Ausgabe 
6.5.1943
 
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IW" . Hochkommissar von Marttnique, bezüglich

l.$* *L® e? . ar un 9 aller Abkommen w^ch- dre Vereinigten Staaten mit Martinique ge- schlossen haben. In Zukunft würde Amerikas Ma- rme eine Kontrolle über die Angelegmheiten Mar- tiniques ausuben. -

Um einen Vorwand füt den von Roosevelt und seinen sudischen Hintermännern geplanten neuen Raubzug des USA.-Jmperialir^z-jst man also nicht verlegen.

Bulgarische Abwehr gegen -en Terror.

i6-Moi lDNB Funkspruch.) In der bul. garfichen Hauptstadt wurde im Zusammenhang mit der am Montaa gemeldeten Ermordung des ehe­maligen Polizeidirektors Pantefs von den bul­garischen Militärbehörden eine großangelegte Durch, kammungsaktion nach kommunistischen und terroristischen Elementen durchgeführt Die Fahndungsaktion führte zur Verhaftung von etwa 1000 Personen, die der Teil, nähme an aufrührerischen Umtrieben dringend ver- dächtig sind. Unter den Verhafteten" befinden sich rund 400 Kommun isten. Der Sofioter Bevöl­kerung waren während der zwei Tage währenden Aktion scharfe Beschränkungen auferlegt worden, die aber mit großer Disziplin ertrage« würden. Einzelheiten zu dem Ergebnis der Großrazzia liegen noch nicht vor; insbesondere ist noch nicht bekannt, ob sich unter den Festgenommenen die Mörder Pan- teffs befinden. Es kann jedoch schon heute gesagt werden, daß verschiedene Zeichen darauf hindeuten, daß in Bulgarien fremde Mächte an der Pla­nung und Durchführung terroristischer Ak­tionen, vor allem gegen nationale Politiker, deren Oberst Panteff einer war, beteiligt sind.

Kleine politische Nachrichten.

Amtlich wird in Rom bekanntgegeben: General­major der Flieger Mario P i c c i N i', der Komman­dant der italienischen Luftwaffe in Slowenien und Dalmatien, fand in Erfüllung seiner Aufgaben bei einem Flugzeugunfall den Tod. Mit General Pic- cini ist der fünfte General der italienischen Luft­waffe in den Tod gegangen. Vier andere Generale der Luftwaffe Luftmarschall Italo Balbo, Ge- schwadergenerol Aldo Pellegrini, Generalmajor Ste­fano Cagna und Generalmajor Enrico Pezzi sind während des Krieges im Kampfe gefallen oder haben bei einem Flugzeugunfall den Tod gefunden.

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An Stelle des bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommenen Oberbefehlshabers der USA.- Truppen in England, Generalleutnant Andrews, hat Generalmajor Harry C. Ingolls den Ober­befehl übernommen.

Aus -em Reich.

Neuer Befehlshaber im Wehrkreis IX.

LPD. Der bisherige Stellvertretende Komman­dierende General und Befehlshaber im Wehrkreis IX, General der Infanterie Otto, ist am 1. Mai 1943 in 'die Führerreserve des Oberkomandos des Heeres versetzt worden. Sein Nachfolger ist Generalleutnant S ch e l l e r t.

Ersatzmänner

für eingezogene Gemeinderäte.

Zur Sicherstellung einer ausreichenden Beratung des Bürgermeisters können nach einem Erlaß des Reichsinnenministers für die Dauer des Krieges an Stelle der Gemeinderäte, die sich bei der Wehrmacht befinden oder sonst auf längere Zeit an der Amts- ausübung behindert sind, Ersatzmänner bestellt wer­den. Die Berufung von Ersatzmännern soll in der Regel nur dann stattfinden, wenn mehr als die Hälfte der Gemeinderäte für längere Zeit nicht mehr zur Verfügung steht. Die Berufung der Er­satzmänner erfolgt durch den Beauftragten der NSDAP, nach Benehmen mit. dem Bürgermeister.

Arbeitsbuch für Ausländer.

Durch eine Verordnung des Generalbevollmäch­tigten für den Arbeitseinsatz ist einArbeitsbuch für Ausländer" nach besonderem Muster eingeführt worden, das die im Reichsgebiet eingesetzten aus­ländischen Arbeitskräfte von Amts wegen durch das Arbeitsamt erhalten, fieber diese Arbeitskräfte wird eine zentrale Kartei in Berlin eingerichtet und laufend geführt, die die wesentlichen Angaben über Person und Beschäftigung des Inhabers des Ar­beitsbuches enthält. w

Aktiv im Glauben an den Führer.

Semesterbeginn an den Hoch- und Fachschulen des Gaues.

Aus der Stadt Gieße«.

Die Oienstuhr.

Der Herr, der mit, der Straßenbahn früh mor­gens zum Bahnhof fuhr, hatte schon verschiedent­lich nervös auf seine Armbanduhr geschaut, dann schüttelte er den Arm und hielt die Uhr ans Ohr, aber es war offensichtlich, daß der Zeitmesser nicht recht wollte. Uhren, PZecker insbesondere und Arm­banduhren, haben das ja manchmal an sich, gerade dann Kapriolen zu schlagen, wenn wir es am wenigsten gebrauchen können. Diese Situation de­monstrierte der-Fahrgast in der Elektrischen deut­lich, und wir wunderten uns nicht, als er jttzt den soeben vorüberkommenden Schaffner um genaue Zeit bat.

Es war ein bedächtiger, das einsatzfähige Alter schon überschreitender Mann, der freuMiche Schaff­ner. Als er nach der Uhrzeit gefragt wurde, ging ein fröhliches Lächeln über sein faltiges Gesicht. Er holte umständlich einen Riesenchronometer aus der Tasche, und während er dem aufgeregten Herrn auf die Sekunde genau Bescheid gab (und damit auch seine Nervosität beschwichtigen konnte, da kein Zweifel war, daß er seinen Zug bestimmt erreichen würde), sang er zugleich ein Loblied aus diese her- vorragende Dienstuhr, die ihn jetzt schon über dreißig Jahre begleite, nie versagt habe und in Wind uni) Wetter, Sommers wie Winters zuverlässig sei,wie eine gute Frau halt", fügte er hinzu.

Manchmal bedarf es eben nur eines geringen An­lasses, um Frohsinn und gute Stimmung zu ver­breiten, so wie.es hier in der Frühbahn der Elek­trischen geschah, da sich ein Mann an der Bestän­digkeit und Präzision seiner Dienstuhr erfreute, eines alten Stücks, gewiß, aber treu und zuver­lässig wohl wie er selbst ...

Bilder aus der neuen Wochenschau.

Das Wolchowgebiet am Nordabschnitt der Ostfront steht im Zeichen der Frühjahrsüberschwem­mungen. Die neue Wochenschau bringt Bilder aus diesen Sumpfniederungen, die durch 'die Schnee­schmelze in eine wahre Wasserwüste verwandelt sind. Die Bunker der Hauptkampflinie ragen wie Inseln daraus hervor. Halb im Sumpf versunkene Panzer und Geschütze zeugen noch von der schweren Winterschlacht, Jbie hier tobte. Seit Beginn des Tau- wetters sind die vordersten Stützpunkte von ihren Land Verbindungen ab geschnitten. In Floßsäcken wird die Verpflegung herangebracht. Tag und Nacht stehen unsere Soldaten in ihren Unterständen an den Pumpen; unablässig müssen die Bunker aus- geschöpft werden das Wasser dringt durch alle Ritzen und Fugen.

Im Mittelabschnitt gelangen unseren Kriegsberichtern spannende Aufnahmen voy einem nächtlichen Angriff bolschewistischer Bomber.

An der tunesischen Front haben die Ver­bände der deutsch-italienischen Panzerarmee neue Stellungen bezogen. Wir sehen in der Wochenschau, wie die Briten und Amerikaner mit immer neuem Einsatz stärkster Kräfte diese Abwehrfront aufzu- spalten versuchen. Von den Höhen aus schlägt ihnen das vernichtende Feuer unserer Abwehrwaffen ent­gegen. Stuka greifen in den Kampf ein. Ueberall liegen brennende britische und amerikanische Pan­zer vor unseren Stellungen. Wieder ist ein Durch- bnrchsversuch des Feindes zurückgeschlagen.

Im Atlantik führen unsere U-Boote gegen den Nachschub der Briten und Amerikaner schwere Schlägt. Nach beendeter Geleitzugfchlacht muß eins der beteiligten Boote neu versorgt werden. Ein Versorgungsschifi erspart ihm die zeitraubende Rückfahrt zum Stützpunkt. Die Bilder zeigen uns, wie die Verbindung zum Boot aufgenommen wird.

Während der Treibstoff durch die Förderschlauche! läuft, werden Verpflegung und Munition übernom­men. Die Torpedos werden mit Hilfe von Lade- bäumen ins Boot gefiert. Der Bordarzt betreut in­zwischen die Besatzung. Nach beendeter Versorgung geht es mit hoher Fahrt einem Geleitzug nach. Das Boot taucbt. Ein Schuß hat gesessen! Wir sehen den sinkenden Frachter.

An der Kan al käste, wo die Männer des Reichsarbeitsdienstes beim Bau von Feldbefestigun- gen eingesetzt sind, hat die Kamera einen Luftkampf eingefangen. Britische Bomber jagen heran. Flak­artillerie nimmt den Kampf auf. Jäger stellen den Feind in riesiger Höhe. Einer der Briten stürzt brennend in die Tiefe.

Die einleitenden Bilder lässen uns die Tagung der Reichsarbeitskammer zum Nationalen Feiertag miterleben. L

Verdunkelungszeit:

z 6. Mai von 21.55 bis 5.11 Uhr.

NSG.Nur diejenigen sollen ein Studium fort- sühren können, die neben überdurchschnittlichen Lei- ftungen auch eine vorbildliche Einsatzbereitschaft über das Studium hinaus bekunden. Die anderen wer­den durch das Arbeitsamt einer zweckmäßigeren Ar­beit zu geführt." So hieß die Parole, die vor einiger Zeit Gauleiter und Reichsstatthalter S p r en g e r in einer Besprechung mit den Rektoren der Hoch­schulen unseres Gaues und dem Präsidenten des Landesarbeitsamtes festlegte.

Das neue Semester, das unter diesem Gesetz steht, hat nunmehr begonnen, und mit ihm der praktische Einsatz, der erstmalig in neuartiger Form abzu­leisten ist. Gauftudentenführer Salon hat an die Studenten und Studentinnen des Gaues Hessen- Nassau klare und eindeutige Richtlinien ergehen lassen, deren Befolgung und Erfüllung eine Ehren­pflicht darstellt. ,Leder Studientag sei ein Dank für die unermeßlichen Opfer der kämpfenden Front", betonte er in feiner Aufforderung, und er wies gleichzeitig auf die traditionelle Verpflichtung der Hochschulen hin, in der Zeit des totalen Krieges sich als WaffensckMieden des Geistes zu bewähren. Gerade die Hochschulen sind es ja, die ein wesent­liches Kontingent des künftigen Führernachwuchses stellen werden, und aus dieser Verpflichtung heraus ist der Student von heute kein einseitiger Fachwissen­schaftler mehr, sondern ein Lernender, der lebens, nah und bewußt politisch im Volke steht. Der Gau-

DenBettelstudenten^ von Millöcker haben wir hier 1936 zuletzt aehabt. Inzwischen ergab sich aus naheliegenden Gründen die Notwendigkeit einer textlichen Neufassung und Bereinigung. Das alte Libretto von Zell und G e n 6 e haben Gustav Quedenfeldt und Richard Bars im Auftrage der Reichsstelle für Mus i kb ear b eitu n gen einer gründlichen Revision unterzogen, die sich vornehm­lich auf Nationalität, Oertlichkeit und Zeitumstände richtete, während die Musik, auf die es ja in erster Linie ankommt, ebenso wie die Grundzüge der Handlung unangetastet blieben. Das Abenteuer wurde aus der Zeit,da Friedrich August der Starke König von Polen und Kurfürst von Sachsen gewesen", in die Zeit des Prinzen Eugen verlegt, der zum Schluß in eigner Person wie der deus ex machina bei den Alten auf dem Breslauer Rat­hausplatz erscheint. Die Ohrfeige aber, die der Oberst Ollendorf für den berühmten und unzählige Male besungenen Kuß auf die zarte Schplter der Komtesse Laura erhält, wurde ganz wie früher auf eine höchst unritterliche Weise gerächt, indessen die relegierten Krakauer Studenten sich mittlerweile sinnvollerweise in ein paar schmucke Wiener Offi­ziere verwandelt haben.

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Die textlich also revidierte, im übrigen wahlkon­servierte Operette wurde von Oberspielleiter Ol- mühl in einem fast opemhaft üppigen Rahmen, in beschwingtem Spieltempo und mit einer bemer­kenswert großzügigen szenischen und kostümlichen Ausstattung zu neuem Leben erweckt. Kapellmeister Söllner stand am Dirigentenpult und inter­pretierte die unverwüstliche Partitur mit einer ge­sunden, straff akzentuierenden Musizierfreudigkeit; auch die Chöre kamen kräftig und frisch mit saube-

Das Jahr 1943 steht in besonderem Maße im Zeichen des Kriegseinsatzes der deutschen Jugend. Viele Millionen von Jugendlichen arbeiten heute in den Betrieben für die deuffche Rüstung/ Sie leisten damit einen Kriegsbeitrag, der des Einsatzes an der Front würdig ist. Durch ihre Arbeit sind sie so in Anspruch genommen, daß es in vielen Fällen ün= möglich ist, sie regelmäßig zum HI.-Dienst heran­zuziehen. Der Reichsiugendfiihrer hat deshalb Maß­nahmen eingeleitet, die das Ziel haben, diese schaf­fenden Jungen und Mädel der Gemeinschaft der Ju­gend roieber näherzubringen.

Wo sie nicht zur Hitler-Jugend kommen können, wird die Hitler-Jugend zu ihnen gehen. Die neue Aktion sieht deshalb den Einsatz der Spieleinheiten der Hitler-Jugend in den Betrieben vor. Die schaf­

studentenführer wies ferner auf die kriegsversehrten Studenten hin, die ein besonders verpflichtendes Vorbild für Studenten und Studentinnen feien,zim praktischen Semester- und Ferieneinsatz alles zu tun, um die Kriegsaufgaben der Heimat meistern zu helfen.

Der studentfiche Sommer-Seme st erein- satz des Gaues Hessen-Nassau sieht plan­mäßig die verschiedensten Arbeitsgebiete für Stu­denten und Studentinnen vor. Er erstreckt sich auf praktische "Arbeit in Hoch- und Fachschulinstituten, in Forschungsstätten und Rüstungsbetrieben. Er um­schließt Aufgaben bei der Reichs- und Feldpost, der Reichs- und Straßenbahn, bei der NSV., beim Deutschen Roten Kreuz und in der kriegswichtigen Wirtschaft. Auch Luftschutz- und Katastrophendienst sind, vorgesehen. Alle diese Aufgaben sind nach be­stimmten Stundenzahlen gewissenhaft abzuleisten. Selbstverständlich werden Studierende mit weniger fester Gesundheit entsprechend berücksichtigt, was auch für Examenssemester gilt.

Für Freiheit, Ehre und Kultur gegen Juden­gier und Bolschewistenterror sind uns Studenten und Studentinnen kein Einsatz und keine Arbeit zu­viel", betonte der Gaustudentenführer, und wies nochmals darauf hin, daß ein Studium geistige Führerschulung bedeute. Führen aber heiße, vor allem in ernsten Zeiten Vorbild zu fein. >

ren Einsätzen heraus. Herr Löffler hatte die elf Bilder der drei Akte malerisch und farbenfroh hergerichtet; mit Hilfe von Zwischenvorhängen er­gab sich auch ein angenehm flüssiger Schauplatz- wechsel. Die Tanzgruppe, von der Ballettmeisterin Inge Berg geführt, hatte reichlich Gelegenheit zu schwungvoller und exakter Rhythmisierung der schon handlungsmähig und musikalisch belebten Szenenifolge.

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Herr Richter war als Stefan von Palffy ein stattlicher habsburgischer Kavalier und setzte sich mit schöner organischer Steigerung für die auch in der Neufassung dankbare Partie ein. Hildegard Jonas war eine sehr anmutige Komtesse Laura von nobler Spielgestaltung und einer kultivierten, großer Entfaltung fähigen Gesanglichkett. Herr O l m ü h l hatte sich mit sichtlichem .Vergnügen des in einen Pandurenobersten verwandelten Ollendorf angenommen und erntete vor allem für seine obligaten Chansoneinlagen einen Sonderapplaus. Das zweite Paar machten Franziska Brand­stetter, eine muntere, bewegliche Christina, und Herr Hellmers-Hallwegh als Leutnant von Gersdorfi; das sehr hübsch gesungene Liebesduett mußte prompt wiederholt werden. Lia Zimmer als Gräfin Palma, Herr V o l ck als Prinz Eugen, Annelies Prokfch als Kornett, die Herren Bos» n y und Fuhrmann mit drastisch aufgemachten Chargenrollen seien ferner vom umfangreichen Ensemble genannt

Das vollbesetzte Haus bereitete der Neuinszenie­rung mit vielem Beifall und Blumenspenden einen äußerst freundlichen Erfolg. Hans Thyriot.

sende Iuaend soll an den Einrichtungen der Freude und Entspannung, die die Gemeinsckaft in vielen Jahren aufgebaut hat, ebenfalls teilyaben können. Mit den Einsätzen werden kurze Ansprachen an die Jugendlichen verbunden. Dieser neue kameradschaft­liche Einsatz, der durch einen Aufruf des Reichs­jugendführers eingeleitet wurde, vollzieht sich in den- regelmäßigen Iugendbetriebsappellen unb auf Iugendbetriebsabenden. Für die kleineren Betriebe, in denen eine betriebliche Ge- meinschaftserziehuna nicht durchführbar ist, sinh zu diesem Zweck Überbetriebliche Appelle der schaffen­den Jugend vorgesehen, deren Träger die Hitler- Jugend und die Iugenddienststellen der DAF. sind. Ferner wird erstmalig in diesem Jahre in allen Gauen eine Woche b er s chafsende n Ju«

Theater -er Universitätsstadt Gießen.

Carl Millöcker: »Oer Bettelstudent".

HZ.-Gpieleinheiten gehen in die Betriebe

Maßnahmen zur Betreuung der schaffenden Jugend.

20. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

Aber hier sein Dschungel!" beharrt der Häupt- ling.

Nein, Je-crois-en-Dieu. Du hast einen Vertrag geschlossen, und jetzt gilt hier bas Gesetz des wei­sen Mannes, verstehst du?"

Vertrag sein: Du geben Medizin. Wenn du gehen, bann kein Vertrag mehr, dann mieber Dschungel!" versucht sich der Neger schlau aus der Situation zu ziehen.

Dos-Passos fürchtet für bas Leben der anderen Weißen, wenn er nicht mehr da ist.fe-crois-en- Dieu, bist du mein Freund ober nicyt? fragt er ernst.

Ȁch dein Freund!" ., ,

Dann versprich mir, auch wenn ich jetzt gehe... Non", fällt ihm der Neger ins Wort. Je-crois- en-Dieu nix so Dummes versprechen ober nicht sein dein Freund." Und ohne jeden Uebergang droht er Ntajor Seegrave:Du lassen meinen Freund frei, ober ich nehmen dein Kopf!"

Impulsiv reißt der Major feinen Revolver aus

Seien Sie vorsichtig", mahnt Dos Passos.Rei­zen, Sie ihn keinesfalls!" Er will vermitteln.Je- crois-en-Dieu, hör mal zu."

Doch der Negerhäuptling ist nicht mehr zu Ver- hanblungen geneigt.M Cumbi o la. ruft e leinen Schwarzen zu, die sich sofort um lhn schaden. Das freundliche Grinsen ist aus ihren Gesichtern verschwunden, finster blicken sie drein.Du ihn lassen -gehen?" forbert Je-crois-en-Dieu von See grave, der statt einer Antwort wieder den Revolver zieht. --Bon - bann wir dich holen!" versichert der Häuptling seinem weißen Freund.O la. schreu Er bann. .,v,

Warum schießen Sie denn nicht? mficht sich ^etzt Rubber zeternd ein, der aus fernem Zelt g -

Vom Schicksal verweht

Roman von Holla Outkelch

treten ist.Der Kerl wird uns noch alle umbringen. Schießen Sie doch, Seegrave!"

Jetzt stürmen aus dem Sanitätszelt auch die zehn eben behandelten Schwarzen herbei. Alle Dschungel­neger, Je-crois-en-Dieu an der Spitze, rennen in bas Dickicht. Am Rande des Urwalbes dreht sich der Häuptling noch einmal um.Wir dich holen! ruft er Dos Passos zu.

- Der Arzt schüttelt vorwurfsvoll den Kopf.Sehen Sie, was Sie da angerichtet haben!" sagt er zu Seegrave.

Der Major sieht in ihm nicht mehr den allseits geachteten Dos Passos, sondern nur noch den Mör­der Peter Fischer.Wollen Sie jetzt freiwillig mit­kommen ober ..." Er stockt, denn plötzlich einsetzenb tönt aus der Dschungel der dumpfe Ton der Kriegs­trommeln.Was heißt denn bas?" fragt Seegrave.

,/Das heißt, baß Je-crois-en-Dieu Ihnen ben Kampf ansagt, Major!" antwortet Dos Passos.

Die Station wird geräumt. Dtzr fahren sofort zurück!" kommandiert Seegrave.

Jawohl, unb zwar auf dem schnellsten Weg!" stimmt ihm Rubber ängstlich zu unb läuft in fein Zelt, um seine Reiseschreibmaschine unb ben Photo­apparat zu holen.

Forster' schickt Tommy zu Lewis.Mr. Doc!" schreit ber Stationsbiener.Mr. Doc müssen auf­stehen. Verdammte Niggers wollen Station kaputt machen!"

Bob liegt im Bett. Er weiß nicht, wie sich die Dinge entwickelt haben und ist unruhig.Warum?" fragt er.

1Tommy nicht wissen. Tommy glauben, böser Strolch haben lassen verhaften gute Doc Passos."

Die Worte treffen Bob schwer.

Rubber hat sich in höchster Eile mit seinen Sie­bensachen beloben und hastet bepackt durch den Dschungelpfad zur Landungsstelle. Als nach einigen Minuten auch der Gouverneur mit dem schwarzen Hilfspersonal der Station erscheint, sieht er, wie Rubber ratlos neben seinem Gepäck am Ufer steht. Die großen Motorboote sind versentt. Nur ein Heck ragt noch aus dem Wasser.

Wir müssen sofort Puntamarra anrufen, sie sol­

len uns neue Boote schicken!" bestimmt der Gouver­neur.

,^jch mache Sie darauf aufmerksam, baß Sie ver­antwortlich sind, wenn mir etwas geschieht!" be­gehrt Rubber auf unb merkt gar nicht, daß er sich mit seiner Feigheit lächerlich macht.

Fünfzig Schritt von ben beiden Männern ent­fernt hockt ein Dschungelneger im Lianengestrüpp eines Baumes. Mit seinem Buschmesser schlägt er bie Telefonleitung durch.

*

Das Trommeln steigert sich von Stunde zu Stunde. Als bie Nacht sich auf die Dschungel senkt, sind die Menschen auf ber Station von dem drohen­den Rhythmus fast entnervt. Vor Dos Passos Zelt halten die beiden Polizisten, das Gewehr geschul­tert, Wache.

Virginia sitzt auf einem Stuhl an ber Wanb unb lauscht den Trommeln. Der Gouverneur unb Ma­jor Seegrave spielen Karten, Forster sieht zu. In einem Feldbett liegt Bob. Er ist noch sehr mitge­nommen von der Krankheit.Ich halte das nicht mehr aus kein Mensch kann das aushalten!" stöhnt Rubber. Plötzlich springt er vor Angst halb verrückt auf.Wenn die Neger uns angreifen, sind wir alle verloren!"

Ich habe mir den berühmten W. R. auch anders vorgestellt!" bemerkt Seegrave troden.

Was Sie sich vorgestellt haben, interessiert mich nicht!" schreit Will Rubber hysterisch.Wenn ich auch Sensationen schreibe, will ich noch lange keine selbst erleben."

Nehmen Sie sich doch ein bißchen zusammen!" fährt ihn der Gouverneur grob an.

Zusammennehmen? Hier gehfs um mein Leben, jawohl! Sie haben die Pflicht, mich zu retten, meine Regierung wird"

,Lum Donnerwetter! Halten Sie endlich den Mund, wir haben eine Frau und einen Kranken hier!" Auch Seegrave ist wütend.

Rubber schlägt aus ben Worten des Polizeima­jors Nutzen.Eben deswegen! Das sage ich ja. Wol­len Sie vielleicht, daß Miß Larsen bieten Negern th die Hände fällt? Sie wissen doch, was mit WiLer

unb Gomez geschehen ist und bas waren Män­nert"

Voller Verachtung sieht Virginia, die aus chren Gedanken um Dos Passos aufgeschreckt fit, den Feig­ling an. Er kann nicht begreifen, daß sie ihm nicht lebhaft zusttmmt.

Diese Neger finb schlimmer als wilde Tiere!" fährt Rubber fort.

Der Gouverneur möchte verhindern, daß es Rub- . ber gelingt, eine Angstpsychose zu schaffen.Ja, was wollen Sie eigentlich von uns? Was sollen wir beim tun!"

Sie sollen Peter Fischer frei lassen. Er fit der einzige, ber uns retten kann!" erwidert Rubber er­leichtert.

,',Das sagen gerade Sie?" kommt es kalt von See­graves Lippen.

Warum denn nicht? Sie können chn ja hinter­her wieder verhaftens Natürlich dürfen Sie chm das nicht vorher sagen!"

Seegrave wirft seine Karten auf ben Tisch.Sic sind ein edler Charakter, Mr. Rubber."

Ach was, Charakter! Charakter fit Luxus. 3d) will leben, Sie vielleicht nicht? Wir alle wollen leben."

Ich will Ihnen mal was sagen, Mr. Rubber", entgegnet Seegrave bestimmt.Wir werden eher bis zum letzten Mann kämpfen, ehe wir eines tun Fischer freilassen!"

Dann werden wir eben alle verrecken!" meint der Journalist kläglich.

Lewis sieht immer wieder zu Virginia herüber, sie vermeidet es aber, seinem Blick zu begegnen, Herr Gouverneur!" ruft er mit plötzlichem Ent­schluß.

Parker geht cm sein Bett.Was fit denn, Dok­tor?"

Sie haben diese Neger noch nicht kennengelernt, aber ich zur Genüge. Wir haben eine Frau hier. Ich bitte Sie, lassen Sie Dos Passos frei!"

Nein, das kann ich nicht", lehnte der Gouverneur ab.

(Schluß folgt)