Glück aus, Renate!
Roman von Ernst Erau.
14. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
lieber zwei Jahrzehnte war es jetzt schon her, daß er Thora Hagenströrn zum ersten Male gesehen hatte. Auf dem Semmering-Platz bei Wien war es gewesen, wo er als junger Dachs fein erstes Rennen gewonnen hatte. Der Hamburger Senator Hagen- ström hatte auf einer Urlaubsreife als Gast des deutschen Konsuls in der Ehrenloge gesessen, und neben ihm hatte blond und schmal seine Tochter Thora gestanden. Als laut umjubelter Held des Tages hatte der Sieger des Rennens dann vor ihnen erscheinen müssen, der deutsche Vertreter, glücklich über den Erfolg der eigenen Farben, hatte seinem jungen Landsmann herzlich die Hand gedrückt, der würdige Senator Hagenström hatte ihm freundlich, wenn auch mit betonter Zurückhaltung, zugenickt, aber seine Tochter war impulsiv auf ihn zugetreten, hochrot im Gesicht und mit leuchtenden Augen. Sie hatte wohl etwas sagen wollen, brachte in ihrer Erregung aber keinen Ton hervor, nur ihre Finger preßten sekundenlang seine Hand, und wie aus einem Traum erwckchend, trat sie dann wieder zurück an die Seite des Vaters, der ihr erstaunt einen mißbilligenden Blick zuwarf. Ihm, dem nüchternen Hamburger Kaufmann, erschienen der Sinn eines solchen Rennens und der Jubel um den Sieger denn noch als etwas sehr Fragwürdiges. Er liebte mehr die Dinge, die sich auch in Zahlen aus- drücken ließen. Aber Walter Hammerkott fah in jener Stunde darüber hinweg, er hatte nur Augen für das Mädchen, das da verwirrt vor ihm stand, und em überschwengliches Glücksgefühl überkam chn.
Als er bann am nächsten Tage mit einem mächtigen Rosenstrauß in der Hand im Hotel erschien, hatte die Familie des Senators ihre Reise bereits fortgesetzt, und er sah Thora in jenen Tagen nicht wieder. Aber er dachte jeden Dag, jede Stunde, jede Minute an sie. Und sonderbarerweise ergab es sich bann, baß er in der Folge öfter in Hamburg zu tun hatte. Man fand sich wieder, der Senator konnte dem Sohn einer so angesehenen Familie sein Haus nicht verschließen und ... was alles um ihn her in festlichem Glanz ersttahlen ließ ... Thora, liebte ihn.
Der Senator schien seine Besuche auch anfangs nicht ungern zu sehen. Hammerkott war auch in Hamburg ein Name, der Gewicht hatte. Aber dann wurde der alte Herr, der niemals so red)t aus sich herausging, eines Tages merklich kühler. Er mochte sich wohl erkundigt haben, wie die Verhältnisse in Hammerkott lagen und welche Aussichten Walter hatte. Und als kühl rechnender Kaufmann hatte er gesehen, daß die Rechnung nicht sehr günstig abschloß. So wie er die Dinge sah, würde die Zeche vermutlich einmal aus den älteren Bruder Walters übergehen, den jüngeren würde man dann abfinden, und der wollte, wie er wiederholt geäußert hatte, Rennfahrer bleiben und würde dabei das Seine bald vertan haben. Das war keine solide Grundlage für eine Ehe, dazu gab ein Senator Hagenström seine einzige Tochter nicht her. Man hatte als gewissenhafter Kaufmann seine Grundsätze, so lockend auch eine Verbindung der Familien Hagenströrn und Hammerkott fein mochte.
In diesen Tagen mußte Walter Hammerkott nach Südamerika gehen, um in Rio ein internattonales Rennen zu bestreiten, für bas er sich schon früher verpflichtet hatte. Die Hagenströms begleiteten ihn aufs Schiss, der Alte vielleicht froh, daß der ungebetene Gast auf diese Weise wieder außer Sicht kam. Auch drüben mar, ihm kein Erfolg beschieden. Nach einem schweren Sturz trug man ihn bewußt
los von der. Bahn. Monatelang lag er krank, in-' dessen brach in Europa der Krieg aus, und als er endlich nach langen Irrfahrten in die Heimat zu- rückkehren durfte, hatte der Senator seine Tochter längst verheiratet. Sie war wohl nicht sehr glücklich in dieser Ehe gewesen, aber das war auch so ein Posten, der sich nicht in Zahlen fassen ließ. Und sie selbst hatte dem harten Willen des Vaters nichts entgegenzusetzen gehabt. Weich und nachgiebig hatte sie zu allem Ja und Amen gesagt.
Aus Trotz hatte auch Walter Hammerkott dann bald darauf geheiratet. Aber es lag kein Segen auf dieser rasch geschlossenen Ehe, denn ein Jahr nach Renates Geburt war er Witwer. Inniger als früher widmete er sich feinem Berufe.
Daß es Thora in ihrer Ehe ähnlich ergangen war, und daß sie ihn feit jenem Tage auf dem Semmering nie vergessen hatte, das erfuhr er erst sehr viel später. Das war erjt jetzt gewesen vor einem Jahre, beim vorigen Aousrennen. Als damals die Wagen zum Sportplatz rollten und sein Blick gewohnheitsmäßig über die Köpfe der vielen Zuschauer hinwegglitt, blieben feine Augen plötzlich wie angezogen an einer Frau haften, die schmal und blond für sich allein stand und nach ihm auszu- schauen schien.
Thora ...? Wie damals auf dem Semmeringplatz durchflutete es ihn wie eine heiße Woge. Aber ehe er sich vergewissern konnte, ob sie es auch wirklich war, fiel die Startslaqge, und Sekunden später flog er in toller Fahrt die Gerade hinunter. Es wurde ein heißes Rennen an diesem Tage. Zehn Runden hindurch lag er führend an der Spitze des Feldes, er war in bester Form, es war, als wollte er ihr zergen» daß er noch immer der alte war, und keiner der Hunderttausende Zuschauer zweifelte mehr an seinem Siege. Aber dann, zur größten Enttäuschung der ihm zujubelnden Tribünen,' mußte er in der elften Runds wegen Materialsckwden aus- gebeit.
Oer Sturm aus Slawjansk
Im
211. Infanteriedivision unter ihrem Kommandeur Generalleutnant Müller und die märkische 208. Infanteriedivision unter Führung von Oberst von Schrieben, mit Unterstützung von Panzer-, Sturmgeschützen und Flakverbänden alle Angriffe des Feindes zurück.
Der WeKrmachiberiHi.
DRV. Aus dem Führerhauptquartier. 5. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Starker Feind, der noch unter Ausnuhen des Eises die Nordflanke des Kuban-Brückenkopfes zu umfassen versuchte, wurde in den letzten Tagen zerschlagen und im Zusammenwirken mit der Luftwaffe weiter in die Lagunen verfolgt. Mehrere hundert Gefangene und erhebliche Deute an Waffen und Gerät fielen in unsere Hand.
An der Donezfront wurden zahlreiche Ortschaften zurückerobert, darunter die Stadt Lisst tschansk. Das Hintergelände wurde gesäubert
_____ Raum von Drei geht der erbitterte, durch Nässe und Schneesturm erschwerte Abwehrkampf mit unverminderter Härte weiter. Seine heftigsten Stöße richtete der Feind feit dem 22.2. gegen die Nordwestslanke. Fortgesetzt warf er hier seine von zahlreichen Batterien und starken Fliegerkräften unterstützten Schützendivisionen und Panzerbrigaden gegen die zäh gehaltenen deutschen Stellungen. Ununterbrochen im Kampf gegen die feindliche lieber- macht schlugen die in diesem Abschnitt unter Führung von Generalleutnant von Scheele stehenden beiden Divisionen, die rheinisch-westfälische
über den Arbeitseinsatz werden der Rüftungsinduftrw unzählige neue Kräfte zuführen und so männliche Arbeitskräfte fre1 man* die dann mit der Waffe in der Hand in den Kamps an den Fronten eintreten werden. Die Schaffenden der Heimat aber werden die neuen ^rb^tt^amsr^ den in ihre Arbeitsgebiete einzuweisen haben uiw ihnen mit Rat und Tat in kameradschaftlicher Weise zur Seite stehen, um sie so in absehbarer Zeit $n vollwertigen Arbeitskräften heranzubilden.
Eine in 'härtestem Arbeitseinsatz stehende Volksgemeinschaft wird die Voraussetzung schaffen, oatz unsere Sonaten an der Front^ unseren Gegnern Einhalt gebieten können, und daß diese zuletzt aud) vernichtend geschlagen werden. Niemand in der Heimat zweifelt daran, daß dies dem deutschen Soldaten gelingen wird. In einem eindringlichen Appell ermahnte der Gauleiter die Belegschaft nochmals, ihre ganze Kraft einzusetzen, damit die Heimat derzeit vor der Front bestehen könne.
Politik, die mit kleinlichen Mitteln von gestern sich den mit der Gewalt von Naturkräften hervorbrechenden neuen Ideen entgegenzustemmen suchte, je- denfalls haben Englands Staatsmänner im Jahre 1939 die letzte Chance, ihrem Empire in einer neuen Weltordnung einen feiner Geschichte angemessenen Platz auf neuen stärkeren Fundamenten zu sichern, ungenützt verstreichen lassen. Sie haben sich stattdessen trotz der trüben Erfahrungen des ersten Weltkrieges wiederum den Vereinigten Staaten in die Arme geworfen und müssen jetzt erleben, wie ihr Empire an dem rücksichtslos auf sein Ziel der Weltherrschaft zugehenden Imperialismus Nordamerikas zerbricht, ja wie es nach dem Bündnis mtt dem Bolschewismus zwischen den Mühlsteinender beiden robusten Bundesgenossen zermahlen wird.
Langsam beginnt es auch schon in einigen englischen Köpfen zu dämnrern, um welch bogen Umsatz Churchill und der Klüngel der britischen Kriegs- macher das Spiel gewagt haben und daß die Partie für England schon verloren ist, bevor überhaupt England zum entscheidenden Zug gekommen ist. Denn England sieht sich heute schon von seinen Bundesgenossen zu einer Macht zweiten Ranges herabgedrückt, die gar nicht mehr m der Lage qt, sich deren Ansprüchen auf Gebiete, die ernst unbestritten zur britischen Machtsphäre gehörten, unt irgendwelcher Aussicht auf Erfolg zu widersetzen. Weder durch die Atlantik-Charta noch auf der Konferenz von Casablanca ist es gelungen, «Stalin auf irgendwelche Begrenzung seiner territorialen Ansprüche festzulegen. Im Gegenteil, die Anfangserfolge der sowjetischen Winteroffensive haben die ganze Maßlosigkeit des bolschewistischen „Friedens- Programms" enthüllt. Wenn es zu den Grundprinzipien englischer Curopapolittk feit den Tagen Pe- kers des Großen gehörte, mit allen Mitteln zu verhindern, daß Rußland einmal als direkter Anrainer des Nordatlantik und zum andern durch die Dar- danellen zum offenen Meere gelangte, wenn es einer der wenigen Erfolge britischer Polittk rm ersten Weltkrieg gewesen war, Rußland von der Ost- fee, vom Mittelmeer und vom Indischen Ozean zurückgedrängt zu haben, so muß es heute sehen, datz ein Sieg des Bolschewismus diesem alle diese roelt= polittschen Positionen ausliefern müßte, um deren Behauptung England zwei Jahrhunderte lang gekämpft hat. Und so wenig Churchill und feine Leute heute noch Herren ihrer Entschlüsse sind, vielmehr alles tun müssen, um nicht das Mißvergnügen des so dringend benötigten bolschewistischen Bundesgenossen zu erregen auch um den Preis des Verrats ihrer kleineren europäischen Bundesgenossen, deren Londoner Exilregierungen sich rücksichtslos geopfert sehen, um die Machthaber des Kreml bei Laune zu erhalten, so wenig würde England auch nach einem gewonnenen Kriege jemals in die Lage kommen, sich den Ansprüchen eines siegreichen Bolschewismus zu widersetzen. Man gibt sich darüber in England selbst keinerlei Illusionen hin. Der europäische Kontinent ist abgeschrieben, so ober so. Man rät den kleinen europäischen Völkern, den baltischen und nordischen Ländern, den Balkanstaaten und nun auch den Polen, sich mit Moskau gut zu stellen, denn England seien die Hände gebunden, es könne nichts für sie hm und die USA. sind an diesen Dingen von vornherein uninteressiert. England, das durch die An- zettelung des Krieges gegen den europästchen Kontinent dem Bolschewismus das Stichwort gab, hat damit die allen Völkern des Abendlandes gemeinsame Serckung schmählich verraten und durch sein Bündnis mit Moskau Europa den Horden der Steppe preisgegeben in der völlig abwegigen Hoffnung, damit ein Glacis für die eigene Sicherheit auf seiner Insel zu haben. So stehen die europäischen Völker unter deutscher Führung an der Ostfront in ihrem erbitterten Kampf gegen die Armeen des Bol- sck^wismus mit dem Wissen um diesen britischen Verrat, der England ausstreicht aus der Reihe derer, die in einem neuen Europa Sitz und Stimme Hecken
Die Waffe der Heimat heißt LeWngssteigermg
Oer Gauleiter sprach in Wehlar zu Rüstungsarbeitern.
Berlin, 5.März. (DNB.) Bei der Erstürmung von Slawjansk, durch dessen Fall unsere Truppen ihre Front am Done.zufer auf über 250 Kilometer Breite erweitern konnten, brachte eine brandenburgische Panzerdivision die Entscheidung. Sie stieß aus dem Raum südlich Slawjansk vor und umfaßte die Stadt zuerst im weiten Dogen von Westen her. Trotz erbitterten Widerstandes gelang es Teilen der Division, den Suchoj-Torez, einen Nebenfluß des Donez, zu erreichen und nordwestlich Slawjansk die große Straße nach Issum zu sperren. Alle Versuche der Sowjets, diese für sie lebenswichtige Nachschubverbindung wieder auszubrechen, mißlangen. In der Nacht'zum 28.2. stießen zwei weitere Kampfgruppen der Division nach Osten vor, um den Ring vollends zu schließen. In harten Häuserkämp- fen 'mußten zunächst zwei größere Ortschaften genommen werden. Am folgenden Tage vollendeten die brandenburgischen Panzer die Umfassung, stürmten die Stadt und brachen damit den Eckpfeiler aus der bolschewistischen Donezfront heraus. Am 4.3. säuberten unsere Truppen im weiteren Vordringen L i s s i t s ch a n s k sowie zahlreiche weitere Ortschaften am südlichen Donezufer zwischen der Flußschleife westlich Woroschilowgrad und dem Knie südlich Charkow von feindlichen Kräften. Durch die Vorstöße, die der Feind zur Entlastung seiner gefährdeten Donezfront im Raum westlich Kursk führte, griffen die Abwehrkämpfe in diesem Gebiet auf weitere Frontteile über. Obwohl die Bolschewisten bei ihren zahlreichen Angriffen starke Infanterie- und Panzerkräste einfetzten, wurden sie abgewiesen.
Oie Abwehrschlacht im Raum von Orel.
Pacht- und Leihgesetz ein hervorragend funkttonke- rendes Werkzeug geschaffen. Denn diesmal geht es den Amerikanern nicht mehr wie im ersten Weltkriege darum, für ihre Lieferungen an Rustungs- material und für ihre Kriegsanleihen Schuldscheine zu sammeln, die sich beim Kassieren zu einem guten Teil als wertlos Herausstellen sollten, wei der Schuldner nicht befahlen konnte. Nein, diesmal realisiert man Zug um Zug seine Forderungen. Englands Auslandsguthaben m den U^A., die englischen Konzessionen und Beteiligungen in öuo= amerifa, Ausbeutungsrechte in Westafrika und im Nahen Osten, ja in den britischen Dominions und Kolonien, alles wandert als Entgelt snr amerikanische Lieferungen in die Taschen der Pankees. Und neben dieser wirtschaftlichen Auspowerung des Empire geht unter der Tarnung einer militärischen Sicherung der angeblich bedrohten „westlichen Hemisphäre" die Besitznahme eines britischen Stutzpunktes nach dem andern durch amerikanische Truppen, wobei heute bereits in den USA. die Frage lebhaft ventiliert wird, ob es nicht an der Zett wäre, die Briten, die heute noch neben der Mili- tärhoheit der Yankees die zivile Gewalt ausuben, ganz hinauszukomplimentieren. Eine Doppelherrschaft, wie sie hier bislang noch ausgeubt wird, führt eines Tages immer zum Sieg des stärkeren Partners, und es ist kein Zweifel, wer bies in diesem Falle ist. So hat der demokratische Senator Tnding bereits beantragt, England aufzusordern, die im Jahre 1941 für 50 überalterte Zerstörer den Vereinigten Staaten überlassenen Stützpunkte im Atlantik endgültig abzutreten, und der UsA.-Ma- rineminister Knox, einer der krassesten Imperialisten aus der Umgebung des Weißen Hauses, hat ein ähnliches Verfahren auch für die britischen Stützpunkte im Pazifik gefordert, wobei er ausdrücklich erklärte, daß die Frage der Souveränität dabei keine Rolle spielen könne.
NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Spreu- g e r sprach auf einem Betriebsappell zur Belegschaft eines Werkes in Wetzlar. Unsere Soldaten an der iVront so führte der Gauleiter aus, steheri in einem unerhört harten Kampf um Leben ober Tod gegen eine Welt des Untermenschentums. Mit einer kaum zu überbietenden Flut von MeiM°n und Materml rennen vertierte bolschewistische Horden immer wie- ber gegen unsere Front im Osten an um so den Weg nach dem Westen freizumachen. Jeder deutsche Bottsgenosse ist sich bewußt, was es bedeuten wunde, wenn der alte Wunschtraum des Bolschewismus, Europa zu beherrschen, in Erfüllung gehen wurde.
Dem infernalischen Haß unserer Gegner gegen alles Deutsche werden wir einen noch größeren Haß entgegensetzen. Durch Steigerung unserer Leistungen wird die Heimat immer mehr Waffen und Munition für die Front fertigen und in opferfreudiger und selbstbewußter Haltung alle Erschwernisse, die die totale Kriegführung mit sich bringt, auf sich nehmen. Die neuen Verordnungen
werden.
Wie England sich in dem zwischen Europa und der östlichen Steppe entbrannten Kampf auf Tod und Leben gegen Europa entschieden hat und dabei in geradezu selbstmörderischer Verblendung bereits alle seine eigenen Positionen verspielt hat, so bat es auch in dem Kampf zwischen Europa und Uedersee sich äegen Europa gestellt und muß sehen, daß es auch in dieser weltweiten Auseinandersetzung auf das falsche Pferd gesetzt hat. Denn für Roosevelt ist der zweite Weltkrieg nichts anderes als die ersehnte Gelegenheit, für den Ausbau der amerikanischen Weltherrschaft, für die Heraufführung des „amerikanischen Jahrhunderts" das nachzuholen, was Wilson im ersten Weltkriege noch nicht gelungen war. Dazu gehört in erster Linie die planmäßige Ablösung der Briten in allen wesentlichen Machtt Positionen aus dem Gefühl der eigenen Ueberlegen-* beit über die britische Rückständigkeit, die nach der Auffassung der meisten Amerikaner nichts besseres verdient hat, als daß man über die so lange behauptete Vorrangstellung Englands als erste Weltmacht schon jetzt zur Tagesordnung übergeht. Für diesen Ablösungsprozeß hat sich Roosevelt in dem
und mehrere versprengte Gruppen des Feindes zum Kampf gestellt und vernichtet. Die s ü d l i ch Char- k o w eingeschlofsene 3. sowjetische Armee steht, auf engstem Raum zusammengedrängt. vor ihrer Vernichtung. Auch am gestrigen Tage scheiterten Ausbruchsversuche.
Bei der Fortsetzung seiner Angriffe westlich Kursk und nordwestlich Orel erlitt der Feind wiederum schwerste Verluste.
3m Frontabschnitt zwischen Gsyatsk und 3 l - m en.s ee brachen zahlreiche örtliche Vorstöße und Angriffe im Abwehrfeuer zusammen. Veiderseils Staraja-Russa trat der Feind nach starker Artillerievorbereitung mit massierten Kräften und unter Einsatz von Panzern und Schlachtsliegern zum Angriff an. Rach wechselvollen Kämpfen gelang es ebenfalls unter schwersten sowjetischen Verlusten, alle Angriffe abzuschlagen. Die Luftwaffe hatte an tiefem Abwehrerfolg besonderen Anteil.
An der tunesischen Front herrschte gestern lebhafte Artillerie- und Spähtrupptätigkeit. Durch Sturz- und Tiefangriffe deutscher Fliegerverbände halte der Feind erhebliche Verluste. Ein Kampffliegerverband griff in der vergangenen Rächt die Hasenanlagen von Phllippeville an. Drei große Transportschiffe wurden schwer getroffen.
Fernkampfflugzeuge warfen im Atlantik drei große Handelsschiffe in Vrand. Die Schiffe blieben mit schwerer Schlagseite liegen.
Am gestrigen Tage drang ein USA.-Bomberver- band nach Holland und in westdeutsches Gebiet ein. Durch Vombenabwürfe hatte die Bevölkerung Verluste. Eine große Zahl holländischer Kinder wurde getötet. 3äger schossen zehn viermotorige Flugzeuge aus diesem Verband'ab.
Einzelne britische Flugzeuge warfen in der vergangenen Rächt Bomben auf Orte in Westdeutschland und unternahmen Störflüge im Küstenbereich der Ostsee. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen.
wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, kamen deutsche Unterseeboote schon in den ersten Tagen des Monats zum Erfolg. 13 Schiffe mit 97 100 VRT. wurden in schweren Kämpfen auf den Grund des Meeres geschickt. Zwei weitere Schiffe wurden torpediert.
©er 200. E chenlaubiräger
Berlin, 5,Mar,, (DBB.) Der Führer verlieh dem ^-Standartenführer Fritz will. Kegimenfs- tommanbeur in einer ff-®renobiet-Bioi|ion, als 200. Salbölen bet beuffdjen Wehrmacht das Lichen- taub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
*
-Standartenführer Witt erhielt das Ritterkreuz bereits nach dem Westfeldzug als Kommandeur des I. Bataillons des ^-Regiments „Deutschland". Das Bataillon wurde von starken englischen Panzern und Jnfanteriekrästen angegriffen. Es gelang zehn feindlichen Panzern, die Stellung des Bataillons zu durchbrechen. Das Bataillon vernichtete neun Panzer und hatte damit die Hauptttoßkrast des Gegners gebrochen. Kurze Zeit später schuf Sturmbannführer Witt durch einen Angriff seines Bataillons die Voraussetzungen für einen Erfolg
So ist es fein Wunder, wenn eine englische Wirtschaft^ ei tschr ist dieser Tage resigniert feststellte: „Die größte Laus, die wir Engländer uns in den Pelz gesetzt haben, ist das Pacht- und Leihabkommen. Die Vereinigten Staaten sind dadurch in den Besitz vieler wichtiger Luftstützpunkte gekommen, und man kann mit bestem Willen nicht behaupten, daß Großbritannien im Wettbewerb um den Weltluftverkehr der Zukunft, der für die Beherrschung der Welt und ihres Handels wichtiger fein dürfte als bisher die Seeherrfchaft, günstig placiert ist." Tatsächlich machen die Pankees bereits heute alle Anstalten, um den britischen Bundesgenossen auch aus dem Luftverkehr zu verdrängen, wie sie ihm ja schon vor ihrem eigenen Eintritt in den Krieg die ein- ttäglichsten Schiffahrtslinien abgenommen hatten, weil England seine Schiffe aus dem Verkehr zurückziehen mußte, um sie für die Versorgung der Insel und der in Afrika und im Nahen Osten stationierten Truppen einzusetzen. Jetzt, nach dem Ausbau amerikanischer Luftlinien nach Australien, Südamerika und Afrika, ja über den schwarzen Kontinent hinweg auch nach dem Nahen Osten, tritt man energisch jeder britischen Konkurrenz auf der westlichen Hemisphäre entgegen, obwohl die brittschen Luftverkehrslinien hier sich auf Punkte stützen, die wie Neufundland, die Bermudas und Trinidad noch formal britischer Besitz sind. Dieser totaleHerr- schaftsanspruch der USA. wird nur sinngemäß ergänzt durch die Forderung nach einer USA.-Flotte, die nach den Worten des Marineministers Knox groß genug fein soll, um alle Weltmeere zu beherrschen. Also nicht nur den Pazifischen Ozean, den eifrige Amerikaner bereits zum mare nostruni der USA. proklamiert haben, in dem andere Nationen, einschließlich der Briten, künftig nichts mehr zu suchen haben sollen, weshalb man ihnen auch ruhig ihre Stützpunkte dort wegnehmen könne, sondern nun auch der Atlantik soll amerikanisches Binnenmeer werden, auf dessen afrikanische Gegen- küste die Amerikaner ja mit den Truppenlandungen in Marokko, in Liberia, Freetown, Dakar und Libreville bereits übergegriffen haben.
So suchen die USA., auf dem Wege des geringsten Widerstandes und im Trüben fischend, Ersatz für die in Ostasien unwiederbringlich verloren- gegarrgenen Werte und sichern sich in der Maske des uneigennützig helfenden Bundesgenossen mit dem Programm zur „Errichtung einer besseren Welt auf Grund der Prinzipien der Attantik-Charta, der Menschenrechte und der gemeinsamen Lösung der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Probleme auf friedliche Art" in der Hand aus dem britischen Empire alles das, was ihnen für die Durchsetzung ihres eigenen Weltherrschaftsanspruchs brauchbar erscheint. Roosevelt wird damit zum Zerstörer des . Empire, zu dessen Verteidigung England keine Waffe mehr in der Hand hat.
Dr. Fr. W. Lange.
„Mit Halbheiten wird nichts Ganzes gewonnen. Der höchste Preis darf den höchsten Einfah fordern."
Theodor Fontane.
Gelassen fuhr er den Wagen in seine Box und kletterte aus dem Sitz. Seine Mechaniker waren erstaunt, daß er dieses unerwartete Pech ganz gegen seine Gewohnheit so gelassen hinnahm. Doch er konnte auch ruhig sein. Sein „Stallgefährte" Stuck lag mit großem Vorsprung an zweiter Stelle und mußte nach menschlichem Ermessen das Rennen gewinnen, so daß der Preis im Lande blieb.
Freude erfüllte ihn, daß er nun in Ruhe zu der zarten, blonden Frau hinübergehen konnte, was ihm im Trubel eines Sieges niemals möglich gewesen wäre. So fanden sie sich denn wieder, und sie stand vor ihm wie damals, älter, aber auch reifer und schöner als einst. Und sie gestand ihm mit frohem Lächeln, daß sie schon feit Jahren immer dabei gewesen war, wenn er hier in Deutschland irgendwo an den Start gegangen war. Aber ihre Eigenart, still beiseite zu stehen, sich nicht her- vorzudrängen, hatte sie auch hier nicht verleugnet. Und sie wären auch an diesem Tage nicht zusam-- mengefommen, hätte er sie nicht zufällig gesehen.
Am Abend nach diesem ersten Wiedersehen war sie dann auch an den Tisch gekommen, an dem er mit Renate saß. Und mit einem tiefen Seufzer mußte er sich gestehen, daß sich zwischen den beiden Frauen kein Gleichklang einstellen wollte. Renate hatte es schon vom ersten Tage an vermieden, Thora Kerstens Namen zu nennen, und das sagte mehr, als viele Worte sagen konnten. Darüber war ein ganzes Jahr hingegangen, und es war zweifellos seine Schuld, daß es jetzt zu diesem Brief gekommen war. Nun mußte er endgültig einmal mit Nenate sprechen. Und er war überzeugt, daß sie vernünftig genug fein würde, ihn zu begreifen. Für den kommenden Sonntag war er mit ihr in Köln verabredet, wo sie ihm über die erste Woche ihrer Tätigkeit in Hammerkott berichten wollte. Dabei mußte sich eine Gelegenheit finden, auch das andere zu besprechen.
(Fortsetzung sofM


