Ausgabe 
5.4.1943
 
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195. Jahrgang M. 80

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Der Bilderstürmer.

Bilderstürmer sind der Mehrzahl ihrer Mitmen­schen nicht sympathisch. In der Schule haben mir gelernt, daß das Reformationszeitalter durch Bil­derstürmer und Wiedertäufer belebt mar, die sich in ihrem Radikalismus nicht genug tun konnten. Viele von uns werden damals diese Erscheinungen nur eben gelernt, aber nicht verstanden haben. Allein jed- Umbruchszeit hat ihre Bilderstürmer. Es wäre ol: sonderlich, wenn im vierten Kriegsjahr nicht auch bei uns Bilderstürmer auftreten würden.Bil­derstürmer" im übertragenen Sinn. Das notwendige Stichwort vomtotalen Krieg" hat einige solcher Neigungen ausgelöst. Die Heiligenbilder werden zwar in Ruhe gelassen, aber einem nett angezoge­nen Mädchen oder einer odrettten jungen Frau kann es wohl schon passieren, daß ihr unmittelbar oderdurch die Blume" der Vorwurf gemacht wird, dem Ernst der Zeit nicht genug zu entspre­chen. Das mag cluch Vorkommen. Aber eine schmucke Kleidung ist kein Steckbrief, fein zureichender Be­weis, um ein weibliches Wesen der Leichtfertigkeit oder des Leichtsinns zu zeihen. Dazu gehören schon noch einige zusätzliche Kennzeichen.

Gesetzt aber, der Bilderstürmer hätte in seinem Sinn Glück und wirklich und wahrhaftig ein etwas frivoles Menschenkind weiblichen Geschlechts erwischt. Wer hat ihn zum Sittenrichter bestellt? Das ist Aufgabe der Verwandten, des Betriebs­führers, vielleicht auch des Hauswirts. Alle Welt wäre empört, wenn ein Richter so leichtfertig ur­teilen würde wie ein Bilderstürmer. Mit Recht! Ist ober der Bilderstürmer ein Ueber-Richter, der gegen eine vermutete weibliche Frivolität die grö­ßere Leichtfertigkeit seines angemaßten Urteils setzen darf? Wer ungerufen in fremde Töpfe guckt, muß es dulden, daß er selbst unter die Lupe ge­nommen wird. Wer sich ein Urteil anmaßt, darf nicht protestieren, wenn er selbst ganz höchst per­sönlich auch beurteilt wird.

Bilderstürmer kommen in allen Umbruchszeiten vor. Db sie sich nun Heiligenbilder oder weniger heilige Angriffsobjekte vorknöpfen oder ob sie eine private Kriegführung inszenieren oder sich auf das wirtschaftlich-soziale-kulturelle Gebiet stürzen: ein Bilderstürmer ist immer daran kenntlich, daß er unduldsam ist und feine Meinung anderen Menschen aufzwingen will, die in Ruhe gelassen zu werden wünschen. Das Auftreten der Bilderstürmer in er­regten Zeiten ist nicht wunderbar und darf nicht tragisch genommen werden. Dadurch wird das Uebel nur verschlimmert. Bilderstürmer sind Menschen, die entweder mit sich selbst oder mit der Fülle der auf sie einströmenden Eindrücke nicht fertig werden. In normalen Zeiten sind die festen Begriffe von Sitte und Ordnung wohltätige Schranken, die ein Aus­brechen gleichgewichtsloser Naturen verhindern. Wenn große plötzliche Wandlungen eintreten, wenn die überkommenen Begriffe des gesellschaftlichen Lebens zur Seite gestellt werden müssen, dann ist dem Bilderstürmer freie Bahn gegeben: bis ihn ein energisches Wort oder ein herzhaftes Lachen zur Ordnung zurückruft. Dem Pilderstürmer kann 'gar nichts besseres passieren, als daß er ernst genom­men wird. Und gar nichts schlimmeres, als daß er sich nutzloser Lufterschütterungen bewußt werden muß.

Das gerade Gegenteil des Bilderstürmers ist der gute Hausgeist. Der gute Hausgeist kommt in männlicher und werblicher Ausgabe vor. Der gute Hausgeist lebt nicht nur in der Familie. Er lebt in jedem Dorf, in jedem Betrieb. Es ist der Mann oder die Frau, die ohne große Worte,ohne viel Feder­lesens." das Notwendige tun, bevor noch der Bilder­stürmer mit feiner Gardinenpredigt fertig geworden ist. Denn der Bilderstürmer ist immer sehr ausführ­lich, weil er fein eigener leidenschaftlichster Zuhörer ist. Der gute Hausgeist kann still sein. Er hat ge­sunden Menschenverstand und packt zu. Dem Bilder­stürmer fällt das Zupacken furchtbar schwer, und gesunden Menschenverstand hat er erst recht nicht. Svnst wäre er kein Bilderstürmer! Dr. Ho.

Verlorene Hoffnungen.

Moskau meldet den Abschluß der Winterschlacht.

Von unserer Berliner Schriflieitung.

Las man anfangs des Winters und auch den ganzen Winter über die Berichte, Meldungen und Kommentare der Briten, der Amerikaner und an­fänglich auch der Bolschewisten über die sowjet- russische Winterofsensive, so mußte sich dem, der mit dem Lügenmanöver unserer Feinde weniger ver­traut ist als mir, der Eindruck aufbrängen, daß die Bolschewisten nicyt irgendwo tief im Innern Ruß­lands ihre Offensive durchführten, sondern daß sie, wenn nicht schon fnapp vor den Toren Berlins, so wenigstens dicht vor der deutschen Grenze stünden und täglich weiter vorrückten. Mit Siegesfanfaren wurde jeder Kilometer von den Bolschewisten ge­wonnenen Landes begleitet, und , eine Welle von rosigrotem Optimismus verbreitete sich, von Mos­kau, London und Washington ausgehend, über die Völker unserer Feinde. Zwar gab es auch bei ihnen Warner, Menschen, die besorgt darauf aufmerksam machten, daß die bolschewistischen Riesenheere bei all ihren mit dem Blut Hunderttausender erkauften Erfolgen noch tief im Innern des gewaltigen Kolosses Rußland stünden, die auf den heldenhaften Widerstand der deutschen Truppen und ihrer Ver­bündeten hinwiesen und die dieses krampfhafte An- fachen von Optimismus und Siegesstimmung für ein verwerfliches Manöver gegen ihre eigenen irre- geführten Völker bezeichneten. Es war denn auch weiterhin zu bemerken, daß, soweit wenigstens die sowjetische Agitation in Frage kam, der Ton des anfänglichen Siegesjubels immer gedämpfter, der Schwerpunkt ihrer Meldungen und Kommentare über die Winteroffensive immer mehr auf ihre Schwie­rigkeiten und vor allem auf die mangelnde helfe durch die angelsächsischen Nationen glitt, wäh­rend sowohl Briten als auch Nordamerikaner, im Bestreben, Stalin weiterhin bei der Stange zu hal- .en und von seiner Forderung nach der zweiten Front abzubringen, wohlgemut weiter in Optimis­mus machten.

Mr Deutschen, die wir es Uns nie verheimlicht paben, daß die Krise im Osten in diesem Winter chwer und der Kampf ein Ringen um Leben und Tod des deutschen Volkes war, wir haben trotz all Jer bösen Nachrichten, die uns trafen, unseren Mut richt sinken und unsere Tatkraft nicht erlahmen las­sen. Im Gegenteil, wir haben unser Herz in beide Hände genommen und unser Sinnen, und Trachten nur auf das eine gerichtet: alles aufzubieten, was >er Front nützt, allem zu entsagen, was sie mitte 'chwächen können. Wir haben danach getrachtet, m den todesoerachtenden Kämpfern dieses Winters n Ehren bestehe zu können und ihnen, soweit es möglich ist. durch die Tat den Dank abzustatten für >as Gefübl der Sicherheit unserer Grenzen, das wir ^urch ihr Heldentum genießen durften. Stalingrad chließlich wurde die Fackel, an der sich der sth^"- :enlofe Opferwille und die Bereitschaft des Volkes, Ule Kräfte für den Kampf einzusetzen, entzündete, rie weiterbrennen wird, bis der endgültige Sieg er- ungen ist. r.,

Und während hier in Deutschland em Volk sich usamenschloß unter dem Schatten des öp ferm als I »on Stalingrad, noch angeweht vom Gluthauch des Heldentums derer, die dort gefallen waren, way- end es alles an Kraft, das in ihm ruH 'Uüammem mßte, und während bronzen an der Hinterfront | Jtnfere Männer dem Ansturm der aber -laulenbe Gandhi eiten, mußte man im Lager unserer tfeinbe . mit Besorgnis und wachsendem Schrecken wayr- ehmen, wie es nicht weiterging mit der Offensive, obwohl Stalin alles yineinwarf in den Kampf, mas er aus dem Hinterland zusammenraffen konnte.

Das deutsche Volk hat auf seine Front geschaut und gesehen, wie dort mit steigender Sonne da. Blatt des Kampfes sich wendete, es hat gesehen, wr mit der Starre des Winters die Schwere des bol|a^- vistischen Ansturms immer mehr verebbte ms Z i'Cm jetzigen Zeitpunkt, wo auch Moskau sich g

zwungen fühlt, den Abschluß bet bolschewisti­schen Winterofsensive zu melden. Grenzenlose Hoff­nungen hatten unsere Feinde an diese bolschewisti­sche Winterofsensive geknüpft, sie sind verloren ge­gangen. Denn wieder haben die entschlossene Kraft, der eiserne Wille und die grenzenlose Hingabe des deutschen Soldaten gesiegt über die Massen der. Steppe und die Naturgewalten des östlichen Winters.

Oer Wehrmachtbericht vom Gamstag.

DRB. Aus dem Führerhauptquartier, 3. April 1943. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Südlich des Ilmensees wurde ein An­griffsunternehmen trotz großer Geländeschwierigkei­ten erfolgreich durchgeführt. In knietiefem Schlamm und brusthohem Wasser erkämpften unsere Truppen ihr Angriffsziel, dxängten eine feindliche Kräfte­gruppe in ein Sumpfgelgnde und vernichteten sie. Der Feind verlor: 1225 Tote und 370 Gefangene. 26 Panzer, 25 Geschütze, 66 Flammenwerfer, 14 Gra­natwerfer, 92 Maschinengewehre wurden vernichtet oder erbeutet. Südlich des Ladogasees wie­derholte der Gegner seine vergeblichen Angriffe mit schwächeren Kräften als an den Vortagen. An der übrigen Ostfront herrschte Ruhe.

Auch von der tunesischen Front wird nur geringe Kampftätigkeit gemeldet. Eigene Angriffs­unternehmungen beseitigten mehrere an den Vorta­gen entstandene Einbruchsstellen. Der Feind erlitt hierbei empfindliche Verluste. In der vergangenen Rächt griffen deutsche Kampfflugzeuge ein feindliches G e l e i t vor der nordafrikanischen Küste an und er­rieten Treffer auf zwei großen Handelsschiffen. Im RNttetmeer versenkten deutsche Unterseeboote jäger ein britisches Unterseeboot und beschädigten ein zweites und ein Schnellboot so schwer, daß auch mit ihrem Verlust zu rechnen ist.

Oer Wehrmachtbericht

tag

I

Ma uvtquartier, ver Wehrmacht gibt

DRV. Aus dem FüM 4. April. Das ^etfommOT bekannt:

Mehrfach wiederholte Angriffe der Sowjets gegen die Ostfront des Kuban-Brückenkopfes, südlich des Ilmensees und vor Leningrad wurden unter hohen feindlichen Verlusten abgewiesen, er­neute Bereitstellungen durch Artillericfeuer und Angriffe unserer Luftwaffe zerschlagen. An der übrigen Front herrschte bis auf örtliche Kampf­tätigkeit im Raum von I s j u m Ruhe.

Auch in Tunesien verlief der gestrige Tag im allgemeinen ohne größere Kampfhandlungen. Rur an einigen Abschnitten der mittleren und südtune­sischen Front kam es zu lebhafterer örtlicher Kampftätigkeit.

Britische Bomber griffen in der vergangenen Rocht mehrere Orte in D e std eutschland an. Größere Schäden entstanden, vor allem im Stadt­gebiet von Essen. Die Bevölkerung hatte Ver­luste. Rachtjäger und Flakartillerie schossen minde­stens 21 der angreifenden Flugzeuge ab.

Durch Flakartillerie der Luftwaffe, Marineflak, Vorpostenboote und U-Boot-Jäger wurden an der Küste Rorwegens, der besetzten Weftgebiete und im

Gesicht und Maske einer Stadt.

Bon unserem ü.-Korrespondenten.

Brüssel unterscheidet sich von ollen anderen Städten des Flamenlandes (denn es liegt, wenn auch dicht an der wallonischen Grenze, doch ganz auf flandrischem Boden) dadurch, daß es dem Fremd­ling, der es zum erstenmal besuchen kommt, zu raten gibt, was in dieser Stadt Gesicht und was Maske ist. Wie eindeutig sind im Vergleich mit Brüssel Städte wie 9)pern oder Brügge, Oude- naarbe oder Mecheln, Gent ober Antwerpen, bie sich offen, ohne Wenn und Aber dem ersten Blick zu er­kennen geben als geboren und gewachsen aus der Erde, die sie trägt. Sie sind nicht dadurch von Brüs­sel gesondert, daß sie kleiner sind und darum heime­liger und faßbarer in ihrem Raum, sondern daß sie anders sind nach Art und Wesen, einheitlicher in ihrer Haltung, harmonischer in ihrer Struktur, weil voller Pietät gegenüber einer Vergangenheit, der man auf Schritt und Tritt begegnet und deren Atmosphäre man spürt bis in die modernsten Be­zirke hinein.

Brüssel gibt sich nicht so leicht und schnell zu er­kennen, es ist fast so alt wie Brügge, aber nicht so voller Geschichte, cs ist moderner als Antwerpen, aber weniger fortschrittlich. Und es fehlt ihm vor

allem der einmalige und einheitliche Geist dieser Städte. Brüssel hat ein Zentrum: die Börse, um die herum in Straßen und auf Plätzen sich auf­dringlich laut und auffallend gestikulierend bas ge­schäftliche Leben der Weltstadt konzentriert. Brüssel hat aber daneben, nur einige hundert Schritte ent­fernt, auch noch einen Mittelpunkt: den Alten Markt, dessen malerische Fassaden und Giebel, Pilaster und Ballustraben wie ein unendlich kost­barer Schrein seit Jahrhunderten die Seele Brüs­sels sorgsam umschließen.

Mit dieser Gegenüberstellung ist angebeutet, daß eine Zwiespältigkeit gemeint ist, die durch die benachbarte flämisch-wallonische Sprachen- und Kulturgrenze weder bedingt noch zu erklären ist. Die Zweisprachigkeit Brüssels ist kein Geheimnis und kein Rätsel, sie ist in gewisser Beziehung jeder Grenzstadt eigen, und Brüssel ist, wenn auch mitten im belgischen Raum, eine Grenzstadt. Das Schillernde am Charakter dieser Stadt ist also nicht bas Nebeneinander von Flämisch und Wallonisch, sondern der diesem Raum und all seinen Menschen eigene Gegensatz von Tradition und Piet ä t - lossgkeit, der Zwiespalt zwischen Seele und

Mittelmeer acht feindliche Flugzeuge abgeschofsen. Ein Verband schneller deutscher Kampfflugzeuge belegte bei einem Tagesvorstoß gegen die Südküste Englands militärische Ziele der Stadt E a st - bourne mit Bomben schweren Kalibers.

Reichsmarschall Göring beglückwünscht Ritter von Greim.

Berlin, 4. April. (DNB.) Reichsmarschall Göring sandte als Oberbefehlshaber der Luftwaffe dem mit dem Eichenlaub zum Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichneten Be­fehlshaber eines LuftwaffenkoMmandos an der Ost­front, Generaloberst Ritter von Greim foU genbes Schreiben:Mein lieber Greim! Ihre Tat­kraft und Ihr Draufgängertum haben bie Ihnen unterstellten Verbände in der schweren, erfolgreich zu Ende geführten Winterschlacht von Orel zu gewaltigen KampfleistungsN mitgerissen. Als sichtbare Anerkennung für Ihre überragenden per­sönlichen Leistungen tragen Sie, der vom deutschen Volk verehrte Ritter desPour lemerite", nun auch das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eiser­nen Kreuzes. Ich beglückwünsche Sie, meinen alten

heldenhaften Fliegerkameraden aus den Jahren des Weltkrieges, zu der hohen Tapferkeitsauszeichnung und wünsche Ihnen weiterhin größte Erfolge an der Spitze Ihrer tapferen Truppe. Ihr Göring."

Lier neue Träger des Eichenlaubs.

DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 3. April. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalleut­nant Kqrl-Heinz von Scheele, kommandierender General eines Armeekorps, als 217., Hauptmann Heinrich Schüler, Bataillonskommandeur in einem Grenadier-Regt.» als 218., Hauptmann Hel­mut h u d e l, Abteilungskommandeur in einem Panzerregiment, als 219 ^-Standartenführer Hin­rich Schuldt, Kommandeur einer ^-Brigade, als 220.. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Der Füh­rer sandte an die Ausgezeichneten nachstehendes Te­legramm:In dankbarer Würdigung Ihres helden­haften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen das Eichenlaub zum Rit­terkreuz des Eisernen Kreuzes. Adslf Hitler."

Die ganze Volkskrast für den Sieg.

Oer Gauleiter sprach auf einer Kundgebung in Oberursel.

NSG. Im Rahmen einer Versämmlungsaktion der Partei stellte sich Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger am Samstagabend mit einer mit­reißenden Rede in einer überfüllten Versammlung in Oberursel an die Spitze der im Kreis Main» taunus-Obertaunus durchgeführten Versammlungen.

Zu Beginn seiner Rede stellte ber (Sauleiter bie Ursachen dieses Krieges heraus und kennzeichnete den inte rnationa len Juden als den eigentlichen Urheber und Drahtzieher dieses Welten­ringens. Der jüdische Vernichtungswille, ber Traum zur Errichtung der Weltherrschaft habe es zuwege- gebrackst, eine ganze Welt in einen blutigen Kampf zu stürzen. Ueberoll, wo wir auch Hinsehen, immer wieder finden wir den Juden am Werk. In Deutschland hat er allerdinas ausgespielt. Die Ge­fahr rechtzeitig erkennend, hat das gesunde Volks­empfinden des Deutschen den Juden ausgeschieden. In den Ländern unserer Gegner ist er allerdings noch am Werk und hat in den plutokratischen Macht­habern willige Partner gefunden, sich mit diesen

vereinigt, um bas deutsche Volk zu vernichten. Die­ser Versuch ist bereits zum Scheitern ver­urteilt, denn eine verschworene Gemeinschaft aller Deutschen wird'sich mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln dem entgegenstellen. In totalem Einsatz wird sich auch die letzte Kraft in den Dienst ber Abwehr stellen und gemeinsam mit unseren tapferen Soldaten mit der größten Härte und einet unerhörten Schlagkraft jeden Gegner zu Boden zwingen. Jeder Deutsche wird in seine Arbeit, in jedes Werkstück seine größte Liebe, aber auch den größten Haß hineinarbeiten. Unser Volk, hart ge­worden in den letzten Jahren, ist getragen von einem unbändigen Kampfeswillen, gegen den die von Neid erfüllten Feinde nichts auszurichten ver­mögen. Die Nation ist aufgeftanben. Von glühen­dem Haß gegen Plutokratie und Bolschewismus be­seelt, wird sie bis zum Letzten kämpfen, bis bie Entscheidung durch die deutsche Wehrmacht gefallen ist. Unter^ Führung Adolf Hitlers wird dann nach dem Vorbild des Reiches eine bessere Welt erstehen.

Oer Kampf um das Reich.

Alfred Rosenberg sprach in München.

M ü n ch e n , 3. April. (DNB.) Am Samstag sprach Reichsleiter Rosenberg auf einer Massenkundgebung im alten Kampflokal der Hauptstadt der Bewegung, im Zirkus am Marsfeld. Rosenberg schilderte bie Knechtseligkeit des Nooembersystems und bie Konse­quenzen, bie eine Fortdauer biefes Systems nach sich ziehen mußte. Zwei Kräfte vor allen Dingen wa­ren es, bie sich anschickten, die Kolonie Deutschland auszubeuten und am Ende zu vernichten: bas inter­nationale Finanzkapital unb der internationale Bol­schewismus, beide durchsetzt unb zum überwiegen­den Teil von Juben geführt. Durch den Sieg des Führers wurde ber Untergang bes Deutschen Rei­ches verhindert, ber unrettbar einqetreten wäre, wenn Demokratie, Judentum- und Marxismus als willige Knechte ber äußeren Feinde noch weiter re­giert hätten. Nun stehen wir ber gleichen Koa­lition wie früher gegenüber, jetzt aber in weltpolitischem Maßstabe. Der Weltkapitalis­mus, zuiammengeballt in ber Neuyorker Wallstreet und ber Londoner City auf ber e;nen Seite, unb der alles zerstörende Weltbolschewismus auf der anderen Seite, beide wiederum geführt vom,I u- öentum.

Gegen diese Mächte wächst in Deutschland ein steigender Haß, zugleich aber auch ber Glaube an bas Reich. Aus diesem Glauben holt sich die nationalsozialistische Bewegung bie gleiche Kraft wie aus ber Erinnerung der eigenen Kampfzeit. Das deutsche Volk aber erinnert sich, daß für diesen Ge­bauten bes Reiches in den vergangenen Jahrhunder­ten mehr Menschen sich eingesetzt und geblutet ha­ben als für irgendeine andere Macht in ber herri­schen Geschichte. Entsprechen!) bem Sinn einer tau- tenbjährigen Auseinanbersetzung ist bas Deutsche Reich heute ber erste bewußte National--

ft a a t unter Duldung aller das Volkstum ehrender religiöser Bekenntnisse. Der Nationalsozialismus ist nicht nur ein politischer Machtakt gewesen, sondern bient ber inneren Erziehung ber deutschen Nation für die kommenden Zeiten. Er ergreift heute alle Gebiete bes Lebens, unb feine Ausgabe ist es, bie errungene innere Einheit für alle Zukunft zu sichern. Des Reiches Sendung ist die Verteidigung und Ord­nung der Urheimat aller Europäer, die Gestaltung unseres alten ehrwürdigen Kontinents. In einer noch nie in dieser Größe bagewesenen Schicksals- stunbe steht dieses erträumte und erkämpfte Reich, gegründet unb geführt von Adolf Hiller, in einer geradezu mythischen Einheit vor uns. Nach innen säubert es sich von allen jenen Schlacken, die na­mentlich nach bem Dreißigjährigen Kriege sich in einem- kleinstaatlichen, raumbeengten Leben in Deutschland angesetzt hatten, und erkämpft sich nach außen alle jene Vorposten seiner geschichtlichen Exi- stenz, die notwendig sind, um die Sicherheit Euro­pas für alle Zeiten zu gewährleisten.

Das Schicksal hat in diesen Jahren gesprochen. Mir bejahen dieses Gesamtschicksal, wie wir die er­sten Kämpfe der nationalsozialistischen Bewegung um die innere Freiheit bejaht haben. Wir wissen, daß bie Brücken hinter uns abgebrochen sind, wir wissen, baß wir in ber entscheibenden Stunde der deutschen Geschichte stehen, wir wissen aber auch, baß noch nie bewußter und mit härterer Hand die Fahnen bes Reiches vorwärts getragen wurden, unb wir wissen schließlich, daß ber Sieg.des Reiches in bem inneren Beschluß ber Herzen von 80 Millio­nen Deutschen begründet liegt, baß keine Macht ber Welt diese Wiedergeburt Deutschlands und des Reiches zum Heil Europas mehr zu verhindern vermag.