festzustellen. Im Gegenteil berichtete er amtlich: „Solange ich mich in Dakar befand, gab es dort keine Deutschem Weder in Dakar noch in irgendwelchen anderen westafrikanischen Häfen waren deutsche Unterseeboote stationiert. Ebenso gab es keinerlei Schissein diesen Häsen, um deutsche Unterseeboote zu versorgen."
Das steht schwarz,auf weiß im „Foreign Ser» oice Journal", in dem Washon über seine Mission in Dakar berichtet. Das „Foreign Service Journal" ist das internef Organ des auswärtigen Dienstes der Vereinigten Staaten. Roosevelts Dakar-Lüge ist zerplatzt. Er? wußte ganz genau, daß Französisch- Aftika von den Deutschen überhaupt nicht bedroht war. Trotzdem griff er zu der Behauptung von den Umtrieben der Achsenmächte. Aber die Zeiten, in dc- neu die ganze Welt von jüdischen Agitationszentrolen aus nach Strich und Faden belogen werden konnte, weil bas Nachrichtenmonopol in ihrer Hand war, find vorüber. In ihrer Unsicherheit liefern unsere Feinde von Zeit zu Zeit sogar selbst Beweise dafür, chie verlogen ihre Politik ist. So im Falle Dakar. Die anftänbige Welt registriert das mit lebhafte« Genugtuung.
Geschichten umWilhelmRaabe
Bon Joseph Lang.
Wilhelm Raabe, der Dichter des „Hungerpastors", wurde 70 Jahre alt. Vertreter der großen gelungen begaben sich an diesem Taae zu dem Dichter nach Braunschweig und fragten ihn, wie das so üblich ist, nach seinen Gewohnheiten aus, um das Lesebedürfnis ihrer Bezieher zu befriedigen. Mit Erstaunen mußten sie erfahren, daß Raabe den ganzen Tag befchäftiat sei, daß er vormittags Zeitungen Und Bücher lese, Briefe schreibe, später zu Mittag speise, danach ein Stündchen schlafe, nachher Besuche mache und empfange und später in einer Weinstube in Gesellschaft mehrerer Freunde bis in die Nacht hinein den Humpen schwinge.
Einer der Berichter fragte, wann denn Raabe eigentlich Zeit zum Schreiben seiner Geschichten finde.
„Wie meinen Sie das?" begehrte Raabe zu wissen.
„Nun, ich denke mir, Sie werden doch sicherlich an einem neuen Werk schaffen?" *
Raabe lächelte.
„Nein, da sind Sie im Irrtum! Ich gehöre nicht zu den Schriftstellern, die sich vorgenommen haben, in gewissen Zeitabstärchen neue Bücher auf den Markt zu werfen. Es ist mir viel lieber, daß meine Freunde von mir sagen: .Schade, daß er keine Bücher mehr schreibt!', als daß sie mißbilligend rufen: ,Na, endlich könnte der Kerl doch mit seiner elenden Schreiberei Schluß machen!'"
*
Ein mißgünstiger Schriftsteller sagte einmal zu Raabe:
„Wissen Sie, in Ihren Romanen kommen doch eigentlich ziemlich viele überflüssige Personen vor!"
•a&. genau wie im Leben?" sagte Raabe mit Betonung.
Einmal, in seinen jungen Jahren, ging Raabe über die Straße, ohne einen Pfennig Geld zu besitzen, als ihn ein Bekannter mit den Worten an- redete:
„Ach, Herr Raabe, können Sie mir wohl zwanzig Mark wechseln?"
„Nein?" sagte Raabe lächelnd. „Aber ich danke Ihnen für die gute Meinung, die Sie von mir haben!"
Chinesisches Gastmahl.
Bon den Kochkünsten im Fernen Osten.
Ein chinesischer Spruch lehrt, daß alles, was den Menschen nicht umbringt, ihn fett macht, und daß nur die Tiere und die Wilden rohe Früchte essen. Diese beiden Grundsätze bilden das wichtigste Prinzip der chinesischen Küche. Jeder, der in China gewesen ist und von chinesischen Dingen eine Ahnung fyat, wird zweifellos die große.Bedeutung gemerkt haben, die die.Söhne des Han der Kochkunst beilegen. Das Esten ist nicht nur eine physische Notwendigkeit, es ist eine feierliche Zeremonie, die in den reichen chinesischen Häusern als eine Kunst betrachtet wird. Die chinesischen Köche gelten bei vielen Kennern als die besten der Welt, und das nicht mit Unrecht. Sie widmen sich ihrem Handwerk mit Liebe und mit einem großen Verständnis. Manche chinesischen Gerichte muten den Europäer seltsam an und erregen bei ihm Ekel. Aber das ist Geschmackssache, über die es sich nicht zu ftreiten lohnt. Wir verzeh- ren z. B. gern Hasenbraten, wenden uns aber mit Abscheu ab, wenn man uns einen schön glasierten und gemästeten Tschau-Hund servieren wollte. Es ist das für den chinesischen Feinschmecker eine Dell- katesse. Diese Hundeart wird mit besonderer Kost gefüttert und etwa wie in Europa eine Stopfgans aufgezogen. In den feinen chinesischen Geschäften
gelten als ein ganz besonderer Leckerbissen. Es gibt Kfttzt zu bekommen. Nein, diese Gerichte sind'sehr ferner gewisse Leibgerichte, die unserem Geschmack "keuer und werden ausschließlich für die reichen Ken<-
von Kanton und Schanghai kann man dieses Gericht häufig neben feisten Enten ausgestellt sehen. Man braucht nicht zuzugreifen, wenn es einem nicht ge- fällt. — Der arme Chinese macht wohl keinen großen Unterschied zwischen der Rasse, denn in jeder' Hungersnot nimmt die Zahl der Hunde bedenklich in China ab.
Es hat keinen Sinn, bei einer Schill)erung der chinesischen Küche die Haifischflvsten, die es in allen Restaurants, auch in den bescheidenen, gibt, zu erwähnen, auch nicht die sogenannten hundertjährigen Eier, die man in normalen Zeiten auch in jedem chinesischen Restaurant in Paris odex Berlin vorgesetzt bekommen konnte, deren Geschmack aber nur einen Orientalen entzücken kann. Es gibt noch hunderterlei andere Dinge auf einer chinesischen Speisekarte, die fremd anmuten, die aber nichts enthalten, was einen Europäer abstoßen könnte. Ein
ner unter den Landsleuten. reserviert. Sie sind meistens gar nicht in den Speisehäusern zu haben und werden nur bei einem Gastmal vornehmer Chi^ nefen serviert.
nicht entsprechen würden, die aber ganz vortrefflich munden sollen. Es sind das Speisen, die aus Reptilien, hauptsächlich in Gestalt von Brühen, hergestellt werden. Der Europäer goutiert zwar auch eine Schildkrötensuppe, Schlangen jedoch würden ihm unappetitlich erscheinen. Der Chinese verzehrt sie in verschiedener Form. Eins der beliebtesten Gerichte, das die chinesische Küche auf'einem Gastmahl zu bieten vermag, ist die sogenannte „Hundert- Hühner-Brühe". Eine große Anzahl von Hühnern wird stundenlang gekocht, bis das Fleisch sich von den Knochen löst. Dann wird eine enthäutete Schlange in den Topf getan, die der Speise erst den richtigen Wohlgeschmack gibt. Eine besondere chinesische Delikatesse ist noch Affenhirn, eine Speise, die auch den Mestizen Südamerikas bekannt ist.
Der arme Chinese ißt jede Art von Mäusen, der wohlhabende Feinschmecker jedoch nur solche, die nach bestimmten Regeln herangezüchtet werden. Neugeborene kleine weiße Mäuse, in Honig getaucht,
gutes Schanghaier Restaurant weist z. B. zum mindesten eine Speisefolge von 200 Gerichten auf. Na« türlich wiyd der Wirt,- wenn ein Fremder fein Lokal betritt, dem Gast unter vielen Bücklingen nur die Gerichte empfehlen, die der abendlänöischen Ge- schmacksrichtung entsprechen. Unter ihnen wird sich unbedingt die vielgerühmte Pekinger Gans befinden, die mit einer besonderen schmackhaften Glasur überzogen ist. Der Fremde braucht keine Furcht zu haben, überrumpelt zu werden und etwa eine. Schlangensuppe oder einen Tschau-Hundbraten vor-
Eine abendländische Delikatesse, den Käse, rühren die Chinesen Niemals an, er erregt bei ihnen Widerwillen und erinnert sie an Verwesung. Trotz ihrer nahen Nachbarschaft mit den Mongolen, die hauptsächlich von Milchprodukten leben, haben sich die Chinesen nicht an die Milchnahrung gewöhnen können. Sie überlassen sie den westlichen „Barbaren", die von einem guten Camembert oder Roquefort so viel Wesens machen. Auch die Getränke, die zu den Speisen angeboten werden, hauptsächlich Reiswein, sind angewärmt. Einen sachkundig gekühlten Rhein-- oder Moselwein wissen die Chinesen nicht zu wür-- digen, es sei denn, daß sie sich auf Reisen in Europa ober Amerika an die Getränke gewähnt haben.
Einer der Heiligen des chinesischen Olymps ist bet große kaiserliche Koch Yieh-Ya, der um 260 v. Ehr. lebte. Dieser Koch wurde wegen seines Könnens mit den höchsten Ehren und Würden belohnt. Er gilt cmch heute noch allen chinesischen Feinschmeckern als unerreichtes Vorbild, und manche der seltsamsten Gerichte, wie z. B. die Hundert-Hühnersuppe, mit der Schlangeneinlage, werden nach leinen Rezepten zubereitet. U.SLr


