die nun, von den Wiener Philharmonikern ge- spielt, unter dem Titel „Divertimento" zum erstenmal im Konzertsaal erklingen sollen.
Hochschulnachrichlen.
Der emer. Ordinarius für Phytopathologie an der Universität Bonn, Professor Dr. Ernst S ch a s f n i t, vollendet sein 65. Lebensjahr. Schaffnit wurde in Messel (Hessen) geboren. Er promovierte 1905 in Erlangen und wurde nach längerer Assistententätigkeit Leiter der Pflanzenschutzstelle an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Bonn-Poppels- dorf, wo er 1918 a. o. Professor und 1921 o. Professor wurde. 1934 wurde er von seinen amtlichen Verpflichtungen entbunden. — Auf Einladung der Universität Bukarest hielt der Rektor der Universität Freiburg, Professor Dr. W. Süß, Dorträge vor den Mathematikern Bukarests über eigene Arbeiten unter dem Titel „Flächentheorie, gegründet auf Eichflächen" und einen Dortrag über „Die Grundlagen der Mathematik" vor einem weiteren Hörerkreis. Professor Süß wurde vom Unterrichtsminister empfangen und konnte wertvolle Derbin- dungen mit dem wissenschaftlichen Leben Rumäniens gewinnen.
96,9 Millionen Filmbesucher.
Der Filmtheaterbesuch hat in Deutschland im Oktober mit 96,9 Mill. Besuchern ein Spitzenergebnis erreicht. Die Steigerung der Besucherzahl gegenüber dem September betrug 10,2 Mill, gleich 11,8 v. H. Wenn es Länder gab, die einen prozentual höher liegenden Filmbesuch aufzuweisen hatten als das Reich, so sind jetzt alle Rekorde geschlagen. Jeder Mensch in Deutschland sieht jeden Monat mindestens einmal einen Film. Jeder Erwachsene erfreut sich ungefähr an jedem zehnten Tage eines Filmbesuches. Die deutsche Filmproduktion, die in weiser Dosierung leichte und ernster zu nehmende Lustspiele neben repräsentative Monumentalfilme stellt, entspricht also dem Bedürfnis des Volkes nach Entspannung und Erhebung.
Aus aller Wett.
In feinen haushalt ausgenommen.
Heidenau-Nord wohnt der Fabrikarbeiter Schumberg in einem Hause des Lebensmittelhändlers Köhler aus Dresden. Der Mietvertrag machte die Aufnahme von Untermietern von der Genehmigung durch den Hauseigentümer abhängig. Seit 1939 bemühte sich nun der Mieter um die Genehmigung zur Aufnahme seiner Eltern in die eigene Wohnung. Die Eltern sind hochbetagt und der 80jährige Vater erblindet Nun nahm der Sohn seine Eltern ohne Genehmigung in seinen Haushalt auf. Der Hauseigentümer klagte gegen den Mieter auf Aufhebung des Mietverhältnisses. Die Klage wurde abgewiesen. Die Aufnahme eigener Eltern sei überhaupt nicht als ein Untermietvertrag, sondern als Aufnahme in den eigenen Haushalt anzusehen. Der Beklagte habe nur seine Kindespflicht erfüllt und der Volksgemeinschaft durch Freimachung einer Wohnung einen Dienst erwiesen. Deshalb entspreche seine Handlungsweise gesundem Volksemp- finden.
Den Tod des eigenen Sohnes verschuldet.
Ein Mann aus der Gegend von Trier stand vor dem Derkehrsrichter unter der Anklage, durch Fahrlässigkeit den Tod seines 15jährigen Sohnes und eine schwere Körperverletzung eines anderen ^jährigen Jungen verschuldet zu haben. Der Angeklagte war mit einem Möbelkroftwagen ngch Landscheid gefahren, um dort einen Dieselschlepper mit Anhänger abzuholen. Unterwegs überließ er es feinem Sohn, den Schlepper nach Hause zu befördern und gestattete auch dem Vierzehnjährigen, mitzufahren. An einer steilen Straßenstelle verlor der Sohn die Gemalt über das Fahrzeug, das einen Abhang hinabstürzte. Dabei wurde der Junge getötet, während sein Mitfahrer schwere Verletzungen erlitt. Der Angeklagte erklärte vor Gericht, daß er seinen Jungen eingehend in der Führung des Schleppers unterrichtet und dieser auch das Fahrzeug wiederholt gelenkt habe. Dies konnte ihn jedoch nicht von feiner Schuld befreien. Das Gericht nahm allerdings Rücksicht darauf, daß der Angeklagte durch den Tod seines Sohnes bereits hart betroffen wurde und erkannte unter Zubilligung mildernder Umstände auf sieben Monate Gefängnis.
800 000 künstliche Zähne gestohlen.
Ein nicht alltäglicher Diebstahl wurde in einem Speicher in Toulon begangen. Die Einbrecher drangen durch das Dach in den Speicher ein und stahlen mehrere Kisten, in denen sich 800 000 falsche Zähne befanden. Die Kisten waren durch den Preis- kommissar zwei Tage vorher beschlagnahmt worden. Der Wert dieser falschen Zähne betrug eine Million Franken. Die Diebe erzielten beim Verkauf einen Betrag von 12 Millionen Franken. Bisher konnten drei Personen, die an diesem Diebstahl beteiligt waren, verhaftet werden.
AUF MÖNCKEBER6 ist del "feudel los.
ROMAN VON OLAF BOUTERWECK
8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Eine Weile wartete Raucheisen noch, ehe er kopf- chüttelnd den Hörer auf die Gabel legte. Mit gemischten Gefühlen kehrte er ins Speisezimmer zurück, wo er sich an den alten Friedrichsen wandte:
.Kennen Sie einen gewissen Otto, der sich in Herrn Holms Haus aufhält?"
_ „Jawohl, Herr Kommissar! Otto ist bei Herrn Holm Mädchen für alles: Diener, Sekretär, Gärtner, Koch und Fahrer. Ein komischer Kauz!"
„Wissen Sie Näheres von ihm?"
„Ich kenne ihn seit einigen Jahren — seit er tri Herrn Holms Diensten steht." Der alte Diener Dar offenbar froh, von Dingen reden zu können, He nicht an das grausige Geschehen dieser Nacht erinnerten. Mit halb geschlossenen Augen, wie in j’iner (Erinnerung suchend, fuhr er langsam fort:
„Otto ist etwa fünfunddreißig Jahre alt. Er war stüher Schauspieler. Aber vor ungefähr drei Jah- i?n erlitt er bei einem Autounfall schwere Kopfverletzungen. Die zurückgebliebenen Narben ent- sellten sein Gesicht derartig, daß er die Bühne richt wieder betreten konnte: und Herr Holm, her ihn von früher her kannte, nahm ihn zu sich.
Seit seinem Unglück sucht Otto gern Trost im Alkohol, und wenn er etwas über den Durst getrunken hat, spricht er fast nur in Zitaten, Die Üm von feiner Bühnenlaufbahn her noch im Gedächtnis sind. Unter Herrn Holms Einfluß hat sich Ottos Vorliebe für Alkohol in den letzten beiden Jahren etwas gelegt, aber er erleidet immer wieder Rückfälle. Im allgemeinen ist er jedoch ein sehr an- ' genehmer und arbeitsamer Mensch."
Ans der et«M Gießen.
Wieder bergauf.
Obschon er der eigentliche Wintermonat ist, hat der Januar doch manches an sich, was ihn uns lieber macht als feinen Vorgänger. Vor allem wissen wir an ihm zu schätzen, daß er den Tagen wieder zusetzt, was der Dezember ihnen abstrich. Zunächst ist's zwar nur die Länge eines Hahnenschreis, um die das Licht wächst, aber gegen Ende des Monats macht's wohl schon je eine Stunde am Morgen und Abend aus, und wir freuen uns, daß es nun wieder bergauf geht. Und das ist durchaus verständlich, denn die Sonne, die nach einem Dichterwort in unseren Herzen scheinen soll, entzündet sich viel leichter, wenn auch das große Himmels- geftim wieder an Kraft gewinnt und das Dunkel um uns erhellt. Vielleicht mehr als in anderen Zeiten des Jahres empfinden wir darum in den nächsten Wochen das wachsende Licht als lebenspendendes Element, und wir begreifen gar, daß es Menschen gegeben hat, die der Sonne göttliche Ehren erwiesen.
Dank den zunehmenden Tagen kommen wir auch über allerlei leicht hinweg, was dieser Wintermonat meistens mit sich bringt: mehr oder weniger grimmige Kälte, überstürztes Tauwetter, das über Nacht die in schimmernden Schnee gehüllte Welt in trostlose Schlammpfützen verwandelt, und nicht selten auch statt blauen Tageshimmels und nächtlichen Stemengefunkels dicken Dunst und Nebel. Gewiß ist das nicht nach unferm Geschmack, aber es geht uns lange nicht mehr so auf die Nerven, wie wenn es uns ein paar Wochen früher überfallen hätte. Denn wir wissen ja: das Schlimmste liegt nun hinter uns, und bis zum Vorfrühling ist's nur noch ein kurzes Endchen.
Dieses Wissen scheint übrigens nicht nur dem Menschen gegeben, sondern auch anderen Kreaturen nicht vorenthalten zu sein. Wem wäre nicht schon auf einem Gang durch den winterlichen Wald der kecke Trillergesang eines durch verschneites Geäst huschenden 'Vögelchens aufgefallen, das mit feinem Lied den Frühling vorwegnehmen zu wollen schien! In den vorigen Monaten hätte man nach der Strophe des Zaunkönigs, der sich jetzt sichtlich wieder des Lebens freut, vergebens ausgehorcht. Auch er scheint also zu wißen, daß kein Grund besteht, sich über die Launen eines bärbeißig tuenden Monats über Gebühr aufzuregen. Uebrigens tut das auch die Wafferamfel nicht, der wir auf einer Wanderung an einem Waldbach entlang vielleicht einmal begegnen. Viertelstundenlang sitzt der starengroße schwarzbraune Vogel mit dem weißen Brustlatz auf einem Pfahl über dem dahinströmenden Wasser und flötet unbekümmert um die graue Gebe seine fröhlich schwatzenden Weisen. Und wer ihnen lauscht, dem geht es unwillkürlich durch den Sinn: wie kann man auch nur einen Wintertag lang das Wissen um die schönere Zeit vergessen, die bestimmt nicht aus« bleiben wird.
$ür Tapferkeit vor öem Kemöe.
Der (Befreite Otto May aus Lang-Gons wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mtt dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.
Wieder ein Opfersonntag.
Wieder steht ein Opfersonntag des Kriegshilfswerks vor der Tür. Jeder dieser Opfersonntage im Krieas-WHW. ist eine Verpflichtung, und sie wiegt um so schwerer, je größer und gewaltiger Leistungen. und Opfer der Front sind.
Weniger denn je dürfen wir daher die Bedeutung vergessen, die jeder Sammlung im Winterhilfswerk als Gradmesser deutscher Volksstimmung zukommt. Nicht nur die Front, auch unsere Feinde verfolgen genau die Spendenergebnifse der einzelnen Dpferfonntage und Reichsstraßensammlungen, erstere, weil sie auch daraus die ihnen so wertvolle Haltung der Heimat ablesen, die anderen, weil sie nicht nachlasten in der Hoffnung, aus einem erhofften Rückgang der Spendenfreudigkeit endlich einmal ben ’ beginnnen'ben Niedergang deutschen Siegeswillens herauskonstruieren zu könnnen. Den Mannern der Front durch den stolzen Erfolg einer WHW.-Sammlung immer wieder den Dank her Heimat zu offenbaren, sich durch Einsatz für das große deutsche 'Sozialwerk sich des Führers und feiner Wehrmacht würdig zu erweisen, das ist der unerschütterliche Wille aller Deutschen auch in diesem, dem vierten Kriegswinter.
Mögen daher unsere Feinde an den Spendenergebnissen auch des kommenden Opfersonntages erkennen, daß der Gradmesser deutschen Siegeswillens auf höchsten Touren lauft.
Verdunkelungszeit:
7. Januar von 17.24 bis 8.01 Uhr.
Hitler-Äsend und Kriegswinterhilfswerk.
Großer Erfolg des Einsatzes. — Heber 554 OOO Spielzeuge.
NSG. Das Wettrüsten der Hitler-JuHend und die Weihnachtsmärkte hatten nicht nur einen starken ideellen Erfolg, sondern auch ein beachtliches materielles und zahlenmäßiges Ergebnis:
Die fleißigen Hände unserer hessen-nasiauischen Jungen und Mädel haben weit über 554 000 Spielzeuge gebastelt. In dieser Zahl sind aber nicht die- icnigen Sachen enthalten, die von den Lehrlings- Werkstätten und den Lagern der Hiller-Jugend (wie Landdienst, Kinderlandverschickung usw.) her- gestellt wurden.
Der Erlös, der auf den Weihnachtsmärkten eingenommen wurde, beläuft sich auf 211000 RM. Er ist im Verhältnis zur Gesamtzahl der Spielfachen geringer, weil eine große Menge der Spielzeuge zu Geschenkzwecken abgegeben wurde, so an Sol
datenkinder und für die Betreuung seitens der NS.« Dolkswohlfahrt. Für den Verkauf waren int Gebiet insgesamt 363 Weihnachtsmärkte eingerichtet worden.
Die Reichsstraßenfamrnlung, bei der die einzelnen Einheiten wieder ihre ganze Drganifationsgabe entfalten formten, brachte 989 029,27 RM. Hier ist eine Steigerung um 49 v. H. gegenüber dem vorjährigen Ergebnis von 661 723,36 RM. festzuftellen.
Der Einsatz der Hitler-Jugend hat also eine Summe zusammengebracht, die vielen Volksgenossen durch die Maßnahmen der NS.-Volkswohst fahrt zugute kommen wird. Ein Ergebnis, auf baS unsere fleißigen Jungen und Mädel mit Recht stolz fein können!
RsH.-Ergebnis im Stadtkreis Gießen.
Zu einem späteren Zeitraum wie in den vorhergehenden Jahren kann für das abgelaufene Jahr 1942 über das Ergebnis der RfH. (Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Heilpftan- zenbeschaffung), Stadtkreis Gießen, Rechenschaftsbericht erstattet werden. Die größere Zahl der Beteiligten, aber auch ein aufkommender friedlicher Wettbewerb sowie die Ausweitung des Aufgabenkreises auf die ölhaltigen Bucheckern, brachten ein solch umfangreiches und gutes Ergebnis zustande, das nur durch viel Mühe und Arbeit in weitgespannter Zeit bewältigt werden konnte.
Schon zu Beginn der Sommerferien war durch Ablieferung von 2345 kg Drogen das Ergebnis des Vorjahres um 57 v. H. Werfchritten. Im zweiten Tell der Sammelzeit wurde das Endergebnis durch ungünstigere Witterung zu Ungunsten der Sache beeinträchtigt. Nichtsdestoweniger zettigte das Sich- regen vieler Hunderte kleiner Mädel- und Jungen- hände ein zusätzliches Beschaffungsergebnis, auf das alle Sammler mit Recht stolz fein dürfen. Die Gesamtleistung beziffert sich auf Netto 4971 kg Drogen zu Tee, 1874 kg frische Wildfrüchte zur Bereitung vitaminreichen Brotaufstrichs oder Herz, Nieren und Darm beeinflussende Arzneimittel, 9,5 kg trockene Wildfrüchte, 720 kg reine, trockene Bucheckern, zum geringsten Teil zu Saatzwecken, vornehmlich aber zur Erzeugung menschlicher und tierischer Nahrungsmittel, auch 1,7 kg Mohnkapseln und 848 kg Roßkastanien zur Lesung des Wildes, in Summa beinahe die volle Traglast eines kleinen Waggons. Sie beanspruchte 707 Säcke und 35 Kartons; 43 Säckchen Wildfrüchte wurden von verschiedenen Anstalten unmittelbar zum Versand gebracht. Die Abnehmer wurden einerseits über die Gau- sammelstelle Frankfurt a. M.-Höchst, meist aber unmittelbar beliefert, um nicht durch vermeidbare doppelte Beanspruchung von Frachtraum und Arbeitskräften mögliche Güterverkehrsschwierigkeiten aufkommen zu lassen.
Die Sammler und ihre Leistungen weist die nachstehende Ueberficht aus.
Alle Zahlen sind abgerundet (in kg).
Name der Anstalt
Dro- Wildfrüchte Bucheckern Roß-
gen
frisch trock. trock., rein kasta- nun
Goetheschule
Schiller- und
411
478
10 34
123
Pestalozzischule
759
— 47
109
Schule Kl.-Linden
109
——.
-P — y
6
Schule Wieseck
377
—
— 51
—
Schule Heuchelheim 374
2 kgMohnkapseln
—
Mittelschule Stadt. Handels-
91
—
— 15
3
lehranstalt
887
48
93
—
Gymnasium
88
82
— 63
-
J.-v.-Liebigschule
553
90
— 80
37
Langemarckschule Oberschule für
632
1171
— 260
530
Mädchen
481
—
-r- 78
40
Kfm. Berufsschule
Vogtsche Handels-
73
5
— 2
—
schule Gliederungen
18
—•
--
—
der HI.
118
•—
—
Summe -
4971
1874
10 722
848
Bei Beurteilung der Leistung dürfen Schülerzahl und Leistungsfähigkeit der Hilfskräfte als Funktion von Alter, Naturkenntnis und Geschlecht, auch die Naturnähe bzw. «ferne als Faktoren nicht außer- achtgelasien werden, auch nicht die Größe der vorhandenen Trockenfläche. Besondere Bewertung er
fährt das Einbringen von Drogen selten vorkom- mender Pflanzen bzw. ihrer Teile, deren spezifisches Gewicht vielleicht auch noch besonders gering ist. Die wesentliche Bedeutung der Qualität und Reinheit einer Drogenlieferung fand bei der großen Mehrheit der Lieferanten in steigendem Maße gebührende Berücksichtigung. Auf meist enger Fläche bereitet die Erreichung der notwendigen Reinheit in Anbetracht eines mehr oder weniger großen Anteiles der 38 verscheidenen Drogenarten besondere Schwierigkeit, insbesondere in Hinsicht der doch noch vorliegenden „Kinderarbeit". Ohne sie hätten hüt Anstalten des Stadtkreises jeden Versuch, die ihneri gestellte Zusatzaufaabe, ihr Teil beizutragen, inti allgemeinen, die Gesundheit des deutschen Volkes erhalten und fördern zu helfen, im besonderen, ztt gleicher Zeit die Naturoerbundenheit und bas Gefühl der Heimatliebe der Stadtjugend zu oertiefen, bei bestem Willen von vornherein aufgeben können. Das gute Sammelergebnis darf aber als Beweis dafür angesehen werden, daß diese Aufgabe von de nverschiedenen Anstalten mit verschieden großem Erfolg gelöst wurde.
Der Sammelleiter des Bezirks und einer Schule war in besonderem Maße auf die unterstützenden, hilfsbereiten Hände von Kindern angewiesen, ohno deren freiwilligen zusätzlichen Kriegseinsatz seine Arbett an sich und ihre Erschwerung durch erforderliche Lüftschutzmaßnahmen überhaupt nicht zu be- wältiaen gewesen märe. Der schönste Lohn der zu* verlässigen Speicherarbeiterinnen wird neben anerkennendem Dank in der Weitung des Gesichtskreises auf dem Gebiet der Drogen- und Heilkunde bestehen, auch in einer schönen Jugenderinnerung an die erlebte große Zeit, vor allem aber in dem befriedigenden Gefühl, einen kleinen Beitrag zur Erreichung des Endsieges geleistet zu haben.
Das Sammelergebnis im Stadtkreis Gießen fetzt sich, nach Drogenarten geordnet, folgendermaßen zusammen: Ackerschachtelhalm 613, Ackerwinde 16, Virkenblatter 146, Breitwegerich 7, Brennesselblät- ter 447, -kraut 385, Brombeerblätter 225, Erdbeerblätter: Garten 144, Wald 4, Erdrauchkraut 18, Gänsefingerkraut 25, Haselnußblätter 14, Himbeerblätter 479, Hirtentäschel 50, Holunderblüten 91, Huflattichblätter 135, «Hüten 13, Johanniskraut 157, Kamillenblüten 146, Lindenblätter 76, «Hüten 99, Löwenzahnblätter 28, Lungenkraut 3, Maiblumenblätter 40, Mutterkorn 5, Ockermennig 15, Rainfarnblatter 109, »Hüten 205, -kraut 53, Schafgarbeblätter 134, «Hüten 321, -kraut 457, Schöllkraut 82, Spitzwegerich 11, Sumpfspierstaude 8, Taubnesselkraut 157, Vogelknöterich 17, Waldmeister 36, Summe 4971 kg.
Löschsand ist fein GLreusand.
Die Zeitschrift des Reichsluftschutzbundes „Sirene" weist darauf hin, daß der Löschsand der Bevölkerung kostenlos nur für Luftfchutzzwecke zur Verfügung gestellt wurde. Wer ihn anderweitig verwendet, etwa im Winter zmn ©treuen bei Glatteis, macht sich strafbar. Diese grundsätzliche Aufklärung, die örtliche Sonderregelungen n'cht etwa ausschließt, will klarstellen, daß der Löschsand eine Art Munition im Kampf gegen Brandbomben ist, die nicht vergeudet werden darf. Bei Verstößen kann Anzeige erstattet werden.
Das Lustschutzraumqepäck immer klarhotten!
NSG. Wenn längere Zeit keine Luftangriffe erfolgen, wird häufig das Lustschutzrai'mgepäck nehr oder weniger „aufgelöst". Das darf nicht fein! Dem Luftschutzraumgepäck kommt bei längerem Aufent-
Raucheisen unterbrach den Redefluß des Alten mit der Frage:
„Wissen Sie vielleicht zufällig auch etwas Näheres über Herrn Holms weibliche Bekanntschaften?"
„Nein, nichts, Herr Kammissiar!"
Raucheisen holte den Trommelrevolver hervor und legte ihn auf den Tisch.
,Hst diese Waffe Ihnen bekannt?"
„Jawohl: der Revolver gehört dem Professor."
„Wußte Profesior Beierfell» damit umzugehen?"
„Sehr gut sogar, Herr Kommissar. Der Herr Professor hatte im Garten einen kleinen Schieß- stand, und während seiner Spaziergänge veranstaltete er mit diesem Revolver manchmal Schießübungen. Er war — wie ich wiederholt feststellen konnte — ein ziemlich sicherer Schütze."
„Trug Professor Beierfeld eine Brille?" fragte Raucheisen unvermittelt.
jawohl, Herr Kommissar."
„Aber heute abend hatte er keine auf?"
Der Diener senkte den Kopf und murmelte heiser:
„Leider nicht ...! Sonst wäre der Einbrecher wohl nicht entkommen."
„Wissen Sie, ob Herr Holm das ganze Vermögen Professor Beierfelds erbt oder nur einen Tell?"
„Soviel ich weiß, ist Herr Holm der einzige (Erbe. — Das Testament des Herrn Professors ist ebenfalls bei Herrn Rechtsanwalt Ullrich hinterlegt."
„Weiß Herr Holm, daß fein Onkel chn als Universalerben eingesetzt bat?"
„Zweifellos, Herr Kommissar. Der Herr Professor machte ihm gegenüber wiederholt derartige Andeutungen."
„Und Sie selbst, Herr Friedrichsen? Glauben Sie nicht, daß Professor Beierfeld Sie in seinem Testament bedacht hat?"
,Hch weiß es nicht", murmelte der Alle traurig. „Aber wenn es der Fall wäre, wollte ich gern darauf verzichten, wenn mein armer Herr dadurch wieder lebendig würde!"
Raucheifen sagte dem Men ein paar tröstende Worte. Dann ftchr er fbxti
„Ich habe nur noch einige wenige Fragen an Sie zu richten, Herr Friedrichsen: Zunächst erzählen Sie, bitte, die gesamten Vorgänge des heutigen Abends, soweit sie Ihnen bekannt sind."
„Es war alles wie sonst, Herr Kommissar", begann der Diener mit seiner heiseren Stimme, aber er sprach jetzt so leise, daß seine Worte kaum zu verstehen waren.
„Den ganzen Nachmittag und Abend saß der Herr Professor in der Bibliochek und arbeitete. Um zehn Uhr brachte ich ihm wie gewöhnlich die Tasse Tee, die Herr Doktor Dittersbach ihm vor dem Schlafengehen verordnet hat.
Als ich eintrat, saß der Herr Profesior am Schreibtisch und schrieb eifrig an einem Manuskript. Er sah gar nicht auf, und ich zog mich sofort wieder keife zurück.
Punkt elf Uhr ging der Herr Professor in sein Schlafzimmer hinauf. Ich öffnete ihm die Tür und fragte, ob er noch besondere Wünscye habe.
,^>in, danke, Stephan!' sagte er. ,Jch brauche nichts mehr. Ich bin sehr müde. — Gute Nacht, Stephan!' Das waren die letzten Worte, die ich von meinem guten Herrn gehört habe!"
Friedrichsen ließ den Kops auf die Brust sinken und wischte pd) mit dem Handrücken verstohlen über die Auge.:.
Raucheisen ließ dem Alten etwas Zeit und richtete zwischendurch halblaut einige Fragen an Brandstetter. Dann t -hob er sich und legte dem Diener die Hand auf bi< Schulter.
„Fasten Sie sich, Herr Friedrichsen", sagte er sanft. ,Zch weiß, wie hart das alles für Sie fein muß. Mer hier ist eir Mord geschehen, und wir wüsten alles daranfetzer., den £äter zu ermitteln. Deshalb muß ich Sie bitten, mir noch einige Fragen zu beantworten: Was taten Sie nun, nachdem Professor Beierfeld in sein Schlafzimmer hinauf- gegangen war?"
„Ich drehte überall das Licht aus und ging dann gleichfalls in mein Schlafzimmer, das eine Treppe
höher im Dachgeschoß liegt. Ich ging sofort zu Bett und schlief auch bald ein."
„Waren die Köchin und das Hausmädchen noch auf?"
„Nein, die beiden waren schon um zehn Uhr in ihr Zimmer hinaufgegangen. — Ich hatte noch gar nicht lange geschlafen, als ich durch ein Geräusch geweckt wurde. Es hörte fid> genau so an, als ob ein Schuß gefallen fei. Während ich aus dem Bett sprang und Licht machte, klingelte jemand vorn am Gartentor. Ich eilte nach unten, und als ich die Diele betrat, kamen mir bereits die beiden Polizeibeamten entgegen ... Dos übrige wissen Sie ja schon, Herr Kommissar."
„Hörten Sie nur einen Schuß oder mehrere?"
„Ja, bas ist schwer zu sagen, Herr Kommissar! Klar und deutlich habe ich nur ben einen Schuß gehört, aber das schließt gewiß nicht aus, daß vorher noch weitere Schüsse gefallen sind, von denen ich geweckt wurde."
„können Sie sich erinnern, Herr Friedrichsen, ob die Haustür gestern abend verschlossen war?"
„Das weiß ich sogar ganz bestimmt, Herr Kommissar! Die Haustür war übrigens immer verschlossen, auch tagsüber; denn sie wurde selten benutzt. Wenn die Mädchen oder ich das Hous verließen, gingen wir regelmäßig durch ben Hinterauegang. Auch der Herr Professor benutzte stets den hinteren Ausgang, wenn er feine Spapiergänge im Garten machte.
„Wann haben Sie die Haustür zum letzten Male nachgelehen?"
„Gestern abend, nachdem ich dem Herrn Profesior den Tee in die Bibliochek gebracht hatte. — Um diese Zeit gehe ich regelmäßig durch bas ganze Haus und sehe nach, ob sämtliche Türen und Fenster geschlossen sind."
„Fiel Ihnen gestern abend bei diesem Rundgang irgend etwas auf?"
„Nein, es war alles in bester Ordnung, Herr Kommissar."
(Forisetzung folgt.)


